{"id":2149,"date":"2026-08-01T21:46:32","date_gmt":"2026-08-01T19:46:32","guid":{"rendered":"https:\/\/simorgh.de\/sprechen\/?p=2149"},"modified":"2026-08-01T22:35:22","modified_gmt":"2026-08-01T20:35:22","slug":"squatting-practical-ethics-gedankenfleisch-i","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/simorgh.de\/sprechen\/squatting-practical-ethics-gedankenfleisch-i\/","title":{"rendered":"Squatting Practical Ethics &#8211; Gedankenfleisch I"},"content":{"rendered":"<p><em>Squatting Practical Ethics<\/em><\/p>\n<p><strong>Skizze: Gedankenfleisch I<\/strong><\/p>\n<p>Entwurf 01.08.26, Tierrechte Messel<\/p>\n<p>Das Problem an der Schnittstelle zwischen Kapitalismuskritik und Tierobjektifizierung bzw. Speziesismus liegt \u2013 gerade auch unter Ber\u00fccksichtigung der Unterschiedlichkeit von \u201eKapitalien\u201c, also jener Strukturen, die tats\u00e4chlich Leben organisieren und unser aller Leben ausmachen \u2013 darin, dass h\u00e4ufig eine entscheidende Ebene \u00fcbersehen wird:<\/p>\n<p>Damit etwas im Sinne einer Ware k\u00e4uflich werden kann, muss es zun\u00e4chst innerhalb einer Gesellschaft einen Objektstatus erhalten. Es muss als etwas erscheinen, das getrennt vom eigenen Sein betrachtet, bewertet, verf\u00fcgbar gemacht und verwertet werden kann.<\/p>\n<p>Genau diese Prozesse \u00fcbersieht eine allgemeine Kapitalismuskritik h\u00e4ufig: den langen und komplizierten historischen Weg der Herausbildung des Subjekt-Objekt-Verh\u00e4ltnisses gegen\u00fcber Tieren, aber auch gegen\u00fcber Natur insgesamt.<\/p>\n<p>Es geht daher nicht erst um die Frage, ob etwas Besitz ist. Die grundlegendere Frage lautet:<\/p>\n<p>Warum wird etwas \u00fcberhaupt innerhalb jener Kategorien gedacht, die f\u00fcr menschliche Ordnungssysteme relevant erscheinen? Warum wird Leben zum Objekt gemacht, sodass die existentielle Frage selbst auf eine objektifizierbare Gr\u00f6\u00dfe reduziert werden kann?<\/p>\n<p>Diese Reduktion ist eine besondere Form von erteilter Unfreiheit.<\/p>\n<p>Die Gefahr menschlicher Ideologien, Machtgef\u00fcge und Interessensysteme besteht immer darin, dass sie genau diesen grundlegenden Fehler ausblenden. Denn diese Frage richtet sich nicht nur gegen \u00e4u\u00dfere Strukturen, sondern stellt die eigene ethische Haltung infrage.<\/p>\n<p><strong>Warum Veganismus aus tierrechtlicher Sicht noch kein ausreichendes Tierrechtsbewusstsein darstellt<\/strong><\/p>\n<p>Ebenso muss auch die Position von Veganern und Tierrechtlern selbst untersuchbar bleiben. Denn es geht um eine Unrechtsfrage, die bisher vielfach nicht auf jener Ebene betrachtet wird, auf der sie eigentlich liegt: beim unabh\u00e4ngigen Tiersein in der Welt selbst.<\/p>\n<p>Viele Veganer und auch manche Tierrechtler gehen davon aus, dass eine ver\u00e4nderte Praxis automatisch auch eine Ver\u00e4nderung des speziezistischen Denkens bewirkt. Doch h\u00e4ufig bleibt die grundlegende Ordnung unangetastet: Tier wird weiterhin prim\u00e4r \u00fcber Biologie definiert und Mensch weiterhin \u00fcber Denken, Sprache oder bestimmte F\u00e4higkeiten.<\/p>\n<p>Damit wird die gesellschaftliche Bewertung von Tieren nicht grunds\u00e4tzlich hinterfragt, sondern lediglich die eigene Teilnahme an bestimmten Nutzungsformen ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Wer jedoch das Unrecht nicht nur als historische Folge einer J\u00e4ger-und-Sammler-Geschichte oder als kulturelle Gewohnheit normalisieren m\u00f6chte, sondern als gesellschaftlich produziertes Verh\u00e4ltnis untersuchen will, st\u00f6\u00dft h\u00e4ufig auf Unverst\u00e4ndnis \u2013 auch innerhalb veganer und tierrechtlicher Zusammenh\u00e4nge.<\/p>\n<p>Gerade deshalb kann der allt\u00e4gliche Speziesismus weiter bestehen. Es fehlt nicht nur an einer Ver\u00e4nderung individueller Praxis, sondern an einer detaillierten Systemkritik: an einer Kritik der Kategorien selbst, durch die Tiere \u00fcberhaupt erst zu Objekten menschlicher Ordnung gemacht werden.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Squatting Practical Ethics Skizze: Gedankenfleisch I Entwurf 01.08.26, Tierrechte Messel Das Problem an der Schnittstelle zwischen Kapitalismuskritik und Tierobjektifizierung bzw. 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