„Heavy Metal“ als Speziesismus-Katalysator:
Das Genre kultiviert oft ein patriarchales Macho-Image, das Stärke über Empathie stellt, Aggression über Verbindung – insbesondere zu nichtmenschlichem Leben. Tiere erscheinen meist als Symbole (Bestien, Totemwesen, Opfer), selten als Subjekte. Die metallische Männlichkeit inszeniert sich gern als übernatürlich tierhaft – aber nie als wirklich verwandtschaftlich. So wird das Tier im Menschen gefeiert, während das Tier außerhalb instrumentalisiert, dämonisiert oder fetischisiert wird. Wer „wild“ ist, darf laut sein – aber wer leise lebt, wird zum Nichts.
Der Tierfreund im Metal
Ist meist laut, haarig und „vegan“, weil Muskeln halt mit Sojaprotein auch wachsen. Seine Feindschaft gilt dem Massentierhaltungs-Kapitalismus – nicht unbedingt dem Speziesismus. Denn während er keine Burger mehr isst, trägt er weiterhin das Raubtier als ästhetische Selbstbehauptung auf der Brust und brüllt ins Mikro wie ein Wolf, ohne je einen zu kennen. Die Kuh ist tabu, der Drache aber sein inneres Totem.
Der vegane Metalhead liebt Tiere – besonders, wenn sie ihm Stärke und Rebellion symbolisieren. Er kämpft gegen Fleischkonsum, aber nicht gegen das klischeebewehrte Tierbild, das Tiere zum wilden Echo seiner Männlichkeitsrituale degradiert. Eine Fledermaus wird zur Metal-Ikone, wenn Ozzy sie abbeißt – nicht, wenn sie einfach lebt.
Antispeziesismus? Vielleicht später, nach dem nächsten Solo.
