Kommunikation heißt nicht unbedingt Einigkeit oder Übereinkunft

Die Frage nach der „Kommunikation“ wird hier aufgeworfen, nicht als Frage nach dem, was uns unausweichlich verbindet, sondern:

Kommunikation drückt vor allen Dingen zumeist auch Unterschiede zwischen Individuen, Vielfältigkeit sowie Divergenzen in Perspektiven und Anschauungsweisen aus.

Und so drückt Kommunikation auch die eigene politische Verortung aus – mit politischer Verortung meinen wir an dieser Stelle das grundsätzlich Politische und nicht die Parteienpolitik.

Nicht alle politisch wirksamen Ebenen spiegeln sich in effektiver Weise in der repräsentativen Parteienpolitik, die immerhin stark von Lobbyismus und dem herrschenden Status quo her bestimmt sein muss, um so zu funktionieren, wie sie es tut.

‚Wenn alles gesagt ist … ‚

Gerade der Anschein, der erweckt wird wenn Gesellschaft zusammengeschmiedet werden soll, gerade die Sprache der Harmonisierung von Klüften und die Sprache des maßgeblichen Verstehens, ist oft zeitgleich auch ungewollter Hinweis darauf, dass Problematiken geflissentlich übersehen und/oder verdeckt wurden und werden, unbenannt oder unbekannt sind und/oder bleiben.

Warum werden, wenn es um Harmonisierung geht, oftmals komplexe Aspekte und marginalisierte Stimmen tendenziell verzerrt abgebildet, seitens derjenigen, die sich den jeweiligen sozialen, politischen, ökologischen … Fragen annehmen, die Konfliktstoff und Krisenmaterial beinhalten?

Das gleiche gilt für Übereinkünfte, die Ausdruck geben sollen über „das Denken“ schlechthin, die „Meinungsmitten“ schlechthin, die wir alle teilen sollten – wenn Pluralität durch einen Trichter laufen soll, damit sie besser zu greifen sei.

Das Problem, das wir mit dem Thema „Kommunikation“ haben, ist nicht leicht zu beschreiben. Wir grübeln …

– Kommunikation ist nicht die Abbildung von Standpunkten in ihrer Summe, sondern die einzelnen Standpunkte selbst in ihren Wechselbeziehungen.

– Standpunkte sind konfliktträchtig und/oder stehen zumindest oftmals auch in Konflikten zueinander, denn Kommunikation (als Ausdruck findende wechseleitige Bezugnahme) beinhaltet Diskrepanzen und keine zwangsläufig voraussetzbare Harmonie oder Einigkeit.

– Kommunikation findet nicht nur unter „Gleichen“ statt und ist auch nicht zwingendermaßen Ausdruck von Gleichheit.

– Kommunikation ist der Versuch des inhaltlichen Austauschs zwischen zwei in wechselseitiger Bezugnahme stehenden Entitäten.

– Kommunikation beinhaltet immer eine Subjektivitätsebene.

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