Grundlagen > Speziesismus und Kunst

Grundlagen > Speziesismus und Kunst

Thesen zur Kritik an speziesistischen Kunstkontinuen … 

Ein Mapping ästhetischer Mechanismen in der Normalisierung von Speziesismus … 

Gewalt in der Kunst und Tierobjektifizierung > Speziesismus als Mittel von Ästhetisierung und Kunstschaffung … 


Animalistic Issue

Grundlagen > Speziesismus und Kunst. [Fassung vom 04.02.26]

Thesen zur Kritik an speziesistischen Kunstkontinuen

  1. Speziesismus ist ein gesellschaftliches Grundverhältnis, kein Randproblem

Speziesismus ist kein Missverständnis, keine Unachtsamkeit und kein bloßes Vorurteil, sondern ein strukturelles Gewaltverhältnis, das bestimmt, wessen Leben als moralisch relevant gilt und wessen Körper als verfügbar erscheinen.

  1. Künstlerische Kontinuen, im DACH insbesondere von Nitsch bis zu seinen Ablegern, beruht auf dieser Verfügbarkeit

Ein Kontinuum, die in prominenter Weise im DACH das von H. Nitsch, seinen Schülern und heutigen Anknüpfungspunkten setzt die gesellschaftlich akzeptierte Gewalt gegen nichtmenschliche Tiere (derer es bedarf) voraus. Nicht als Thema, sondern als ontologische Grundlage.

  1. Tierliche Körper erscheinen hier nicht als Unrechtsträger, sondern als Selbstverständlichkeit

Die Gewalt gegen Tiere wird nicht als moralisches Unrecht adressiert, sondern als kulturell verwertbare Gegebenheit behandelt. Dass sie ästhetisch, symbolisch oder rituell „bedeutungsvoll“ gemacht wird, ändert nichts an ihrem Charakter als Gewalt.

  1. Die Frage ist nicht, ob Gewalt „(auch) kritisch gemeint“ ist

Die entscheidende Frage lautet nicht, ob Gewalt intendiert, reflektiert oder kontextualisiert wird, sondern: Warum gilt Gewalt gegen Tiere überhaupt als bedeutungsoffenes Material? Diese Frage würde sich bei Gewalt gegen Menschen nicht stellen. Dass sie hier gestellt werden kann, ist selbst Ausdruck einer speziesistischen Denkweise.

  1. Kunst fungiert hier als Veredelungsmechanismus gesellschaftlicher Gewalt

In diesen Kontexten wird Kunst nicht zum Ort der Infragestellung, sondern zur ästhetischen Veredelung eines bereits normalisierten Gewaltverhältnisses. Sie macht akzeptabel, was andernorts alltäglich geschieht: die Reduktion lebendiger Wesen auf verfügbare Körper.

  1. Solchen Orten ist nicht zu helfen, weil ihr Fundament nicht kritisch, sondern affirmativ ist

Diese Orte können nicht „umgedeutet“, „kritisch bespielt“ oder „von innen transformiert“ werden, weil sie nur funktionieren, solange die Verfügbarkeit tierlicher Körper gesellschaftlich anerkannt ist. Ihr Bestehen ist abhängig von genau dem, was sie angeblich überschreiten. (…)

  1. Die gesellschaftliche Normalisierung ist ihre eigentliche Lebensgrundlage

Diese Kunstorte leben nicht von Provokation, sondern von Gewöhnung. Von einer Welt, in der Tierkörper alltäglich zu Nahrung, Ware, Forschungsobjekt oder Symbol gemacht werden – ohne dass dies als Unrecht gilt.

  1. Die sakrosankte Kunst schützt den Speziesismus

Die Vorstellung, Kunst stehe jenseits ethischer Bewertung, wirkt hier als Immunisierungsstrategie. Sie erlaubt es, Gewalt zu ästhetisieren, ohne sie moralisch verantworten zu müssen.

  1. Individuelle vegane oder tierfreundliche Haltungen ändern daran nichts

Dass einzelne Besucher:innen oder Beteiligte sich als vegan oder tierethisch verstehen, unterbricht die Struktur nicht. Solange die Grundannahme der legitimen Tierverfügbarkeit nicht angegriffen wird, stabilisiert Teilnahme das System.

  1. Antispeziesistische Kritik verweigert die ästhetische Ausnahme

Wie in unseren Kommentaren im Animalistic Issue [https://www.farangis.de/blog/category/animalistic-issue , 04.02.26] formuliert, geht es nicht um Geschmacksfragen oder Symboldebatten, sondern um eine radikale Verschiebung des moralischen Horizonts: Nichtmenschliche Tiere sind keine Träger von Bedeutungen, sondern Träger von Leben, Interessen und Verletzbarkeit.

In einer speziesistischen Welt ist es erschreckend einfach, Speziesismus zu normalisieren – besonders dort, wo er als Kunst erscheint. Was als ästhetische Grenzerfahrung gilt, ist in Wahrheit die kulturelle Fortsetzung eines Gewaltverhältnisses, das immer wieder aufs neue fudamentalisert werden soll, hier als Ritus und Alltäglichkeit.

Die ästhetische Normalisierung von Tierkörpern in Kunst, Sprache, Wissenschaft und Kultur dient keiner kritischen Reflexion – das wäre ein Widerspruch in sich außer man würde versuchen Gewalt als solche normativ zu „ethisieren“ und damit ideologisch zu legalisieren – sondern reproduziert und verstärkt in logischer und gewollter Konsequenz das speziesistische Gewaltverhältnis, weil systemgegebene Verfügbarkeit tierlicher Subjekte als selbstverständliche Voraussetzung begriffen wird.

Ein Mapping ästhetischer Mechanismen in der Normalisierung von Speziesismus

Kritik der visuellen Veredelung tierobjektifizierender Praktiken in Kunst, Kunstmarkt und Gesellschaft

  1. Grundannahme

Speziesistische Szenen benötigen keine Rechtfertigung mehr.
Sie benötigen ästhetische Infrastruktur.

Diese Infrastruktur sorgt dafür, dass:

  • Gewalt nicht als Gewalt erscheint
  • Objektifizierung nicht als Objektifizierung benannt wird
  • Kritik entweder integriert oder unsichtbar gemacht wird

Das Ergebnis ist kein Streit, sondern Normalität.

  1. Die häufigsten ästhetischen Mechanismen
  2. Ästhetische Veredelung

Mechanismus:
Tierkörper, tierliche Überreste oder tierbezogene Gewalt werden durch Kunstformen (Installation, Fotografie, Performance, Design) in einen Bedeutungsraum überführt, in dem ästhetischer Wert die ethische Frage überlagert.

Wirkung:

  • Gewalt erscheint kultiviert
  • Verfügbarkeit erscheint legitim
  • Kritik gilt als „geschmacklich“, nicht als ethisch

Normalisierungseffekt:
Was schön gerahmt ist, gilt nicht als problematisch.

  1. Symbolische Abstraktion

Mechanismus:
Tierlichkeit wird zur Metapher, zum Zeichen, zum „Material für etwas anderes“ (Tod, Natur, Vergänglichkeit, Ritual, Ursprünglichkeit).

Wirkung:

  • Das konkrete Tier verschwindet
  • Leid wird semantisch ausgelagert
  • Das Individuum wird ausgelöscht

Normalisierungseffekt:
Gewalt gilt nicht mehr dem Tier, sondern einer „Idee“.

  1. Ontologische Entleerung

Mechanismus:
Nichtmenschliche Tiere erscheinen nicht als Subjekte mit Interessen, sondern als:

  • Körper
  • Formen
  • Stoffe
  • Relikte
  • Daten

Wirkung:

  • Kein moralischer Adressat bleibt übrig
  • Es gibt niemanden, dem Unrecht geschieht

Normalisierungseffekt:
Was kein Subjekt ist, kann nicht verletzt werden.

  1. Ironisierung und Distanzästhetik

Mechanismus:
Tierobjektifizierung wird ironisch, spielerisch, absurd oder „gebrochen“ dargestellt.

Wirkung:

  • Kritik wird entschärft
  • Verantwortung wird verweigert
  • Ernst gilt als naiv

Normalisierungseffekt:
Wer ernsthaft widerspricht, gilt als humorlos oder dogmatisch.

  1. Ritualisierung und Naturalisierung

Mechanismus:
Gewalt wird als archaisch, rituell, naturhaft oder kulturell notwendig inszeniert.

Wirkung:

  • Geschichte ersetzt Ethik
  • „Schon immer so“ ersetzt Verantwortung

Normalisierungseffekt:
Was natürlich oder uralt wirkt, erscheint unhintergehbar.

  1. Wissenschaftlich-ästhetische Hybridisierung

Mechanismus:
Kunst beruft sich auf Wissenschaft, Forschung, Biologie, Archivierung (z. B. Artscience, Taxidermie, Bio-Art).

Wirkung:

  • Objektifizierung erscheint sachlich
  • Gewalt erscheint neutral
  • Kritik gilt als anti-rational

Normalisierungseffekt:
Was wissenschaftlich wirkt, gilt nicht als ideologisch.

  1. Marktförmige Entpolitisierung

Mechanismus:
Tierobjektifizierende Kunst wird:

  • gesammelt
  • kuratiert
  • gehandelt
  • gebrandet

Wirkung:

  • Kritik stört den Markt
  • Ethik gilt als Externalität

Normalisierungseffekt:
Was verkauft wird, gilt als legitim.

III. Mechanismen auf Seiten der „Gegenseite“

  1. Mit-Normalisierung durch Relativierung

Mechanismus:
Kritische Stimmen argumentieren:

  • „Man muss differenzieren“
  • „Kunst ist ambivalent“
  • „Es geht um Interpretation“

Wirkung:

  • Gewalt wird zur Meinung
  • Unrecht zur Perspektive

Normalisierungseffekt:
Es gibt keinen Standpunkt mehr, nur noch Diskurse.

  1. Integration statt Konfrontation

Mechanismus:
Antispeziesistische Kritik wird eingeladen, aber:

  • nicht zentriert
  • nicht ernst genommen
  • nicht folgenreich

Wirkung:

  • Kritik dient der Selbstlegitimation des Systems

Normalisierungseffekt:
Das System erscheint offen, bleibt aber unverändert.

  1. Unsichtbarmachung radikaler Kritik

Mechanismus:
Positionen, die Tierobjektifizierung grundsätzlich ablehnen, werden:

  • nicht eingeladen
  • nicht zitiert
  • nicht diskutiert

Wirkung:

  • Der Konflikt erscheint kleiner, als er ist

Normalisierungseffekt:
Was nicht sichtbar ist, gilt als nicht existent.

  1. Das strukturelle Kernproblem

Es gibt keine anerkannten Räume für diese Kritik

  • Kein etablierter Kunstkontext erlaubt:
    • die Zurückweisung tierobjektifizierender Kunst als legitimen Standpunkt
  • Kritik darf analysieren, aber nicht verweigern
  • Ablehnung gilt als anti-künstlerisch, nicht als ethisch begründet

Der öffentliche Diskurs bildet das Problem nicht real ab.

  1. Zusammenfassung

Speziesistische Szenen normalisieren sich nicht trotz Kritik,
sondern durch ästhetische Mechanismen, die Gewalt unsichtbar machen,
Verantwortung diffundieren lassen und radikale Gegenpositionen strukturell ausschließen.

  1. Schlusssatz

Die visuelle Veredelung tierobjektifizierender Praktiken ist keine Begleiterscheinung des Speziesismus, sondern seine kulturelle Wiege.
Solange es keine Räume gibt, die die grundsätzliche Ablehnung solcher Kunst als legitimen Standpunkt anerkennen, bleibt Speziesismus ästhetisch abgesichert – und gesellschaftlich unangetastet.


Gewalt in der Kunst und Tierobjektifizierung

Speziesismus als Mittel von Ästhetisierung und Kunstschaffung

Speziesismus ist kein Randphänomen kultureller Fehlentwicklungen, sondern ein grundlegendes gesellschaftliches Gewaltverhältnis. Er strukturiert, wessen Leben als moralisch relevant gilt und wessen Körper als verfügbar, nutzbar oder bedeutungstragend erscheinen darf. Diese Unterscheidung wirkt tief in soziale Praktiken hinein – in Ökonomie, Wissenschaft, Alltagskultur und in besonderer Weise in die Kunst. Dort wird Speziesismus nicht nur reflektiert, sondern häufig ästhetisch stabilisiert.

Der hier entwickelte Ansatz versteht speziesistische Kunst nicht als Abweichung oder Provokation, sondern als Teil eines kulturellen Kontinuums. Dieses Kontinuum, das paradigmatisch im DACH sichtbar wird bei der Nitsch-Szene, ihren gegenwärtigen Ablegern und Anschlussformen, verweigert die kritische Auseinandersetzung und Thematisierung von Gewalt, und verharrt auf ihrer unhinterfragten Voraussetzung tierlicher Verfügbarkeit.

Nichtmenschliche Tiere erscheinen dabei nicht als moralische Subjekte oder Unrechtsträger, sondern als selbstverständliche Ressource künstlerischer Bedeutungsproduktion.

Entscheidend ist dabei nicht die Frage nach der Intention einzelner Künstler:innen. Ob Gewalt „kritisch gemeint“, symbolisch aufgeladen oder ironisch gebrochen ist, bleibt sekundär. Die eigentliche Frage lautet: Warum gilt Gewalt gegen Tiere überhaupt als bedeutungsoffenes Material?

Warum wird sie als ästhetisch bearbeitbar verstanden, während Gewalt gegen Menschen diese Offenheit nicht besitzt? Dass diese Frage im Kunstkontext gestellt werden kann, ist selbst bereits Ausdruck eines speziesistischen Grundverhältnisses.

In solchen Szenen fungiert Kunst nicht als Ort der Infragestellung gesellschaftlicher Gewalt, sondern als deren Veredelungsmechanismus. Sie verschiebt das Problem von der Ebene ethischer Verantwortlichkeit auf die Ebene ästhetischer Bewertung.

Tierliche Körper, Überreste oder physisch- und typischerweise auf die mentale, geistige Ebene abzielende diskriminatorische bis vollends destruktive Praktiken werden in symbolische, rituelle oder kulturelle Bedeutungsräume überführt, in denen die Gewalt selbst „unsichtbar“ wird, indem die ins Nichtmenschliche verbannt oder gebannt wird.

Was ästhetisch gerahmt ist, gilt nicht mehr als problematisch, sondern als komplex, ambivalent oder diskursiv offen. Zentral für diese Normalisierung sind wiederkehrende ästhetische Mechanismen. Symbolische Abstraktion verwandelt konkrete Tiere in Metaphern für Tod/Geburt, Natur/Anti-Natur oder Vergänglichkeit/Ewigkeit und löscht damit das individuelle Fühlen und Erleben aus.

Ontologische Entleerung reduziert Tiere auf Körper, Stoffe oder Relikte, sodass kein moralischer Adressat mehr verbleibt. Ironisierung und Distanzästhetik entziehen der Kritik ihre Dringlichkeit, indem Ernst als naiv oder dogmatisch markiert wird. Ritualisierung und Naturalisierung verlagern Verantwortung in vermeintliche, sicher hierarchisierende Geschichte, Kultur oder gemutmaßte Ursprünglichkeit.

Wissenschaftlich-ästhetische Hybridformen verleihen Objektifizierung den Anschein von Neutralität und Rationalität. Marktförmige Einbettung schließlich entpolitisiert die Praxis vollständig, indem Verkaufbarkeit und Makrtwert als Legitimation fungiert.

Diese Mechanismen wirken nicht isoliert, sondern bilden eine ästhetische Infrastruktur, die speziesistische Praktiken stabilisiert. Sie sorgt dafür, dass Gewalt nicht als Gewalt-/problem erscheint, Objektifizierung nicht benannt wird und Kritik entweder integriert wird oder unsichtbar gemacht bleibt.

Auffällig ist dabei, dass die Normalisierung nicht trotz Kritik funktioniert, sondern häufig durch sie. Relativierende Argumente – etwa der Verweis auf Ambivalenz, Differenzierung oder Interpretationsoffenheit – verwandeln Unrecht in bloße Perspektivfragen. Eingeladene Kritik dient typischerweise der Selbstlegitimation des Systems, ohne dass man strukturelle Konsequenzen zu befürchten meint.

Radikale antispeziesistische Positionen hingegen bleiben ausblendbar, da sie die grundlegende Verfügbarkeit tierlicher Körper infrage stellen, die die Norm unserer Gesellschaften abbilden. Auf eine Abstraktion der Infragestellung der gesellschaftlichen Norm von Tierobjektifizierung lässt sich speziesistischen Kunst niemals ein.

Das strukturelle Kernproblem für Tierrechtler und Antispeziesisten liegt darin, dass es kaum anerkannte Räume gibt, außerhalb der eigenen Bewegung, in denen die grundsätzliche Ablehnung tierobjektifizierender Kunst als legitimer Standpunkt gilt. Kritik darf analysieren, historisieren oder interpretieren – verweigern darf sie nicht. Ablehnung wird als anti-künstlerisch diskreditiert, nicht als ethisch begründet anerkannt. Der öffentliche Diskurs bildet das Problem daher nicht real ab, sondern verzerrt es zugunsten ästhetischer Selbstimmunisierung.

Antispeziesistische Kritik verweigert diese ästhetische Ausnahme. Sie insistiert darauf, dass nichtmenschliche Tiere keine Träger von Bedeutungen sind, sondern Träger von Leben, Interessen und Verletzbarkeit.

In einer speziesistischen Welt ist es erschreckend einfach, Speziesismus zu normalisieren – insbesondere dort, wo er als Kunst erscheint. Was als ästhetische Grenzerfahrung gilt, erweist sich bei näherer Betrachtung als kulturelle Fortsetzung eines Gewaltverhältnisses, das immer wieder neu fundamentalisiert wird: als Ritual, als Symbol, als Alltag.

Die visuelle und kulturelle Veredelung tierobjektifizierender Praktiken ist daher keine Begleiterscheinung des Speziesismus, sondern seine kulturelle Wiege. Solange keine Räume existieren, die die grundsätzliche Ablehnung solcher Praktiken als legitimen Standpunkt anerkennen, bleibt Speziesismus ästhetisch abgesichert – und gesellschaftlich unangetastet.

 

Antispe und Kunst (1)

Ob Apologet oder strikter Befürworter oder vehement überzeugter Anhänger.

Leute, die mit Speziesismus in der Kunst kein Problem haben, sind, übertragen auf den Bereich Kunst, das gleiche, wie die Befürworter jeglichen anderen Speziesismus.

Die Parallele gilt auf der ganzen Ebene.

antispekunst – patriarchale und matriarchale Geflechte beenden.

Antijagd-Test und Textlyrik im Tierrechtsarchiv: Oi (1)

Alle Formen der Jagd – von Canned Hunts zur Trophaenjagd zur Treibjagd zur Fallenstellung zur Entnahme zur Jagd im Namen eines speziesistischen tierobjektifizierenden humanzentrischen Naturschutzes – sind ein Thema.

Neonazinatürschützer haben übrigens grundsätzlich kein Problem mit der Jagd. Mind you! Leute immer nach ihrer Haltung zur Jagd fragen und man weiß Bescheid.

Tierschutz ist nicht immer das, was er vorgibt zu sein. Echte Tierschützer können davon ein Lied singen.

Für die konservativ geneigten daher zur Ermutigung

Oi-Musik Klassiker der Huntsab-Bewegung > https://www.huntsabs.org.uk/ >

The Business – Sabotage the Hunt von ihrem Album Suburban Rebels von 1983 > https://www.youtube.com/watch?v=HIqPBKI-4bw / https://www.discogs.com/master/39429-The-Business-Suburban-Rebels

Lying in wait they come
Dressed in red of course having fun
Trumpets blow height of their day
Fox will die if they have their way

(Chorus:)
Sabotage (x3) the hunt today
Sabotage (x3) it anyway

Here they come with horse n’ hounds
Middle class murders must be blocked
Destruction of wildlife must be stopped

Go near their houses and you’r kicked
Try to stop ’em and you’ll be nicked
They’re protected by the law
All we do is watch in awe!

Sie liegen auf der Lauer und kommen
In Rot gekleidet, natürlich mit Spaß
Trompeten blasen den Höhepunkt ihres Tages
Der Fuchs wird sterben, wenn sie ihren Willen bekommen

(Refrain:)
Sabotiere (x3) die Jagd heute
Sabotiere (x3) sie trotzdem

Hier kommen sie mit Pferd und Hunden
Die Morde der Mittelklasse müssen blockiert werden
Die Zerstörung der Tierwelt muss gestoppt werden

Geh in die Nähe ihrer Häuser und du wirst getreten
Versuch sie zu stoppen und du wirst verhaftet
Sie sind durch das Gesetz geschützt
Wir können nur staunend zusehen!

 

Snippet: Der Wahnwitz vom Tierwohl, artgerecht, usw.

Aus einer Rezension von Karen Davis, United Poultry Concerns, über: The Humane Hoax: Essays Exposing the Myth of Happy Meat, Humane Dairy, and Ethical Eggs. Hope Bohanec, Editor, Lantern Publishing & Media, 2023. Vom 9. August 2023 > https://upc-online.org/bookreviews/230809_the_humane_hoax-essays_exposing_the_myth.html > Das Buch > https://lanternpm.org/book/the-humane-hoax/ > die Aktivist*innen-Seite > https://www.humanehoax.org/

“[…] Femivore stellen ihre Verachtung für die Tiere zur Schau. Im Gegensatz dazu verwenden die “spirituellen” Schlachter oder “respektvollen Mörder” eine Rhetorik der “Liebe”, des “Opferns” und der “Achtung”. Einer ehrfürchtigen Nachbarin zufolge “singt” eine Kräuterfrau zu ihren Schafen “und spreizt ihre Beine um Sie herum, als ob sie auf ihnen reiten würde, und schneidet ihnen dann die Kehle durch”. Ich habe sie nicht dabei beobachtet”, gibt die Nachbarin zu, “aber sie sagt, dass die Schafe immer sehr ruhig sind und ihr Schicksal akzeptieren. Sie ist sich sehr sicher, dass es ein Gabe ist mit der ihre Nachbarin ausgestattet ist.”

Dazu bemerkt Davis noch am Ende ihrer Rezension …

“Diese Tötungsmethode erinnert an Temple Grandins Befürwortung in Animals in Translation, Sex mit Schweinen zu Geschäftszwecken zu haben. Im Abschnitt “How to Make a Pig Fall in Love” (Wie man ein Schwein dazu bringt, sich zu verlieben) beschreibt sie Männer, die gefangene Schweine masturbieren und die Sauen dazu bringen, “für den Mann zu stehen”, und kommt zu dem Schluss, dass diese Schweinezüchter ‘die Natur der Tiere respektieren und ein gute Arbeit an ihren Tieren leisten.’ (p.104).”

Siehe hierzu:

E-Reader Gruppe Messel, Jahrgang 2, 2020, Heft 4, Thema: Tierrechte und Antispeziesismus sind immer realisierbar, Herangehensweisen (1). Vasile Stanescu: Warum es nicht genügt, Tiere zu lieben: eine feministische Kritik, S. 42, und
Christopher Sebastian McJetters: Radikaler Veganismus und die Sprache über Vergewaltigung in den Tierverteidigenden Bewegungen, S. 49

und

im Jahrgang 5, 2023, Heft 3,  Tierrechte: Gemeinsinn und Gerechtigkeit (1), Jim Sinclair, Autism rights movement: Wenn du etwas liebst, tötest du es nicht, S. 5.

Auch erinnert mich dies an ein Snippet, dass ich von vielen vielen Jahren mal hochgeladen habe:

Speciesist Sexual Exploitation > https://simorgh.de/marp/sexploited_151102.htm; sowie auch > im GM-Reader Jahrgang 4, 2022, Heft 2 auf Seite 84 > die Honigbiene > Fatale Ejakulation.

und natürlich:

die Interviews, die Gail Eisnitz mit Schlachthausarbeitern führte, in denen klar wird, wie “normalisierter” Mord normalisierter Mord ist – ganz gleich ob im industriellen- oder in kleinbäuerlichen Settings, wird Mord durch seine Skalierung nicht nicht zu etwas, was sich durch seine Transponation in irgendeiner Hinsicht ändern würde, außer in der, dass die Täter und Tätergruppe/n einen anderen Rahmen für ihr “Werk” und ihre Taten gewählt haben … siehe
> Tierautonomie, Jg. 5 (2018), Heft 5. Das Schlachthaus als Hauptort des institutionalisierten Zoozids.

Wer Tiermord nicht unter seinen psychologischen Aspekten betrachten kann, hat bereits die Sprache des Speziesismus soweit verinnerlicht, dass er Böses nicht mehr als solches erkennen und bezeichnen kann.

Und zu guter Letzt an dieser Stelle, auf X, ex-Twitter, bin ich auch auf eine Social Media Persönlichkeit gestoßen und es gibt ewig mehr natürlich als diese Person ist klar, die genau so etwas betreibt und solch eine Einstellung zu Tiermord pflegt, wie oben beschrieben:

Eine junge dynamische Mutter beschreibt ihre Gedanken darüber, wie man das Töten, so schreibt sie, doch nie verlernen würde. Sie führt aus: “Das Töten ist mir nie sonderlich schwer gefallen. Es gehörte Zeit meines Lebens dazu wie das Atmen. Willst du Fleisch essen, musst du vorher ein Tier töten. So einfach war das.” Es seien “immer die gleichen Handgriffe”, poetisch und pathetisch schreibt sie von einem  “sanfter Griff” und einer “sichere[n] Hand”, die dazu nötig seien. “Alles zurechtgelegt, damit es niemals hektisch wird. Die Vorbereitung war immer mein Ritual. Mit jedem Schritt, mit jedem Atemzug werde ich ruhiger. Wenn ich alle meine Dinge beisammen habe, sind Herzschlag und Atmung vollkommen im Einklang. Alles muss ordentlich sein, alles ruhig. Es geht um Frieden in diesem grausamen Akt.” (…)

Noch mehr “Weisheiten” von ihrer Vorstellung von Frieden:
“Ich habe viele Tiere sterben sehen. Und hören. Viele haben grausam geschrieen, wenn sie herausgezogen wurden, an den Hinterbeinen hochgerissen, bis der Tod als Erlösung kam.”
Als Nachtrag schlägt sie recht selbstgerecht auch noch weiter die Brücke zu Gnadentod-Euthanasie-Geschwurbel: “Interessanterweise war der Anlass für diesen Beitrag, dass ein Tier von seinen Qualen erlöst wurde. Nicht, um es zu essen.”
Es ist interessant welche Rollte gerade weiblich identifizierte Menschen gleichermaßen in der Szene spielen, seien es die Nitsch-Kunst-Jüngerinnen oder die Kleinbäuerinnen, die Jägerinnen, die Frauen, die sich gerne mit leiblichem Wohl befassen – aber auch in noch ganz anderen Bereichen sollte endgültig konstatiert werden, wie sehr in dem Punkt Menschen d’accord sein können. Um es milde auszudrücken.
Auf das sich die Geister scheiden!

Liste TH und TOS, Punkt 06: Tierobjektifizierung und Spektakel


Tierobjektifizierung und Spektakel >
Die Zurschaustellung einer tierobjektifizierenden Handlung in der verletzt oder getötet wird, um Betrachter zu desensibilisieren – als Lektion ‚menschlicher Macht‘.
Punkt 6; Liste über Formen des Tierhasses und verschiedener tierobjektifizierender Spezifika.
Antibiologistische Tiersoziologie, Gruppe Messel

Liste TH und TOS, Punkt 10: Naturwissenschaft und Tierobjektifizierung

Naturwissenschaft und Tierobjektifizierung >

Eine abstrakte Perspektive auf die Welt, von einem menschlichen Blickpunkt, der „das Denken“ und „die Fähigkeit Freiheit zu erleben“, in bestimmten Körperteilen und deren Funktion (als komplex oder primitiv) lokalisiert; ein Standpunkt, der vom basso continuo sinnvoller evolutionärer „natürlicher Selektion“ – des Überlebens der Geeignetsten, begleitet wird.

Punkt 10; Liste über Formen des Tierhasses und verschiedener tierobjektifizierender Spezifika.

Antibiologistische Tiersoziologie, Gruppe Messel

Grundsatzrechte


Tiermord soll also weniger ein Problem sein, wenn er in einem „Schlachtmobil“ stattfindet? Millionenfacher Mord macht den einzelnen Tod, der durch Gewalt beigebracht wird, nicht weniger entsetzlich und unvorstellbar.
Tiertode sind nicht weniger gewaltsam, wenn sie ein einzelnes Tierindividuum betreffen.
Tod ist immer Tod. Mord, Mord.
TIERRECHTE SIND GRUNDSATZRECHTE AUF LEBEN, ALLES ANDERE GEHT NICHT AN URSACHEN.

Tierhass und Ökologie

Die Theriozide geschehen, während man die Klimaneutralität als großes Handlungsziel verfolgt.
Der tierliche Lebensraum > ‚Natur‘ > wird pausenlos als unumstreitbar menschliche Domäne veranschlagt, während die Erdgeschichte beweist, dass die Meister der Schaffung und des Erhalts eines holistischen ökologischen Gleichgewichts unbezweifelbar und beinahe ausschließlich die nichtmenschlichen Lebewesen sind.
Theriocides are happening unquestioned, while climate neutrality is being envisioned.
Animality’s habitat > ‘nature’ > is continuously being appropriated as being the indisputable space of human domain, while earth’s history has proven that the masters of fostering and retaining a holistic ecological balance are undeniably and almost exclusively the nonhuman ones.

Speziesismen aufrechnen

Warum sollte man Speziesismus, der sich gegen bestimmte Gruppen von Tieren richtet, aufrechnen mit Speziesismen, die sich gegen eine andere Gruppe von Tieren richten?

Beispiele: Pferde > klassische „Farmtiere“ – „Zootiere“ > wildlebende Tierarten > „Farmtiere“ – verschiedene Spezies sind häufig mit unterschiedlichen Speziesismen konfrontiert. Es hat keinen Sinn, die eine Form von Speziesismus mit der anderen zu verrechnen, in der Hoffnung, man würde Menschen dadurch sensibilisieren: Alle nichtmenschlichen Tiere leiden unter Formen von Speziesismus.

Antispeciesist Animal Sociology

> Der Speziesismus, die Speziesismen

Speziesistische Herabsetzung: Schimpfwörter


„Sau“ und „Schwein“ werden als Schimpfwörter verwendet, weil menschlichen Mehrheiten die Nichtmenschen, die sie so benannt haben, fortwährend herabsetzen, und weil diese Tiere durch ihre intentionierte Verletzung und Tötung als uneinschränkbar vogelfrei gelten.
Antispeciest Animal Sociology