Dekolonialität als radikale Pluralität

Es gilt festzuhalten, weil in westlich geprägten Polemiken immer wieder eine grundsätzliche Fragwürdigkeit des dekolonialen Anspruchs behauptet wird: Ein wirklicher „Decolonial Turn“ kann nicht stattfinden, wenn die Bedingungen des Denkens selbst bereits durch einen einzigen, als universell gesetzten Erklärungsrahmen von Epistemik bestimmt werden.

Eine Dekolonisierung des Denkens setzt gerade voraus, dass unterschiedliche Denkungsarten nicht als bloße Abweichungen von einem einzigen Maßstab verstanden werden. Sie können sich begegnen, miteinander in Beziehung treten und sich gegenseitig beeinflussen – aber sie verlaufen nicht notwendig deckungsgleich.

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