Aus Pimmelfreiheit 2. Freundschaft (1).
Thema > Antikapitalistische Karriereleitern: der Handel mit den Idealen
„Willst Du so sein, wie jemand, der sich redundante Kunst für Reiche leistet, Du und Dein Antikapitalismus, ihr wart doch per Du?“
„Nein, aber jetzt, wo sich endlich die Chance auftut, das ein John mit fördert, schaff ich das mit Links.“
„Für die Macht, meinungsrelevant und Safe zu sein? Du hast echt ein simples Weltbild außerdem bildet das Ganze in sich selbst ein Widerspruch und ein bisschen Death Metal logic löst den Widerspruch auch nicht.“
„Wovon hast Du schon eine Ahnung, schau Dich doch selbst mal an. Mit Dir wollte sowieso keiner tauschen, Du bist voll raus aus allem und bemitleidens- oder einfach verabscheuungswert mit Deinem nutzlosen Pseudoidealismus“
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„Ach komm, tu doch nicht so, als wärst du plötzlich ein Pragmatiker. Vor ein paar Jahren hättest du noch Leute ausgelacht, die sich an einen ‚John‘ ranschmeißen, nur um ihre Ideen irgendwie durchzukriegen.“
„Ja, und? Soll ich lieber arm, ungehört und irrelevant sterben? Deine ewige Reinheit hat auch noch niemanden ernährt.“
„Es geht nicht um Reinheit, es geht darum, sich nicht selbst zu verraten. Aber du tust so, als gäbe es nur zwei Optionen: Mitmachen oder Verhungern. Was für ein Quatsch. Du willst doch einfach nur die Bequemlichkeit, die du immer verachtet hast.“
„Bequemlichkeit? Ich arbeite mir den Arsch ab, während du in deinem Elfenbeinturm sitzt und Urteile fällst.“
„Du nennst es Arbeit, ich nenne es Anpassung. Früher hast du noch davon gesprochen, dass das System dich nicht kriegen wird. Jetzt bist du nicht nur drin, du verteidigst es sogar. Und der Witz ist: Du redest immer noch, als wärst du der große Revoluzzer.“
„Du verstehst es nicht. Wenn man wirklich etwas verändern will, muss man in den Strukturen mitspielen, um sie zu beeinflussen.“
„Ach ja? Und ab wann hört das ‚Mitspielen‘ auf und wird einfach nur Mitmachen? Wann bist du nicht mehr derjenige, der das System nutzt, sondern derjenige, der vom System benutzt wird?“
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