{"id":752,"date":"2014-03-08T03:26:28","date_gmt":"2014-03-08T03:26:28","guid":{"rendered":"http:\/\/simorgh.de\/about\/?p=752"},"modified":"2020-08-24T14:41:47","modified_gmt":"2020-08-24T14:41:47","slug":"davis-wie-ein-huhn-zu-denken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/simorgh.de\/about\/davis-wie-ein-huhn-zu-denken\/","title":{"rendered":"Karen Davis: Wie ein Huhn zu denken: Farmtiere und die feminine Verbindung"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_3483\" style=\"width: 2570px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/united_poultry_concerns-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-3483\" class=\"wp-image-3483 size-full\" src=\"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/united_poultry_concerns-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"2560\" height=\"1709\" srcset=\"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/united_poultry_concerns-scaled.jpg 2560w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/united_poultry_concerns-300x200.jpg 300w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/united_poultry_concerns-1024x684.jpg 1024w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/united_poultry_concerns-768x513.jpg 768w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/united_poultry_concerns-1536x1026.jpg 1536w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/united_poultry_concerns-2048x1367.jpg 2048w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/united_poultry_concerns-250x167.jpg 250w\" sizes=\"(max-width: 2560px) 100vw, 2560px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-3483\" class=\"wp-caption-text\"><em>Birds at United Pountly Concerns&#8217; sanctuary<\/em><\/p><\/div>\n<p><strong>Wie ein Huhn zu denken: Farmtiere und die feminine Verbindung<\/strong><\/p>\n<p><strong>Von Dr. phil. Karen Davis, United Poultry Concerns (UPC)<\/strong><\/p>\n<p><i>Titel des Originals: &#8216;Thinking Like a Chicken: Farm Animals And The Feminine Connection&#8217;. <\/i><i>\u00dcbersetzung aus dem Amerikanischen: Gita Y. Arani-May. Mit der freundlichen Genehmigung von <a href=\"http:\/\/www.upc-online.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">UNITED POULTRY CONCERNS, USA.<\/a><\/i><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.simorgh.de\/davis\/davis_3-22.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Dieser Text als PDF<\/a> (Link \u00f6ffnet sich in einem neuen Fenster)<\/p>\n<p><i>&#8220;Wie ein Huhn zu denken: Farmtiere und die Feminine Verbindung&#8221; von Karen Davis ist ein Auszug aus dem Buch ANIMALS AND WOMEN: FEMINIST THEORETICAL EXPLORATIONS, herausgegeben von Carol J. Adams und Josephine Donovan. <\/i><i>Copyright 1995 Duke University Press. <\/i><i>Der Text befindet sich als Auszug im amerikani\u00adschen Original auf der Webseite von United Poultry Concerns mit der freundlichen Genehmigung der Duke University Press. Die Autorin bedankt sich bei der Duke Universtity Press f\u00fcr die Unterst\u00fct\u00adzung ihrer aufkl\u00e4rerischen Arbeiten, im Namen der H\u00fchner und der in diesem Essay dargelegten Gedanken.<\/i><\/p>\n<p><strong>Prolog<\/strong><\/p>\n<p>Mitte der Achtziger interessierte ich mich daf\u00fcr herauszufinden, in welchem Verh\u00e4ltnis die <i>Deep Ecology<\/i>-Philosophie zur Tierrechtsphilosophie stand. Dies war w\u00e4hrend der Zeit in sich der mein Interesse an Tierrechten zunehmend auf die Problematik von Farmtieren konzent\u00adrierte. Jahre zuvor \u00f6ffnete mir ein Essay von Tolstoy, das einen zutiefst ersch\u00fctternden Bericht \u00fcber einen Besuch in einem Schlachthaus enthielt, die Augen dar\u00fcber, was es bedeu\u00adtete Fleisch zu essen.<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/F:\/simorgh\/OTHER%20THINGS%20SIM\/061012_041209_READERS_SECURE\/Karen%20Davis\/davis_120912\/davis_3-22COMP_120912_4e.doc#_edn1\">1<\/a> Nachdem ich dieses Essay gelesen hatte, a\u00df ich immernoch manchmal Fisch, sonst kein Fleisch mehr und bewegte mich weg von Eiern. Wie dem auch sei, ich a\u00df auch immernoch Milchprodukte, bis eine Be\u00adschreibung \u00fcber das Leben von Milchk\u00fchen und Erkrankungen der Geb\u00e4rmutter bei K\u00fchen, meinen Verzehr dieser Produkte beendete.<\/p>\n<p>Ich war schon in meinen Drei\u00dfigern und seit fast zehn Jahren Semivegetarierin gewesen, bis ich begriff, dass eine Kuh tr\u00e4chtig gehalten werden muss, um Milch liefern zu k\u00f6nnen, oder bis ich dar\u00fcber nachdachte, wie sonderbar es ist, nach dem Kleinkind\u00adalter noch Milch zu trinken, oder dar\u00fcber, das Euter einer Kuh mit ihrem Jungen zu teilen, oder schlie\u00dflich dar\u00fcber, ihr Junges aus dem Weg zu r\u00e4umen um all ihre Milch f\u00fcr mich alleine zu haben. Dass ich mich zunehmend mit der Notlage der Farmtiere befasste, war nicht unbedingt das Resultat der klaren Auffassung, die ich jetzt habe \u00fcber die Ausbeutung des Reproduktivsystems der weiblichen Farmtiere \u2013 das am st\u00e4rksten verk\u00f6rpert wird durch die Milchkuh und die Legehenne. Zwei wichtige Dinge waren geschehen die meine Gedanken und schlie\u00dflich auch meine weitere Laufbahn kl\u00e4rten \u2013 die eine Ver\u00e4nderung kam durch das Lesen und die andere durch ein pers\u00f6nliches Erlebnis.<\/p>\n<p>Ich stie\u00df beim Lesen auf zwei zeitgen\u00f6ssische Essays, in denen H\u00fchner dargestellt sind als die Art vor Tier, bei der es am unwahrscheinlichsten sei, dass sie Rechte haben k\u00f6nnte oder \u00fcber\u00adhaupt Rechte verdienen w\u00fcrden. Eines der Essays war von Carl Sagan. In \u201eThe Abstractions of Beasts\u201c argumentiert Sagan gegen den Standpunkt der behaup\u00adtet, dass \u2013 in den Worten von John Locke \u201eBeasts abstract not\u201c \u2013 Tiere nicht abstrahieren. Sagan zeigt, dass Schimpansen \u2013 immerhin Schimpansen \u2013 durch eine Anzahl von Verhaltensweisen, zu denen auch geh\u00f6rte ein Huhn grob zu behandeln, die F\u00e4hig\u00adkeit bewiesen haben, abstrakt zu denken. Ein Forscher beobachtete zwei Schimpansen dabei, wie sie ein Huhn mit Futter anlockten, w\u00e4hrend sie ein St\u00fcck Draht versteckt hielten. Wie Charlie Braun zu seinem Fu\u00dfball, so kehrte das Huhn immer wieder zur\u00fcck, wodurch sich zeigte, dass \u201eH\u00fchner eine sehr niedrige Kapazit\u00e4t haben Vermei\u00addensverhalten zu erlernen,\u201c w\u00e4hrend die Schimpansen eine \u201egenaue Kombination\u201c ihres Verhaltens erkennen lie\u00dfen. Eines Verhaltens, was man manchmal f\u00fcr ein ausschlie\u00dflich menschliches [Verhalten] h\u00e4lt: Kooperation, Planung einer Handlung die in der Zukunft statt\u00adfindet, Irref\u00fchrung und Grausamkeit&#8221; (Sagan 1977, 108). Sagan stellt die Frage in den Raum, ob nichtmenschlichen Tierarten, die Bewusstsein und mentale Geschicklich\u00adkeit demonstrieren, nicht Rechte zuerkannt werden sollten. Als oberstes stehen auf seiner Liste die Schimpansen. Als unterstes stehen irgendwo H\u00fchner.<\/p>\n<p>Das zweite Essay stammte aus dem Bereich der <i>environmental ethics<\/i> (Umweltethik). In \u201eAnimal Liberation: A Triangular Affair\u201c, bezieht sich J. Baird Callicott auf \u201eThe Land Ethic\u201c aus \u201eA Sand County Almanac\u201c von Aldo Leopold, um zu argumentieren, dass domestizierte und wilde Tiere einen unterschiedlichen moralischen Status haben, und dass gleicherma\u00dfen, individuelle Tiere und eine Tierspezies als Ganzes, auch einen unterschiedlichen moralischen Status haben.<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/F:\/simorgh\/OTHER%20THINGS%20SIM\/061012_041209_READERS_SECURE\/Karen%20Davis\/davis_120912\/davis_3-22COMP_120912_4e.doc#_edn2\">2<\/a> Wilde Tiere und eine Tierspezies als Gan\u00adzes genommen, haben Charakteristiken die sie zu einer moralischen Ber\u00fccksichtigung berechtigten, was zwangsl\u00e4u\u00adfig nicht auf die Charakteristiken von domestizierten und individuellen Tieren zutreffen kann. Die kleinste Einheit f\u00fcr die ethische Ber\u00fccksichtig\u00adbarkeit ist die biotische Gemeinschaft, in der das individuelle \u201enichtmenschliche, nat\u00fcrliche Wesen\u201c allein insofern eine Komponente von Wert ist, wie es zu der, in Leopolds Worten \u201eIntegrit\u00e4t, Sch\u00f6nheit und Stabilit\u00e4t der biotischen Gemeinschaft beitr\u00e4gt.\u201c (Callicott 1980, 324-325)<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich domestizierter- versus wilder Tiere, sind die relevanten Unterschiede f\u00fcr Leopold, die, zwischen Dingen die \u201eunnat\u00fcrlich, zahm und eingeschr\u00e4nkt\u201c sind und Dingen, die \u201ena\u00adt\u00fcrlich, wild und frei\u201c sind. Domestizierte Tiere, insbesondere Farm\u00adtiere, \u201ewurden zur Unterw\u00fcrfigkeit, einfachen Handhabbarkeit, Dummheit und Abh\u00e4ngigkeit gez\u00fcchtet.\u201c Sie sind \u201eSch\u00f6pfungen des Menschen\u201c, was \u201edie Beschwerde einiger \u201a<i>animal liberationists<\/i>\u2019, dass das nat\u00fcrliche Verhalten von H\u00fchnern und \u201a<i>bobby calves<\/i>\u2019 [A.d.\u00dc. agrarkulturelle Bezeichnung eines milchgef\u00fctterten Kalbes das \u00fcber 4 Tage alt ist] in Fabrikfarmen grausam frustriert wird\u201c, etwa so bedeutungslos macht, wie als w\u00fcrde man \u201evon dem nat\u00fcrlichen Verhalten von Tischen und St\u00fchlen sprechen . . . Leopold hat allem Anschein nach die Behandlung von Bruthennen in einer Fabrik\u00adfarm oder Bullen in einer Mastanlage nie als ein moralisch drin\u00adgendes Thema erachtet.\u201c (Callicott 1980, 314, 330)<\/p>\n<p>Inmitten dieser Reflektionen zog ich an einen Ort, in dessen N\u00e4he eine Frau seit zwei Jahren j\u00e4hrlich eine Gruppe von etwa 100 H\u00fchnern aufzog um sie w\u00e4hrend des Som\u00admers schlachten zu lassen. Das war wie ich die Bekanntschaft mit Viva machte \u2013 der Henne, dem ersten Huhn, das ich jemals wirklich kennengelernt hatte. In dem Essay das ich sp\u00e4ter \u00fcber sie schrieb, habe ich beschrieben wie ich eines Tage im August \u00fcber\u00adrascht war, das H\u00fchnerhaus, das ich nun regelm\u00e4\u00dfig besucht hatte, verlassen zu entdecken.<\/p>\n<blockquote><p>Dann sah ich sie. Sie holperte umher, \u00fcber den zylindrischen F\u00fctterungsbeh\u00e4lter auf der \u00e4u\u00dferen Seite wo das unterste Regalfach, das mit Schrott vollgestopft war, alles verdunkelte. Ein Streifen des Sonnenlichts traf auf sie, aber bis ich es schaffte hi\u00adneinzukommen, hatte sie sich weit in die hinterste Ecke unter das Regal an die Mauer verkrochen. Sie schrak zur\u00fcck als ich dort hineingriff, um nach ihr zu fassen um sie dort herauszuholen. Ich nahm sie auf meinen Scho\u00df, streichelte ihre Federn und schaute sie an. Sie war klein uns sah aus als w\u00e4re sie niemals in der Sonne gewesen. Ihre Federn und Beine und ihr Schnabel waren verf\u00e4rbt von Schmutz und F\u00e4kalien und Staub. Ihre Augen waren so glanzlos wie der Rest von ihr, und ihre F\u00fc\u00dfe und Beine waren deformiert. Ich lie\u00df sie gehen und sie hinkte zur\u00fcck in die Ecke in der sie den Sommer verbracht haben musste \u2013 von der sie nur zum Essen und Trinken he\u00adrauskam. Sie hatte es geschafft in dieser \u00fcberf\u00fcllten Haltungsanlage nicht zu Tode getrampelt zu werden, nicht wie die anderen, die ich einige Wochen zu\u00advor ausgestreckt und in den Dreck gedr\u00fcckt gefunden hatte. (Davis 1990, 34)<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich nahm Viva zu uns nach Hause, wo sie mit meinem Mann und mir lebte bis sie einige Monate sp\u00e4ter im November starb. Sie war stark verkr\u00fcppelt, aber energievoll und entschlossen Dinge zu schaffen. Um sich vom Gleichgewicht her zu stabilisieren, streckte sie ihre Fl\u00fcgel aus, so dass die Federenden den Boden ber\u00fchrten. Somit stehend, taumelte sie leicht von einer Seite auf die andere und stellte genauestens ihr Gleichgewicht ein bevor sie voranging. Ein Vorgang, den sie jeden weiteren Schritt oder so wiederholen musste. Nur eine ungegl\u00fcckte Fortbewegung vom Teppich auf den harten h\u00f6lzernen Boden veranlasste sie dazu, nackte Fu\u00df\u00f6den danach nie wieder zu be\u00adtreten. Viva war nicht nur stark in ihrem Willen und in ihrer Aufmerksamkeit; sie war stark im kommunikativen Ausdruck und in ihrer kom\u00admunikativen Reaktion. Eines der Dinge, die am meisten an ihr ber\u00fchrten, war ihre Stimme. Sie sprach immer mit ihrem schwachen \u201epiep\u201c zu mir, das niemals lauter wurde und schien als w\u00fcrde es von irgendwo in der Mitte ihre K\u00f6rpers kommen, von wo sich ihr Schwanz auch exakt zur gleichen Zeit her bewegte. Sehr selten machte sie auch einen kleinen Triller. Nach einer ihrer Strapazen, in der ihre Beine sich in ihren Fl\u00fcgeln verfingen, was bei ihr furchtbare Konfusion und emotionale Anspannung ausl\u00f6ste, sa\u00df ich da und sprach zu ihr, strei\u00adchelte ihren sch\u00f6nen R\u00fccken und ihre F\u00fc\u00dfe, die so wei\u00df zwischen den Zehen und auf den Sohlen waren, und sie f\u00fchrte den Dialog mit mir fort, ihre Schwanzfedern in einer Art Unisono mit jedem ihrer Stimmlaute wippend.<\/p>\n<p>Diese Wesensart und diese Erfahrung schienen keine Nische in der Umweltethik zu haben, einschlie\u00dflich des radikalen Zweigs der <i>Deep Ecology<\/i> [Tiefe\u00f6kologie], wodurch der Environ\u00admentalismus in einem gewissen Sinne kaum mehr zu sein scheint, als ein Ableger der vorherrschenden wis\u00adsenschaftlichen Weltsicht mit ihren harten logischen Kategorien und ihrer Verachtung f\u00fcr das Schwache und Verletzliche. Bez\u00fcglich von Farmtieren neigte selbst die <i>animal community<\/i> [Tierschutzgemeinschaft] dazu, sich davon frei zu halten, und, wie die \u00f6ko\u00adfeministische Tierverteidigerin Harriet Schleifer hervorgehoben hat, das Thema der \u201efood\u201c animals [A.d.\u00dc. Begriff: Tiere, die \u201eder Nahrungsmittelerzeugung dienen\u201c] und den Vegetarismus zu umgehen, was der \u00d6ffentlichkeit ein Gef\u00fchl gab, \u201edass die Verwendung von Tieren zur Ern\u00e4hrung irgendwie vertretbar ist, da selbst Tiersch\u00fctzer das sagen.\u201c (Schleifer 1985, 70)<\/p>\n<p>W\u00e4hrend dieser Zeit erschien ein Brief in der \u201a<i>Animals\u2019 Agenda<\/i>\u2019 von einer Frau, die darum bat, dass mehr \u00fcber Farmtiere berichtet werden sollte, soviel, wie man bez\u00fcglich der Wale berichtete. Die darauffolgende Anmerkung des Herausgebers erkl\u00e4rte, dass \u201edie Notlage der Wale, sowohl f\u00fcr Tierverteidiger als auch f\u00fcr Umweltsch\u00fctzer, eine Ange\u00adlegenheit hoher Priorit\u00e4t bleibt.\u201c Wale sind \u201eintelligente, beeindruckende und liebensw\u00fcrdige Wesen\u201c, deren zunehmendes Ma\u00df an Sympathie in der Welt, das sich auf dem Einsatz f\u00fcr sie aufbaut, es erst noch schaffen muss sie zu sch\u00fctzen. \u201eUnter dem Umstand, dass wir es noch nicht einmal schaffen die Wale zu sch\u00fctzen, welche Chance haben wir dann die H\u00fchner der Welt zu sch\u00fct\u00adzen?\u201c (Dahl 1987, 47). Es schien wie dem auch sei, fair zu fragen, welche Chance jemals existieren k\u00f6nnte die H\u00fchner der Welt zu sch\u00fctzen, wenn ihre einzigen Verteidiger deren Notlage als weniger als eine \u201eAngele\u00adgenheit hoher Priorit\u00e4t\u201c betrachteten.<\/p>\n<p>Dieses Dilemma, dass sich f\u00fcr mich durch meine letzten Begegnungen mit Sagan, Calicott und Viva kristallisierte, f\u00fchrte mich dazu, ein Essay zu schreiben: \u201eFarm Animals and the Feminine Connection\u201c \u00fcber die Dreiecksbeziehung zwischen Femi\u00adnismus, Farmtieren und der <i>Deep Ecology<\/i> [Tiefen\u00f6kologie]. Ich argumentiere, dass obwohl nichtmensch\u00adliche Tiere mittels grundlegender Strategien und Einstellungen unterdr\u00fcckt werden, die sich gleich verhalten zu denen die in der Unterdr\u00fcckung von Frauen arbeiten, es auch wahr ist, dass M\u00e4nner traditionell bestimmte Arten von Tieren bewundert haben und sogar danach gestrebt haben sie zu verk\u00f6rpern, auch im gleichen Moment, in dem ihr Ziel deren Unterwer\u00adfung und Zerst\u00f6\u00adrung ist, w\u00e4hrend sie Frauen traditionell nicht bewunderten oder versuchten zu verk\u00f6rpern. Tiere, die Bilder von Dingen die \u201enat\u00fcrlich, wild und frei\u201c sind hervorrufen, gehen mit dem \u201em\u00e4nnlichen\u201c Geist von Abenteuer und Besiegung einher, der durch unsere Kultur idolisiert wird. Tiere, die Bilder von Dingen die \u201eunnat\u00fcrlich, zahm und eingeschr\u00e4nkt\u201c sind hervorrufen, repr\u00e4sentieren eine Art des Lebens, auf die die westli\u00adche Gesellschaft herabblickt. Der Kontrast kann in unserer Literatur besonders deutlich beobach\u00adtet werden. W\u00e4hrend die J\u00e4ger des gro\u00dfen wei\u00dfen Wales in Hermann Melvilles \u201eMoby Dick\u201c sich ihr Opfer als ein respekteinfl\u00f6\u00dfendes gott\u00e4hnliches Wesen denken, sehen die kleinen Jungen in William Goldings \u201eHerr der Fliegen\u201c die stillende Sau, die sie grausam mit einem Speer erstechen, als ein Objekt des Ekels.<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/F:\/simorgh\/OTHER%20THINGS%20SIM\/061012_041209_READERS_SECURE\/Karen%20Davis\/davis_120912\/davis_3-22COMP_120912_4e.doc#_edn3\">3<\/a> Die Analogie zwischen Frauen und nichtmenschlichen Tieren \u00fcbersieht den wahrscheinlich entschei\u00addenderen Vergleich zwischen Frauen und Farmtieren.<\/p>\n<p>Nicht nur M\u00e4nner, sondern auch Frauen und Tiersch\u00fctzer zeigen eine durch die Kultur gepr\u00e4gte Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber und ein Vorurteil gegen Lebewesen, deren Leben zu sklavenhaft-, zu langweilig- und zu d\u00fcmmlich weiblich &#8211; zu \u201ekuhm\u00e4\u00dfig\u201c &#8211; erscheinen. Zudem sehen wir die bewusste, logische Vernunft als die einzig g\u00fcltige Form des \u201everstandesgem\u00e4\u00ad\u00dfen Denkens\u201c. Der Beweis, dass Schimpansen solch eine Vernunft besitzen, ist der prim\u00e4re Grund warum viele nun darauf bestehen, dass ihnen \u201eMenschenrechte\u201c zugestanden werden sollten. Menschenrechte f\u00fcr Schimpansen? Ja. Menschenrechte f\u00fcr H\u00fchner? Bedeutungslos.<\/p>\n<p>Dies f\u00fchrt zur Frage der Tiefen\u00f6kologie. Die Philosophie der \u201e<i>Deep Ecology<\/i>\u201c stellt mit ihrer Betonung auf die \u00d6kosph\u00e4re als ein Ganzes \u2013 beide, sowohl f\u00fchlende- (\u201asentient\u2019) und nicht\u00adf\u00fchlende Lebewesen (\u201anonsentient beings\u2019) mit einschlie\u00dfend \u2013 eine heilsame Herausforderung f\u00fcr die reduktionistische Logik und die homozentrische Moralit\u00e4t der westlichen Kultur dar. Als der Zweig des Environmentalismus, der die spirituelle Kom\u00adponente der Natur und unsere Beziehung zur nat\u00fcrlichen Welt betont, bietet die Tiefen\u00f6kologie eine Rettung vor der exfoliativen westlichen globalen Gesch\u00e4ftsunterneh\u00admenswelt, die in der Maske des Fort\u00adschritts auf mechanistischen Modellen und ungebremster Gier von Akquisition und Marktrecherchen basiert.<\/p>\n<p>Dennoch, wie sein Elternhaus, der Environmentalismus, ist auch die Tiefen\u00f6kologie von einer machohaften Mystik durchsetzt, durch die \u201enat\u00fcrliche, wilde und freie Dinge\u201c als im Einklang mit der \u201emenschlichen\u201c Art der Erfahrung und idealisier\u00adten Existenz stehend gefeiert und phallisiert werden. Aktivit\u00e4ten so wie das Jagen, Fischen und Fleisch-Essen, werden auf der Freizeit- und der spirituellen Ebene gepriesen, als Teil der Herausforderung, die Leopold formuliert als derer \u201ewie ein Berg zu denken.\u201c Der Lebensstil der J\u00e4ger und Sammler wird verehrt, mit aller Verehrung an die J\u00e4ger und keiner Verehrung der Sammler. Bewaffnet mit dieser neuen Ethik, gibt der Mensch sich im Wesentlichen eine neue Lizenz daf\u00fcr, mit den Predatoren zu laufen, nicht mit der Beute, und sich mit dem \u201eWilden\u201c und nicht dem \u201eZah\u00admen\u201c zu identifizie\u00adren. Die selbstgef\u00e4llige Identifizierung der westlichen Kultur mit dem \u201eBegreifenden\u201c auf Kosten des \u201eBegriffenen\u201c bleibt intakt, wenn auch mystifiziert mit einem Kopfschmuck einer angeblichen mythischen Vergangenheit.<\/p>\n<p>Es ist also kaum \u00fcberraschend, dass viele Bef\u00fcrworter der Tiefen\u00f6kologie keine ethische Nische f\u00fcr Farmtiere finden k\u00f6nnen, oder f\u00fcr die Qualit\u00e4ten von Mitf\u00fchlsamkeit und der w\u00fcn\u00adschenswerten Vorteile dessen, andere so zu behandeln, wie wir selbst behandelt werden m\u00f6chten. Ich habe diese Fragen in einem weiteren Essay: \u201eMixing Without Pain\u201c diskutiert, und die Punkte standen dort so, bis mir meine Teilnahme bei dem 1992er \u201aSummit for the Animals Meeting\u2019 die Fragen so stark zur\u00fcck in mein Bewu\u00dftsein traten, dass ich eine Fortsetzung schrieb, diesmal aus der Sichtweise einer in einem Batteriek\u00e4fig gefangenen \u201eLege\u201c-Henne.<\/p>\n<p>In der Zwischenzeit, eineinhalb Jahre vor dem \u201aSummit Meeting\u2019, gr\u00fcndete ich im Oktober 1990 United Poultry Concerns, eine Non-Profit Organisation, die sich mit der Behandlungsweise domestizierten Gefl\u00fcgels in der Lebensmittelproduktion, Wissen\u00adschaft, Erziehung, dem Entertainment und der Mensch-Tier-Beziehungen besch\u00e4ftigt, und die respekt\u00advolle und mitf\u00fchlende Behandlung domestizierter V\u00f6gel als Mitlebewesen, statt als Quelle von Lebensmitteln oder anderen Gegenst\u00e4nden, f\u00f6rdert. United Poultry Concerns erwuchs aus den oben beschriebenen Erfahrungen, und aus meinem Volonta\u00adriat bei Farm Sanctuary (ein Schutzhof-Unternehmen das auf sich auf die Rettung von Farmtieren spezialisiert hat), wo ich meine Bekanntschaft mit H\u00fchnern erweiterte, und Truth\u00e4hne, Enten und G\u00e4nse kennenlernte.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zuhause entdeckte ich, eine andere lahme Henne die zur\u00fcckgelassen wurde als die Besitzerin die Halle entleerte, um die Tiere zur Schlachtung zu bringen. Tulip war meine geliebte Freundin, ein Jahr lang, bis sie an einem Herzanfall starb; wof\u00fcr H\u00fchner, die zum schnellen Wachstum und zur Bildung von \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Muskelgewebe (\u201eFleisch\u201c) gez\u00fcchtet werden, anf\u00e4llig sind. Seither sind H\u00fchner zum Zentrum meines pers\u00f6nlichen und beruflichen Lebens geworden. Ich lie\u00df ein Gehege f\u00fcr gerettete H\u00fch\u00adner auf unsere K\u00fcche bauen, die dort den Auslauf unseres \u00fcber zw\u00f6lftausend Quadratmeter gro\u00dfen Gartens haben. Mitten in der Dunkelheit meines Wissens \u00fcber die furchtbaren Erfahrungen, die in Billionen von H\u00fchnern durch unsere Spezies eingraviert sind, sind sie der Frieden und das Licht.<\/p>\n<p>Das Summit Meeting hatte als seinen Sprecher den Environmentalisten und Historiker Roderick Frazier Nash eingeladen, der das attraktive, holistische Konzept des Environ\u00admenta\u00adlismus pr\u00e4sentierte, mitsamt der f\u00fcr mich unattraktiven Ansicht dar\u00fcber, wie Spezies und Biosysteme den Individuen, aus denen sie sich zusammensetzen, \u00fcbergeordnet sind \u2013 au\u00dfer im Fall der menschlichen Spezies, f\u00fcr die der Environmentalismus generell eine Ausnahme zu machen scheint. Bez\u00fcglich des Jagens wurden die bekannten Rechtfertigungsgr\u00fcnde abgegeben, einschlie\u00dflich der Infrage\u00adstellung dessen, wie und warum ein oder zwei Rehe und Hirsche zu opfern was ausmachen sollte, solange die Herde oder Spezies vor der Dezimierung oder dem Aussterben gesch\u00fctzt ist. Menschen sind von Natur aus Raubtiere. In Nashs Essay \u201eDream of Island Civilization\u201c ist die \u00f6kotopische Zukunft eine, in der \u201eMenschen ihren Platz neben den anderen Raubtieren haben k\u00f6nnten\u2026in einer erweiterten \u00f6kologischen Br\u00fcderlich\u00adkeit\u201c aller Wesen (Nash 1991\/92, 2). Idealerweise w\u00fcrde eine vorwiegend urbane Kultur auf der Basis einer J\u00e4ger- und Sammler-Gesellschaft gedeihen, komplett mit Predatoren-Initationsriten. Der spannende Part des J\u00e4gers wird lebhaft erweckt; dem Leser bleibt es \u00fcbrig sich den langweiligen Part des Sammlers auszumalen.<\/p>\n<p>Wie \u00fcblich werden Farmtiere in die Ein\u00f6de vorneherein feststehender Schlussfolgerungen relegiert, wo sie nicht nur als \u00f6kologisch Fremdk\u00f6rperhaft, sondern auch als zu unnat\u00fcrlich und jeder Autonomie beraubt betrachtet werden, als dass menschliche Moralit\u00e4t auf sie anwendbar sei. Die Anerkennung dessen, dass Menschen in bewusster und ganz spezifischer Weise verantwortlich sind, f\u00fcr welche Abweichun\u00adgen auch immer Farmtiere verk\u00f6rpern m\u00f6gen, dass deren Problematik unsere und nicht deren prim\u00e4re St\u00f6rung nat\u00fcrlicher Rhyth\u00admen reflektiert, und dass wir ihnen daf\u00fcr, dass wir sie ihres Geburtsrechts und ihrer Erdrechte beraubt haben eher mehr als weniger schulden, hat in die environmentalistischen Diskussionen die ich bis jetzt angetroffen habe, keinen Eingang gefunden. Die Situation dieser Tiere scheint von den Verursa\u00adchern ihrer Misere keine Reue oder Wiedergutma\u00adchungswillen zu fordern, w\u00e4hrend den Opfern \u201eRechte\u201c per se verneint werden. Rechte, von denen das Elementarste sicher das Recht sein muss, wahrgenommen zu werden und nicht konzeptuell verschrottet.<\/p>\n<p>In einem Folgeartikel auf \u201eTriangle Affair\u201c schreibt J. Baird Callicott Farmtieren eine feste erniedrigte Nische im konzeptionellen Universum zu. \u201eHoftiere wurden \u00fcber Hun\u00adderte von Generationen genetisch entworfen [durch die altmodische Methode der Selektionszucht] um gewisse Rollen in der gemischten Gemeinschaft [den menschlichen Gemeinschaften einschlie\u00dflich der domestizierten Tiere] zu spielen. Die Moralit\u00e4t dieser Rollen zu Verurteilen ist gleichbedeutend damit, die Existenz dieser Kreaturen selbst zu verdammen (Callicott 1988, 167). Die Trompetenst\u00f6\u00dfe und eisernen Oratorien des Environmentalismus h\u00f6rend denke ich mir, wie k\u00f6nnte man je hoffen, dass die weiche Stimme von Viva hier je\u00admals geh\u00f6rt werden k\u00f6nnte? In dieser Welt werden die kleinen T\u00f6ne des Lebens in den majest\u00e4tischen Harmonien und deren Ersatz-Echos im Hain des Akademus erstickt. Ein rotzn\u00e4siger Artikel im \u201aBuzzworm: The Environmental Journal\u2019 (Knox 1991) \u00fcber Tierrechte versus Environmentalismus, brachte noch den perfekten Abschluss zu der Angelegenheit.<\/p>\n<p>Das ist wie ich dazu kam \u201eClucking like a Mountain\u201c zu schreiben, worin ich \u00fcber die ethischen Fundamente des Environmentalismus von dem imagin\u00e4ren Standpunkt einer Fabrik\u00adfarm-Batteriehenne via einem menschlichen \u00dcbersetzer schreibe. Aldo Leopolds Appell an die Menschen \u00f6koholistisch zu denken \u2013 \u201ewie ein Berg\u201c \u2013 wurde von manchen Environmentalisten als ein Mandat genommen, die individuierten Existenzen, die den Berg mit ausmachen, aus der substantiven und ethischen Ber\u00fccksichtigung auszuschlie\u00ad\u00dfen, vor allen Dingen diejenigen, die in Leopolds Begriffen als \u201eunnat\u00fcrlich, zahm und eingeschr\u00e4nkt\u201c klassifiziert werden, im Gegensatz zu denen die man als \u201enat\u00fcrlich, wild und frei\u201c betrachtet. Das ontologische Resultat ist ein Holismus der frei von Inhalten ist, gleich einer leeren H\u00fclle. Das ethische Resultat ist die moralische Preisgabe von Wesen, deren Leiden und andere Erfahrungen irrelevant sind verglichen zum \u201ebig realm\u201c, dem gro\u00dfen Schema der Dinge.<\/p>\n<p>Ich werfe Fragen \u00fcber unsere moralischen Pflichten gegen\u00fcber genetisch ver\u00e4nderten und schw\u00e4cheren Gesch\u00f6pfen auf, vor allen Dingen denen, die durch unsere Handlun\u00adgen krank\u00adgemacht wurden, und hebe zudem hervor, dass man gezeigt hat, dass domestizierte H\u00fchner das Verhaltensrepertoire ihrer Vorfahren erwiesenerma\u00dfen beibe\u00adhalten haben, was die prima facie Annahme, dass sie durch die Zucht zur Erzielung spezifischer Eigenschaften dozil und servil gemacht wurden, unterh\u00f6hlt.<\/p>\n<p><strong>Wie ein Berg zu glucken<\/strong><\/p>\n<p>\u201eWarum verschiebst du st\u00e4ndig \u00fcber mich zu schreiben?\u201c<br \/>\nEs ist die Stimme eines Huhnes, das dies fragt.<br \/>\n<i>Alice Walker (1988, 170) <\/i><\/p>\n<p>In Beantwortung des Aufrufs von den \u00d6kologisten danach, wie ein Berg zu denken, muss ich wissen, ob dies mit meinem Bestreben wie ein Huhn zu denken in Konflikt geraten w\u00fcrde. Da ich mich, wie die amerikanische Schriftstellerin Alice Walker, dazu entschlossen habe ein Mikrophon, das vor die Schn\u00e4bel von H\u00fchnern gehalten wird, zu sein, um ihnen m\u00f6glich zu machen nach vorne zu treten und ihre Leben darzulegen. Ich bin froh, dass ich imstande gewesen bin wie ein Huhn zu sehen und mich mit einem Huhn zu identifizieren, obwohl ich dar\u00fcber traurig bin, dass meine F\u00e4higkeit dazu, das zu kommunizieren was ich gesehen habe und womit ich mich identifiziert habe, durch profunde aber obskure Hindernisse beschr\u00e4nkt sein kann, wobei es aber trotzdem meine Aufgabe ist, es zu versuchen und zu traversieren. Wie ein Berg zu denken beinhaltet eine pr\u00e4chtige Verpflichtung und ein tragisches Bewusst-Sein. Der Environmentalist Aldo Leopold pr\u00e4gte dieses Bildnis um die bleibenden Interessen der \u00d6kosph\u00e4re mit den ephemerischen, kurzlebigen der Menschen zu kontrastieren, mit der Argumentation, dass solange wir uns nicht mit der \u00d6kosph\u00e4re identifizieren k\u00f6nnen, und so \u201edenken wie ein Berg\u201c, unsere Spezies und vielleicht sogar unser Planet verloren sein werden.<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/F:\/simorgh\/OTHER%20THINGS%20SIM\/061012_041209_READERS_SECURE\/Karen%20Davis\/davis_120912\/davis_3-22COMP_120912_4e.doc#_edn4\">4<\/a><\/p>\n<p>Personen die durch Leopold inspiriert waren und andere, haben die Sehnsucht vieler Menschen, aus unserer Isolation als Individuen und Spezies auszubrechen und durch die Geschichte, die uns mit allen Wesen unserer gr\u00f6\u00dfer gefassten Identit\u00e4t im Herzschlag des lebenden Universums verbindet zu gesunden (siehe Seed 1988, 57), gelegentlich herzzerrei\u00ad\u00dfend ausgedr\u00fcckt. Ich sch\u00e4tze diese Gedanken, aber was mich traurig gemacht hat ist, dass Aldo Leopold wohl nicht intentioniert hatte, dass H\u00fchner auch ihre Stimme im Rat aller Wesen h\u00f6rbar machen sollten, mit an der Seite des kalifornischen Kondors, des Regenwaldes, des Wombats, der Wildblume und dem Rest der biotischen Myriade, die in emphatischen Ritualen einberufen wurde, die gedacht sind, die Erfahrung eines gr\u00f6\u00dferen \u00f6kologischen Selbsts im Menschen zu rekonstituieren. Im Rat aller Wesen, sagt eine Workshop-Richtlinie, \u201esind die Wesen eingeladen um zu sagen, wie sich das Leben f\u00fcr sie, unter den gegenw\u00e4rtigen Umst\u00e4nden, die die Menschen in der Welt geschaffen haben, ge\u00e4ndert hat.\u201c (Seed 1988, 111)<\/p>\n<p>Megaphon bitte.<\/p>\n<blockquote><p>Ich bin eine Batteriehenne. Ich lebe in einem K\u00e4fig, der so klein ist, dass ich meine Fl\u00fcgel nicht strecken kann. Ich bin gezwungen tags und nachts auf einem gewundenen Maschendrahtboden zu stehen, der schmerzvoll in meine F\u00fc\u00dfe schneidet. Die K\u00e4figw\u00e4nde rei\u00dfen mir meine Federn aus. Ich habe dadurch Blut\u00adblasen die niemals verheilen. Die Luft ist so voll von Ammoniak, dass meine Lungen wehtun und meine Augen brennen, und ich glaube, dass ich blind werde. Sobald ich geboren war, hat mich ein Mann gepackt und mir mit einem hei\u00dfen Eisen einen Teil meines Schnabels abge\u00adbrannt, und meine kleinen Br\u00fcder wurden, als lebend nutzlos, in M\u00fcllt\u00fcten geworfen.<\/p>\n<p>Meine Gedankenwelt ist voller Aufmerksamkeit und mein K\u00f6rper ist sensibel und ich m\u00fcsste reich befedert sein. In der Natur oder selbst auf einem Hof h\u00e4tte ich sozialisierende, reinigende Staubb\u00e4der mit meiner Schar, ein Bed\u00fcrfnis, dass so stark ist, dass ich auf dem Drahtboden meines K\u00e4figs\u00a0 \u201eVakuum\u201c-staubbade. Frei, w\u00e4re ich in meinen angestammten Dschungeln und Feldern mit meinen Freunden umhergestreift, pflanzenes\u00adsend, Regenw\u00fcrmer und Insekten, vom Son\u00adnenaufgang bis zur D\u00e4mmerung. Ich h\u00e4tte meinen K\u00f6rper trainiert und meine Natur ausgedr\u00fcckt, und ich h\u00e4tte als ein ganzes Wesen Freude gegeben und erhalten. Ich bin nur ein Jahr alt, aber ich bin bereits eine \u201everbrauchte Henne\u201c. Menschen \u2013 ich w\u00fcnschte ich w\u00e4re tot und bald werde ich tot sein. Schau nach Teilen meines verletzten Fleisches wo auch immer H\u00fchnerpasteten und Suppen verkauft werden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nach J. Baird Callicot ist die Behandlung von Hennen in einer Fabrikfarm moralisch in der Entwicklung der Umweltethik nicht wichtig gewesen. \u00d6kologisch ist diese Henne, wie andere domestizierte \u201eFarm\u201c-Tiere, mit den authentischen und autonomen Kreaturen der Welt mora\u00adlisch nicht gleichsetzbar, sondern mit all den intrusiven, grenz\u00ad\u00fcberschreitenden menschlichen Technologien, von D\u00fcnenbuggies bis zum Hybridmais, die ihre eigene Drecksarbeit des zur-Beraubung-der-biotischen-Gemeinschaft-Beitragens verrichten; der biotischen Gemeinschaft, in die sie eingef\u00fcgt wurden.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem ist es ungef\u00e4hr so absurd sich dar\u00fcber zu beschweren, dass das nat\u00fcrliche Verhalten eines Huhnes auf einer Fabrikfarm frustriert wird, wie als wenn man \u00fcber das \u201enat\u00fcrliche Verhalten\u201c eines M\u00f6belst\u00fccks reden w\u00fcrde. Schwarze Sklaven waren \u201emetaphysically autonomous\u201c \u2013 metaphysisch autonom. Wilde Tiere sind metaphysisch auto\u00adnom. Selbst wilde Tiere die in K\u00e4fige gesperrt sind, halten eine metaphysische Au\u00adtonomie, als \u201eeingefangene nicht \u201aarbeitsverpflichtete\u2019 Wesen.\u201c Aber K\u00fche, Schweine, Schafe und H\u00fchner? Kalbsfleisch-K\u00e4lber und domestizierte Truth\u00fchner? Callicott stellt die sichere Behauptung auf, \u201esie wurden zur Unterw\u00fcrfigkeit, einfachen Handhabbar\u00adkeit, Dummheit und Abh\u00e4ngigkeit gez\u00fcchtet. Es ist praktisch bedeutungslos davon auszugehen, dass sie befreit werden k\u00f6nnten.\u201c (Callicott 1980, 330)<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/F:\/simorgh\/OTHER%20THINGS%20SIM\/061012_041209_READERS_SECURE\/Karen%20Davis\/davis_120912\/davis_3-22COMP_120912_4e.doc#_edn5\">5<\/a><\/p>\n<p>Dieses lasciate ogni speranza, voi ch\u2019entrate <a title=\"\" href=\"file:\/\/\/F:\/simorgh\/OTHER%20THINGS%20SIM\/061012_041209_READERS_SECURE\/Karen%20Davis\/davis_120912\/davis_3-22COMP_120912_4e.doc#_edn6\">6<\/a> b\u00fcndelte meine ethische Betroffenheit \u00fcber das Schicksal domestizierter Tiere in den Environmental Ethics [A.d.\u00dc. der Um\u00adweltethik]. Dieser rapid florierende Zweig der Philosophie scheint zum gro\u00dfen Teil die alte machohafte Mystik von uneingeschr\u00e4nkter Macht, Besiegung und Verachtung f\u00fcr das Wehrlose, die durch unsere Kultur idolisiert wird, in pseudowissenschaftliche, pseudopoetische Unterscheidungen zwi\u00adschen Wesen die \u201enat\u00fcrlich, wild und frei\u201c und Dingen die \u201eunnat\u00fcrlich, zahm und eingeschr\u00e4nkt\u201c sind (Leopold 1949;1966, xix), zu h\u00fcllen. Mitleid \u2013 seht auf sie herab, aber sympatisiert oder identifiziert euch nicht mit \u2013 all den \u201aDodos\u2019 und \u201aDunces\u2019 in der Geschichte der Welt, die zu dumm sind in den kosmischen Machtspielen Erfolg zu haben, in denen die metaphysische Autonomie allein einer Spezies garantiert ist.<\/p>\n<p>Diese Haltung enth\u00e4lt faktische und logische Irrt\u00fcmer und lenkt die Aufmerksamkeit auf bestimmte, unerw\u00fcnschte Elemente in unserer kulturellen Psychologie und selbst unserer Psychologie als Spezies. In \u201aWhere the Wasteland Ends\u2019, sagt der Historiker Theodore Roszak, dass \u201edie Erfahrung dessen, eine kosmische Absurdit\u00e4t zu sein, eine Kreatur die dem Universum ohne Sinn, Kontinuit\u00e4t oder Seinesgleichen aufgezwungen ist, der spirituelle Preis ist, den wir f\u00fcr die wissenschaftliche \u201aAufkl\u00e4rung\u2019 und technolo\u00adgisches K\u00f6nnen zahlen.\u201c (Roszak 1973, 154) Tatsache ist, dass wir nicht die einzigen sind, die diesen Preis zahlen. Auch ist ein spiritueller Preis nicht der einzige der gezahlt wird, wie sechszehn Milliarden H\u00fchner weltweit uns jetzt berichten k\u00f6nnen. Eine Analyse im nietzscheanischen Stil mag dar\u00adauf deuten, dass die \u201erationale\u201c Relegierung domestizierter Tiere in das \u00d6dland in der \u00d6koethik, gerade ein weiterer Fall der \u201eirrati\u00adonalen\u201c Aufh\u00e4ufung auf andere Wesen in der Geschichte unserer Spezies ist. Den Wesen, die statt unserer gestraft und verbannt werden sollen, denen wir Dinge aufh\u00e4ufen die wir in uns selbst f\u00fcrchten und hassen, so, wie die F\u00e4\u00adhigkeit zur Versklavung und der Zerst\u00f6rbarkeit unserer Pers\u00f6nlichkeit, Identit\u00e4t und unseres Willens, durch Eroberer die st\u00e4rker sind als wir selbst. Wir projizieren unsere Existenz\u00ad\u00e4ngste und D\u00fcmmlichkeit auf unsere Opfer: \u201eIch bin nicht die Kreatur, die sich dem Universum ohne Zweck, Kontinuit\u00e4t oder Seinesgleichen aufgezwungen hat, sondern diese genetisch ver\u00e4nderte Kuh, die eierlegende Maschine, das schei\u00dfdumme Huhn. Ich habe sie erschaffen, wodurch ich das Recht habe sie zu verachten und zu misshandeln.\u201c Der n\u00e4chste Schritt ist zu behaupten, dass diese Tiere ihre metaphysische Autonomie dem Willen der Menschen auf der dunklen Ebene in der Evolution abtreten wollten oder dies gar selbst w\u00e4hlten.<\/p>\n<p>Der Environmentalismus fordert uns dazu heraus, dar\u00fcber nachzudenken wie wir die schw\u00e4\u00adcheren und pazifistischeren Wesen in unserer Mitte sehen und behandeln, seien sie nichtmenschlich oder nicht. Er l\u00e4dt uns dazu ein herauszufinden wie wir, vom Grundsatz her, diese Wesen betrachten wollen und betrachten sollen. Sind wir damit zufrieden, dabei zu blei\u00adben, dass eine genetisch ver\u00e4nderte Kuh, eine dozile oder selbst dumme, verdient moralisch verachtet oder fallengelassen zu werden? Glauben wir, dass eine schw\u00e4chere Kreatur weniger Recht auf Gerechtigkeit und Mitgef\u00fchl hat als ein eher energetisch starker Typus? Setzen wir voraus, dass Kreaturen, deren Leben wir Menschen ruiniert haben, keine h\u00f6chsten moralischen Forderungen an uns stellen k\u00f6nnten?<\/p>\n<p>Der Environmentalismus hat eine Neigung die Schuld auf solche Opfer zu schieben. Da sind Implikationen, dass \u00f6kologische Kultiviertheit beinhaltet sich von ihnen abwendend zu ver\u00adhalten; wie ein gelangweilter Ehemann oder Dr. Frankenstein, zu Dingen hinwendend, die \u201einteressanter\u201c und gro\u00dfartiger sind, wie ein Berg, oder tref\u00adfender, dessen, wie einer zu \u201edenken.\u201c<\/p>\n<p>Anh\u00e4nger des Environmentalismus haben Tierrechtsf\u00fcrsprecher daf\u00fcr auf die Finger geschlagen, sich sorgen \u00fcber \u201ekleine Dinge\u201c zu machen, wie Individuen und Wesen mit Gef\u00fchlen. Im Gegensatz dazu, operieren Environmentalisten im Big Realm \u2013 im gro\u00dfen Be\u00adreich:<\/p>\n<blockquote><p>Sie versuchen immerhin der ganzen Fuge der Gesteine und B\u00e4ume, Am\u00f6ben und Schwermetalle, Dodos und Fl\u00fcsse und Styropor zuzuh\u00f6ren. Tierrechte, im Gegensatz, sind ein One-Note-Samba. Wo Environmentalisten sich Sorgen \u00fcber das Salzmarschland und all die Pflanzen und Kreaturen darin machen, machen sich Tierrechtsaktivisten Sorgen \u00fcber das Leiden individueller Tiere. Wo sich Environmentalisten Sorgen \u00fcber die Evolution von Inselpo\u00adpulationen machen, sorgen sich Tierrechtsaktivisten \u00fcber das Leiden individueller Tiere. Wo Environmnetalisten sich \u00fcber das Aussterben von Spezies Sorgen machen, sorgen sich Tierrechtsaktivisten \u00fcber das Leiden individueller Tiere. (Knox 1991, 31-32)<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/F:\/simorgh\/OTHER%20THINGS%20SIM\/061012_041209_READERS_SECURE\/Karen%20Davis\/davis_120912\/davis_3-22COMP_120912_4e.doc#_edn7\">7<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Eine Frage f\u00fcr den Environmentalismus betrifft die Natur des \u201ebig realm\u201c, die er behauptet zu repr\u00e4sentieren und wor\u00fcber er vorgibt sich zu sorgen. Wenn, \u00f6kologisch betrachtet, die konkreten Manifestationen von Existenz irrelevant sind, welche Substanz besitzt der \u201arealm\u2019 dann? Was beihaltet er und wo sind die Inhalte genau angesiedelt? Kann die \u00d6kosph\u00e4re somit ausgeh\u00f6hlt werden, ohne zu einer H\u00fclle gewandelt zu wer\u00adden? Ein \u00d6kologe sagte einmal, dass das individuelle Leben ein blo\u00dfes Knistern im Rasternetz ist, verglichen mit dem ganzen Le\u00adbensprozess, (Pacelle 1987, 8) <a title=\"\" href=\"file:\/\/\/F:\/simorgh\/OTHER%20THINGS%20SIM\/061012_041209_READERS_SECURE\/Karen%20Davis\/davis_120912\/davis_3-22COMP_120912_4e.doc#_edn8\">8<\/a> Nun mag es aber sein, dass es keinen \u201eLebensprozess\u201c gibt, au\u00dfer den individuellen Formen die er annimmt, anhand dessen wir ihn verstehen. Der \u201eProzess\u201c ist eine Schlussfolgerung, eine Abstraktion, und w\u00e4hrend nichts daran falsch ist, auf der Ebene von Erfahrungen zu generalisieren und zu spekulieren, zeigt, das Unbekannte auf Kosten des Bekannten zu reifizieren, eine Pervertierung des Willens. Wie ist es m\u00f6glich, sich, wie der Environ\u00admentalist selbstbewusst darlegt, \u00fcber \u201eall die Pflanzen und Kreaturen\u201c eines Systems sorgen zu machen, w\u00e4hrend man es aber schafft zu vermeiden, f\u00fcr wirklich jede Sorge zu tragen? Warum sollte jemand nicht Sorge tragen wollen?<\/p>\n<p>Ich kenne keinen Komponisten oder Musikliebhaber, der die einzelne Note einer Komposi\u00adtion in der Weise herabsetzt, wie einige Environmentalisten die einzelnen Tiere dieser Welt verachten. Vielleicht ist das, weil die musikalisch gebildete Person in jeder Note das Universum des Liedes sieht, das diese Note wiederum hilft zu kreieren. Der Dichter William Blake hat gesagt, dass wir lernen m\u00fcssen das Universum in einem Sandkorn zu sehen. Wir m\u00fcssen lernen die Musik der Sph\u00e4ren in dem Gackern eines Huhns, mit der gleichen Gerech\u00adtigkeit und der gleichen Wahrnehmungsweise zu h\u00f6ren, beginnend mit der Henne, die, wie der Historiker Page Smith sagt, \u201eso viele sichere Stimmkl\u00e4nge, Tschilper und Zirps hat, und, wenn sie ein junges H\u00fchnchen ist, eine Art des s\u00fc\u00dfen Gesangs, der voll von Zufriedenheit ist wenn sie mit ihren Schwestern und Br\u00fcdern in einer undifferenzierten Aneinanderschmiegung des Friedens und der Wohlheit zusammen in einer Schar ist, auf die Dunkelheit wartend, um die anderen mit den Fl\u00fcgeln mit zu umarmen.\u201c (Smith and Daniel 1975, 334) Wenn ich wie ein Berg denke, werde ich dann imstande sein diese Henne singen zu h\u00f6ren?<\/p>\n<p>Um das Argument der Environmentalisten zu akzeptieren, dass das Leiden von individuellen Tieren unwichtig verglichen mit der Ozonschicht ist, m\u00fcssen wir dazu bereit sein zuzugestehen, dass das Leid von Minderheiten, vergewaltigten Frauen, geschlagenen Frauen, misshandelten Kindern, Menschen die in den Todeszellen sitzen, und das Leid derer, die uns am Herzen liegen, kleine Kartoffeln sind neben dem Loch in dem Himmel. Sich \u00fcber irgend\u00adwelche von ihnen Sorge zu machen, bedeutet effektiv, das gro\u00dfe Bild zu Portraits geschlagener Welpen zu miniaturisieren. Oder wechselt der Environmentalismus, wenn es um Menschen und einen Selbst geht, zum bequemeren Boden, auf dem alle Spezies gleich sind, aber eine Spezies ein bisschen gleicher als andere ist, wo Mitgliedschaft ihre Privilegien hat? Ein Environmentalist schreibt: \u201eUns bedeuten B\u00e4ren und Butterblumen an sich was, aber wir Menschen bedeuten uns auch was. Das ist die egoistische kartesische Grundlinie: Ich denke also verdiene ich eine freundliche Umwelt.&#8221; (Knox 1991, 37) <a title=\"\" href=\"file:\/\/\/F:\/simorgh\/OTHER%20THINGS%20SIM\/061012_041209_READERS_SECURE\/Karen%20Davis\/davis_120912\/davis_3-22COMP_120912_4e.doc#_edn9\">9<\/a> Die Vernunft mag hier richtig sein oder nicht; die Sensibilit\u00e4t macht mich w\u00fctend.<\/p>\n<p>Diese Sensibilit\u00e4t hat viele Environmentalisten in eine Distanz zu \u201eFarm\u201c-Tieren ver\u00adsetzt und ihnen gestattet die Natur dieser Tiere herablassend zu behandeln, ohne nach den Fakten zu schauen. Der Environmentalismus hat zwei moralische Hauptargumente gegen zu Agrazwecken eingesetzte Tiere. Eines ist, dass in der Landwirtschaft ausgebeutete Tiere die nat\u00fcrliche Umwelt st\u00f6ren. Environmentalisten und Tierrechtsverteidiger sind sich darin einig, dass die im gro\u00dfen Rahmen stattfindende in\u00adtensive landwirtschaftliche Tierhaltung \u00f6kologisch ineffizient und unangemessen, und ethisch absto\u00dfend und emp\u00f6rend ist. Die Gefl\u00fcgelindustrie in den Vereinigten Staaten sch\u00e4digt Felder und Wasserl\u00e4ufe mit j\u00e4hrlich 6.4 Millionen Tonnen Dung und 1.1 Milliarde Hektolitern Abw\u00e4s\u00adsern. Nach den Angaben eines Berichtes, sto\u00dfen \u201eTausende von Gefl\u00fcgelfarmen und weiterverarbeitenden Fabriken t\u00e4glich Millionen von V\u00f6geln aus \u2013 mitsamt den Kadavern und Chemikalien die das Land kontaminieren und das Wasser mit toxischen Abf\u00e4llen vergiften.\u201c (Giardina and Bates 1991, 8). Dies ist verabscheuenswert, aber es ist nicht der Fehler der H\u00fchner. Es ist un\u00adsere Schuld.<\/p>\n<p>Der zweitgr\u00f6\u00dfte Einwand des Environmentalismus gegen domestizierte \u201eFarm\u201c-Tiere ist, dass sie das Verhaltensrepertoire und den elan vital wilder Tiere, einbez\u00fcglich das ihrer eigenen Vorfahren, nicht aufweisen. Infolgedessen wird den \u201eFarm\u201c-Tieren das Recht auf eine gleiche moralische Ber\u00fccksichtigung, wie die, die den wilden Tieren zugestanden wird, aberkannt. Wenn das wahr ist, dann liegt die Schuld aber nicht bei ihnen, sondern bei uns. Moralisch schulden wir ihnen mehr und nicht weniger daf\u00fcr, dass wir ihre Geburtsrechte gewaltsam missachten. Aber wie reduziert ist die Natur dieser Tiere genetisch? Zwei Wissenschaftler, die das Verhalten von \u201elegenden\u201c Hennen \u00fcber Jahre studiert haben, erkl\u00e4ren:<\/p>\n<blockquote><p>Ein guter Ort daf\u00fcr dar\u00fcber zu beginnen nachzudenken, was eine Henne f\u00fcr ein angemessenes Leben braucht, w\u00e4re in den Dschungeln S\u00fcdostasiens, wo man mit einiger Ausdauer das Bankivahuhn (Gallus gallus), den Vorfah\u00adren der do\u00admestizierten H\u00fchner, finden kann. Diese vorsichtigen V\u00f6gel leben in kleinen Gruppen von vier bis sechs Individuen und sind hoch aktiv w\u00e4hrend der Tageszeit \u2013 herumlaufend, rennend, fliegend, nach Futter pickend und scharrend und sich putzend. Nachts lassen sie sich zum schlafen zusammen in den B\u00e4umen nieder. Domestizierte H\u00fchner die auf den Inseln von Queensland, Australien, und an der Westk\u00fcste Schottlands freigelassen wurden, zeigten ganz stark die gleichen Verhaltenmuster. David Wood-Gush und Ian Duncan von der \u201aAgricultural and Food Research Council\u2019s Edinburgh Station\u2019 beobachteten, dass die schottischen H\u00fchner kleine eigenst\u00e4ndige soziale Gruppen bildeten, die viel Zeit ihres Tagesablaufs auf den Nahrungsmittelsuche entweder alleine oder zusammen ver\u00adbrachten, und dann in der D\u00e4mmerung zum gemeinsamen Niederlassen zur\u00fcckkehrten. Die Hennen verbargen ihre Nester, zogen ihren Nach\u00adwuchs auf und verteidigten ihn. Kurzum, es gibt keine Beweise daf\u00fcr, dass genetische Selektion zum Eierlegen, das Potenzial des Huhns eine vielf\u00e4ltige Anzahl von Verhaltensweisen auszuf\u00fchren, eliminiert haben. (Nicol and Dawkins 1990, 46)<\/p><\/blockquote>\n<p>Das setzt die Behauptung der Industrie au\u00dfer Kraft \u2013 die Behauptung, die auch von den Envi\u00adronmentalisten \u00fcbernommen wurde \u2013, dass \u201eLege\u201c-Hennen f\u00fcr den Batteriek\u00e4fig \u201egez\u00fcchtet\u201c sind und genetisch an eine sterile, einschr\u00e4nkende und sklavenhafte Exis\u00adtenz angepasst sind, die Menschen und wilde Tiere verr\u00fcckt machen w\u00fcrde. Wie viele Environmentalisten sind sich dar\u00fcber bewusst, dass zus\u00e4tzlich zur routin\u00e4ren Entschnabelung und teilweise sogar der Entfernung der Klauen dieser H\u00fchner (um der \u201eAnpassung\u201c etwas nachzuhelfen), Bem\u00fchungen unternommen wurden, sie mit Kon\u00adtaktlinsen auszustatten um ihre \u201eun\u00f6konomi\u00adsche\u201c Panik zu \u201eberuhigen\u201c durch die Zerst\u00f6rung ihrer Sicht? (Davis 1992) <a title=\"\" href=\"file:\/\/\/F:\/simorgh\/OTHER%20THINGS%20SIM\/061012_041209_READERS_SECURE\/Karen%20Davis\/davis_120912\/davis_3-22COMP_120912_4e.doc#_edn10\">10<\/a> Dr. Nedim Buyukmihki, ein Veterin\u00e4r und Ophthalmologe der University of California Davis sagt selbst \u00fcber diese H\u00fchner, dass wenn sie aus den K\u00e4figen freigelassen werden und ihnen die Linsen entfernt werden, die H\u00fchner in seiner Betreuung nach einer Phase der Anpassung \u201ealle die Dinge tun, die H\u00fchner normalerweise tun, wenn sie gelassen werden, wie nach Nahrung zu scharren, Staubb\u00e4der zu nehmen, ihre Zeit zusammen oder getrennt von den anderen zu verbrin\u00adgen, Flugversuche zu machen, ihre Fl\u00fcgel und Beine gleichzeitig auszustrecken, sich zu putzen und sonstige Dinge. Das Putzen war selbstverst\u00e4ndlich sehr verk\u00fcrzt wegen der Verst\u00fcmmelung ihrer Schn\u00e4bel.\u201c (Buyukmihci 1992)<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu der ungepr\u00fcften Annahme, dass \u201eLege\u201c-Hennen unsere metaphysischen Sklaven sind, beobachtet Dr. Page Smith, der Kulturhistoriker der H\u00fchner, in korrekter Weise: \u201eH\u00fchner sind im ganzen genommen sehr wiederstandsf\u00e4\u00adhige Wesen oder sie h\u00e4tten erst gar nicht die Experimente, die mit ihnen in den letzten f\u00fcnfundsiebzig Jahren im Namen der wissenschaftlichen H\u00fchneraufzucht durchgef\u00fchrt wurden, \u00fcberlebt.\u201c (Smith and Daniel 1975, 331)<\/p>\n<p>Paradoxerweise sind H\u00fchner, wie auch die meisten von uns, wiederstandf\u00e4hig und empfind\u00adlich, und, in Situationen die ihre Natur missachten, bemitleidenswert. Die Erfahrung lebendig zu sein, im Fleische der Existenz, sei sie eine der Schmerzen oder erlernter Hilflosigkeit, ist soviel ein Anteil der Biosph\u00e4re wie die gesamtgenommene Erfahrung eines Berges. Es f\u00fchlt sich gut an wie ein Berg zu denken und die Erfahrung der romantischen Steinzeitgef\u00fchle eines Predatoren (nicht der Beute) und eines J\u00e4gers (der sich in der \u00d6kologie die gleiche M\u00fche gemacht hat die Vorteile eines Sammlerda\u00adseins zu erforschen?) zu machen. Es f\u00fchlt sich nicht gut an wie eine Batteriehenne zu denken und sich selbst und die eigene Spezies durch ihre Augen zu betrachten, nicht als ein autochthoner Held in Ketten, sondern als eine verwirrend grausame Kreatur die sie bestraft und keine Gnade kennt.<\/p>\n<p><strong>Epilog<\/strong><\/p>\n<p>Ich schickte \u201eClucking Like a Mountain\u201c an \u201aEnvirontmental Ethics,\u2019<a title=\"\" href=\"file:\/\/\/F:\/simorgh\/OTHER%20THINGS%20SIM\/061012_041209_READERS_SECURE\/Karen%20Davis\/davis_120912\/davis_3-22COMP_120912_4e.doc#_edn11\">11<\/a> \u201eein interdisziplin\u00e4res Journal das sich den philosophischen Aspekten von environmentalen Problemen widmet\u201c, weil das Journal die beste Gelegenheit daf\u00fcr zu bieten schien, der Gemeinschaft der Environmentalisten auf ihren eigenen konzeptionellen B\u00f6den zu be\u00adgegnen. Der Herausgeber lehnte meinen Artikel ab. Einer der beiden Textbegutachter war f\u00fcr und der andere gegen eine Ver\u00f6ffentlichung. Der eine, der daf\u00fcr gewesen war, w\u00fcrde \u201enicht die Ansichten der Autorin teilen\u201c, aber betrachtete den Texts als ein \u201eganz besonders lesenswertes Essay &#8230; ein provoka\u00adtiver Text, der die Ansichten, die generell die Seiten von Environmental Ethics dominieren, in Frage stellt.\u201c<\/p>\n<p>Der zweite Leser, der offenbar ein Gefl\u00fcgelforscher war, insistierte darauf, dass die Argumente \u201eviel an faktischen Information\u201c ignorieren w\u00fcrden, zum Beispiel, \u201edass es im Interesse der Personen, die H\u00fchner in Batteriek\u00e4figen aufziehen liegt, dass das Wohlergehen dieser H\u00fchner nicht so stark ignoriert wird, dass die Eierproduktion dadurch beeintr\u00e4chtigt werden k\u00f6nnte,\u201c und dass \u201edie Industrie beachtliche Fortschritte gemacht hat in der Bestim\u00admung des geeigneten Maschendrahtes f\u00fcr Batteriek\u00e4fige um das Verfangen der Beine der H\u00fchner dadurch zu verhindern.\u201c Die zwei Hauptprobleme von H\u00fchnern in Batteriek\u00e4figen, so wie in allen Bereichen der landwirtschaftlichen Tierhaltung, sind, dass wenn Dinge Falsch laufen, sie im gr\u00f6\u00dften Ma\u00dfstab falsch laufen, und die Entsorgung der entstehenden Abf\u00e4lle. Ich h\u00e4tte es verpasst, den gro\u00dfartigen Vorteil \u201eerh\u00f6hter Pro\u00adduktivit\u00e4t durch die Ersparnisse in Zeit und Arbeit\u201c zu erw\u00e4hnen. Au\u00dferdem hatte ich impliziert, dass H\u00fchnern der Tod anderer H\u00fchner etwas bedeuten k\u00f6nnte und ich hatte die Nachteile der Freilandhaltung ignoriert indem ich die imagin\u00e4re Sicht einer Batte\u00adriehenne in einer Fabrikfarm mittels eines menschlichen \u00dcberset\u00adzers beschrieben h\u00e4tte, die sich wie ein \u201eeinseitiger Anthropomorphismus\u201c l\u00e4se.<\/p>\n<p>Bei der Ablehnung des Manuskriptes sagte der Herausgeber, es w\u00fcrde viel Material, mit dem die Leser des Journals vertraut w\u00e4ren, ignorieren, wie einschlie\u00dflich Callicotts \u201e\u201aTriangular Affair\u2019, worin H\u00fchner etwas detaillierter Diskutiert werden,\u201c und Birch and Cobbs \u201aThe Liberation of Life\u2019, \u201edas ganz spezifisch das Leben von H\u00fchnern im Ver\u00adgleich zu den Leben von Schimpansen kontrastiert.\u201c (Hargrove 1992) Der Herausgeber hat eine Richtlinie, die vor\u00adgibt keine Materialien \u00fcber \u201aAnimal Welfare Ethics\u2019 [Tierhscutzethik] zu ver\u00f6ffentlichen, au\u00dfer sie haben einen direkten Bezug zu environmentaler Ethik. Der Schwerpunkt eines \u00fcberarbeiteten Artikels m\u00fcsste so weiter verlaufen, dass domesti\u00adzierte H\u00fchner ein Belang der environmentalistischen Ethik aus environmentalistischer Sicht sein sollten, was Callicotts Argument in \u201eBack Together Again,\u201c dass wir eine geschlossene Ethik brauchen, unterst\u00fctzen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ich glaube dass wir eine geschlossene Ethik brauchen, in der wir eine Stimme sind, nicht nur f\u00fcr das Leben, sondern f\u00fcr die Leben \u2013 f\u00fcr alle die sanften und unschuldigen Leben, die unse\u00adrer Gnade ausgeliefert sind. Ich teile Callicotts darwinistische Sicht, dass wir und andere Tiere eine gemeinsame Biosozialit\u00e4t besitzen, die ihre Wurzel in der evolution\u00e4ren Verwandtschaft hat, und, in dem Fall von domestizierten Tieren, in direkten Interaktionen, die h\u00e4ufig eine gegenseitige emotionale Bindung mit einbezie\u00adhen. Wie dem auch sei, ich teile nicht seine Ansicht in \u201eBack Together Again\u201c, dass \u201eHof\u201c- und andere domestizierte Tiere a priori einen von vorneherein festgelegten ontologischen Status haben, durch den ihre Existenz synonym ist mit den verminderten Rollen, die Menschen ihnen als Lebensmittelquellen, als Pflugtieren und Haustieren zugeschrieben haben. Auch glaube ich nicht, dass es eine Art des entwickelten unausgesprochenen sozialen Kontraktes zwischen \u201eMensch und Vieh\u201c in der soge\u00adnannten gemischten Gemeinschaft von Menschen und domestizierten Tieren gibt (Callitcott 1988, 167), in dem das \u201eVieh\u201c ganz einfach unsere Sklaven und Unterlegenen sind, die wir so behandeln k\u00f6nnen wie wir wollen \u2013 wie in unserer Mani\u00adpulation deren Reproduktiv\u00adsystems f\u00fcr den Markt und Effizienz und andere rein menschliche Zwecke \u2013 statt an die biologische Fitness ihrer Spezies oder ihr individuelles oder soziales Wohlergehen. Der Wille des domestizierten Tieres unterscheidet sich nicht von dem eines menschlichen Sklaven in seinem Ausgeliefert\u00adsein an die Gnade eines \u201eBesitzers\u201c, hinter dem ein juristisches System steht, das sie oder ihn als Eigentum definiert.<\/p>\n<p>Der Kontraktgedanke ignoriert diese und andere Fakten, wie die unz\u00e4hligen Krankheiten der Do\u00admestizierung, die in relevanter Weise eine immer gedeihende Tierforschung, phar\u00admazeutische- und Veterin\u00e4rindustrie geschaffen haben. Sie romantisiert und entlastet unsere Beziehung zu domestizierten Tieren und deutet provokativ an, dass Spezies, denen in anderen environmentalistischen Kontexten rigoros moralische Kapazit\u00e4t und Autonomie ver\u00adneint werden in einer Art des einseitigen S\u00fcndenbockdaseins, ein\u00adfach so an dieser Stelle ihren Platz h\u00e4tten. Domestizierte Tiere waren selbst einmal wild und frei. H\u00fchner \u201evom Typ Eierlegend\u201c die in wilde Habitate die sie selbst nie kannten freigelassen werden, kehren zu ihrem unterdr\u00fcckten Verhaltenrepertoire wieder zur\u00fcck. Doch ob Farm- und andere domestizierte Tiere unter wilden Bedingungen \u00fcberleben k\u00f6nnten oder nicht, es ist unangemessen sich auf einen \u201eunausgesprochenen sozialen Kontrakt\u201c zwischen ihnen und ihren menschlichen \u201eHerren\u201c zu beziehen.<\/p>\n<p>Der Herausgeber von Environmental Ethics zitiert Birch and Cobbs Kontrastierung zwischen dem Leben eines Huhnes und dem Leben eines Schimpansen. In \u201aMatter of Life and Death\u2019 thematisiert John Cobb, Professor f\u00fcr christliche Theologie, Fragen der Gegenwart, wie die, ob Menschen das Recht haben die Umwelt zu zerst\u00f6ren und ande\u00adren Spezies extremes Leid zuzuf\u00fcgen oder deren Aussterben zu bewirken. In der Sektion \u00fcber Tierrechte unterscheidet er zwischen den Leben von H\u00fchnern, K\u00e4lbern, Thunfischen und Haien und dem Leben von Menschen, nichtmenschlichen Primaten und Meeress\u00e4ugern, mit der Argumentation, dass w\u00e4hrend die Perspektive Gottes beide Gruppen umfasst, \u201edas Recht zu Leben sich viel st\u00e4rker auf Gorillas und Delphine bezieht, als auf H\u00fchner und Haie.\u201c (Cobb 1992, 36) Verst\u00e4ndli\u00adcherweise sehen H\u00fchner und Haie ihr Leben als das Wichtigste, aber der \u201eRichtspruch\u201c erachtet ihren Tod als \u201eweiterer Erfahrungen eines viel geringer distinktiven Wertes ausschlie\u00ad\u00dfend\u201c, als es der Tod eines Primaten oder Meeress\u00e4ugers tut, und deren Beitrag zum g\u00f6ttlichen Leben als von weitaus weniger Bedeutung. Die potentiellen Erfahrungen von Rinderk\u00e4lbern, H\u00fchnern und anderen die derer Klasse anvertraut werden, sind \u201enicht besonders distinktiv\u201c. Die Angst dieser Tiere vor dem Tod ist \u201ekein wichtiger Faktor in deren Leben\u201c, und \u201e[deren] Tod verursacht anderen keine wesentliche Sorge.\u201c (Cobb 1992, 40)<\/p>\n<p>Kurzum, der Brief des Herausgebers mit seiner vorgeschlagenen Lekt\u00fcre, best\u00e4tigt meine eigene Analyse. Er versucht die Stimme des individuellen Tieres und des Autoren niederzuschreien und mir als ein Sprecher der H\u00fchner kennt die Legitimit\u00e4t abzusprechen, im Unterschied zu den \u201eExperten\u201c, mit denen die Weltordnung und der g\u00f6ttliche Verstand einfach dar\u00fcber einig ist, dass Tiere, die Menschen gerne essen, so wie Haie, weniger wertvolle per\u00ads\u00f6nliche und zwischenpers\u00f6nliche Erfahrungen, und eine geringere Rolle im Universum haben. Woher wissen die Experten das? Sie haben es entschieden.<\/p>\n<p>Ich bin durch die Erkenntnis beeindruckt gewesen, dass ein paar Menschen praktisch dar\u00fcber \u201eentschieden\u201c haben, welche Erfahrungen z\u00e4hlen und gar welche in der Welt existieren. Die Sprache der westlichen Wissenschaft \u2013 das regierende Konstrukt m\u00e4nnli\u00adcher Hegemonie \u2013 schlie\u00dft die F\u00e4higkeit aus, die Erfahrungsrealit\u00e4ten \u00fcber die sie spricht auszudr\u00fccken. Praktisch alle der tats\u00e4chlichen Erfahrungen in dieser Welt, die sich durch das Manifest und die mysteri\u00f6sen Charakteristiken all der verschiedenen Wesen ausdr\u00fcckt, sind in den rostfrei st\u00e4hlernen Edikten der Experten unrepr\u00e4sentiert. Wo ist die Stimme der Stimmlosen in der wissenschaftlichen Literatur, einschlie\u00dflich der Literatur der environmentalen Ethik? Wo passt das \u201eGed\u00e4chtnis des Leids und die Wahrheiten unterdr\u00fcckten Wissens\u201c in das dominierende Konstrukt unserer \u00c4ra? (Adams and Procter-Smith 1993, 302)<\/p>\n<p>Carol J. Adams und Marjorie Procter-Smith beobachten, dass ironischerweise \u201edie Stimme der Stimmlosen eine Wahrheit bietet, die die Stimme des Experten niemals bieten kann\u201c (1993, 302). Diese Stimme bedarf einer Sprache, die sich von der Sprache der Experten unter\u00adscheidet. Ein verbales und textliches \u00e4quivalent der subjektiven und intersubjektiven Erfahrungen, die Menschen miteinander und, durch eine Epistemologie die in unserer evoluti\u00adon\u00e4ren Geschichte wurzelt, die anderen Tiere und die Welt verbindet. Auffallenderweise kritisiert mich der Gefl\u00fcgelexperte-Gutachter meines \u201eClucking\u201c Essays bez\u00fcglich \u201ezu viel erster Person singular\u201c und wutschnaubt, dass \u201esechs Milliarden H\u00fchner [&#8230;] mir nicht den spirituellen Preis wissenschaftlicher Auf\u00adkl\u00e4rung erkl\u00e4ren [k\u00f6nnen].\u201c<\/p>\n<p>Wenn Frauen sich von dieser unterdr\u00fcckerischen Mentalit\u00e4t attackiert f\u00fchlen, wie m\u00fcssen die Tiere dadurch betoffen sein? Lassen Sie uns nicht allein den Schmerz den wir ihnen zuf\u00fcgen, sondern die moralische \u00d6kologie innerhalb der wir ihn zuf\u00fcgen be\u00adtrachten \u2013 die reduzierende, boshaft kichernde Atmosph\u00e4re gro\u00dfspurigen Hasses und gro\u00dfspuriger Verachtung die wir erteilen, in der zahllose Milliarden von Tieren gezwungen sind zu leben. Diese moralische \u00d6kologie ist ein so distinktiv menschlicher Beitrag zur Spanne von Erfahrungen in dieser Welt wie alles andere das unsere Spezies erlassen hat. (siehe Davis) <a title=\"\" href=\"file:\/\/\/F:\/simorgh\/OTHER%20THINGS%20SIM\/061012_041209_READERS_SECURE\/Karen%20Davis\/davis_120912\/davis_3-22COMP_120912_4e.doc#_edn12\">12<\/a><\/p>\n<p>Ich habe ein Foto eines Gefl\u00fcgelforschers, der f\u00fcr die Medien in einer experimentellen Batte\u00adriehennen-Einheit posiert, mit einer wissenschaftlich blind- und taubgemachten Henne in seinen Armen und einem l\u00e4cheln auf seinem Gesicht. (Greene 1992, A-6) Ich habe einen Brief von einem Gefl\u00fcgelforscher der schreibt: \u201eIch denke sie werden dem zustimmen, dass die menschliche Spezies die einzige Spezies ist, die Mitleid f\u00fcr ihre Beute f\u00fchlt &#8230; Ich sehe in ihrer Literatur den Vorschlag, dass H\u00fchner als Haustiere behandelt werden sollen. Das Kind das eine \u201aPlymouth Barred Rock\u2019-Henne h\u00e4lt, soll etwas in der N\u00e4he frisch gewaschener W\u00e4sche stehen? \u2026 Ich hatte mit vielen Tausenden H\u00fchnern und Truth\u00e4hnen zu tun und ich denke nicht, dass sie gute Haustiere sind, obwohl es bewiesen ist, dass man fast jeden Vertebrat dazu trainieren kann zum Futter zu kommen.\u201c (Jukes 1992)<\/p>\n<p>Das ist die Stimme des Experten, der so desensibilisiert ist, dass das Bild eines kleinen M\u00e4d\u00adchens das z\u00e4rtlich eine Henne in ihren Armen h\u00e4lt, nur Gedanken \u00fcber die Defeka\u00adtion der Henne produziert \u2013 etwas was daran erinnert, dass sein mit Tausenden von H\u00fchnern und Truth\u00e4hnen zu tun haben, in der Weise stattfindet, das sie \u201am\u00fcssen\u2019 wenn er sie ber\u00fchrt. In dem Verw\u00e4hrtsein in den environmentalistischen Dialog einzutreten durch \u201eClucking Like a Mountain\u201c, kann ich mir nicht helfen aber mich zu fragen, in wie weit der Delegitimierungsprozess als eine Form des intellektuellen Schutzes gegen die stummen Beunruhigungen und weichen Dialoge all der Vivas in der Welt fungieren soll. Es gibt keine Beruhigung darin die Augen einer Henne aus einem K\u00e4fig blicken zu sehen, der genau f\u00fcr sie gebaut worden ist. Die Annahme, dass sie keinen Ausdruck hat, nichts auszudr\u00fccken hat, ist stattdessen eine gro\u00dfe Beruhigung.<\/p>\n<p><strong>Endnoten<\/strong><\/p>\n<p>1 Dieser Text \u00fcber die Schlachtung von Tieren f\u00fcr \u201eNahrungsmittelzwecke\u201c und Vegetarismus, wurde 1892 als Vorwort f\u00fcr die russische Ausgabe von Howard Williams Ethics of Diet (1883) geschrieben. Williams Buch ist eine biografische Geschichte des philosophischen Vegetarismus von der Antike bis durch zum fr\u00fchen neunzehnten Jahrhundert.<\/p>\n<p>2 Siehe Callicott (1980), \u201eTriangular Affair,\u201c S. 315: Bez\u00fcglich der \u201estarken Betroffenheit der \u201aanimal liberationists\u2019 \u00fcber das Leid der domestizierten Tieren . . . macht Leopold eine Einstellung klar, die h\u00f6chstens als Gleichg\u00fcltigkeit beschrieben werden kann.\u201c<\/p>\n<p>3 Siehe \u201aLord of the Flies\u2019, Kapitel 8, \u201eGift for the Darkness.\u201c<\/p>\n<p>4 Leopold sagt auf Seite 137 \u201eAllein der Berg hat lange genug gelebt um dem Heulen eines Wolfes objektiv zuzuh\u00f6hren.\u201c<\/p>\n<p>5\u00a0 Siehe auch Callicott (1988), \u201eFarm Animal Feminism\u201c (Brief), The Animals\u2019 Agenda. Cf. Ursula K. Le Guin, \u201cShe Unnames Them,\u201d January 21, 1985: 27. \u201cCattle, sheep, swines, asses, mules, and goats, along with chickens, geese, and turkeys, all agreed enthusiastically to give their names back to the people to whom &#8212; as they put it \u2013 they belonged.\u201d (\u201eRinder, Schafe, Schweine, Esel, Maulesel und Ziegen, H\u00fchner, G\u00e4nse und Truth\u00e4hne, alle waren sich enthusiastisch dar\u00fcber einig, ihre Namen den Leuten zur\u00fcckzugeben, denen sie \u2013 wie sie sagten \u2013 geh\u00f6rten.\u201d)<\/p>\n<p>6 \u201eGib alle Hoffnung auf, der, der du hier eintrittst.\u201c Die Einschrift des Eingangs zur H\u00f6lle in Dantes Inferno, III, 9. Siehe auch Davis, \u201eFarm Animals and the Feminine Connection\u201c; \u201eMixing Without Pain\u201c; und \u201eFarm Animal Feminism\u201c (Brief).<\/p>\n<p>7 Eine wertvolle Behandlung dieser Frage befindet sich in Michael Allen Fox, \u201cEnvironmental Ethics and the Ideology of Meat Eating,\u201d in \u2018Between the Species\u2019. Er sagt beispielsweise auf Seite 122, bez\u00fcglich der Abweisung der Ethik des Essverhaltens und dem Leiden individueller Tiere durch den Environmentalismus, dass es \u201eethisch myopisch und nicht mehr als selbstbedienend [ist]; es ist ein Beispiel der Art kategorischen Denkens, das Menschen weitaus zu lange praktiziert haben und von dem environmentalistische Ethiker versprochen hatten uns zu erl\u00f6sen. Es ist eine Art zu denken, die aufgegeben werden muss, wenn Menschen und andere Lebensformen auf diesem Planet koexistieren und weiterleben k\u00f6nnen sollen.\u201c<\/p>\n<p>8 In Pacelle, \u201cThe Foreman of Radical Environmnetalism,\u201d sagt David Foreman von \u2018Earth First!\u2019 auf S. 8, \u201cIch sehe individuelle Leben als momentares Energieknistern im Rasternetz\u201c \u2013 \u201cI see individual lives as momentary energy blips on a grid.\u201d<\/p>\n<p>9 In \u201cThe Rights Stuff\u201c folgert Knox auf Seite 37, dass \u201cdiejenigen, die die K\u00e4mpfe der Erde f\u00fchren w\u00fcrden, immer wieder an der Stelle wo ihre Interessen koinzidieren am gleichen Strang mit den Tierrechtsaktivisten ziehen [m\u00fcssen], aber sie tun es mit Vorsicht, da sonst das so schwer erfassbare Bild des Gro\u00dfen und Ganzen zu Portraits geschlagener Welpen miniaturisiert wird.\u201c \u2013 \u201eThose who would fight the earth\u2019s battles can\u2019t help but make common cause with animal rights activists where their interests coincide \u2013 but carefully, lest the ever-elusive big picture doesn\u2019t get miniaturized into portraits of battered puppy dogs.\u201d<\/p>\n<p>10 Siehe Karen Davis \u201eRed Contact Lenses for Chickens: A Benighted Concept.\u201c 192. Erh\u00e4ltlich \u00fcber United Poultry Concerns, Inc. PO Box 59367, Potomac, MD20859.<\/p>\n<p>11 Au\u00dfer einigen Satzk\u00fcrzungen, entspricht dieses Essay, \u201eClucking Like a Mountain,\u201c genau dem bei dem Herausgeber eingereichten Text.<\/p>\n<p>12 \u00dcber das Konzept der moralischen \u00d6kologie von Schmerzen und Leid: Karen Davis, \u201eWhat\u2019s Wrong with Pain Anyway?\u201c<\/p>\n<p><strong>Quellen<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Adams, Carol J. and Marjorie Procter-Smith. 1993.&#8221;Taking Life or &#8216;Taking on Life&#8217;?: Table Talk and Animals.&#8221; In Ecofeminism and the Sacred. Ed. Carol J. Adams. New York: Continuum Publishing Company.<\/li>\n<li>Birch, Charles and John B. Cobb, Jr. 1981. The Liberation of Life: From the Cell to the Community. Cambridge: Cambridge University Press.<\/li>\n<li>Buyukmihci, Nedim C. 1992. Letter to the author.<\/li>\n<li>Callicott, J. Baird. 1980.\n<ul>\n<li>&#8220;Animal Liberation: A Triangular Affair.&#8221; Environmental Ethics 2:311-338.<\/li>\n<li>1988. &#8220;Animal Liberation and Environmental Ethics: Back Together Again.&#8221; Between the Species: A Journal of Ethics 163-169. 1992. Rpt. in The Animal Rights\/Environmental Ethics Debate: The Environmental Perspective. Ed. Eugene C. Hargrove. Albany, NY: State University of New York Press. 249-261.<\/li>\n<li>1988. &#8220;Farm Animal Feminism.&#8221; Letter. The Animals&#8217; Agenda (June):3-4.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<li>Cobb, John B., Jr. 1992. Matters of Life and Death. Louisville, KY: Westminster\/John Knox Press.D<\/li>\n<li>Dahl, Ruth. 1987. &#8220;Thinks We Show Favoritism to Whales.&#8221; Letter. The Animals&#8217; Agenda (June): 47.<\/li>\n<li>Dante. 14th Century. Inferno, III, 9.<\/li>\n<li>Davis, Karen. 1988.\n<ul>\n<li>&#8220;Farm Animals and the Feminine Connection.&#8221; The Animals&#8217; Agenda (January\/February): 38-39.<\/li>\n<li>1988. &#8220;Farm Animal Feminism.&#8221; Letter. The Animals&#8217; Agenda (June): 4.<\/li>\n<li>1989. &#8220;What&#8217;s Wrong with Pain Anyway?&#8221; The Animals&#8217; Agenda. (February): 50-51.<\/li>\n<li>1989. &#8220;Mixing Without Pain.&#8221; Between the Species: A Journal of Ethics 5:33-37.<\/li>\n<li>1990. &#8220;<a href=\"http:\/\/www.upc-online.org\/viva.html\">Viva, The Chicken Hen (June ? &#8211; November 1985).<\/a>&#8221; Between the Species: A Journal of Ethics 6: 33-35.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>1992. &#8220;<a href=\"http:\/\/www.upc-online.org\/RedLens.html\">Red Contact Lenses for Chickens: A Benighted Concept.<\/a>&#8221;<br \/>\nPotomac, MD: United Poultry Concerns, Inc.<\/li>\n<li>Giardina, Denise and Eric Bates. Summer 1991. &#8220;Fowling the Nest.&#8221; Southern Exposure 19.2: 8-12.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Fox, Michael Allen, &#8220;Environmental Ethics and the Ideology of Meat Eating.&#8221; Between the Species: A Journal of Ethics 9:121-132.<\/li>\n<li>Golding, William. 1954. Lord of the Flies. N.p.: Wideview\/Perigree Books.<\/li>\n<li>Greene, Jan. 1992. &#8220;Cal Poly chicken study ruffles feathers: Animal rights groups blast contact lens study.&#8221; Telegram- Tribune, San Luis Obispo, CA (March 13): A-1, A-6.<\/li>\n<li>Hargrove, Eugene C. 1992. Letter to the author.<\/li>\n<li>Jukes, Thomas H. 1992. Letter to the author.<\/li>\n<li>Knox, Margaret L. 1991. &#8220;The Rights Stuff.&#8221; Buzzworm: The Environmental Journal 3.3: 31-37.<\/li>\n<li>Le Guin, Ursula. 1985. &#8220;She Unnames Them.&#8221; The New Yorker January 21): 27.<\/li>\n<li>Leopold, Aldo. 1949; 1966. A Sand County Almanac. New York: Ballantine Books.<\/li>\n<li>Nash, Roderick Frazier. 1991\/92. &#8220;Island Civilization: A Vision for Planet Earth in the Year 2992.&#8221; Wild Earth (Winter): 2- 4.<\/li>\n<li>Nicol, Christine and Marian Stamp Dawkins. 1990. &#8220;Homes fit for hens.&#8221; New Scientist (March 17): 46-51.<\/li>\n<li>Pacelle, Wayne. 1987. &#8220;The Foreman of Radical Environmentalism: A Discussion with David Foreman of Earth First!&#8221; The Animals&#8217; Agenda (December): 6-9, 5-53.<\/li>\n<li>Roszak, Theodore. 1972. Where the Wasteland Ends: Politics and Transcendence in Postindustrial Society. New York: Anchor Books.<\/li>\n<li>Sagan, Carl. 1977. The Dragons of Eden: Speculation on the Evolution of Human Intelligence. New York: Random House.<\/li>\n<li>Schleifer, Harriet. 1985. &#8220;Images of Life and Death: Food Animal Production and the Vegetarian Option.&#8221; In Defense of Animals. Ed. Peter Singer. New York: Basil Blackwell. 63-73.<\/li>\n<li>Seed, John et al. 1988. Thinking Like a Mountain: Towards a Council of All Beings. Philadelphia: New Society Publishers.<\/li>\n<li>Smith, Page and Charles Daniel. 1975. The Chicken Book: Being an Inquiry into the Rise and Fall, Use and Abuse, Triumph and Tragedy of Gallus Domesticus. Boston: Little, Brown and Company.<\/li>\n<li>Swiss Society for the Protection of Animals STS. 1994. Laying Hens: 12 years of experience with new husbandry systems in Switzerland. Bern: Kummerly + Frey AG.<\/li>\n<li>Walker, Alice. 1988. &#8220;Why Did the Balinese Chicken Cross the Road?&#8221; Living By the Word:Selected Writings 1973-1987. New York: Harcourt Brace Janovich.<\/li>\n<li>Warren, Mary Anne. 1992. &#8220;The Rights of the Nonhuman World.&#8221; The Animal Rights\/Environmentalist Ethics Debate: The Environment Perspective. Ed. Eugene C. Hargrove. Albany, NY: StateUniversity of New York Press.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie ein Huhn zu denken: Farmtiere und die feminine Verbindung Von Dr. phil. Karen Davis, United Poultry Concerns (UPC) Titel des Originals: &#8216;Thinking Like a Chicken: Farm Animals And The Feminine Connection&#8217;. \u00dcbersetzung aus dem Amerikanischen: Gita Y. Arani-May. Mit der freundlichen Genehmigung von UNITED POULTRY CONCERNS, USA. 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