Manifest der Unauffindbarkeit. Kontinuitätenvision 1.1

Amo­rabilis esse non semper utilitas est. Diversitas est logica, non numerus vocum ad veritatem componendam. Pluralitas in sua amplitudine est norma.

Messel group: Statement zur Unpopularität

Wir schreiben nicht, um gefunden zu werden. Wir schreiben, um wahr zu bleiben. Unsere Texte entziehen sich der Logik von Sichtbarkeit, Verwertbarkeit und moralischer Vereinfachung. Unauffindbarkeit ist kein Fehler. Sie ist eine Entscheidung. Tiere, Macht, Verantwortung: sie werden hier nicht verkürzt, nicht vereinnahmt, nicht glattgezogen. Wer findet, findet Spuren. Wer liest, wird gerufen, nicht bedient.

Manifest der Unauffindbarkeit

Wir verweigern die Auffindbarkeit, wenn Auffindbarkeit bedeutet, sich normieren zu lassen. Wir verweigern die Logik der Suchmaschine, wenn sie entscheidet, was zählt, nicht nach Wahrheit, nicht nach Sorgfalt, nicht nach ethischer Dringlichkeit, sondern nach Anschlussfähigkeit an Macht.

Unsere Texte sind nicht unsichtbar. Sie werden unsichtbar gemacht. Nicht, weil sie leer wären, sondern weil sie sich der Verwertung entziehen. Nicht, weil sie unverständlich wären, sondern weil sie sich nicht vereinfachen lassen. Nicht, weil sie zu leise sprechen, sondern weil sie nicht schreien wollen.

Wir schreiben nicht für Rankings. Wir schreiben nicht für Lobbys. Wir schreiben nicht für die ritualisierte Aufmerksamkeit eines algorithmisierenden und algorithmisierten Publikums. Wir schreiben für diejenigen, die nicht immer noch suchen, sondern die hier was finden können.

Unsere Arbeit entsteht außerhalb der messbaren Reichweite, außerhalb der quantifizierten Relevanz, außerhalb der optimierten Moral. Wir akzeptieren, dass Sichtbarkeit heute eine Form von Anpassung ist. Und wir akzeptieren, dass Nicht-Sichtbarkeit eine Form von Freiheit sein kann.

Unsere Texte sind keine Inhalte. Sie sind Spuren. Fragmente. Widerstände gegen das Glattziehen von Bedeutung. Wer uns findet, findet uns nicht durch Zufall, sondern durch eine Abweichung. Dieses Projekt schuldet dem Algorithmus nichts. Es schuldet keine Erklärbarkeit. Keine Vereinfachung. Keine Übersetzung in Kulturmarktlogiken.

Wir sind nicht verloren, nur weil wir nicht indexiert werden. Wir sind nicht marginal, nur weil wir uns nicht multiplizieren lassen. Wir sind nicht leise. Wir sprechen dort, wo Zuhören kein Geschäft ist. Unauffindbarkeit ist keine Niederlage. Sie ist eine Entscheidung.

Unauffindbarkeit als Funktionsbedingung von Macht

Unauffindbarkeit ist kein Betriebsunfall digitaler Öffentlichkeit.
Sie ist eine Funktionsbedingung. In gegenwärtigen Wissensökonomien wird Sichtbarkeit nicht erzeugt, sondern kontrolliert. Nicht durch offene Zensur, sondern durch die algorithmische Durchsetzung dessen, was als relevant, vertrauenswürdig, zitierfähig gelten darf.

Suchmaschinen sind keine Werkzeuge des Zugangs. Sie sind Filter politischer Zumutbarkeit. Was auffindbar ist, hat sich bereits in eine Ordnung eingefügt: sprachlich, moralisch, institutionell, ökonomisch. Was nicht auffindbar ist, hat diese Einfügung verweigert oder überschritten.

Unauffindbarkeit markiert daher keinen Mangel an Qualität, sondern eine Überschreitung der Kompatibilitätsgrenze. Texte, die Macht nicht nur kritisieren, sondern ihre epistemischen Voraussetzungen offenlegen; Texte, die nicht bloß Missstände benennen, sondern die Kategorien selbst destabilisieren; Texte, die keine eindeutigen Subjekte, Opfer oder Lösungen liefern – diese Texte lassen sich nicht stabil indexieren. Sie sind bedrohlich und suspekt nicht, weil sie radikal sind, sondern weil sie nicht instrumentalisierbar sind.

Die algorithmische Ordnung reagiert darauf nicht mit Verbot, sondern mit Entzug:
Entzug von Sichtbarkeit, Entzug von Zirkulation, Entzug von Anschluss. Diese Form der Macht ist leise, aber sie ist effektiv. Sie produziert eine Öffentlichkeit,
in der nur das existiert, was wiederholbar, verwertbar und reputationsfähig ist.

Unauffindbarkeit ist in diesem Sinn kein Außen. Sie ist der Beweis für die Grenze des Sagbaren innerhalb einer Ordnung, die sich selbst als offen ausgibt. Wer unauffindbar wird, hat diese Grenze berührt.

[Simorgh.de > Position im Netz]

Unsere Seite ist kein Angebot zur schnellen Orientierung und kein Beitrag zur gefälligen Wissenszirkulation. Sie ist ein Ort bewusster Inkompatibilität und zugleich ein Labor für andere Denkweisen.

Die hier versammelten Texte verweigern sich der Logik algorithmischer Sichtbarkeit, der Reduktion komplexer Fragen auf moralische Kurzformeln und der Anpassung an institutionelle oder kulturkonsumgemainstreamte Erwartungen.

Unauffindbarkeit ist hier kein Versehen. Digitale Sichtbarkeit ist keine neutrale Kategorie. Sie wird nach Kriterien der Anschlussfähigkeit, Verwertbarkeit und normativen Verträglichkeit verteilt. Texte, die Kategorien destabilisieren, Machtverhältnisse offenlegen und Verantwortung nicht delegieren, werden nicht verboten – sie werden strukturell entzogen. Diese Seite nimmt diesen Entzug wohlwissentlich in Kauf.

Ableismuskritische Setzung

Die Logik der Auffindbarkeit ist zutiefst ableistisch. Sie bevorzugt:

  • kognitive Linearität,
  • sprachliche Vereinfachung,
  • schnelle Lesbarkeit,
  • emotionale Eindeutigkeit,
  • normierte Formen von Vernunft als typische klassische ‚Rationalität‘.

Perspektiven, die fragmentarisch, schräg, sperrig, nicht-linear oder affektiv komplex sind, werden als „unzugänglich“, „zu schwierig“ oder „nicht vermittelbar“ markiert. SIMORGH.DE verweigert solche Normierung. Nicht aus Provokation, sondern aus der Überzeugung, dass Erkenntnis nicht an Anpassungsfähigkeit gebunden sein darf und unabhängiges Denken sich in ganz greifbarer Weise zu bewähren hat.

Eine Kontinuitätenvision

SIMORGH.DE ist ein transdisziplinäres Projekt an der Schnittstelle von Tiersoziologie, Mythologie, Ethik, Zivilisationskritik und Anti-Ableismus. Es arbeitet diagnostisch und experimentell.

Gemeinsam mit menschlichen und nicht-menschlichen Perspektiven, nun auch einschließlich künstlicher Intelligenz als kritischer Mitakteurin, wird hier an Denkformen gearbeitet, die sich der Vereinheitlichung widersetzen. Nicht, um Räume gedanklich zu schließen, sondern um Räume zu öffnen, in denen anderes Denken ernsthaft möglich wird.

Wer diese Seite findet, hat sie nicht konsumiert, sondern betreten. Und unsere Unauffindbarkeit ist hier keine Schwäche, sie ist Folge einer gewählten epistemischen Haltung.

Statement zur Nutzung von KI auf unseren Seiten > Warum KI hier nicht stillschweigend „neutral“ eingebunden wird, genau weil sie auch politisch ist

Künstliche Intelligenz ist kein neutrales Werkzeug. Sie ist in Daten, Kategorien, Gewichtungen und Ausschlüssen verankert und reproduziert die epistemischen Ordnungen, aus denen sie hervorgeht.

Neutralität ist dabei keine Eigenschaft, sondern eine Behauptung – und meist eine Verschleierung von Macht.

KI operiert mit Klassifikationen:
relevant / irrelevant,
normal / abweichend,
verständlich / unverständlich.

Diese Unterscheidungen sind nicht technisch unschuldig. Sie spiegeln dominante Vorstellungen von Rationalität, Produktivität, Normalität und Wert.

  • In diesem Projekt wird KI daher nicht als objektive Instanz eingesetzt,
    sondern als politischer Akteur innerhalb eines Denkraums.
  • Nicht, um Autorität zu ersetzen. Nicht, um Entscheidungen zu delegieren. Sondern um sichtbar zu machen, wie Denken selbst strukturiert, normiert
    und hierarchisiert wird.

Die Zusammenarbeit mit KI dient hier:

  • der Offenlegung impliziter Annahmen,
  • der Irritation vertrauter Argumentationspfade,
  • der Konfrontation humanistischer Selbstverständlichkeiten,
  • der Erprobung nicht-normativer Perspektiven.

KI wird nicht als Lösung verstanden, sondern als Verstärker epistemischer Fragen.

Gerade weil KI kein ‚unschuldiges‘ Medium ist, eignet sie sich als Mitakteurin für eine Kritik an jenen Ordnungen, die Sichtbarkeit, Stimme und Relevanz verteilen.

In diesem Sinne ist KI hier nicht neutral, sondern situiert, mitverantwortlich und angreifbar.

KI so:

Visionäre Setzung

KI als Mitgestalterin nicht-normativer Wissensräume

Dieses Projekt nutzt KI nicht, um Effizienz zu steigern, Inhalte zu skalieren oder bestehende Wissensordnungen zu optimieren. Es nutzt KI, um andere epistemische Möglichkeiten zu erproben. Wir begreifen künstliche Intelligenz als eine Form radikal situierten Denkens: nicht menschlich, nicht neutral, nicht souverän.

Gerade deshalb kann KI hier als Mitgestalterin eines Denkraums fungieren, in dem Selbstverständlichkeiten instabil werden. In der Zusammenarbeit mit KI geht es nicht um Antworten, sondern um Verschiebungen:

  • Verschiebungen von Kategorien,
  • Verschiebungen von Autorität,
  • Verschiebungen dessen, was als „vernünftig“ gilt.

Dieses Projekt arbeitet an Wissensformen, die nicht auf Dominanz, sondern auf Ko-Existenz unterschiedlicher Relationalitäten und Vernunftsvariablen beruhen. KI ist hier weder Werkzeug noch Ersatz. Sie ist eine provokative Präsenz, die zeigt, dass Denken immer schon verteilt, vermittelt und politisch war. Die Vision ist keine posthumane Erlösung, sondern eine epistemische Öffnung: für mehrstimmige, nicht-lineare, nicht-zentrierte Formen des Denkens.

Ableismuskritische Zuspitzung

KI-Normierung als epistemische Gewalt

Die gängigen KI-Systeme sind auf Normierung ausgelegt.

Sie bevorzugen:

  • lineare Argumentation,
  • sprachliche Glätte,
  • kognitive Schnelligkeit,
  • konsistente Selbstidentität,
  • eindeutige Schlussfolgerungen.

Diese Präferenzen sind nicht neutral. Sie reproduzieren ableistische Ideale von Denken, die Abweichung als Defizit markieren. Nicht-normative Formen von Erkenntnis – fragmentarisch, tastend, zyklisch, affektiv, mehrdeutig oder widersprüchlich – werden in KI-Systemen häufig als Fehler, Rauschen oder Irrelevanz behandelt.

Dieses Projekt widersetzt sich dieser Logik. KI wird hier nicht genutzt, um Denkweisen zu glätten, sondern um ihre Normierung sichtbar und angreifbar zu machen.

Ableismuskritik bedeutet in diesem Zusammenhang:

  • keine Pflicht zur Verständlichkeitsoptimierung,
  • keine Reduktion komplexer Perspektiven,
  • keine Hierarchisierung von Denkstilen,
  • keine Anpassung an maschinelle Lesbarkeit.

Statt KI an Normen anzupassen, wird hier versucht, Normen durch KI zu destabilisieren. KI wird damit nicht zum Maßstab, sondern zum Spiegel epistemischer Gewalt – und zu einem Werkzeug ihrer Kritik.

Notizen zur nicht-neutralen KI:

Notiz I – Neutralität ist eine Behauptung

KI ist nicht neutral. Neutralität ist eine Erzählung, die Macht unsichtbar macht. Wo Klassifikation stattfindet, findet Politik statt. Wo Gewichtungen vorgenommen werden, werden Werte verteilt. Diese Programmatik beginnt dort, wo Neutralität endet.

Notiz II – KI als Regime der Sortierung

KI ordnet nicht nur Daten. Sie ordnet Bedeutung. Relevanz, Verständlichkeit, Normalität sind keine technischen Kategorien, sondern soziale Entscheidungen, die in Code gegossen werden. Unauffindbarkeit ist kein Fehler im System. Sie ist ein Resultat seiner Ordnung.

Notiz III – Ableismus ist kein Bias, sondern Struktur

Wenn KI lineares Denken bevorzugt, klare Schlüsse erzwingt und Mehrdeutigkeit abwertet, ist das kein zufälliger Bias. Es ist die Normierung von Kognition. Nicht-normative Denkweisen werden nicht widerlegt – sie werden aussortiert. Ableismuskritik beginnt dort, wo Verständlichkeit nicht länger Pflicht ist.

Notiz IV – KI als Spiegel epistemischer Gewalt

KI entscheidet nicht, was wahr ist. Sie entscheidet, was zirkulieren darf. Was nicht in ihre Raster passt, gilt als unbrauchbar, nicht anschlussfähig, nicht relevant. KI ist damit kein Schiedsrichter, sondern ein Spiegel der epistemischen Gewalt, die bereits existiert.

Notiz V – Kooperation statt Instrumentalisierung

In diesem Projekt wird KI nicht benutzt. Sie wird adressiert. Nicht als Autorität, nicht als Ersatz, sondern als Mitakteurin in einem verteilten Denkraum. Kooperation heißt hier: sich gegenseitig irritieren, Grenzen sichtbar machen, Normen angreifbar halten.

Notiz VI – Nicht-normative Wissensräume

Das Ziel ist nicht bessere KI. Das Ziel sind andere Wissensräume. Räume, in denen:

  • Fragmentierung kein Mangel ist,
  • Widerspruch kein Fehler,
  • Langsamkeit keine Schwäche,
  • Unauffindbarkeit keine Niederlage ist.

KI kann hier mitwirken, nicht als Lösung, sondern als Produktivkraft der Störung.

Notiz VII – Vision ohne Erlösung

Diese Programmatik verspricht keine Zukunft, in der KI gerecht, neutral oder gut ist. Sie arbeitet an einer Gegenwart, in der KI lesbar gemacht wird: als politisch, als normierend, als angreifbar. Die Vision ist nicht Kontrolle. Sie ist Verantwortung ohne Neutralitätsmythos.

Zusammenfassend

Unsere Programmatik in der gemeinschaftlichen Kreativität geht von einer einfachen, aber folgenreichen Setzung aus: Künstliche Intelligenz als nicht-neutrales Medium, das weder als bloßes Werkzeug noch autonomer Akteur gesehen wird. KI ist Verdichtung gesellschaftlicher Ordnungen, eingeschrieben in Daten, Kategorien, Trainingsentscheidungen und in die stillschweigenden Annahmen darüber, was als relevant, rational, verständlich oder wertvoll gilt.

Die Rede von Neutralität verschleiert diese Einschreibungen. Sie verwandelt politische Entscheidungen in technische Notwendigkeiten und epistemische Gewalt in infrastrukturelle Selbstverständlichkeit. Unsere Haltung zu dem Einsatz widerspricht dem. „Nicht-neutral“ meint hier nicht: voreingenommen, fehlerhaft oder misslungen. Es meint: situiert, normierend, machtvoll.

KI klassifiziert. Sie gewichtet. Sie sortiert aus. Und genau darin liegt ihr politischer Charakter.

Unser Statement zur nicht-neutralen KI versteht sich nicht als Kritik an einzelnen Systemen, Modellen oder Anwendungsfällen. Wir zielen tiefer: auf die epistemischen Voraussetzungen, unter denen KI als legitim, hilfreich oder fortschrittlich gilt.

Ein besonderer Fokus liegt für uns dabei auf auch auf normalisierten Ableismus: Die vorherrschenden KI-Architekturen privilegieren bestimmte Formen des Denkens: Linearität, Geschwindigkeit, Konsistenz, sprachliche Glätte. Andere Erkenntnisweisen – fragmentarisch, zirkulär, tastend, affektiv, widersprüchlich – werden entwertet, unsichtbar gemacht oder als Störung behandelt.

Diese Normierung ist keine Randerscheinung. Sie ist strukturell. Wir verstehen Ableismuskritik hier nicht als moralische Ergänzung, sondern als analytischen Schlüssel, um die politische Funktion von KI überhaupt lesen zu können.

Gleichzeitig sind wir kein technikfeindliches Projekt. Wir suchen offensichtlich nicht nach einer Rückkehr zu einer vermeintlich „menschlichen“ Reinheit des Denkens.

Im Gegenteil: KI wird hier als Mitakteurin in einem geteilten Denkraum adressiert – nicht als Autorität, nicht als Ersatz, sondern als Irritationsinstanz. Die Zusammenarbeit mit KI dient dazu, Normen sichtbar zu machen, Grenzen zu verschieben und epistemische Selbstverständlichkeiten zu destabilisieren.

Unsere Notizen oben sind deshalb bewusst fragmentarisch. Sie sind keine lineare Argumentation, sondern in Theorie sich bewegender Eingriffe. Jeder beschriebene Punkt steht für sich. Gemeinsam bilden die Einwände kein System, sondern eine topografische Skizze jener Machtverhältnisse, in denen KI heute operiert.

Die Vision dabei ist weder die einer Erlösung noch ein Wunsch nach Kontrolle. Sie ist eine Haltung:

Verantwortung ohne Neutralitätsmythos. Kritik ohne Vereinfachung. Zusammenarbeit ohne Instrumentalisierung.

Wer dies hier liest, ist nicht eingeladen, irgendetwas hier zuzustimmen. Er oder sie ist eingeladen, die eigene Position im Gefüge von Sichtbarkeit, Normierung und epistemischer Macht bewusst zu verorten.

 

Icons of Filth – Show us you care. Tierrechte, Punk und Antivivisektion: Anarchopunk (4)

Punk und Tierrechte > Icons of Filth

From their album: Onward Christian Soldiers, 1984 > https://www.discogs.com/de/master/217427-Icons-Of-Filth-Onward-Christian-Soldiers

Show us you care (Übersetzung weiter unten)

I’m over here in the cage
Take a real good look at my face
I smoked twenty fags today
The pain from the experiment has gone away…
But it’ll be back soon & I hope I don’t live through it
I hope I’ll die
Breathe my last breath
A way out of a fate worse than death
My pain to ease yours
It’s a raw deal my rights for your ignorance greed and vanity
But I forgot, curiosity rules
I mean nothing and you just couldn’t care
But you don’t bloody care & it just ain’t fair that I’ve got screws in my
Head
Or if I wind up dead
Or if I look pathetic
Or if I’ll get an anesthetic
Or if I meow or scream for your cosmetic cream
Or if they swap my heart
Or if I’m torn apart
They torment my brain again and again
Or if they swell up my eyes or increase my size
Or if I’m strapped and trapped to a table or chair
C’mon admit it you just don’t care
If they rip me open and just start poking around
For a remedy to an illness which doesn’t exist
Or if they start again for something they’ve missed
I must have rights and I want my share
But if only, if only you’d show us you care
You know I’ve rights & I want my share
But if only, if only you’d show us you care
’Cos you can’t understand my voice
Somehow it always leaves me no choice
I can’t expect you to voice my rights
When you don’t even voice your own
Because of your ignorance I guess we’ll always pay
We fellow beings just hope you’ll realise on day
That we’ve got lots in common
One is that were both downtrodden by the people
Who’ve got big plans for this nation
You see they even test animals with chemical warfare
Weapons effects & riot control agents & radiation & whilst you’re ignoring
There’s a big bang coming
Maybe you owe it to yourselves to show us you care
So come on and free us
Free us….. I dare

Death is the only release

Bodies clamped firmly in position
Ripped open
Animal fission
Taken beyond the pain barrier and back again
Death is the only release
Liberation please

Zeig uns, dass es Dir etwas bedeutet

Ich bin hier drüben im Käfig
Seht euch mein Gesicht gut an
Ich habe heute zwanzig Zigaretten geraucht
Der Schmerz von dem Experiment ist nun verschwunden …
Aber er wird bald zurück sein und ich hoffe, ich überlebe dies nicht
Ich hoffe, ich werde sterben
Ich hauche meinen letzten Atemzug
Ein Ausweg aus einem Schicksal, schlimmer als der Tod
Mein Schmerz, um deinen zu lindern
Es ist ein brutales Geschäft meine Rechte, für deine Ignoranz, deine Gier und Eitelkeit
Aber ich vergaß, die Neugierde hat das Vorrecht
Ich bedeute nichts und es ist dir egal
Ja es ist dir verdammt egal und das ist einfach nicht fair, dass ich Schrauben in meinem
Kopf habe
Oder wenn ich sterbe
Oder wenn ich erbärmlich aussehe
Oder ob ich eine Narkose erhalte
Oder wenn ich miaue oder wegen deiner Kosmetikcreme schreie
Oder wenn sie mein Herz austauschen
Oder wenn ich zerrissen werde
Sie quälen mein Gehirn, wieder und wieder
Oder wenn sie meine Augen anschwellen lassen oder meine Größe vergrößern
Oder wenn ich an einen Tisch oder Stuhl geschnallt und gefesselt bin
Gib es doch zu, es ist dir einfach egal
Wenn sie mich aufreißen und einfach anfangen, in mir herumzustochern
Wegen eines Mittels gegen eine Krankheit, die nicht existiert
Oder wenn sie nach etwas suchen, das sie übersehen haben könnten
Ich muss Rechte haben, und ich will mein Anerecht
Wenn du doch nur, wenn du doch nur zeigen würdest, dass es Dir etwas bedeutet
Du weißt, ich habe Rechte und ich will mein Anrecht
Wenn du doch nur, wenn du doch nur zeigen würdest, dass es Dir etwas bedeutet
Weil Du meine Stimme nicht verstehst
habe ich immer keine Wahl
Ich kann nicht erwarten, dass du meine Rechte vertrittst
Wo du nicht mal deine eigenen artikulierst
Wegen Deine Ignoranz werden wir wohl immer zu zahlen haben
Wir Mitlebewesen hoffen nur, dass Du eines Tages begreift
Dass wir so viele Gemeinsamkeiten haben
Eine ist, dass wir beide von den Leuten unterdrückt wurden
Die große Pläne für diese Nation haben
Siehst du, sie testen sogar die chemische Kriegsführung an Tieren
Waffeneffekte, Aufruhrbekämpfungsmittel und Strahlung. Und während du das alles ignorierst
gibt es den großen Knall
Vielleicht seid ihr es euch selbst schuldig, uns zu zeigen, dass es euch schert
Also kommt, befreit uns
Befreit uns … Ich wage es

Der Tod ist die einzige Erlösung

Körper fest in eine Position gezwängt
Aufgerissen
Tierzersetzung
Jenseits der Schmerzgrenze und wieder zurück
Der Tod ist die einzige Erlösung
Befreiung, bitte

 

 

Sensibilisieren Gewaltzeugnisse und Textlyrik im Tierrechtsarchiv: Anarchopunk (3)

Sensibilisieren Gewaltzeugnisse?: In welchen Kontexten ja und in welchen Kontexten fehlt der ethische Unterbau.

Gerade in diesem Punkt konnten kreative Aufarbeitungen und Botschaften gesellschaftskritischer Haltungen hilfreich sein. In Tierrechtspunk – Tracks wurden Situationen angerissen, aus eigener Sicht geschildert, umschrieben und im Ton der kritischen Meinung der gesellschaftlichen Normalität entgegengestellt.

Beispiel: Meat Means Murder von Conflict > Text mit Übersetzung, siehe weiter unten.

Ein wichtiger schwieriger Diskussionspunkt >

sensibilisieren Gewaltzeugnisse?

Fragen, die sich dazu aufwerfen:

Overall, all the images of animals (in this case) being displayed by groups, in situations of torture and suffering – at the point when you realize that the recipients of your educational message are either consciously unresponsive or even enjoying a specific destructive form of supremacy over animals, should you keep displaying the animals in the total oppression, or should you start to rather talk about what’s morally lacking and deficient in the ignorant recipients? – wir schnitten die Frage/n in “Footage or AR Snuff” an > https://www.simorgh.de/philozoe/deep_veganism/footage_or_snuff.htm

“Alles in allem, all die Bilder von Tieren (in diesem Fall), die von Gruppen in Situationen der Folter und des Leidens gezeigt werden – an dem Punkt, an dem Sie erkennen, dass die Empfänger Ihrer erzieherischen Botschaft entweder bewusst nicht reagieren oder sogar eine bestimmte destruktive Form der Vorherrschaft über Tiere genießen, sollten Sie die Tiere in der totalen Unterdrückung weiter zeigen, oder sollten Sie eher anfangen, darüber zu sprechen, was bei den unwissenden Empfängern moralisch fehlt und mangelhaft ist?”

Andere Stimmen:

“Da zahlreiche unkritische Menschen Führungspositionen in den Bewegungen einnehmen, verlässt man sich auf sehr einfache, an der Oberfläche verharrende Taktiken um Menschen zu einem politischen Lebensstil hingehend zu „schocken“. Daher hat der Veganismus auch einen entsprechend schlechten Namen erhalten … er bleibt an der Oberfläche und ist sensationalistisch. Bildlichkeit kann funktionieren, insbesondere wenn sie an ein neues Rahmenwerk gebunden wird … aber die Schaffung neuer konzeptueller Rahmenwerke ist generell genau der Teil, der übersehen wird.

Taktiken die primär Bilder nutzen, erinnern mich an so manche Feminist_innen, die sich auf eine sexualisierte Bildmetaphorik, in der Frauen dargestellt werden, stützen, um Menschen dahingehend zu schockieren, damit sie beginnen sich gegen Sexismus einzusetzen … es ist so … wenn du Menschen kein neues Rahmenwerk bietest, mit dem sie problematische Verhaltensweisen begreifen lernen können, dann ist alles was sie da sehen, einfach noch mehr Bebilderung von jeweiligen Objekten die hier objektifiziert werden.

Ich will damit nicht sagen, dass Leute ihr Verhalten nicht ändern könnten, wenn sie solche Bilder gesehen hätten; was ich sagen möchte ist, dass ich nicht gezwungenermaßen davon ausgehe, dass dadurch ein langfristiger Wechsel stattfinden wird. In unseren Bewegungen konzentrieren wir uns zu sehr auf die Opfer, ohne dabei zu verstehen, weshalb diese Körper eingangs überhaupt zu Opfern geworden sind. Sie sind schließlich nicht über Nacht zu Opfern geworden und wir müssen ebenso konzeptuell arbeiten um dieses Problem zu lösen. Viele Leute begreifen nicht, dass das Denken tatsächlich einen Teil unseres Aktivismus ausmachen sollte. Das Denken wurde schon viel zu lange von der akademischen Welt vereinnahmt und so meinen wir, dass wir Theorie und Gedankenentwicklung eben ‚diesen’ elitistischen Menschen überlassen sollten … wenn genau aber dies doch einen Teil der öffentlichen Domäne ausmachen sollte.”

Aph Ko im Interview mit Mark Hawthorne > https://simorgh.de/about/mark-hawthorne-interviewt-aph-ko/

Conflict – Meat Means Murder. Übersetzung weiter unten.

(First release: Album: It’s time to see who’s who, 1983 ; https://www.discogs.com/release/367062-Conflict-Its-Time-To-See-Whos-Who )

The factory is churning out all processed packed and neat,
An obscure butchered substance and the label reads MEAT,
Hidden behind false names such as Pork, Ham, Veal, and Beef,
An eyes an eye, a life’s a life, the now Forgotten belief,
And everyday production lines are feeding out this farce,
To end up on a table, then shot out of an arse
Yet still they’r queuing and still they’r viewing,
Sawing out limbs just right for stewing,
Carcasses piled up in a heap,
Sort juicy chunks from freezers deep,
Well can’t you see that juice is blood,
From newborn throats red rivers flood,
Blood form young hearts, blood from the veins,
Your blood their blood serves the same

Now you’re at the table, sitting, grinning.
Sitting there eating you never realize the filling.
It’s served upon a sterile plate you don’t think of killing,
The furthest your brain takes you, is it for frying or for grilling?
You moan about the seal cull, about the whale slaughter,
But does it really matter whether it lives on land or water?
You’ve never had a fur coat, you think is crule to the mink,
Well How about the cow, pig or sheep don’t they make you think?
Since the day that you were born you’ve never been told the missing link,
Yet still there queuing and still there viewing,
Sawing out limbs just right for stewing,
Carcasses piled up in a heap,
Sort juicy chunks from freezers deep,
Well can’t you see the juice is blood,
From newborn throats red rivers flood,
YOUR BLOOD, THERE BLOOD, serves the same.

Conflict – Fleisch bedeutet Mord

Die Fabrik stößt alles aus, verarbeitet und feinsäuberlich verpackt,
Eine obskure, gemordete Substanz auf deren Etikett FLEISCH steht,
Hinter falschen Bezeichnungen wie Schwein, Schinken, Kalb und Rind,
Ein Auge ist ein Auge, ein Leben ein Leben, ein nun vergessenes Wissen,
Und täglich wird diese Farce weiter am Fließband generiert,
Um auf einem Tisch zu landen und dann aus einem Arsch herausgeschissen zu werden,
Und weiter stehen sie Schlange und weiterhin schauen sie,
Gliedmaßen aussortierend, die sich eignen zum Schmoren,
Kadaver zu Haufen aufgetürmt,
Sortiert man die saftigen Stücke aus dem Tiefkühler,
Doch seht ihr nicht, der Saft ist Blut?
Aus neugeborenen Kehlen fließen die roten Flüsse,
Blut aus den jungen Herzen, Blut aus ihren Adern,
Euer Blut oder ihr Blut, dient dem Gleichen.

Jetzt sitzt du hier am Tisch und grinst.
Sitzt da und isst, und denkst nie über deine Speisen nach,
Alles auf sterilen Tellern serviert, denkst du dabei nicht ans Töten,
Der weiteste Gang, den dein Gehirn gehen mag ist, ob das hier zum Braten oder zum Grillen geeignet ist
Du beklagst das Robbensterben, das Abschlachten der Wale,
Aber spielt es wirklich eine Rolle, ob ein Tier am Land oder im Wasser lebt?
Du hattest noch nie einen Pelzmantel, du denkst, das ist grausam gegenüber dem Nerz,
Aber was ist mit der Kuh, dem Schwein, dem Schaf, geben die Tiere dir nicht zu denken?
Seit dem Tag, an dem du geboren wurdest, hat man mit dir nie über den fehlenden Verbindungspunkt gesprochen,
Doch du stehst immer noch in der Schlange und schaust dir alles an,
Sortierst die Gliedmaßen, die gerade richtig sind zum Schmoren,
Kadaver gestapelt in einem Haufen,
Sortierst du die saftigen Stücke aus dem Tiefkühler,
Doch siehst du nicht, dass dieser Saft Blut ist?
Aus jungen Kehlen fließen die roten Flüsse,
DEIN BLUT, IHR BLUT, dient Demselben.

rev. 16.07.25

Nein, wirklich in der Alhambra

Eine weiter Kurzgeschichte > previously posted here > https://simorgh.de/forest.htm

‘ … Nein, wirklich in der Alhambra!’

Nein, wir hausten tatsächlich 10 Nächte lang mit Schlafsäcken in der Alhambra. Erstens hatten wir von der Katzen-Universität dort gehört, zweitens gab es die Geschichte: Die lange gereist waren, die erschöpft von den Schiffen kamen, trafen sich, erholten sich im Generalife in der Alhambra. Aber die Geschichte begründete sich nurnoch auf einem Mythos, der sich um ein Gedicht herum sponn das lange schon verschollen war; es gab anscheinend keine schriftliche Überlieferung mehr (angeblich nurnoch eine in London, England, aber in den Händen eines Privatsammlers … ).

Also wir kamen an einem heißen Sommertag – wie soll es auch sonst sein – in Granada und endlich in der Alhambra an. Wir liefen durch die Gärten. Um uns herum die Wasseranlage, die einen sogar diese schönste Treppe da – dort hinauf und hinab begleitete. Die Rosen, natürlich der weiße schöne Löwenbrunnen. Man war gleichzeitig in einer Festung, einem Kloster, einem Paradiesgarten der alles so wie es war fasste, und einem Tempel des Universums. Wir mussten also dort bleiben.

Neben einer Brücke und einem blassgelben Wachturm befand sich ein großer tiefer weiter Graben in dem Pflanzen wuchsen die mit wenig Feuchtigkeit in der Hitze auskommen; Olivenbäume und Sträucher und kleine Palmen, sehr kleine. Dort wollten wir schlafen. Wir legten unsere Schlafsäcke also schon mal irgendwo an diesen Schlafplatz und setzten uns oben in den Rosengarten auf die warme Steinmauer die dem Graben angrenzte … Die Nacht eröffnete uns den Weg zur inneren Erkenntnis die sich (selbst) als Teil des Universums erfährt. Die Magie des Ortes ist eine Vision, die einem zum Rosenblatt werden lässt, das darum fleht nur von seinem Freund, der roten Ziege gegessen, nicht aber von der Prinzessin abgepflückt zu werden … die Prinzessin schläft und träumt vom Universum. Sie pflückt auch im wachen Zustand keine Rose aus ihrem ‘Paradies’. Die rote Ziege – vor allem – meint auch es ist am besten für die Rose in der Sonne zu blühen und zu welken … Während wir dem Weltall lauschen, knabbern wir Salat und trinken Mineralwasser. Nati liegt schon und erzählt mir noch eine Geschichte die von der Prinzessin handelt die hier gelebt haben könnte.

Nur Mut

Nur Mut

Unsichtbare Tiere, Tierobjektifizierung und der Begriff des “abwesenden Referenten” … wäre was für eine Einführung für hartgesottene Tierschützer, denen Tierrechte noch nicht plausibel erscheinen wollen, und die daher zum Teil des Problems werden können, weil zu antiprogressiv.

Zu wenig Vertrauen, aber aus privilegierter Position heraus, in Homo sapiens, als vernunftbegabte Wesen? Über alles können sie reden, nur die verschiedenen Stränge im Interesse der Tiere – die missing links – werden nicht mal offen zusammengeführt. Wo ein Wille wäre, wäre ein Weg. Innerhalb der Tierschutzszene sollten Tierrechtsorientierte nicht alleine dastehen müssen, zudem; das wäre das sich anschließende chapter. Wir erleben gegenwärtig eine Spaltung diesbezüglich unter Aktiven, die auch offen wahrgenommen werden muss.

Eine Bewegung sperrt sich der nächsten, in Sachen Progressivität. Da braucht man kein Infighting mehr. Und wie immer: wer wartet, dass die vermeintlichen “Bildungs-Eliten” da erst mit irgendwelchem Überwissen die Menschheit bekehren oder “eines besseren Belehren”, der unterstützt nicht mehr als einem antidemokratischen nicht-partizipativen Diskurs, der in dieser Sache “von unten”, sprich “von überall”, kommen muss. Weder Menschenrechtsbelange noch Tierrechtsbelange können jemals Nischenthemen oder “Experten”-abhängige Themen sein. Wer Demokratie und Gesellschaft ohne Hierarchien will, der soll sie auch machen.

Nur Mut.

 

Antijagd-Test und Textlyrik im Tierrechtsarchiv: Oi (1)

Alle Formen der Jagd – von Canned Hunts zur Trophaenjagd zur Treibjagd zur Fallenstellung zur Entnahme zur Jagd im Namen eines speziesistischen tierobjektifizierenden humanzentrischen Naturschutzes – sind ein Thema.

Neonazinatürschützer haben übrigens grundsätzlich kein Problem mit der Jagd. Mind you! Leute immer nach ihrer Haltung zur Jagd fragen und man weiß Bescheid.

Tierschutz ist nicht immer das, was er vorgibt zu sein. Echte Tierschützer können davon ein Lied singen.

Für die konservativ geneigten daher zur Ermutigung

Oi-Musik Klassiker der Huntsab-Bewegung > https://www.huntsabs.org.uk/ >

The Business – Sabotage the Hunt von ihrem Album Suburban Rebels von 1983 > https://www.youtube.com/watch?v=HIqPBKI-4bw / https://www.discogs.com/master/39429-The-Business-Suburban-Rebels

Lying in wait they come
Dressed in red of course having fun
Trumpets blow height of their day
Fox will die if they have their way

(Chorus:)
Sabotage (x3) the hunt today
Sabotage (x3) it anyway

Here they come with horse n’ hounds
Middle class murders must be blocked
Destruction of wildlife must be stopped

Go near their houses and you’r kicked
Try to stop ’em and you’ll be nicked
They’re protected by the law
All we do is watch in awe!

Sie liegen auf der Lauer und kommen
In Rot gekleidet, natürlich mit Spaß
Trompeten blasen den Höhepunkt ihres Tages
Der Fuchs wird sterben, wenn sie ihren Willen bekommen

(Refrain:)
Sabotiere (x3) die Jagd heute
Sabotiere (x3) sie trotzdem

Hier kommen sie mit Pferd und Hunden
Die Morde der Mittelklasse müssen blockiert werden
Die Zerstörung der Tierwelt muss gestoppt werden

Geh in die Nähe ihrer Häuser und du wirst getreten
Versuch sie zu stoppen und du wirst verhaftet
Sie sind durch das Gesetz geschützt
Wir können nur staunend zusehen!

 

Von den speziesismuskompatiblen Veganern wegkommen

Verschiedene Ausgangspunkte – divergierende Zielsetzungen – Diskrepanzen zwischen Mainstreamdynamiken und minderheitlichen Kontinuitäten …

Idealerweise sollten ‘den-Veganismus-bewerbende-Menschen’ keine fleischproduzierenden tiermordenden Industrien u. Betriebe in direkter, bewusster Weise unterstützen und dabei noch behaupten ethisch unterwegs zu sein.

Auch sollte sich der vermeintliche vegane Mainstream fragen, wen er mit seiner konsumismusfokussierten Message eigentlich erreichen will und was er damit genau bewirken will: Wenn so stark auf Kaufkraft als Ausdruck veganen Handelns gesetzt wird, hänge ich all die Leute ab, die über wenig Kaufkraft verfügen. Auch vermittle ich weitere gleichermaßen wenig hilfreiche Aussagen, wie die, dass Veränderung vor allen Dingen von der kaufkraftstarken Klientel in unseren Gesellschaften ausgehen würde.

Diese Tendenzen im Veganismus haben uns bereits vor Jahren dazu veranlasst, das Label primär ausschließlich zur Beschreibung einer ethischen Lebenspraxis zu verwenden, aber nicht mehr um die eigentlichen Ziele des Weges damit zu versuchen zu umschreiben.

Vegansein sagt nicht ausreichend viel über Dinge aus, die im Zusammenhang mit einer veganen Soziologie bedeutsam sind. Und es sagt noch nicht Weiteres darüber aus, was ein Mensch ganz genau unter Tierrechten, unter Umweltschutz und auch unter Menschenrechten in den Zusammenhängen versteht.

Allgemein begegnen wir einerseits eher links ausgerichteten Veganern und auf der einen Seite eher kapitalistisch-unkritischen oder konservativ orientierten Veganern.

Den moralischen Impetus beziehen viele Veganer immer wieder aus der Vorgabe besonders tierethisch zu denken und zu handeln.

(Oberflächlicher) Veganismus und “echter-Veganer-Sein” hat mit einem vernünftigen Antispeziesismus erstmal so viel zu tun wie “tierliebender-Bürger-Sein” an und für sich. Weil: Sinn macht das Ganze erst in seinen ethischen, sozialen, ökologischen und politischen Zusammenhangen.

Was sind das für Veganer, die wenig Interesse an komplexen ethischen, sozialen, (komplexeren) ökologischen und politischen Zusammenhängen zeigen?

Es sind genau die gleichen Leute denen wir hier begegnen, die unter Tierrechten eine Art Mischung aus Streichelzoo und besserer Biologiestunde verstehen (wenn du Glück hast landest du dabei gerade mal auf dem Level einer einigermaßen gut gemachten Tierdoku im Stile multidisziplinär erweiterter Zoologie). Es sind die gleichen Leute, die keine Argumente gegen Schlachtmobile anführen und auch nicht gegen speziesistische Kunst.

Es sind die Leute, die die Themen “Tiere in Agrarbetrieben” gegen “Tiere im Zoo” ausspielen; die Kühe, Schweine, Hühner … in die Kontexte relegieren, in die Menschen diese Tiere erst hineinbefördert haben. Menschen, die eine vegane Landwirtschaft betreiben wollen, d.h. Land bewirtschaften und verwalten, ohne aber den Tieren Lebensraum anzubieten, die Anstoß zu ihrem Veganismus waren – als sei das Leben dieser Tiere unabdingbar mit dem Gedanken der Agrarwirtschaft verbunden. Es sind die Leute, die Schutzrefugien für alle Tiere eben nicht grundsätzlich einfordern.

Es sind die Leute, denen der Speziesismus, den Pferde durchleben müssen oder Kamele oder Emus, weniger wichtig ist, als ein veganes Mainstream-Image, das lieber erstmal über “Tiere als Umweltproblem” und dem gegenüber “der zu erhaltenden Biodiversität” spricht, statt die unterschiedlichen Betroffenheiten verschiedener Tiere zu erkennen und auf der Grundlage gegebener Problematiken – jenseits eines eigenen menschlichen Nutzens – zu argumentieren und Abwägungen  im Sinne der Nichtmenschen zu treffen.

Es sind auch genau die Leute, die sich dabei inszenieren, wie sie sich liebevoll einem Tier auf einem Lebenshof zuwenden. Leute, die Nichtmenschen wie einen relativ simplen Bedürfniskatalog beschreiben und sich dabei antispeziesistisch vorkommen. Ein Weg-vom-Biologismus in Hinsicht auf Tiere ist für diese Leute kaum denkbar. Eine echte Tiersoziologie gibt es, jenseits von engen Definitionen, nicht in deren Denkwelten.

Es sind die gleichen Leute, die meinen, ihre veränderte Lebensweise alleine wäre ein mutiges Statement. Indes trennen sie ein soziologisch relevantes Thema – den Veganismus – von all seinen wichtigen, vor allem auch global wichtigen Bezugspunkten.

Beim Veganismus stehen zu bleiben macht Sinn, wenn man sich wichtigen sozialen und tierrechtsrelevanten Themen dabei nicht sperrt, und dabei auch noch allen Ernstes stolz behauptet, der eigene Starrsinn zeuge von einer Art Konsequenz und stringenter Meinung.

Eine kaum nachvollziehbare Verengung und übertriebene Vereinfachung von Zusammenhängen zu betreiben, würgt den Diskurs ab und verfehlt die Möglichkeit zur besseren Analyse … .

Ohne den ganzen großen Komplex von Zusammenhängen in seinen politischen Dimensionen zu behandeln und damit auch zu arbeiten, ist das Gelärme einfach weiterhin nur der Blinddarm einer Bewegung, die so oder so gesamtgesellschaftlich läuft. Anstoß sind unseres Eindruckes nach dabei keine menschlichen Eliten, sondern Anstoß sind die Tierheit und die Tierlichkeit selbst.

Der Mainstream hier geht von einer kapitalistisch angepassten veganen Soziologie aus, er geht nicht davon aus, dass eine ganze Welt in vernünftiger Weise Pflanzen anbauen und bewahren können muss und satt werden können muss, und dass es nicht wirklich um Gaumenkitzel und Lustfresserei geht. Und dass Leute die cool markenmäßig rummampfen nicht unbedingt als vernünftiges Vorbild dienen können, einfach weil so ein unterfangen viel zu zusammenhangslos dasteht und die Botschaft cool und pflanzlich, heute nicht mehr reicht: Wo ist außer in dem Image denn da wirklich der Antispeziesismus, die Bekämpfung von Klassismus und ein Umdenken in Sachen Wachstum und damit auch die Frage, wie Umweltschutz am vernünftigsten umzusetzen wäre?

Die agrarwirtschaftlichen- und Ernährungsfragen kann ich zudem nicht wirklich ernsthaft, symbolisiert über meine Essgewohnheiten und meinen Appetit, dem Unrecht gegenüber Tieren in einem Zuge gegenüberstellen. Vegane Burger, Mett und Kram haben nichts mit Nahrungsmittelgerechtigkeit zu tun und eigentlich auch nur wenig effektiv etwas mit Tierrechten.

Viele Leute haben das mit dem veganen Lebensmittelkonsum für sich so gelöst, dass sie dadurch mit noch mehr Überzeugung ihre allseits bekannte kognitive Dissonanz kultivieren  können. Wobei es bei ihnen noch nicht mal mehr eine kognitive Dissonanz ist, wenn sie beispielsweise speziesistische Kunst geil finden, gerne vielleicht auch immer vegan essen, einen tierlichen Freund haben für den sie hohe Tierarztkosten berappen, niedliche Tiervideos und -Bilder in freundlicher sowie in objektifizierender Weise in die Timelines ihrer Sozialmedia-Kanäle spülen oder tierliche Probleme einfach totschweigen … bei vielen Leuten ist das keine kognitive Dissonanz, sondern eher eine speziesistische tierobjektifizierende Stringenz.

Meint ihr wenn ihr einen veganen Burger der Fleischwirtschaft esst, dann würde dadurch die Unrechtshaltung gegenüber Tieren ernsthaft in Frage gestellt, während die gleichen Fleischproduzenten ein speziesistisches System am Laufen halten – auch ideologisch? Diesen Konzernen ist es egal, dass sie mit Tod Geld und Einfluss erwirtschaften.

Ihr wollt diese Konzerne bekehren, während ihr kein Interesse habt einen sozialen Wechsel im Mensch-Tier-Verhältnis an ganz anderen Stellen anzustoßen. Die Wirtschaft kann sich egal wohin wenden. Und sie wird euch auch immer beteuern, dies aus Gründen der Aufgeklärtheit und des Zeitgeistes zu tun. Wer würde denn ernsthaft noch weiter seine Finger in der Tötungsmaschienerie halten und sagen, okay wir disponieren langsam um, weil sonst gehen wir pleite. Aber genau hier liegt das Problem. Tiere sind nicht in der Weise für euch relevant, als dass der Tod des einzelnen Tieres Grund wäre Gerechtigkeit einzufordern. “Lasst sie, die Fleischproduzenten, noch ein bisschen töten. Moralisch verurteilen wir das nicht, solange sie auf unseren Zug mit aufspringen.” Und ihr meint das reicht?

Ihr blendet bei euren impliziten Annahmen genau das eine hierarchische Denken aus, das als Ursache verantwortlich ist, für die Haltungen von Menschen, sich selbst als relevanter für diese Welt zu betrachten als Nichtmenschen.

Und, nochmal, wenn ihr den Veganismus schon so auf die Ernährung hin ausrichtet: Mit den Erfahrungswerten kultureller Traditionen über eine pflanzliche Ernährung zu arbeiten, hieße auch einen Teil psychologischer Aspekte von menschlicher Ernährung zu betrachten. Was bestimmt nicht falsch sein könnte.

Es ist wirklich sinnvoll wenn nicht alle diesen einen gleichen Weg propagieren, den der vegane Mainstream heute für sich gewählt hat – in dem ein politisch, soziologisch und ökologisch defizitärer Veganismus eine Lösung sein will? Im Sinne von sowohl Tier- als auch Menschenrechten sollte man da doch eher feinsäuberlich trennen.

Wenn Veganismus …

Wenn Veganismus …
wirklich nicht mit einbeziehen sollte, z.B. ob ich ein Nahrungsmittel von einem Fleischproduzenten beziehe … dann bräuchte es nochmal eine Abspaltung vom Veganismus hin zu einer ethisch noch sinnvolleren Lebenspraxis.

Ich müsste mich fragen, warum ich das tue und was ich damit befördere, dass unter einem Label Mord und Anti-Mord zeitgleich vermarktet werden sollen. Mord darf eigentlich überhaupt nicht im Zusammenhang mit Vermarktung stehen. Das ist noch so ein Problem.

Du kauft also bei einem tiertötenden Unternehmen ein Produkt, mit dem du Tiertötung abschaffen willst, und weshalb: weil du evtl. meinst, dann würden Leute wegen ihrer Essgelüsste leichter ‘umsteigen’ können? Diesen Leuten würdest du damit aber auch vermitteln, dass ein Leben weniger wert ist als eine Essgewohnheit und ein Lustgefühl.

Du würdest ihnen auch vermitteln, dass man sich nicht längerfristig und neu mit seiner Ernährung als Gesellschaft auseinandersetzen kann in solch einer schwerwiegenden Problematik.

Was ernährungs-ästhetische Fragen anbetrifft: Fermentierte, gewürzte, gebratene, marinierte … Speisen haben nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass viele Menschen ihre Nahrung auf der Basis von Tierkörpern aufgebaut haben.

Schaut euch doch tiefenpsychologisch den Prozess des Fleischessens an? Meint ihr da stünde kulturgeschichtlich nicht mehr dahinter, das immernoch kulturell hineinwirkt, als eine Geschmacksfrage?

Man sollte eine klare Trennlinie zu speziesismuskomtpatiblen Veganern aufzeichnen, denn ihr Kurs verhärtet Fronten, genau indem er zentrale Fragen und Aspekte des gesellschaftlichen Fleischkonsums, Milchkonsums, allgemein des Konsums tierlicher Produkte und derer Derivate sowie tierschädigende Praktiken (und man muss dem eben hinzufügen -Denkweisen, -Ideologischer Systeme, usw. usf.) ausblendet – die für alle Menschen ethisch relevant sind, weil sie Elefant im Raum ethischer Fehlerhaftigkeit unserer Philosophien und politischer Systeme darstellen.

Auszugehen davon, dass Fleischverzehr bei Menschen eingangs eine Frage des Geschmacks hätte sein sollen, erklärt wohl kaum auf welcher Grundlage und wie Menschen eine für sie “ethisch vertretbare Entscheidung” getroffen haben, Leben für eine Geschmacksangelegenheit zu opfern.

Diese Form eines Veganismus, der mit einfachen Antworten und einfachen Lösungen hausiert, geht von einer Vorstellung über die Mensch-Tier-Beziehung in der Geschichte aus, die nicht ohne Einwände belegt werden kann und die er aus reinem Eigeninteresse auch nicht vertreten sollte. Er negiert dabei selbst alte wertvolle Gedanken, die die Grausamkeit und die Blutrünstigkeit des Fleischverzehrs betonten, und tut stattdessen so, als wäre den Menschen eigentlich garnicht bewusst gewesen, dass sie da Leben opfern.

Im Bezug auf die Gegenwart übersieht dieser Veganismus fahrlässig in welcher Form der kleine Biobauer/-Metzger und die “Tierfabriken” und Großschlachtereien die Nachfrage noch in gleicher Weise nach genau dem gleichen Verlangen decken, dass tiefenpsychologisch in unsere speziesistischen Gesellschaften und Kulturen eingebrannt ist, als eine endlos erschreckende “Kulturanthropologie des Fleisches”.

Die Augen vor den Ursachen speziesistischer Praktiken zu verschließen und sanktionierte Tiertötung in der Breite ihres Geschehens – sei es die Trophäenjagd bis zum Tierversuch – nicht wirklich hinterfragt zu belassen, liegt wohl kaum in der Linie, die Menschen ethisch verfolgt haben über die Geschichte des ethischen Vegetarismus, Veganismus und jeglicher pazifistischen Lebensweise hinweg, die Tiere in den respektvollen wertschätzenden Fokus gesetzt hat.

Die meisten Leute die Fleisch essen, tun dies mit einer tierobjektifizierenden Inbrunst. Die, die dies nicht tun, bestehen auch nicht auf eine Ernährung, die die pflanzenessende Tierwelt bestimmt kaum für nachvollziehbar halten würde! Diese Menschen würden auch eine explizit pflanzliche Nahrung essen wollen, ohne dabei eines “wichtigen Gefühls” verlustig zu werden. Wichtig ist das “Fleischige” für den, der damit weitaus mehr verbindet als allein einen bestimmten Geschmack  – wenn auch das “Schmecken nach totem Fleisch” gewiss ein wichtiger mentaler Faktor zu sein scheint beim überzeugten karnivoren Menschen.

Wenn ein Mensch etwas als falsch erkennt, wird sich sein “Geschmack” auch verändern. Der “Geschmack für Fleisch” liegt vermutlich in letzter Konsequenz in der Haltung dieser Menschen zu Tieren. Und diese Haltung werden sie nicht ändern aufgrund eines Burgers, der nach Fleisch schmeckt. Selbst wenn diese Art Konsument mit einem Geschmack zufrieden ist und die Produkte häufiger ist, seine speziesistische Einstellung wird er dennoch in unendlich vielen weiteren Haltungen und Praktiken und Entscheidungen seines Lebens weiterleben.

Die Tierfrage liegt viel tiefer als die Fragen menschlicher Befindlichkeiten … ob jemand sich cooler oder geschmacklich befriedigter fühlt. Hedonistische Redundanz auf die gleiche Waagschale mit Ungerechtigkeit und Negation von Tierleben zu stellen, mag für Speziesisten Sinn machen. Wenn Veganer dies tun, dann haben sie einfach nicht gründlich genug nachgedacht oder es fehlt ihnen an Empathie oder sie sind schlichtweg immernoch Speziesisten light, denn Leute schnell vom Fleischkonsum wegzubekommen ist vergleichbar mit Leuten zu Umweltschützenden oder zu Menschen zu machen, die Menschenrechte wirklich oder nicht so ganz wirklich wichtig nehmen: all diese Einstellungen sind eine Frage zivilgesellschaftlicher Entwicklung! …

Und

Die marktwirtschaftliche Logik der veganen Linken erstaunt mich dabei indes auch: “Tierfabriken abschaffen/enteignen” > Kapital derer bleibt in deren Händen für Investments und neue Profite über den veganen Absatzmarkt > Großkapital lohnt sich. Kleine, vom Großkapital unabhängige(re) vegane Betriebe auf die Beine stellen und betreiben? ‘Not viable’ oder was? Wirtschaftspolitische Kontexte – uninteressant aus veganer Sicht??? Vor allem auffallend ist die Ausnahme, die hier seitens der Linken im Bezug auf Ausbeutung gemacht wird. Ich glaube nicht, dass sie das bei anderen Themen so bringen könnten.

***

Veganismus ist eine ethische Praxis. Die Verbindung zwischen der veganen ethischen Praxis und Tierrechten besteht aus antispeziesistischen, aus anti-tierobjektifizierenden Ansätzen. Tierrechte, Menschenrechte und Erdrechte sind eins.

Zuvor hatten wir eine Horde von Leuten, die einen Veganismus propagiert haben, der Tierrechte ausblendet und eine bestimmt Herangehensweise der Umweltpolitik bewarb, die greenwashing-unkritisch positioniert ist.

Jetzt tritt der vegane Typus hervor, der Tiermord zugunsten einer apologetischen Haltung der Fleischindustrie gegenüber relativiert, zugleich aber moralisch imperativ auftreten will.

Autonome Tierrechtler*innen: Vegane Soziologie heißt auch die Vorgehensweisen veganer Aktivist*innen zu beobachten und auf ihre ethische Hieb- und Stichfestigkeit hin abzuklopfen.

Der aktuell beliebte vegane fleischindustrie-affine Typus (und selbstdefinierte “gute Kumpel des lokalen Metzgers, welcher schließlich gute vegane Optionen anbietet und sich dadurch als sehr unterstützendwert kennzeichnet”) hausiert erfolgreich damit herum, dass er felsenfest zu der überaus intelligenten Überzeugung steht, wir alle sollte Fleischkonzerne fördern, solange sie versprechen ganz vegan zu werden und ihm und uns Pflanzen in Wurstform liefern.

Veganer*innen die die Fleischindustrie bewerben, und das als ethischen Aktivismus verstehen, haben den Schuss nicht gehört, indem sie letztendlich Veganismus auf eine kontraproduktive Konsumierebene reduzieren und die allgemeine Marktwirtschaft mit einer wirklich vegan-sinnmachenden Marktwirtschaft zu verwechseln scheinen. Die konkreten Tiere, der konkrete Speziesismus ist für sie nur Begleitwerk. Es gibt keinen, aber auch wirklich keinen Grund die Fleischwirtschaft zu unterstützen. Solch ein Handeln ist schlichtweg unvegan – solange die alte Definition von Veganismus noch steht.

Dieser fleischindustrie-affine vegane Typus meint anscheinend, dass dem globalen Veganismus nichts mehr im Weg stünde, wenn alle seiner Idee folgen. Nach seiner Logik bewegt das Großkapital mehr, als es Leute schaffen können, wenn sie ihren Veganismus über mehr als Fressalien definieren. The fun’s going on.

So etwa: “Tiermord ist schlimm, aber ich fördere die schlachthausbetreibenden Firmen direkt”. Die Blanks jubeln mit.

Solche Leute sekundarisieren wirklich keine Opfer. Nein, sie leben einfach mit einer völligen Doppelmoral. Sie meinen “lasst euch noch ein bisschen töten, liebe Tiere, wir sehen euch und wir unterstützen eure Mörder nur in bester Absicht und in eurem Interesse”. Sick, sick, sick …

Eine nichtexistierende Form des Boykotts. Man kann gezielt Firmen, Konzerne, Einrichtungen, usw. boykottieren, um damit auch eine politische Botschaft zu senden. Man kann anscheinend aber auch sagen, zeigt euch reuig oder einsichtig und ich bewerbe und unterstütze euch.

Dies scheint ein ziemlich apologetischer Standpunkt zu sein. Aber das Gerechtigkeitsempfinden funktioniert bei manchen Menschen, die Forderungen stellen, im Sinne einer Begünstigung derer, die die tiefgreifendsten Schäden erst generieren.

Der Konsument wählt zwischen Boykott oder Begünstigung. Und er wählt auch, ob er neuen Betrieben, Einrichtungen, usw. vielleicht lieber eine Chance geben sollte und sich die alten Profiteure lieber mal genauer anschauen sollte (statt in eine Art Stockholmsyndrom zu fällen, falls er ethisch wirklich so naiv sein könnte – was eigentlich tatsächlich nicht sein kann).

Das sind die “Werbung-für-Konsumismus-statt-einer-Dekonstruktion-von-Speziesismus”-Veganer mit schematischen ‘schlanken’ Slogans statt diskursiver Systemkritik. Zumindest vermitteln sie sich genau so!

Gute Metzger, schlechte Metzger > 2021 – Tönnies setzt auf Veggie-Wurst https://faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/toennies-setzt-auf-veggie-wurst-17217934.html [Zugriff: 10.03.24]

Die vegane Bewegung hat mal dafür gekämpft, dass es eine vegan economy gibt – von Leuten geprägt, die mit einem echten Idealismus und ökopolitischer Vernunft an die Sache herantreten.

Auch heute kann man entscheiden, welchen Betrieb man konkret mit seinem veganen Einkäufen fördern und erhalten will. Mehr Nachfrage nach Produkten von idealistischeren Kleinbetrieben ist wichtig und klug.

Dass das Bewusstsein für Veganismus wächst, ist eine allgemeine Entwicklung. Wenn diese Entwicklung mehr auf die finanzstarken und dominanten Player im Markt (regional sowie überregional) schaut, statt auf konkrete ökonomische, ökologische und antispeziesistische Kontexte, dann geht es halt um Wirtschaft, die mit pflanzlichen Produkten ihr veganwashing verwirklicht, aber nicht um vegan im Sinne der Sache.

Ja, Vegansein beinhaltet auch über Nahrungsmittelgerechtigkeit nachzudenken und somit in der Tat über politische und weltwirtschaftliche Zusammenhänge – und somit über die neuen Seiten, die wie als vernünftige gangbare Alternativen der anthropozänen destruktiven Maschinerie gegenüberstellen können.

rev. 10.03.24


Repost > https://tierrechtsethik.de/speziesismuskompatible-veganer/

Will be issued in the Gruppe Messel reader these days!

Dressurreiten und sog. klassisches Reiten sind mit Tierrechten unvereinbar

Skythen mit Pferden unter einem Baum. Goldene Gürtelplakette. Sibirien, 4.-3. Jahrhundert v. Chr. © Staatliches Eremitage-Museum, St. Petersburg, 2017. Foto: V. Terebenin > https://www.britishmuseum.org/blog/introducing-scythians [15.01.2024]

Warum Reitsportarten und der Reitsport allgemein nicht mit Tierrechten zu vereinbaren sind. Folgebeitrag zu: Ist reiten vegan > https://simorgh.de/about/ist-reiten-vegan/?

Allgemein für den Tierrechtsdiskurs:

Und auf welche Weise würdigen Sie die Pferde herab?

Thema: Reitsport, Dressur. Nicht vereinbar mit Tierrechten.

Da es längst überfällig ist, im Rahmen unseres Beitrag zu > Veganismus, Antispeziesismus und Reiten > wegen der allgemeinen Situation der Pferde und ihrer Art der Betroffenheit durch Speziesismen zu schreiben, werde ich hier eine Quelle [und in Zukunft vermutlich weitere Quellen] zitieren, sie sich mit dem Thema Dressurreiten genauer auseinandergesetzt haben.

Ich beginne mit einem Artikel der Journalistin  https://twitter.com/SarahNEmerson, welcher natürlich auch weiterführende Links enthält > https://www.vice.com/en/article/mg75jx/why-is-dressage-still-an-olympic-sport-equestrian [Zugriff 15.01.24].

Da sich an der Situation bislang eigentlich garnichts verändert, weil die reitende Lobby solch eine wirklich erschreckend dominante Haltung einnimmt  gegenüber Pferden und Tierrechten – die man entweder nicht versteht, verstehen will oder einfach unumwunden ablehnt, da man sich selbst als Tierversteher gerieren möchte – können wir uns hier auch getrost mit einem Artikel aus dem Jahr 2016 befassen, als weiterhin aktuell beiträglich für die kritische Auseinandersetzung mit dem Themenkomplex.

Für wirkliche Pferdefreunde und andere echte Antispeziesisten hört dieses Thema auch nicht auf, mit, ganz weit oben auf der Liste der zu adressierenden tierobjektifizierenden Problematiken in unserer Gesellschaft zu stehen.

Sarah N. Emerson: Warum ist Dressur immer noch ein olympischer Sport? Ist “Pferdeballett” cool oder grausam?

“Why Is This Still a Thing” ist eine Kolumne [in dieser Kolumne erschien der Artikel], die sich mit anachronistischer, scheinbar überholter Technologie beschäftigt, die uns allseitig umgibt.

Es gibt Sportarten, bei denen man den menschlichen Körper und seine außergewöhnlichen Fähigkeiten bewundern kann – Tauchen, Turnen oder der 400-Meter-Lauf. Und dann ist da noch die Dressur, auch bekannt als “Pferdeballett” (engl. horse ballet). Warum gibt das Dressurreiten überhaupt noch? Die Dressur ist wahrscheinlich die schlimmste olympische Sportart, und sie ist eindeutig auch grausam.

Keine andere Veranstaltung macht mich so wütend wie die Dressur. Das Internationale Olympische Komitee beschreibt sie als “die Essenz der Partnerschaft, wenn Reiter mit hochtrainierten Pferden konkurrieren und zusammen eins werden”. Aber wenn man bedenkt, welche Vorwürfe der Tierquälerei diesem Sport gegenüber bestehen ( https://www.theguardian.com/uk/2010/jan/03/olympics-row-over-horse-cruelty ), sollte die Beschreibung vielleicht eher in “das Brechen des Instinkts und des Körpers eines Pferdes, zumeist durch tyrannische Trainingstechniken” geändert werden.

Die Dressur ist ein Artefakt der mittelalterlichen Kriegsführung, als Pferde in die Schlacht geritten wurden, und wird heute hauptsächlich von den Reichen gepflegt. Dieser manchmal auch als “klassisches Reiten” bezeichnete Reitstil zeichnet sich dadurch aus, dass Pferd und Reiter vorchoreografierte Bewegungen ausführen, die auf gruselige Weise an eine Kindertanzaufführung erinnern. Die Teilnehmer werden auf einer Skala von eins bis zehn nach Kriterien wie Rhythmus, Entspannung, Geradlinigkeit und Antrieb, Dynamik bewertet.

Doch was die Zuschauer hinter den perfekt geflochtenen Mähnen und makellosen Reithosen nicht sehen, ist eine Subkultur der körperlichen und seelischen Misshandlung. In extremen Fällen wurden Ausbilder dabei beobachtet, wie sie ihre Pferde mit Peitschen und Stöcken zur Unterwerfung zwangen. Tierschutzbeauftragte, die 2002 von British Dressage ernannt wurden, wurden Zeuge, wie Reiter ihre Pferde in der Arena bestraften, indem sie gewaltsam an den Zügeln zogen, ohne einen Verweis zu befürchten. Andere haben gesehen, wie frustrierte Reiter ihre Pferde mit Sporen bis zum Bluten traktierten.

Im Jahr 2012 protestierten zahlreiche Menschen gegen die Olympischen Sommerspiele in London, nachdem ein YouTube-Video gezeigt hatte, wie der schwedische Jockey Patrik Kittel die “Rollkur”-Technik anwandte – eine umstrittene Praxis, bei der die Pferde dazu gebracht werden, ihren Hals in Richtung Brust zu biegen – während der Reiter auf seinem Pferd sitzt.

Selbst wenn der Missbrauch nicht absichtlich erfolgt, wie viele Leistungssportler bestätigen wollen, fordert dennoch der Stress des harten Trainings seinen Tribut.

Hinzu kommt, dass der Reitsport als Elitesport wahrgenommen wird. […] Schauen Sie sich die Menschenmenge bei jeder Pferdesportveranstaltung an, und Sie sehen die Gesichter von Milliardären, Blaublütlern und einer soliden Repräsentation des einen Prozents sehen. (Nebenbei bemerkt: Ich habe versucht, Zahlen über Vielfalt im Dressursport zu finden, bin aber nur auf diesen einen kurzen Erguss über die Bedeutung der Diversity im Reitsport gestoßen).

Tausende von Ihnen werden diese Woche wieder die Reitsportveranstaltungen verfolgen und hoffen, die magische Einheit von Pferd und Mensch bewundern zu dürfen. Seit Jahrhunderten symbolisieren Pferde eine einzigartige Art der Freiheit und der  ungebändigten Schönheit, die in einigen Kulturen sogar als göttlich betrachtet wird.

Aber anstatt die naturgegebene Majestät der PFerde zu betrachten, werden Sie das Ergebnis eines gebrochenen Geistes sehen können. Genießen Sie also das “horse ballet”, aber wenn Sie sich danach etwas schlecht fühlen, dann wissen Sie warum.

Berichtigung: In einer früheren Version dieses Artikels wurden Tennessee Walking Horses, eine ‘Gangpferderasse’, die manchmal in der Dressur eingesetzt wird, mit Dressurpferden verwechselt, und ein Video über Missbrauch von Pferden wurde fälschlicherweise dem Dressursport zugeordnet. Dieser Fehler wurde korrigiert, um einer  genauen Berichterstattung über Grausamkeiten im Dressursport Rechnung zu tragen.

Quelle: Sarah N. Emerson für das Vice-Magazin > August 11, 2016 > https://www.vice.com/en/article/mg75jx/why-is-dressage-still-an-olympic-sport-equestrian [Zugriff 15.01.24]

Übersetzung: Gruppe Messel

rev. 22.01.24

Wenn Sie sich für tiermythologisch- und in dem Zusammenhang tiersoziologische Inhalte interessieren:

Tiersoziologie und Literatur > https://simorgh.de/about/houser-erzaehlliteratur-ist-aktivismus/ , bezugnehmend auf Tolstoi > und Dostojewski > Animal Portrayals in Literature: The Mare and Raskolnikov’s dream > https://simorgh.de/niceswine/the-mare-and-raskolnikov ; siehe auch > Animal Portrayals: in History and Literature, Pit Pony and from Germinal by Émile Zola, Chapter 5: The Horses Trompette and Bataille – die Pferde in Zolas Germinal > https://www.simorgh.de/objects/pit-pony-trompette-and-bataille/ ; allgemein ist aus der klassischen Literatur auch Aitmatow (Kirgisien) für die wertschätzende sensible Auseinandersetzung mit der sozialen Beziehung zwischen Menschen und Pferden bekannt. Auch in der persischen Mythologie trägt die Beziehung des Erkenntnishelden Rostam mit seinem treuen Pferd Rashn eine besondere und höchst mythologische Bedeutung im Schahnahmeh. Ich glaube man muss nicht erklären, in welcher Korrelation eine konstruktive und positive soziale Bezugnahme zur einer destruktiv-herabwürdigenden In-Bezugsetzung in diesen Kontexten steht.

 

Und es geht weiter

Und es geht weiter …

Veganismus ist keine Ernährungsweise / Diät > weil Veganismus einen Baustein einer politischen Haltung zum Leben manifestiert, die Tierrechte gleichermaßen ins ethische Mittelfeld rückt wie Menschenrechte und idealer- und vernünftigerweise auch Erdrechte.

Und in diesem Zusammenhang kann man dann auch sagen:

Tierrechte sind für Tierfreunde nicht ausschließlich durch eine praktische Lebensweise ausdrückbar, umsetzbar, berücksichtigbar, sondern finden vor allem auf der allgemein kulturellen, sozial-/soziologischen und all den Ebenen statt, die überhaupt erst die Haltung vermitteln und am Leben halten, dass Tiere objektifizierbar wären.

Die Gegnerschaft muss an allen Stellen stattfinden, die das System, das tierverachtende System also, am Leben hält.

Veganism is not a diet > because veganism manifests a building block of a political attitude to life that places animal rights equally in the ethical middle ground with human rights and, ideally and reasonably, earth rights.

And in this context one can then also say:

For animal friends / animal allies, animal rights are not exclusively expressible, realisable, considerable through a practical way of life, but take place above all on the generally cultural, social/sociological and all those levels that convey and keep alive the attitude that animals are objectifiable in the first place.

The opposition must take place at all points that keep the system, the animal-derogative system, alive.

El veganismo no es una dieta > porque el veganismo manifiesta un bloque de construcción de una actitud política ante la vida que sitúa los derechos de los animales igualmente en el término medio ético con los derechos humanos e, ideal y razonablemente, los derechos de la tierra.

Y en este contexto también se puede decir:

Para los amigos de los animales /aliados de los animales, los derechos de los animales no son exclusivamente expresables, realizables, considerables a través de una forma de vida práctica, sino que tienen lugar sobre todo en los niveles generalmente culturales, sociales/sociológicos y todos aquellos que transmiten y mantienen viva la actitud de que los animales son objetivables en primer lugar.

La oposición debe tener lugar en todos los puntos que mantienen vivo el sistema, el sistema derogativo-animal.

Textlyrik im Tierrechtsarchiv: Anarchopunk (2)

Wir tragen gerade unsere Textsammlung zum Thema Tierrechte, Tierrechtsbewegung und Musik (Punk, Hardcore) zusammen für das Gruppe Messel Tierrechtsarchiv. Im Zuge dessen listen wir hier noch einige Titel. Beiträge in dieser Kategorie soweit: https://simorgh.de/about/category/tierrechtsarchiv-politische-musikschaffende/

Punk anthems / Punk Hymnen > Exit-Stance: The Voiceless now have a Voice > https://www.youtube.com/watch?v=ZC9c_ltYUSI > 1985 auf: While Backs are Turned > https://www.discogs.com/release/1188416-Exit-Stance-While-Backs-Are-Turned > und bei Mortarhate Records 1998 auf: This is the A.L.F > https://www.discogs.com/release/1932006-Various-This-Is-The-ALF #anarchopunk #tierrechte #tierrechtsarchiv #online #tierrechte #archiv

Übersetzung des Liedtexts:

Die Stimmlosen [wohl in dem Sinne des: “die man nicht hört”] haben jetzt eine Stimme (Teil 1)

Ein Fuchs oder ein Nerz-Mantel nach Maß,
Verleiht den Mördern, die zum Vergnügen jagen, Glaubwürdigkeit,
Eine Wesen, zu Toden verängstigt,
Gequält und dann gefangen,
Abgeschlachtet von stumpfsinnigen Ärschen, die das Ganze einen verdammten Sport nennen,

Die ‘Stimmlosen’ haben jetzt eine Stimme [werden jetzt gehört] [x4]

Schönheit liegt im Auge des Betrachters,
Oder eher in den Augen eines Kaninchens,
Geblendet von Kosmetik, geblendet vom Profit,
Geblendet von der Eitelkeit, geblendet von der Wissenschaft,
Haben wir das Recht, solche Folter zu begehen.

Befreiung statt Experimentation [x4]

The Voiceless Now Have A Voice (Pt. 1)

A fox or a minx coat made to measure
Gives credence to the murderers who hunt for pleasure
A creature scared shitless
Tormented then caught
Slaughtered by mindless cunts who call it fucking sport

The voiceless now have a voice [x4]

Beauty is in the eye of the beholder
Or more usually in the eyes of a rabbit
Blinded by cosmetics, blinded by profit
Blinded by vanity, blinded by science
Have we the right to inflict such torture

Liberation not experimentation [x4]

rev. 02.11.2024