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Vom Sterben

Unter Sterbenden im Sterbeheim

Wir haben es in meiner Familie bislang geschafft, dass alle die starben, zuhause diese “Geburt ins Jenseits” beschreiten konnten. In meiner zeitweisen Arbeit in einer christlichen Pflegeeinrichtung habe ich erlebt, wie Menschen unter befremdenden Bedingungen sterben. Soweit in informiert bin, sind die Bedingungen des Sterbens und die Organisation der Sterbebegleitung in Einrichtungen bislang im Durchschnitt fragwürdig at best.

Auch Menschen, die allein sind zuhause und allein durch einen ambulanten Dienst begleitet werden, bekommen zuwenig an Begleitung in dieser schwersten aller Phasen des Lebens …

Eine kurze Reflektion über meine Erlebnisse in einer stationären Pflegeeinrichtung (2016-2018) … ich werde dazu später mehr schreiben. Zumindest habe ich das vor.

Im Sterbeheim

Es ist schlimm, was dort geschieht. Ich erzähle meiner Freundin von meinen Eindrücken in den Häusern, in denen gestorben wird, dieser Tod aber gleichzeitig ein tabuisierter ist, ein letzter Supergau für den isolierten Sterbenden.

Für mich war der Tod auch ein Supergau, aus Liebe und Zuwendung. Hier aber ist der Tod ein Supergau der Vernichtungen von Existenz … .

In den Einrichtungen, in die Menschen zum Sterben gebracht werden, nimmt niemand mehr Rücksicht auf deren Historie, deren Biografie wird herunterdekliniert um sie an die biografischen Schemen über das Menschenleben anzupassen.

Es wird gestorben, unter Schreien oder resigniert – Verzweiflung. Dein „Ich“ wird verbannt, insofern, als dass dein „ich“ niemals mehr als mitschöpfend anerkannt wird.

(Es geht mir im Ausdruck dieses Gedanken darum, dass unbedingt über das Sterben und unter welchen Rahmenbedingungen es stattfindet, gesprochen werden muss. Sterbebegleitung ist ein hochkomplexes Thema und sollte nicht vereinfachend diskutiert werden. Ich schreibe dazu später mehr … )