{"id":957,"date":"2012-10-26T17:27:28","date_gmt":"2012-10-26T17:27:28","guid":{"rendered":"http:\/\/simorgh.de\/niceswine\/?p=957"},"modified":"2012-10-26T20:45:09","modified_gmt":"2012-10-26T20:45:09","slug":"das_ochsenpaar_bill_und_lou_in_vermont","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/simorgh.de\/niceswine\/das_ochsenpaar_bill_und_lou_in_vermont","title":{"rendered":"Ein College im US Bundesstaat Vermont insistiert auf die T\u00f6tung zweier Ochsen, obwohl der Schutzhof Vine Sanctuary die Tiere bei sich aufnehmen will"},"content":{"rendered":"<p>Entschuldigung, vorhin ist eine fehlerhafte Version rausgeschickt und hier ver\u00f6ffentlicht worden. Hier ist nun nochmal die richtigere Version des Artikels:<\/p>\n<p>Protestaufruf! Links zu Petitionsseiten befinden sich unten.<\/p>\n<p>Dieser Text als PDF:\u00a0<a href=\"http:\/\/simorgh.de\/ar_issues\/das_ochsenpaar_bill_und_lou_in_vermont_usa.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/simorgh.de\/ar_issues\/das_ochsenpaar_bill_und_lou_in_vermont_usa.pdf<\/a>\u00a0(der Link \u00f6ffnet sich in einem neuen Fenster)<\/p>\n<p>Gita Yegane Arani-May, veganswines.com<\/p>\n<p>Kultische Gesinnungen:<br \/>\nEin College im US Bundesstaat Vermont insistiert auf die T\u00f6tung zweier Ochsen, obwohl der Schutzhof Vine Sanctuary die Tiere bei sich aufnehmen will<\/p>\n<p>Das Green Mountain College im US Bundesstaat Vermont hat in den letzten Wochen viel \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit erhalten, alles infolge ihrer Entscheidung die Ochsen Bill und Lou zu t\u00f6ten. Die Tiere wurden nun 11 Jahre lang in dem College, das sich auf Agrarwissenschaften spezialisiert hat, zur Arbeit auf dem Feld als Zugtiere eingesetzt. Das College gab den Beiden diese Namen, erkl\u00e4rte sie zu ihren Maskottchen, und will nun aber an ihnen ein umstrittenes Exempel nachhaltiger Landwirtschaft statuieren. Die Tiere sollen geschlachtet und am besten auf dem College Campus verzehrt werden, obwohl der ebensfalls in Vermont liegende Gnadenhof Vine Sanctuary die Tiere unbedingt und ohne anfallende Kosten f\u00fcr das College aufnehmen will.<\/p>\n<p>Eines der Tiere hat sich bei den Arbeiten verletzt, ihm werden aber Schmerzmittel verweigert, damit man das Fleisch des Tieres sp\u00e4ter essen k\u00f6nne. Die Frage wirft sich auf, warum das College hier keine perspektivische Chance sieht, das Nachhaltigkeitsdenken einer veganen Landwirtschaftsethik mit in sein Curriculum aufzunehmen. Tausende Proteste gegen die anstehende T\u00f6tung gehen bis dato kontinuierlich bei den Entscheidungstr\u00e4gern in Green Mountain ein, aber die resistente Haltung, selbst seitens der Studierenden, w\u00e4chst, so wie das Unverst\u00e4ndnis der Au\u00dfenstehenden.<\/p>\n<p>Das Green Mountain College ist ein ehemaliges Junioren-College, das f\u00fcr einige Zeit unter chronischem Geldmangel litt, so schreibt der Tierrechtsaktivist Mark Williams auf der Seite des amerikanischen Geschichtsprofessors James McWilliams (<a href=\"http:\/\/james-mcwilliams.com\/\" target=\"_blank\">http:\/\/james-mcwilliams.com\/<\/a>) von der Texas State University, dessen Seite zu einem Zentrum des Protests im Fall Bill und Lou geworden ist. James McWilliams selbst ist vegan und schreibt auf seinem Blog \u00fcber Tierrechte.<\/p>\n<p>In den sp\u00e4ten 1990ern erkl\u00e4rte das College, dass es das Fach \u201eenvironmental liberal arts\u201c \u2013 \u201eUmweltstudien\u201c in seinen Lehrplan aufnehmen will. \u00dcber die letzten zehn Jahre hat es sich ein Schulungsprogramm zusammengestellt, das sich besonders auf die Zucht und die Haltung von Farmtieren spezialisiert hat. Damit hat sich das College versucht im Zuge des Trends des \u201eG\u00fcnen Campus\u201c bedonders hervorzutun, um neue Studenten und F\u00f6rderer anzuziehen. (Und nein, ihre Auffassung von \u201eGr\u00fcn\u201c hat mit Studien zur Selbstversorgung mittels alternativer Energiemodelle aber auch rein gar nichts zu tun.)<\/p>\n<p>Beobachter der mit Widerstand hervorgerufenen Diskussion des Colleges dar\u00fcber, wie man mit den Ochsen nun weiter umgehen wolle, \u00e4u\u00dfern ihr Unverst\u00e4ndnis \u00fcber schwache Argumente und einen totalen Mangel zur Bereitschaft dazu, den Umzug von Bill und Lou in das Vine Sanctuary (<a href=\"http:\/\/vine.bravebirds.org\/\" target=\"_blank\">http:\/\/vine.bravebirds.org\/<\/a> ) zu genehmigen, geschweige denn vern\u00fcnftig zu diskutieren. Das Vine Santuary \u2013 eine anerkannte Einrichtung, die von der in der Tierrechtsszene bekannten \u00d6kfeministin, Tierrechts- und LGBT Aktivisitn Pattrice Jones mitbegr\u00fcndet wurde \u2013 ist nahe genug gelegen, um den Transport der Tiere problemlos zu erm\u00f6glichen, w\u00e4re da nicht der Widerstand des Green Mountain College, die sich schlie\u00dflich als die Besitzer der Tiere und tragischerweise auch als ihre \u201eSch\u00f6pfer\u201c betrachten.<\/p>\n<p>Besorgniserregend ist auch die Reaktion der Studierenden am Green Mountain College. Nur wenige von ihnen haben sich offen gegen die Entscheidung der College-Leitung ausgesrpochen; viele Studierende haben Au\u00dfenstehenden mitgeteilt, sie h\u00e4tten Angst innerhalb des Colleges als Widersacher aufzufallen. Die Leitung des Colleges selbst reagiert \u00fcberwiegend mit Ignoranz und gewollt erhabener Gelassenheit auf die von Au\u00dfen eindringenden Protestschreiben und Anrufe, und leitet die Aufgabe der Beantwortung der Emails einfach an einige ausgew\u00e4hlte Studierende weiter. Einige dieser Studenten haben Seiten ins Netz gestellt und Beitr\u00e4ge \u00fcber soziale Netwerke ver\u00f6ffentlicht, in denen sie sich \u00fcber die geplante T\u00f6tung der beiden Tiere Bill und Lou auslassen. In ihren \u00c4u\u00dferungen fallen einem zwei Dinge in erster Linie auf:<\/p>\n<p>Pubert\u00e4re pseudo-intellektuelle Rechtfertigungen f\u00fcr die Entscheidung, die sich darauf berufen, wie viel besser Bill und Lou es gehabt h\u00e4tten, als Tiere in Fabrikfarmen \u2013 was zwar wahr ist, aber nicht die Frage ist, um die es in dem Streitpunkt geht. Und es wird betont, welche Rolle die Gemeinschaft in ihrem College spielt, ihre Philosophie \u00fcber Agrarkultur l\u00e4sst keinen f\u00fcr sie sinnvollen Widersrpuch zu.<\/p>\n<p>Andererseits betonen einige Studenten von Green Mountain auch, wie wichtig es ihnen ist, bei der T\u00f6tung von Bill und Lou dabei sein zu d\u00fcrfen, und die Studenten zeigen mit besonderem Stolz Fotos auf denen man sie posierend sehen kann mit \u201efrisch geschlachteten\u201c Tieren, und mit T-Shirts, die sie dabei tragen, die ihre Haltung zum durch sie erbrachten Tod dieser Tiere noch einmal bekr\u00e4ftigen sollen. Kurzum, in dem College existierte bereits eine Hysterie der Freude am Tiert\u00f6ten, die sich nun am \u00d6ffentlichwerden des Falles von Bill und Lou vollst\u00e4ndig entz\u00fcndet hat.<\/p>\n<p>Das College hat zwischenzeitlich immer mehr Tiere gez\u00fcchtet, in den Jahren, seitdem es sich als so etwas wie eine agrarwirtschaftliche Gemeinschaft auffasst, und es bringt derzeit mehr Tiere unter, die demn\u00e4chst geschlachtet werden sollen, als es dort Studierende gibt, die sich eingeschrieben haben, um f\u00fcr ihr zuk\u00fcnftiges Leben etwas zu lernen. Als n\u00e4chstes hat das College vor, sich zu erweitern mit dem Fach der Animal Sciences, \u201eTierwissenschaften\u201c. Green Mountain freut sich \u00fcber die Aufmerkasmheit, die es wegen Bill und Lou erh\u00e4lt. Mark Williams hat auch \u00fcber die Geschichte des Colleges recherchiert, und er stellte dabei fest, dass die Einrichtung vorher noch nie so h\u00e4ufig in der Presse erw\u00e4hnt wurde wie jetzt, man k\u00f6nne zynischerweise behaupten, das College habe wohl nichts besseren zu tun gehabt, als solch einen Fall in voller Absicht zu inszenieren.<\/p>\n<p>Einige der Studenten und der Angestellten des Colleges w\u00fcrden im sterotypen Outfit traditioneller Farmer herumlaufen, mit B\u00e4rten und gro\u00dfen H\u00fcten. Das College hat in den letzten Jahren mehrmals seinen Nahmen ge\u00e4ndert. Soweit bietet es nur Bachelorabschl\u00fcsse an, ist aber in seiner F\u00e4higkeit als Bildungsst\u00e4tte so \u00fcberzeugt davon, dass bei ihnen inhaltlich alles in Ordnung sei, und dass man da keine Fragen stellen darf. Der Eindruck, dass das College sich eher wie ein \u201eKult\u201c verh\u00e4lt, w\u00e4chst (selbst einige Alumni und Studenten gebrauchen nun das Wort). \u201eDie Fotos von Green Mountain die nun kursieren, zeigen nicht nur Belange, die aus ethischer Sicht ernst genommen und addresiert werden m\u00fcssen. Auch die \u00c4u\u00dferungen einzelner Studenten in sozialen Netzwerken rangieren von intellektuell schwach bis zu be\u00e4ngstigend\u201c, so Mark Willams, \u201eviele Kulte suchen letztendlich ihre eigene Unsterblichkeit. Machmal geschieht das in vergeistigter Form, manchmal nicht \u2026 Bill und Lou haben Green Mountain bereits unsterblich gemacht. Niemand, der von den beiden geh\u00f6rt hat, wird jemals dieses College vergessen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Dies sind laufende Online-Petitionen, die Sie unterzeichnen k\u00f6nnen um Bill und Lou zu helfen:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.change.org\/petitions\/bill-throop-kenneth-mulder-release-bill-and-lou-to-vine-sanctuary\" target=\"_blank\">http:\/\/www.change.org\/petitions\/bill-throop-kenneth-mulder-release-bill-and-lou-to-vine-sanctuary<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.thepetitionsite.com\/136\/143\/095\/save-bill-and-lou-from-slaughter\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.thepetitionsite.com\/136\/143\/095\/save-bill-and-lou-from-slaughter\/<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.thepetitionsite.com\/843\/838\/964\/spare-oxen-bill-and-lou-from-slaughter\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.thepetitionsite.com\/843\/838\/964\/spare-oxen-bill-and-lou-from-slaughter\/<\/a><\/p>\n<p>Diese Petition ist bereits geschlossen, da gen\u00fcgend Personen unterzeichet haben: <a href=\"http:\/\/www.causes.com\/causes\/644857-let-s-turn-facebook-orange-for-animal-cruelty-awareness\/actions\/1692638\" target=\"_blank\">http:\/\/www.causes.com\/causes\/644857-let-s-turn-facebook-orange-for-animal-cruelty-awareness\/actions\/1692638<\/a><\/p>\n<p>Es gibt im Netz noch weitere Peitionen f\u00fcr die beiden. Auch kann das Green Mountain College direkt angeschrieben werden:<\/p>\n<p>Provost Throop <a href=\"throopw@greenmtn.edu\" target=\"_blank\">throopw@greenmtn.edu<\/a><\/p>\n<p>Und<\/p>\n<p>Philip Ackerman-Leist<br \/>\nAssociate Professor of Environmental Studies<br \/>\nDirector of the Farm and Food Project<br \/>\nSolar Harvest Center<br \/>\nOne Brennan Circle<br \/>\nPoultney, VT 05764-1199<br \/>\nEmail Address: <a href=\"ackermanleistp@greenmtn.edu\" target=\"_blank\">ackermanleistp@greenmtn.edu<\/a><br \/>\n802-287-2942 Fax: 802-287-8080<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entschuldigung, vorhin ist eine fehlerhafte Version rausgeschickt und hier ver\u00f6ffentlicht worden. Hier ist nun nochmal die richtigere Version des Artikels: Protestaufruf! Links zu Petitionsseiten befinden sich unten. 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