{"id":552,"date":"2014-08-12T02:22:39","date_gmt":"2014-08-12T02:22:39","guid":{"rendered":"http:\/\/simorgh.de\/about\/?p=552"},"modified":"2014-08-12T14:11:03","modified_gmt":"2014-08-12T14:11:03","slug":"vegan-news-no-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/simorgh.de\/about\/vegan-news-no-1\/","title":{"rendered":"Eine \u00dcbersetzung der ersten Vegan News aus dem Jahre 1944, verfasst von Donald Watson"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/vegan_news_1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1035\" alt=\"vegan_news_1\" src=\"http:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/vegan_news_1.png\" width=\"948\" height=\"368\" srcset=\"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/vegan_news_1.png 948w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/vegan_news_1-300x116.png 300w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2013\/11\/vegan_news_1-250x97.png 250w\" sizes=\"(max-width: 948px) 100vw, 948px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Die ersten \u201aVegan News\u2019 aus dem Jahre 1944, verfasst von Donald Watson.<\/strong><\/p>\n<p>Dieser Text als PDF:\u00a0<a href=\"http:\/\/simorgh.de\/the_vegan_news\/GERMAN_vegan_news_issue_1_donald_watson_B.pdf\" target=\"_blank\">The Vegan News No.1 auf Deutsch<\/a>\u00a0(der Link \u00f6ffnet sich in einem neuen Fenster)<\/p>\n<p>Aus dem Englischen: Gita Yegane Arani-May. Mit der freundlichen Genehmigung der Vegan Society GB,\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.vegansociety.com\/\">http:\/\/www.vegansociety.com<\/a>. Deutsche Erst\u00fcbersetzung. Copyright \u00a9 2013, www.simorgh.de. Alle Rechte vorbehalten.<\/p>\n<p><strong>\u201eThe Vegan News\u201c<\/strong><\/p>\n<p>(Viertelj\u00e4hrlich erscheindes Magazin der nicht-Milch-konsumierenden Vegetarier.)<\/p>\n<p>Preis: zwei Twopence (3 Threepence, inklusive Porto)<br \/>\nJ\u00e4hrliches Abonnement 1 Shilling<br \/>\nNo. 1. November 1944<\/p>\n<p>Ein Scan des Originals als PDF:\u00a0<a href=\"http:\/\/simorgh.de\/the_vegan_news\/vegan_news_issue_1_1944.pdf\" target=\"_blank\">http:\/\/simorgh.de\/the_vegan_news\/vegan_news_issue_1_1944.pdf<\/a>\u00a0(2,3MB)<a href=\"http:\/\/www.vegansociety.com\/feature-articles\/1944-news.pdf\"><br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>Die neueren Artikel und Briefe im \u201eVegetarian Messenger\u201c, die sich mit der Frage der Verwendung von Milchprodukten befassen, zeigten starke Beweise daf\u00fcr, dass die Herstellung dieser Nahrungsmittel die grausame Ausbeutung und die T\u00f6tung von hoch-sensiblem Leben beinhaltet. Die Entschuldigung, dass es nicht n\u00f6tig w\u00e4re zu t\u00f6ten um Milchprodukte zu erhalten, ist nicht zu vertreten f\u00fcr diejenigen, die \u00fcber die Methoden der Nutztierhaltung Bescheid wissen \u2013 die auch wissen mit welcher starken Konkurrenz sich selbst humanere Bauernbetriebe konfrontiert sehen, wenn sie im Gesch\u00e4ft bleiben wollen.<\/p>\n<p>Seit Jahren sind viele von uns als Lakto-Vegetarier davon ausgegangen, dass die Fleisch- und die Milchindustrie zusammenh\u00e4ngen und sich auch in unterschiedlicher Weise gegenseitig f\u00f6rdern. Daher entschieden wir, dass die Vermeidung von Milchprodukten aus ethischen Gr\u00fcnden ganz besonders gefordert ist, und wir hofften, dass uns eine Krise unseres Bewusstseins fr\u00fcher oder sp\u00e4ter schlie\u00dflich ganz von diesen Zusammenh\u00e4ngen befreien w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Diese Freiheit haben wir nun erreicht. Wir folgten einer Ern\u00e4hrungsweise, die frei von allen tierischen Lebensmitteln ist, \u00fcber Zeitr\u00e4ume rangierend von einigen Wochen, in einigen F\u00e4llen, bis zu vielen Jahren in anderen F\u00e4llen. Und jetzt glauben wir, dass unsere Ideen und unsere Erfahrungen reif genug daf\u00fcr sind um [auf f\u00fcr eine breitere \u00d6ffentlichkeit] aufgezeichnet zu werden. Die fraglose Grausamkeit, die mit der Produktion von Milchprodukten einhergeht, l\u00e4sst unbezweifelbar erkennen, dass Lakto-Vegetarismus nun ein halber getaner Schritt ist vom Fleischkonsum zu einer wirklich humanen, zivilisierten Ern\u00e4hrungsform. Wir denken, dass wir w\u00e4hrend unseres Lebens auf der Erde versuchen sollten uns soweit zu entwickeln, dass wir diesen ganzen Schritt tun.<\/p>\n<p>Deutlich erkennen wir, dass unsere Gegenwartszivilisation sich auf der Ausbeutung von Tieren errichtet, so wie vergangene Zivilisationen auf der Ausbeutung von Sklaven aufbauten. Wir glauben, dass das geistige Schicksal des Menschen so verlaufen wird, dass die Menschheit in der Zukunft mit Abscheu daran denken wird, dass sie sich einstmals von Produkten aus Tierk\u00f6rpern ern\u00e4hrte. Selbst wenn die wissenschaftlichen Beweise daf\u00fcr zu dieser Zeit nicht vorliegen, so gehen wir aber dennoch davon aus, dass das gro\u00dfe Hindernis einer moralischen Entwicklung wahrscheinlich jenes ist, das der Mensch parasitengleich von den anderen Formen tierischen Lebens lebt. Das Vordringen in Bereiche der nicht-materiellen (vibrationalen) Eigenschaften von Nahrungsmittel hat gerade erst begonnen, und es ist kaum anzunehmen, dass die gew\u00f6hnlichen stofflichkeitsbezogenen Methoden der Forschung hierbei viel helfen k\u00f6nnen. M\u00f6glich ist aber, dass in Folge einer Eliminierung aller tierischen Vibrationen aus unserer Nahrung, wir nicht nur den Weg zu einer wirklich gesunden Zellkonstruktion finden k\u00f6nnen, sondern auch einen Grad an Intuition und spirituellem Bewusstsein erreichen werden, der f\u00fcr uns bislang noch unerreicht war.<\/p>\n<p>Ein h\u00e4ufiger Einwand ist, dass die Zeit f\u00fcr unsere Reform jetzt noch nicht reif w\u00e4re. Kann die Zeit jemals f\u00fcr irgendeine Reform reif sein, au\u00dfer sie wird durch eine humane Bestimmtheit dazu reif gemacht? Wartete Wilberforce f\u00fcr die \u201eReifung\u201c seiner Zeit, bevor er mit dem Kampf gegen die Sklaverei begann? Haben Edwin Chadwick, Lort Shaftesbury und Charles Kingsley gewartet auf solch einen nicht-existierenden Moment, bevor sie mit ihrem Versuch begannen, das gro\u00dfe, tote Gewicht \u00f6ffentlicher Meinung davon \u00fcberzeugen zu k\u00f6nnen, dass sauberes Wasser und Badezimmer eine Verbesserung sind? H\u00e4tten sie ihre Intention erkl\u00e4rt, sie wollten alle vergiften \u2013 der Widerstand w\u00e4re kaum gr\u00f6\u00dfer gewesen. Es gibt eine ganz offen liegende Gefahr in der Erwartung, dass die Nachwelt unsere Ideale erf\u00fcllen werde, denn die Nachwelt teilt unsere Ideale nicht unbedingt. Evolution kann retrogressiv und progressiv sein, und in der Tat existiert immer eine starke Neigung dahingehend, dass die Dinge in die falsche Richtung driften, wenn existierende Standards nicht gepflegt und neue Visionen nicht wertgesch\u00e4tzt werden. Aus diesem Grunde haben wir unsere Gruppe gegr\u00fcndet, die erste ihrer Art, so glauben wir, in diesem und auch anderen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p><strong>Die Organisation der Gruppe<\/strong><\/p>\n<p>Unsere 25 Mitglieder sind \u00fcberall in der Welt verstreut, ein Komitee k\u00f6nnen wir daher nicht einberufen. Weil keine anderen Freiwilligen zur Verf\u00fcgung standen, habe ich die Pflichten des ehrenamtlichen Sekret\u00e4rs, des Schatzmeisters und Buchpr\u00fcfers \u00fcbernommen und wenn diese undemokratische Konstitution jemandem aufst\u00f6\u00dft: ich bin offen f\u00fcr jegliche Vorschl\u00e4ge zu einer Verfahrensweise, die mich dazu bef\u00e4higen k\u00f6nnte \u2013 absichtlich oder unabsichtlich \u2013 die Gelder der Gruppe aus den Abonnements zu\u00a0 unterschlagen, die sich zur Zeit auf einen Schilling im Jahr belaufen!<\/p>\n<p>Die Arbeit der Gruppe wird sich zuerst auf die Ank\u00fcndigungen in dem Mitteilungsblatt beschr\u00e4nken. Gro\u00dfes Interesse wurde letztlich hervorgerufen durch unsere Argumentationen, und es scheint garantiert, dass unser Bulletin in weiten Zirkeln gelesen werden wird. Wir haben viele Bestellungen f\u00fcr unsere ersten viertelj\u00e4hrlichen Ausgaben erhalten und gehen davon aus, dass es noch mehr werden, wenn wir unsere Eigenwerbung starten. Herr J.W. Robertson Scott, der Herausgeber des \u201eCountryman\u201c schrieb uns \u2013 \u201eIch w\u00fcrde mich freuen von Ihnen zu h\u00f6ren, welchen Erfolg sie dabei haben werden, milchfrei-lebende Verbraucher zu sammeln. Ich fand schon immer, dass aus agrarkultureller Sicht der Vegetarismus eine alogische Position vertritt, denn so wie Eier nicht produziert werden k\u00f6nnen ohne die T\u00f6tung der m\u00e4nnlichen K\u00fcken, so kann Milch nicht \u00f6konomisch erwirtschaftet werden ohne die Zusammenarbeit mit dem Metzger.\u201c Die Klarheit mit der Vegetarier generell dieses Thema sehen wird anschaulich in dem Resultat einer Debatte, die vor kurzem stattfand, und die von der Croydon Vegetarian Society organisiert wurde. Die Meinung bestand fast einstimmig und man beschloss, dass \u201eVegetarier sich zum Ziel setzen sollten alle Milchprodukte aus ihrer Ern\u00e4hrung zu eliminieren\u201c. Wenn ich mich recht erinnere fiel die Abstimmung mit 30 zu 2 Stimmen aus.<\/p>\n<p>Unsere Mitglieder sind selbstbewusste Individualisten, die sich durch Kritik nicht leicht einsch\u00fcchtern lassen und vom Pioniergeist erf\u00fcllt sind, und man hat das Gef\u00fchl sie w\u00fcrden es niemals zulassen, dass ihr Magazin zu einer reinen Sekretariatsproduktion degenerieren d\u00fcrfe. Alle sind dazu aufgerufen von Zeit zu Zeit etwas beizutragen um das Magazin interessant, n\u00fctzlich und gedankenprovozierend zu gestalten. Wir k\u00f6nnten eine Reihe von Artikeln (mit etwa 600 Worten) \u00fcber [das Thema] \u201emeine spirituelle Philosophie\u201c ver\u00f6ffentlichen? Artikel, Briefe, Rezepte, Ern\u00e4hrungstabellen, Gesundheitsberichte, Presseausz\u00fcge, Gartentipps, Ratschl\u00e4ge zur Baby- und Kleinkinderpflege, Werbung (f\u00fcr Mitglieder umsonst), alles ist willkommen. Briefe mit der Kritik denjeniger, die nicht unsere Meinung teilen, werden auch ver\u00f6ffentlicht. Dies ist eine echte Pionierarbeit, und wenn wir wirklich zusammenarbeiten, dann werden wir mit Sicherheit auch einen Fortschritt in den humanitaristischen Praktiken erfahren, und vielleicht werden wir auch einige anderenfalls unerreichbare di\u00e4tische Wahrheiten entdecken. Wir wollen uns daran erinnern, wie so viel der modernen Ern\u00e4hrungsforschung beg\u00fcnstigt wird durch eigenn\u00fctziges Interesse und in den Vivisektionslaboratorien durchgef\u00fchrt wird, und dass wir hiermit auch immernoch ohne viel Informationen dastehen \u00fcber die Vorteile der Ern\u00e4hrungsweise, die keinerlei tierische Substanzen enth\u00e4lt. Wir wissen, dass domestizierte Tiere heutzutage fast alle gleicherma\u00dfen Krankheitstr\u00e4ger sind, und dass wir, so lange 99.9999% der Bev\u00f6lkerung die Produkte dieser erkrankten K\u00f6rper konsumieren, kaum das \u00dcbel herauserkennen k\u00f6nnen, das solche Nahrungsmittel anrichten. Einhundert Menschen die strikt auf der Basis einer nicht-tierischen Ern\u00e4hrungsweise f\u00fcr einige Jahre leben, k\u00f6nnten Daten von unsch\u00e4tzbarem Wert liefern. Finanzielle Unterst\u00fctzung von der Regierung wird f\u00fcr viel weniger n\u00fctzliches soziales Engagement erteilt!<\/p>\n<p><strong>Gesucht \u2013 ein Name<\/strong><\/p>\n<p>Wir sollten uns alle genau \u00fcberlegen wie wir unsere Gruppe, unser Magazin und uns selbst \u00fcberhaupt nennen wollen. \u201eNicht-Milchkonsumierend\u201c ist inzwischen umgangssprachlich generell bekannt geworden, aber so wie \u201enicht-lakto\u201c klingt es zu negativ. Au\u00dferdem beinhaltet der Begriff nicht, dass wir auch dem Gebrauch von Eiern als Lebensmitteln widersprechen. Wir ben\u00f6tigen einen Namen der vermittelt was wir essen, und wom\u00f6glich m\u00fcsste der Name den Gedanken weitertragen, dass obgleich alle tierischen Lebensmittel Tabu sind, die Natur aber eine beeindruckende F\u00fclle bietet, von der wir w\u00e4hlen k\u00f6nnen. \u201eVegetarier\u201c und \u201eFruktarier\u201c werden bereits mit den Vereinen in Verbindung gebracht, die die \u201eFr\u00fcchte\u201c (!) von K\u00fchen und V\u00f6geln (\u201eGefl\u00fcgel\u201c) erlauben, daher scheint es, sollten wir eine neues und passendes Wort finden. Da die erste Ausgabe unseres Merkblattes benannt werden musste, habe ich den Titel \u201eThe Vegan News\u201c verwendet. Wenn wir diesen Namen annehmen sollten, dann wird unsere Ern\u00e4hrung bald als eine VEGANE Ern\u00e4hrung bekannt werden und wir werden der Rang von VEGANERN einnehmen. Vorschl\u00e4ge von Mitgliedern sind willkommen. Der Vorzug eines kurzen Namens ist denen von uns besonders bekannt, die, als Sekret\u00e4re vegetarischer Vereine, das Wort Vegetarier tausend man im Jahr tippen oder schreiben m\u00fcssen!<\/p>\n<p><strong>Unsere Beziehungen zu den Lakto-Vegetariern<\/strong><\/p>\n<p>Das Ziel unserer Gruppe ist es eine Reform zu demonstrieren, von der wir meinen, dass sie moralisch, sicher und logisch ist. Indem wir dies tun, dr\u00fccken wir nat\u00fcrlich auch einschr\u00e4nkungslos aus, warum wir den Gebrauch von Milchprodukten ablehnen. Daraufhin m\u00fcssen wir mit Kritik rechnen. Unsere Sorge soll aber nicht sein, ob wir es nicht schaffen werden andere von unseren Standpunkten zu \u00fcberzeugen, sondern, wir denken eher es sollte den anderen Sorge bereiten, wenn sie doch in der Tiefe ihres Herzens wissen, dass wir eigentlich Recht haben. In jedem Falle aber muss es zu keinen Feindseeligkeiten kommen zwischen uns und den \u201aLaktos\u2019. Wir alle wissen, dass der Lakto-Vegetarismus einen eigenen Platz in der Evolution der Ern\u00e4hrung einnimmt, aus dem Grund haben einige von uns viel Zeit damit verbracht, f\u00fcr die Ziele des Lakto-Vegetarismus einzutreten. In den letzten Jahren haben zwei nationale vegetarische Gesellschaften der Diskussion \u00fcber Frage der Verwendung von Milchprodukten in ihren Magazinen viel Raum gegeben und wir haben jeden Grund dazu anzunehmen, dass sie unsere Arbeit ernst nehmen werden, und dass sie auch ab und zu mal \u00fcber uns berichten werden.\u00a0 (Bevor wir die Gruppe gr\u00fcndeten, wurde der Vegetarian Society gegen\u00fcber der Vorschlag ge\u00e4u\u00dfert, eine entsprechende Sektion als Teil der Society einzurichten. Der Vorschlag wurde von dem Komitee freundlich empfangen, man entschied aber, dass die ganze Kraft der Society weiterhin in die Aufgabe des Kampfes um die Abschaffung des Fleischkonsums flie\u00dfen sollte, und dass solch eine Gruppe aus diesem Grunde als ein unabh\u00e4ngiges Organ freier in seinem eigenen Handeln w\u00e4re.) Die Notwendigkeit beweisen zu k\u00f6nnen, dass es m\u00f6glich ist ohne Milchprodukte gesund sein zu k\u00f6nnen, ist nat\u00fcrlich auch zu wichtig f\u00fcr jeden Lakto-Vegetarier, als dass er das Thema ignorieren k\u00f6nnte. Sich auf den Lakto-Vegetarismus als eine zufriedenstellende L\u00f6sung der Ern\u00e4hrungsfrage zur\u00fcckzuziehen, hei\u00dft eine Sequenz furchtbarer Bauernhof- und Schlachthof-Geschehnisse als Teile eines unvermeidbaren g\u00f6ttlichen Plans zu akzeptieren. Und es muss dem noch hinzugef\u00fcgt werden, dass das auch noch beinhalten w\u00fcrde, das Spektakel eines erwachsenen Mannen geheftet an das Euter einer Kuh zu akzeptieren, als eine w\u00fcrdige und rationale Intention seitens der Natur!<\/p>\n<p>Ohne einen R\u00fcckgriff auf eine gewisse Selbstgerechtigkeit, f\u00fchlen wir uns doch in einer starken Position, die uns erlaubt den Lakto-Vegetarismus zu kritisieren, weil das schlimmste das wir sagen k\u00f6nnten, allein eine Wiederholung einer Kritik sein wird, an der wir uns bereits selbst gemessen haben. Daher werden wir die Wahrheit, so wie wir sie sehen, zum Ausdruck bringen, auch wenn unsere Freunde die Lakto-Vegetarier unsere Ideen ablehnen werden, wenn sie das so wollen. Wir hoffen aber, dass sie uns nicht daf\u00fcr ablehnen werden, dass wir unsere Gedanken ihnen gegen\u00fcber \u00e4u\u00dfern.<\/p>\n<p><strong>Was uns selbst betrifft<\/strong><\/p>\n<p>Soweit wir wissen, hat jedes der Mitglieder unserer Gruppe den Gebrauch von Milchprodukten aus humanistischen Gr\u00fcnden aufgegeben. Wir stehen den orthodoxen di\u00e4t\u00e4tischen Theorien keinesfalls ignorant gegen\u00fcber, und, indem wir unserer moralischen \u00dcberzeugung nachgehen, so finden wir, dass wir einige ihrer Theorien widerlegen sollten. Wir scheuen nicht davor zur\u00fcck, zu sagen, dass eine Moralphilosophie gemischt mit einer Priese gesundem Menschenverstand eine vern\u00fcnftigere Leitlinie bietet, als Theorien, die in Vivisektionslaboratorien erdacht worden sind. Wir werden niemals bereit dazu sein, zu akzeptieren, dass Ern\u00e4hrung und Bewusstsein einen Widerspruch bilden m\u00fcssen. Wir stellen grunds\u00e4tzlich in Frage, ob die Ern\u00e4hrungsexperten, die die Vorteile tierischen Proteins so preisen, jemals versucht haben eine vern\u00fcnftige Ern\u00e4hrung ohne solches Protein f\u00fcr sich zu w\u00e4hlen, und wenn sie das nicht getan haben, dann ist f\u00fcr uns nicht erkl\u00e4rbar, wie sie hier in sinnvoller Weise urteilen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wir wissen, dass die Anatomie des Menschen fraglos die eines Frugivoren ist. Wir wissen, dass das Milchtrinken von Erwachsenen eine Absurdit\u00e4t ist, die von der Natur niemals so angelegt war. Wir wissen, dass es uns mindestens so gut ohne Milchprodukte geht, wie es uns mit ihnen ging. Wir wissen, dass im Mindesten 40% der K\u00fche tuberkul\u00f6s sind. Wir wissen, dass die Pasteurisierung den Milchh\u00e4ndlern gestattet, Milch zu verkaufen, die einige Tage alt ist. Wir wissen, was mit denen passiert, die sich mit \u201enahrhaften erstklassigen Proteinen ern\u00e4hren\u201c, wie die altgl\u00e4ubigen Ern\u00e4hrungsberater es empfehlen \u2013 fast alle von ihnen sterben an malign\u00f6sen furchtbaren Krankheiten. Der Himmel m\u00f6ge uns helfen, dass uns nicht Gleiches befalle, wenn uns unsere Ern\u00e4hrung im Stich lie\u00dfe!<\/p>\n<p>Au\u00dfer dass wir sagen werden uns geht es \u201esehr gut, danke\u201c, halten wir die Zeit f\u00fcr vielleicht noch zu fr\u00fch um gro\u00dfe Behauptungen \u00fcber die physiologisch beitr\u00e4gliche \u00dcberlegenheit unserer Ern\u00e4hrung anzustellen. In bescheidener Weise kann Euer Sekret\u00e4r von sich selbst zumindest behaupten, dass er es nun schafft 230 Meilen am Tag zu radeln, wobei er vor Jahren, als er noch Milch und Eier zu sich nahm, nach der halben Strecke reif f\u00fcr ein \u201aBed und Breakfast\u2019 war. Er ist auch imstande seinen Garten zehn Stunden lang am Tag umzugraben, ohne sich am n\u00e4chsten Morgen irgendwie anders zu f\u00fchlen. Aber wir m\u00fcssen vorsichtig mit Behauptungen sein, so dass die Welt nicht von uns h\u00f6rt und erwartet 2 \u00bd Meter gro\u00dfe, rotwangige, muskul\u00f6se Monster zu sehen, die gegen jede Krankheit des K\u00f6rpers immun sind. Wir k\u00f6nnen so ziemlich sicher sein, dass, wenn jemals so viel wie ein Pickel die Sch\u00f6nheit unserer physischen Form verunstalten sollte, es in den Augen der Welt ganz an unserer eigenen albernen Schuld liegen wird, weil wir ja nicht das \u201erichtige Essen\u201c essen. Gegen solch einen Pickel werden die gro\u00dfen Plagen der Krankheiten, die nun fast alle Mitglieder der zivilisierten Gesellschaft (die auf der Basis \u201erichtiger Nahrung\u201c leben) befallen, ganz unauff\u00e4llig danebenstehen. Es ist angesagt, dass wir uns dazu G\u00fcrten unseren Kritikern mutig zu begegnen! In unseren eher reflektiven Momenten k\u00f6nnen wir nicht anders als zu denken, dass gr\u00f6\u00dfere Risiken existieren, als das von sauberen Salaten, Fr\u00fcchten, N\u00fcssen und Vollkorn zu leben. Wir k\u00f6nnen kaum w\u00fcnschen als moralische Riesen eingestuft zu werden, weil wir w\u00e4hlen auf einer Ern\u00e4hrungsgrundlage zu leben, die so offenkundig die Selbsterhaltung bevorzugt.<\/p>\n<p>In der Annahme, dass einige Mitglieder gerne miteinander korrespondieren wollen, schlagen wir vor in unserer n\u00e4chsten Ausgabe Namen und Adressen zu publizieren. Alle Mitglieder die in dieser Liste nicht aufgef\u00fchrt werden wollen, sollten mir Bescheid sagen.<\/p>\n<p>Wir haben geh\u00f6rt, dass ein Pamphlet gegen den Gebrauch von Milch vor 40 Jahren von einem Harley Street Spezialisten verfasst wurde. Wei\u00df irgendeines unserer Mitglieder etwas von dieser Publikation?<\/p>\n<p><strong>Betreffend derer, die noch nicht mit uns sind<\/strong><\/p>\n<p>Wir verstehen, dass alle Milchprodukte zu eliminieren pers\u00f6nliche Schwierigkeiten verursacht, die von Individuum zu Individuum unterschiedliche Ausma\u00dfe haben k\u00f6nnen. Wir verstehen auch, dass die gegenw\u00e4rtige Zeit nicht die einfachste ist um solche einen Wechsel zu vollziehen. Aber wir denken, dass indem jetzt das Fundament f\u00fcr unsere Bewegung gelegt wird, viele bald im Zuge ihrer Friedensbestrebungen zu uns sto\u00dfen werden. Wir wissen, dass im Bewusstsein der Vegtarier generell eine besondere Unruhe herrscht im Bezug auf die Verwendung von Lab bei der K\u00e4seherstellung, und weil dies der wohl aller auffallendste innere Widerspruch des Lakto-Vegetarismus ist, schlagen wir vor, dass andere es wir wir machen sollten und zuerst den K\u00e4se aus ihrer Ern\u00e4hrung streichen sollten. Unser Freund und Mitglied Dugald Semple berichtet uns, dass er K\u00e4se noch nie in seinem Leben \u00fcberhaupt gegessen hat, und dass er K\u00e4se daher nicht als ein essentielles \u201aBindemittel\u2019 f\u00fcr K\u00f6rper und Seele betrachten kann! Die folgenden Passagen aud dem Leitartikel der aktuellen Ausgabe der Vegetarian News lassen, so meinen wir, keine weiteren Zweifel zu: \u201eDen meisten Vegetariern ist vollkommen bewusst, dass die Verwendung von K\u00e4lberlab in der K\u00e4seherstellung ein fortw\u00e4hrendes Problem ist f\u00fcr jeden der humanen Prinzipien folgt, da dieser Prozess die T\u00f6tung der K\u00e4lber beinhaltet um das Lab zu gewinnen. Da es anscheinend keinen rein vegetarischen Ersatz f\u00fcr K\u00e4se gibt, vermeiden einige Vegetarier g\u00e4nzlich den Gebrauch von K\u00e4se, ausgenommen von einigen H\u00fcttenk\u00e4sesorten, w\u00e4hrend die Mehrheit der Vegetarier wohl ihre Ration normalen K\u00e4ses verzehren und dabei versucht sind, die Abl\u00e4ufe der Gewinnung des K\u00e4lberlabs in der Herstellung zu vergessen.\u201c Sollten Moralisten ihre Energien daran verschwenden, zu versuchen so etwas zu vergessen?<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Krieges gab es so ziemlich keine Eier, und man kann leicht auf sie verzichten ohne etwas zu vermissen, wenn man sich bewusst macht, dass sie zuallererst mal nicht mehr sind als umgewandelte Engerlinge und K\u00e4fer! Die Milch zu eliminieren bereitet einem zweifellos gr\u00f6\u00dfere Schwierigkeiten. Nussmlich ist ein guter Ersatz, aber sie funktioniert nicht so gut im Tee (trinkt daher einfach keinen schwarzen Tee mehr und f\u00fcgt Eurem Leben noch zehn Jahre hinzu!)<\/p>\n<p>Diejenigen von uns, die nun f\u00fcr lange Zeitr\u00e4ume ohne Milchprodukte gelebt haben, k\u00f6nnen Euch die Gewissheit geben, dass es uns gut geht und wir weiterhin stark sind; uns schmeckt unser Essen so gut wie immer und wenn man sich einmal mit der neuen Ern\u00e4hrungsweise eingerichtet hat, ist der Anblick und der Geruch von Milchprodukten schon bald vergessen.<\/p>\n<p>\u201eDie Vorkommnis von Krankheiten verschiedener Art bleibt weiterhin ein einschr\u00e4nkender Faktor in der Milchproduktion, abgesehen von den Verlussten, die der Bauer dadurch erf\u00e4hrt. Tuberkulose ist der hartn\u00e4ckigste Problemverursacher, so weit, dass ein Sprecher beim Farmers\u2019 Club k\u00fcrzlich sagte, man h\u00e4tte da seit den letzten 40 Jahren keinerlei Fortschritte machen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>The Agricultural Correspondent,<br \/>\n&#8220;The Yorkshire Post&#8221;,<br \/>\n18.11.44.<\/p>\n<p>\u201eGebt mir ein Glas Whisky, ich hab Durst.\u201c<br \/>\n\u201eDu solltest Milch trinken \u2013 Milch macht Blut.\u201c<br \/>\n\u201eAber ich bin nicht blutd\u00fcrstig.\u201c<\/p>\n<p>67 Evesham Road,<br \/>\nLeicester.<br \/>\nNovember 24th, 1944.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ersten \u201aVegan News\u2019 aus dem Jahre 1944, verfasst von Donald Watson. Dieser Text als PDF:\u00a0The Vegan News No.1 auf Deutsch\u00a0(der Link \u00f6ffnet sich in einem neuen Fenster) Aus dem Englischen: Gita Yegane Arani-May. Mit der freundlichen Genehmigung der Vegan Society GB,\u00a0 http:\/\/www.vegansociety.com. Deutsche Erst\u00fcbersetzung. Copyright \u00a9 2013, www.simorgh.de. Alle Rechte vorbehalten. \u201eThe Vegan News\u201c [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[25],"tags":[71],"class_list":["post-552","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-veganes-selbstverstaendnis","tag-donald-watson"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/552"}],"collection":[{"href":"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=552"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/552\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":555,"href":"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/552\/revisions\/555"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=552"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=552"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=552"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}