Das Prinzip der deutschen Musikbranche

Am Ende des Tages hat das Fake-System ein eingebautes Verfallsdatum. Jede künstlich aufgeblasene Blase platzt irgendwann, weil sie substanzlos ist. Die „Einheits-Echo-Maschine“ muss immer absurdere Geschichten erfinden, um die träge Masse bei Laune zu halten.

Und die Grenzen von Geldmacht, weia.

Das Prinzip der deutschen Musikbranche

Lieber gar nix mehr dazu posten. LOL. Rebranding als Überlebensstrategie.

Das Prinzip der deutschen Musikbranche ist eigentlich ein sehr einfaches. Es läuft über die gute alte Deutsche Einheits-Echo-Maschine.

Typisch deutsches Kulturszenario: eine Mischung aus unkritischem Medienkonformismus und einer Branche, die ganz genau weiß, dass man den Leuten hierzulande jeden PR-Fraß vorsetzen kann – Hauptsache, er kommt heutzutage mit dem moralischen Etikett „wichtig“, „mutig“ oder gleich „gesellschaftlich relevant“ daher. Dann wird der Mitmachautomatismus animiert.

Am Ende bleibt natürlich von jeder angeblich rebellischen Kunst nicht allzu viel übrig. Was bleibt ist eine bis ins letzte Detail durchorchestrierte, geschniegelt-gebügelte Verkaufsveranstaltung bei der darauf geachtet werden muss, das bloß nix dem Zufall überlassen werden könnte.

In den Chefetagen der Major-Labels herrscht eine Heidenangst vor allem, was sich nicht vollständig kalkulieren lässt, was also Machtverlust hieße. Während man in England oder den USA hin und wieder tatsächlich einem schrägen Underground-Act Raum gibt und schaut, was passiert, will man hierzulande lieber vorher schon wissen, wie das Ende aussieht.

Ein Act wird wie ein Industrieprodukt geplant. Wenn Millionen ins Comeback fließen, dann darf’s bittschön keine Überraschungen geben. Also macht man’s auf die einfache Tour.

Man kauft Reichweite. Man kauft PR. Man hat die großen Medienpartner in dem gemeinsamen Boot, und dann wird mit medialem Nachdruck so lange draufgehalten, bis keiner mehr daran vorbeikommt.

Der deutsche Markt ist ohnehin angenehm übersichtlich. Ein paar relevante Spotify-Playlists, ein paar Musikmanager, ein paar Leitmedien – und wenn dieser kleine Zirkel beschließt, dass jetzt ein bestimmter Act stattzufinden hat, dann findet er halt statt. Fertig.

Die Plattenfirma liefert die Geschichte, die Medien erzählen sie nach, die Streaming-Plattformen hängen die Banner auf, und schon wirkt alles wie ein Naturereignis. Dabei ist’s bloß Marketing mit Lautsprecher.

Der Konsument hat kaum noch die Möglichkeit, den ganzen Zirkus überhaupt nicht wahrzunehmen. Egal wohin man schaut – da grinst einen dieselbe Kampagne an. Eine Mehrheit begrüßt genau diesen Zirkus versteht sich.

Und mehr ist es dann auch nicht, der ewig gleiche Zyklus der deutschen Kulturlandschaft: Der Machtapparat serviert den Fraß, die Medien singen im Chor dazu, und die digitale Dorfgesellschaft sorgt schon dafür, dass auch wirklich jeder artig mitisst. Und wer sich denkt: „Nein danke“, der wird halt als ein Spielverderber betrachtet.

Gerade weil hierzulande alles so geschniegelt, glattgebügelt und bis zur Unkenntlichkeit kontrolliert ist, voller künstlicher Peinlo-Acts und im Bestfall noch auf Hochglanz polierter Rebellion, entsteht ein riesiges Vakuum. Es fehlt das unberechenbar Lebendige.

Solche künstlich aufgeblasenen Blasen haben ein eingebautes Ablaufdatum. Irgendwann reicht die PR nicht mehr. Dann muss die Einheits-Echo-Maschine wieder eine noch größere Geschichte aus dem Hut zaubern, damit die träge Masse weiter brav staunt. Bis auch das niemanden mehr interessiert.

Zusatz:

In dieser Logik wird die Künstlerin oder der Künstler zu einem Dienstleister für die Industrie. Ob die Reichweite organisch gewachsen ist, auf Mitläufern basiert oder künstlich erzeugt wurde, ist für das finale Geschäftsergebnis zweitrangig, solange die Transaktion funktioniert

Der Körper als kapitalisierte Werbefläche > Wenn Großkonzerne und Major-Labels einen Künstler überall platzieren, nutzen sie gezielt die Mechanismen von Body Politics, um bestimmte gesellschaftliche Strömungen zu monetarisieren.

Solche Systeme können dann wie eine selbsterfüllende Prophezeiung (Self-Fulfilling Prophecy) als Kreisläufe funktionieren. Als eine zirkuläre Logik, die sich vollständig von künstlerischer Qualität oder echter kultureller Relevanz entkoppelt hat, denn der Messfaktor steht hier komplett zu Frage.

Der Erfolg misst nicht mehr, wie gut das Produkt ist oder wie sehr es die Menschen bewegt. Er misst lediglich, wie viel Kapital im Vorfeld investiert wurde, um die Präsenz zu erzwingen.

Erfolg als reine System-Performance: Der Messfaktor misst am Ende nur noch sich selbst bzw. die Effizienz der Marketingmaschine.Es entsteht eine inhaltsleere Schleife.

Die moderne Kulturindustrie hat eine Aristokratie geschaffen, in der die höchste Auszeichnung darin besteht, die Erwartungen des Systems so vollständig zu erfüllen, dass man sich für außergewöhnlich hält. Der größte Erfolg besteht nicht mehr darin, aus der Ordnung herauszutreten, sondern darin, innerhalb dieser Ordnung den Eindruck zu erzeugen, man stehe über ihr.

 

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