Grenzverschiebungen ganz demokratisch

Hat Demokratie wirklich alle Mechanismen der Vereinheitlichung überwunden – oder hat sie nur andere Formen hervorgebracht, in denen Zustimmung weniger erzwungen als produziert wird?

Demokratie versteht sich selbst als Raum freier Kommunikation – und gerade deshalb kann es schwierig werden, die Bedingungen dieser Kommunikation kritisch zu untersuchen.

Demokratische Gesellschaften brauchen die Vorstellung einer freien Öffentlichkeit. Das ist auch ein normatives Ideal. Aber die Realität ist komplexer: Öffentlichkeit entsteht nicht einfach von selbst, sondern wird durch Institutionen, Geld, Technik und soziale Machtverhältnisse geprägt.

Vielleicht liegt ein toter Winkel demokratischer Gesellschaften darin, dass sie Macht zwar politisch begrenzen wollen, ihre ökonomischen und kulturellen Formen aber häufig als selbstverständlich oder sogar positiv anerkennen. Wie verändert das die Bedingungen demokratischer Verständigung?

 

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