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Allgemein animal rights and empowerment

Zwischen autoethnografischen Versuchen

‘Haltungen’ im Sinne von Gesinnungen sind halt so extrem verschieden …

Das Subjektive auf die Ebene zu bringen, dass es nicht mehr banal ist. Es ist banal, aber dieses Banale hat seinen Sinn. Und deswegen spreche ich auch davon, hier. Was ich schreibe wird langweilig, weil ich einfach drauflos schreibe, mir vorstelle das liest jemand, ich weiß nicht welche innere Zensur ich genau anwende, aber irgendeine wird es sein.

Stell dir vor du könntest ohne inneren Zensor schreiben, ohne vorgestellten Korrigierenden oder Kritisierenden. Die Sprache bringt diese Zwangsjacke mit sich. Würde ich in eine anderen Sprache schreiben, wäre auch der innere Zensor ein etwas anderer: So vieles ist von so vielem abhängig.

Ist das “freie Schreiben” (mit innerer Zensur natürlich) überhaupt mein Weg die Welt zu reflektieren. Ich kann mal schauen auf meiner externen Festplatte, ob ich eigene Kunst von mir finde, die auch Ausdruck meiner Subjektivität in reinstform ist. Ich nehme sie eigentlich aber nur dann wichtig, wenn sie mit in den Komplex dessen fällt, was ich unter meiner Tierrechtsphilosophie mit ansiedele. Das kann auch etwas, sein, das andere nicht mit in diese Kategorie einordnen würden. Aber deren Sicht auf Philosophie ist, das weiß ich, sowieso eine andere.

Ich komme von anderen Ufern als der rationale westlich orientiert denkende Mensch. Auch bin ich nicht in einem “orientalischen” Denken beheimatet, das mit einer geschichtlich als bedeutungsvoll gewürdigten Religionsgründung (und derer Wurzeln und Geschichte) zu tun gehabt hätte. Mein Denken ist orientalisch und europäisch geprägt, aber wie – nicht so, wie das vorherrschende Denken in diesen menschlichen Hemisphären der Welt.

***

1996 schrieb ich meine ersten “Erzählungen einer veganen Person”, denn 1996 wurde ich vegan und ich schrieb freie Fiction zu dieser Zeit. Meine Texte aus dieser Zeit sind teils ganz schön, teils aber auch sehr langweilig.

Ich glaube ich kann nicht frei schreiben. Ich bin ein durch und durch langweiliger Mensch.

Mir warf eine Bekannte aus einem Tierrechtsverein, in dem ich mal war, vor Jahren einmal vor, mit mir könne man ja “nur” über Tierrechte sprechen. Das ist gewiss so. Das Thema beschäftigt mich – als Subjekt – am allermeisten und ich mache mir meine eigenen Gedanken dazu. Ich begann damals in allen möglichen Büchern nach Aussagen über Tiere rumzusuchen. Ein Prozess, den ich als Teenager schon mal im Bezug auf das Thema Weiblichkeit und Frausein vollzog und bei dem ich natürlich erschüttert war, welch grauenhafte Aussagen ich bei den großen klassischen Philosophen (…) und Denkern (…) finden musste. Als ich Musik machte und Musik schrieb war ich über “Frausein und Musik” gleichermaßen entsetzt. Welche Musik machte wer, warum, wie und wer nicht und wie nicht? Was waren die sozialen Normen, etc. die förderten oder blockierten … ?

Das erinnert mich: Sozialisieren als Jugendlicher in den 1980ern …

Als Teenager wurde mir schnell meine eigene Identität als Individuum ausgetrieben, aber nicht von meinen Eltern – die ganz im Gegenteil meine merkwürdigen Interessen und unangepassten Eigenschaften unterstützten, da hatte ich ein verdammtes Glück … nein, eher durch Altersgenoss*innen, Lehrer*innen und eigentlich die ganze, fast die ganze Gesellschaft in der Form, wie ich ihr begegnen konnte.

Es ist schwer, wenn du einmal als Jugendliche*r von deinen eigenen Wegen abgebracht worden bist, wieder auf eigenen Wege zurück zu finden. Ich beobachte das bei vielen Altpunks, vor allen bei den weiblichen, von denen ich irgendwie mehr erwartet hätte. Irgendwo scheint bei vielen das emanzipative Denken irgendeiner Anpassung untergeordnet worden zu sein, an irgendeinem Punkt ihres Lebens – wahrscheinlich in dem Moment, in dem Punk von der Gesellschaft vereinnahmt werden konnte und seinen festen Platz in der Geschichte von “Wichtigem” und “Bedeutsamen” gefunden hat, passend in die  Gesamtgeschichte, keinen Bruch aufweisend, keinen wirklichen.

Als die Konstanten von “menschlicher Bedeutsamkeit” und “genialistischem sozialhierarchischem Sich-Aussortieren” ihre Beständigkeit beweisen konnten. Vielleicht verschwand da das originelle Eigene so mancher ehemaligen Rebellinnen und die Normalisierung, die dann vollzogen wurde, wurde statt als Anpassung eher als Weiterentwicklung erlebt. Die Rebellion fand nur im Bezug auf wenige Faktoren statt, sie fand nicht grundlegend statt – die Leute sind nicht wirklich anders geworden über die Zeit.

So kam es bestimmt auch dazu, dass all die richtig guten unbekannten Punk-Bands aus den frühen 80iern, die politisch und musikalisch recht originelle Impulse setzten, auch dauerhaft mehr oder weniger unbekannt blieben: Statt dass man deren musikalische und politische Bedeutsamkeit später mal bewahrt hätte und wirklich das reflektiert hätte, was Underground faktisch und musikalisch “basisdemokratisch” war, hat man diese Bands allesamt unter dem bescheuerten Label “Punk” unsichtbar gemacht und Punk selbst ist zum schlechtesten und peinlichsten Klischee seiner selbst geworden, weil die Auslese nach Faktoren wie Popularität stattfand. Einzelpersonen betreffend scheinen auch die eigenen Vergangenheiten angesichts der Entwicklung der meisten “Einzelnen” ein eher schlechter Witz geworden zu sein. Die Rebellion von damals ließ sich leicht kanalisieren in die üblichen Ströme, von denen die Teil dieser Bewegung waren und der Gesellschaft als Ganzes.

Aber gucken wir uns die Laufbahnen jeglicher Musiker*innen an, die wir jemals kannten – bekannt oder unbekannt. Auf Zeit erweist sich erst und immer, ob die Rebellionen aus einer Art Strohfeuer oder aus nachhaltiger Substanz beschaffen waren. Wobei oftmals viel nachhaltige Substanz herbeigeredet wird posthum, die auch wirklich nicht mehr als herbeigeredet ist. Ich meine echte inhaltliche Substanz und nicht unbegrenzten beschönigenden Personenkult.

Ich bin ein Freund der Unpopularität muss ich dem Zufügen.

Menschsein, Menschsein und sich anders sozial zu verorten

Wenn ich regulär am liebsten über Tierrechte spreche, ist das, weil ich das Thema eben nicht einschränke auf die engen Räume, denen “die Tierwelt” zugeordnet wird. Der biologistische Starrsinn: Wir behaupten nur Menschen hätten das, was geistigen und sozialen Reichtum bedeutet. Wie kommen wir darauf? Wir zementieren genaustens ein, was das tolle ist, das nur “uns Menschen” ausmacht und wir schaffen einen Unraum, in denen wir all die Pluralität irdischen Seins hinein räumen.

Es ist so krass, dass das der Punkt ist an dem ich mich von dem “Menschsein” im ganzen erstmal verabschieden würde, wären da nicht die einzelnen Ausnahmen, die einem Überlieferungstechnisch und aus dem eigenen privaten Leben heraus zeigen würden: es gibt Menschen, die nicht einfach so “Menschen” in dem Sinne sind, sondern, die in Hinsicht auf die Würde von Tieren wirklich reflektiert denken, fühlen und handeln.

Ein Bekannter oder Freund, der eigentlich ganz anders denkt in Hinsicht auf das “Menschsein” und wie sich dieses zu Seinspluralität verhält, hat mal ein schönes Bild in Vergleich zur Situation menschlicher Vereinzeltheit beschrieben. Und zwar sagte er: es gibt hier einen Baum und dort ganz weit weg und vielleicht auch noch da einen, aber das macht noch keinen Wald. Ich fand diese Bild schön, weil es zeigt, dass auf wie vielen Ebenen Leben und erlebtes Sein miteinander verbunden sind. Er wählte das Bild vom Baum.

Ich ziehe folgenden Schluss aus dieser Art der Vereinzelung im solch einem Bild: ich brauchen gar nicht die Bestätigung einer breiten Masse von Menschen für meine Sichtweisen, sondern ich teile diese bereits mit dem Leben, unabhängig von seiner biologischen Zuordnung und der damit verbundenen Attributisierungen. Wir sind kein Wald, aber wir sind in dem gleichen Boot wie die Bäume. Metaphern sind sich ihrer eigenen Tragweise häufig zu wenig selbst bewusst und so bleiben sie allein Metapher, was ein interessantes Problem bei der Naturmetapher im Besonderen darstellt.

Sehen wir das Leben nicht mehr biologisch und nicht mehr “Seinshierarchisch”, sondern in seinen Realitäten und seiner unendlichen und endlichen Tiefe, dann sind wir zusammen eine “Waldgemeinschaft” im Geiste – aber wir sind eben bedroht, alle zusammen.

Wir sind eins in unserem mystischen Denken. Das kann ich und sollte ich gar niemanden vermitteln wollen, außer denen, die bereits ähnliche Suchen betreiben und ähnliche Erkenntnisse erlangt haben. Warum schreibt man dann also so was, autoethnografisch, wenn man sein innerstes Denken und Fühlen eigentlich gar nicht auf einer mit “allen Menschen” verbrüdernden oder verschwesternden, etc. Ebene teilen will?

Einfach nur mal um eine andere Kommunikationsebene zu erkunden und um die Fühler auszustrecken. Denn 1.) vielleicht erreicht man Menschen, die von ihren Lebensphilosophien kompatibel sind, und 2.) ich zeige meine ganz persönliche Haltung dadurch. Und indem ich meine Subjektivität so deutlich mache, manifestiere ich eine menschliche Realität.

***

Das witzige ist, man sprach mir in meinem Leben immer wieder gerne ab, echte Tierrechtler*in zu sein. Ich frage mich warum wurde genau das immer wieder so gerne von meinem weitläufigen sozialen Umfeld negiert? Meine Eltern waren die einzigen Menschen, die mich in dieser Hinsicht von Anfang an engagiert unterstützten. Sie hatten auch eine ganz andere Sichtweise auf Menschen und Menschsein, eine sehr kritische und feinfühlige Sichtweise, die mich leitet und begleitet.

Wenn wir jemandem seine Sichtweise in Abrede stellen, dann negieren wir diesen Teil an ihm/ihr. Und weshalb tun wir das? Unter Umständen um sie/ihn zu “entmächtigen” oder zu “entschärfen”. Wenn du dies und jenes nicht an mir siehst oder zulässt, dann bin ich das nicht, dann ist dies gar nicht mein Standpunkt und meine Aussage, dann ist das zu guter Letzt gar nicht Ausdruck meiner echten Haltung? Dann habe ich deiner Ansicht nach gar keine wahrnehmbare Haltung? Dann stehe ich als Person in meinem ureigenen Subjektsein gar nicht hinter dieser ganz konkreten Haltung, die ich zu vermitteln suche? Dann soll ich Massenmensch sein und in der Masse, mit ihren Meinungen, verschluckt werden. Dann hat gar das Gegenüber eine Meinung, ich aber nicht.

Ich kann also nur denken und eine Haltung haben, in dem Moment, in dem ein anderer mir diese Haltung auch zugesteht, selbst wenn er sie nicht teilt oder gar komplett ablehnt. Er/sie muss sie mir aber sogar zugestehen um sie dann an mir abzulehnen zu können.

Vielleicht ist das ein Grund warum ich so vehement und unerschütterlich philosophisch, wenn auch freistil-philosophisch blogge, um faktisch, rein faktisch darzustellen: doch – ich habe diese Haltung. Und zwar genau diese, die ich hier schriftlich, grafisch in Metatextform beschreibe!

Eine Haltung ist immer vom Individuum getragen, vom einzelnen, interagierenden Subjekt.

Man sollte sich das nicht nehmen lassen.

***

Da ich mich zur Zeit endlich mehr den Tiermythologien widmen will, finde ich ist es auch Zeit dem subjektiven Geist meiner Selbst mehr expressiven Raum zu schaffen. Das Mythologische und das Tiersein, beide sind stark mit dem Subjektsein verbunden und eine – wenn auch so oft negierte – sehr individuelle Angelegenheit, die von eigenen Erfahrungsprozessen und Erkenntnisprozessen geprägt ist … .

Ich würde eigentlich gerne ein paar Beiträge von meinen Blog zu Tiermythologien hier verlinken, merke dabei aber – und mir wird dies vollkommen klar – dass meine ganze Arbeit damit verwoben ist.

Zuletzt: Vielleicht kann man mich als “esoterisch” bezeichnen. Das ist auch völlig korrekt. Was mich aber an der Esoterik im allgemeinen stört, sind sinnentleerte Erkenntnisprozesse, bei denen die Leute ihr eigener Selbstzweck werden.

 

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animal rights and empowerment Coming Out

A humble start

This text is a bit simple, but it’s an angle that we want to start from with, exactly because we are basically that simple …

I should write something about how we’d like to connect Mad Studies, Disability Rights and Animal Rights, since I’d like to find links between theses topics, but I don’t find many, or basically about that constellation none at all these days.

We should start our own project on this, but it’s difficult. I guess we have to try to at least say: this is also our subject, in order to show that we a more than it seems. I know there are many of us out there, but again, it’s not so easy to start to talk about the things one feels, thinks and talks personally about with friends each day … and bring that into a shape that seems adaptable to the broader dialogue.

As you see I wrote this in english although we are not located in an english speaking country but in Germany. But if we write about the issue in German it will seem even more dislocated. We will eventually also talk about it in German, but I guess we first try to express our helplessness in English, because: Mad Studies is discussed wider in English, Animal Rights is discussed much more broadly on an international basis and Disability Rights is more fed also from the international / english speaking plane.

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It’s interesting how Lothar and I exprienced that friends and acquaitances of ours tended to go into either directions when they a dealing with disability issues: they either tended to close themselves up towards animal rights and environmental ethics issues or they tended to gain a greater sensitivity.

What we noticed too is that the people with disabilites in our circles of friends are usually not taken serious with their opinions and notions about animal rights and environmental issues by people who consider themselves “normal” and “able-minded/-bodied”.

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The approach such friends chose, had with ours in common that we all didn’t go into the standard directions of approaches, which are usually kind of technocratic, choreagraphised and lean clearly towards the natural sciences or firm religious doctrines (a bit more rare though).

We all chose a very “anarchic” or “free” and soulful approach in how we are thinking about our nonhuman fellow world in contrast. Yet this is not taken serious.

It might be a cause that makes people invisible, if they don’t chose the typical and standardized approaches.

We do believe one basic thing really, that being disabled creates a higher resposibilty in how you realize the others that surround you, that are vulnerable to destructive human norms.

We as humans that are affected by the history of exclusion and discrimination should not participate in any forms of the very same mechanisms that exluded us for being different … in the first place. We should understand that the big mean actor is the expectation of sameness, the expectation of being dominant, the expectation of being discriminatory instead of understanding and seeking the other.

Sameness makes us look ridiculous. If we endorse a line that we as humans are all same and on that basis should all have an advantage of this belonging to the same group, then we are creating a basis for others to be hurt and dsicrimnated against from our side too.

It’s not just about being part of the human thing, it’s about being something much more fundamental than that. Being part of the human thing means: being an emperor, being the creator of the anthropocene, being part of a consumerist world, being part of mean social interaction patterns, we are part then of all that we should or could be able to see critically.

Nonhuman animal others as being discriminated against are hurt because there are not interested in being part of that human thing, that (agonistic) pattern.

Some of us people are being discriminated against on the basis of “ability”. We here don’t even want to be part of the “able” collectives, we want to be part of the world, and we don’t bow towards the anthropocenic world of human sameness in thought and so forth.

We try to come up with ideas for other options, and we hope and dream of those.


Lothar and I run a blog about “Diverse thinking, Cogntion, Dignity” about antidiscrimination, mental and cognitive disabilities in German https://simorgh.de/disablismus/

 

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Vom Sterben

Wer an “den Tod” glauben will

Ein Kind hat diesen wunderschönen Truthahn im Rahmen des Projekts https://46millionturkeys.com/ gemalt.
Das Bild des Vogels von einem Kind gemalt, in dem Kontext der obigen Webseite, ist hier natürlich eine Anspielung auf das “über das Menschliche hinausdenkende und hinausgehende” …
Ich denke dabei – logisch – an das mythologische Bild des Phönix.
Tod und Todesein … als menschliche Skelette darzustellen ist recht universal verbreitet. Mir aber völlig fremd.
Mir kam gerade folgender Gedanke:
Wir gehen mit geliebten Wesen zusammen und leben jeden Tag neu und freuen uns darauf, wie wir gemeinsam weiter glücklich sein dürfen darüber, so tolle Begegnungen in dieser Welt teilen zu dürfen.
Wir erleben unser Sein in der Zeit gemeinsam.
Auf einmal sind wir dieser Welt alleine ausgesetzt. Wo ist das andere geliebte Wesen, wenn es verstirbt.
Auf einmal wissen wir nicht mehr, wo der andere ist, die Verbindung scheint unterbrochen und alle Welt sagt uns auch noch, dass Tod Tod ist.
Was sollten wir auch sonst denken. Nun wo wir mit dem anderen nicht mehr unser Sein in der Zeit zu teilen scheinen.
Das ist ein riesen Problem. Ich erlebe den Tod von Geliebten so.
Das einzige was mich tröstet in dieser Haltung und diesem Erleben, ist, mir anderes Vorzustellen, als das was ich bislang kenne.
Dem treu zu bleiben, was mich in der Liebe zu anderen verbindet. Liebe zu verfeinern, indem ich das komplett Transzendentale zulasse. Und vor allen Dingen auch sehr wohl, das “Hiesige” mit dem Unsichtbaren zu verbinden.
Aber die Welt des Geheimnisvollen ist wirklich kaum greifbar, obgleich ständig fühlbar durch das Unklare und die offenen Fragen im Hiesigen / Leben.
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Fotostrecke

Einige Scans von heute dem 17 Oktober 2020

Fotostrecke again. Oben ist nochmal das liebe Fleckichen aus der Nachbarschaft zu sehen.

Lothars einer Scania. Hat er von Rechts- auf Linkslenker umbauen lassen.

Anni Prenzel, meine geliebte Schwiegermutter.

Farangis G. Yegane, meine geliebte Mutter.

Meine geliebte Frau Kunz und ich, anscheinend leider im Zoo. Ich weiss nicht genau, ob da Miriam mit auf dem Bild ist und über den Zaun guckt – aber ich glaube schon.


Meine Großeltern Cobra und Hossein Yeganeh Arani und meine Eltern.

Nochmal Cobra und Hossein, meine geliebten Großeltern väterlicherseits.

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Inspiring

Critical creativity

I called Andy Martin of Unit in an email recently a “former punk”, saying how glad I was to know the more kind-of-authentic-people in that context like him. Here is his reply to me which I found so inspiring that I asked him if I could blog his input on that issue:

Andy: …what? WHAT? WHAT? ‘PUNK MUSICIAN’? Madam, how dare you! I was never a ‘punk musician’. I was certainly never a punk and plenty of people (especially former band members) would insist I was never a musician either. If I was anything, I was a Mod, albeit one without a parka, scooter or records by The Who.

I sent Andy then this wonderful photo of his former band “The Apostles”, writing … :

Gita: Considering that you weren’t punk and that you were more something of a Mod your music is creatively unimaginably innovative and this highlights also how free music could be. Shame punk stifled such branches …. I admire that attached pic …

Andy: When and where the devil was this taken? I have absolutely no memory of it although, perversely, I do recall that black Harrington jacket. The others are, from left to right, Pete Knight (Primal Chaos, The Assassins Of Hope, The Paramedic Squad), Mitch Thingy whose surname I can never remember (Flack, Hagar The Womb) and Martin Black (Flack). It was Mitch who wrote about 40% of the music and 20% of the lyric to Drained, the track on Panem Et Circenses. I’ve no idea what happened to any of these people although I did receive an email from Pete Knight circa 2014 or 2015, just a brief note to tell me he remembered what I did in the 1980s…damned by faint praise, as the saying goes…as you may imagine, I responded with a caustic email to tell him he would do better to remember me for what I am doing now. He did not reply. Oh well, another one bites the dust. I detest letters and emails that drone on and on about ‘I remember when you played that gig in Woofing In The Stuff in 1984 and Grimly Crustworthy vomited all over your drum kit etc blah blah’ ugh and double ugh! Maybe I live now in an almost permanent state of morgenmuffel but I believe we must think ahead, not look back. The past is gone, dead and buried; certainly we must never forget it but it is more important to me to concentrate my attention on what happens now – let us celebrate the future!

I think the problem here is that for many people – perhaps for the majority of people – who were involved in the punk / alternative scene in the 1980s, they were between 16 and 25 years old, in the prime of their youth, in an attitude of discovery and social unrest they found exciting (and also frightening) so for them the decade is crammed full of happy, vibrant memories. Fur mich – very different! I was often angry, frequently miserable and thoroughly irritated and annoyed by my poverty, my battle against dyspraxia, my battle against being queer, my constant physical battles against Nazi skinheads (from most of which, I am justifiably proud to announce, I emerged victorious) and my interminable squabbles with spoiled, pampered white middle class rat-bags who believed they had the right to tell everyone else how to live their lives. Ye Gods, when Andy Nunn first showed me excerpts from that Kill Your Pet Puppy website and some of the lamentable dialogues included in its chat room or whatever it’s called, I felt my toes curl with embarrassment. How can middle aged people be such arschlocher?

Earlier today I discovered our You Tube subscription tally has jumped from 294 to 299 in just 3 days. Does it matter? Of course not…but I’m still rather smug and self satisfied. Isn’t it wretched? Then I think of those videos, you know the kind to which I refer – Next Door’s Cat Sits In A Bucket – which has 2.5 million views – and suddenly I cease to feel quite so smug and self satisfied. Even Skrewdriver and other Nazi numbskull groups have tens of thousands of views and umpteen hundred subscribers. It is a horribly humbling experience!

To close this short inspiring conversation I want to shamelessly self advertise again or at least also make my critical views about developments in context with the early 80ies punk and related youth movements clear:

Some authoenthographic notes in German (and partly in Egnlish) https://simorgh.de/biografie/anarcho-punk-und-tierrechte/

And here notes in English with links to out art section on “Punk as a Search for Female Autonomy” https://simorgh.de/biografie/punk-as-a-search/

And of course I want to thankfully link to an interview we held with Andy Martin for our publication “Tierautonomie”:

https://simorgh.de/about/an-interview-with-andy-martin/

Andy Martin / Unit channel on Youtube https://www.youtube.com/channel/UCIcEPCuyEuEgALNdMZrAl8w/videos

Unit on Bandcamp: https://unit-united.bandcamp.com/

Unit website: https://www.unit-united.co.uk/

Note: it might not be the right place to note this, but looking up many people who made impressive independent music in the early eighties and seeing they have quite an active “fanbase” still heralding and profitig from their activities, it’s astounding how little we are able to put infos and documents together in an encyclopedic form. I notice this also with partly art and creative work from other decades, like the 50ies and 60ies. Result is: keeping legacies will probably depend on single initiatives and individuals. Pages that function like Wikipedia or the cultural industrial museal complex are not seeing parts of history from the level of a very democratic basis that just exists in creativity … .

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animal rights and empowerment

Anarcho-Punk und Tierrechte

Das Bild stammt aus der Reihe “Punk as a search for female autonomy” von Farangis, https://farangis.de/punk/

Ich geb es zu, ich war dummerweise in DE Punk, ein Fehler, aber ich dachte damals wir wären eigentlich in Europa

Gita Yegane Arani, 1983 in London.

Das Foto hat Derek Ridgers (London Youth 1978 – 1987; 2014) > http://www.derekridgers.com/ > mal wohl eher zufällig von mir 1983 in London gemacht. Hat mich gewundert, da ich eher zu den optisch langweiligeren Leuten gehört habe. Aber interessant heute zu sehen, zumal ich mich früher sehr ungern habe ablichten lassen.

Ich glaube ich lege im gewissen Sinn Wert darauf zu sagen, dass ich von 1980 bis 1986 vom Punk-Sympatisanten zum New Romantic zum Anarcho-Punk fluktiuerte. Punk in DE war mir zum größten Teil ein Graus, weil viele Leute hier (ohne es zu merken und ohne es wahrscheinlich selbst jemals bewusst gemerkt oder vor sich eingestanden zu haben) trotz etwas vorhandener Praktizierung kosmetischer Diversität in der Szene, meiner Meinung nach zumindest, irgendwie zu völkischen Allüren neigten. Man warf mir seitens meiner Szene-Bekannt*innen damals vor ich würde ja auf “London-Punk” machen.

Ich war oft in London, da wir dort eine Zweitwohnung besaßen. Bewegte mich aber auch in besetzten Häusern/Wohnungen. Mir ist damals aufgefallen, dass Leute aus DE die Situation in England sehr unterschiedlich rezipierten. Hier etwas auf English zum Thema having been Punk in the early 80ies > https://simorgh.de/biografie/punk-as-a-search/

Ich muss an dieser Stelle mal sagen, dass die Toten Hosen mir, bei einem einzigen Konzert, das ich in einer Minilokation in Offenbach am Main irgendwann Anfang der 1980ier mal sah, alles was Deutsch und “Punk” oder ähnliches war, zum Kotzmittel machten. Ich hörte ihre grölmodus-affinen Songs und vor allem das Lied mit dem Text in dem es um sexual intercourse geht war für mich so dermaßen antifeministisch. Als ich neulich zufällig sah, dass diese Band in einem ihrer Innersleves irgendwo 2020 ein bemaltes Schwein abbilden, dachte ich nur: genau … von Sexisten zu Speziesisten. Passt ja.

Ich würde hier mal eine Gegenüberstellung machen und wenn ich ein Musikwissenschaftler wäre, würde ich das gerne detailliert zu Papier bringen:

Vergleiche

deren 1983er release: https://de.wikipedia.org/wiki/Opel-Gang

mit z.B.

Hörproben:

MP3 – Rudimentary Peni: Rotten to the core , album Death Church, 1983er release – https://en.wikipedia.org/wiki/Death_Church

MP3 – Icons of Filth: Show us you care

MP3 – Discharge: Hell on Earth von dem 1982er Album https://en.wikipedia.org/wiki/Hear_Nothing_See_Nothing_Say_Nothing von Discharge

oder

Conflict 1983 https://www.discogs.com/de/Conflict-Its-Time-To-See-Whos-Who/release/367062

… Death Church von Rudimentary Peni war überhaupt die Platte – neben Onward Christian Soldiers von Icons of Filth (vgl. Track oben) https://www.discogs.com/de/Icons-Of-Filth-Onward-Christian-Soldiers/release/892398, die mir half mich zum Tierrechtsaktivisten zu entwickeln – im Inner Sleeve war die Adresse der Vegan Society …  . Und während Crass also 1981 bereits ihre Platte Penis Envy herausgebracht hatten, quäkt in DE sowas die die Toten Hosen, die Bösen Onkelz und die Ärzte (weiss nicht ab wann) rum.

Schade für die paar interessanteren deutschen Punkbands von damals, die Aufgeklärteres zu bieten hatten. Aber alle haben schön stillgehalten, als DE den ‘Deutsch-Punk’ Bravo-mäßig vermarktete.

Ich habe mich vor einigen Jahren (2012) schon mal über die Toten Hosen ausgekotzt. Und wegen dem bemalten Tier kopier ich das jetzt nochmal hier rein. Ich weiß gar nicht wie ich damals überhaupt davon ausgehen konnte, das solche Musiker einen ernsthaft politischen Anspruch in Sachen “der Mensch hat auch noch eine Mitwelt … Gutenabend!” haben könnte … :

http://niceswine.blogspot.com/2012/01/die-toten-hosen-sind-scheisse.html

January 14, 2012

Die Toten Hosen sind scheisse!

Die Toten Hosen aren’t punk and never have been. Unless looks equal content.

Germany stays true to the only punk band which never actually had been one. Fucking blimey great! How lovely of them. “F*ck*n, B*ms*n, Bl*s*n, alles auf dem Rasen” (To screw on the lawn) was probably the lyrics with which they reached the highest possible anarchist apex with the German punk scene and youth of the 80ies. And yeah, you can yell along to their anti-racist statements in B-Flat or D-Major. To me they aren’t punk compared to what I consider to be punk, but they got that “politically correct” image sort of.

However they support PeTA, and that makes them suck so bad, because PeTA is pro “humane slaughter” – Newkirk endorses slaughterhouses designed by Temple Grandin – and PeTA is vehemently pro euthanasia and pro killing strays, they claim that an animal is better dead than not have a loving home. Some horrific crap like that. Just check PeTAs policies and stances on NO-KILL Animal Shelters on why they are pro euthanasia.

Ok back to the Toten Hosen: Die Toten Hosen just really sadly don’t have time to check up on things like that – and let alone … they even wouldn’t fucking care cos they aren’t even vegan … in the first place!

They don’t have the time to be AS politically correct, cos they still pretend to bring punk to “the average German kid”.

Well. Cheers!

DE ist der einzigen punk band die nie eine gewesen ist treu. HAHA. Der Sex im Grünen ist das einzige an Anarschismus das die Band in 30 äääächt laaaaaangen hervorgebracht hat. Und yay! Antirassimus zum Gröhlen damit unser einer das tolerieren will.
Die Toten Hosen sind scheisse und haben die deutsche punkszene kommerzialistisch voll abgefuckt. Campino for BuPrä kann ich da nur sagen. LOL

Ach ja …

 

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animal rights and empowerment In Memoriam

Aktivismus darf Aktivist*innen niemals mundtod machen

Fotos als stille Zeitzeugen mal wieder. 1996, ich mit Stefanie Haupt, geborene Stefanie Helmerich.

Stefanie, sowie Tobias Graf und Ralf Kalkowski haben insbesondere über den Handel mit veganen Produkten ihrem tierrechtsaktivistischen Denken Ausdruck verliehen – in einer Zeit, als vegane Läden noch etwas völlig pionierhaftes in Deutschland darstellten. Alle drei haben gemein, dass sie im Jahr 2014 von dieser Welt gingen.

Der erste veganen Laden, der mir in DE bekannt war, war der von Marlies Kullmann und ihrer Mutter. Stefanie half dort schon mal aus, ich half dort auch zeitweise aus. Nicht alles verlief mit allen beteiligten Parteien gut, aber das Kapitel bleibt geschlossen, da dieser Eintrag hier sowieso schon ein nachdenklicher, trauriger Eintrag ist.

Stefanie unterstützte Iris Berger (siehe auch hier), die in den 2000ern mit Freunden den Antitierbebutzungshof gründete und damals sehr mit Direct-Action zugange war. Einmal fuhren Iris und ich mit ihrer roten Ente damals Hühner, die wir aus einer Batterie gerettet hatten, nach Chemnitz, um sie dort Tierschützer*innen zu übergeben, damit sie dort in sichere Obhut gelangen. Auf der Fahrt war Iris total gestresst. Ich war froh als wir die lieben Tiere endlich übergeben konnten. Iris war eine äußerst engagierte vegane Tierrechtsaktivistin. Leider wurde ihr damaliges Projekt aufgrund interner Zwistigkeiten aufgelöst.

Ich weiß von Iris, dass sie zuvor in einer damals recht bekannten Tierrechtsgruppe sehr aktiv war, in der sie irgendwann aber massiv gemobbt wurde – teils sexistisch, teils ableistisch. Ich fand das damals erschreckend, wie wehrlos einzelne Aktivist*innen innerhalb der “Szene” sich selbst zum Teil erleben mussten. Nach außen wird äußerste Progressivität vorgegeben, während untereinander jederzeit sozialer Terror stattfinden kann, und keiner spricht offen darüber, keiner legt etwas offen, alle machen irgendwelche Strukturen mit oder tuen so als wäre alles in dieser Bewegung okay. Ist es oftmals aber nicht unbedingt.

Eine ganze Reihe von Tierrechsaktivist*innen die ich damals kannte, stießen auf außerordentlich viele Hindernisse und ihnen wurde von anderen Aktivis*innen wenig am Loyalität oder Peer-Geist entgegengebracht.

Ich hatte eine Bekannte, sie war gerade 20 geworden und vegan straight edge, und wollte sich der lokalen Tierrechtsbewegung anschließen. Sie stieß von A-Z immer wieder auf Grenzen: Eigenkreativität völlig unerwünscht, Anpassung an interne sinnlose hierarchische soziale Interaktionsmuster hingegen zwingend erwünscht. Die Bekannte schrieb sehr interessante vegane Tierrechts-Kurzgeschichten, sie schickte sie an eine Reihe anderer Aktivist*innen, kein Feedback, kein Interesse. Man hätte einer 20-jährigen neuen veganen Aktivistin seitens derer, die sich als “Insider” aufspielten, mehr entgegenkommen können, wenn man ein Bewusstsein für Tierrechts-Empowerment gehabt hätte.

In der Tierrechtsszene ging es immer vor allem um Profilierung und das Vorantreiben der Agendas eigener Netz- oder eher Klüngelwerke. Es gab ein Forum Ende der 90er Anfang 2000 das vegan.de hieß. Die Seite war ein reinster Gleichschaltungs-, Zensur- und Kampfschauplatz. Die Betreiber waren Szenen-Insider. Wenn neue Leute darauf stießen und sich nicht gleich wussten ein- und irgendwie unterzuordnen, in die dort vorherrschenden Dynamiken, dann verschwanden sie auch bald wieder, weil dort kein Platz war für freie Diskussionen.

Traurig war, das auch Leute, die selbst schlechte Erfahrungen in der TR-Szene machten, oftmals noch gegeneinander waren. Teilweise ergab sich das aus unterschiedlichen Vorstellungen, darüber, wie man Tierrechte voranbringen könnte oder wie besser auch nicht, und teilweise war dies bestimmt auch dem inneren Druck innerhalb dieser Szenerie geschuldet. Teilweise war es aber bestimmt auch die klassische Gehässigkeit, die als Pendelschlag zur schulderklopfenden Clustermentalität auftritt.

Stefanie hat im Laufe ihres Aktivismus erlebt, dass mehr Leute sich für Veganz (die damals gerade ihre Ladenkette aufmachten, die später ja scheiterte) begeisterten als für die Idee kleiner unabhängiger Idealisten-Shops. Zum einen war es gut, das Veganismus ein immer stärker werdender Trend wurde, zum anderen mündete das aber in einer a.) schleichenden Übernahme durch die Logik von Betrieben, die nach wirtschaftlich wachstumsorientierten Vorbildern arbeiteten und b.)  letztendlich endete das auch in einer Übernahme durch das Kalkül von Großbetrieben der Nahrungsmittelindustrien, die einfach einen Sektor damit marktwirtschaftlich handhabbar gemacht haben.

Leute wie Stefanie haben selbst die kleinkapitalistische Seite innerhalb des Veganismus in DE irgendwie überrascht, hatte ich den Eindruck. Der Vegetarismus war in Deutschland nicht wirklich ein Wegbereiter für den Veganismus, und die ersten lautstarken Aktivist*innen hier sahen sich einer Gesellschaft gegenüber stehend, die wirklich null Idee von Antispeziesismus hatte.

Vielleicht schrieb Stefanie wegen der desillusionierenden Erfahrungen mit dem vegan Merchandising auf Faceboook man wolle ihre Träume kaputt machen? Es ist toll, dass Stefanies Seite auf Facebook weiterhin besteht. Ich fand im Netz viel zu wenig über sie, so dass ich dachte, ich möchte ihr diesen komischen indirekten Nachruf widmen. Ihr und all den anderen Aktivist*innen, die viel zu unsichtbar geblieben sind.


Stefanie hat viel Ableimsus in ihrem Leben erlebt. Ich habe diesbezüglich in den 90ern Situationen mit ihr gemeinsam erfahren, die ich damals kaum fassen konnte. Stefanie war die erste andere vegan Person mit Behinderung die ich kennen lernte.

Toll war, dass wir einmal zu viert eine spontane Demo gegen einen bekannten speziesistischen Künstler-Guru ( Iitsch ) gemacht haben. Die SXE-Autorin, Iris, Stefanie und ich. Stefanie war zu solchen spontanen Aktionen definitiv immer bereit, in der Zeit in der ich sie als fellow activist erleben durfte.

Wir vier waren trotz allem gemeinsamen Interesse unterschiedlicher Ansicht darüber, wie man im Aktivismus am besten voranschreiten sollte. Stefanie war dabei, die Radix-Idee fortzusetzen, nachdem ihre Freunde in Frankenthal den Laden bereit waren an sie zu übergeben. Die Sache mit dem “Hype” und das Interesse an “Wachstum” war meiner Meinung nach noch nie ganz harmlos.  Ich war überzeugt davon, dass man sich stärker politisieren müsste, über das Entwickeln von Theorien und ich war leidenschaftlicher Anhänger eines internationalen Austausches (das hatte auch etwas mit meinen Rassismus-Erfahrungen in Deutschland zu tun), die SXE-Autorin tendierte zu der Idee veganer Communities und zu sozialen Netzwerken und Iris schwebte definitiv die Gründung eines Lebenshofes vor, und ihr Wunsch war eine politisch aufklärerisch agierende Lebensgemeinschaft von Menschen und Tieren zu initiieren.

Bemerkenswerterweise führten unsere unterschiedlichen Vorstellungen dazu, dass wir uns bald voneinander kontaktmäßig entfernten, in dieser Konstellation, die eine kurze Zeitlang für uns aber aktivistisch interessant und anregend gewesen zu sein schien.

Im Nachhinein finde ich Stefanies Ansatz gut. Damals befürchtete ich bereits, dass sich der nackte Kapitalismus und “survuval of the fittest” im kleinen vegane Gallien unabhängiger Shops und Hersteller breit machen würde. Die Frage ist allerdings selbstverständlich bis heute: der breite Markt ist nötig, aber sollte man nicht dennoch konsequent politisch korrekt Handel betreiben? Ich glaube Stefanie hätte mit der Situation heute taktisch sehr gut und klug umgehen können, mit ihren Beobachtungen, Erfahrungen und Ansichten über vegane Ideale und veganen bodenständigen “Realismus”. Sie wäre mit Sicherheit der Typ von Mensch, der die Situation klug hätte navigieren können.


Interessant war, wie viel speziesistischen Ansichten ich auf Tierrechtssdemos unter vermeintlich Gleichgesinnten begegnet bin. Das jemand Tierrechter*in oder Tierbefreier*in ist besagt noch lange nichts über dessen detaillierte Anschauungen über das Mensch-Tier-Verhältnis. Ein bekannter deutscher veganer Tierrechtsaktivist und Entrepreneur sagte mir mal, er sei sich sicher, dass Tiere im Prinzip neidisch sind auf den Menschen. Das hat mich gewundert. Denn warum sollten wir alle die gleichen Ziele oder den gleichen Lebenssinn haben wollen?

Zurück zu Stefanie: sie ist nicht nur ein Pionier in Sachen Handel und Verbreitung veganer Produkte und der veganen Lebensweise als ethisch überzeugte Tierrechtsaktivistin gewesen, sie sah sich im Leben auch der Situation als Mensch mit Behinderung gegenübergestellt. Sie erzählte mir, dass sie eine Sonderschule besuchen musste, was ich unglaublich fand. Als sie Kind und Teenager war, war Inklusion noch kein wirkliches Thema im schulpädagogischen Alltag. Trotz all dieser erlebten Exklusion in der Kindheit und Jugend hat sie im Leben, mit Unterstützung ihrer Großmutter, so wie sie erzählte, ihre beruflichen Vorstellungen umgesetzt und sich dann schließlich erfolgreich selbstständig mit dem Radixversand gemacht. Das ist in der Tat beeindruckend und sie ist damit ein beeindruckendes Vorbild in Hinsicht auf Resilienz und Selbstbewusstheit. Das sie sich für Tierrechte begeisterte und stark machte, glaube ich, gab ihr einen visionären Charakter – es ging ihr nicht einfach darum, in einer ungerechten Gesellschaft Erfolg und Anerkennung zu erlangen, sondern sie übertrug ihre eigenen Erfahrungen von Ungerechtigkeit auf das Große und Ganze, und erkannte an welchen Stellen man sich einsetzen müsste.

Es gab einiges an Stefanie, was mich an ihrem Verhalten mir gegenüber damals sehr verletzt hat, vielleicht hat sie sich auch manchmal ein Stück weit angepasst in ihrem stereotypen Denken, gegenüber so einem notorischen Außenseiter wie mir, oder vielleicht hat sie sich vereinnahmen lassen von einem alltäglichen typischen mirkoaggressiven Klima, das hier Normalität ist, und das weiß, wo es sich folgenlos entladen kann. Wir waren keine engen Freunde (dazu schien mir auch der Altersunterschied zwischen ihr und mir eh zu groß) einfach nur zwei Aktivist*innen, deren Wege sich eine zeitlang kreuzten.

Ich denke gerne an gemeinsam erlebte Aktionen und ich interessiere mich für Stefanies gelebten Aktivismus heute vor allem aus der Perspektive der Behindertenrechte und der Antidiskriminierungsfragen im Zusammenhang mit der veganen- und der Tierrechtsbewegung.

Menschen mit Behinderung sind leider noch unterrepräsentiert in der Tierrechtsbewegung. In dem Kreis von Menschen, die ich persönlich kenne, die ein Tierrechtsbewusstsein haben und die eine Form von Behinderung haben (ich und mein Mann Lothar inklusive), sehe ich zahlreiche Parallelen in der Art und Weise, dass die Annäherung an das Thema sich auch aus eigenen Erfahrungen mit Ausgegrenztheit oder des Diskriminiertwerdens in der Gesellschaft speist.

So einfach in das alles immer garnicht …

Stefanie hat auf ihrem FB-Profil eine Affiliation zu der Gruppe Animal Peace angegeben. Diese Gruppe wird von vielen Tierrechler*innen mit einem Naserümpfen kommentiert. Ich hielt immer nichts davon, wenn Mitglieder von Animal Peace mit dem Thema “Intelligenz” reduktiv und biologistisch herumargumentierten. Biologistischer Speziesismus ist aber mehr oder weniger durchgängig innerhalb der Tierrechts- und der Tierbefreiungsbewegung zu finden. Ein Punkt, gegen den ich schon lange arbeite, wobei ich aber auf erschreckend wenig kluge Resonanz stoße. Was ich aber anerkenne bei der Gruppe Animal Peace, ist dass sie sehr rege in den 90ern darüber aufklärten und darauf aufmerksam machten, was die Tierindustrien alles so treiben und wie wichtig daher Veganismus ist. Letztendlich haben Animal Peace viel dazu beigetragen, dass der Veganismus seinen Start in Deutschland erfahren hat. Das muss man einfach anerkennen. Ich habe nicht mehr beobachtet, was die Gruppe in den letzten Jahren wirklich gemacht hat. Aufgefallen war mir nur, dass eine bekannte deutsche Tierrechts-Philosophin in sozialen Netzwerken sehr abfällig über die Gruppe sprach, und anriet man solle die Gruppe meiden weil sie sei rassistisch oder antisemitisch eingestellt oder mache den Holocaust-Vergleich. Ich nahm dann wahr, dass Leute von Animal Peace versuchten sich gegen die Vorwürfe des Rassismus zu wehren. Was von der Gegenseite aber nicht weiter zur Kenntnis genommen werden sollte.

Die Sache mit dem Holocaust-Vergleich ist so eine Sache. Da man die Aufarbeitung über Ursachen und gesellschaftliche Mechanismen der Funktionsweise des typischen, deutschen NS-Rassismus wirklich noch nicht als abgeschlossen betrachten kann, kann man nachvollziehen, warum solche Vergleiche schnell als “banalisierend” und “unerhört” beurteilt werden. Wäre aber klar, wie Rassismus funktioniert – und so auch letztendlich die NS-Variante – dann könnte man die Kontextualisierung mit Varianten menschlicher Herabsetzung von nichtmenschlichen Tieren, nicht grundsätzlich als fehlerhaft und unethisch bezeichnen.

Mein eigene These zu den Vergleichen mit Vergehen gegen Menschenrechte finden sich hier insbesondere auf Seite 6 in: https://farangis.de/reader/e-reader_gruppe_messel_2018_5.pdf , eine Thematisierung von Kim Socha kann man hier lesen: https://simorgh.de/socha/socha_the_dreaded_comparisons_and_speciesism.pdf , und selbst Alex Hershaft z.B., als Holocaust-Überlebender, macht seine Vergleiche an dieser Stelle beispielsweise https://simorgh.de/about/hershaft-rezension-von-einsnitz-slaughterhouse/ . In dem Zusammenhang müsste ich eigentlich auch nochmal dieses Interview von Richard Schwartz von Jewish Veg mit Charles Patterson über dessen Veröffentlichung “Eternal Treblinka” reposten; hier deren Gespräch aus dem Jahre 2002: https://simorgh.de/ar/eternaltreblinka.pdf

Wenn jemand diesen Text hier liest und an meiner Wahrnehmung der Vergangenheit Anstoß nimmt, dann gebe ich zu bedenken, dass  Perspektiven nicht unbedingt deckungsgleich verlaufen müssen.

Ich sehe Menschen wie Stefanie, d.h verstorbene Aktivist*innen, nicht als “abgeschlossene Kapitel” mit ihrem Idealismus und Zutun, sondern ich finde ihr Sein wirkt – so esoterisch das für manche klingen mag – weiterhin auf das diesseitig Geschehende mit ein, durch das, was diese Menschen taten, dachten und fühlten und mit Sicherheit auch durch das geheimnisvolle, das sie heute irgendwoanders im Universum weiterhin sind.

rev. 12.09.2021

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animal rights and empowerment

Crappy tools, individual activism

A short text I wrote in probably 2001:

Crappy Tools

I just write/express something. I know it has no meaning to anybody who could read it. Probably not. And maybe that is not even really important. I don’t really understand how “our” language works. Some things are felt as important when one hears or reads them. Must have something to do with the relevance something has for a human.

The human machinery is totally powerful and makes everything apart form itself valueless. (…) It’s unnerving that whatever I’d like to say, I always use THEIR language to express my feelings that don’t fit in with their ways. At least in that sense I just shouldn’t say anything.

I think subjectivity can be really important. Regarding humans: Most people I meet are never really individual at all. They think the more they come across as adapted to all those human images, the more value they have. As if being adapted would make any real decisive difference. Of course they do have more value in our society then – but there is just more than our human society!! On the other side at the same time, if you criticize all the human crap, people react with an allergic reaction to it. Criticizing it would be a last way to stay attached to this society.

I know of course its an illusion to think one could be able to change some human structures just by making some arguments that would only base on your own subjectivity. But all that seems to be common in humans just seems ….

I’d like to express it with this:….

We have integrated ourselves well with giving them all our definition … Protozoa – Mesozoa – Porifera – Coelenterata – Ctenophora – Platyhelmithes – Rhynchocoela – Acanthovephala – Aschelminthes – Entoprocta – Phoronida – Ectoprocta – Brachiopoda – Mollusca – Sipunculida – Annelida – Arthropoda – Echinodermata – Chaetognatha – Hemichordata – Chordata – … of how we will exterminate their individual lifes


Today in 2020 …

Talking about bringing yourself in as an indivual, with msicro-activism, individual activism, call it whatever … maybe subjective activism to give it a more specific quality:

it is a major problem for me personally to see how people often get stifled in “commonplace human social hierarchical structural behaviour and connected ways of internalized, normalized thinking” when they try to bring themselves into any field of social interaction and debate.

People meet fixed forms and structures and finding themselves to voice particular perpsetivical points and specific views just by themselves, wears them out and frustrates them over time.

Activism isn’t a very pluralist fired in society. You have to become neglectful of resonance, which is hard because activism gets “measured” by the amout of “resonance” you seem to measurably create. But waiting for feedback makes you dependent on people who might not get your message or who might expect messages to only come in certain ways or to contain only certain content they consider to be potentially meaningful.

So how do people creativively and thoughfully bring their own views and ideas into the public sphere? Currently the prerequisite seems to have become either the coreographic forms of activism where you are one of many and blend into phrases and concepts given by demo organizers or you come form the academic field, where you circle around citing other academics to generate your theses.

The problem is only that of empowerment. People’s subjectivity and nonhuman subjectivity equally should be top if we are going to aim for more than just a representative democracy as a form of our social self-organization in collectives.

I am sad on one hand about how many activists I met that have given up speaking out publicily or who have withdrawn from the field due to feelings of resignation because they received so little constructive feedback.

And I am sad how little people are able to reflect and openly recognize the own forms of shaping this world by nonhumans, as a counter-culture to anthropocentric and biologistic concepualizations of the world.

If we keep acting as if the “brains”/mind and the voice of the world comes or has to be filtered by any kind of hierarchical, collectivist human social structures, then we just keep practicing hegemony on a basic but fundamental social level, and we keep being an obstacle to animal rights empowerment (meant in a non-thechnocratically lived subjectivity-friendly way) … , where we all are and should be understood as fully resposible and fully self-creative meaningful agents in live on this wonderful planet.

We give the power to those who act deustructively, but be don’t see the small and supposedly “irrelevant” voices, which we don’t even consider to be a voice speaking for themselves at all. The structures we require for e.g. a  “voice” to be considered a valied “voice”, and structures overall are a huge problem, they make up content themselves and we need to be much more careful and scrutinous with all of them.

 

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Allgemein

Klangstueck: lebe für

Klangstück

“Lebe für antibiologistischen Antispeziesismus”

Link zur der MP4-Datei: Lebe für antibiologistischen Antispeziesismus.

Ich wollte dazu noch was sagen, werd ich auch noch tun …

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Denksperren beseitigen Geschichtliches

Different backgrounds and foregrounds

I think consumerism is a core problem, I found this passage by Walter Mignolo, which is interesting and inspiring. Mignolo is a very informed and critical writer focussing on decolonialism. I would hope more people would read critical thoughts such as his …

From: Walter Mignolo, The Darker Side of Western Modernity, 2011 “… the decolonial option, place[s] human lives and life in general first, rather than advocating for the ‘transformation of the disciplines:’

Now I jump to another aspect of cultural diversity: traditional belief systems …

Different backgrounds in terms of what we perceive as culture per se in the long run …

We talk about cultural diversity, yet how much do we know about the existence, the histories and the narratives of so called heathens in asia, the americas and the global south? We basically rely on stories of centralized pasts. #worldviews #hegemony #histories

I tweeted this today.

This kind of ideas are the type of thoughts I hesitate to talk about. Yet since these cultural type of issues do touch issues concerning animality and of course the questions of worldviews anyone holds, majoritys, minorities, group dynamics, I can’t really avoid the sujbect, even if it is worrysome to step into the giant arena of arguments and fights over human “collective” existence like human existance in its whole. Even if you talk about your subjective stances you automatically touch these issues where the entitiy of humanness blends into the inner thoughts you’d like to express to likemindeds or just the the world “outside of you” … .

We all can’t chose to live with each other, we just do happen to live with each other. What frustrates me is that I have been affected by what I consider to be part racism part ethnocentrism in the past and how I can only narrowly discuss this topic from my point of experience and view today. Now it seems that again majority groups look at how they might find again an advantages of applying their majority views over courses of history. And suddenly racism is a problem of the past, when in reality you not only get a lot of cosmetic diversity, but also questions of oppressive contexts are not seen in broaded contexts where hicharchies can be toppled in far more groundbreaking ways than only by privileged people finally admitting and throwing ashes on their heads: like “we have sinned”. It’s not all that easy.

I come from a background where my middle eastern family from iran, [my grandma’s family originally came from Lebanon and where avid Shia “missionaries/activists” – her dad was a well-known Ayatollah and he disinherited my Grandma when she fell of the religion] were oursiders. In Iran the relevant factor being was that you belong to a religion, and to which kind of religion you would belong and what standing that religion held in society. This is logical for a nation in which religion still equalled the recent hundereds of years of hegemonical might, and the people never stepped out or could step out of these structures. Various reasons from inside and outside the culture probably must have played a role for this politically stagnant condition. But it’s a shame when today still this history continues in slightly altered ways – with religion being a form, in which people shape their will to form a society with, let’s say. Not saying what kind of society, society isn’t automatically something really social. Society is for a big part also a very tragic burden.

My German, European side of the family are or have been outsiders in other ways. I am not sure if I would want to speak about this at this time. The pressure in this society on your psyche weighs heavy and disclosing areas of differing from the “normal” people, that always look so “strebend nach Gelcihgeschaltetheit” – as if they were stiving all to be on the very same level at the very same points – is something I don’t like to expose so much. Yet I want to say that outsiderism plays a huge role for me and in my family. And that I personally see it as something fruitful and helpful.

Funny is also how within the family some parts vehemently chose to flee the outsiderish aspects and went back into the adapted collectivist crowds.

Anyway: coming from a background that had and has to deal with a lot of the aspects and faces of mechanisms applied by majority groups in society, I am rather critical of anti-oppression steps taken by the majorities that normally seek to always hold the upper hand on histories stories and interpretations.

I am trying to keep writing my own story

Some people say being an individual was a westernized concept. I think thinking that any phenomenon bases on concepts is kind of westernized, and being “an individual” is just a verbal vehicle you can use to describe the phenomenon of being your “self”.

I would like to talk about pathes of independent worldviews in families and cultural constutuents human, animal or plant. The contextuality is what I find interesting, that because of the contextualities, we might hold closer existential experiences with “distant species” than with the human collective, while at the same time we appreciate the human group as a space to seek for pacifist co-existence with, too.

Ok, these are just ramblings and I partly didn’t get to some cirtical points I initually wanted to make. Yet this pojnt about culture and views on animality and plants is crucial and I am happy to express honsestly how much it is tied into my being the “human self” that I am. I am sure some people would disbelieve me, just because their worldview was different.