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Vom Sterben

Wer an “den Tod” glauben will

Ein Kind hat diesen wunderschönen Truthahn im Rahmen des Projekts https://46millionturkeys.com/ gemalt.
Das Bild des Vogels von einem Kind gemalt, in dem Kontext der obigen Webseite, ist hier natürlich eine Anspielung auf das “über das Menschliche hinausdenkende und hinausgehende” …
Ich denke dabei – logisch – an das mythologische Bild des Phönix.
Tod und Todesein … als menschliche Skelette darzustellen ist recht universal verbreitet. Mir aber völlig fremd.
Mir kam gerade folgender Gedanke:
Wir gehen mit geliebten Wesen zusammen und leben jeden Tag neu und freuen uns darauf, wie wir gemeinsam weiter glücklich sein dürfen darüber, so tolle Begegnungen in dieser Welt teilen zu dürfen.
Wir erleben unser Sein in der Zeit gemeinsam.
Auf einmal sind wir dieser Welt alleine ausgesetzt. Wo ist das andere geliebte Wesen, wenn es verstirbt.
Auf einmal wissen wir nicht mehr, wo der andere ist, die Verbindung scheint unterbrochen und alle Welt sagt uns auch noch, dass Tod Tod ist.
Was sollten wir auch sonst denken. Nun wo wir mit dem anderen nicht mehr unser Sein in der Zeit zu teilen scheinen.
Das ist ein riesen Problem. Ich erlebe den Tod von Geliebten so.
Das einzige was mich tröstet in dieser Haltung und diesem Erleben, ist, mir anderes Vorzustellen, als das was ich bislang kenne.
Dem treu zu bleiben, was mich in der Liebe zu anderen verbindet. Liebe zu verfeinern, indem ich das komplett Transzendentale zulasse. Und vor allen Dingen auch sehr wohl, das “Hiesige” mit dem Unsichtbaren zu verbinden.
Aber die Welt des Geheimnisvollen ist wirklich kaum greifbar, obgleich ständig fühlbar durch das Unklare und die offenen Fragen im Hiesigen / Leben.
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Vom Sterben

Unter Sterbenden im Sterbeheim

Wir haben es in meiner Familie bislang geschafft, dass alle die starben, zuhause diese “Geburt ins Jenseits” beschreiten konnten. In meiner zeitweisen Arbeit in einer christlichen Pflegeeinrichtung habe ich erlebt, wie Menschen unter befremdenden Bedingungen sterben. Soweit in informiert bin, sind die Bedingungen des Sterbens und die Organisation der Sterbebegleitung in Einrichtungen bislang im Durchschnitt fragwürdig at best.

Auch Menschen, die allein sind zuhause und allein durch einen ambulanten Dienst begleitet werden, bekommen zuwenig an Begleitung in dieser schwersten aller Phasen des Lebens …

Eine kurze Reflektion über meine Erlebnisse in einer stationären Pflegeeinrichtung (2016-2018) … ich werde dazu später mehr schreiben. Zumindest habe ich das vor.

Im Sterbeheim

Es ist schlimm, was dort geschieht. Ich erzähle meiner Freundin von meinen Eindrücken in den Häusern, in denen gestorben wird, dieser Tod aber gleichzeitig ein tabuisierter ist, ein letzter Supergau für den isolierten Sterbenden.

Für mich war der Tod auch ein Supergau, aus Liebe und Zuwendung. Hier aber ist der Tod ein Supergau der Vernichtungen von Existenz … .

In den Einrichtungen, in die Menschen zum Sterben gebracht werden, nimmt niemand mehr Rücksicht auf deren Historie, deren Biografie wird herunterdekliniert um sie an die biografischen Schemen über das Menschenleben anzupassen.

Es wird gestorben, unter Schreien oder resigniert – Verzweiflung. Dein „Ich“ wird verbannt, insofern, als dass dein „ich“ niemals mehr als mitschöpfend anerkannt wird.

(Es geht mir im Ausdruck dieses Gedanken darum, dass unbedingt über das Sterben und unter welchen Rahmenbedingungen es stattfindet, gesprochen werden muss. Sterbebegleitung ist ein hochkomplexes Thema und sollte nicht vereinfachend diskutiert werden. Ich schreibe dazu später mehr … )