Das Morbide stemmen 1a
Mit toten Weltkörpern, und trotzdem: keine Verfügungshoheit
So was wie ein Midas-Effekt nur anders,
denn hier geht es um den Schöpfer,
der morbide Kunst erzeugt,
aber gerade um den Raum zu beherrschen,
der dann aber ihn (wie bei Midas im gewissen Sinne) letztendlich beherrschen wird.
Hier tritt das Morbide an die Stelle des Goldes,
das Morbide ist das Gold seines Schöpfers.
Indem dieser Schöpfende Welt bezwingen kann,
durch seine Morbidität,
hat er alles erstmal im Griff.
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Er handelt modernistisch,
das Einheitliche als fixe Idee überhöhend,
und indem er keine Triangulation im Denken hinbekommt,
außer in der Morbidität als Machtmittel über die Natur,
schafft er es eine bewusste Klarheit zu schaffen.
In der Morbidität träte sein eigenes Menschsein am deutlichsten hervor.
Das Angebot der Komplizenschaft in seiner Morbidität,
durfte ein geteiltes sein.
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Das Morbide stemmen 1b
In diesem Raum benötigt es keinen materiellen Reichtum
im plakativen Sinne. Der Stillstand ist erreicht,
eine fadenscheinige Homöostase. Ganz viele Menschenleben
stecken hier drin. Ganz viele Kontrakte. Diese Strenge erhob er zur Tugend, zur Form, sie ist Identität. Natur war erstmal Zumutung
– zu lebend, zu unberechenbar, dem Chaos geweiht. Er wusste sie zu konservieren: Ein Code für versiegelte Erde. Einer für gedrechselte Baumskelette. Mit diversen Winkeln dem Wuchern Grenzen gesetzt.
Er konnte nur in Achsen denken: sich und das Material. Nie das Dazwischen. Das Morbide ist Werkzeug und Angebot.
Freunde fanden Erleichterung denn hier wuchs nichts. Hier erhielt man einen geistigen Fraß: kontrollierter Verfall, disziplinierte Trostlosigkeit, Tiefe mit oder ohne Risiko.
Verfall wurde Komplizenschaft. Raum war final. Kunst war der Sieg über Natur, das geteilte Einverständnis gegen das Wuchern. Je mehr er aber das Lebendige fixierte, desto deutlicher trat er selbst dabei hervor: so die Furcht vor dem Unberechenbaren, die Suche nach Räumlichkeit, diese Furcht vor dem Dritten. Alles, was war wurde Reflexion. Draußen das Gras. Form. Ohne Freunde. Ohne Zustimmung.


