Die Generalperspektive inne haben

Die Generalperspektive inne haben

Was gut ist, ist wie wir heute erkennen können wie viele Ausprägungen faschistoides Denken hat. Das Faschistoide entmystifiziert sich als bloßer „hierarchischer Akt“ bei dem die Massengesellschaft zum Herrschaftsinstrument erhoben wird. Im Wesentlichen.

Genau das Denken, dass alles im Universum verschwindend irrelevant wäre, angesichts unendlicher Dimensionen, hat dazu geführt, dass dem Sein in der Welt als etwas in sich Bedeutungsloses und daher Instrumentalisierbares begegnet wird, während man den als eigenen Bereich demarkierten Existenzraum als einen „sich seiner selbst bewussten und an und für sich wissenden“-Status in eine Position des omniscient view hineintriangulieren will. Mit Folgen.

Die Perspektiven, die man im Gesamtkomplex, in den Zusammenhängen, die sich dem eigenen Wissenskanon entziehen, nicht wahrnimmt oder versteht, existieren für einen nicht mal als Möglichkeit, auch weil sie aus der Position heraus nicht mal angedacht werden können.

Erkenntnistheoretisch beginnt an dieser Stelle auch die für Menschen so zweischneidige Einstellung, die nicht nur über menschliche Individuen herrschen kann mit ihrem starren Verständnis von Bedeutung – an der Stelle beginnt das enge Denken, das den Weg für jedes menschliche Herrschaftsdenken bahnt.

Der Initialpunkt ist die eigene Lokalisierung mit dem Anspruch das Leben anderer Existenz final deuten und bewerten zu können und dadurch als vermeintlich instrumentalisierbar zu schädigen oder zu zerstören.

Faschistoides Denken ist nicht zuerst ein politischer Inhalt, sondern die epistemische Hybris, aus einer lokalen Perspektive heraus den Standpunkt des Ganzen einzunehmen. Es entsteht in dem Moment, in dem die Skalierung einer lokalen Perspektive den Anspruch erhebt, die Generalperspektive zu sein und der Rekurs auf die lokale Perspektive ursächlich an die Stelle von Relationalität getreten ist.

Jede Erkenntnis beginnt lokal. Problematisch wird die Skalierung des Lokalen zum Absoluten. Der Verlust von Relationalität ist der epistemische Umschlagpunkt. Daraus entsteht die Möglichkeit von Herrschaft über anderes Sein.

 

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