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Selective ethical ignorance in conteporary Punk and Hardcore bands

Die ‘Solidarität unter Punks’ (u. in der Hardcoreszene) ist den Leuten heute wichtiger als wo sie ernsthaft politisch stehen: gerade wenn es um Antispe geht. Auch daher bevorzugen wir persönlich eine Abgrenzung von Leuten, die durch Doppelstandards Hetzern das Feld überlassen …

Solidarity among punks + in the hardcore scene is more important to people today than where they really stand politically: especially when it comes to #antispe. This is a reason why we prefer to distance ourselves from people who by double standards leave the field to haters.

Like this band here calling itself “meat grinder”, calling their hardcore genre sausage/hamburger/ground-sausage/meat-core whatever, some disgustig german speciesist terminology that is polular here with many people on the net youtube.com/watch?v=PNBWIN

In their song here about “Revolution” they use they typical anti-classist and anti-nazi rhetoric only to in turn sell their animal derigation / animal hatred / speciesism as a collective source of agreement, power and cheering factor.

I’m not saying I have ever been the greatest fan of Crass, but Steve Ignorant and Conflict did a very good job with their song Slaughter of Innocence, which comes in a long line and tradition of Animal Rights punk. A lot of stuff today is mostly copy crap with crap contents … .

Conflict – Slaughter of Innocence

The balding man sits compiling his next move
That mortgage hangs around his neck, now feeling like a noose
The new gas bill, oh God, how bad he feels
Those kids he can’t reject, his emotional success

He’s a man of set opinion; the weight of the world sits in his hands
He just cannot seem to reason so he will never understand
They just won’t listen to hardly anything he says
They simply smile politely, then with one accord turn away

A son stands at the pond observing the creation that is nature
Mother prepares dinner, roasting bacon taints the air
Dog sits as master barks, then leaps lovingly into the car
He waves and smiles emotionally, his assurance that they will go far
The stakes rise as each owner unfolds plans, men tempt and bait each other, money exchanges hands
Animal love now snarling hatred, muzzle unlocked hair raised
He smirks from behind the wooden fence and shouts his destitute his praise

Teeth tear, blood splashes the face of a young child playing
She cries out in disapproval but daddy’s now immune to what she is saying
Driven mad and into frenzy, limbs torn, skin is shorn
Like sex perverts at their peep show, this is the ultimate in porn

Eyes glare. Beast and master. Animals both, crazed and weary
There can only be one real winner here; the results are now seen clearly
Teeth marks bare where fur once protected, flesh hangs dangling in shreds
Their faces grimace rejected strips of meat exposed, selected
Bloodstains and saliva splatter the fuel of precious life
Master and servant segregate the ritual sacrifice

The sacrifice of innocents who obeyed the spoken law
Tired beyond indurance but the spectators cry for more
Death before dishonor a demand that is so obscene
The men they appraise each other to keep their conscience clean
Laughter hides the guilt they feel at every savage blow
Someone whispers “cruelty” but they don’t want to know
The balding man stands silent as slave fights for life
He thinks of all the good things that he has promised to his wife

She caught a glimpse of God through the windscreen of his car
She tried to rationalise her looks but time don’t heal the scars
Some vague association she feels with the loser of the stake
She stares into those sightless eyes, what use for heaven sake?
The TV flickers images of the ideals she once knew
The fresh young girls displaying soap to keep us clean and new
She shrugs and folds her arms as he constructs the wooden box
To hold his faded hope that took the heaviest of knocks

Like pissing in the ocean, their options disappear
As they think about the overheads, they know the taste of fear
Kids to feed and clothing they must show how much they care
But how to tell the birthday gift is lying dead out there

What should have paid for birthday cards went on the prime cut beef
Now celebrations of their birth make way for tears of grief
Did only what they thought was best to give some sense of pride
To give the kids a place in life and now the dream has died
And how to show his love for her, now she repels his touch
His remaining sense of manhood kicked away just like a crutch
He promised what he couldn’t give, the masters ruling word
Urged the beast to glory, but the servant never heard

Übesersetzung: Schlachtung der Unschuld

Der glatzköpfige Mann sitzt da und überlegt sich seinen nächsten Schritt
Die Hypothek hängt um seinen Hals, fühlt sich jetzt an wie eine Schlinge
Die neue Gasrechnung, oh Gott, wie schlecht er sich fühlt
Die Kinder, die er nicht abweisen kann, sein emotionaler Erfolg

Er ist ein Mann mit festen Ansichten; das Gewicht der Welt liegt in seinen Händen
Er kann einfach nicht vernünftig sein, also wird er nie verstehen
Sie hören einfach nicht auf das, was er sagt
Sie lächeln nur höflich, dann wenden sie sich einmütig ab.

Ein Sohn steht am Teich und beobachtet die Schöpfung, die die Natur ist
Mutter bereitet das Abendessen vor, gebratener Speck verpestet die Luft
Der Hund sitzt, während Herrchen bellt, dann springt er liebevoll ins Auto
Er winkt und lächelt gefühlvoll, seine Versicherung, dass sie es weit bringen werden
Die Einsätze steigen, während jeder Besitzer seine Pläne entfaltet, Männer locken und ködern sich gegenseitig, Geld wechselt die Hände
Tierische Liebe jetzt knurrender Hass, Schnauze aufgerichtetes Haar
Er grinst hinter dem hölzernen Zaun und schreit den Mittellosen sein Lob zu

Zähne reißen, Blut spritzt in das Gesicht eines spielenden Kleinkindes
Sie schreit ihre Missbilligung heraus, aber Papa ist jetzt immun gegen das, was sie sagt
In den Wahnsinn getrieben und in Raserei, Gliedmaßen gerissen, Haut geschoren
Wie Perverse bei ihrer Peepshow, das ist der ultimative Porno

Die Augen blenden. Bestie und Meister. Tiere beide, verrückt und müde
Hier kann es nur einen echten Gewinner geben; das Ergebnis ist jetzt klar zu sehen
Die Zähne sind entblößt, wo das Fell einst schützte, das Fleisch baumelt in Fetzen
Ihre Gesichter verziehen sich zu Fratzen, die Fleischstreifen liegen frei, ausgewählt
Blutflecken und Speichel bespritzen den Brennstoff des kostbaren Lebens
Meister und Diener trennen die rituelle Opferung

Das Opfer der Unschuldigen, die dem gesprochenen Gesetz gehorchten
Unerträglich müde, aber die Zuschauer schreien nach mehr
Tod vor Unehre eine Forderung, die so obszön ist
Die Männer begutachten sich gegenseitig, um ihr Gewissen rein zu halten
Das Lachen verbirgt die Schuld, die sie bei jedem wilden Schlag empfinden
Jemand flüstert “Grausamkeit”, aber sie wollen es nicht wissen
Der glatzköpfige Mann steht still, während der Sklave um sein Leben kämpft
Er denkt an all die guten Dinge, die er seiner Frau versprochen hat

Sie erhaschte einen Blick auf Gott durch die Windschutzscheibe seines Autos
Sie versucht, ihr Aussehen zu rationalisieren, aber die Zeit heilt die Narben nicht
Sie fühlt eine vage Assoziation mit dem Verlierer des Scheiterhaufens
Sie starrt in diese seelenlosen Augen, was nützt das um Himmels willen?
Der Fernseher flimmert Bilder von den Idealen, die sie einst kannte
Die frischen jungen Mädchen, die Seife zeigen, um uns sauber und neu zu halten
Sie zuckt mit den Schultern und verschränkt die Arme, während er die Holzkiste baut
Um seine verblasste Hoffnung zu halten, die die schwersten Schläge einstecken musste

Wie das Pissen im Ozean verschwinden ihre Optionen
Wenn sie an die Unkosten denken, kennen sie den Geschmack der Angst
Kinder zu ernähren und zu kleiden, sie müssen zeigen, wie sehr sie sich kümmern
Aber wie erkennt man, dass das Geburtstagsgeschenk tot da draußen liegt?

Was für Geburtstagskarten hätte bezahlt werden sollen, wurde für das beste Stück Rindfleisch ausgegeben
Jetzt machen die Feiern ihrer Geburt Platz für Tränen der Trauer
Sie taten nur, was sie für das Beste hielten, um ein Gefühl von Stolz zu vermitteln
Um den Kindern einen Platz im Leben zu geben und nun ist der Traum gestorben
Und wie er seine Liebe zu ihr zeigen kann, jetzt stößt sie seine Berührung ab
Sein verbliebenes Gefühl von Männlichkeit weggekickt wie eine Krücke
Er versprach, was er nicht geben konnte, das herrschende Wort des Meisters
Drängte die Bestie zum Ruhm, aber der Diener hörte nie

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Hayedeh – Nargese Shiraz – Bahuneh

Hayedeh – Bahuneh | هایده – بهونه

Hayedeh – Nargese Shiraz | هایده – نرگس شیراز

چه کنم چی‌کار کنم تو منو نشناختی
تو ببین به کی به چی عشق منو باختی
چه کنم چی‌کار کنم تو منو نشناختی
تو ببین به کی به چی عشق منو باختی

برو که بی حقیقتی، تو قلبِ من جات نیست
اونقد از تو دور شدم، که دیگه پیدات نیست

تو رفیق نارفیق چه بد شدی ای وای
خونه آتیش زدنو بلد شدی ای وای

برو که بی‌حقیقتی تو قلب من جات نیست
اونقد از تو دور شدم که دیگه پیدات نیست

هوای تازه‌تر می‌خوام عاشق اون بنفشه‌هام
بنفشه‌های شهرمون
خسته از این اسارتم دنبال اون ستاره‌هام
ستاره‌های مهربون

چه کنم تو باغچه‌ها بنفشه نیست ناز نیست
تو نگاه نرگسا شراب شیراز نیست

برو که بی‌حقیقتی تو قلب من جات نیست
اونقد از تو دور شدم که دیگه پیدات نیست

چه کنم چی‌کار کنم تو منو نشناختی
تو ببین به کی به چی عشق منو باختی
چه کنم چی کار کنم تو منو نشناختی
تو ببین به کی به چی عشق منو باختی

دلم می‌خواد یه آشنا قصه‌ی پروازو بگه
که تشنه‌ی شنیدنم
دلم می‌خواد گل پونه و نرگس شیراز بیاره
هرکی می‌آد به دیدنم

چه کنم تو باغچه‌ها بنفشه نیست ناز نیست
تو نگاه نرگسا شراب شیراز نیست

برو که بی‌حقیقتی تو قلب من جات نیست
اونقد از تو دور شدم که دیگه پیدات نیست
اونقد از تو دور شدم که دیگه پیدات نیست
اونقد از تو دور شدم که دیگه پیدات نیست

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Coming Out

Jugendsünden?

Ich hatte die Tage ein traumatisches Erlebnis. Eine Frau ging mich im Internet an, versuchte mich zu diffamieren. Ich habe herausfinden können, wer sich hinter dem Account befindet. Es ist die Frau, die 1990 einen Mann gegen mich aufgehetzt hat und mir damals selber sagte, sie habe ihm gesagt, er solle mich umbringen.

Ich hätte diese Frau damals anzeigen müssen. Nun versucht sie mich im Internet zu diffamieren. Sie ist der zweite wirklich üble Stalker, der mir versucht hat über das Internet zu schaden.

Ich habe meinem Umfeld von allem nun berichtet. Ich werde diese Frau weiter beobachten und wir haben sie nun auf dem Schirm.

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Unser kleines Neu-Mithraeum

Untergasse 7, 61250 Usingen

Zu unserem neuen Haus teilte uns im Frühjahr letzten Jahres (2021) der Stadtarchivar Herr Helmut Fritz auf unsere Anfrage zu der Geschichte der Liegenschaft Untergasse 7 in 61250 Usingen folgendes mit:

[…] “bei dem von Ihnen angesprochenen Haus in der Untergasse 7 in Usingen handelt es sich um das 1820 erbaute ehemalige Wachthaus des seinerzeitigen Schlosses. Es wurde später als Amtszivilgefängnis benutzt und nach dem 2. Weltkrieg profanisiert.
Im Anhang sende ich Ihnen ein Foto des Gefängniszustandes im Jahr 1906
Mit freundlichen Grüßen, Helmut Fritz, Stadtarchivar”

Das Bild:

Lothar hat die Stützmauer vor dem Haus auf eine Forderung / Anfrage von Hessen-Mobil hin freigelegt. Die Stadt Bad Homburg teilte uns daraufhin mit, dass wir ein Gutachten über die Standfestigkeit der Mauer erstellen lassen müssen. Das haben wir nun in Auftrag gegeben. Es ist klar, dass man solch eine alte Mauer mal ‘durchchecken’ lassen muss, vor allen Dingen auch, da unsere Mauer an der Bundestraße im Ort vorbeiführt. Ich werde weiter berichten …

Der Bewuchs rund um das Haus sieht auf dem alten Foto spannend und sehr schön aus. Wir haben es sehr bedauert, das dekaden-alt-gewachsene Efeu, das an der großen Mauer wuchs, entfernen zu müssen. Allerdings ist auch klar, dass sich solch ein Bewuchs destabilisierend, wahrscheinlich gerade auf eine Bruchsteinmauer auswirken kann.

Wir haben aktuell auch einen Baumstatiker damit beauftragt, sich alle Bäume im Garten anzuschauen. Die Baubehörde in Bad Homburg geht anscheinend davon aus, dass sich der Bewuchs zwischen Mauer und Haus, einschließlich der großen Linde hinter der Mauer, auf die Standsicherheit negativ auswirken könnten. Das macht uns große Sorgen, da uns die Bäume mithin das wichtigste an der Liegenschaft hier sind.

Wir gehen davon aus, dass Bäume immer einer Bodenerosion entgegenwirken und grundsätzlich einen stabilisierenden Effekt haben. Ich denke man muss lediglich die Statik der Bäume abklären, und hören wie der Baumstatiker die Verwurzelung  einschätzt, das heißt, wie stark die Bäume durch ihre Verwurzelung standfest und stabilisiert sind und eine Umstürzen bei starken Windböen unwahrscheinlich ist. Auch die Art des richtigen Beschnitts muss geklärt werden.

Leider hat Usingen anscheinend noch keine Baumschutzsatzung. Wir wissen nicht, inwieweit sich dieser Umstand auf unsere Situation hinsichtlich unserer Bäume in der Liegenschaft auswirken kann im Falle der Stützmauer zur Untergasse hin. Wir werden aber alles tun, um unsere Bäume zu schützen – das versteht sich von selbst!

Wir haben für unser Haus einen eigenen Blog eingerichtet: https://farangis.de/hantwercker/. Dort begleiten wir die Instandhaltungsprozesse, die wir planen an unserem Haus durchzuführen.


Im Frühsommer 2022

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Das alte Zuhause verlieren In Memoriam Inspiring Vom Sterben

Robert Walser: Schneien

Unser erster Winter in Usingen und der erste Schnee, den wir hier erleben. Zum Thema Schnee und Schneien kommt mir immer auch der kurze prosaische Text “Schneien” von Robert Walser in den Sinn, den ich hier hineinposte, für diejenigen, die diesen Text und vielleicht sogar den Urheber bis jetzt noch nicht kannten. Das Foto zeigt unseren neuen Garten im leichten Schneegewand.

Robert Walser: Schneien
Es schneit, schneit, was vom Himmel herunter mag, und es mag Erkleckliches herunter. Das hört nicht auf, hat nicht Anfang und nicht Ende. Einen Himmel gibt es nicht mehr, alles ist ein graues weisses Schneien. Eine Luft gibt es auch nicht mehr, sie ist voll Schnee. Eine Erde gibt es auch nicht mehr, sie ist mit Schnee und wieder mit Schnee zugedeckt. Dächer, Strassen, Bäume sind eingeschneit. Auf alles schneit es herab, und das ist begreiflich, denn wenn es schneit, schneit es begreiflicherweise auf alles herab, ohne Ausnahme. Alles muss den Schnee tragen, feste Gegenstände wie Gegenstände, die sich bewegen, wie z.B. Wagen, Mobilien wie Immobilien, Liegenschaften wie Transportables, Blöcke, Pflöcke und Pfähle wie gehende Menschen. Kein Fleckchen existiert, das vom Schnee unberührt bleibt, ausser was in Häusern, in Tunneln oder in Höhlen liegt. Ganze Wälder, Felder, Berge, Städte, Dörfer, Ländereien werden eingeschneit. Auf ganze Staatswesen, Staatshaushaltungen schneit es herab. Nur Seen und Flüsse sind uneinschneibar. Seen sind unmöglich einzuschneien, weil das Wasser allen Schnee einfach ein- und aufschluckt, aber dafür sind Gerümpel, Abfällsel, Hudeln, Lumpen, Steine und Geröll sehr veranlagt, eingeschneit zu werden. Hunde, Katzen, Tauben, Spatzen, Kühe und Pferde sind mit Schnee bedeckt, ebenso Hüte, Mäntel, Röcke, Hosen, Schuhe und Nasen. Auf das Haar von hübschen Frauen schneit es ungeniert herab, ebenso auf Gesichter, Hände und auf die Augenwimpern von zur Schule gehenden zarten kleinen Kindern. Alles, was steht, geht, kriecht, läuft und springt, wird sauber eingeschneit. Hecken werden mit weissen Böllerchen geschmückt, farbige Plakate werden weiss zugedeckt, was da und dort vielleicht gar nicht schade ist. Reklamen werden unschädlich und unsichtbar gemacht, worüber sich die Urheber vergeblich beklagen. Weisse Wege gibt’s, weisse Mauern, weisse Äste, weise Stangen, weisse Gartengitter, weisse Äcker, weisse Hügel und weiss Gott was sonst noch alles. Fleissig und emsig fährt es fort mit Schneien, will, scheint es, gar nicht wieder aufhören. Alle Farben, rot, grün, braun und blau, sind vom Weiss eingedeckt. Wohin man schaut, ist alles schneeweiss; wohin du blickst, ist alles schneeweiss. Und still ist es, warm ist es, weich ist es, sauber ist es. Sich im Schnee schmutzig zu machen, dürfte sicher ziemlich schwer, wenn nicht überhaupt unmöglich sein. Alle Tannenäste sind voll Schnee, beugen sich unter der dicken weissen Last tief zur Erde herab, versperren den Weg. Den Weg? Als wenn es noch einen Weg gäbe! Man geht so, und indem man geht, hofft man, dass man auf dem rechten Weg sei. Und still ist es. Das Schneien hat alles Geräusch, allen Lärm, alle Töne und Schälle eingeschneit. Man hört nur die Stille, die Lautlosigkeit, und die tönt wahrhaftig nicht laut. Und warm ist es in all dem dichten weichen Schnee, so warm wie in einem heimeligen Wohnzimmer, wo friedfertige Menschen zu irgendeinem feinen lieben Vergnügen versammelt sind. Und rund ist es, alles ist rundherum wie abgerundet, abgeglättet. Schärfen, Ecken und Spitzen sind zugeschneit. Was kantig und spitzig war, besitzt jetzt eine weisse Kappe und ist somit abgerundet. Alles Harte, Grobe, Holperige ist mit Gefälligkeit, freundlicher Verbindlichkeit, mit Schnee, zugedeckt. Wo du gehst, trittst du nur auf Weiches, Weisses, und was du anrührst, ist sanft, nass und weich. Verschleiert, ausgeglichen, abgeschwächt ist alles. Wo ein Vielerlei und Mancherlei war, ist nur noch eines, nämlich Schnee; und wo Gegensätze waren, ist ein Einziges und Einiges, nämlich Schnee. Wie süss, wie friedlich sind alle mannigfaltigen Erscheinungen, Gestalten miteinander zu einem einzigen Gesicht, zu einem einzigen sinnenden Ganzen verbunden. Ein einziges Gebilde herrscht. Was stark hervortrat, ist gedämpft, und was sich aus der Gemeinsamkeit emporhob, dient im schönsten Sinne dem schönen, guten, erhabenen Gesamten. Aber ich habe noch nicht alles gesagt. Warte noch ein wenig. Gleich, gleich bin ich fertig. Es fällt mir nämlich ein, dass ein Held, der sich tapfer gegen eine Übermacht wehrte, nichts von Gefangengabe wissen wollte, seine Pflicht als Krieger bis zu allerletzt erfüllte, im Schnee könnte gefallen sein. Von fleissigem Schneien wurde das Gesicht, die Hand, der arme Leib mit der blutigen Wunde, die edle Standhaftigkeit, der männliche Entschluss, die brave tapfere Seele zugedeckt. Irgendwer kann über das Grab hinwegtreten, ohne dass er etwas merkt, aber ihm, der unterm Schnee liegt, ist es wohl, er hat Ruhe, er hat Frieden, und er ist daheim. – Seine Frau steht zu Hause am Fenster und sieht das Schneien und denkt dabei: “Wo mag er sein, und wie mag es ihm gehen? Sicher geht es ihm gut.” Plötzlich sieht sie ihn, sie hat eine Erscheinung. Sie geht vom Fenster weg, sitzt nieder und weint.

In Kleine Prosa, 1917

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Dekonstruktion statt Destruktion Inspiring Säkularer Mystizismus Sichtweisen

Sätze (1)

Other things equal …

Soziale Widrigkeiten erlebt man nicht nur bei Meinungsgegnern.


Gedanken ( 23 – 05 – 2012 )

Die Angst vor dem Undenkbaren:
Das Dilemma der menschlichen Agonie ist die Vorstellung der (menschlichen) Allmacht im Denken: Kein Bezug zur Welt, der sich mit dem Denken der Anderen, des All-Lebens, zusammenbringen lässt auf sinnvolle Weise. Die Isolation des Menschen ist seine Agonie.

Das Böse gegen das Böse:
Hölle als Metapher – ein Gewissen sei was schlechtes?

Bekämpfungen:
Konspirationen brauchen eine Fiktion – und wenn sie eine haben, dann enden sie in irgend einer Art Massen-/mord oder Massen-/tötung.

Eigenverantwortung:
Man ist nicht fremdbestimmt in der Seele, man ist: „man selbst“.


Zeitsprache

Wenn die Gestirne sprechen, dann heißt das nicht unbedingt, dass sie mit mir oder dir sprechen. Wir lauschen ihnen, ohne dass wir adressiert werden. Was ist das für eine sonderbare Sprache, die nicht unsere ist – so anders, wie das Rauschen von Wind in Bäumen.

Diese anderen Sprachen nennen wir Naturphänomene. Wir verstehen sie nicht und übersetzen diese Sprachen in Wissenschaften. Wir haben mit dem Adressaten dieser Sprachen nichts zu tun, außer dass wir selbst ja auch eine Sprache haben.


Freiheitssuche

A: Gedanklich gesehen, ist es nicht so, dass frei zu schreiben gleichzusetzen ist mit frei denken?

B: Welch ein langweiliger und ermüdender Gedanke. Ich bin sowieso frei, zumindest im Denken.

A: Das Denken ist frei, oder? Aber ist denn das Schreiben frei? Man kann ordentlichen Unsinn schreiben, aber man braucht sich erst gar nicht langweilig, unspektakulär beschweren …

B: Beschweren worüber?

A: Über die Art der Einengung im Denken, die als Denkfreiheit gehandelt wird.

“Kommen Sie auf den Punkt!” könnte gesagt werden. Nun gut, der Punkt ist der, dass meine Punkte anders sind als die Ihrigen. Was das für Punkte sind? Punkte, die Sie tagtäglich für Un-Punkte erklären, indem Sie die Welt entgegengesetzt verstehen möchten.

Gedanklich gesehen sind die meisten Menschen unfrei, aber nicht gezwungenermaßen. Woher ich mir da so sicher sein kann? Wenn Fragen über das tatsächlich Ungewusste gestellt werden, bleibt meist alles andere wichtiger, als die Inhalte die zu fragen vorgegeben werden.


Das Recht des Rechts

Kritik an denen, die das eigene Recht vom Recht des anderen unterscheiden.

Einer sagt, “ich habe aber das Recht, mich gegen selbst die zu verteidigen, die gar keine Bedrohung für etwas darstellen,” was heißt: Angriffskriege gegen Windmühlen sind in seinem Falle legitim.

Ein anderer sagt “und ich darf mich gegen den Angriff verteidigen, ich hätte keine Hilfe geleistet”. Wenn du siehst wie ein Lebewesen, ein Individuum, ungerecht behandelt wird, kann es sein, dass du dorthin rennst und schreist: “Was macht ihr denn mit diesem armen Ding, foltert ihn zumindest nur halb so wild!” Oder du kannst dorthin gehen und sagen: “Hört auf dieses Wesen hier zu foltern”. Alles läuft auf die Frage der Kluft zwischen Freiheit und intentionierter Ungerechtigkeit hinaus.

***

Kritik am mir selbst dafür, dass mir die Unebenheiten anderer wie Fehlgeleitetheiten scheinen, aber was ist das Ziel dessen, dem das eigene Recht die Ungerechtigkeit-gegenüber-dem-anderen schmackhaft macht? Sich zu schützen und den anderen zu entblößen in seiner Verletzlichkeit, seiner Sensibilität.

Kritik an denen, die mit Denkvorschlägen Kolonialisierung im Denken betreiben wollen. Der Denkkolonialismus den ich meine, hat sich selbst zur Aufgabe gemacht alle geistigen Ozeane trockenzulegen, um die Weltmeere endgültig verdinglichen zu können. Zuerst haben sie die Myriaden der Sprachvielfalt aller Wesen als Kakophonie bezeichnet.

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NiceSwine

Critical commitment

Activism relies too much on group dynamics and is leaving too little space for a commitment on an individual basis.

If critical independent thought and reflection would be a form of activism:

  • It would mean you constantly stepped on the feet of cluster-like positions of fellow activists
  • It would mean you have to be able to work 99% independently as a minority within a minority
  • It would mean you might feel what you are doing seems somewhat detached from self-affirming group dynamics
  • And it would mean that you are not d’accord with the undifferentiated main-streams of positions within the discussion

Just tell yourself you are a “passivist”, and not an activist, instead. Then you can keep trotting your own individual paths and still be exchanging inspirational factors of thought.

nice*swine, from animal mythologies to an antibiologistic animal sociology

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NiceSwine

Collectivism or heterogeneity

Lifting the separation between nonhuman and human spheres

reveals, that the factualness of how beings are

makes up a universe

human collectivist cultures can’t fathom

Nice*Swine, from animal mythologies to an antibiologistic animal sociology

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Inspiring

Random thoughts list

 

It’s not fame, it’s the human village.


Revolutions are also caused by gradual factors.

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Dekonstruktion statt Destruktion Denksperren beseitigen Farangis G. Yegane Gedichte Inspiring Säkularer Mystizismus

Farangis: Aus meinem Traumschreiber

Farangis:

Fingerhände
Mondgreifer
Schrei des Pfeils
Geburt der Spirale
Aus meinem Traumschreiber

Traumgeborenes

Meine traumgeborenen Kinder,
meine Silberherzenperlen,
brauchen Honig, Milch und Wärme,
Farbenspiel im Blumenzaun,
Blätterrauschen,
Schattenbaum,
bin ich Apfel,
sind sie Kerne,
bin ich Ei, berg neues Leben,
habe Schale zart und fein,
brech ich, stößt mich auf den Wegen
herzlos grobes Stiefelbein.
Schließen möchte ich meine hundert offnen Ohren,
Draußenlärm drängt schmerzend ein,
immer bin ich unverschlossen,
Schmutz und Alltagslärm hineingegossen,
bin ich doch Krug
bestimmt für Wein!

Gestricktes und Ersticktes

Klagepfeil
Sucht seinen Tröstegott,
lebensschwach
fürchtet der starken Spott,
Märchensucher
Lauscht hinterm Kerzenlicht,
Menschenbilder
Im Nebelgrau verwischt,
Flötenklang –
Marschierers Tritt erstickt,
Frauenleid
Im Monatsblut gestrickt

Tröstergott gestrickt?
Kerzenlicht verwischt?
Bei Starkenspott erstickt?
Wünsche werden abgeknickt.

Schicksalsräder

Ich habe die große Linie gesehen,
doch sie nagen an ihrer Schönheit,
doch sie klagen mir ihren Zänkereien,
ich habe die große Ruhe vernommen,
doch sie lärmen mit lauten Tritten,
doch sie schwärmen wie lästige Fliegen,
müde kroch ich ins verschwiegene Mauseloch,
doch sie finden mein letztes Zufluchtsnest,
und sie binden mich auf mein Schicksalsrad

Schlaflos

Alles in mir kariert,
Gedankenkästchenmuster,
eingefangen,
zwei Uhr Nacht –
Zukunftsgedanken,
gegen Wände laufend,
Knoten und Schlaufen,
Lichter verhangen,
Worte verloren,
dunkel und blicklos,
drei Uhr Nacht –
Traumschlafhunger,
Ringe und Schlangen gesehen,
in Bäumen gehangen,
gefallen in mein Gedankenkästchen,
gewunden, ineinandergeschlungen,
vier Uhr Nacht –
Grauschimmer in meinen Augen,
fünf Uhr Morgen –
alles in mir kariert – – – –
Zieh einen Kreis um mich
Und fülle ihn mit Wärme,
mit Blumen,
mit Lächeln
und tanzenden Menschen
und lege dich zu mir

Großstädte

Im Treibhaus
Der Stadtnächte
Lila Lippen,
mondlichtig,
zartgliedriges
Bewegungsspiel,
Spreizende Fingerspitzen,
trinkend aus eigener Schönheit,
magische Funken
aus weibmännlichen
Traueraugen
Im Fluß des Nachtgeschehens,
Treibhaus
Gepflanzter Fantasien,
getötet
im Sonnenmorgen!

Punks auf Kings Road

Flatternd durch entseelte Massen,
stachelköpfig
bunte Vögel,
irrend,
auf und ab
in Neonlichtern,
früh verblüht
in Kellernestern,
lappig, zammlig,
kettenklirrigt,
schwache Herzen,
auf und ab
und stark bestiefelt,
Pulks gedrängt
auf Bänken, Treppen,
leerer Blick
in bunten Lappen
Müdgesichter,
auf und ab
und zielverloren

Oben: Installation/Objekte, florae obscurae von Farangis.

(rev. 02.05.2022)