Die Grenze des Politischen im Mainstream-Punk war schon immer erreicht
Punk sollte bittschön sein eigenes Klischee sein. Wenn etwas darüber hinaus geht, in Sachen … ja in welchen Punkten eigentlich? Sagen wir mal in Sachen des Anspruches „politischer Hinterfragung des Systemhaften“ und Ähnlichem … dann ist es was Neues.
Punk war das, was all solche Dinge zu schlucken versuchte aus einem revolutionärem Anspruch heraus, und was all diese Dinge aber auch in einem Rahmen einengte, der heute als Stagnationsbefördernd eindeutig sichtbar geworden ist.
Punk wird vieles nicht weiter befördern, was weiter befördert werden muss. Es ist daher unsinnig – so wichtig wie Punk zu einer bestimmten Zeit bedingt auch war, abgesehen von den Shortcomings in der Zeit und in der Bewegung selbst, die man nun vielleicht herunterzuspielen sucht, und so wichtig wie Ansätze sind, die darin beinhaltet waren und sein können – diese Bewegung als ein Nonplusultra zu darzustellen und so die weiterhin drängenden Fragen unserer Zeit in den Hintergrund zu spielen, vor dem Fassadenwerk einer vordergründig gearteten gestischen Revolte. Zu mehr haben es die Repräsentanten der Bewegung selbst zumindest es in der Regel nicht geschafft.
Wie bereits gesagt, Ansätze befinden sich in der Bewegung, die in der Zeit jeweils unterschiedliche Sprengstoffqualitäten besaßen, aber die Evolution des Punk endet faktisch an all den Abzweigungen, die inhaltlich – wie man besonders im Falle von Tierrechtspunk sieht – mehr als nur Abzweige sind, wenn man die Botschaft/en denn jemals überhaupt ernst gemeint hat.
Tierrechte Einfordern ohne Konsequenz oder „mit Konsequenz nach Beliebigkeit“ ist vielleicht für die meisten Punkinformierten heute Punk, aber es ist eben die Grenze, die an Sprengkraft in der Sache zu erlangen war, mehr nicht.
–
Die Bewahrung des Punks „als Idee“ wirft die Frage auf, a.) was die Übereinkünfte über die Idee sind und welche Ideen diesen Übereinkünften untergeordnet werden und b. ) welchen Sinn es hat, einen Prozess als abgeschlossen zu betrachten, um eine Idee aufrechtzuerhalten > die vage genug ist, um zu einem Klischee mutieren zu können und konservative Grundlagen, wie z.B. eine ganze Reihe offensichtlicher normalisierter -ismen, zu verschleiern > und, die auch vage genug ist, dass die Idee sich selbst als einen Höhepunkt von Revolutionärität darstellt – trotz all der heutigen Probleme, die aus der Selbsttäuschung heraus nicht angegangen werden, da dies bereits genug menschliche Anstrengung für eine Revolte gewesen ist.
rev. 21.03.2025
