{"id":843,"date":"2014-05-20T12:21:27","date_gmt":"2014-05-20T12:21:27","guid":{"rendered":"http:\/\/simorgh.de\/about\/?p=843"},"modified":"2019-07-09T10:12:15","modified_gmt":"2019-07-09T10:12:15","slug":"harper-vegane-nahrungsmittelpolitik-eine-schwarze-feministische-perspektive","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/simorgh.de\/about\/harper-vegane-nahrungsmittelpolitik-eine-schwarze-feministische-perspektive\/","title":{"rendered":"A. Breeze Harper: Vegane Nahrungsmittelpolitik: eine schwarze feministische Perspektive"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vegane Nahrungsmittelpolitik: eine schwarze feministische Perspektive<\/strong><\/p>\n<p>Eine einf\u00fchrende Pr\u00e4sentation von <b>Dr. phil. A. Breeze Harper<\/b> \u00fcber ihre Studien f\u00fcr ihr neues Buchprojekt: \u201a<i>Living Bling, Going Green: Alternative Black Masculinities, Hip Hop Eco-Consciousness, and Decolonial Vegan Nutrition<\/i>\u2019 [\u201aEin reiches und gr\u00fcnes Leben: Alternative schwarze M\u00e4nnlichkeitsbilder, das \u00d6kobewusstsein in der Hip-Hop-Bewegung und die dekoloniale vegane Ern\u00e4hrung\u2019]. Der Vortrag fand am 3. April 2014 am Dickinson College in Pennsylvania, USA, statt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/simorgh.de\/harper\/harper_rede_dickinson_college_vegane_nahrungsmittelpolitik.pdf\" target=\"_blank\">Dieser Text als PDF<\/a> (Link \u00f6ffnet sich in einem neuen Fenster)<\/p>\n<p>Transkription und \u00dcbersetzung: Palang L. Arani-May (<i>NiceSwine.Info<\/i>), mit der freundlichen Genehmigung von Dr. A. Breeze Harper.<\/p>\n<p>Das Video der Pr\u00e4sentation kann hier eingesehen werden: <a href=\"http:\/\/clarke.dickinson.edu\/a-breeze-harper\/\">http:\/\/clarke.dickinson.edu\/a-breeze-harper\/<\/a>; weitere Informationen auf der Webseite des Dickinson College: <a href=\"http:\/\/www.dickinson.edu\/news\/article\/991\/vegan_food_politics\">http:\/\/www.dickinson.edu\/news\/article\/991\/vegan_food_politics<\/a>.<\/p>\n<p>Das Sistah Vegan Project: <a href=\"http:\/\/sistahvegan.com\/\">http:\/\/sistahvegan.com\/<\/a>.<\/p>\n<p>Guten Abend. Mein Name ist Gianna Toglia und ich bin eine studentische Projektleiterin am Clarke Forum for Contemporary Issues des Dickinson College. In Namen der Clarke Forums, des studentischen Senats, sowie des Department of American Studies, des Women\u2019s and Gender Resource Center, des Center for Sustainability, Education, des Office for Diversity Initiatives und der Departments of Women\u2019s and Gender Studies und Africana Studies m\u00f6chte ich sie alle zur heutigen Veranstaltung: \u201aVegane Nahrungsmittelpolitik: eine schwarze feministische Perspektive\u2019 willkommen hei\u00dfen.<\/p>\n<p>Die Landschaft des veganen Mainstreams in den USA wird durch ein rassifiziert wei\u00dfes Bewusstsein dominiert. Werbemittel f\u00fcr die vegetarische und vegane Ern\u00e4hrungsweise, sowie auch PETAs Druckmedien die ihre Kampagnen begleiten, zeigen zumeist wei\u00dfe schlanke Frauen. Wie entdecken und navigieren schwarze Frauen die vegetarische und die vegane Lebensweise innerhalb dieser rassifizierten Landschaft, die den Veganismus mit Wei\u00dfsein gleichsetzt, und Wei\u00dfsein wiederum mit einem perfekten, schlanken K\u00f6rper? Und, in vergleichbarer Weise stellt sich die Frage, wie innerhalb der Hip-Hop-Bewegung Amerikas, in der Fleischverzehr mit echter M\u00e4nnlichkeit gleichgesetzt wird, schwarze vegane M\u00e4nner der Hip-Hop-Generation eine ethische und gesundheitsbewusste Ern\u00e4hrungsweise f\u00fcr sich annhemen, und wie sie damit einhergehend ihr Verst\u00e4ndnis dar\u00fcber ver\u00e4ndern, was \u201aechtes Mannsein\u2019 bedeutet.<\/p>\n<p>Zur Beantwortung dieser und anderer Fragen \u00fcber den Veganismus in Amerika, im Kontext mit Rasse und Geschlecht, haben wir die besondere Ehre Dr. A. Breeze Harper heute Abend bei uns begr\u00fc\u00dfen zu d\u00fcrfen. Dr. Harper ist die Leiterin und Gr\u00fcnderin des Sistah Vegan Projekts, einem Programm, das sich mit dem Leben und dem Veganismus aus der Perspektive schwarzer veganer M\u00e4dchen und Frauen befasst. Ihr Buch \u201a<i>Sistah Vegan: Black Female Vegans Speak on Food, Identity, Health, and Society<\/i>\u2019 [erschienen bei Lantern Books, 2010; \u201aSistah Vegan: Schwarze Veganerinnen sprechen \u00fcber Nahrungsmittel, Identit\u00e4t, Gesundheit und die Gesellschaft\u2019] ist das erste seiner Art, das sich mit veganen Erfahrungen vor dem Hintergrund von Gender und Rasse innerhalb der USA auseinandersetzt. Dr. Harper arbeitet derzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterim am Human Ecology Department der University of Calofornia, Davis, und recherchiert derzeit f\u00fcr ihr Buchprojekt: \u2018<i>Going Green, Living Bling: Black Vegan Men, Hip Hop Eco-Consciousness and Decolonial Nutrition<\/i>\u2019, in dem es um die Redefinierung schwarzer M\u00e4nnlichkeitsbilder geht, in der sich ein Gesundheitsverst\u00e4ndnis und ein Verst\u00e4ndnis des Veganismus am Hip-Hop orientiert. Dr. Harpers neu erscheinender Roman \u2018<i>Scars: A Black Lesbian Experience in Rural White New England<\/i>\u2019 [\u201aScars: eine schwarze lesbische Erfahrung im l\u00e4ndlichen wei\u00dfen Neu England\u2019] reflektiert \u00fcber Wei\u00dfsein, Rassismus und den Bruch mit den vergangenen normativen Grenzen der Heterosexualit\u00e4t. Das Buch wird Ende dieses Jahres erscheinen. [\u2026] Zum Abschluss der Pr\u00e4sentation haben sie die M\u00f6glichkeit Fragen zu stellen. Hei\u00dfen sie nun mit mir ganz herzlich Dr. A. Breeze willkommen!<\/p>\n<p>Hi! Ich bin Breeze Harper, und normalerweise beginne ich meine Vortr\u00e4ge mit einem Lied. Ich habe gerade eine 12-st\u00fcndige Flugreise von Kalifornien mit meinem Baby hinter mir und meine Stimme klingt daher nicht wirklich perfekt und auch etwas verhustet. Aber ich will es trotzdem probieren \u2013 nur falls sie sich wundern, warum ich die T\u00f6ne vielleicht etwas verfehle.<\/p>\n<p>Musik stellt f\u00fcr mich, worauf ich sp\u00e4ter in meiner Diskussion \u00fcber den Hip-Hop zur\u00fcckkommen werde, eine besondere Weise dar, um Botschaften sozialer Gerechtigkeit zu vermitteln. Immerhin bin ich mit solch einer Geschichte gro\u00dfgeworden. Die Botschaften der Spirituals im Kampf Schwarzer um Gerechtigkeit, in ihnen wird das greifbar: die St\u00e4rke und der Handlungswille, der sich \u00fcber die Musik vermitteln kann.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte ihnen dieses Lied also als ein kleines Geschenk mitgeben \u2013 etwas was ich normalerweise nicht erlebe, wenn ich eine akademische Veranstaltung besuche, alternative Wege bei denen Information und Wissen in k\u00fcnstlerischer Form vermittelt werden. Also mit einigen Hustern und einem Schluck Wasser trage ich ihnen dieses kleine Lied vor, in dem es um die Art sozialer Gerechtigkeit geht, an die ich glaube. (3:45) [\u2026]<\/p>\n<p>[\u2026] (5:15) Ich danke den Personen, die mir dies heute Abend erm\u00f6glicht haben \u2013 mit ganz viel Tee und einem Ricola-Bonbon. Vor einer Stunde habe ich noch alle paar Minuten gehustet, also dankesch\u00f6n!<\/p>\n<p>Ich bin also heute hier um \u00fcber vegane Nahrungsmittelpolitik zu sprechen. Urspr\u00fcnglich trug meine Pr\u00e4sentation einen anderen Titel, aber keine Sorge, der Inhalt ist immernoch der gleiche, nur habe ich nach dem Schreiben entschieden, dass ich doch lieber einen anderen Titel w\u00e4hlen sollte. Ich werde also meine Powerpoint-Pr\u00e4sentation starten und dabei versuchen die Notizen auf meinem Tablet zu lesen.<\/p>\n<p>Der Titel lautet nun: \u201aVegane Politik: Intersektionen des schwarzen Feminismus, der kritischen Rassenstudien, des Hip-Hop und des ethischen Konsums und Verzehrs, und eine Betrachtung der F\u00f6rderung und Schaffung gesunder veganer K\u00f6rper.\u2019 Das ist ein langer Titel, aber ich m\u00f6chte gerne genau hervorheben wor\u00fcber ich hier sprechen will.<\/p>\n<p>Mit folgendem Zitat m\u00f6chte ich beginnen, und dies ist eines der Zitate, die mein Interesse geweckt haben an der n\u00e4heren Betrachtung von Nahrungsmitteln und Nahrungsmittelobjekten als Ansatzpunkte zum Verst\u00e4ndnis der Funktionsweise rassischer Machtdynamiken in den USA.<\/p>\n<p>\u201eRassische Ideologien pr\u00e4gen die Weltanschauung einzelner Menschen stark. Die genauere Auseinandersetzung mit Nahrungsmitteln ist sehr n\u00fctzlich zur Analyse dieser Ideologien, und dar\u00fcber, wie Rassische- und Gender-Rolitik selbst die harmlosesten Situationen, wie ein gemeinsames Sonntagsessen, durchdringen.\u201c<\/p>\n<p>Dieses Zitat stammt aus Dr. William Forson\u2019s Buch \u2018<i>Building Houses out of Chicken Legs: Black Women, Food, and Power<\/i>\u2019 [\u201aEin Haus aus H\u00fchnerbeinen zu bauen: Schwarze Frauen, Nahrungsmittel und Macht\u2019]. Es ist ein beeindruckendes Buch, das 2006 herauskam. Es half mir dabei zu verstehen, wie ich kritische Rassenstudien in materialistischer Weise einsetzen kann, und genau dar\u00fcber werde ich sprechen, aber zuerst gebe ich ihnen eine Definition dessen, was Veganismus bedeutet \u2013 f\u00fcr diejenigen unter ihnen, die mit dem Begriff nicht vertraut sind.<\/p>\n<p>Veganismus ist eine Praxis des Verzehrs und Konsums die beinhaltet, dass Tiere nicht verletzt, get\u00f6tet, misshandelt, gegessen, usw. werden d\u00fcrfen. Ern\u00e4hrungsveganismus bedeutet, dass Tiere oder Tierprodukte nicht verzehrt werden, und schlie\u00dft Eier, Honig und tierliche Milch mit ein.<\/p>\n<p>Ethischer Veganismus: kein Verzehr von Tieren, tierischen Nebenprodukten, zus\u00e4tzlich sind Menschen die ethisch vegan sind beispielsweise auch gegen den Kauf von Bekleidungsst\u00fccken aus tierlichen Materialien, Ledersitze in Autos, Tierversuche, Zoobesuche, usw.<\/p>\n<p>Das ist eine sehr grundlegende Definition der beiden Formen des Veganismus, denen ich in dieser Kultur begegnet bin. Es gibt auch spirituell und religi\u00f6se motivierte Veganer_innen, aber darauf m\u00f6chte ich mich hier jetzt nicht weiter beziehen.<\/p>\n<p>Um auf Dr. William Forsons interessantes Zitat zur\u00fcckzukommen, wie Nahrungsmittel rassiche Machtdynamiken verk\u00f6rpern k\u00f6nnen: Ich selbst bin \u201acritical race materialist\u2019 [Materialistin im Bereich kritischer Rassenstudien], was bedeutet, dass ich das Material: \u201aNahrungsmittelobjekt\u2019 als meinen Indikator verwende, um besser zu verstehen, wie rassische Machtdynamiken sich in Amerika niederschlagen.<\/p>\n<p>Ich wende also kritische Rassenstudien an und betrachte Nahrungsmittelobjekte und die Bedeutungen die man ihnen zuordnet, beispielsweise wie gesunde Nahrungsmittel gesunde K\u00f6rper schaffen. Diese Dinge schaue ich mir unter kritischen Gesichtspunkten an, und als n\u00e4chstes \u00fcberlege ich, wie ich bereits sagte, wie das ein Licht auf die rassischen Machtdynamiken werfen kann, allerdings in erster Hinsicht im Bezug auf wei\u00dfe Siedlernationen wie die USA \u2013 wie diese rassischen Machtdynamiken, die sich mit Nahrungsmittelobjekten verbinden, erfahren, hinterfragt, abgelehnt oder verst\u00e4rkt werden.<\/p>\n<p>Ein Teil meiner kritischen Analyse umfasst meine Arbeit f\u00fcr das Sistah Vegan Projekt, das ich im Jahr 2005 startete, worin ich den schwarzen Feminismus verwende, kritische Rassentheorien und kritische Wei\u00dfseinstheorien, um zu herauszufinden, wie schwarze Menschen, in erster Linie weibliche Personen, den Veganismus und Mitf\u00fchlsamkeit f\u00fcr nichtmenschliche Tiere praktizieren und definieren.<\/p>\n<p>F\u00fcr diejenigen von Ihnen, die mit dem Begriff noch nicht vertraut sind: schwarzer Feminismus ist ein Wissenskanon der w\u00e4hrend der Sklaverei entstand und die Erfahrungen schwarzer Frauen mit der Sklaverei umfasste. Dieser Zweig des Feminismus wurde vor den fr\u00fchen 1980ern in den westlichen akademischen Institutionen aber nicht wirklich als ein echter Kanon anerkannt \u2013 es ist interessant, dass es so lange brauchte, bis man ihn als einen echten Kanon anerkannt hat \u2026 doch diese Gedanken dar\u00fcber wie Rasse, Geschlecht und Klasse innerhalb eines kapitalistischen Wirtschaftssystems die Erfahrungen schwarzer Frauen beeinflusst haben, bildeten einen Gegenstand kritischen Denkens seit schwarze Menschen tragischerweise als \u201ebesitzbare\u201c Sklaven ihrer Freiheit beraubt wurden. Dies wurde also erst vor etwa 30 Jahren zu einem echten Kanon. Ich verwende ihn um zu verstehen, wie der Kapitalismus das Leben schwarzer Frauen geformt hat, und um zu verstehen wie Rassismus, Sexismus und Klassismus Realit\u00e4ten im Leben schwarzer Frauen sind, wie sie kritischen Widerstand leisten und woraus sie ihre Kraft zur Selbsterm\u00e4chtigung sch\u00f6pfen.<\/p>\n<p>Bislang hat sich niemand, der sich mit den sozialen Fragen im Kontext mit Nahrungsmitteln befasst, mit denjenigen Frauen auseinandergesetzt, die sich gegen die traditionelle Soul-Food-Ern\u00e4hrungsweise des schwarzen Amerikas entschieden haben. Wie sieht der Veganismus aus unter schwarzen Frauen, die begreifen, dass Rassismus und Sexismus echte Probleme sind in diesem Land? Wie setzen sie den Veganismus als ein Werkzeug ein, um ein eigenes Kraftpotenzial daraus zu gewinnen? Das sind die Fragen, mit dem sich das Sistah Vegan Projekt auseinandersetzt. Dabei habe ich mich nicht n\u00e4her mit schwarzen M\u00e4nnern und ihren Aktivit\u00e4ten befasst. Das Projekt wurde also vor etwa 8 Jahren ins Leben gerufen, und im Rahmen dieses Projekts ist ein Buch erschienen, mit dem Titel: \u2018The Sistah Vegan Book: Black Female Vegans Speak on Food Identity, Health and Society\u2019 [\u201aDas Sistah Vegan Buch: Schwarze Veganerinnen sprechen \u00fcber Nahrungsmittel, Identit\u00e4t, Gesundheit und die Gesellschaft\u2019]. Es ist eine Anthologie mit sechzehn Stimmen schwarz-identifizierter Frauen, die dar\u00fcber sprechen, wie sie zum Veganismus gekommen sind. Ziel dieses Projekts war es, tats\u00e4chlich mal einen anderen Blickwinkel zu zeigen, statt dem, der den Leuten zumeist in den Sinn kommt, wenn sie \u00fcber Veganismus nachdenken, n\u00e4mlich der Zugang, der ihnen bekannt ist \u00fcber PETA (People for the Ethical Treatment of Animals), bei dem eine die Rassismusfragen ber\u00fccksichtigende Herangehensweise schlichtweg nicht vorkommt. Du siehst niemals, dass sie diskutieren w\u00fcrden, wie Leute, die in Amerika leben \u2013 wobei alle von uns in der einen oder anderen Weise rassifiert worden sind \u2013 wie das dabei hineinspielt, wie wir unsere Zug\u00e4nge an die vegane Lebensweise w\u00e4hlen. PETA setzt sich damit nicht auseinander, aber das Sistah Vegan Projekt ist darum bem\u00fcht dies zu tun, und das ist der ganze Sinn des Buches. Es geht einfach darum die Stimmen h\u00f6rbar zu machen, und auch darum, zu zeigen, dass schwarze Frauen keine monolithische Einheit bilden. Wenn sie diese Textsammlung lesen, dann merken sie, dass es da einige schwarze Frauen gibt, die aus Tierrechtsgr\u00fcnden vegan wurden, deren eigene verk\u00f6rperlichte Erfahrungswelten aber die schwarzer Frauen dieses Landes sind.<\/p>\n<p>Beispielsweise die Autonin Ain Drew: Sie hat uns dar\u00fcber berichtet, wie sie f\u00fcr eine recht kurze Zeit f\u00fcr PETA arbeitete. Sie ist Afro-Amerikanerin, vegan. Sie schildere uns ihre Frustration mit PETA, die versucht hatten sich auf eine Anti-Pelz-Kampagne f\u00fcr die schwarze Community zu konzentrieren. Sie versuchte PETA zu sagen: \u201aWisst ihr, die meisten Leute, schwarz oder wei\u00df, k\u00f6nnen sich \u00fcberhaupt keinen Pelz leisten, vielleicht solltet ihr den Veganismus aus einer Perspektive der gelebten Realit\u00e4ten schwarzer Menschen vermitteln, wie zum Beispiel indem ihr das Thema gesundheitlicher Ungleichheit aufgreift, vielleicht solltet ihr lieber von dem Punkt her ansetzen und mit der schwarzen Gemeinschaft zusammenarbeiten \u2013 denn das ist, was ihnen wirklich etwas bedeutet.\u2019 Aber sie taten das nie. PETA hat so etwas nicht weiter interessiert. Wenn Sie also dieses Kapitel lesen, dann erfahren sie auch, wie man sie schlie\u00dflich hinaus komplimentierte, denn wie konnte sie sich nur herausnehmen, stellvertretend f\u00fcr ihre Gemeinschaft anzukommen und PETA erz\u00e4hlen zu wollen, was sie zu tun h\u00e4tten. Dies ist also der interessante Konflikt, den sie uns schilderte. Diese Autorin ist eine engagierte Veganerin aus Tierrechtsgr\u00fcnden, aber sie lehnt portrassische Haltungen, wie die PETAs, f\u00fcr sich pers\u00f6nlich ab.<\/p>\n<p>Wenn ich hier von \u201epostrassisch\u201c spreche, meine ich folgendes: Im Veganismus existieren, wenn sie sich die Mainstreamliteratur bez\u00fcglich des Veganismus anschauen, mehrere verschiedene wiederkehrende Themen, in denen wir das Konzept finden, dass unsere Gesellschaft postrasssisch sei, was so viel bedeutet wie: \u201eheute, das wir den Civil Rights Act haben, ist Rasse kein Hindernis mehr im Erlangen einer gewissen Qualit\u00e4t an Gl\u00fcck und Gesundheit in Amerika.\u201c Ich setze das in Anf\u00fchrungszeichen, weil das postrassische Konzept der Realit\u00e4t nicht entspricht.<\/p>\n<p>Wir leben nicht in einer postrassichen Gesellschaft, auch wenn Obama unser Pr\u00e4sident ist. Wir leben in keiner postrassischen Gesellschaft, und jede auf Sozialwissenschaften basierende Untersuchung, die sich mit kritischen Rasse- und We\u00dfseinsstudien befasst, zeigt uns, dass struktureller Rassismus, Wei\u00dfsein, noch immer entscheidende Hindernisse zur Erlangung von Gl\u00fcck in diesem Land darstellen \u2013 was die Gesundheit der Menschen anbetrifft und in Sachen der M\u00f6glichkeiten zur Verwirklichung. Und das beeinflusst immernoch das Bewusstsein der Menschen dar\u00fcber, was sie als ethisch empfinden und was nicht.<\/p>\n<p>Die Themen also, die ich gesehen habe, als ich mir die [vegane] Literatur der letzten zehn Jahre angeschaut habe, sind: Der vegane K\u00f6rper \u2013 oder die Annahme, die sich mit dem veganen K\u00f6rper und dem veganen Lebensstil verbindet \u2013 ist wei\u00df, jung, nicht-behindert (able-bodied), zur h\u00f6heren Mittelklasse geh\u00f6rend, heteronormativ, schlank; diese Dinge legen den Ma\u00dfstab dessen fest, was ein gesundes, moralisches und gr\u00fcnes Leben darstellt, wenn man den Veganismus und den Vegetarismus betrachtet. Und dies geschieht tats\u00e4chlich in einer g\u00e4nzlich unhinterfragten Weise. Diese Annahmen bestehen: \u201eIst Schlanksein nicht gesund?\u201c, \u201eIst das Wertesystem der wei\u00dfen Mittelklasse nicht das beste Wertesystem?\u201c So etwas bleibt unhinterfragt. Und wenn du nicht Teil dieses Systems bist, dann ist das sehr entmutigend und es entbehrt eines mitf\u00fchlsamen Denkens, was eigentlich den Mittelpunkt des Veganismus bildet: das Mitgef\u00fchl.<\/p>\n<p>Und, ich habe das Thema gesehen, dass es beim Veganismus ausschlie\u00dflich um das Mitgef\u00fchl f\u00fcr die Tiere und die eigene Gesundheit gehen solle, die mitenander zu einem einzigen Thema verschmelzen. Ausgeblendet werden die Realit\u00e4ten farbiger Menschen, die nicht postrassisch denken k\u00f6nnen, sowie auch die Frage, in welcher Weise ein niedriges Einkommen die Leichtigkeit vegan zu werden beeinflussen kann.<\/p>\n<p>Es besteht also die Annahme, dass, um ein ethischer Konsument zu sein, alles was du tun musst, der Kauf veganer Gegenst\u00e4nde ist. Lebensmittel zu kaufen, irgendetwas kaufen zu k\u00f6nnen, ist ein Privileg, und es ist ein Privileg, das in Verbindung steht zur Klassenzugeh\u00f6rigkeit und zu Rasse. Diese Problematik wird im Gro\u00dfteil veganer Mainstreamliteratur nicht erw\u00e4hnt, und, ich habe den Eindruck, dass viel dieser veganen Mainstreamliteratur und solcher Medien zum Wei\u00dfsein hin tendiert. Dabei geht es beim \u201eWei\u00dfsein\u201c nicht allein um physische Ph\u00e4notypen, wie die Frage ob ein Mensch eine helle Haut hat, blaue Augen und blondes Haar \u2013 es ist auch ein Denksystem.<\/p>\n<p>Wei\u00dfsein steht f\u00fcr die Grunds\u00e4tze: Heterosexismus, Ableismus, Mittel- bis Oberschicht-Sensibilit\u00e4ten, Cisgender als Definition von \u201anat\u00fcrlich und normal\u2019 \u2013 f\u00fcr diejenigen, die mit diesen Begriff nicht vertraut sind: wenn du mit einem Busen und einer Vagina geboren bist, wirst du automatisch als \u201eweiblich\u201c kategorisiert, und du identifizierst dich dann w\u00e4hrend deines ganzen Lebens als \u201eweiblich\u201c \u2013 \u2026 Seizeism, der schlanke K\u00f6rper als moralischer und gesunder K\u00f6rper, sexuelle Reinheit, die Vorstellung, dass \u201aman sexuell reiner sein kann, indem man keine Tiere verzehrt\u2019. Bei vielem der Rhetorik, die sich um das koloniale Wei\u00dfsein windet, geht es um \u00c4ngste bez\u00fcglich des K\u00f6rpers und um Reinheit. Und dann schlie\u00dflich, ein Konzept das nun eher neu dazukommt: Neoliberalismus: dass eine Ver\u00e4nderung effektiv nur durch die individuelle Macht der Konsumenten herbeigef\u00fchrt werden kann, nicht aber durch strukturelle Ver\u00e4nderungen. Alles was du zu tun hast, ist ein veganes Produkt zu kaufen um damit einen gesunden K\u00f6rper zu erlangen.<\/p>\n<p>Und das ist problematisch, wenn Leute auf der sozio\u00f6konomischen Leiter aufsteigen \u2026 man sieht eine Art des Gerechtigkeitssinnes innerhalb der Gemeinschaft der Arbeiterklasse: man kommt zusammen als eine Gemeinschaft, weil man gar nicht \u00fcber die individuellen Ressourcen verf\u00fcgt, um die Dinge irgendwie anders zu machen. Wenn du aber in der Klasse aufsteigst, \u00fcber mehr Kaufkraft verf\u00fcgst und dann auf die individuellen M\u00f6glichkeiten konzentriert bist, wie du etwas in der Welt ver\u00e4ndern kannst \u2013 wenn deine allgemeinen Haltungen kolonialisierter sind und du dann tats\u00e4chlich die neoliberale Vorgehensweise als dein Handlungsspektrum akzeptierst, dass eine Ver\u00e4nderung nur durch den Markt bewirkt werden kann \u2026 dann liegt ein Problem vor.<\/p>\n<p>VegNews Cover das Portia de Rossi abbildet: <a href=\"http:\/\/vegetarianstar.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Portia_VegNews_2001_Cover.jpg\">http:\/\/vegetarianstar.com\/wp-content\/uploads\/2011\/07\/Portia_VegNews_2001_Cover.jpg<\/a><\/p>\n<p>Was also Verzehr und Konsum anbetrifft: imstande zu sein vegane und gesunde Dinge zu kaufen ist ein Privileg, und nicht jeder kann dieses Privileg aus\u00fcben. Ich schaue also auf diese ber\u00fchmten veganen Medienver\u00f6ffentlichungen wie die VegNews, ich sehe diese Bilder wei\u00dfer Menschen. Ich sehe zahlreiche hellh\u00e4utige, haupts\u00e4chlich wei\u00dfe Menschen, die den Veganismus repr\u00e4sentieren. Wenn du dir die Seiten der VegNews anschaust, geht es prim\u00e4r zm das Konsumieren veganer Produkte. Keiner redet ernsthaft \u00fcber Nahrungsmittelgerechtigkeit, keiner redet \u00fcber Zug\u00e4nge zu Nahrungsmitteln, keiner redet wirklich \u00fcber die klassische Frage: \u201aIst vegan zu werden wirklich leicht? Und wenn es leicht ist, f\u00fcr wen ist es leicht?\u2019, wieder wird die Beziehung, die Menschen zu Nahrungsmitteln haben, als wei\u00df, der Mittelklasse zugeh\u00f6rend, heteronormativ angenommen \u2013 mit der Ausnahme von Portia de Rossi, die eher dem feminiersten Stereotyp von dem entspricht, wie eine Lesbe auszusehen h\u00e4tte in der Phantasiewelt von M\u00e4nnern, die an sog. \u201aFrauen auf Frauen\u2019-Aktion gefallen finden. Interessant, dass man sie f\u00fcr dieses Cover ausgew\u00e4hlt hat und wie sie dargestellt wurde, und, sie ist eine wei\u00dfe Frau.<\/p>\n<p>Buchcover \u2018Skinny Bitch\u2019: <a href=\"http:\/\/bumpwearproject.com\/wp-content\/uploads\/2100.jpg\">http:\/\/bumpwearproject.com\/wp-content\/uploads\/2100.jpg<\/a><\/p>\n<p>Und interessanterweise \u2026 ich dachte, dass Skinny Bitch \u2026 falls jemand nicht wei\u00df was \u2018Skinny Bitch\u2019 ist, es ist ein Buch, das vor etwa sechs oder sieben Jahren herauskam und es hat den Veganismus wirklich redefiniert, in einer Art und Weise, die ich f\u00fcr sehr besorgniserregend halte. Skinny Bitch wirbt f\u00fcr eine Form des Veganismus, die sehr \u201efat-shaming\u201c [diskriminatorisch gegen\u00fcber \u00dcbergewichtigkeit] ist und die sehr stark auf die wei\u00dfe Mittelklasse ausgerichtet ist. \u201aVegan werden ist einfach, und du musst damit Gewicht abnehmen, und wenn du das nicht schaffst, dann bist du faul, du bist dumm, und faul\u2019 \u2013 so eine Art der Rhetorik.<\/p>\n<p>Der Name der einen Autorin ist Rory Friedman und VegNews ernannte sie zur Veganerin des Jahres. Ich muss sagen, das war recht \u2026 es sagte etwas aus, n\u00e4mlich dass sie die Botschaft die Skinny Bitch vermittelt, unterst\u00fctzenswert finden. Dies ist also eines der B\u00fccher, das sie mitverfasste. Das war wohlgemerkt w\u00e4hrend ihrer Schwangerschaft. Und sicher: es ist ja so normal schmerzlich d\u00fcnn zu sein, wenn du schwanger bist! Die meisten aus der Reihe dieser B\u00fccher gebrauchen diese Art der Bildbotschaften, dass D\u00fcnnsein gleichzusetzen ist mit gesund; d\u00fcnne, gesunde wei\u00dfe Frauen, die wirklich gef\u00e4hrlich d\u00fcnn sind. Und das hat sich durchgesetzt. \u00a0Im wesentlichen zeigt das die \u00c4ngste, die sich mit K\u00f6rperlichkeit verbinden, und wir sehen die Unkultur des \u201afat-shaming\u2019, die ihren Eingang in den Veganismus gefunden hat \u2013 oder auch nicht, eigentlich war das bereits ein Teil dieser Kultur seit den letzten 40 oder 50 Jahren, und im Veganismus f\u00e4llt es wirklich auf, wird aber als gesund maskiert: \u201aEs ist gesund d\u00fcnn zu sein.\u2019<\/p>\n<p>Wir beginnen also dar\u00fcber zu sprechen, wie moralische und immoralische K\u00f6rper im veganen Mainstream rep\u00e4sentiert sind, und das ist der Punkt, an dem Faktoren wie Rasse, Klassenzugeh\u00f6rigkeit und Gender beginnen eine Rolle zu spielen.<\/p>\n<p>Ich spreche hier \u00fcber PETA, weil sie eine ma\u00dfgebliche Rolle spielen \u2026 um die vegane Politik zu verstehen \u2026 sie haben immerhin zwei Millionen Mitglieder. Was ich damit sagen will, ist, sie haben wirklich eine ganze Menge Eink\u00fcnfte \u00fcber Spendenleistungen, und sie haben ihre Kampagnen wirklich mit einer Menge an Bildern ausgestattet, die uns zeigen, was ein ethischer K\u00f6rper ist.<\/p>\n<p>PETAs moralischer K\u00f6rper ist Pamela Anderson. PETA hat alle m\u00f6glichen unterschiedlichen Frauen, aber sie ist wirklich die eine Person, die all die Leute mit dem moralischen K\u00f6rper in Verbindung bringen: jung, schlank, wei\u00df, h\u00f6here Mittelklasse, straight, von M\u00e4nnern zu \u201avernaschen\u2019, sobald diese es zum Vegetarier oder Veganer schaffen. Etwa so: \u201aIch bin die Troph\u00e4e die ihr Gewinnen k\u00f6nnt, und ihr k\u00f6nnt mich haben, wenn \u2026 \u2013 sind nicht alle M\u00e4nner straight, und wollen nicht alle M\u00e4nner eine wei\u00dfe blonde Frau? Das ist der Preis. Ihr k\u00f6nnt mich nur haben und vernaschen, wenn ihr vegan oder Vegetarier werdet.\u2019 Das ist die Botschaft, die PETA auf uns wirft, mit all diesen Bildern der gleichen Art Frauen, die alle wie Pamela Anderson aussehen. K\u00fcrzlich haben sie noch einige latino und schwarze Frauen darunter gemischt, aber die immernoch alles umspannende Message ist, dass \u2026. hellh\u00e4utige, nicht-behinderte, wei\u00dfe Frauen \u2013 sie sind der Ma\u00dfstab f\u00fcr einen gesunden ethischen K\u00f6rper.<\/p>\n<p>Und dann denke ich da an den Michael-Vick-Fall. PETAs unmoralischen K\u00f6rper kann man sich als den Michael-Vick-Fall aus dem Jahr 2007 vorstellen. Wenn ihnen dieser Fall nichts sagt: Michael Vick ist ein Quarterback der National Football League, er war involviert in illegale Pitbull-K\u00e4mpfe und verlor all seine Vertr\u00e4ge mit Nike infolgedessen. Die Leute waren sehr emp\u00f6rt \u00fcber ihn, als herauskam was vorgefallen war, und er verk\u00f6rpert sozusagen den unmoralischen K\u00f6rper: er entstammt der Arbeiterklasse, ist urban aufgewachsen, Afro-Amerikaner, m\u00e4nnlich, verwendet Tiere f\u00fcr Hundek\u00e4mpfe. Und viele Leute stellten tats\u00e4chlich diesen Bezug her: \u201aNaja er ist im st\u00e4dtischen Umfeld aufgewachsen, in einer Rap- und Hip-Hop-Kultur, und Hip-Hop ist schlimm, und K\u00f6rper die aus dieser Community kommen, sind schlecht und unethisch.\u2019<\/p>\n<p>Wir haben also diese beiden: auf der einen Seite ist da Pamela Anderson und dann haben wir da Michael Vick \u2026 Da ist Anderson und da ist Vick. Viele Leute hatten selbstgemachte gephotoshoppte Bilder angefertigt, die zum Ausdruck brachten, was sie \u00fcber Vick dachten: Wie etwa: \u201eSchaut, das ist was ich mit Hunden mache\u201c, und sie sagen: \u201esadistisches T\u00f6ten ist die Macht des B\u00f6sen\u201c, und, ich habe mir \u00fcberlegt, wie Rasse und Gender und die D\u00e4monisierung schwarzer M\u00e4nner, der Hip-Hop-Kultur und der urbanen Kultur, hier tats\u00e4chlich hineinspielten bei der Fokussierung auf Michael Vick. Und in dieser Konversation geht es nicht darum, ob das was er getan hat gut oder schlecht ist, es geht einfach um die Kommentare der Leute und die Reaktionen darauf.<\/p>\n<p>Die blo\u00dfe Tatsache, dass er so sadistisch ist, dass es so b\u00f6se ist, was er getan hat, und wenn man dann an all die wei\u00dfen m\u00e4nnlichen K\u00f6che denkt, die Lobster lebendig zubereiten \u2026 werden wir jemals eine vergleichbare Emp\u00f6rung hierbei erleben, bei der mit dem Finger gezeigt und derart attackiert wird? Oder wenn wir uns die spezifischen Freizeitaktivit\u00e4ten und Hobbys anschauen, die man eher mit der wei\u00dfen Elite in Verbindung bringt, statt mit der st\u00e4dtischen Arbeiterklassenkultur und Hundek\u00e4mpfen \u2013 einer der Dinge, die zeigen, dass schwarze Menschen nicht zivilisiert zu sein wissen: \u201aGuckt, wie sie Pitbull-K\u00e4mpfe machen.\u2019<\/p>\n<p>Ich gebe ihnen diesen ganzen Kontext, weil ich nun zum n\u00e4chsten Aspekt meiner Arbeit kommen will.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dieser Kontroverse rund um Michael Vick \u2026 \u2013 ich denke \u00fcber den Veganismus und wer als moralischer \/ immoralischer K\u00f6rper repr\u00e4sentiert wird, wer in Frieden gelassen und niemals attackiert wird und wer immer angegriffen wird. Die Unterhaltung der Leute \u00fcber die Hip-Hop-Kultur und die Gemeinschaft, der Vick entstammte, schien sich dahingehend zu kristallisieren: \u201aHip-Hop is unzivilisiert, ungesund, gewaltt\u00e4tig, und destruktiv.\u2019 Aber wissen sie was: das ist ein Mythos! Dies ist ein Mythos und dar\u00fcber werde ich in Teil 2 sprechen.<\/p>\n<p><strong><i>Living Bling, Going Green: Redefining Black Manhood Through Hip Hop Oriented Health and Veganism<\/i>. [\u201aEin reiches und gr\u00fcnes Leben: eine Redefinierung schwarzer M\u00e4nnlichkeit durch eine Hip-Hop-orientierte Gesundheitsauffassung und Veganismus.\u2019]<\/strong><\/p>\n<p>Schwarze feministische Hinterfragungen haben sich schon immer mit Hip-Hop und der Hip-Hop-Kultur auseinandergesetzt. Autorinnen wie Tricia Rose, bell hooks und Patricia Hill Collins, um einige davon zu nennen, haben die schwarze feministische Theorie angewandt um kritisch auf die Problematiken im Mainstream-Hip-Hop hinzuweisen und auf die misogynistischen Portraitierungen h\u00e4ufig \u00fcbersexualisierter schwarzer M\u00e4nner, die Frauen als Sexobjekte behandeln, \u00fcberm\u00e4\u00dfig Marihuana rauchen und sich teure Gegenst\u00e4nde kaufen, die die Macht des Kapitalismus in einer neoliberalen Ethik untermauern.<\/p>\n<p>F\u00fcr diese Pr\u00e4sentation m\u00f6chte ich eigentlich eine andere Richtung einschlagen und ich will ihnen einen neuen Blickpunkt vorstellen, in dem ich den schwarzen Feminismus und kritische Rassenstudien anwende im Bezug auf Hip-Hop und den Veganismus. Mir ist bewusst, dass die schwarze feministische Theorie angewendet wurde, um zu kl\u00e4ren wie Kolonialismus und Rassismus das Leben schwarzer Menschen beeinflusst haben, insbesondere schwarzer Frauen, und in welcher Weise sich dies auch negativ auf ihre Interaktionen mit schwarzen M\u00e4nnern und dem Leben schwarzer M\u00e4nner ausgewirkt hat. Ich wei\u00df auch, dass der Feminismus angewendet wurde um zu zeigen, wie schwarze Frauen aus eigener Kraft stark geworden sind, trotz des Rassismus, trotz Armut und Sexismus. Ich selbst m\u00f6chte mein schwarz-feministisches Interesse am Veganismus dahingehend erweitern, einen Blick auf die schwarze vegane Hip-Hop-Bewegung zu werfen, und ich habe anfangs \u00fcber der Titel dieses Vortrags geredet: Rasse und Verk\u00f6rperung in Epistemologien, und wie die verk\u00f6rperte Erfahrung dessen, in diesem Land ein schwarzer Mann zu sein, zu einer bestimmten Art des Verst\u00e4ndnisses \u00fcber Veganismus unter f\u00fcnf bis sechs bekannten schwarzen veganen Hip-Hop-K\u00fcnstlern gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Mir erschien dies immer im Hinterkopf, wenn ich Leute h\u00f6rte, die sagten: \u201aHip-Hop ist destruktiv, hat nichts zu bieten und schafft eine gewaltbereite Kultur\u2019, denn ich wei\u00df auch, dass die anf\u00e4ngliche Wurzeln, mit denen der Hip-Hop begann, etwas total anderes waren, und ich wollte sehen, wie diese jungen schwarzen Aktivisten oder Veganer und Hip-Hop-Aktivisten, diese Grundpfeiler verwenden.<\/p>\n<p>Hip-Hop steht eigentlich f\u00fcr \u201cHigher Inner Peace Helping Other People\u201c [\u201cein h\u00f6herer innerer Frieden liegt im Helfen anderer Menschen\u201d], und au\u00dfer man hat sich dem Mainstream verschrieben oder man denkt oder forscht nicht mal kritisch \u00fcber den Hip-Hop nach: es begann tats\u00e4chlich als ein Weg f\u00fcr Schwarze, in kreativer Weise zu verstehen, wie institutioneller, struktureller Rassismus, Armut ihr Leben anbetrifft, wie sie in diesen Zusammenh\u00e4ngen sozial aktiv sein k\u00f6nnen, wie sie Probleme ausdr\u00fccken k\u00f6nnen, unter Verwendugn dieser Kunstform. Und dies ist heute verloren gegangen. Hip-Hop wurde durch die Musikindustrie vereinnahmt, die damit Gewinne macht \u2013 selbstverst\u00e4ndlich nicht nur mit Hip-Hop, sondern mit jeder dieser Kategorien der Musik. Das meiste davon ist oberfl\u00e4chlich, sexistisch, materialistisch, aber ich denke Hip-Hop kommt am schlechtesten Weg, weil der \u00fcberwiegende Teil schwarzer Kultur einfach immer am schlechtesten wegkommt, als seien sie die einzige Kultur die pathologisch ist; keine andere ist es.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte ihnen daher meine neue Arbeit vorstellen, bei der ich mich damit befasse, wie schwarze M\u00e4nner Maskulinit\u00e4t redefinieren, insbesondere schwarze M\u00e4nner aus der veganen Hip-Hop-Bewegung, und dabei will ich die folgenden Fragen stellen, vor dem Hintergrund der Arbeit zu Sistah Vegan \u2026 Wissen Sie, es gibt bereits so viele akademische Studien \u00fcber PETA und die Probleme mit PETA, ich m\u00f6chte mich davon gerne hinweg bewegen und mich nun wirklich lieber mit den Themen: Maskulinit\u00e4t, Veganismus und Rassenbewusstsein auseinandersetzen.<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wie gehen schwarze M\u00e4nner der Hip-Hop-Generation damit um, in seiner Nation zu leben, in der struktureller Rassismus, Negrophobie und ein auf ein wei\u00dfes \u00dcberlegenheitsdenken basierendes Moralsystem die fortbestehende Norm sind seit dem Kolonialismus?<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 In welcher Weise bietet die schwarze vegane Hip-Hop-Bewegung aus einer rassenbewussten, dekolonialen und gesundheitsaktivistischen Sichtweise, alternative Formen von Verzehr und Konsum und im Bezug auf die Fragen des Mannseins?<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wie verwenden prominente m\u00e4nnliche Hip-Hop-Veganer den Hip-Hop um dar\u00fcber aufzukl\u00e4ren, wie Nahrungsmittel und die allgemeine Gesundheit durch den k\u00f6rperschaftlichen Kapitalismus und ein Fleischzentriertes industrialisiertes Nahrungsmittelsystem negativ geformt und beeinflusst worden sind?<\/p>\n<p>Der erste K\u00fcnstler, den ich mir dabei anschauen will, ist DJ Cavem Moetavation, er kommt aus Denver und repr\u00e4sentiert f\u00fcr mich wirklich eine alternative schwarze M\u00e4nnlichkeit. Ich m\u00f6chte Ihnen mehr dar\u00fcber sagen, was er zu bieten hat, nachdem wir uns dieses Videos angesehen haben. Wir werden dar\u00fcber reden, ich bitte Sie also sich nun seiner Musik zuzuwenden.<\/p>\n<p>Sein erster Song hei\u00dft \u201aWheat Grass\u2019 [\u201aWeizengras\u2019] und er schrieb ihn als er etwa 23 oder 24 Jahre alt war. Er stammt aus Denver, Colorado. Er ist vegan. Und ich finde was er zu bieten hat beeindruckend. Er ist ein \u201aGreen For All\u2019-Lehrer\/Aktivist und er und seine Frau haben gemeinsam drei Kinder, alle in einem Alter unter f\u00fcnf Jahren. Was besonders beeindruckend an ihm ist, ist das er eine gelernte Hebamme ist. Ihre drei Kinder kamen allesamt zu Hause zu Welt, sie hatten also drei Hausgeburten. Er brachte seine eigenen Kinder zur Welt, er hat das gelernt. Ich wei\u00df nicht wie viele von Ihnen schonmal einer m\u00e4nnlichen Hebamme begegnet sind, ich hatte bislang noch keine getroffen.<\/p>\n<p>Er bezieht sich auf den afrozentrischen holistischen Veganismus und in seiner Musik geht es haupts\u00e4chlich um Empowering, die Entwicklung eigener St\u00e4rke, und um die Dekolonialisierung des K\u00f6rpers durch die Wahl der Nahrungsmittel und durch den eigenen Anbau von Nahrungsmitteln; im Vordergrund steht also der holistische Veganismus.<\/p>\n<p>Dieser Song hei\u00dft also \u201aWheat Grass\u2019 und ich m\u00f6chte gerne, dass Sie schauen was in dem Video passiert. Es beginnt zuerst mit diesen drei schwarzen Freunden, die einfach chillen und eine gemeinsame Pause an einer Stra\u00dfenecke machen, um sich miteinander zu unterhalten. Achten Sie darauf, wor\u00fcber sie sprechen. Sie erw\u00e4hnen das Racial Profiling [ethnisches Profiling] und wie die Polizei im Block herumf\u00e4hrt, als warteten sie direkt darauf, dass etwas passiert. Was bedeutet das, dass diese Freunde Eingangs \u00fcber das ethische Profiling sprechen? Weshalb ist das etwas Wichtiges, wenn es darum geht, wie jemand seinen Zugang zum Veganismus findet? Wie findet genau dieser Mann hier seinen Zugang zum Veganismus und warum vermittelt er anderen seine diesbez\u00fcgliche Botschaften? Lassen Sie uns gemeinsam das Video anschauen \u2026<\/p>\n<p>Video link auf Youtube: DJ Cavem Moetavation: Wheat Grass <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OWBURAIMxoQ\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=OWBURAIMxoQ<\/a><\/p>\n<p>In diesem Video geschieht also sehr viel, aber einige der Dinge, die ich hier hervorheben und \u00fcber die ich hier sprechen will, sind zuallererst ihre Unterhaltung \u00fcber die Polizei und das Racial Profiling.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Unterhaltung beim Pausieren an der Ecke, \u00fcberlegt die eine Person, in den Junk-Food-Laden hineinzugegen. Ich kenne Ietef sehr gut und sie haben dort wirklich ein gro\u00dfes Problem mit der Ausbreitung von dem, was man als Junk-Food-L\u00e4den bezeichnen kann, spezifisch in den vorwiegend schwarzen Nachbarschaften. Sie sehen, was in dem Video getrunken wird \u2013 er trank aus einer Edelstahlflasche, er trank Wasser, sein Freund ebenso.<\/p>\n<p>Wir sehen auch Bilder von Ietef \u2013 also sein Name ist DJ Cavem Moetavation, das ist sein MC Name, aber er wird zumeist Ietef genannt \u2013 wir sehen ihn in einem Klassenzimmer, und dort sehen wir ihn sitzend in afrozentrischer Kleidung; er versucht ein eurozentrisches Schulsystem mit seiner Art des afrozentrischen Lebens zu beeinflussen und wirbt f\u00fcr ein Erziehungsmodell, das normalerweise in Amerika nicht akzeptiert wird \u2013 wir haben hier \u00fcblicherweise einen eurozentrischen Lehrplan, er ist dar\u00fcber verdrossen, setzt dem etwas entgegen und sagt: \u201eMacht doch nicht immer falsche Annahmen!\u201c Und die Lehrer und die Sch\u00fcler blicken ihn an, staunend und wundern sich: \u201aWas ist los?\u201c<\/p>\n<p>Ich fand das sehr wichtig, wenn unsere Eltern sich bem\u00fchen Einfluss auszu\u00fcben \u2026 ich fand diese afrozentrische Metaphorik im Liedtext sehr \u00fcberzeugend und wie hier redefiniert wird, was es bedeutet gesund zu sein und Teil einer schwarzen Gemeinschaft zu sein. Ich wollte auch \u2026 wissen sie, sie k\u00f6nnen die Webseite von DJ Cavem auch besuchen. Ich schicke ihnen diese Links gerne zu, wenn sie mich anmailen unter: Breeze Harper at Gmail. Ich kann ihnen die Links zu all den genannten Videos zuschicken.<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste Video ist \u201aG\u2019z Up, Hoes Down\u2019 und ich fand dies auch ziemlich cool. Ich wei\u00df nicht ob sie Snoop Dog kennen, Snoop Dog schrieb vor etwa 10 oder 14 Jahren oder noch l\u00e4nger, diesen Song \u201aG\u2019z Up, Hoes Down\u2019, und ja, \u201aG\u2019z\u2019 bedeutet \u201aGangsters\u2019, also \u201aGangster hoch\u2019 und \u201aHoes\u2019, [eine sexistisch konnotierte Bezeichnung f\u00fcr] \u201aFrauen\u2019, \u201aHoes runter\u2019. Ietef machte nun also einen Song mit dem gleichen Titel, au\u00dfer, dass bei ihm die \u201aG\u2019z\u2019 die \u201aOrganic Growers\u2019, die Bio-Gem\u00fcsebauern sind, und \u201aHoes\u2019, [das Wort \u201ahoe\u2019 bezeichnet im Englischen auch die Gartenhacke] \u201ahoe\u2019, \u201ahoeing\u2019, hacken \u2026 sie verstehen das also? So ist ein \u201eechter Mann\u201c eine \u201aG\u2019 und er ist also ein \u201aOrganic Grower\u2019. Und ein echter Mann, er kultiviert seine Gemeinschaft, indem er wortw\u00f6rtlich mit einer Gartenhacke den Boden kultiviert. Ich fand diesen Song wirklich beeindruckend. Und achten sie auf den Text und wie hier M\u00e4nnlichkeit redefiniert wird durch das Starkmachen der Gemeinschaft, indem du sie lehrst, wie sie ihre Nahrung selbser anbauen k\u00f6nnen und wie man sich nahrhaft und gesund ern\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Die meisten Leute dieser Generation oder Kultur kennen den Song von Snoop Dog, und ihn zu verwenden und den Sinn derart zu ver\u00e4ndern \u2026 das finde ich beeindruckend. Ich m\u00f6chte den Songs also mit ihnen teilen \u2013 diesmal haben wir dabei kein Video, nur den Song \u2026<\/p>\n<p>Video link auf Youtube: DJ Cavem Moetavation: G&#8217;s Up, Hoes Down <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=d4L-tC4g27w\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=d4L-tC4g27w<\/a><\/p>\n<p>Das war jetzt nicht der ganze Song, aber ich wollte ihnen den Song einfach kurz vorstellen. Ich finde die Idee sehr gelungen, den Gebrauch der Sprache des Hip-Hop, eines Titels, der den meisten Leuten, die Hip-Hop lieben, vertraut ist (die Originalversion von \u201aG\u2019z Up, Hoes Down\u2019 also). Ich finde es gut, wie er die jungen Leute anspricht, die Logik mit der er eine Beziehung zu der braunen und schwarzen Jugend in der Denver-Gegend aufbaut. Ich denke seine Arbeit ist sehr ausdrucksstark.<\/p>\n<p>Die erste Musik mit der mein Sohn aufgewachsen ist, war die von Ietef, und er zeigt mir, dass er diese Texte beinahe auswendig kann. Mein Sohn wei\u00df auch beispielsweise, dass Ietef Jugendliche dar\u00fcber aufkl\u00e4rt, wo ihr essen eigentlich herkommt, indem er ihnen gleichzeitig zeigt, wie man selbst Gem\u00fcseanbau betreibt. Als mein Sohn noch ziemlich klein war, so etwa zwei Jahre alt, sagte er was \u00fcber Menschen die Verbrechen begehen, und meinte dann weiter: \u201eVielleicht kann Ietef ihnen ja helfen, vielleicht kann er ihnen zeigen, wie man sich sein Essen selber anbaut.\u201c Und das sagt ein Zweij\u00e4hriger zu mir, er stellte diese Verbindungen her, dass Menschen vielleicht weniger schlimme Dinge tun w\u00fcrden, wenn sie stattdessen lernten ihre Gemeinschaften mitzukultivieren und in ihren Gemeinschaften Nahrungsmittel selber anzubauen w\u00fcrden. Mein zweieinhalbj\u00e4hriger Sohn sagt dies zu mir und er h\u00f6rt diese Musik. Das hat mich vom Hocker gehauen. Als ich Ietef entdeckte war ich zutiefst ber\u00fchrt, denn \u2026 Mein Sohn hat diese Musik also geh\u00f6rt, er ist inzwischen f\u00fcnf und er zitiert diese Liedtexte, er denkt kritisch \u00fcber diese Dinge nach, in einer Art und Weise, die ich ihm vielleicht selbst nicht geschafft h\u00e4tte in der Weise zu vermitteln. Und es ist eine alternative Form der M\u00e4nnlichkeit der mein Sohn darin begegnet. Er wei\u00df also, dass Ietef Veganer ist, er wei\u00df, dass Ietef bei der Geburt seiner T\u00f6chter half, und das ist ein Modell f\u00fcr Maskulinit\u00e4t, das, so denke ich, sehr kraftvoll ist. Wir sehen zu wenig davon in der veganen Gemeinschaft oder in der Hip-Hop-Gemeinschaft, insgesamt \u2026 im Mainstream.<\/p>\n<p>Die Botschaft Ietefs richtet sich allgemein gegen den k\u00f6rperschaftlichen Kapitalismus. Er spricht dar\u00fcber, wie immer mehr Fast-Food-Ketten in die Gegend kommen. Als ich vor zwei Jahren Denver besuchte, meinte Ietef zu mir: \u201aGenau hierhin wollen sie einen Burger King bauen, und genau hier versuchen wir unseren Gemeinschaftsgarten zu bestellen \u2026 und an der anderen Stelle in der Stadt wollen sie eine neue gro\u00dfe Gef\u00e4ngnisanlage errichten\u2019 usw. Das ist also seine Welt, und das ist wie sein Veganismus existiert, und er bem\u00fcht sich darum, gegen all die Stereotypen zu k\u00e4mpfen. Er setzt sich ein f\u00fcr seine Community \u2026 und es ist schwer. Er ist klug, er wei\u00df die Sprache des Hip-Hop einzusetzen, und er wei\u00df wie man sich dem Veganismus ann\u00e4hern kann in einer anderen Weise als PETA das zum Beispiel tun, denn das w\u00e4re wahrscheinlich f\u00fcr die meisten Leute in seiner Gemeinschaft eher entmutigend.<\/p>\n<p>Er ist also gegen den k\u00f6rperschaftlichen Kapitalismus und sein Veganismus ist sehr afrozentrisch. Er spricht \u00fcber Themen wie das ethnische Profiling, das industrialisierte Gef\u00e4ngnissystem Amerikas, als Themen, die die Umweltgesundheit seiner Gemeinschaft betreffen, als integriert in seine vegane Praxis. Es sind keine abgesonderten Themen.<\/p>\n<p>Ich habe Leute manchmal sagen geh\u00f6rt \u2026 meistens jemanden, der sich als wei\u00dfer Veganer aus der Mittelklasse identifizierte: \u201aIch k\u00e4mpfe f\u00fcr Tiere, die in Gef\u00e4ngnissen sind, in K\u00e4figen. Mir ist das mit den industriell betriebenen Gef\u00e4ngnissen f\u00fcr Menschen eher egal, weil, wei\u00dft du, es ist deine eigene Schuld wenn du dort landest, es ist deine eigene Schuld! Wenn du inhaftiert wirst, dann ist das deine eigene Schuld. Tu einfach nichts Falsches, dann wirst du auch nicht festgenommen. Ich aber k\u00e4mpfe f\u00fcr die Tiere, die in K\u00e4figen sind.\u2019 Und ich dachte: \u201aWow, ist dir \u00fcberhaupt bewusst, was Racial Profiling bedeutet?\u2019 Alleine diesen Kommentar zu machen \u2026 dies war deren Einstellung zum Verst\u00e4ndnis unseres Kriminal-Justizsystems. Und diese Einstellung unterscheidet sich stark von der DJ Cavems \/ Ietefs.<\/p>\n<p>Wie ich bereits gesagt habe, ist Cavem auch eine gelernte Hebamme. Ich bin sehr beeindruckt dar\u00fcber, dass er das gelernt hat \u2026 Sie sind Veganer, sie unterrichten ihre Kinder zuhause und er erlernte den Hebammenberuf, um seine eigenen Kinder zur Welt zu bringen. Ich finde das erstaunlich.<\/p>\n<p>Nun zu Stic.man von dead prez. Ich wollte mir gerne gemeinsam mit ihnen dieses Video ansehen und den Text dazu besprechen. Auf seinem T-Shirt steht hier: \u201aHealthy is the New Gangster\u2019, das finde ich klasse. Stic-man ist Mitglied der Band dead prez. Etwa im Jahr 2005 oder 2006 hatten sie einen Song mit dem Titel: \u201aBe Healthy\u2019, in dem sie \u00fcber die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr ein gesundes Leben sprechen und wie man sich richtig ern\u00e4hren sollte. Sp\u00e4ter brachte er ein Album mit dem Titel: \u201aThe Workout\u2019 heraus, und ein Song auf diesem Album hei\u00dft \u201aBack on my Regimen\u2019, und in diesem Video \u2026 das ich toll finde \u2026 schauen sie sich das Video zuerst an und danach spreche ich dar\u00fcber, was hier geschieht. Wir werden uns nicht das Ganze anh\u00f6ren, um etwas Zeit zu sparen, vielleicht die H\u00e4lfte \u2026<\/p>\n<p>Video Link auf Youtube: Stic.man: Back on my Reginem <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=sa1yJWBLsxw\">http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=sa1yJWBLsxw<\/a><\/p>\n<p>\u2026 Oh nein, die Verbindung konnte nicht hergestellt werden, das k\u00f6nnte ein Problem sein [\u2026] ok, ich werde dann einfach erkl\u00e4ren was in dem Video zu sehen ist.<\/p>\n<p>Sie sehen in dem Video f\u00fcnf oder sechs afroamerikanische M\u00e4nner in einem Gym beim Krafttraining. Im Text sagt er: \u201aI\u2019m back on my weight gain, back on my vitamins, back on my discipline\u2019 [\u2018Ich bin wieder dabei Gewicht zuzunehmen, nehme meine Vitamine, bin dabei diszipliniert zu trainieren\u2019], und was hier geschieht ist ganz anders als die Trainingsr\u00e4ume, die du normalerweise im Zusammenhang mit dem Veganismus siehst, wie etwa Yoga in sauberen R\u00e4umen, wo alles sehr rein und pur wirkt. Er wirbt f\u00fcr das Training, und daf\u00fcr, sich k\u00f6rperlich fit zu machen, in so etwas, was wie ein Arbeiterklasse-Trainingszentrum aussieht, und wie du deinen neuen K\u00f6rper aufbauen sollst. Er spricht \u00fcber die vegane und die holistisch vegane Ern\u00e4hrung, und man sieht, dass all diese M\u00e4nner, die dort trainieren, Gewichte handhaben. Und ich denken mir, wow, was f\u00fcr eine interessante Darstellung von Maskulinit\u00e4t, und nicht dar\u00fcber zu sprechen, wieviel Fleisch einer essen muss um Muskeln aufzubauen, sondern dar\u00fcber, wieviel pflanzliches Protein du isst, um solche Muskeln zu bekommen. Das ist monumental in einer Kultur, in der Maskulinit\u00e4t und Fleischverzehr Synonyme sind, besonders die Stereotypen, das schwarze M\u00e4nner H\u00fchnchen lieben, H\u00fchnchen in Soulfood-Gerichten, und dass echte schwarze M\u00e4nner au\u00dferdem niemals Gem\u00fcse essen, und dass man mit einer pflanzlich-basierenden Ern\u00e4hrung auch niemals muskul\u00f6s werden k\u00f6nnte \u2026 das ist was ich in diesem Video sehe.<\/p>\n<p>Aber er macht den Veganismus und Fitness auch ein wenig leichter zug\u00e4nglich, denn sein neues Ziel ist es, dar\u00fcber zu sprechen, wie du das, was du brauchst bekommst, wenn du in der \u201eHood\u201c [die urbane Nachbarschaft, in der vorwiegend schwarze Menschen leben] lebst, und wie du deinen K\u00f6rper fit halten kannst in der \u201eHood\u201c.<\/p>\n<p>So gr\u00fcndet auch seine vegane Praxis auf dem Hintergrund dessen, ein schwarzer Mann in Amerika zu sein, der in den Gemeinschaften aufgewachsen ist, in denen Menschen keinen Zugang zu gesunden und nahrhaften Nahrungsmitteln haben, aufgrund ihrer Klassenzugeh\u00f6rigkeit und aufgrund rassischer Problematiken. Und Teil seines Ziels ist es, diese vegane Lebensweise zug\u00e4nglicher zu machen; etwas, was wir im veganen Mainstream nicht wirklich finden k\u00f6nnen. Ich hoffe also, sie k\u00f6nnen eines Tages auf dieses Video zugreifen.<\/p>\n<p>Aber sie sehen auch noch jemanden anderen in dem Video. Und sein Name ist Supanova Slom. Wie viele von ihen kennen Queen Afua? Also Queen Afua \u2013 kurz, ich habe in meiner Dissertationsarbeit \u00fcber sie geschrieben, und sie ist der Grund, warum ich vegan wurde: Queen Afua verfolgt einen afrozetrischen Ansatz, sie spricht \u00fcber die Heilung der Reproduktivgesundheit durch pflanzlich-basierende Ern\u00e4hrungsweisen, die in Verbindung stehen zum kemetischen \u00c4gypten \u2013 eine sehr lange Geschichte. Sie k\u00f6nnen ihr Buch lesen, das hei\u00dft: Queen Afua: \u201aSacred Women\u2019. Und ihr Sohn ist Supanova Slom und er macht Hip-Hop-Wellness.<\/p>\n<p>Er wird auch der Hip-Hip-Medizinmann genannt, Erykah Badu und Russell Simmons haben seine Arbeiten verwendet und er hat ein Buch geschrieben. Und, er ist in diesem Video. Man sieht wie muskul\u00f6s er ist, er spielt mit seinen Muskeln. Er ist vegan und man sieht, er ist wirklich muskul\u00f6s.<\/p>\n<p>( \u2026 Ich \u00fcberspringe dieses Video, denn es scheint wirklich nicht zu funktionieren, aber wir sehen uns jetzt noch Supanova Sloms Arbeit an. Es tut mir leid, ich bin ein Mac-User, das hat hier jetzt einfach nicht funktioniert \u2026 )<\/p>\n<p>Hier ist also Supanova Slom, er ist in diesem Video und hoffentlich funktioniert dieses Video nun. Was interessant an ihm ist, ist dass seine Mutter Queen Afua ist, die seit etwa 30 oder 40 Jahren in ihrem Feld t\u00e4tig ist, bei der es um schwarze Frauen geht, die Dekolonialisierung ihrer K\u00f6rper durch eine pflanzlich-basierende Ern\u00e4hrung, und nicht allein das, sondern auch durch einen Verzicht auf gebleichtes Mehl, raffinierten Zucker und Speisesalz in der Ern\u00e4hrung.<\/p>\n<p>Queen Afua hat auch darauf hingewiesen, dass Zucker so schlimm wie die Droge Crack ist, und das ist schon mutig so etwas zu sagen, wenn man sich die Geschichte der schwarzen Communities und der Droge Crack anschaut, die \u00c4ngste die damit verbunden sind, dass schwarze Frauen Crack-Babies zu Welt bringen k\u00f6nnten, und wie das zu einem Problem f\u00fcr die Gesellschaft werden k\u00f6nnte. Da steckt also viel dahinter, wenn Queen Afua den raffinierten Zucker mit Crack vergleicht, und sagt, dass sich nur ein Molek\u00fcl bei beiden unterscheidet, man k\u00f6nne gleich Crack nehmen, was doch die schwarze Community zerst\u00f6re. Das sind also Botschaften mit denen Supanova Slom durch seine Mutter aufgewachsen ist, und er entschied sich einen Song und ein Video zu genau diesem Thema zu machen. Und der Song hei\u00dft \u201aSugar Crack\u2019.<\/p>\n<p>Video link auf Youtube: Supanova Slom: Sugar Crack <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZTufe6sm1hk\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=ZTufe6sm1hk<\/a><\/p>\n<p>\u2026 und hoffentlich funktioniert das jetzt. Es tut mir leid wenn nicht. Nun ja, um Zeit zu sparen, werde ich den Inhalt kurz erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>In dem Video sieht man viele Bilder aus unserer sehr Zucker-zentrierten Kultur in Amerika. Man sieht Leute die \u201aFruit Loops\u2019 und \u201aPop Tarts\u2019 essen, Leute die ganz verr\u00fcckt sind auf Zucker, und er sagt: \u201aSugar crack, sugar crack \u2026\u2019 \u2013 ich bin ein miserabler Rapper, er sagt also \u201asugar crack, sugar crack\u2019 und beschreibt, wie der Zucker einen quasi verr\u00fcckt macht.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte das als einen Eingangspunkt dazu verwenden, um zu verstehen, wie ein reiner K\u00f6rper in dieser Art neuer schwarzen veganen Hip-Hop-Rhetorik konstruiert werden soll, wobei nicht nur gesagt wird, dass man keine Tiere oder tierischen Produkte essen soll, sondern, man soll auch beispielsweise keinen wei\u00dfen Zucker essen \u2026 und die Verbindungen, die Zucker in einer \u2026<\/p>\n<p>[\u2026] Ok, gut. Ich beende das Video hier, weil darin geschieht wirklich eine ganze Menge. Es ist recht intensiv und ziemlich lang.<\/p>\n<p>Die Botschaft, die er vermittelt ist \u2026 er spricht dar\u00fcber, dass die Medien ihr Augenmerk so sehr auf die Gewalt Schwarzer gegen Schwarze richten, darauf, dass sie sich gegenseitig umbr\u00e4chten. Er sagt aber: \u201aDer echte Feind ist wei\u00dfer Zucker, der raffinierte Zucker \u2013 er t\u00f6tet unsere Gemeinschaft\u2019, und er machte diesen Kommentar, bei dem er sagte: \u201aDer echte Terror, der einen Homie t\u00f6tet [ist der wei\u00dfe Zucker] \u2013 du kannst kein Homie sein, der ganz dabei ist, wenn du an Diabetes stirbst.\u2019 Er spricht dar\u00fcber und \u00fcber diesen Fokus, der sich, im Gegenteil, nicht so sehr darauf konzentierst, wie viel Limos und Zuckerprodukte tats\u00e4chlich die schwarze Community umbringt, sondern wie die Medien derart darauf fokussiert sind, wenn Schwarze kriminelle Handlungen an anderen Schwarzen begehen, dass bei Schwarzen eine h\u00f6here Gefahr bestehe, dass sie durch eigene Waffengewalt in der eigenen Community sterben \u2026 und nun ja, tats\u00e4chlich ist die Gefahr aber weitaus h\u00f6her, dass schwarze Menschen an einer ern\u00e4hrungsbedingten Erkrankung sterben. Doch warum richtet sich keine Aufmerksamkeit darauf?<\/p>\n<p>Das ist was er beispielsweise mit seiner Musik ausdr\u00fcckt, wobei darunter auch Inhalte sind, mit denen ich nicht \u00fcbereinstimme; ich stimme nicht mit allem was andere machen \u00fcberein, mit vielem sogar nicht, aber sein Fokus auf den Zucker ist auch deswegen wichtig, weil schwarze Menschen, in der Zeit, als sie unter der Sklaverei leben mussten, auch dazu eingesetzt wurden, um Zucker zu ernten. Heute ist es nun das ganze Amerika, dass dem Zucker versklavt ist, das abh\u00e4ngig vom Zucker ist. Aber es bedeutet noch mehr wenn schwarze Menschen heute s\u00fcchtig nach dem sind, das zu ernten sie einst versklavt wurden. Sein Verst\u00e4ndnis \u00fcber die Dekolonialisierung des schwarzen K\u00f6rpers indem ihm der Zucker entzogen wird, ist also innerhalb dieses geschichtlichen Hintergrunds zu betrachten, und es gewisserma\u00dfen kontrovers den Zucker mit Crack gleichzusetzen. Er thematisiert, dass ein \u201aechter\u2019 Mann kein Junk Food essen sollte, und er spricht auch dar\u00fcber, das \u201aechte\u2019 M\u00e4nner keine Drogen nehmen, trainieren, sich stark und fit halten.<\/p>\n<p>\u2026 Was ich in dieser Rhetorik nicht wirklich h\u00f6re ist: Wie ist das mit den Nahrungsmittelzug\u00e4ngen? Viele Leute, die in der Sachen engagiert sind \u2026 ich denke viele von ihnen haben wahrscheinlich wirklich genug Geld um Zugang zu diesen Nahrungsmitteln zu haben, ich h\u00f6re also nicht viel dar\u00fcber, was mit den Leuten der unteren Schichten ist, die sich solche Lebensmittel gar nicht leisten k\u00f6nnen. Ich sehe bei ihm also, und auch bei anderen die im den Feld aktiv sind, nicht immer viel Klassenbewusstsein, was Nahrungsmittel und die Zug\u00e4nge dazu anbetrifft. Ietef befasst sich damit, und Stic.man konzentriert sich inzwischen auch mehr darauf, aber ich h\u00f6re und sehe davon noch nicht so viel in Supanovas Arbeit.<\/p>\n<p>Doch insgesamt ist die Botschaft, die diese M\u00e4nner vermitteln, die, dass die Begr\u00fcnung der Ern\u00e4hrung ein dekolonialisierendes Projekt ist. Es ist interessant, dass sie dem Gr\u00fcn diese Bedeutung zugeordnet haben, wenn man an Spirulina oder Weizengras denkt \u2026 Der Mainstream-Veganismus wirbt f\u00fcr die sog. \u201aSupergreens\u2019, die Supergem\u00fcse, so wie Gr\u00fcnkohl, Weizengras und die Alge Spirulina, als ein postrassisches und bewusstes Essen; man denkt dabei nicht, dass jemand Weizengras essen k\u00f6nnte um seinen K\u00f6rper zu dekolonalisieren. Hier aber werden diese Nahrungsmittelobjekte aufgegriffen und ihnen werden kritische rassenbewusste Bedeutungen zugeordnet, so ist nat\u00fcrlicherweise Spirulina weder postrassisch noch rassisch, es ist einfach Spirulina, aber die Bedeutung, die diesen Nahrungsmittelobjekten zugeordnet wird, kann uns wirklich viel \u00fcber die rassischen Machtdynamiken in diesen Gemeinschaften zeigen.<\/p>\n<p>So sind also f\u00fcr Stic.man und DJ Cavem und Supanova Slom die sog. Supergreens verbunden mit der Dekolonialisierung des schwarzen K\u00f6rpers, der schwarzen Gemeinschaft und Kultur, zur Beseitigung der sch\u00e4digenden Effekte systemischen Wei\u00dfseins, des Kolonialismus und des Kapitalismus. Und dann steht auch \u201aSugar Crack\u2019 versus \u201aGreen\u2019, was soviel aussagt wie: \u201eder gereinigte schwarze K\u00f6rper schafft eine gereinigten schwarzen Geist, schafft eine gereinigte schwarze Gemeinschaft\u201c und ich setzte das in Anf\u00fchrungszeichen, weil solche Reinheits-Rhetoriken nicht in einem luftleeren Raum herumstehen, sondern durch all diese \u00c4ngste, die sich um den K\u00f6rper herumwinden, informiert sind, ungeachtet dessen wie du dich rassisch identifizierst \u2013 diese \u00c4ngte um einen reinen, puren K\u00f6rper haben in Amerika immer existiert, und man trifft selbst in der afrozentrischen veganen Rhetotik darauf.<\/p>\n<p>Dies sind Dinge \u00fcber die man nachdenken sollte, noch keine Schlussfolgerung \u2026 . Ein zugrundeliegendes Thema ist, dass schwarze M\u00e4nner, die gesund sind, straight \/ heterosexuell sind. Wenn ich vielem, das in der schwarzen vegane Hip-Hop Bewegung geschieht, zuh\u00f6re, h\u00f6re ich nicht viel dar\u00fcber, was es hei\u00dft ein Mann zu sein der nicht heteronormativ ist. Dar\u00fcber m\u00f6chte ich gerne mehr h\u00f6ren. Und dann, Teil der holistisch-gesundheitlichen afrozentrischen Gemeinschaft \u2013 wobei ich nicht sagen will, dass diese M\u00e4nner das sagen, aber die dort anzutreffende allgemeine Grundhaltung hinsichtlich Sexualit\u00e4t und Gender ist, dass Leute die Queer-identifiziert sind, deshalb Queer sind, weil sie die Ern\u00e4hrung Wei\u00dfer f\u00fcr sich angenommen haben, d.h. die kolonialistische Ern\u00e4hrung f\u00fcr sich angenommen haben, und dass, wenn man die richtige, holistische vegane Ern\u00e4hrung zu sich nimmt, man keinen sexuellen \u201aKonfusionen\u2019 unterlegen sein wird, dass man wird dann straight sein wird. Dar\u00fcber m\u00f6chte ich also auch mehr wissen, ich m\u00f6chte verstehen, wie das in die Arbeiten dieser M\u00e4nner hineinwirkt und ob sie in irgendeiner Weise das homophobe und transphobe Verst\u00e4ndnis \u00fcber eine vegane Ern\u00e4hrung teilen \u2026 Was das also hei\u00dft, sich vegan zu ern\u00e4hren \u2013 bedeutet das hier, dass du diese Ideen vertrittst, weil du glaubst, dass es im afrozentrischen oder kemetischen \u00c4gypten wirklich keine Menschen gab, die nicht heteronotmativ \/ straight waren? Oder anders: wenn du versuchst deinen Geist zu dekolonialisieren, wie betroffen bist du dann immernoch durch diese Grundpfeiler des Kolonialismus; dass du zwar rassenbewusst bist, aber immernoch diese \u00c4ngste hast, im Bezug auf Menschen die homosexuell sind, die transgender sind, und dass dies Teil deiner dekolonialen Rhetorik wird \u2026 das hei\u00dft, dass du w\u00e4hrend du versuchst antirassistisch zu sein, du zur gleichen Zeit tats\u00e4chlich transphob seien k\u00f6nntest oder unsichtbare sexuelle Minderheiten schaffen w\u00fcrdest.<\/p>\n<p>Was besonders bei diesem Kanon fehlt: \u201aEchte schwarze M\u00e4nner essen vegan, weil es gesund ist und den K\u00f6rper vom kolonialistischen Erbe bereinigt\u2019 ist, ich h\u00f6re nicht viel Tierrechts- oder Tierbefreiungsrhetorik. Ich frage mich ob da noch einiges sichtbarer wird, wenn ich mit diesen Leuten die Interviews f\u00fcr mein Buch machen werde. So sagen sie zum Beispiel, dass man keine Tiere wie z.B. Schweine essen sollte, weil sie unrein oder schmutzig w\u00e4ren, und nicht, weil es grausam gegen\u00fcber den Tieren ist, die hier aufgezogen und geschlachtet werden. So ist alles was Tiere anbetrifft eine Frage der Unreinheit, was wiederum diese Art kolonialer Konnotation tr\u00e4gt, im Bezug auf Tiere \u2013 wie innerhalb der europ\u00e4ischen kolonialen Beziehung, sind die Tiere oder Tiere hier generell schmutzig oder sie verdienen es nicht wirklich als f\u00fchlende Lebewesen betrachtet zu werden, denen ihre Rechte zustehen. Ich will also herausfinden, ob bei diese M\u00e4nner aus der veganen Hip-Hop-Bewegung, mit denen ich mich hier befasse, ob sie sich mit der \u201aAnimal Compassion\u2019-Komponente auseinandersetzen, mit dem Mitgef\u00fchl f\u00fcr Tiere. Denn ich wei\u00df, dass die unterschwellige Rhetorik des afrozentrischen Veganismus die ist: \u201aMan isst Schweine nicht, weil sie schmutzig sind\u2019 \u2013 nicht weil Schweine leiden.<\/p>\n<p>Und dann der abelistische Diskurs: die \u00c4ngste, dass schwarze K\u00f6rper weiter gesch\u00e4digt werden, wenn sie sich nicht in einer bestimmten Weise ern\u00e4hren, und ob ein gesch\u00e4digter schwarzer K\u00f6rper jemals selbstbewusst, frei oder gereinigt sein kann. Ich denke also \u00fcber diese \u00c4ngste nach im Bezug auf Menschen die Behindert oder k\u00f6rperlich eingeschr\u00e4nkt sind, was auch Teil des \u201akolonialistischen Projekts\u2019 gewesen ist, bei dem jemand nur ein produktives Mitglied der Gesellschaft ist, wenn er\/sie \u201eable-bodied\u201c [nicht-behindert, nicht k\u00f6rperlich eingeschr\u00e4nkt] ist. Die Auffassung, wer als \u201eable-bodied\u201c gilt, hat sich nat\u00fcrlich \u00fcber die Zeit hinweg ge\u00e4ndert. Das m\u00f6chte ich also auch besser verstehen, in diesem Diskurs der Schaffung alternativer schwarzer M\u00e4nnlichkeiten durch den holistischen Veganismus, ob der Ableismus in bestimmten Momenten wieder Fu\u00df fasst.<\/p>\n<p>Der ganze Fat-Shaming-Diskurs ist allgemein auch ein Problem. Es scheint, dass Leute immernoch diejenigen die \u00dcbergewichtig sind, gleichsetzen mit Ungesundsein. Man sieht das nicht so h\u00e4ufig innerhalb des afrozentrischen Veganismus, aber das Problem ist nicht g\u00e4nzlich ausgeschaltet.<\/p>\n<p>Und dann ist noch der Punkt: Sperma ist nur gesund, wenn du gr\u00fcn und vegan lebst, was dann auch f\u00fcr ges\u00fcndere schwarze Babys sorgt, so etwa: \u201aWenn du mit deiner Frau Kinder haben willst, dann ern\u00e4hre dich richtig, damit eure Babys gesund sind\u2019, und was das also bedeutet, wenn nicht jeder bei dieser gesunden Ern\u00e4hrung mitmachen kann, wer geh\u00f6rt dann zu dieser neue zuk\u00fcnftigen gesunden schwarzen Nation und wer nicht?<\/p>\n<p>Das sind also die Fragen die mich besch\u00e4ftigt haben, die mich auch im Zusammenhang mit meiner Arbeit f\u00fcr das Sitah Vegan Projekt und PETA besch\u00e4ftigen \u2013 keiner schaut sich diese spezifische Bewegung einmal genauer an, und was dieser Herren da leisten. Ich halte ihre Arbeit insgesamt f\u00fcr hochinteressant \u2013 oft, wenn ich mir Arbeiten anderer, die sich mit Nahrungsmitteln, Gender und Rasse besch\u00e4ftigen, anschaue, stelle ich fest, dass sich niemand mit M\u00e4nnlichkeit oder schwarzer M\u00e4nnlichkeit befasst, oder wenn sich mit M\u00e4nnlichkeit befasst wird, dann nur im Kontext mit Fleischverzehr und wei\u00dfer Maskulinit\u00e4t \u2026 nicht etwa, was ist das, was z.B. Stic.man da mit seiner Arbeit tut, was macht Ietef, was Supanova Slom \u2013 die allesamt rassenbewusste Herangehensweisen verfolgen.<\/p>\n<p>Das ist was ich meine mit: Rasse, vegane Politik und Verk\u00f6rperung. Diese Herren haben diese verk\u00f6rperten Erfahrungen dessen, schwarze M\u00e4nner zu sein. Und genau damit kamen sie zu ihrer veganen Praxis, das hat ihr Verst\u00e4ndnis dessen, was ethischer Konsum\/Verzehr bedeutet, gepr\u00e4gt. F\u00fcr die meisten Leute, die wissen was ethischer Konsum\/Verzehr im Kontext mit PETA und Veganismus ist, bedeutet ethisch: \u201adu tust es nicht, weil es Tieren schadet\u2019. F\u00fcr diese Community war es die institutionalisierte Sklaverei und die Jim Crow Gesetze, die f\u00fcr sie das Unethische definiert haben. Diese Art des Konsums\/Verzehrs stellt eine Art des Versuchs der Heilung der Verletzungen dar, die unseren Gemeinschaften zugef\u00fcgt worden sind \u2013 findet also im Bezug auf diese unethischen Handlungen statt. So stellt dies nun also eine Form des ethischen Konsums\/Verzehrs f\u00fcr unsere schwarzen Gemeinschaften dar, und das ist wie hier der Begriff des ethischen Konsums insgesamt gebraucht wird und wie das Verst\u00e4ndnis dar\u00fcber gepr\u00e4gt ist. [\u2026]<\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 DJ Cavem Moetavation <a href=\"http:\/\/djcavem.com\/\">http:\/\/djcavem.com\/<\/a><\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Stic.man <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/STICRBG\">https:\/\/www.facebook.com\/STICRBG<\/a><\/p>\n<p>&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Supanova Slom <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/supanovaslom\">https:\/\/www.facebook.com\/supanovaslom<\/a><\/p>\n<p><i>Alle Links: 20.5.2014<\/i><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vegane Nahrungsmittelpolitik: eine schwarze feministische Perspektive Eine einf\u00fchrende Pr\u00e4sentation von Dr. phil. A. 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