Demenz, Sterbehilfe und Behindertenrechte


Abb. 1, Kunst mit Demenz

Abb. 2, Kunst ohne Demenz

In der Gesellschaft herrschen starke Vorurteile im Bezug auf kognitive ‘Einschränkungen’/ Veränderungen / Abweichungen. Dies schürt Ängste vor Krankheitsbildern, die demenzielle Veränderungen verursachen. Auch das Wissen darüber, dass Menschen mit demenziellen Veränderungen in der Gesellschaft kaum für sich selbst eintreten können, dass Demenz in fortgeschrittenen Stadien ein Ausgeliefertsein an äußere Umstände bedeutet, die oftmals Einschränkend sind, schürt die Ängste davor jemals den eigenen  “geistigen Verfall” erleben zu müssen.

Ängste, die sich eigentlich auf äußere Gegebenheiten betreffend einer demenziellen Veränderung beziehen, können Anlass dazu bieten, dass Menschen glauben, ein Leben mit Demenz käme automatisch einem Verlust der eigenen menschlichen Würde gleich.

Es ist jedem sein Recht an irgendeinen Status quo zu glauben, an dem er/sie seine eigenen Werte bemisst. Dass das Leben nur mit einer vermeintlich gesunden Art der Intelligenz funktioniert, kann ein Mensch für sich subjektiv annehmen, aber dieser Schluss sollte nicht verallgemeinert werden.

Eine Veränderung in der Kognition sollte nicht automatisch als Defizit gewertet werden.

Demenz ist eine Behinderung. In diesem Sinne poste ich ein paar spontan gesichtete kritische Links zum Thema Sterbehilfe und Behinderung:

https://notdeadyet.org/

Alison Davis: A Disabled Person’s Perspective on Euthanasia
https://dsq-sds.org/article/view/512/689

Alison Davis campaigned against legalising assisted suicide despite her own suffering
https://www.telegraph.co.uk/news/obituaries/medicine-obituaries/10512019/Alison-Davis-obituary.html

https://www.carenotkilling.org.uk/

Dr. Gregor Wolbring: Why Disability Rights Movements Do Not Support Euthanasia: Safeguards Broken Beyond Repair
https://www.independentliving.org/docs5/Wolbringeuthanasia.html

Elizabeth Picciuto: Why Disability Advocates Say No to Doctor-Assisted Death
https://www.thedailybeast.com/why-disability-advocates-say-no-to-doctor-assisted-death

‘It’s about people like me’: disabled and dead against euthanasia
https://mercatornet.com/its-about-people-like-me-disabled-and-dead-against-euthanasia/22151/

What’s the difference between assisted suicide and euthanasia?
https://www.bbc.com/news/uk-47158287

Abbildungen:

Abb. 1: https://www.boredpanda.com/alzheimers-disease-self-portrait-paintings-william-utermohlen/?utm_source=google&utm_medium=organic&utm_campaign=organic

Abb. 2: https://www.nytimes.com/2012/08/24/world/europe/botched-restoration-of-ecce-homo-fresco-shocks-spain.html

Links: 24.04.2020

Sterben ist erstmal kein Thema

Sterben ist erstmal kein Thema in der Ausbildung zur Pflegefachkraft mit der Spezialisierung auf die Altenpflege. Dies war auch der Grund, weshalb ich meine Ausbildung in dem Bereich nach 1 1/2 Jahren abgebrochen habe. In der Praxis ist man im Pflegeheim vom ersten Moment an mit dem sterbenden Menschen konfrontiert und dann auch damit folglich, wie in dem jeweiligen institutionellen Rahmen mit dem Sterbeprozess umgegangen wird.

Ich habe 20 Menschen in den 1 1/2 Jahren Ausbildung direkt oder eher indirekt beim Sterben begleitet oder bzw. ihren Sterbeprozess mitverfolgt. Diese 20 Tode sind sehr unschön verlaufen. Ich habe festgestellt, dass das Sterben ein sehr unzureichend adressiertes pflegeethisches Thema in der Praxis darstellt. Das Thema wird in der Gesellschaft zu wenig diskutiert und wenn auf häufig oberflächlicher Ebene.

Es finden in der Tat zahlreiche Widerlichkeiten in der Pflegepraxis statt: Menschen wird selten ein entsprechender Rahmen der Behaglichkeit und der emotionalen Sicherheit verschafft. Wird das Problem in der Pflegepraxis der Ausbildungsstätte oder der Schule thematisiert, erntet man wenig Verständnis und in meinem Falle wurde ich milde belächelt und als Unruhestifter abgetan.

Das Thema muss angegangen werden, aber wie? wo? von wem?

Es gibt Angebote > z.B. in FFM https://www.buergerinstitut.de/hospizdienst-und-palliativberatung/

aber sie werden zu wenig genutzt.