{"id":1166,"date":"2021-08-09T19:58:16","date_gmt":"2021-08-09T19:58:16","guid":{"rendered":"https:\/\/simorgh.de\/biografie\/?p=1166"},"modified":"2023-01-23T22:05:12","modified_gmt":"2023-01-23T22:05:12","slug":"respekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/simorgh.de\/biografie\/respekt\/","title":{"rendered":"Respekt"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/simorgh.de\/biografie\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/gita_yegane_arani_2019_anytime2.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1189\" src=\"https:\/\/simorgh.de\/biografie\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/gita_yegane_arani_2019_anytime2.jpg\" alt=\"\" width=\"497\" height=\"883\" srcset=\"https:\/\/simorgh.de\/biografie\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/gita_yegane_arani_2019_anytime2.jpg 497w, https:\/\/simorgh.de\/biografie\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/gita_yegane_arani_2019_anytime2-169x300.jpg 169w\" sizes=\"(max-width: 497px) 100vw, 497px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/simorgh.de\/biografie\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/gita_yegane_arani_st_1ii.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-full wp-image-1190\" src=\"https:\/\/simorgh.de\/biografie\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/gita_yegane_arani_st_1ii.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/simorgh.de\/biografie\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/gita_yegane_arani_st_1ii.jpg 1280w, https:\/\/simorgh.de\/biografie\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/gita_yegane_arani_st_1ii-300x240.jpg 300w, https:\/\/simorgh.de\/biografie\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/gita_yegane_arani_st_1ii-1024x819.jpg 1024w, https:\/\/simorgh.de\/biografie\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/gita_yegane_arani_st_1ii-768x614.jpg 768w, https:\/\/simorgh.de\/biografie\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/gita_yegane_arani_st_1ii-1200x960.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 1280px) 100vw, 1280px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Ich war schon immer unbeliebt und werde es auch hoffentlich immer bleiben. Beliebtsein ist so etwa wie &#8211; you are d&#8217;accord with all the stuff people fill the spaces with, which I am not, never have been, never will be. Das ist ein bisschen sehr allgemein, aber soll hier nur als kommentierende Randnotiz zu meinen tollen narzisstischen Fotos dienen.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich liebe Counter-Kultur und sie kann auch v\u00f6llig beknackt oder ganz toll sein. Sie muss marginal sein, sonst taugt sie nichts. Hier mein Beitrag in Sachen &#8220;man kommt ums Person-Sein nicht herum&#8221;:<\/em><\/p>\n<p>Das Pers\u00f6nliche ist interessant, irgendwie. Mich faszinieren Menschen, die eigentlich v\u00f6llig banal &#8220;drauf sind&#8221; und die sich ausgezeichnet hinter ihrer Coolness verstecken k\u00f6nnen. Einige solcher Leute sind welche, von denen ich ganz ausgezeichnete Beleidigungen erfahren habe.<\/p>\n<p>Nicht dass solche Beleidigungen mich &#8220;als Person&#8221; die ich bin so verletzt h\u00e4tten, sondern eher deren Banalit\u00e4t hat mich ungemein deprimiert. Die Menschen schaffen Umst\u00e4nde, die total bescheuert sind und h\u00e4ngen Dir die Misere ihrer geschaffenen Situationen dann an.<\/p>\n<p>Es ist wirklich schwer sich diese Schuhe nicht alle anzuziehen, denn Du denkst so viel Bl\u00f6dheit kann doch gar nicht von so viel tollen Menschen kommen. Da muss doch was dran sein. Aber sie kommt!<\/p>\n<p>Ein paar Beleidigungs-Highlights die mir spontan so einfallen schreibe ich hier mal auf, wobei man dazu eigentlich wirklich immer auch die Kontexte ben\u00f6tigen w\u00fcrde um ein plastisches Bild zu erhalten. Die Kontexte liefere ich hier aber nicht aus Gr\u00fcnden der Zeitersparnis. Und Vorsicht, es ist auch ein Trigger-Thema mit dabei, n\u00e4mlich das Thema &#8220;Femizid&#8221;.<\/p>\n<p>1. Fehlethnisierung<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;\u00dcber Euch denken doch eh alle ihr seid Z&#8230; .&#8221; &#8211; Sagte eine gewisse Gesche. Sie war mal Punk. Sie sagte das kurz nachdem jemand versucht hat mich zu ermorden &#8211; die Staatsanwaltschaft klagte in dem Fall der mich damals betraf auf versuchten Mord. Dieser Gesche, die mal meine vermeintlich beste Freundin war, war das egal. Es ist nur interessant, wie sie mich, nachdem ich diese sehr traumatisierende Erfahrung gemacht hatte, auf so merkw\u00fcrdige Weise versuchte zu diskriminieren. In ihrem Fall also mit einer Fehlethnisierung und zus\u00e4tzlich einer vermeintlichen &#8220;Negativethnisierung&#8221; &#8211; als w\u00e4re es ein Manko, wenn man irgendwie &#8220;Nichtdeutsch&#8221; (im &#8216;v\u00f6lkischen&#8217; Sinne!) w\u00e4re. Ich bin halb Iranerin und halb deutsch. Ich bin a good old bastard, ein &#8220;Mischling&#8221;. Ich bin vielleicht auch doof, faul, alles m\u00f6gliche unsch\u00f6ne, aber ihre Negativwertung kultureller und pers\u00f6nlich-individueller Diversit\u00e4t halte ich f\u00fcr relativierbar. Mag sie meine von ihr als nachteilig empfundenen Eigenschaften mit meiner Ethnizit\u00e4t verbinden, nein ich muss nicht wie sie sein.<\/p><\/blockquote>\n<p>Meine Gegenbeleidigung an diese spezifische Menschin in sehr kurz: &#8220;Hi Gesche oder &#8216;Kjetl&#8217;. Warum habt ihr so garnichts aus eurer tollen Demo-CD gemacht. Deine Stimme klingt unheimlich speziell vor dem professionell performten Soundteppich. Ich finde allerdings, dass man die Songs auch etwas spannender h\u00e4tte spielen k\u00f6nnen, nicht so glatt. Und die Texte wirken ein bisschen nach Ultra-Nabelschau. Ich verstehe nicht warum ihr so ein tolles Projekt einspielt und es dann in euren Schubladen verschwinden lasst, in Zeiten von Bandcamp.\u00a0 Prominenz war dir, soweit ich mich erinnern kann, immer ein sehr wichtiger Faktor in der Bewertung von Mitmenschen gewesen, daher r\u00fchrte bestimmt auch der Wunsch im Theater unter Schauspieler*innen das mond\u00e4ne Leben mitzuerleben. Deine selbstgew\u00e4hlte Unsichtbarkeit im Netz finde ich total komisch aber erkl\u00e4rbar. Schade, mach doch mal endlich was aus deiner Kreativit\u00e4t statt immer nur Promis und vermeintliche Genies zu bewundern.&#8221;<\/p>\n<p>2. Abwertung meiner Ethnizit\u00e4t<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Halbkanakin&#8221; &#8211; Sagte ein gewissen Deutsch-Skin namens Heini (echt), der in Eckenheim \/ FFM bei einem B\u00e4cker, den es nicht mehr gibt, eine Lehre machte. Er sagte das \u00fcber mich und die Botschaft wurde dann an mich weitergeleitet. Damit ich &#8220;Bescheid wei\u00df&#8221; was ich bin.<\/p><\/blockquote>\n<p>Meine Gegenbeleidigung an diesen Menschen: V\u00f6lkisches Denken hat so seine T\u00fccken f\u00fcr die so denkenden. Ich kann ihm nur empfehlen sich nicht als moralische Richtlinie darauf zu verlassen, falls er es gegenw\u00e4rtig immer noch tut. Aber vielleicht zeigt er gerade auch mal eine andere Bekenntnisflagge. Ich sch\u00e4tze mal er handbabt Haltungsfragen wie sie jeweils eben opportun zu sein scheinen. Ein \u00fcberzeugender Skinhead war er nicht, den er neigte viel zu sehr zum v\u00f6lkischen Neonazismus trug so zur Unterh\u00f6hlung des eher sozialistischen Idee dieser Working-Class-Jugendbewegung teil. Wahrscheinlich ist ihm auch noch nie bewusst geworden, wie sehr die &#8216;Arbeiterklasse&#8217; im Dritten Reich \u00fcber den Tisch gezogen worden ist. Vielen &#8216;Deutschen&#8217; ist das glaube ich nicht gerade bewusst &#8211; zu ungern verzichtet man auf das Gef\u00fchl der &#8216;Adelung&#8217; durch die Idee mit den \u00fcberlegenen Genen. Ein \u00dcbermenschentum, dass das Primitivste tut.<\/p>\n<p>3. Intellektualit\u00e4tsfetischismus<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Pseudointellektuell&#8221; &#8211; schrieb mir ein Team von Psychologinnen und Psychiaterinnen und Therapeutinnen &#8211; es war ein reines Frauenteam muss ich bemerken &#8211; in einer Reha-Einrichtung in ihren abschlie\u00dfenden Bericht. Ich brach die Reha ab, weil die Einrichtung ein eher schlechter Witz war. Ich beschwerte mich auch wegen verschiedenerlei Dingen, unter anderem wegen fehlender kultureller Sensibilit\u00e4t. Mir wurde zur Pseudointellektualit\u00e4t auch noch ein Verfolgungswahn offiziell unterstellt. Ich wei\u00df noch nicht mal woher die Frauen dort wissen wollten, dass ich wirklich &#8220;pseudointellektuell&#8221; bin. Sie kannten meinen Blog noch nicht mal und immer wenn ich ihnen versucht habe zu erkl\u00e4ren, dass mir das Wichtigste im Leben Tierrechte und Umweltthemen sind, dann interessierte sie das \u00fcberhaupt nicht &#8211; ich glaube, weil sie mich nicht damit assoziieren konnten oder wollten. Sie schrieben mir auch in den Bericht, ich h\u00e4tte mal vegane Kochb\u00fccher geschrieben. Als w\u00e4re das das Wichtigste in meinen biografischen Eigenangaben gewesen, ich habe lediglich mal am Rande erw\u00e4hnt, dass ich zu Beginn meiner Tierrechtsaktivismus auch mal 3 vegane Kochb\u00fcchlein erstellt haben. Und, die freundlichen Damen betonten auch, dass ich es nicht geschafft h\u00e4tte Berufsmusikerin zu werden, weil das an meiner &#8220;Faulheit&#8221; gescheitert w\u00e4re &#8220;nach eigener Aussage&#8221;. Ich dachte bei dem Lesen dieses Beleidigungscocktails aus psychopathologisierender professioneller Hand nur noch: H\u00e4? Zudem, was haben die eigentlich gegen &#8220;Pseudointellektuelle&#8221;. D\u00fcrfen Assis so wie sich nicht mal versuchen sich zu artikulieren oder darf Artikulation nur in einer gewissen Art und Weise stattfinden um nicht abgewertet und obendrein noch pseudopathologisiert zu werden?<\/p><\/blockquote>\n<p>Meine Gegenbeleidigung an diese Menschen: Ich seid ein derma\u00dfen schlechtes Psychologinnen, Psychiaterinnen und Therapeutinnen-Team. Ich habe mal auf Twitter den Satz gelesen: &#8220;Die einzigen \u00c4rzte, die ihre Patient*innen offiziell hassen d\u00fcrfen, sind Psychiater*innen.&#8221; Wie gut f\u00fcr Sie, wenn es hilflose mental belastete Menschen gibt, die sich l\u00e4ngerfristig ihrem inkompetenten Therapiepsychoterror aussetzen wollen. Ich rate jedem, informiert Euch lieber auf Seiten wie <a href=\"https:\/\/www.madinamerica.com\/\">https:\/\/www.madinamerica.com\/<\/a> bevor ihr miserablen Psychoexpert*innen irgendeinen Grad an harmlosem Patient*innenvertrauen schenkt.<\/p>\n<p><em>Mein Blog auf dem ich Themen rund um (ich nenne es mal) &#8220;Psyche-Bashing&#8221; aufgreife: <a href=\"https:\/\/simorgh.de\/disablismus\/\">https:\/\/simorgh.de\/disablismus\/<\/a> &#8211; steckt noch arg in den Kinderschuhen, wei\u00df auch nicht, ob der Blog wirklich nochmal so viel wachsen wird.<\/em><\/p>\n<p>4. Sich gegenseitig sozial f\u00fcr wichtig oder unwichtig zu erkl\u00e4ren<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Ich bin nicht Deine Freundin&#8221; &#8211; sagte eine Bekannte aus Berlin, eine enge Freundin einer nahen Verwandten von mir, die mich mal dazu \u00fcberredete ein recht beknacktes Konzert im SO36 (Berlin) mit ihr zu machen. Sie wollte damals keinerlei (!) Proben vorher mit mir machen, sondern dass wir einfach frei, sehr frei improvisieren sollten bei dem Auftritt wohlgemerkt. Sie sagte mir nicht, dass sie mit ihrem Partner dort einen riesen Aufbau mit Mikros in Wasserbasins, die aus Sand errichtet wurden, machen wolle und dass sie erwarten w\u00fcrde, dass ich diese am Tag nach der Performance mit ihr abbauen sollte. Das Problem war nun, dass ich am Vorabend zu viel Sekt zu mir genommen hatte und es mir nach unserem tollen &#8220;Gig&#8221; schlecht ging und ich gleich nachhause wollte. Das war mein Todesurteil. Ich schickte ihr eines Tages mal eine Kurzgeschichte, Jahre sp\u00e4ter, und rief sie an weil ich dachte wir w\u00e4ren im Guten auseinandergegangen, ich hatte mit ihr keinen Kontakt mehr und sie hatte mir damals nicht mal gesagt, dass sie nun total sauer auf mich w\u00e4re. Ich sagte zu ihr am Telefon so etwas wie &#8220;und wir sind doch sowas wie Freunde&#8221; um ihr zu erkl\u00e4ren, weshalb ich ihr die Kurzgeschichte geschickt hatte. Daraufhin erfuhr ich, dass ich nicht ihre Freundin sei, und dass der Spa\u00df hier aufh\u00f6rt. Sp\u00e4ter habe ich auch noch erfahren d\u00fcrfen, dass sie b\u00f6sartig gegen mit ruml\u00e4sterte. Sie verachtete mich, weil diese Verwandte mich nicht leiden kann und nicht leiden konnte und dann traf sie auch noch ein paar andere Ex-Bekannte Frauen, die mich auch nicht leiden konnten und alles konnten dann fr\u00f6hlich miteinander ruml\u00e4stern. Naja, wen es gl\u00fccklich macht. Ich mach es jetzt halt auch und zwar so.<\/p><\/blockquote>\n<p>Meine Gegenbeleidigung an diese Menschin: Ich lese Deine Gedichte aufmerksam im Internet. <em>So much self-revealment, so much self-relevance, much to learn from!<\/em><\/p>\n<p>5. Pro-Tag-Quote misogyner Taten und die pl\u00f6tzliche direkte Betroffenheit dadurch<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Bei Dir ist immer alles krass&#8221; &#8211; sagte der Typ der mich umbringen wollte, einige Tage bevor er zur Tat schritt. Ich hatte damals in der Presse (Frankfurter Rundschau) aufmerksam zur Kenntnis genommen, dass irgendwie das abgehen muss, was wir hier heute mit dem Begriff &#8220;Femizid&#8221; bezeichnen. Alle paar Tage eine Meldung, dass wieder irgend so ein Typ wieder eine Typin irgendwo ermordet hat. Das erz\u00e4hlte ich dem Typen, der das dann selbst bei mir versuchte. Tja. Das Interessante war auch noch, dass es da so eine Freundin von dem Typen gab, die sp\u00e4ter zu mir in einem kurzem Gespr\u00e4ch das ich mit ihr f\u00fchrte sagte, sie habe dem Typen, ihm in seinem Beschluss best\u00e4rkend, auch empfohlen mich umzubringen bzw. ihm irgendwie dazu geraten. Sie hie\u00df Felizitas oder Felicitas. Sie war deutsche. Er war halb \u00c4gypter halb deutsch.<\/p><\/blockquote>\n<p>Meine Gegenbeleidigung an diesen Menschen: Religionen, die man sich bildlich folgenderma\u00dfen vorstellen kann: Leute die wie irre &#8220;seid fruchtbar und mehret euch&#8221; praktizieren, w\u00e4hrend die Erdatmosph\u00e4re proportional zu deren Leistungen verschwindet. Ein Masterplan der &#8220;Zukunft&#8221; schafft. Hell!<\/p>\n<p>6. Lernen<\/p>\n<blockquote><p>Worte und Taten mehrerer Lehrer und Dozenten und sogar eines Tutoren an der Uni &#8211; waren unglaublich beleidigend.<\/p><\/blockquote>\n<p>Meine Gegenbeleidigung an diese Menschen: Die Uni ist auch nicht mehr das, was sie bruchst\u00fcckhaft mal teilweise sein wollte.<\/p>\n<p>7. Nahe Verwandte<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Gita-Show&#8221; &#8211; sagte eine nahe Verwandte, nachdem ich ihr einiges in einer Erbschaftssache verdeutlichte, das ihr nicht behagte.<\/p><\/blockquote>\n<p>Meine Gegenbeleidigung an diese Menschin: The Show must go on! Ich guck mir auch Leute an, die nur im Internet rumhampeln. Und ich bin froh, dass sie eine &#8220;Show&#8221; machen. Brauchst ja nicht bei meiner Show zuzuschauen.<\/p>\n<p>8. Das Monopol mancher auf ihre moralische Betroffenheit<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Du bist ein Schaumschl\u00e4ger&#8221; &#8211; schrieb mir eine damals noch nicht ganz vegane Tierrechtsaktivistin, die sp\u00e4ter Tierschutzlehrerin wurde, im Bezug darauf, dass ich seit 1996 \u00dcbersetzung f\u00fcr Tierrechtsbelange machte. Sie sagte zu mir &#8220;das machen PETA doch schon alles&#8221;, was das n\u00fctzen solle, dass ich das mache was ich da mache. Sie sagte witzigerweise auch \u00fcber eine Bekannte, die ein veganes Gesch\u00e4ft betrieb und die behindert war, dass diese &#8220;eine Hexe&#8221; sein m\u00fcsse, die sie versucht habe zu manipulieren. Die Frau war auch Theaterm\u00e4\u00dfig irgendwie unterwegs. Dann sagte sie auch noch ich k\u00f6nne mir das ja leisten einfach so ganz viel Aktivismus zu machen, weil meine Familie ein Haus bes\u00e4\u00dfe. Sie selbst war Einzelkind von Eltern denen ein ganzes gro\u00dfes Altbau-Mietshaus in der Frankfurter Innenstadt geh\u00f6rte. Ich glaube sie war unbewusst v\u00f6lkisch-denkend und kam damit nicht klar, dass ich nur irgendsoein dummer &#8216;Mischling&#8217; war, der seine Stimme aber fett moralisch erheben will. Ich habe damals u.a. alle Infos, die ich von der Vegan Society 1996 bekam, auf Deutsch \u00fcbersetzt. Was ich immernoch f\u00fcr eine sehr sinnvolle Aktion f\u00fcr die Zeit damals halte.<\/p><\/blockquote>\n<p>Meine Gegenbeleidigung an diese Menschin: Scheinmoralistin.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">***<\/p>\n<p>Sowas sind interessante Erfahrungen. Ein bedeutender Mystiker, der immer in eine ziemlich beknackte Religionsecke gepackt wird, schrieb mal so etwa: wenn Du w\u00fcsstest, was andere hinter Deinem R\u00fccken \u00fcber Dich sagen, dann w\u00fcrde Dir die Galle zerbersten.<\/p>\n<p>Menschen haben immer eine sehr gro\u00dfe Portion an Lob und Hass zielgerichtet auszuteilen. Das ist eine beachtliche Kunst, mit der der Mensch sowas wie Graswurzelpersonalpolitik betreibt.<\/p>\n<p>Gegenbeleidigungen sind selbst juristisch erlaubt und manchmal zumindest ein probates Mittel gegen aggressive Verbalattacken. In diesem Fall mach ich das halt zu einer anderen Zeit an einem anderem Ort, aber ich finde das auch okay.<\/p>\n<p><strong>Fortsetzung:<\/strong><\/p>\n<p>Beleidigungen in der Jugend als weiblich identifizierte Person, dass man &#8220;h\u00e4sslich&#8221; sei. Es wird einem als \u00e4u\u00dferst relevant vorgehalten und man wird st\u00e4ndig an irgendeiner Optik gemessen. Bestimmt ein Grund, warum man keine Lust mehr auf irgendeine Sozialisierung als vermeintliche &#8220;Frau&#8221; haben m\u00f6chte. &#8220;Mann&#8221; zu werden bringt einem vom Regen aber nat\u00fcrlich auch nur in die Traufe, weil man sich halt einfach von einem Rollen- und Optik-Stereotyp in seinen Pendant hinein bewegt.<\/p>\n<p>Es muss also gar nicht sein, dass dir das selber so wichtig ist, wie du aussiehst, oder, dass du es selbst eigentlich okay findest, aber dass andere st\u00e4ndig so tun als g\u00e4be es da irgendein Problem mit deinem Aussehen. Das finde ich spannend!<\/p>\n<p>Die Gesellschaft ist ein reinster Beleidigungs-Morast. Entweder du teilst selber st\u00e4ndig aus oder du empf\u00e4ngst regelm\u00e4\u00dfig irgendwelche Kritteleien an dem wie du bist.<\/p>\n<p><strong>Vielleicht sollte ich aber trotzdem auch eine Liste des Lobes dieser Liste erhaltener Beleidigungen gegen\u00fcberstellen &#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Ich muss aber nochmal dazu sagen, dass viele Kr\u00e4nkungen, Beleidigungen oder seelische Verletzungen eher situativ sind und sich nicht einfach auf ein paar Worte erstrecken. Es sind oftmals ganze Beleidigunsszenarien. So ist das \u00fcbrigens auch in der Regel mit seelischer und k\u00f6rperlicher &#8216;Misshandlung&#8217;. Alles hat immer ein ganzes situatives Drumherum.<\/p>\n<p>Um diesen Eintrag jetzt abzuschlie\u00dfen &#8230; ich setze ihn bestimmt nochmal fort, denn mir fallen bestimmt noch etliche Beleidigungen ein, die ich notieren k\u00f6nnte, aber &#8230; ich lass das mit dem Lob hier jetzt doch mal weg, denn vielleicht wirkt es so als sei es erfunden. Ja wirklich!<\/p>\n<p>P.S. ich hatte auch mal eine &#8220;Freundin&#8221; die beleidigte &#8220;meinen&#8221; Hund um mich und &#8220;meinen&#8221; Hund damit zu kr\u00e4nken. Sie sagte st\u00e4ndig er sei &#8220;neurotisch&#8221;. Meine R\u00fcckbeleidigung an sie w\u00e4re: &#8220;Die Yogalahrerin und ihr Regisseur und die gute Sch\u00fclerin, die du deinem Meister warst\/bist und deine Freundin, die Schiffartstattoo-K\u00fcnstlerin &#8211; ihr seid, finde ich, deine besten Kunstwerke&#8221;.<\/p>\n<p>( &#8230; 23.01.2023)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich war schon immer unbeliebt und werde es auch hoffentlich immer bleiben. Beliebtsein ist so etwa wie &#8211; you are d&#8217;accord with all the stuff people fill the spaces with, which I am not, never have been, never will be. 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