{"id":526,"date":"2023-07-24T14:57:47","date_gmt":"2023-07-24T14:57:47","guid":{"rendered":"https:\/\/simorgh.de\/disablismus\/?p=526"},"modified":"2023-07-29T14:22:16","modified_gmt":"2023-07-29T14:22:16","slug":"drei-modelle-von-behinderung-auszug-aus-un-info-zu-kommunikation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/simorgh.de\/disablismus\/drei-modelle-von-behinderung-auszug-aus-un-info-zu-kommunikation\/","title":{"rendered":"Drei Modelle von Behinderung, Auszug aus Info der UN zu Kommunikation"},"content":{"rendered":"<p>Aus: Disability-Inclusive Communications Guidelines &gt; Barrierefreie Kommunikation, Richtlinien der Vereinten Nationen f\u00fcr Behinderungsinklusive Kommunikation &gt; <a href=\"https:\/\/www.un.org\/sites\/un2.un.org\/files\/un_disability-inclusive_communication_guidelines.pdf\">https:\/\/www.un.org\/sites\/un2.un.org\/files\/un_disability-inclusive_communication_guidelines.pdf<\/a> [Zugriff 24.07.2023]. Angelehnt daran ist wohl z.B. &gt; dieser Aktionsplan der Stadt N\u00fcrnberg &gt; <a href=\"https:\/\/www.nuernberg.de\/internet\/aktionsplan_un_brk\/querschnittsaufgabekommunikation.html\">https:\/\/www.nuernberg.de\/internet\/aktionsplan_un_brk\/querschnittsaufgabekommunikation.html<\/a><\/p>\n<p>Ich habe eine konkrete \u00dcbersetzung der Seite oben gegenw\u00e4rtig nicht im Netz finden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein f\u00fcr mich hier relevanter Auszug zu den &#8220;drei Modellen von Behinderung&#8221;:<\/p>\n<p>DREI MODELLE VON BEHINDERUNG<\/p>\n<p>&#8211; Das Wohlt\u00e4tigkeitsmodell der Behinderung betrachtet Menschen mit Behinderungen als passive Objekte von (wohlt\u00e4tigen) Handlungen oder als reine Wohlfahrtsempf\u00e4nger und nicht als bef\u00e4higte Individuen mit gleichen Rechten. Nach diesem Modell ist Behinderung ein individuelles Problem, und Menschen mit Behinderungen werden als aufgrund ihrer Beeintr\u00e4chtigungen nicht in der Lage betrachtet f\u00fcr sich selbst zu sorgen, sondern vielmehr als eine Last f\u00fcr die Gesellschaft, die ihnen ihre Wohltaten zukommen l\u00e4sst. Menschen mit Behinderungen werden in dieser Sichtweise als Objekte des Mitleids gesehen, die auf das Wohlwollen anderer angewiesen sind. Die betroffenen Menschen werden dadurch entmachtet und haben keine Kontrolle \u00fcber ihr eigenes Leben. In Konsequenz dessen nehmen sie wenig oder gar nicht an der Gesellschaft teil. Dieses Modell bringt mit sich, dass die Reaktionen der Gesellschaft sich auf F\u00fcrsorge und Unterst\u00fctzung beschr\u00e4nken. Der Einzelne ist lediglich Empf\u00e4nger von Wohlt\u00e4tigkeit und und Wohlfahrt, die Wahrnehmung seiner Rechte ist infolgedessen nicht mehr garantiert.<\/p>\n<p>&#8211; Das medizinische Modell der Behinderung betrachtet Menschen mit Behinderungen als Objekte von Behandlung, als Patienten, die geheilt werden m\u00fcssen, und Behinderung als ein medizinisches Problem, das gel\u00f6st werden muss, oder als eine Krankheit, die behandelt werden muss. Nach diesem Modell liegt die Behinderung in der Person selbst und \u00c4rzte wissen am besten, wie sie jede Beeintr\u00e4chtigung korrigieren und verwalten k\u00f6nnen, unabh\u00e4ngig von der Zustimmung, dem Willen und den Pr\u00e4ferenzen des Einzelnen. Menschen mit Behinderungen werden in diesem Modell als von den k\u00f6rperlichen und geistigen Normen abweichend betrachtet, und ihre Verhaltensweisen und Einstellungen werden pathologisiert. Die Konsequenz, die sich aus diesem Modell ergibt ist, dass die Gesellschaft versucht, Beeintr\u00e4chtigungen, ausgerichtet auf eine Norm hin, korrigieren zu wollen, dahingehend zu bemessen oder mit einer Norm als Ma\u00dfstab zu &#8216;berichtigen&#8217;, um auf die Art und Weise die Teilhabe zu erm\u00f6glichen, anstatt den Fokus auf die Beseitigung von Barrieren setzen.<\/p>\n<p>&#8211; Das soziale Modell betrachtet Behinderung als Folge der Interaktion des Einzelnen mit einem Umfeld, das den Unterschieden des Einzelnen [dem Grad and Verschiedenartigkeit oder Divergenz, &#8216;der Vielfalt unter Menschen&#8217;] nicht gerecht wird. Dieser Mangel an Ber\u00fccksichtigung behindert die Teilhabe des Einzelnen an der Gesellschaft. Ungleichheit ist nicht auf die Beeintr\u00e4chtigung zur\u00fcckzuf\u00fchren, sondern auf die Unf\u00e4higkeit der Gesellschaft, Barrieren abzubauen, die Menschen mit Behinderungen herausfordern. Dieses Modell stellt die Person in den Mittelpunkt, nicht ihre Beeintr\u00e4chtigung, und erkennt die Werte und Rechte von Menschen mit Behinderungen als Teil der Gesellschaft an. Mit diesem Paradigma wird Behinderung nicht als &#8220;Fehler&#8221; innerhalb der Gesellschaft betrachtet, sondern als ein Element ihrer Vielfalt. Behinderung ist ein soziales Konstrukt &#8211; das Ergebnis der Wechselwirkung zwischen pers\u00f6nlichen Faktoren und Umweltfaktoren in der Gesellschaft. Behinderung ist kein individuelles Problem, sondern das Ergebnis einer falschen Organisation der Gesellschaft.<\/p>\n<p>rev. 29.07.23<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus: Disability-Inclusive Communications Guidelines &gt; Barrierefreie Kommunikation, Richtlinien der Vereinten Nationen f\u00fcr Behinderungsinklusive Kommunikation &gt; https:\/\/www.un.org\/sites\/un2.un.org\/files\/un_disability-inclusive_communication_guidelines.pdf [Zugriff 24.07.2023]. 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