{"id":1540,"date":"2025-03-03T18:44:34","date_gmt":"2025-03-03T17:44:34","guid":{"rendered":"https:\/\/simorgh.de\/sprechen\/?p=1540"},"modified":"2025-03-21T17:59:22","modified_gmt":"2025-03-21T16:59:22","slug":"outcast-punk-in-germany","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/simorgh.de\/sprechen\/outcast-punk-in-germany\/","title":{"rendered":"Outcast Punk in Germany"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/simorgh.de\/sprechen\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/juxtapoz-derek-ridgers_3-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-628\" src=\"https:\/\/simorgh.de\/sprechen\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/juxtapoz-derek-ridgers_3-3.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/simorgh.de\/sprechen\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/juxtapoz-derek-ridgers_3-3.jpg 600w, https:\/\/simorgh.de\/sprechen\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/juxtapoz-derek-ridgers_3-3-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Als weibliche Person im Teenageralter Fan von Bands zu sein, die politisch sozialkritisch Tierrechte als Themenbereich (multiperspektivisch schon damals) in direkter Weise vertraten, brachte mir die ersten wirklichen Feinde im Leben ein. Das Thema selbst ist daf\u00fcr nicht verantwortlich, sondern, dass dieses Thema (und vor allen in Kontexten) nunmal nicht auf der Infoliste anderer Alleswisser mit zu verzeichnen war, die Themen immer erst mit ihrer geistigen Schere dann anerkennen wollten, wenn ein Thema als popul\u00e4r genug in ihrem jeweiligen Dunstkreis es zu erscheinen schafft.<\/p>\n<p>Meine favorisierten Bands waren damals Conflict, Icons of Filth und<br \/>\nRudimentary Peni und ein paar weitere Bands, die sich politisch in diese Richtung gehend einordnen lie\u00dfen (\u2026). In Frankfurt am Main, die Stadt in der ich vorwiegend bis 2021 lebte, h\u00f6rte man diese Bands in den Jahren 1982-1984 ich w\u00fcrde sagen kategorisch nicht. Punkt. Als Teenager-Anarcho-Punk hatte ich in dieser Zeit mit diversen anderen Teenager-Punkfrauen, denen ich hier und da begegnete, kontakt. Es lie\u00df sich nicht vermeiden, in der \u201eSzene\u201c in Frankfurt am Main zu dem Zeitpunkt von irgendwelchen anderen jungen Leuten wahrgenommen zu werden und meine bandbezogene Abgrenzung war tats\u00e4chlich ein Punkt, der zu offenen Feindschaften f\u00fchrte. Denn ich fand die frankfurter Punkszene politisch vollkommen r\u00fcckst\u00e4ndig und somit murksig und das brachte mir eine Beschimpfung ein, ich h\u00e4tte von eh nichts eine Ahnung, was ich meinerseits \u00fcbergriffig fand.<\/p>\n<p>Aber nachvollziehbar, dass ich als \u201ebl\u00f6d\u201c eingestuft wurde. Die Frauen in deren Szene, waren alle mehr oder weniger Ja-Sagerinnen und f\u00fcr mein Empfinden wenig selbstst\u00e4ndig in der Entwicklung und Darstellung ihrer Inhalte, und die m\u00e4nnlichen Punks waren, so wie eben die meisten m\u00e4nnlichen Personen dieser und anderer Generationen in DE sind \u2013 sozialisierunggeschuldet und dank<br \/>\nmangelndem individuellem Abgrenzungsverm\u00f6gen oder allzuviel<br \/>\nDazugeh\u00f6rverm\u00f6gen, grunds\u00e4tzlich eher als von sich selbst sehr eingenommene Kontrahenten einzustufen: Wichtigkeit aufgrund geschlechtlich einzuordnender Attribute und ein immer zuverl\u00e4ssig erteiltes gegenseitiges f\u00f6rderndes Feedback, dass man von seinem sozialen Pulk erh\u00e4lt, sind W\u00e4hrung, mit der man hier seine sozialen Codices best\u00fcckt hat. Wechselseitig und wie bereits angedeutet, dank der Profillosigkeit der weiblich sozialisierten Akteurinnen in deren Szenerie, laufen die Mechanismen so ganz gut. Und wie immer, best\u00e4tigen auch hier die Ausnahmen blo\u00df die Regel.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich hie\u00df das in Folge, au\u00dfer einer gravierend schlechten Erfahrung mit dem, was man grob als Zeitgenossen beschreiben w\u00fcrde, a.) die einstigen Freundschaften mit meinen Freundinnen lie\u00dfen sich f\u00fcr mich nurnoch in eine Art entpers\u00f6nlichter kulturanthropologische Studie umdeuten, b.) ich musste eine<br \/>\nVariante von Mobbing kennenlernen, die mich dauerhaft in der Stadt begleiten w\u00fcrde und c.) ich lernte, auf unabh\u00e4ngigere Weise politisch zu sein.<\/p>\n<p>[Egal was irgendwelche Gruppen einem vorleben, falle niemals auf Gruppendynamiken herein, egal wie hart oder verunsichernd Diffamierungen auf der sozialen Ebene dann auch laufen m\u00f6gen. Hinter der Gruppendynamik steht nicht mehr als amorpher Haufen von sozialen R\u00e4ngeleien. Richte Dich alleinig an Themen und Inhalten aus.]<\/p>\n<p>Aus: Tsch\u00f6rdy, Azadeh und Saline.. Ein autoethnografisches Journal \u00fcber unser (Subjekt-eines-Lebens-) Sein f\u00fcr Tierrechte, Vom Traum zur Realit\u00e4t (16), Small Change, Zehn, 2025, S. 6-7,\u00a0<a href=\"https:\/\/d-nb.info\/135635386X\/34\">https:\/\/d-nb.info\/135635386X\/34<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als weibliche Person im Teenageralter Fan von Bands zu sein, die politisch sozialkritisch Tierrechte als Themenbereich (multiperspektivisch schon damals) in direkter Weise vertraten, brachte mir die ersten wirklichen Feinde im Leben ein. 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