Categories
Dekonstruktion statt Destruktion Inspiring Säkularer Mystizismus Sichtweisen

Molavi / Rumi

MOLAVI BALKHI / مولوی

RUMI

Wenn du ein Auge hast, schau mit deinem Auge: blicke nicht durch das Auge des ignoranten Narren. Wenn du ein Ohr hast, höre mit deinem eigenen Ohr: warum solltest du dich abhängig machen von den Ohren Starrköpfiger? Übe dich darin, selber zu schauen, ohne blindlings irgendeiner Autorität zu folgen: denke gemäß der Sicht deiner eigenen Vernunft.

All wise have said this same thing: the wise man is a (Divine) mercy to created beings.

Moral und Realität — Nacherzählungen von Auszügen aus Mathnawi, nach R.A. Nicholson.

The Mathnawi, it is said, is easier than easy to the ignorant, but harder than hard to the wise …

Ich korrigiere und lade auf diesem Blog nochmal meine Übersetzungen der Nicholson-Übersetzung von Rumis Mathnawi hoch. Dazu nochmal einleitend folgende Worte:

Ich möchte Ihnen hier einige von mir nacherzählte Geschichten aus dem Mathnawi von Molavi (Rumi) nach der Übersetzung von R.A. Nicholson vorstellen. Zu der Art der Herangehensweise meiner Bearbeitung will ich folgendes sagen. Als erstes möchte ich mein Unterfangen, aus einer Übersetzung zu übersetzen, damit rechtfertigen, dass sogar die Bibel tatsächlich in ihren meisten Fassungen “eine Übersetzung einer Übersetzung” ist. Die Tiefe der Auffassungsgabe Professor Nicholsons hat mich so stark beeindruckt, dass mir seine Übersetzungsarbeit hat mir klar werden lassen, dass Tiefe im Denken nicht gebunden ist an kulturelle Lokalitäten wie Orient und Okzident. Tiefes Denken kennt keine Barrieren. Den meisten ist die Annäherung an den Orient insbesondere durch Arbeiten von Frau Professor Annemarie Schimmel bekannt, die eine Expertin auf ihren Gebiet ist. Warum es mich trotz der bestehenden Bearbeitungen anderer gedrängt hat meine Übersetzungsvarianten einiger Geschichten aus so einem so wichtigen Buch wie Molavis Mathnawi zu verfassen, hat mehrere Gründe.

1.) Mir gefällt, dass Nicholson die Sätze Rumis nicht strafft. Frau Prof. Schimmel zum Beispiel zwängt die persischen Verse Rumis bei der Übersetzung wieder in die Versform, während Nicholson aufgrund der Übersetzungsschwierigkeit auf Reime verzichtet.

Zur Veranschaulichung ein exemplarisches Beispiel:

Ein gewisser Mann fing einen Vogel mit Hinterlist und einer Falle: der Vogel sagte zu ihm, “Oh edler Herr,
Du hast viele Ochsen und Schafe gegessen, du hast viele Kamele geopfert;
Niemals in der Welt wurdest du durch sie gesättigt, so wirst du auch nicht durch meine Glieder gesättigt werden …”

(THE MATHNAWÍ OF JALÁLU’DDÍN RÚMÍ, Translation, Books III & IV, R.A. Nicholson, E.I.W. Gibb Memorial Series (1930), New Series, IV, 4. London, 1960, pp. 396-397.)

Die gleiche Passage in der Version von Frau Prof. Schimmel:

Ein Sperling sprach zu dem, der ihn gefangen: “Was kannst du von diesem Kopf und Bein empfangen”?

(SCHIMMEL, Annemarie, Die drei Versprechen des Sperlings: Die schönsten Tierlegenden aus der islamischen Welt, C.H. Beck, München, 1997, S. 112.)

und

Er sagte zum Papagei, “Welches Geschenk soll ich dir aus Indien mitbringen?”
Der Papagei sagte, “Wenn du die Papageien dort siehst, erzähl ihnen von meiner Notlage (und sage),
‘So-und-so ein Papagei, der sich nach euch sehnt, sitzt, durch das Schicksal des Himmels, bei mir in Gefangenschaft.
Er (der Papagei) grüßt euch und sehnt sich nach Gerechtigkeit und wünscht sich, von euch die Mittel und Wege zu erfahren, wie man dem rechten Weg folgt.
Er (der Papagei) sagt, “Ist es richtig, dass ich in meiner Sehnsucht (nach euch) meinen Geist aufgebe und hier in Separation sterbe? …'”

(THE MATHNAWÍ OF JALÁLU’DDÍN RÚMÍ, Translation, Books I & II, R.A. Nicholson, E.I.W. Gibb Memorial Series (1926), New Series, IV, 2. London, 1960, pp. 85-86.)

Die gleiche Passage in der Version von Frau Prof. Schimmel:

Den Papagei fragt’ er: “Was willst du haben?
Was bring ich dir aus Indien als Gaben?”
Der Sprach: “Gib bitte doch den Papageien,
die du dort siehst, von meinem Zustand Kunde!
Sag: ‘Einer voller Sehnsucht und Verlangen,
ist durch Beschluss des Himmels hier gefangen;
er lässt euch grüßen, und er bittet euch
um Hilfe und um gute Weisung gleich.’
Er sagt: ‘Ziemt es sich denn, dass ich voll Sehnsucht
mein Leben aushauch, sterbe in der Fremde?

(SCHIMMEL, Annemarie, Die drei Versprechen des Sperlings: Die schönsten Tierlegenden aus der islamischen Welt, C.H. Beck, München, 1997, S. 153.)

2.) Im Weiteren denke ich, dass die unmittelbare, quasi fast “anstandslose” Annäherung an die Tiefe dieser Gedanken wichtig ist. Man muss nicht erst Iranistik studieren um sich an das Denken Molavis heranzuwagen – selbst wenn jede Übersetzung nach Nicholsons Worten sowieso “ein bloßer Schatten des Originals bleibt”. In der Annäherung an diese Gedanken geht es um das selbst vollzogene Verständnis einer Idee, die einer umschriebenen Realität entspringt, und es geht nicht um enthobene Genialität, mit der man beim eigenen inneren Nachvollziehen seine Schwierigkeiten haben müsste.

3.) Ein letzter Punkt ist, dass die kulturellen Inhalte Irans zu stark unter dem Gesichtspunkt spezifisch islamischer Religiosität und zu wenig unter dem Aspekt des ureigenen kulturellen Erbes des Landes und Sprachraumes betrachtet wird. Die Gedanken Molavis sind reich an einem Verständnis über die Natur und das reelle Universum. Seine Bilder entspringen keiner wirklich religiös motivierten, aber selbstverständlich auch keiner naturwissenschaftlich-positivistisch orientierten Auffassung, sondern Molavis “Gedanken-Bilder” repräsentieren das wesenhafte und das naturhafte der Welt, wie es aus der Eigenheit der Dinge an “Göttliches” gebunden ist. Das “Göttliche” bei Molavi ist aber kein einfacher Gottesbegriff, sondern einer, der sich durch den selbst-vollzogenen mystischen Entwicklungslauf erst klären kann.

Seine Mystik ist fraglos im vorislamischen Kulturbegriffen des Irans verwurzelt, die Schwerpunktlagerungen der “Moral der Geschichten” weist darauf hin.

Der Grund warum ich Ihnen gerade als Tierrechtlerin, Environmentalistin und Menschenrechtlerin Auszüge aus dem Mathnawi vorstellen will, ist, dass mir im Laufe meiner Arbeit bewusst geborden ist, dass die Ursache sämtlicher Probleme, mit denen ich mich konfrontiert sehe, der innere Konflikt des Menschen selbst ist, und zwar aus zwei Sichten heraus, einmal das Problem des Menschen als “Täter” – als dem uninformiert oder destruktiv Handelnden, und auf der anderen Seite das Problem des Menschseins als Mensch, der sich versucht aus den Schlingen der gesellschaftlichen Zwänge (in seinem Denken und Handeln) zu befreien, dem es aber an Werkzeugen zur eigenen Loslösung zu fehlen scheint. Es ist einfach die Gesellschaft zu kritisieren, aber ohne Gegenmodelle und ohne moralisch-ethische Stärke entwickelt zu haben, bleibt man als “Kämpfer” kläglich in der Frustration dessen gefangen zur gegen was zu sein aber keinen Mut zur “Utopie” (zu anderen Modellen) zu haben. Sinn dessen, für eine bessere Welt zu kämpfen, ist aber nicht letztendlich verzweifeln zu müssen und sich verloren fühlen zu müssen, sondern seine Kraft zu erhalten und zu entwickeln! Dazu braucht es moralisch-ethische Beispiele und ein entwickeltes viel tiefer greifendes Realitätsverständnis als das, das uns unser Mainstream heute allgemein bietet (der akademische Mainstream sowie der Spirituelle/Religiöse bilden da keine Ausnahmen). Bei Molavi lässt sich Tiefe im Denken andocken, und es ist erstaunlich, aber auch sehr aufschlussreich, dass das Mathnawi von ihm bis heute nicht ins Deutsche übersetzt wurde, man hier aber allerhand Geschichten über seine Person und sein Leben zu lesen findet.

Die Klammern in den Übersetzungstexten kennzeichnen die von Nicholson hinzugefügten Wörter. Wie bereits von Nicholson erwähnt, ist jede Übersetzung des Mathnawi ein bloßer Schatten des Originals. Ich habe einige Text auf Persisch gemeinsam mit meine Vater gelesen, so ist mir die originale Sprache von Molavi nicht gänzlich unbekannt.

Gita Yegane Arani, Frankfurt am Main, 29.09.2021.

Soweit – neuere Fassungen:

Der Kaufmann und der Papagei, der ihm eine Botschaft an die Papageien in Indien mitgab, https://simorgh.de/biografie/molavi-der-kaufmann-und-der-papagei/

Der Mann, der es versäumte von den weisen Ratschlägen eines Vogels zu profitieren, https://simorgh.de/biografie/molavi-der-mann-und-der-vogel/

(Ich muss diese neueren Fassungen nochmal – als PDFS – Layouten. Werde die Texte (wahrscheinlich zusammen) später in die Reader-Form übertragen.)

Und dies sind meine älteren Fassungen gewesen, noch einiger weiterer Texte, die ich derzeit nochmal bearbeite – die neueren Fassungen sind oben:

1. Der Löwe und die Beutetiere (PDF Datei) – BOOK I
THE MATHNAWÍ OF JALÁLU’DDÍN RÚMÍ, Translation, Books I & II, R.A. Nicholson, E.J.W. Gibb Memorial Series (1926), New Series, IV, 2. London, 1960, pp. 50-76.

2. Der Kaufmann und der Papagei der ihm eine Botschaft an die Papageien in Indien mitgab (PDF Datei) – BOOK I
THE MATHNAWÍ OF JALÁLU’DDÍN RÚMÍ, Translation, Books I & II, R.A. Nicholson, E.J.W. Gibb Memorial Series (1926), New Series, IV, 2. London, 1960, pp. 85-101.

3. Das streunende Kamel des wahren Gläubigen (PDF Datei) – BOOK II
THE MATHNAWÍ OF JALÁLU’DDÍN RÚMÍ, Translation, Books I & II, R.A. Nicholson, E.J.W. Gibb Memorial Series (1926), New Series, IV, 2. London, 1960, pp. 372-377.

4. Der Lehrer der sich einbildete dass er krank sei (PDF Datei) – BOOK III
THE MATHNAWÍ OF JALÁLU’DDÍN RÚMÍ, Translation, Books III & IV, R.A. Nicholson, E.J.W. Gibb Memorial Series (1930), New Series, IV, 4. London, 1960, pp. 85-91.

5. Der Drogist und der Ton-Fresser (PDF Datei) – BOOK IV
THE MATHNAWÍ OF JALÁLU’DDÍN RÚMÍ, Translation, Books III & IV, R.A. Nicholson, E.J.W. Gibb Memorial Series (1930), New Series, IV, 4. London, 1960, pp. 306-308.

6. Der Mann der es versäumte von den weisen Ratschlägen eines Vogels zu profitieren (PDF Datei) – BOOK IV
THE MATHNAWÍ OF JALÁLU’DDÍN RÚMÍ, Translation, Books III & IV, R.A. Nicholson, E.J.W. Gibb Memorial Series (1930), New Series, IV, 4. London, 1960, pp. 396-397.

7. Der Türke und der Schneider (PDF Datei) – BOOK VI
THE MATHNAWÍ OF JALÁLU’DDÍN RÚMÍ, Translation, Books V & VI, R.A. Nicholson, E.J.W. Gibb Memorial Series (1934), New Series, IV, 6. London, 1960, pp. 350-354.

8. Die Maus und der Frosch (PDF Datei) – BOOK VI
THE MATHNAWÍ OF JALÁLU’DDÍN RÚMÍ, Translation, Books V & VI, R.A. Nicholson, E.J.W. Gibb Memorial Series (1934), New Series, IV, 6. London, 1960, pp. 403-422.

Ein guter Ort im Netz um sich die persischen Quellen anzuschauen finde sich hier: https://ganjoor.net/moulavi

Bild oben: Farangis G. Yegane und auf dem Foto ganz oben ist Palang Yegane Arani zu sehen!

 

Categories
Inspiring Säkularer Mystizismus Sichtweisen

Molavi: Der Kaufmann und der Papagei

هر حقیقتی، تا هنگامی حقیقت میماند که شکی در برابرش بایستد و از نو، بپرسد و همیشه از نو، پاسخ بیابد. و هر حقیقتی که، شکی را که در برابرش میایستد، نابود میسازد، تا حقیقت بماند، دروغیست که توانائی اندیشیدن را در انسان از بین میبرد، و انسان را بی ارج میسازد.

 – منوچهر جمالی

Der Kaufmann und der Papagei, der ihm eine Botschaft an die Papageien in Indien mitgab

(BOOK I) THE MATHNAWÍ OF JALÁLU’DDÍN RÚMÍ, Translation, Books I & II, R.A. Nicholson, E.J.W. Gibb Memorial Series (1926), New Series, IV, 2. London, 1960, pp. 85-101.

Aus dem Englischen von Gita Yegane Arani.

Die Geschichte des Kaufmanns, dem der Papagei eine Nachricht für die Papageien in Indien mitgab, als der Kaufmann eine Handelsreise dorthin unternahm.

Da gab es einen Kaufmann, und dieser hatte einen Papageien, den er in einem Käfig gefangen hielt. Dieser Papagei war sehr hübsch.

Als der Kaufmann sich zum Reisen fertig machte und kurz vor der Abreise nach Indien stand,

sagte er aufgrund seiner Großzügigkeit zu jedem männlichen Sklaven und zu jeder Dienstmagd, „Was soll ich für dich mitbringen? Sprich geschwind.“

Jeder von ihnen bat um irgendein erwünschtes Objekt: der gute Mann gab ihnen allen sein Versprechen.

Er sagte zum Papageien, „Welches Geschenk soll ich dir aus Indien mitbringen?“

Der Papagei sagte, „Wenn du die Papageien dort siehst, erzähl ihnen von meiner Notlage (und sage),

‚So-und-so ein Papagei, der sich nach euch sehnt, sitzt, durch das Schicksal des Himmels, bei mir in Gefangenschaft.

Er grüßt euch und sehnt sich nach Gerechtigkeit und wünscht sich, von euch die Mittel und Wege zu erfahren, wie man dem rechten Weg folgt.

Er sagt, „Ist es richtig, dass ich in meiner Sehnsucht (nach euch) meinen Geist aufgebe und hier in Separation sterbe?

Ist es richtig – (dass) ich in schmerzlichen Fesseln liegen soll, während ihr nun auf grünen Pflanzen sitzt und nun auf Bäumen?

Der Glaube, den Freunde in sich haben, sieht er so aus? – Ich in diesem Gefängnis und ihr im Rosengarten.

Oh ihr Edlen, denkt an diesen bemitleidenswerten Vogel, und trinkt im Gedanken an mich einen Morgen-Schluck in den Wiesen!

Glück bedeutet es für den Freund, wenn die Freunde an ihn denken, insbesondere wenn dies (die geliebte) Laylá ist und jener (der liebende) Majnún ist.

Oh ihr, die ihr mit euren Allerliebsten und von euch Verehrten zusammen seid – werde ich die Becher trinken, die mit meinem eigenen Blute gefüllt sind?

(Oh du, der du mein Geliebter bist) trinke einen Becher Wein im Gedenken an mich, wenn du mir Gerechtigkeit tun willst,

Oder, wenn du getrunken hast, verschütte (immerhin) einen Schluck auf die Erde im Gedenken an diesen Gefallenen, der Staub siebt.

Oh, ich wundere mich, wo ist diese Übereinkunft und wo ist dieser Schwur? Wo sind die Versprechen dieser Lippe, wie Süßigkeiten?

Wenn ihr euren Sklaven vergessen habt wegen (seines) schlechten Gebarens (euch gegenüber) – wenn ihr euch schlecht verhaltet gegenüber dem der sich schlecht verhält, was ist dann der Unterschied (zwischen Herrn und Sklaven)?

Oh, das Übel das ihr tut im Zorn und im Streit, ist erfreulicher als die Musik und der Klang der Harfe.

Oh, eure Grausamkeit ist besser als Glückseligkeit, und eure Rache ist mir lieber als das Leben.

Dies ist euer Feuer: wie muss euer Licht dann sein! Dies ist eure Trauer, wie muss dann euer Fest sein!

Was die Süße eurer Grausamkeit anbetrifft, und was eure Schönheit anbetrifft, beide sind nicht fassbar – keiner gelangt zu eurem Grunde.

Ich beschwere mich, und dennoch fürchte ich mich davor, dass er mir glaubt und aus Güte diese Grausamkeit weniger werden lässt.

Ich bin über alle Maßen verliebt in seine Grausamkeit und in seine Zärtlichkeit: es ist wundersam, dass ich in diese beiden Gegensätze verliebt bin.

Bei Gott, wenn ich vor diesem Dorn (des Schmerzes) flüchte und den Garten (der Freude) betrete, werde ich beginnen wie die Nachtigall zu klagen.

Es ist eine wundersame Nachtigall, die ihren Mund öffnet um Dornen und Rosen gleichzeitig zu essen.

Was für eine Nachtigall ist das? (Nein), es ist ein glühendes Monster: wegen (seiner) Liebe bedeuten alle unsüßen Dinge Süße für ihn.

Er liebt das Universale, und er selber ist das Universale: er liebt sich selbst und sucht seine eigene Liebe.’“

Beschreibung der Flügel der Vögel, die göttliche Intelligenzen sind.

So ist die Geschichte des Vogels, der die Seele ist: wo ist derjenige, der der Vertraute der (geistigen) Vögel ist?

Wo ist ein Vogel, schwach und unschuldig, und in ihm Salomon mit seiner (ganzen) Armee?

Wenn er bitter klagt, ohne Dank oder Beschwerde, fällt ein Lärm des Tumultes auf die Sieben Sphären (des Himmels).

Jeden Moment kommen von Gott zu ihm einhundert Botschaften, einhundert Kuriere: von ihm ein Ruf „Oh mein Herr!“ und von Gott einhundert (Rufe) „Labbayka“ („Hier bin ich“).

Aus der Sicht Gottes ist sein Zurückweichen besser als sein Gehorsam; neben seinem Unglauben sind alle Glauben zunichte (wertlos).

Jeden Moment erlebt er ein Erheben (zu Gott), das ganz durch seine Eigenart geprägt ist: Er (Gott) legt auf seine Krone einhundert besondere Kronen.

Seine Form ist auf der Erde und sein Geist ist am „Nicht-Ort,“ ein „Nicht-Ort“, der über die Vorstellungskraft der Reisenden (die sich auf dem mystischen Weg befinden) hinausgeht:

Nicht so ein „Nicht-Ort“, dass er von dir verstanden werden könnte, oder dass eine Vorstellung darüber in dir jeden Moment geboren werden könnte;

Nein, Ort und „Nicht-Ort“ liegen in seiner Kontrolle, so wie die vier (paradiesischen) Flüsse in der Kontrolle dessen liegen, der im Paradiese verweilt.

Kürze die Erklärung dessen ab, und wende dein Gesicht davon ab: hauche nicht ein Wort (mehr) – und Gott weiß am besten was richtig ist.

Wir kehren von dieser Angelegenheit zurück, Oh Freunde, zu dem Vogel und dem Kaufmann und Indien.

Der Kaufmann akzeptierte diese Botschaft (und versprach), dass er den Gruß von ihm (dem Papageien) an seine Artgenossen übermitteln würde.

Wie der Kaufmann die Papageien Indiens im offenen Land sah und die Botschaft des Papageien überbrachte.

Als er die hintersten Regionen Indiens erreichte, sah er eine Anzahl von Papageien in der Ebene.

Er stoppte seinen Esel; dann erhob er seine Stimme, richtete den Gruß aus und erfüllte die ihm anvertraute Aufgabe.

Einer der Papageien zitterte plötzlich stark, fiel und starb, und sein Atem endete.

Der Kaufmann bereute, dass er die Nachricht übermittelt hatte, und sagte, „Ich habe dieses Geschöpf getötet.

Dieses Tier ist bestimmt verbunden mit dem (meinem) kleinen Papageien: Sie müssen zwei Körper mit einem Geist gewesen sein.

Warum habe ich das getan? Warum habe ich diese Nachricht weitergegeben? Ich habe dieses arme Geschöpf durch diese raue (närrische) Ansprache zerstört.“

Die Zunge ist wie ein Stein und ist auch feuer-gleich, und das, was von der Zunge entspringt ist wie Feuer.

Schlage nicht in sinnloser Weise Stein und Eisen gegeneinander, nun zum Zwecke des Erzählens (einer Geschichte), nun zum Zwecke des Angebens,

Denn es ist dunkel, und auf jeder Seite stehen Baumwollfelder: wie können Funken bei der Baumwolle sein?

Grausam sind solche Personen, die ihre Augen verschließen und durch solche (nichtigen) Worte eine ganze Welt in Flammen aufgehen lassen.

Ein einziges Wort vernichtet eine (ganze) Welt, verwandelt tote Füchse in Löwen.

In ihrem ursprünglichen Zustand haben Geister den (lebens-spendenden) Hauch Jesu, aber (solange sie im verkörperten Zustand verbleiben ist) ein Hauch davon (des Geistes) schafft eine Wunde und ein anderer ein Pflaster.

Wenn die (körperlichen) Hüllen von den Geistern entfernt würden, wären die Worte jedes Geistes, die des (Hauches des) Messias.

Wenn du Worte wie Zucker sprechen willst, dann halte dich fern von der Lust (sinnlicher Wünsche) und esse diese Süßigkeit nicht.

Selbstkontrolle ist das, was sich der Intelligente wünscht; Süßigkeiten sind das, wonach es Kindern strebt.

Wer auch immer Selbstkontrolle betreibt, geht in den Himmel, wer auch immer Süßigkeiten isst, bleibt weiter zurück.

Kommentar zu den Worten Faríu’ddín ’Attárs, mag Gott seinen Geist heiligen:

„Du bist ein Sensualist: Oh Rücksichtsloser, trinke Blut (bescheide dich) inmitten des Staubes (deiner körperlichen Existenz),

Denn wenn ein Spiritualist ein Gift trinkt, wird es (für ihn) zum Gegengift.“

Den Spiritualisten (Heiligen) schadet es nicht, selbst wenn er tödliches Gift vor aller Augen trinkt,

Denn er hat (geistige) Gesundheit erlangt und ist dadurch über die Notwendigkeit der Abstinenz hinausgetreten, während sich der arme Suchende (Gottes), immer noch im Zustand des Fiebers befindet.

Der Prophet sagte, „Oh kühner Suchender, gib acht! Schlage dich nicht herum, mit irgendjemandem der gesucht wird.“

In dir ist ein Nimrod: geh nicht in das Feuer. Wenn du hinein gehen willst, dann werde erst ein Abraham!

Wenn du weder ein Schwimmer noch ein Seemann bist, dann werfe dich nicht, aus einem Gefühl der Eigenüberschätzung, in das Meer.

Er (der Heilige) nimmt Perlen vom Grunde des Meeres, aus dem Verlust bringt er den Gewinn an die Oberfläche.

Wenn ein perfekter Mensch (ein heiliger) Erde nimmt, wird sie zu Gold; wenn ein Unperfekter Gold weggetragen hat, wird es zu Asche.

Da dieser rechtschaffende Mensch von Gott akzeptiert wird, ist seine Hand in (allen) den Dingen die Hand Gottes.

Die Hand des unperfekten Menschen ist die Hand des Teufels und des Dämonen, denn er befindet sich in der Falle des Auferlegens und der Hinterlist.

Wenn Ignoranz zu ihm (dem perfekten Menschen) kommt, dann wird sie zu Wissen, (aber) das Wissen, das zum unperfekten Menschen geht, wird Ignoranz.

Was auch immer ein kranker Mensch nimmt, wird zur Krankheit, (aber) wenn ein perfekter Mensch Unglauben annimmt, wird der Unglaube Religion.

Oh du, der du zu Fuß läufst, und dich mit einem Reiter herumgeschlagen hast, du wirst deinen Kopf nicht retten können. Nun halte deine Füße fest (halte ein)!

Wie die Magier Moses – der Friede sei mit ihm – Respekt zollten, und sagten, „Was befiehlst du? Wirst du deinen Stab zuerst niederwerfen oder wir?“

Die Magier in der Zeit des verfluchten Pharaos, als sie mit Moses in Feindschaft kämpften,

gaben Moses dennoch den Vorrang – denn die Magier hielten ihn in Ehren –

Denn sie sagten zu ihm, „Es liegt bei dir zu entscheiden: So du der Erste sein willst, dann wirf deinen Stab (zuerst) nieder.“

„Nein,“ sagte er, „zuerst werft ihr, Oh Magier, diese Tricks (Zauberobjekte) nieder, in die Mitte (wo alle sie sehen können).“

Dieses Maß an Respekt, deuteten sie als (Ausdruck des Glaubens und wahrer) Religion, so dass ihr wahrer Glaube, die Hände und Füße ihres Kampfes abschnitt ( – sie daran hinderte weiter mit Moses zu streiten).

Als die Magier Moses’ Recht anerkannten, opferten sie ihre Hände und Füße (als Buße) für dessen Sünde (des Kampfes).

Für den perfekten Menschen ist jedes Mundvoll (an Nahrung) und jeder Ausspruch rechtmäßig. Du bist nicht perfekt: esse nicht, sei stumm,

So sehr wie du ein Ohr bist und er eine Zunge und nicht dein Artgenosse: Gott sagte zu den Ohren, „Seid still.“

Wenn der Säugling geboren wird, bleibt er zuerst für eine Weile still, er ist ganz Ohr.

Für eine Zeitlang muss er seine Lippen verschließen und nicht sprechen, bis er zu sprechen lernt;

Und wenn er nicht (still wie) ein Ohr ist, sondern babbelnde Laute macht, dann macht er sich zum unbeholfensten Wesen der Welt.

Er, der von Natur aus taub ist, er, der zu Beginn kein Ohr hatte, ist stumm: wie sollte er ins Sprechen ausbrechen?

Da, um zu sprechen, man erst hören muss, komme du zur Sprache indem du hörst. Tritt in die Häuser durch ihre Türen, und suche die Resultate in deren Ursachen.

Es gibt keine Sprache, die von der Art des Hörens unabhängig wäre, außer der Sprache des Schöpfers, der ohne Wollen ist.

Er ist der Ursprung, Er folgt keinem Meister; Er ist die Unterstützung aller Dinge, Er hat keine Unterstützung,

Während der Rest, (beschäftigt) mit Handwerken und Gespräch, einem Meister folgt und ein Muster benötigt.

Wenn du kein Fremder bist (nicht außer Stande bist) um diesen Diskurs zu hören, nimm das Gewand eines Derwisches und vergieße Tränen an irgendeinem verlassenen Ort,

Da Adam durch Tränen vor dem Tadel flüchtete: feuchte Tränen sind der Atem (die Rede) des Reuevollen.

Um zu weinen kam Adam (hernieder) auf die Erde, so dass er weinen würde und klagen würde und traurig wäre.

Adam, hinausgeworfen aus dem Paradies und von den Sieben Himmeln, ging zum

„Schuh-Regal“ (Ort der Reue‘) (1) um sich zu entschuldigen.

Wenn du aus dem Rücken und aus den Lenden Adams stammst, dann sei beständig darin, in seiner Gegenwart (nach Vergebung) zu suchen.

Bereite ein Dessert aus Herzens-Feuer (brennendem Kummer) und Augen-Wasser (Tränen): der Garten wird geöffnet (erblüht) durch Wolke und Sonne.

Du bist ein Liebhaber des Brotes, wie die Blinden (Bettler).

Wenn du diese Tasche vom Brot entleerst, dann wirst du sie mit wunderschönen Juwelen füllen.

Stille das Baby ab – deine Seele – von der Milch des Teufels, und danach lass es mit den Engeln ziehen.

Während du düster und beunruhigt und traurig bist, wisse dass du von derselben Brust saugst wie der verbannte Teufel.

Das Mundvoll, dass Licht und Perfektion zunehmen ließ, wird aus rechtmäßigen Verdiensten erhalten.

Das Öl, das kommt und unsere Lampe am brennen hält – wenn es eine Lampe am brennen hält, dann nenne es Wasser.

Von dem rechtmäßigen Bissen, sind Wissen und Weisheit geboren; vom rechtmäßigen Bissen, kommen Liebe und Zartheit.

Wenn du siehst, dass von einem Bissen Neid und Hinterlist stammen, und wenn Ignoranz und Rücksichtslosigkeit daraus erwachsen, dann wisse, dass dieser Bissen nicht rechtmäßig ist.

Würdest du Weizen sähen und es würde Gerste daraus wachsen? Hast du gesehen, dass eine Stute eine Eseljunges zur Welt brächte?

Der Bissen ist der Same, und Gedanken sind seine Früchte; der Bissen ist das Meer, und Gedanken sind seine Perlen.

Vom rechtmäßigen Bissen im Munde, wird die Neigung geboren (Gott) zu dienen und der Schluss wird gezogen, in die andere Welt zu gehen.

Wie der Kaufmann dem Papagei erzählte was er Seitens der Papageien in Indien bezeugte.

Der Kaufmann beendete seinen Handel und kehrte frohen Herzens nach Hause.

Er brachte für jeden (männlichen) Sklaven ein Geschenk, er gab jedem (Sklaven-)Maid ein Mitbringsel.

„Wo ist mein Geschenk?“ fragte der Papagei. „Erzähle was du gesagt und was du gesehen hast.“

„Nein,“ sagte der Kaufmann, „in der Tat bereue ich das, was ich gesagt habe und beiße meine Hand und meine Finger (in Reue).

Warum habe ich, aus Ignoranz und Dummheit, solch eine rücksichtslose Botschaft einfach so erzählt?“

„Oh Meister,“ sagte der Papagei, „warum fühlst du Reue? Was ist das, das diesen Ärger und Jammer erzeugt?“

„Ich habe deine Beschwerde vorgetragen,“ sagte der Kaufmann, „bei einer Gruppe von Papageien, die so waren wie du.

Ein Papagei begriff deinen Schmerz: sein Herz brach (seine Gallenblase zerplatzte) und er erzitterte und starb.

Das tat mir Leid, (und ich dachte) ‚warum habe ich dies gesagt?’ aber was nützte die Reue nachdem ich es gesagt hatte?“

Wisse dass ein Wort, das plötzlich von der Zunge schießt, wie ein Pfeil ist, der vom Bogen geschossen wird.

Oh Sohn, dieser Pfeil kehrt von seinem Weg nicht zurück: du musst einen Strom an dem Ursprung dämmen.

Nachdem er den Ursprung hinter sich ließ, fegte er über eine Welt (der Länder): wenn er die Welt verwüstet, so ist das kein Wunder.

In (unserer) Handlungen liegt eine ungesehene Hervorbringung von Effekten, und die Resultate die daraus entstammen, liegen nicht in der Kontrolle der Wesen: Diese Resultate sind alle durch Gott geschaffen ohne irgendeinen Partner, obwohl sie uns zugeschrieben werden.

Zayd ließ einen Pfeil in Richtung von ’Amr fliegen: sein Bogen packte ’Amr, wie ein Leopard.

Für eine lange Zeit, ein (ganzes) Jahr, erzeugte er (der Pfeil) Schmerzen: Schmerzen sind von Gott geschaffen, nicht von Menschen.

Wenn Zayd, der (den Pfeil) schoss, aus Angst in dem Moment gestorben wäre (als ’Amr verwundet wurde), (dennoch) wären Schmerzen kontinuierlich (in ’Amr’s Körper) erzeugt worden, bis zum (’Amrs) Tod.

In dem Maße wie er (’Amr) an den Folgen der Verletzung (die ihm beigebracht wurde) starb, nenne Zayd, der (den Pfeil) schoss, im Bezug darauf den Mörder.

Schreibe ihm die Verursachung dieser Schmerzen zu, auch wenn sie alle das Werk des Schöpfers sind.

So auch mit dem Säen und Atmen (Sprechen) und (dem Auslegen von) Fallen und sexuellem Verkehr: die Folgen davon (dieser Handlungen) sind Gott unterworfen (d.h. durch den Willen Gottes bestimmt).

Die Heiligen besitzen eine Kraft (stammend) von Gott: sie wenden den Pfeil der geeilt ist, von seinem Kurs ab.

Wenn der Heilige Reue zeigt, schließt er die Türen der Resultate (schließt er die Resultate) von der Ursache, durch die Hand (Macht) des Herrn (d.h. er verursacht, dass die Ursache keine Folge hervorbringt).

Durch das Öffnen der Tür (göttlicher Gnade), macht er ungesagt was gesagt wurde, so dass kein Schaden entsteht.

Er entfernt das Gesagte aus dem Verstand derer, die es gehört haben, und macht es unerkennbar.

Oh Mann, wenn du unbedingt eine Demonstration und einen Beweis dafür benötigst, dann rezitiere „Welchen Vers auch immer wir stoppen, oder verursachen dass er vergessen wird.“

Lies den Vers „Sie machten, dass du Meine Warnung vergisst“: erkenne darin deren (der Heiligen) Macht, die Vergesslichkeit (in die Herzen der Menschen) zu setzen.

Da sie die Fähigkeit besitzen, dich dazu zu bringen, dich zu erinnern oder zu vergessen, haben sie Macht über all die Herzen der (Gottes) Geschöpfe.

Wenn er (der Heilige) die Straße (deiner) mentalen Wahrnehmung durch die Vergesslichkeit blockiert hat, ist es für dich unmöglich zu Handeln, selbst wenn Tugend in dir ist.

Denkst du, dass diese Erhabenen lächerlich sind? Rezitiere aus dem Koran die Worte „Sie ließen dich vergessen.“

Er der ein Dorf besitzt, ist ein König über Körper; er der ein Herz besitzt (der Heilige), ist ein König über eure Herzen.

Ohne irgendeinen Zweifel ist Handlung (Praxis) ein Zweig der Sicht (d.h. der Theorie untergeordnet): deswegen ist der Mensch nichts außer „der kleine Mensch“ (die Pupille des Auges).

Ich traue mich nicht dies im ganzen darzulegen: es wird von denen verhindert, die sich im Zentrum (in der Mitte) befinden.

So sehr wie Vergesslichkeit und Erinnerungsvermögen der (Gottes) Geschöpfe bei ihm liegen (d.h. vom perfekten Heiligen abhängig sind), und er bei ihrem Hilferuf kommt,

Leert dieser Ruhmreiche jede Nacht Hunderttausend des Guten und des Bösen aus ihren Herzen,

Tagsüber füllt er ihre Herzen damit – er füllt diese Austern mit Perlen.

Durch die (göttliche) Führung erkennen all diese vorherige Dinge, die Geister (an die sie gebunden waren).

Dein Handwerk und deine Fähigkeit kehren zurück zu dir, so dass sie dir die Tür der (Wege und) Mittel öffnen.

Die Fähigkeit des Goldschmieds ging nicht zum Schmied über; die Veranlagung des Gutmütigen ging nicht zu dem, der Anlass von Ärger ist.

An Tage der Erweckung werden die Handwerke und Fähigkeiten, als seien sie Gegenstände des Besitzes, zu dem kommen, dem sie angehören (dem Besitzer).

Nach dem Schlaf, kommen die Handwerke und Dispositionen in Eile zu dem, der sie als seine beansprucht.

Zur Stunde des Sonnenaufgangs sind die Handwerke und Gedanken zum selben Ort gegangen, wo dieses Gute und Böse war.

Wie Brieftauben, bringen sie Dinge, die nützlich zu wissen sind, von anderen Städten zu ihrer eigenen Stadt.

Wie der Papagei hörte, was die Papageien getan hatten, und er deswegen im Käfig starb, und wie der Kaufmann seines wegen klagte.

Als der Vogel hörte was dieser andere Papagei getan hatte, erzitterte er (der Vogel) stark, fiel und erkaltete.

Der Kaufmann, der ihn so gefallen sah, sprang auf und warf seine Mütze auf den Boden.

Als er ihn in dieser Gestalt und in diesem Zustand sah, sprang der Kaufmann vor und zerriss sich die Front seines Kleides.

Er sagte, „Oh hübscher Papagei mit deinem süßen Schrei, was ist das, das mit dir geschehen ist? Warum bist du zu dem geworden?

Oh, Weh meinem melodiösem Vogel, dem Wein meines Geistes und mein Garten und mein süßer Basilikum!

Wenn Salomon einen Vogel wie diesen besessen hätte, warum, in der Tat, hätte er sich mit jenen (anderen) Vögeln beschäftigen sollen?

Oh, Weh dem Vogel den ich billig erhielt, und der (so) bald mein Gesicht von ihrem (der Vögel) Anblicke wegdrehte!

Oh Zunge, du bist mir ein großer Schaden, (aber) da du sprichst, was soll ich dir sagen? Oh Zunge, du bist beides Feuer und Stapel: wie lange willst du dieses Feuer noch auf den Stapel werfen?

Im Geheimen seufzt meine Seele wegen dir, obgleich sie was immer auch tut, was du von ihr bittest.

Oh Zunge, du bist ein Schatz ohne Ende. Oh Zunge, du bist auch eine Krankheit gegen die es kein Heilmittel gibt.

Du bist das eine Mal eine Pfeife und ein Köder für Vögel, und ein Tröster in der Verzweiflung wegen Abwesenheit (des Geliebten).

Wie lange wirst du Gnade mit mir haben, Oh Gnadenlose, Oh du, die du den Bogen gespannt hast, um Rache an mir zu verüben?

Schau, du hast verursacht, dass mein Vogel hinfort geflogen ist. Grase nicht (länger) auf der Weide der Ungerechtigkeit!

Entweder antworte mir oder bringe Kompensation oder teile mir die Mittel zur Freude mit (d.h. Teile mir mit was die Mittel sind, um Freude zu generieren).

Oh, Weh meinem die Dunkelheit verzehrenden Tagesanbruch! Oh, Weh meinem den Tag entzündenden Lichte!

Oh, Weh meinem Vogel des guten Fluges, der von meinem Ende (meinem letzten Zustand) zu meinem Anfang (meinem ersten Zustand) geflogen ist.

Der ignorante Mensch ist bis ins Unendliche verliebt in Schmerz. Erhebe dich und lese (im Koran) Ich schwöre nicht bis zu den Worten in einer schweren Situation.

Mit deinem Gesicht war ich frei von schwierigen Situationen, und in deinem Fluss blieb ich vom Schaume unbeschmutzt.

Diese Weh-Rufe sind (verursacht durch) die Phantasie (dem Gedanken) dessen, (den Geliebten) zu sehen und (verursacht durch) die Trennung meiner gegenwärtigen Existenz.

Es war die Eifersucht Gottes, und es gibt kein Mittel gegen Gott: wo ist ein Herz das nicht durch Gottes Liebe zu hundert Stücken (zerfällt)?

Die Eifersucht (Gottes) ist die, dass Er anders als alle Dinge ist, dass Er über die Erklärung und über den Lärm der Worte hinausgeht.

Oh, Weh! Wären meine Tränen doch ein Ozean, dass sie dem Lieblichen als ein Angebot hingegeben werden könnten!

Mein Papagei, mein schlauköpfiger Vogel, der Übersetzer meines Denkens und meines innersten Bewusstseins,

Er (der Papagei) hat mir gleich zuerst gesagt, dass ich mich daran erinnern mag, was auch immer zu mir kommen sollte, als die mir zugeteilte Portion von Richtig oder Falsch.“

Der Papagei, dessen Stimme von (göttlicher) Inspiration kommt, und dessen Anfang vor dem Anfang von Existenz war –

Dieser Papagei ist in dir versteckt: du hast seine (des Papageien) Reflektion gesehen auf diesem und jenem (den Dingen der phänomenalen Welt).

Er nimmt dir deine Freude, und wegen ihm freust du dich: du erhältst Verletzungen von ihm, Gerechtigkeit gleich (als wären sie Gerechtigkeit).

Oh du, der du deine Seele wegen des Körpers verbranntest, du hast die Seele verbrannt (zerstört) und den Körper erleuchtet (erhoben).

Ich brenne (mit Liebe zu Gott): will irgendjemand Zunder, lass ihn seinen Müll mit Feuer von mir anzünden.

So sehr wie Zunder brennbar ist, nimm den Zunder der Feuer (leicht) fängt.

Oh Weh, oh Weh, oh Weh, dass solch ein Mond hinter den Wolken verborgen bleiben konnte!

Wie sollte ich ein Wort sprechen? – wo das Feuer in meinem Herzen wild geworden ist, der Löwe der Trennung (von dem Geliebten) wütet und vergießt Blut.

Einer der gewaltsam und wütend ist, selbst wenn er nüchtern ist, wie wird er sein, wenn er den Weinbecher in seine Hand nimmt?

Der wütende Löwe, der unbeschreibbar ist, ist zu groß für die Weiten der Wiese.

Ich denke an Reime, und mein Liebster sagt zu mir, „Denke an nichts außer der Vision von mir.

Sitze mit Leichtigkeit, Mein Reim-erdenkender (Freund): in Meiner Gegenwart bist du gereimt (gebunden an) mit Glückseligkeit.

Was sind Worte, dass du an sie denken solltest? Was sind Worte? Dornen in der Hecke des Weinfeldes.

Ich werde Wort und Klang und Rede in Verwirrung miteinander werfen, so dass ich ohne diese drei mit dir konversieren kann.

Das Wort, das ich vor Adam verborgen hielt, werde ich zu dir sprechen, Oh Bewusstsein der Welt (d.h. Oh du, der du das Bewusstsein der Welt bist).

Das Wort, das ich Abraham nicht mitteilte, und der Schmerz (die Liebe) die Gabriel nicht kennt (werde ich dir sagen).“

Das Wort, von dem der Messias (Jesus) nicht ein Wort hauchte, hat Gott, aus Eifersucht noch nicht mal ohne má (wir?) gesagt.

Was ist in Sprache? Positiv oder negativ – Affirmation oder Negation. Ich bin nicht positiv, ich bin ohne Selbst (selbstlos) und negiert.

Ich habe (wahre) Individualität in Non-Individualität gefunden: deshalb habe ich (meine) Individualität in Non-Individualität gebunden.

Alle Könige sind ihren Sklaven versklavt, alle Leute sind tot (bereit zu sterben) für einen der für sie stirbt.

Alle Könige knien nieder vor einem der vor ihnen niederkniet, alle Menschen sind berauscht mit (Liebe für) einem der berauscht von ihnen ist.

Der Vogelfänger wird zur Beute der Vögel, um sie urplötzlich zu seiner Beute zu machen. Die Herzen von Herzensbrechern sind gefangengenommen durch die, die ihr Herz (an sie)

verloren haben: alle die geliebt werden, sind die Beute derer die sie lieben.

Von wem auch immer du dachtest er sei ein Liebender, betrachte ihn als den der geliebt wird, denn er ist, in relativer Weise beides, dies und das.

Wenn die, die durstig sind, Wasser auf dieser Welt suchen, (so) sucht das Wasser in dieser Welt auch nach denen die durstig sind.

So sehr wie Er (dein) Liebender ist, so sehr sei still: da Er dich am Ohr zieht, sei du (ganz) Ohr.

Dämme den Strom (der Ektase) wenn er zur Flut wird; sonst wird er zur Beschämung und zum Ruin.

Was sorgt es mich wenn Ruin zustande kommt? Unter der Ruine liegt ein königlicher Schatz.

Er der in Gott versunken ist, wünscht sich noch tiefer zu versinken, während sein Geist auf und abgeschleudert wird, wie die Wellen des Meeres,

Und er fragt, „Ist der Grund des Meeres erfreulicher oder die Oberfläche? Ist Sein (des Geliebten) Bogen faszinierender oder das Schild?“

Oh Herz, du wirst durch üble Annahmen auseinandergerissen, wenn du irgendeinen Unterschied zwischen Freude und Leid siehst.

Auch wenn das Objekt deines Wunsches den Geschmack von Zucker hat, ist nicht die Abwesenheit irgendeines Objektes des Wunsches (in dir), das Objekt des Wunsches des Geliebten?

Jeder Seiner Sterne ist der Blutpreis einer hundert neuer Monde: ist es rechtmäßig für Ihn das Blut der (ganzen) Welt zu vergießen?

Wir erhielten den Preis und den Blutpreis: wir eilten, um unsere Seele hinfortzuspielen.

Oh, das Leben derer die lieben, besteht im Tod: du wirst das Herz (des Geliebten) nicht gewinnen, außer indem du dein eigenes verlierst.

Ich strebte mit einhundert Arten und Zierden danach Sein Herz zu gewinnen, aber Er entschuldigte sich mir gegenüber (lehnte mich ab), in Verachtung.

Ich sagte, „Gleich wie, mein Verstand und meine Seele sind versunken in Dir.“ „Hinfort,“ sagte Er, „hinfort! Sprich diese Zaubersprüche nicht über Mich (versuch nicht Mich zu bezirzen).

Weiß ich denn nicht welchen Gedanken du gefasst hast? Oh du hast doppelt gesehen, wie hast du den Geliebten betrachtet?

Oh du mit grobem Geist, du hast Mich niedrig eingeschätzt, denn du hast Mich billig gekauft.

Er der billig kauft, gibt billig: ein Kind gibt eine Perle für einen Laib Brot.“

Ich bin versunken in einer Liebe (die so tief ist), dass darin die ersten und die letzten Lieben versunken sind.

Ich habe es zusammenfassend gesagt, ich habe es nicht (in voller Länge) erklärt, sonst würden sowohl (deine) Wahrnehmungen und (meine) Zunge dadurch verzehrt.

Wenn ich von „Lippe“ spreche, so meine ich die Lippe (Küste) des Meeres; wenn ich

„nicht“ sage, so meine ich damit „außer.“

Durch (innere) Süße sitze ich mit saurem Gesicht: aus Fülle an Sprache bin ich still,

Dass meine Süße in der Maske der Sauergesichtigkeit von den zwei Welten verborgen bleiben möge.

Damit dieses Thema nicht zu jedem Ohr dringen möge, spreche ich (nur) eines von einhundert esoterischen Mysterien.

Kommentar über die Worte Hakím’s (Saná’í’s):

„Alles, was verursacht, dass du auf dem Wege zurückbleibst – was macht es aus, ob es Unglaube oder Glaube ist?

Jede Form, die verursacht dass du weitab vom Geliebten bist, was macht es aus ob diese Form hässlich oder schön ist?“ –

Und (ein Diskurs) über die Bedeutung der Worte des Propheten, mit dem Friede sei:

„Wahrhaft, Sa’d ist eifersüchtig, und ich bin eifersüchtiger als Sa’d, und Allah ist eifersüchtiger als ich es bin; und wegen Seiner Eifersucht hat Er falsche Handlungen sowohl innerlicher wie auch äußerlicher Art verboten.“

Die ganze Welt wurde eifersüchtig, weil Gott der ganzen Welt in Eifersucht überlegen ist. Er ist wie der Geist, und die Welt ist wie der Körper: der Körper erhält vom Geist (beides)

Gutes und Böses.

Jeder, dessen Gebetsnische sich zur (mystischen) Offenbarung wendet, betrachte sein sich Zurückwenden zum (traditionellen) Glauben als beschämend.

Jeder, der ein Meister der Gewänder des Königs geworden ist, es ist ein Verlust für ihn, im Namen des Königs Handel zu betreiben.

Jeder, der ein enger Freud des Sultans wird, es ist eine Kränkung und ein Schwindel (für ihn) an seiner Türe zu warten.

Wenn (das Privileg dessen) die Hand des Königs zu küssen, ihm durch den König erlaubt wurde, ist es eine Sünde für ihn vorzuziehen des Königs Fuß zu küssen.

Auch wenn es ein Akt des Gehorsams ist, den Kopf auf des Königs Fuß zu legen, doch ist es verglichen mit dem vorherigen Akt des Gehorsams ein Fehler und ein Rückschritt.

Der König ist eifersüchtig auf jeden der, nachdem er das Gesicht gesehen hat, den (bloßen) Geruch bevorzugt.

Um in Parabeln zu sprechen, Gottes Eifersucht ist der Weizen, (während) die Eifersucht des Menschen das Stroh im Haufen ist.

Wisse dass die Wurzel aller Eifersuchten in Gott liegt: die des Menschen sind ein Abkömmling von Gott, ohne Ähnlichkeit (ohne impliziert zu sein).

Ich werde die Erklärung dessen verlassen und werde beginnen mich über die Grausamkeit dieser unerfassbaren Schönheit zu beschweren.

Ich weine, denn Weinen gefällt Ihm: Er will von den beiden Welten Weinen und Kummer.

Wie sollte ich wegen seinem Verwirrspiel nicht bitterlich weinen, wo ich doch nicht im Kreise derer bin, die trunken sind von Ihm?

Wie sollte ich nicht trauern wie die Nacht, ohne Seinen Tag und ohne dem Wohlwollen Seines den Tag erleuchtenden Angesichts?

Seine Unsüße ist süß in meiner Seele: möge meine Seele dem Geliebten geopfert werden, der mein Herz bekümmert!

Ich bin verliebt in meinen Kummer und meinen Schmerz, um meinen einmaligen König zu erfreuen.

Ich mache den Staub der Sorge zur Salbe meines Auges, dass die beiden Meere meiner Augen mit Perlen gefüllt werden mögen.

Die Tränen die Menschen Seinetwegen vergießen, sind Perlen – und Leute denken sie seien Tränen.

Ich beschwere mich wegen der Seele der Seelen, (aber in Wahrheit) beschwere ich mich nicht: Ich erzähle (nur).

Mein Herz sagt, „Ich werde durch Ihn gequält,“ und ich habe (lange) über diese armselige Vorgabe gelacht.

Tu (mir) rechtens, Oh Ruhm der Rechthandelnden, Oh Du der Du das Podium bist, und ich die Schwelle Deiner Tür!

Wo sind Schwelle und Podium in Realität? Dort wo unser Geliebter ist, wo sind „wir“ und „ich“?

Oh Du, dessen Seele frei ist vom „wir“ und „ich,“ Oh Du der Du die subtile Essenz des Geistes in Mann und Frau bist,

Wenn Mann und Frau eins werden, Du bist der Eine; wenn die Einheiten ausgelöscht werden – Du bist dies (Vereinigung).

Du hast dieses „ich“ und „wir“ ersonnen, damit dass Du das Spiel der Verehrung mit Dir selbst spielen kannst,

Dass alle „ich’s“ und „du’s“ zu einer Seele werden sollten und zuletzt in dem Geliebten eingetaucht werden sollten.

All dies ist (wahr), und komme Du, Oh (Herr der) geschaffenen Welt (2), Oh Du der

„Komm“ und (alle) Sprachen transzendierst!

Der Körper kann Dich (nur) in körperlicher Weise sehen: er stellt sich Deine Traurigkeit oder dein Lachen vor.

Sage nicht, dass das Herz, das durch (solche körperlichen Attribute wie) Traurigkeit und Lachen gebunden ist (d.h. dadurch bedingt ist), verdient dich zu sehen (so wie du wirklich bist).

Er der durch Traurigkeit und Lachen gebunden ist, lebt mittels dieser geliehenen (vorübergehenden und irrealen) Dinge.

Im grünen Garten der Liebe, der ohne Ende ist, sind viele Früchte außer Sorge und Freude.

Liebe ist höher als diese beiden Gefühlszustände: ohne Frühling und ohne Herbst ist sie (stetig) grün und frisch.

Zahl den zehnten Teil auf Dein holdes Gesicht, Oh Schöner: erzähle die Geschichte der Seele die in Stücke zerriss,

Denn durch die Koketterie eines Blickes, hat einer der sich damit beschäftigt liebevoll zu blicken, mein Herzen von neuem entzündet.

Ich hätte ihm vergeben wenn er mein Blut vergossen hätte: Ich sagte, „Es ist rechtmäßig (ich vergebe dir),“ und er floh (von mir).

Da du vor der Klage derer fliehst, die (wie) Staub sind, warum gießest Du Sorge auf die Herzen der Sorgenvollen?

Oh Du, der jede Morgendämmerung die vom Osten hervorschien, überfließend (mit reicher Gnade) fand, wie die helle Fontäne (der Sonne),

Wie konntest Du deinem sehnsuchtsvollen Freund (nichts außer) Umgehung geben, Oh Du, der Zucker, dessen Lippen keinen Preis haben?

Oh Du, der Du eine neue Seele für die alte Welt bist, höre den Ruf der von meinem Körper kommt, der ohne Seele und Herz ist.

Lass die Geschichte der Rose! Um Gottes Willen, schreite voran in der Geschichte der Nachtigall, die von der Rose getrennt wird!

Unser Gefühl wird nicht durch Kummer oder Freude verursacht, unser Bewusstsein ist nicht mit Vorstellung und Imagination verbunden.

Da ist ein anderer Zustand (des Bewusstseins), der besonders ist: zweifle nicht, denn Gott ist sehr mächtig.

Beurteile nicht vom (normalen) Zustand des Menschen, verharre nicht in falsch handeln und richtig handeln.

Falsch handeln und richtig handeln, Kummer und Freude, sind Dinge die zur Existenz kommen; die, die zur Existenz kommen, sterben: Gott ist ihr Erbe.

Es ist Morgendämmerung. Oh Du, der Du die Unterstützung und die Zuflucht der Morgendämmerung bist, bitte (für mich) um Vergebung bei meinem Herrn Husámu’ddín!

Du bist der, Der um Vergebung beim universalen Verstand und der universalen Seele fragt, Du bist die Seele der Seele und der Glanz der Koralle.

Das Licht der Morgendämmerung schien hervor, und von Deinem Licht sind wir damit beschäftigt, den Morgentrank zu trinken mit dem Wein Deines Mansúr. (3)

So sehr wie Dein Geschenk mich so hält (begeistert), wer (was) ist (anderer) Wein, der mich begeistern sollte?

Wein im Ferment ist ein Bettler, der unser Ferment erbittet; Der Himmel in seiner Drehung ist ein Bettler, der um unser Bewusstsein bittet.

Der Wein wurde trunken von uns, nicht wir von ihm; der Körper kam zum Sein durch uns, nicht wir von ihm.

Wir sind wie Bienen, und Körper sind wie Wachs (Waben): wir haben den Körper gemacht, Zelle für Zelle, wie Wachs.

Rückkehr zur Geschichte des Kaufmanns der zum Handel (nach Indien) ging.

Dies (dieser Diskurs) ist sehr lang. Erzähl die Geschichte des Kaufmanns, so dass wir sehen mögen, was mit diesem guten Manne geschah.

Der Kaufmann stieß im Feuer (im brennenden Schmerz) und Kummer und in Sehnsucht einhundert gestörte Sätze wie diese aus,

Nun im Selbstwiderspruch, nun in Verachtung, nun bescheiden bittend, nun mit Leidenschaft für die Realität, und nun in der Metapher (Irrealität).

Der ertrinkende Mann erleidet eine Agonie der Seele und hält sich an jedem Strohhalm fest. Aus Angst seinen Kopf (sein Leben) zu verlieren, wirft er seine Hände und Füße um sich um zu sehen ob irgendjemand im Untergang nach seiner Hand greifen wird (ihm helfen wird).

Der Freund liebt diese Agitation: es ist besser umsonst zu kämpfen als still zu liegen.

Er, der der König (aller) ist, ist nicht faul, doch Beschwerde von ihm wäre ein Wunder, denn er ist nicht krank.

Aus diesem Grund sagte der Gnadenvolle (Gott), Oh Sohn, „Er ist jeden Tag mit einer Angelegenheit (beschäftigt),“ Oh Sohn.

Sei in dieser Weise immer am Scharren und Kratzen (bis zum äußersten in Bemühung): sei bis zu deinem letzten Atem nicht für einen Moment unbeschäftigt,

So dass dein letzter Atem ein letzter Atem sein möge, in dem (göttliches) Wohlwollen dein engster Freund ist.

Was auch immer die Seele, die im Mann und in der Frau ist, bemüht ist zu tun – das Ohr und das Auge des Königs der Seele sind am Fenster.

Wie der Kaufmann den Papageien aus dem Käfig warf und wie der tote Papagei hinweg flog.

Danach warf er ihn (den Papageien) aus dem Käfig. Der kleine Papagei flog auf einen hohen Ast.

Der tote Papagei flog so geschwind, wie die östliche Sonne die weitereilt.

Der Kaufmann war beeindruckt von der Handlung des Vogels: ohne Verständnis wurde er plötzlich der Mysterien des Vogels gewahr.

Er hob sein Gesicht und sagte, „Oh Nachtigall, lass uns profitieren (gib uns Anleitung) indem du deinen Fall erklärst.

Was hat er (der Papagei) dort (in Indien) getan, das du gelernt hast, einen Trick verübst und uns (mit seelischem Schmerz) verbrennst“?

Der Papagei sagte, „Er (der andere Papagei) hat mir durch seine Handlung einen Ratschlag gegeben – ‚Gib den Charme deiner Stimme auf und deine Zuwendung (für deinen Halter),

Denn deine Stimme hat dich in diese Fesseln gelegt’: er (der andere Papagei) stellte sich tot um (mir) diesen Rat zu geben,

Der bedeutet, ‚Oh du der du ein Sänger für hoch und tief geworden bist, werde tot wie ich, dass du die Befreiung erhältst.’“

Wenn du ein Korn bist, werden die kleinen Vögel dich aufpicken; wenn du eine Knospe bist, werden die Kinder dich abpflücken.

Verstecke das Korn (den Köder), werde ganz zur Falle; verstecke die Knospe, werde das Gras auf dem Dache.

Jeder der seine Schönheit zur Ersteigerung anbietet, Einhundert schlimme Schicksale ereilen seiner (und nehmen ihn ein).

Intrigen und Zorn und Neid rieseln auf sein Haupt, wie Wasser aus Wasserschläuchen. Feinde reißen ihn aus Eifersucht in Stücke; selbst Freunde berauben ihn um seine Lebenszeit.

Er der bedachtlos im Frühling säte, wie sollte er den Wert seiner Lebenszeit kennen?

Du musst in den Schutz, den du durch Gottes Gnade erhältst, fliehen – der tausendfach Gnade auf (unsere) Seelen geschüttet hat,

Dass du dort Schutz finden mögest. Wie würdest du denn ohne Schutz sein? Wasser und Feuer werden deine Armee sein.

Wurde nicht das Meer zum Freund von Noah und Moses? Wurde es nicht überschäumend in Rache gegen ihre Feinde?

War nicht das Feuer eine Festung für Abraham, so dass es Rauch (Seufzer der Verzweiflung) aus Nimrods Herz hervorzog?

Rief nicht der Berg Yahyá (Johannes den Täufer) zu sich, und trieb seine Verfolger durch Steinwürfe fort?

„Oh Yahyá,“ sagte er, „komm, suche Zuflucht in mir, dass ich dein Schutz vor dem scharfen Schwert sein möge.“

Wie der Papagei sich vom Kaufmann verabschiedete und wegflog.

Der Papagei gab ihm einen oder zwei Ratschläge voller (geistigem) Reichtum und verabschiedete sich nachdem und flog fort.

Der Kaufmann sagte zu ihm (dem Papageien), „Geh, Gott schütze dich! Genau jetzt hast du mir einen neuen Weg gezeigt.“

Zu sich selbst sagte der Kaufmann, „Dies ist ein Rat für mich; ich werde seinen (des Papageien) Weg nehmen, denn sein Weg erscheint durch Licht.

Wie sollte meine Seele schlechter sein als der Papagei? Die Seele sollte einem Guten Pfade wie diesem folgen.“

S. 85 – 101, Buch I.

(1) Ablage für die Schuhe, bevor das Haus betreten Bedeutung hier: Er stand an einem Ort der Reue.

(2) Wörtlich, „Befehl der ‚Sei!’ ist“, oder „Oh du der den Befehl “

(3) h. Halláj, der sagte „Ana ’l-Haqq.“

Radierung und Malerei: Farangis G. Yegane.

Fragment: Manuchehr Jamali.

Rev. 29.09.2021

Categories
Inspiring Säkularer Mystizismus Sichtweisen

Molavi: Der Mann, der es versäumte von den weisen Ratschlägen eines Vogels zu profitieren

Der Mann, der es versäumte von den weisen Ratschlägen eines Vogels zu profitieren

Aus: (BOOK IV) THE MATHNAWÍ OF JALÁLU’DDÍN RÚMÍ, Translation, Books III & IV, R.A. Nicholson, E.J.W. Gibb Memorial Series (1930), New Series, IV, 4. London, 1960, pp. 396-397.

Zeichnungen: Farangis G. Yegane. Aus dem Englischen von Gita Yegane Arani.

Geschichte des gefangenen Vogels, der die folgenden Anweisungen gab: leide nicht wegen dem was vergangen ist, denke darüber nach Vorkehrungsmaßnahmen für die gegenwärtigen Notwendigkeiten zu ergreifen und verbringe deine Zeit nicht mit Reue.

Ein gewisser Mann fing einen Vogel mit Hinterlist und einer Falle: der Vogel sagte zu ihm, „Oh edler Herr,

Du hast viele Ochsen und Schafe gegessen, du hast viele Kamele geopfert;

Niemals in der Welt wurdest du durch sie gesättigt, so wirst du auch nicht durch meine Glieder gesättigt werden.

Lass mich gehen, so dass ich dir drei Ratschläge geben kann, und so dass du sehen magst, ob ich weise oder ein Narr bin.

Ich werde dir den ersten dieser Ratschläge auf deine Hand geben, den Zweiten von ihnen auf deinem gepflastertes Dach,

Und den dritten Rat werde ich dir auf einem Baum geben. (Lass mich gehen, denn) du wirst durch diese drei Ratschläge Glück erhalten.

Was den Rat anbetrifft, den ich dir auf deine Hand geben will, es ist dieser: ‚glaube nicht an eine Absurdität, (wenn du sie hörst) von irgendjemandem.’“

Als der Vogel den ersten bedeutungsvollen Rat auf der Handfläche des Mannes gab, wurde er (der Vogel) frei gelassen und ging (und setzte sich) auf die Mauer des Hauses des Mannes,

Und der Vogel sagte, „Der zweite Rat ist, ‚ leide nicht wegen dem was vergangen ist: wenn es von dir gegangen ist, dann fühle keine Reue darüber.’“

Danach sagte der Vogel zu dem Mann, „In meinem Körper ist eine unvergleichliche (große und kostbare) Perle versteckt, zehn Dirhems im Gewicht.

Bei der Wahrheit deiner Seele (so sicher wie du lebst), dieses Juwel war dein Glück und das Glück deiner Kinder.

Du hast diese Perle verpasst, denn sie ( – dass du sie erhalten solltest – ) war nicht für dich vorbestimmt – eine Perle deren Gleichen nicht existiert.“

So wie eine Frau, die dick von ihrem Baby ist beim Zeitpunkte der Geburt, so begann der Khwája lautstark zu Klagen.

Der Vogel sagte zu ihm, „Habe ich dich nicht ermahnt, indem ich sagte, ‚Empfinde keinen Kummer für das, was gestern geschehen ist’?

Da es vergangen und weg ist, warum klagest du dann? Entweder hast du meine Rat nicht verstanden oder du bist taub.

Und was den zweiten Rat anbetrifft, den ich dir gab, (nämlich) ‚Glaube nicht, aufgrund eines Fehlgeleitetseins, an irgendeine absurde Behauptung,’

Oh Löwe (Oh, ehrwürdiger Mann), ich selbst wiege noch nicht mal zehn Dirhems: wie sollte das Gewicht von zehn Dirhems dann in mir sein?“

Der Khwája sammelte sich (besann sich) und sagte, „Höre, nun eröffne mir den dritten ausgezeichneten Rat.“

„Ja,“ sagte der Vogel, „du hast die zwei anderen Ratschläge gut verwendet, so dass ich dir den dritten Ratschlag ganz vergeblich sagen werde!“

Einem schläfrigen Ignoramus Ratschläge zu geben, ist wie Samen auf zu stickstoffhaltigen Boden zu verstreuen.

Torheit und Ignoranz zu zerreißen, ermöglich nicht, sie wieder zu flicken: gib ihm (dem Narren) nicht den Samen der Weisheit, Oh Ratgeber.

(S. 396 / II)