Artgerecht klassifizieren

Das Anthropozän ist so verdammt artgerecht.

Tierrechtler*innen die reduktiv von “artgerechtem” Verhalten bei Tieren reden, sind selber Teil des Problems. “Artgerecht” ist ein speziesistischer Begriff, der ökologische Komplexität in ihren Zusammenhängen mit Tiersoziologie auf ein paar banale Aspekte reduziert. #biologismus

Hier die kritischen Einträge auf unsere Seite zum Begriff: “Artgerecht” > https://simorgh.de/about/?s=artgerecht&submit=Search

Unser erster englischer Kommentar/Fragment dazu: https://www.simorgh.de/objects/the-german-artgerecht-is-a-speciesist-term/

… wobei unsere Kritik am Biologismus in Bezug auf Tiere derart Begriffe gleichsam mit zu dekonstruieren sucht.

Aktivismus ist nicht immer das gleiche

Where activism for nonhumans divides: You can either name the fundamental wrong of speciesism or remain criticizing only the symptoms of a cause. The discourse about nonhuman concerns evolves through naming injustices on all the levels on which they occur.
Antispeciesist Animal Sociology

Aktivismus für nichtmenschliche Tiere unterschiedet sich: man kann das fundamental Falsche am Speziesismus benennen oder bei der Kritik an den Symptomen hängen bleiben. Der Diskurs über nichtmenschliche Belange entwickelt sich weiter, indem wir auf die Ungerechtigkeiten auf all den Ebenen hinweisen, auf denen sie stattfinden.

A habitualized recourse on speciesist thinking patterns by animal rights activists > “animals are instinctual beings” > is communicably compatible with society’s speciesist norms, yet it’s mere continued biologistic discrimination against nonhuman animality. Speciesist language stands for entire unjust worldviews – and either you opt for expressing alternative views on animality or you keep being a repeater of the echoes.
Antispeciesist Animal Sociology

Ein gewohnheitsmäßiger Rückgriff auf speziesistische Denkmuster > “Tiere sind Instinktwesen” > ist innerhalb speziesistischen Normen unserer Gesellschaft kommunikationstechnisch zwar leichter kompatibel, nichtsdestotrotz bedeutet er aber die Fortsetzung von biologistischer Diskriminierung nichtmenschlicher Tierlichkeit. Speziesistische Sprache drückt auf Ungerechtigkeit basierende Weltanschauungen aus – entweder formulieren wir alternative Sichtweisen auf die Tierheit oder wir bewegen uns stumpsinnig weiter in den alten Echokammern.

Tierhass und Ökologie

Die Theriozide geschehen, während man die Klimaneutralität als großes Handlungsziel verfolgt.
Der tierliche Lebensraum > ‚Natur‘ > wird pausenlos als unumstreitbar menschliche Domäne veranschlagt, während die Erdgeschichte beweist, dass die Meister der Schaffung und des Erhalts eines holistischen ökologischen Gleichgewichts unbezweifelbar und beinahe ausschließlich die nichtmenschlichen Lebewesen sind.
Theriocides are happening unquestioned, while climate neutrality is being envisioned.
Animality’s habitat > ‘nature’ > is continuously being appropriated as being the indisputable space of human domain, while earth’s history has proven that the masters of fostering and retaining a holistic ecological balance are undeniably and almost exclusively the nonhuman ones.

Speziesismen aufrechnen

Warum sollte man Speziesismus, der sich gegen bestimmte Gruppen von Tieren richtet, aufrechnen mit Speziesismen, die sich gegen eine andere Gruppe von Tieren richten?

Beispiele: Pferde > klassische „Farmtiere“ – „Zootiere“ > wildlebende Tierarten > „Farmtiere“ – verschiedene Spezies sind häufig mit unterschiedlichen Speziesismen konfrontiert. Es hat keinen Sinn, die eine Form von Speziesismus mit der anderen zu verrechnen, in der Hoffnung, man würde Menschen dadurch sensibilisieren: Alle nichtmenschlichen Tiere leiden unter Formen von Speziesismus.

Antispeciesist Animal Sociology

> Der Speziesismus, die Speziesismen

Ironie speziesistischer Ungerechtigkeit

Ironie speziesistischer Ungerechtigkeit

Unsere speziesistischen Systeme und Denkstrukturen funktionieren gleich einer Niemandsherrschaft, in der alle schuld sind, weil keiner schuld ist: Religionen, Philosophie, Naturwissenschaften … nichts produziert ursächlich Speziesismus, er scheint einfach aus dem Himmel gefallen zu sein. Es gibt einfach „böse unaufgeklärte Menschen“, bei denen die Empathie noch nicht ausreicht, und andere, die also kognitiv und emotional erleuchtet sind und die nichtmenschliche Tiere daher nun „anerkennen“. Und weiter mit der Ironie: Der willkürlich-emotionale und empathisch begründete Bezug wird sich gewiss auch in den Fundamenten von Religion, Philosophien, Naturwissenschaften niederschlagen! Wahrscheinlich sind die Nichtmenschen selbst aus dem Himmel gefallen und deren Geschichte hängt auf ganz loser Ebene mit derer der Menschheit zusammen … Die Schuldlosigkeit und somit weitreichende Verantwortungslosigkeit scheint einmalig in den Ungerechtigkeitssystemen und ist in dem Maße allein dem systemischen Speziesismus eigen.

Gruppe Messel, Tierautonomie / Animal Autonomy

“Fleisch” als exototalitärer Begriff

Das Konzept „ Fleisch“, das heißt: „die Einverleibung von Teilen des Körpers eines gewaltsam getöteten nichtmenschlichen Tieres“ ist eine Art „exototalitärer“ Begriff, Teil einer Herrschaftsstruktur, die kulturgeschichtlich von „dem Menschen“ unterdrückerisch gegen die Tierheit verwendet wird. Der Lebenssinn nichtmenschlicher Tiere wird darauf reduziert, das deren Tod jederzeit gewaltsam herbeigeführt werden kann, um leiblich, mit ihrer körperlichen Existenz und ihrem Dasein überhaupt, dem Menschen zu dienen und Mittel zum Zweck menschlicher Interessen zu sein. Die Tierheit (so wie der Gesamtraum der ‚Natur“) ist in der Vorstellung und Praxis menschlich-kollektiver Mehrheiten, gewaltsam zu beherrschen und in einer festgelegten Verhältnismäßigkeit zu halten. Die sprachlich ausgedrückte Haltung der Menschen ist dabei Code und funktionaler Bestandteil, der eine kaum hinterfragte Bereitschaft zur Teilnahme an dem geteilten Weltbild signalisiert.

Gruppe Messel, Tierautonomie / Animal Autonomy

Anti-System – Wot No Meat.