{"id":4427,"date":"2023-11-11T13:01:03","date_gmt":"2023-11-11T13:01:03","guid":{"rendered":"https:\/\/simorgh.de\/about\/?p=4427"},"modified":"2023-11-11T13:11:28","modified_gmt":"2023-11-11T13:11:28","slug":"lange-snippets-die-frau-holle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/simorgh.de\/about\/lange-snippets-die-frau-holle\/","title":{"rendered":"Lange Snippets: die Frau Holle"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/raven.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-4428\" src=\"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/raven.png\" alt=\"\" width=\"420\" height=\"340\" srcset=\"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/raven.png 420w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/raven-300x243.png 300w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/raven-250x202.png 250w\" sizes=\"(max-width: 420px) 100vw, 420px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Ohne Moralgeschichten, keine Moral. Daher folgendes zum Thema Moralvorstellungen in der Vergangenheit &gt; Sinn und \u00dcberlieferungen von moralischen M\u00e4rchengestalten und Mythen &#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Bei unserem TableTalk zum Heidentum sind wir nochmal auf etymologische Fragen bei G\u00f6tternamen gekommen. Den einzigen wirklich weiterf\u00fchrenden Text fand ich (\u00dcberraschung) bei Jacob Grimm. Unten findet sich von einem Germanisten noch ein weiterer interessanter Text verlinkt zur G\u00f6ttergetalt.<\/p>\n<p>Ich hatte das wichtige Beispiel Hulda [&#8230;] vor etlichen Jahren im Zusammenhang mit der Vorgehensweise von Gimbutas kurz erw\u00e4hnt <a href=\"https:\/\/www.simorgh.de\/objects\/260411_1\/\">https:\/\/www.simorgh.de\/objects\/260411_1\/<\/a> , wobei Gimbutas sehr trocken sich aufs \u00e4u\u00dferst eng gefasste Anthropologische beziehend forschte muss man sagen. Ich wei\u00df nicht, warum sie Zusammenh\u00e4nge nicht lebendiger in Denkwelten, Bilder und Geschichterwelten einbettete.<\/p>\n<p>Also nochmal das Beispiel Hulda. Und ein Snippet zur hier auch erw\u00e4hten Tanfana &gt; <a href=\"https:\/\/jamali.info\/ikp\/interessant-das-wort-tan-bedeutet-im-keltischen-u-a-auch-feuer\/\">https:\/\/jamali.info\/ikp\/interessant-das-wort-tan-bedeutet-im-keltischen-u-a-auch-feuer\/<\/a><\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>(Ich mache &#8220;sowas&#8221; eigentlich nicht, aber ausnahmsweise ist das hier mal plumpes sehr langes Copy und Paste. Beginnend hier &#8230; )<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html\">https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html<\/a><\/p>\n<p>Jacob Grimm<\/p>\n<p>Deutsche Mythologie<\/p>\n<p><span class=\"upper\">Cap. XIII. G\u00f6ttinnen.<\/span><\/p>\n<p>Sollte der name, unter welchem die Sueven die von R\u00f6mern der Isis gleichgesetzte g\u00f6ttin verehrten, sollte nicht wenigstens eine ihrer nebenbenennungen gewesen sein\u00a0<i>Holda?<\/i><\/p>\n<p>Dieser name hat reindeutsche bedeutung und noch heute in lebendiger volks\u00fcberlieferung festen grund.<\/p>\n<p><i>Hold\u00e2<\/i>\u00a0ist die freundliche, milde, gn\u00e4dige g\u00f6ttin und frau, von hold (propitius) goth. hulps (Luc. 18, 13) altn. hollr; die goth. form w\u00fcrde\u00a0<i>Hul\u00fe\u00f4<\/i>\u00a0lauten. Ulfilas verwendet f\u00fcr den entgegengesetzten begrif feindseliger, teuflischer wesen sowol das fem.\u00a0<i>unhul\u00fe\u00f4<\/i>\u00a0als das masc.\u00a0<i>unhul\u00fea<\/i>, woraus ich ein\u00a0<i>hul\u00fea<\/i>\u00a0neben\u00a0<i>hul\u00fe\u00f4<\/i>\u00a0folgere; neue best\u00e4tigung des doppelgeschlechts, das in der vorstellung dieser g\u00f6tter waltet. gewis aber konnten mehrere g\u00f6tter oder geister des beinamens theilhaftig werden. Notker im Capella 81 \u00fcbertr\u00e4gt verus genius durch \u203am\u00een w\u00e2re\u00a0<i>holdo<\/i>\u2039 auch in der mhd. sprache mu\u00df\u00a0<i>holde<\/i>\u00a0(fem. und masc.) f\u00fcr geisterhafte wesen bekannt und gebr\u00e4uchlich gewesen sein. Albrecht von Halberstadt in seiner bearbeitung der ovidischen metamorphosen hat\u00a0<i>wazzerholde<\/i>\u00a0(gen. -en) f\u00fcr nymphe, der reim sch\u00fctzte diese ausdr\u00fccke in Wikrams umdichtung<span class=\"footnote\" title=\"675\"><a id=\"note675\"><\/a>Frankf. 1631. 4. 171<sup>a<\/sup>\u00a0von einer wazzerholden: solden; 176<sup>a<\/sup>\u00a0wazzerholde: solde.<\/span>. in der niederdeutschen vielfach erweiternden \u00fcbertragung des narrenschifs (Narragonia, Rostock 1519. 96<sup>a<\/sup>) findet sich folgende dem hochd. text mangelnde stelle: \u203amannich\u00a0<a name=\"vol1page0221\"><\/a>narre l\u00f6vet an vogelgeschrei und an der\u00a0<i>guden hollen<\/i>\u00a0(bonorum geniorum) gunst\u2039. H\u00e4ufiger begegnet das mhd.\u00a0<i>unholde<\/i>\u00a0(fem.) nhd.\u00a0<i>unhold<\/i>\u00a0(masc.) im sinn eines b\u00f6sartigen, finsteren, jedoch gewaltigen wesens.<\/p>\n<p>Das \u00e4lteste zeugnis f\u00fcr den bestimmteren gebrauch des namens\u00a0<i>Holda<\/i>\u00a0gew\u00e4hrt mir Burchard von Worms p.\u00a0194<sup>a<\/sup><span class=\"footnote\" title=\"676\"><a id=\"note676\"><\/a>darf man die s.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html#vol1page0212\">212<\/a>\u00a0angef\u00fchrte inschrift dea\u00a0<i>Hludana<\/i>\u00a0in\u00a0<i>Huldana<\/i>\u00a0umsetzen, so w\u00e4re das noch willkommner als die analogie zur altn. Hl\u00f4dyn, und ur\u00e4ltestes zeugnis f\u00fcr\u00a0<i>Hulda<\/i>, welcher schon das goth.\u00a0<i>unhul\u00fe\u00f4<\/i>, und der zwar seltne, doch bei Schannat trad. fuld. no.\u00a0445 vorr\u00e4thige ahd. frauenname\u00a0<i>Holda<\/i>\u00a0zustatten kommt. Graff 4, 915 hat auch\u00a0<i>Holdasind<\/i>. Sch\u00fctzes abhandlung de dea Hludana erschien zuerst Lp. 1741, und wenn Wolf (Wodana s. L) eine niederl\u00e4ndische de dea\u00a0<i>Huldea<\/i>, Trajecti 1746 namhaft macht und deren titel wirklich so lautet, kann dies nichts anders sein als eine von Cannegieter nach unsrer Hulda, wie sie bei Eccard vorkommt, aufgestellte sehr ansprechende mutma\u00dfung. der lat. dativ\u00a0<i>Huldanae<\/i>\u00a0w\u00fcrde die schwache form ahd. Hold\u00fbn, ags. Holdan ausdr\u00fccken, wie man in lat. urkunden Berta, Hildegarda flectiert Bertanae, Hildegardanae; doch mag auch ein nom. Bertana, Huldana entsprungen sein. hiernach leitet wiederum Tanfanae wenigstens auf einen deutschen nom.\u00a0<i>Tanfa<\/i>\u00a0und alle versuche w\u00e4ren abgeschnitten, aus -fana ein celtisches wort oder das lat. fanum zu machen.\u00a0<i>Tanfa<\/i>\u00a0gemahnt an den altn. mannsnameu\u00a0<i>Danpr<\/i>\u00a0oder an die ahd. wurzel damph; \u00fcberg\u00e4nge des F in CH und TH angenommen, erg\u00e4ben sich noch andere m\u00f6glichkeiten, z.\u00a0b. ein weiblicher name\u00a0<i>Tancha<\/i>\u00a0(grata) entspr\u00e4che dem m\u00e4nnlichen ahd. Dancho (gratus) Graff 5, 169. vgl. Dankr\u00e2t\u00a0= Gibicho. Haupts zeitschr. 1, 573. Ich bin von Huldana abgerathen und gestehe, da\u00df sich auch\u00a0<i>Hludana<\/i>\u00a0behalten,\u00a0<i>Hl\u00fbda<\/i>\u00a0(clara, praeclara) deuten lie\u00dfe; das gewicht der \u00fcbrigen gr\u00fcnde hat den ausschlag zu geben. unter diesen ist aber die anwendung von gute\u00a0<i>holden, hollar<\/i>\u00a0v\u00e6ttir (S\u00e6m. 240<sup>b<\/sup>) auf geister, von\u00a0<i>holl<\/i>\u00a0regin (S\u00e6m. 60<sup>a<\/sup>) auf g\u00f6tter besonders zu beachten; im altn. adj. hollr.\u00a0= goth. hul\u00fes, ahd. hold hatte assimilation statt, w\u00e4hrend im eigennamen\u00a0<i>Huldr<\/i>\u00a0die alte form blieb; denn huldr\u00a0= occultus, celatus zu erkl\u00e4ren scheint bedenklich.<\/span>: credidisti ut aliqua femina sit, quae hoc facere possit, quod quaedam a diabolo deceptae se affirmant necessario et ex praecepto facere debere, id est cum daemonum turba in similitudinem mulierum transformata, quam vulgaris stultitia\u00a0<i>Holdam<\/i>\u00a0(al.\u00a0<i>unholdam<\/i>) vocat, certis noctibus equitare debere super quasdam bestias, et in eorum se consortio annumeratam esse; die merkw\u00fcrdige variante\u00a0<i>unholda<\/i>\u00a0ist aus dem cod. vidob. univ. 633 gesch\u00f6pft. Burchard hat hier das deutsche wort an die stelle der\u00a0<i>Diana<\/i>, Paganorum dea, gesetzt, die sonst gew\u00f6hnlich in gleichem sinn und in der nemlichen verbindung genannt wird.<\/p>\n<p>Volkssagen und m\u00e4rchen lassen\u00a0<i>frau Holda<\/i>\u00a0(Hulda, Holle<span class=\"footnote\" title=\"677\"><a id=\"note677\"><\/a>Holle aus Hulda wie Folle aus Fulda.<\/span>, Hulle, frau Holl) als ein h\u00f6heres wesen auftreten, das den menschen freundliche, hilfreiche gesinnung beweist, und nur dann z\u00fcrnt, wenn es unordnung im haushalt wahrnimmt. diese \u00fcberlieferungen scheinen unter keinem deutschen stamm so verbreitet wie unter Hessen und Th\u00fcringern (auch der Wormser bischof war geb\u00fcrtig aus Hessen). indessen kommt frau Holle vor bis ins Voigtland<span class=\"footnote\" title=\"678\"><a id=\"note678\"><\/a>Jul. Schmidt Reichenfels p. 152.<\/span>, \u00fcber die Rh\u00f6n hinaus im n\u00f6rdlichen Franken<span class=\"footnote\" title=\"679\"><a id=\"note679\"><\/a>Reinwald henneb. id. 1, 68. 2, 62, Schmeller 2, 174.<\/span>,\u00a0<a name=\"vol1page0222\"><\/a>in der Wetterau bis zum Westerwald<span class=\"footnote\" title=\"680\"><a id=\"note680\"><\/a>Schmidt westerw\u00e4ld idiot. 73. 341.<\/span>und reicht aus Th\u00fcringen her in das angrenzende Niedersachsen. Schwaben, Schweiz, Baiern, \u00d6streich, Nordsachsen, Friesland kennen sie nicht unter diesem namen.<\/p>\n<p>Aus dem, was uns die tradition noch bewahrt hat<span class=\"footnote\" title=\"681\"><a id=\"note681\"><\/a>kinderm. no. 24. deutsche sagen no. 4\u20138. Falkensteins th\u00fcr. chronica 1, 165. 166<span class=\"footnote\" title=\"682\"><a id=\"note682\"><\/a><i><b>Nachtrag:<\/b><\/i>\u00a0Zu kinderm. no. 24 vgl. die variante KM. 3, 40\u00a0ff., svenska \u00e4fv. 1, 123 und pentam 4, 7. \u00e4hnliches wird von den dialas gesagt. Schreiber taschenb. 4, 310. (<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html#note1010\">anm.\u00a01010<\/a>).<\/span>.<\/span>, ergeben sich folgende z\u00fcge.<\/p>\n<p><i>Frau Holle<\/i>\u00a0wird als ein\u00a0<i>himmlisches<\/i>, die erde umspannendes wesen vorgestellt: wenn es schneit, so macht sie ihr bett, dessen federn fliegen<span class=\"footnote\" title=\"683\"><a id=\"note683\"><\/a>frau Holle sch\u00fcttelt ihr bett. modejourn. 1816, 283. auch in Schottland hei\u00dft es, wenn die ersten schneeflocken fallen: the\u00a0<i>men o&#8217;the East<\/i>\u00a0are pyking their geese and sending their feathers here away, here away. im preu\u00df. Samland hei\u00dft es: die\u00a0<i>engel<\/i>\u00a0sch\u00fctteln ihr bettchen, wenn es schneit. die schneeflocken sind ihre flaumen, viele aber fallen vorbei und gelangen zu unserer erde.<\/span>. Sie erregt den\u00a0<i>schnee<\/i>\u00a0wie Donar den regen; die Griechen legten ihrem Zeus die hervorbringung des schnees und regens bei, \u0394\u03b9\u1f78\u03c2 \u1f44\u03bc\u03b2\u03c1\u03bf\u03c2 Il. 5, 91. 11, 493 wie \u03bd\u03b9\u03c6\u1f71\u03b4\u03b5\u03c2 \u0394\u03b9\u1f79\u03c2 Il. 19. 357, Holda erscheint darum als hehre g\u00f6ttin<span class=\"footnote\" title=\"684\"><a id=\"note684\"><\/a>da andere eigenschaften Holdas auf Maria \u00fcbergehn, so darf hier auch die\u00a0<i>Maria ad nives<\/i>, notre dame\u00a0<i>aux neiges<\/i>\u00a0verglichen werden, deren fest die kirche am 5\u00a0aug. feierte, auf diesen tag beten zu ihr die Br\u00fcsseler spitzenmacherinnen, damit ihr werk wei\u00df wie der schnee bleibe. in einem bretagn. volkslied hei\u00dft es: notre dame Marie, sur votre tr\u00f4ne de neige! (Barzas breiz 1, 27). Sollte nicht die sonst unverst\u00e4ndliche hildesheimische sage von dem Hillesnee (D.\u00a0S. no.\u00a0456) aus einem\u00a0<i>Holde sn\u00ea<\/i>\u00a0entsprungen sein?<\/span>. die vergleichung der schneeflocken und federn ist uralt, die Scythen erkl\u00e4rten die n\u00f6rdliche weltgegend, weil sie mit federn angef\u00fcllt sei, f\u00fcr unnahbar (Herod. 4, 7. vgl. 31). Holda mu\u00df sich also durch die l\u00fcfte bewegen k\u00f6nnen, wie frau Herke.<\/p>\n<p>Sie liebt den aufenthalt in\u00a0<i>see<\/i>\u00a0und\u00a0<i>brunnen<\/i>; zur mittagsstunde sieht man sie, als sch\u00f6ne wei\u00dfe frau, in der flut\u00a0<i>baden<\/i>\u00a0und\u00a0<i>verschwinden<\/i>, dieser zug stimmt zu Nerthus. sterbliche gelangen durch den brunnen in ihre wohnung, vgl. die benennung\u00a0<i>wazzerholde<\/i><span class=\"footnote\" title=\"685\"><a id=\"note685\"><\/a>wenn der name\u00a0<i>brunnenhold<\/i>\u00a0im m\u00e4rchenbuch von Alb. Ludw. Grimm 1, 231 echt und \u00fcberliefert ist, so bezeichnet er einen brunnengeist.<\/span>.<\/p>\n<p>Auch das stimmt, da\u00df sie auf einem\u00a0<i>wagen einherf\u00e4hrt<\/i>. sie lie\u00df ihn von einem bauer, der ihr begegnete, verkeilen, die aufgeraften sp\u00e4ne waren gold<span class=\"footnote\" title=\"686\"><a id=\"note686\"><\/a>\u00e4hnliche sage bei Jul. Schmidt Reichenfels p. 152.<\/span>. ihr j\u00e4hrlicher\u00a0<i>umzug<\/i>, der wie bei Herke und Berhta auf weihnachten in die sogenannten zw\u00f6lften verlegt wird, wo es nicht recht geheuer ist, und thiere wie der wolf nicht bei namen genannt werden, bringt dem lande\u00a0<i>fruchtbarkeit<\/i>. nicht anders scheint Derk mit dem eber, jener niederl\u00e4ndische Freyr (s.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html#vol1page0177\">177<\/a>)\u00a0<i>umzuziehen<\/i>\u00a0und nach den pfl\u00fcgen zu schauen. Gleich Wuotan f\u00e4hrt Holda aber auch schreckenhaft\u00a0<a name=\"vol1page0223\"><\/a>durch die l\u00fcfte und geh\u00f6rt, wie der gott, zu dem w\u00fctenden heer. daraus folgt die einbildung, da\u00df hexen in Hollas gesellschaft fahren (s. cap.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html#chap034\">XXXIV<\/a>\u00a0die schneefrauen), schon Burchard wuste es, und noch ist\u00a0<i>Hollefahren, mit der Holle fahren<\/i>\u00a0in Oberhessen und im Westerwald gleichbedeutig mit hexenfahrt<span class=\"footnote\" title=\"687\"><a id=\"note687\"><\/a>Estors oberh. idiot s. v.<\/span>. in das w\u00fctende heer wurden aber nach dem weit verbreiteten volksglauben die seelen der\u00a0<i>ungetauft sterbenden kinder<\/i>\u00a0aufgenommen, da sie keine Christen wurden, blieben sie heidnisch und fielen heidnischen g\u00f6ttern zu, Wuotan oder Hulda.<\/p>\n<p>Hieran kn\u00fcpft sich, da\u00df Hulda statt der g\u00f6ttlichen gestalt das aussehen einer\u00a0<i>h\u00e4\u00dflichen<\/i>, langnasigen, gro\u00dfzahnigen\u00a0<i>alten<\/i>, mit struppigem, engverworrenem haar annimmt. \u203aer ist mit der\u00a0<i>Holle<\/i>\u00a0gefahren\u2039 hei\u00dft es von einem, dessen haare sich unordentlich wirren und str\u00e4uben, und so werden die\u00a0<i>kinder<\/i>\u00a0mit ihr oder mit ihrem nicht weniger greulichen gefolge geschreckt<span class=\"footnote\" title=\"688\"><a id=\"note688\"><\/a>Erasm. Alberus fabel 16: \u203aes kamen auch zu diesem heer viel weiber, die sich forchten sehr, und trugen\u00a0<i>sicheln<\/i>\u00a0in der hand,\u00a0<i>fraw Hulda<\/i>\u00a0hat sie ausgesandt\u2039. Luthers auslegung der episteln, Basel 1522 fol.\u00a069<sup>a<\/sup>: \u203ahie tritt\u00a0<i>fraw Hulde<\/i>\u00a0herf\u00fcr mit der\u00a0<i>potznasen<\/i>, die natur, und darf irem gott widerpellen und in l\u00fcgen strafen, hengt umb sich ihren alten trewdelmarkt, den\u00a0<i>stroharn\u00df<\/i>\u00a0(strohharnisch) \u2013 hebt an und scharret daher mit ihrer\u00a0<i>geigen<\/i>\u2039. er vergleicht hier die gott widerspenstige natur der heidnischen Hulda mit der f\u00fcrchterlichen nase (Oberlin s.\u00a0v. potzm\u00e4nnchen), wie sie in stroh und tr\u00f6dellumpen vermummt unter geigenspiel auftritt.<\/span>: \u203astill, der\u00a0<i>Hullebetz<\/i>, der\u00a0<i>Hullep\u00f6pel<\/i>\u00a0kommt\u2039.\u00a0<i>Hollepeter<\/i>\u00a0(sonst auch Hersche, Harsche, Hescheklas, Ruprecht, Rupper s. cap.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html#chap017\">XVII<\/a>\u00a0Hausgeister) hei\u00dft der zur zeit der winterwende, in Holles geleit, umziehende vermummte knecht. In einem m\u00e4rchen (no.\u00a024) wird sie als\u00a0<i>alte hexe<\/i>\u00a0mit\u00a0<i>langen z\u00e4hnen<\/i>\u00a0geschildert; nach verschiedenheit der erz\u00e4hlung geht ihr freundliches holdes aussehn \u00fcber in ein finsteres, schreckhaftes.<\/p>\n<p><i>Holla<\/i>\u00a0wird wiederum als\u00a0<i>spinnende<\/i>\u00a0frau dargestellt, der flachsbau ist ihr angelegen. flei\u00dfigen dirnen schenkt sie\u00a0<i>spindeln<\/i>\u00a0und spinnt ihnen nachts die spule voll; faulen spinnerinnen\u00a0<i>z\u00fcndet<\/i>\u00a0sie den rocken an oder\u00a0<i>besudelt<\/i>\u00a0ihn<span class=\"footnote\" title=\"689\"><a id=\"note689\"><\/a>Br\u00fcckners beitr. zum henneberg. idioticon s.\u00a09 f\u00fchrt aus dem dortigen volksglauben an: \u203aam obersten (tag) kommt die\u00a0<i>Hollefrau<\/i>\u00a0(Hollefra, Hullefra) und\u00a0<i>wirft spulen herein<\/i>. wer sie nicht vollspinnt, dem bricht sie den hals\u2039 (vgl. unten\u00a0<i>Berhta<\/i>\u00a0und\u00a0<i>Berhtolt<\/i>\u00a0und den\u00a0<i>Teufel<\/i>). \u203aam obersten wird sie\u00a0<i>verbrannt<\/i>\u2039, was an das austragen des todes und s\u00e4gen des alten weibes (cap.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html#chap024\">XXIV<\/a>) erinnert. Aus der beif\u00fcgung von frau (vgl. gaue fru s.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html#vol1page0209\">209<\/a>) erhellt der urspr\u00fcngliche, adjectivische sinn des namens. cod. pal. 355<sup>b<\/sup>b: \u203aich wen, kain\u00a0<i>schusel<\/i>\u00a0(scheusal)\u00a0<i>in kaim rocken<\/i>\u00a0wart nie als he\u00dflich als du bist\u2039.<\/span>. dem m\u00e4dchen, dessen spindel in ihren brunnen fiel, lohnte sie durch begabung. wenn sie weihnachten im land einzieht, werden alle\u00a0<i>spinnrocken<\/i>\u00a0reichlich angelegt und f\u00fcr sie stehen gelassen; fastnachts aber, wenn sie heimkehrt, mu\u00df alles abgesponnen sein, die\u00a0<i>rocken<\/i>\u00a0stehen dann vor ihr versteckt (abergl.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html#aber0683\">683<\/a>); trift sie alles an, wie es sich geh\u00f6rt, so spricht sie ihren segen aus, im gegentheil ihren fluch, die\u00a0<a name=\"vol1page0224\"><\/a>formeln \u203aso manches haar, so manches gute jahr!\u2039 \u203aso manches haar, so manches b\u00f6se jahr!\u2039 klingen alterth\u00fcmlich. verwechselung scheint, wenn auch erz\u00e4hlt wird, in den zw\u00f6lfn\u00e4chten d\u00fcrfe kein flachs auf der\u00a0<i>die\u00dfe<\/i>\u00a0bleiben, sonst komme frau\u00a0<i>Holla<\/i><span class=\"footnote\" title=\"690\"><a id=\"note690\"><\/a>braunschw. anz. 1760 no. 86\u00a0<i>die\u00dfe<\/i>\u00a0ist der eingebundne flachs am rocken. brem. wb. 5, 284.<\/span>. das verstecken des arbeitsger\u00e4thes deutet zugleich auf die heiligkeit ihres feiertages, an dem gerastet werden soll<span class=\"footnote\" title=\"691\"><a id=\"note691\"><\/a>hier wird man an Gertrud erinnert. krainische bauernkalender bilden die\u00a0<i>heilige<\/i>\u00a0ab durch zwei m\u00e4uslein, die an einer spindel (vreten\u00f2) mit flachsgarn nagen, zum zeichen, es d\u00fcrfe an ihrem festtage\u00a0<i>nicht gesponnen<\/i>\u00a0werden. gleiches gilt von der russ.\u00a0<i>pjatnitza<\/i>. (Kopitars rec. von Strahts gel. Ru\u00dfland.)<\/span>. den \u203asamstag der\u00a0<i>Hulla<\/i>\u2039 wird auf der Rh\u00f6n keine l\u00e4ndliche arbeit verrichtet, weder gekehrt; noch gemistet, noch zu acker gefahren. auch im Norden soll sich von jultag bis zu neujahr weder rad noch winde drehen (d\u00e4n. abergl. no.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html#aber0134\">134<\/a>)<span class=\"footnote\" title=\"692\"><a id=\"note692\"><\/a><i><b>Nachtrag:<\/b><\/i>\u00a0Die wurzel von goth.\u00a0<i>hul\u00fes<\/i>, propitius ist hil\u00fean hal\u00fe hul\u00feun, sich neigen (s. L\u00f6be). Holle, Holda ist in K\u00e4rnten kuhname, in Dietr. drachenk. 160<sup>a<\/sup>. 164<sup>a<\/sup>\u00a0hei\u00dft ein riese\u00a0<i>Hulle<\/i>\u00a0(str.\u00a0517. 518. 1019. 1020), aber str.\u00a0993: sprancten f\u00fcr frowen Hullen der edelen juncfrowen f\u00een. man h\u00f6rt in Th\u00fcringen auch frau\u00a0<i>Wolle<\/i>\u00a0und\u00a0<i>Rolle<\/i>. Sommer s.\u00a010. 11.\u00a0<i>Holda<\/i>\u00a0cod. fuld. no.\u00a0523. Frau\u00a0<i>Holla<\/i>\u00a0im rheinfr\u00e4nkischen. Frommann 3, 270. die\u00a0<i>Holl<\/i>\u00a0kommt! sagt man in Gie\u00dfen, die\u00a0<i>Hulla<\/i>\u00a0auch jenseit des Mains im W\u00fcrzburgischen. Kestler beschr. von Ochsenfurt. Wrzb. 1845. s.\u00a029. frau\u00a0<i>Holle<\/i>\u00a0auch in Schlesien. obers\u00e4chsisch hie\u00df sie frau\u00a0<i>Helle<\/i>. buch vom abergl. 2, 66, 67, frau\u00a0<i>Holt<\/i>, frau\u00a0<i>Holt<\/i>\u00a0in Wolfs ztschr. 1, 273.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Das \u00e4lteste zeugniss f\u00fcr die Holda gew\u00e4hrt \u00fcbrigens nicht Burchard von Worms, sondern Walafrid Strabo, indem er Judith, Ludwig des frommen gemahlin besingt:<\/p>\n<p class=\"vers\">organa dulcisono percussit pectine Judith,<br \/>\no si Sappho loquax vel nos inviseret\u00a0<i>Holda<\/i>\u00a0etc.<\/p>\n<p>Wenn nebel auf dem berge h\u00e4ngt, hei\u00dft es: frau Holle hat feuer im berge. im Elsa\u00df hei\u00dft es beim schneefall: d&#8217;engele hans bed gemacht, d&#8217;fedre fliege runder, bei Gegenbach 427: die himelfedern fliegen, in Nassau: frau Holle sch\u00fcttelt ihr bett. Kehrein Nassau s.\u00a0280. Neugeborne kinder holen die hebammen aus\u00a0<i>frau Hollenteich<\/i>.\u00a0<i>Frauholdagraben<\/i>\u00a0ist ein flurname in Siebenb\u00fcrgen. progr. \u00fcber todaustragen 1861 s.\u00a03. sie w\u00e4scht ihren schleier. Pr\u00f6hle 198. Holle ist wie Berthe k\u00f6nigin, f\u00fchrerin der elben und holden (s.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html#vol1page0425\">425<\/a>) vgl. Titania und frau Venus. (fraue Bercht oder fraue Holt hei\u00dft es in Landskranna\u00a0(?) himelstrasz. gedr. 1484. Gefken beil. 112.) frau Holle soll einen felsen in der gegend des Meisners\u00a0<i>auf ihrem daumen<\/i>\u00a0dahin getragen haben. hess. zeitschr. 4, 108. hier hei\u00dft eine h\u00f6le\u00a0<i>kitzkammer<\/i>, vielleicht weil ihr wie der Freya katzen heilig waren (s.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html#vol1page0253\">253<\/a>). am Main zwischen Hassloch und Gr\u00fcnenw\u00f6rth zeigt sich fra Hulle, ihre locken k\u00e4mmend, auf dem\u00a0<i>Fra Hullenstein<\/i>. wer sie sieht, verliert das augenlicht oder gar den verstand. frau Holle f\u00e4hrt in der kutsche, macht wirbelwind und verfolgt den j\u00e4ger. Pr\u00f6hle 156. 278. 173, sie gleicht der Pharaildis, Verild (s.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html#note890\">anm.\u00a0890<\/a>). andere sagen von frau\u00a0<i>Hulle<\/i>\u00a0in Herrleins Spessartsagen 179\u2013184. in Th\u00fcringen gibt es noch ein\u00a0<i>frau Hollenspiel<\/i>, hess. zeitschr. 4, 109. die\u00a0<i>Haulemutter<\/i>\u00a0(mutter Holle) am harz erscheint als altes m\u00fctterchen, macht sich klein und gro\u00df. Harrys 2 no.\u00a06. Pr\u00f6hle 278. vgl.\u00a0<i>Haule<\/i>m\u00e4nnerchen\u00a0= zwerge. KM. no.\u00a013. ein bucklichtes m\u00fctterchen ist sie auch bei Sommer s.\u00a09. sie geht an der kr\u00fccke in Westfalen bei Haxthausen. auch kommt k\u00f6nigin Holle als\u00a0<i>haush\u00e4lterin<\/i>\u00a0und\u00a0<i>botin<\/i>\u00a0des Friedrich Rothbart im Kifh\u00e4user vor, ganz wie Frau Venus im geleite Wuotans zieht. Sommer s.\u00a06. oberhess. bedeutet \u203ame\u00e4tt der Holle f\u00e4rn\u2039 verworrnes haar oder verworrnen rocken haben, auch wol nachtwandeln. einer hexe gleicht die Holle zu Warburg. Woeste mitth. s.\u00a0289 no.\u00a024. vgl.\u00a0<i>verheuletes<\/i>\u00a0haar. Corrodi professer 59. einer mit struppichtem haar hei\u00dft\u00a0<i>hollekopf<\/i>. zu ihrem\u00a0<i>stroharn\u00df<\/i>\u00a0halte man den str\u00f6wenars\u00a0<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html#note665\">anm.\u00a0665<\/a>. Schlechten spinnerinnen droht man mit der\u00a0<i>verwunschenen frau<\/i>\u00a0s. Panzer beitr. 1, 84: wer samstags nicht abspinnt, dem f\u00e4hrt die Holle in den rocken und verwirrt ihn. vgl. die Kuga (s.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html#vol2page0994\">994<\/a>).<\/p>\n<p>Diese oberaufsicht \u00fcber den feldbau und die strenge ordnung im haushalt bezeichnet ganz das amt einer\u00a0<i>m\u00fctterlichen gottheit<\/i>, wie wir sie in der Nerthus und Isis kennen gelernt haben. Ihre besondere sorge f\u00fcr\u00a0<i>flachs<\/i>\u00a0und\u00a0<i>spinnen<\/i>\u00a0(das wesentliche gesch\u00e4ft deutscher hausfrauen, die nach spindel und kunkel benannt werden<span class=\"footnote\" title=\"693\"><a id=\"note693\"><\/a>RA. 163. 168. 470. ags. hei\u00dfen die frauen fri\u0111ovebban.<\/span>, wie nach speer und schwert die m\u00e4nner) f\u00fchrt aber unmittelbar auf die altn.\u00a0<i>Frigg<\/i>, O\u0111ins gemahlin, deren wesen in den begrif einer erdg\u00f6ttin \u00fcbergeht und nach der ein gestirn des himmels, Orions g\u00fcrtel:\u00a0<i>Friggjar rockr<\/i>\u00a0(Friggae colus) benannt ist. zwar gew\u00e4hren isl\u00e4ndische denkm\u00e4ler diesen namen nicht, unter dem schwedischen landvolk ist er im gebrauch geblieben (Ihre s. v.\u00a0<i>Friggerock<\/i>). das gestirn hei\u00dft aber\u00a0<i>Mari\u00e4rock<\/i>, d\u00e4n.\u00a0<i>Marirock<\/i>\u00a0(Magnusen gloss. 361. 376), weil die Christen den alten namen auf\u00a0<i>Maria<\/i>, die himmlische mutter, anwandten. Bei den Griechen wurde spindel und rocken mehreren g\u00f6ttinnen beigelegt, vorz\u00fcglich der Artemis (\u03c7\u03c1\u03c5\u03c3\u03b7\u03bb\u1f71\u03ba\u03b1\u03c4\u03bf\u03c2 Il. 20, 70) und ihrer mutter Leto, dann aber auch der Athene, Amphitrite und den Nereiden. alles stimmt zu Holda, die eine g\u00f6ttin der jagd (des wilden heers) und der brunnen ist.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte versucht sein, frau Holda aus einer gestalt des alten testaments herzuleiten. II\u00a0Reg. 22, 14 und II\u00a0Paralip. 34, 22 ist die rede von einer wahrsagerin\u00a0<span lang=\"he\">\u05d4\u05bb\u05dc\u05b0\u05d3\u05bc\u05c7\u05d7<\/span>\u00a0Chuledda, Chulda, wof\u00fcr Luther\u00a0<i>Hulda<\/i>\u00a0setzt; die LXX haben \u1f48\u03bb\u03b4\u1f71, die vulg.\u00a0<i>Olda<\/i>, die lat. bibel Viteb. 1529 und wahrscheinlich andere sp\u00e4tere\u00a0<i>Hulda<\/i>, mit r\u00fccksicht auf Luthern, der die deutsche \u203afrau\u2039 Holda im sinn habend die j\u00fcdische prophetin popularisiert. mehrmals in seinen schriften gedenkt er des heidnischen wesens, eine stelle ist s.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html#vol1page0223\">223<\/a>\u00a0angezogen. Ich wei\u00df nicht, ob schon andere vor ihm beide namen verglichen haben, sicher aber ist die vorstellung von frau Holda nicht erst aus der ganz unbedeutsam auftretenden Olda der vulgata gesch\u00f6pft, wie die tiefere wurzelung jenes namens\u00a0<a name=\"vol1page0225\"><\/a>in unserer sprache, seine allgemeine beziehung auf verschiedenartige geister und die uralte negation unholda zeigen.<\/p>\n<p>Auch um der verwandtschaft nordischer \u00fcberlieferungen willen w\u00fcrde man jenen gedanken fahren lassen. zwar kennt die eddische g\u00f6tterlehre keine, unserer Holda entsprechende, Holla; allein Snorri (Yngl. saga c.\u00a016. 17) gedenkt einer zauberin (v\u00f6lva, sei\u0111kona) namens\u00a0<i>Huldr<\/i>, und eine sp\u00e4tere im 14\u00a0jh. abgefa\u00dfte isl. sage erz\u00e4hlt umst\u00e4ndlich von dem zauberweib\u00a0<i>Hulda<\/i>, O\u0111ins geliebten, und der bekannten halbg\u00f6ttinnen Thorger\u0111r und Irpa mutter<span class=\"footnote\" title=\"694\"><a id=\"note694\"><\/a>M\u00fcllers sagabibl. 1, 363\u2013366.<\/span>. Noch wichtiger scheinen norwegische und d\u00e4nische volkssagen von einer berg oder waldfrau\u00a0<i>Hulla<\/i>,\u00a0<i>Huldra<\/i>,\u00a0<i>Huldre<\/i>, die sie bald jung und sch\u00f6n, bald alt und finster darstellen. in blauem kleid und wei\u00dfem schleier naht sie sich den weidepl\u00e4tzen der hirten und dem tanz der menschen, an dem sie theil nimmt, ihre gestalt wird aber durch einen schwanz entstellt, den sie sorgsam zu verbergen trachtet. nach einigen ist sie von vornen sch\u00f6n, von hinten h\u00e4\u00dflich. sie liebt musik und gesang, ihr lied hat traurige weise und hei\u00dft\u00a0<i>huldreslaat<\/i>. in den w\u00e4ldern sieht man\u00a0<i>Huldra<\/i>\u00a0als graugekleidete alte frau, an der spitze ihrer heerde, den melkeimer in der hand, einherziehen. sie soll den menschen ungetaufte kinder forttragen. oft erscheint sie nicht allein, sondern als herrin oder k\u00f6nigin der berggeister, welche\u00a0<i>huldrefolk<\/i>\u00a0genannt werden<span class=\"footnote\" title=\"695\"><a id=\"note695\"><\/a>n\u00e4here angaben findet man in M\u00fcllers sagab. 1, 367. 368. Hallager p.\u00a048. Faye p.\u00a039\u201343. p.\u00a010. 15. 25. 26. 36. Frigge, nytaarsgave for 1813 p.\u00a085. Str\u00f6ms S\u00f6ndm\u00f6r 1. 538\u201359. Vilses Spydeberg 2, 419. Villes Sillejord. p.\u00a0230. Asbi\u00f6rnsen an vielen stellen.<\/span>. auch auf Island wei\u00df man von diesem\u00a0<i>Hulduf\u00f4lk<\/i>, von den\u00a0<i>Huldumenn<\/i>, und hier zeigt sich von neuem die ber\u00fchrung mit dem deutschen volksglauben, der neben der frau Holde zugleich\u00a0<i>holden<\/i>, d.\u00a0h. freundliche geister, ein stilles unterirdisches volk annimmt, dessen f\u00fcrstin gleichsam frau Holde ist<span class=\"footnote\" title=\"696\"><a id=\"note696\"><\/a><i><b>Nachtrag:<\/b><\/i>\u00a0Die\u00a0<i>Huldarsaga<\/i>, sage von der zauberin Huldr, erz\u00e4hlt Sturle. vgl. den auszug aus Sturlunga im oldn. l\u00e4seb. s.\u00a040.\u00a0<i>Huldregespinst<\/i>\u00a0bedeutet in Norwegen einen weichen fast flanellartigen pflanzenstoff. bei Faye 42 ist Huldra gr\u00fcngekleidet, bei Asb. 1, 48. 78. 199 hat die hulder einen kuhschwanz. bei ihm treten \u00f6fter\u00a0<i>einzelne<\/i>\u00a0und\u00a0<i>viele huldren<\/i>\u00a0auf, als eine einzige. auch in der mnl. Rose 5679 hei\u00dft es:\u00a0<i>hulden<\/i>, die daer singhen. sind es meerfrauen? die\u00a0<i>hyllefru<\/i>\u00a0ist in Schweden bekannt, auch die\u00a0<i>Hildimoder<\/i>. Geyer 1, 27. vgl. Dybeck 1845, 56.<\/span>. Aus diesem grund schon wird es richtiger sein, die nord. benennung\u00a0<i>Hulla<\/i>,\u00a0<i>Huldra<\/i>\u00a0aus dem altn. adj. hollr (fidus, fidelis, propitius), das d\u00e4n. und schwed. huld lautet, zu erkl\u00e4ren, nicht aus dem altn. hulda (obscuritas) mit beziehung auf die wohnung der berggeister unter der erde. in schwed. volksliedern finde ich huldmoder, hulda moder gleichbedeutend mit k\u00e4ra moder von der nat\u00fcrlichen mutter gesagt (sv. vis. 1, 2. 9), wonach also huld ganz den sinn unsers deutschen worts haben mu\u00df. wahrscheinlich kam der ausdruck hulduf\u00f4lk erst aus der d\u00e4nischen oder norwegischen sprache in die isl\u00e4ndische. Schwerer zu deuten ist das in den formen\u00a0<i>Huldra<\/i>,\u00a0<i>Huldre<\/i>\u00a0eingeschaltete R; sollte es aus der pluralform hulder (boni genii, hollar v\u00e6ttir) herr\u00fchren? oder aus einer zusammensetzung?<\/p>\n<p>Die deutsche\u00a0<i>Holda<\/i>\u00a0steht dem spinnen und ackerbau vor, die nordische\u00a0<i>Hulle<\/i>\u00a0der viehweide und dem melken.<\/p>\n<p><a name=\"vol1page0226\"><\/a>Ein \u00e4hnliches wesen, wie Holda, oder ganz dasselbe, unter verschiedner benennung, erscheint gerade in den oberdeutschen gegenden, wo jene aufh\u00f6rt, in Schwaben, im Elsas, in der Schweiz, in Baiern und \u00d6sterreich<span class=\"footnote\" title=\"697\"><a id=\"note697\"><\/a>ein theil von Franken und Th\u00fcringen kennt\u00a0<i>Berchta<\/i>\u00a0und\u00a0<i>Holda<\/i>; wenigstens ist hier die grenze zwischen beiden. Matthesius in seiner auslegung der festevangelien s.\u00a022 nennt frau\u00a0<i>Hulda<\/i>\u00a0und die\u00a0<i>alte Berchte<\/i>\u00a0nebeneinander.<\/span>. es hei\u00dft\u00a0<i>frau Berchte<\/i>, d.\u00a0i. ahd.\u00a0<i>Perahta<\/i>, die leuchtende, gl\u00e4nzende<span class=\"footnote\" title=\"698\"><a id=\"note698\"><\/a>unter den gefeierten jungfrauen der Mengl\u00f6d ist eine\u00a0<i>Bi\u00f6rt<\/i>\u00a0(S\u00e6m. 111<sup>a<\/sup>), Mengl\u00f6d selbst hei\u00dft s\u00fb in s\u00f4lbiarta (111<sup>b<\/sup>) und der vater ihres verlobten Svipdagr S\u00f4lbiartr (112<sup>a<\/sup>). eine Mengl\u00f6d in sp\u00e4terer sage erscheint einem im traum fornmannas. 3, 222. 223. und hinterl\u00e4\u00dft ihm wunderbare handschuhe.<\/span>, hehre, wie Holda den gl\u00e4nzenden schnee erzeugt; schon dem sinn des wortes nach eine g\u00fctige, freudebringende, aber selten wird sie noch so vorgestellt, gew\u00f6hnlich ist die grauenhafte seite hervorgehoben, sie tritt als ein f\u00fcrchterliches,\u00a0<i>kinderschreckendes<\/i>\u00a0scheusal auf. in den erz\u00e4hlungen von\u00a0<i>frau Berchta<\/i>\u00a0herscht die b\u00f6se bedeutung vor, wie in denen von frau Holda die gute, d.\u00a0h. durch die christliche volksansicht ist Berchta tiefer als Holda herabgew\u00fcrdigt. aber sie f\u00e4llt auch zusammen mit frau Herke, Freke und andern<span class=\"footnote\" title=\"699\"><a id=\"note699\"><\/a><i><b>Nachtrag:<\/b><\/i>\u00a0<i>Perahta<\/i>, die leuchtende, gleicht durch ihren namen der Selene oder Lucina, der mondg\u00f6ttin, der Diana oder Artemis. darum geht sie auch mit auf die wilde jagd, von hunden begleitet wie Hecate. darum ist im ndrd. Valentin und Namelos aus Berta\u00a0<i>Clarina<\/i>\u00a0gemacht. der Berhta oder Holda ist die litth.\u00a0<i>Lauma<\/i>\u00a0sehr \u00e4hnlich. sie ist erdg\u00f6ttin und webeg\u00f6ttin. zuweilen wird sie in einem hause sichtbar, hilft den m\u00e4dchen\u00a0<i>weben<\/i>\u00a0und ist schnell mit einem st\u00fcck leinwand fertig. das m\u00e4dchen mu\u00df dann den namen der laume errathen. r\u00e4th es ihn, so geh\u00f6rt ihm die leinwand, r\u00e4th es ihn nicht, so entfernt sich die laume damit. einer webenden laume sagte das m\u00e4dchen: laume Sore pecziu auda d\u016fna pelnydama d.\u00a0h. die laume Sore webt mit dem arme brot verdienend. sie hie\u00df Sore und das m\u00e4dchen behielt die leinwand. n. preu\u00df. prov. bl. 2, 380. nach Schleicher wien. ber. 11, 104\u00a0ff. ist die laume ein b\u00f6ser alp, der nachts dr\u00fcckt, kinder stiehlt, gefr\u00e4\u00dfig ist, doch auch am ufer badet, hilft und leinen bringt. sie ist verschieden von der (s.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html#vol1page0345\">345<\/a>) besprochenen laima a.\u00a0o. s.\u00a096. 97. Nesselmann 353<sup>b<\/sup>.<\/span>.<\/p>\n<p>Ihre identit\u00e4t ergibt sich am deutlichsten daraus, da\u00df alle zu gleicher zeit, in den zw\u00f6lften, zwischen weihnachten und neujahr, ihren umgang halten. doch ist f\u00fcr Berchta ein eigenth\u00fcmlicher tag am schlu\u00df dieser periode bestimmt worden, den ich nie nach frau Holda benannt finde. nicht weniger gleichen sich ihre verrichtungen.<\/p>\n<p><i>Berchta<\/i>\u00a0f\u00fchrt, wie Holda, aufsicht \u00fcber die\u00a0<i>spinnerinnen<\/i>, was sie am letzten tag des jahrs unabgesponnen findet, verdirbt sie (abergl.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html#aber0512\">512<\/a>). ihr fest mu\u00df durch eine althergebrachte speise begangen werden,\u00a0<i>brei und fische<\/i>. Th\u00f4rr sagt (S\u00e6m. 75<sup>a<\/sup>), da\u00df er \u203a<i>s\u00eeldr<\/i>\u00a0ok\u00a0<i>hafra<\/i>\u2039 (heringe und haber) zu nacht gegessen habe; die\u00a0<i>wei\u00dfe frau<\/i>\u00a0hat dem landvolk auf ewige zeiten ein gericht\u00a0<i>fische<\/i>\u00a0und\u00a0<i>habergr\u00fctze<\/i>\u00a0verordnet, sie z\u00fcrnt, wenn es einmal unterbleibt (deutsche sagen no.\u00a0267). den letzten tag im jahr beschlie\u00dfen die Th\u00fcringer im Saalfeldischen mit\u00a0<i>kn\u00f6del<\/i>\u00a0und\u00a0<i>heringen<\/i>. fische und mehlspeise galt den Christen geziemend f\u00fcr die faste<span class=\"footnote\" title=\"700\"><a id=\"note700\"><\/a>nach den braunschw. anz. 1760 p. 1392 sollen, wenn frau Holla in den 12 n\u00e4chten umgeht,\u00a0<i>keine h\u00fclsenfr\u00fcchte<\/i>\u00a0genossen werden. entweder misverstanden, oder auf bestimmte h\u00fclsenfr\u00fcchte zu beziehen.<\/span>.<\/p>\n<p>Seltsam und alterth\u00fcmlich klingt die rache der z\u00fcrnenden\u00a0<i>Berchta<\/i>, wenn fische und kl\u00f6\u00dfe fehlen: sie schneidet dem der andere speise an ihrem tag zu sich genommen hat, den leib auf, f\u00fcllt ihn mit heckerling, und n\u00e4ht mit einer\u00a0<i>pflugschar<\/i>\u00a0statt der nadel, mit einer\u00a0<i>eisenkette<\/i>\u00a0statt des zwirns den schnitt am bauch zu (abergl.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html#aber0525\">525<\/a>)<span class=\"footnote\" title=\"701\"><a id=\"note701\"><\/a>im Voigtland wird fast dasselbe erz\u00e4hlt von der\u00a0<i>Werre<\/i>\u00a0oder\u00a0<i>frau Holle<\/i>. die\u00a0<i>Werre<\/i>\u00a0h\u00e4lt am heiligen abende des hohen neuen jahres genaue revision, ob auch alle\u00a0<i>rocken abgesponnen<\/i>\u00a0sind; wo es nicht der fall ist, verunreint sie den flachs. auch mu\u00df an diesem abende\u00a0<i>polse<\/i>, ein aus mehl und wasser eigen bereiteter dicker brei genossen werden: wer es unterl\u00e4\u00dft, dem\u00a0<i>rei\u00dft sie den leib auf<\/i>. Jul. Schmidt Reichenfels p.\u00a0152. Den namen\u00a0<i>Werra<\/i>\u00a0(von den gewirrten, straubenden haaren?) lehrt schon Thom. Reinesius lect. var. Altenb. 1640 p.\u00a0579 (in den critischen anmerkungen zu Rhyakinus, d.\u00a0i. Andr. Rivinus oder Bachmann, liber Kiranidum Kirani. Lips. 1638): \u203anostrates hodieque petulantioribus et refractariis manducum aliquem cum ore hiante frendentem dentibus, aut furibundam silvescente coma, facie lurida, et cetero habitu terribilem cum comitatu maenadum\u00a0<i>Werram<\/i>\u00a0interminantur\u2039. Reinesius war aus Gotha (geb. 1587 \u2020\u00a01667), lebte aber zu Hof im Voigtland. die\u00a0<i>werre<\/i>\u00a0ist sonst ein schwirrendes grillenartiges ungeziefer (Popowitsch 620). mhd. s\u00e6jet diu\u00a0<i>Werre<\/i>\u00a0(Discordia) ir s\u00e2men dar, Ms. 2, 251<sup>b<\/sup>\u00a0(vgl. Troj. 385)<span class=\"footnote\" title=\"702\"><a id=\"note702\"><\/a><i><b>Nachtrag:<\/b><\/i>\u00a0Der\u00a0<i>Werre<\/i>\u00a0ist\u00a0<i>Wandelmuot<\/i>\u00a0Ls. 3, 88. 1, 205. 208 verwandt.\u00a0<i>fr\u00f4 Wandelmuot<\/i>\u00a0sendet ihren\u00a0<i>scheids\u00e2men<\/i>\u00a0Ls. 2, 157. in dirre w\u00eeten werlde kreizen h\u00e2t\u00a0<i>irres\u00e2men<\/i>\u00a0uns ges\u00e2t ein frouwe ist\u00a0<i>Wendelmuot<\/i>\u00a0gehei\u00dfen. MS. 2, 198<sup>b<\/sup>. vgl. den s\u00e4enden tod (s.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html#vol2page0708\">708<\/a>) und teufel (s.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html#vol2page0845\">845<\/a>). frou\u00a0<i>Wendelmuot<\/i>\u00a0hie liebe maet mit der v\u00fcrwitz segens abe. Turl. Wh. 128<sup>a<\/sup>*.<\/span>und in Selphartes regel (Wackernagels lb. 903) ist neben bruoder Zornli, bruoder Ergerli, ein bruoder\u00a0<i>Werra<\/i>\u00a0aufgef\u00fchrt, der s\u00een herze mit weltlichen dingen also\u00a0<i>beworren<\/i>\u00a0hat, daz da niht m\u00ea in mag. hiermit kann die vorstellung des\u00a0<i>garn<\/i>\u00a0und\u00a0<i>haarverwirrens<\/i>, die auch bei Bertha und Holda waltet, dennoch verwandt sein. am Z\u00fcrchersee hei\u00dft sie de\u00a0<i>Chlungere<\/i>, weil sie faulen m\u00e4gden chlungel, kneuel in das unabgesponnene garn bringt. Albert Schott (deutsche colonien in Piemont) s.\u00a0282. in Baiern und Deutschb\u00f6hmen wird\u00a0<i>Berhta<\/i>\u00a0auch durch die heilige\u00a0<i>Lucia<\/i>, deren tag schon auf den 13\u00a0dec. f\u00e4llt, vertreten. frau\u00a0<i>Lutz<\/i>\u00a0schneidet den bauch auf. Schmeller 2, 532. Jos. Rank B\u00f6hmerwald s.\u00a0137. vgl. die\u00a0<i>Lusse<\/i>\u00a0in Schweden. Wieselgren. 386. 387.<\/span>. damit wird auch in andern gegenden gedroht<span class=\"footnote\" title=\"703\"><a id=\"note703\"><\/a><i><b>Nachtrag:<\/b><\/i>\u00a0Das der Bertha hingestellte\u00a0<i>mahl<\/i>\u00a0erinnert an Hecate, der den 30. monatstag speisen vorgelegt wurden. Athen. 3, 194. gewisse\u00a0<i>fische<\/i>\u00a0sind \u1f19\u03ba\u1f71\u03c4\u03b7\u03c2 \u03b2\u03c1\u1f7d\u03bc\u03b1\u03c4\u03b1. Athen. 3, 146. 147. 323. zu dem mit heckerling gef\u00fcllten bauch halte man den\u00a0<i>hr\u00eesmagi<\/i>\u00a0Laxd. saga 226. wie von der\u00a0<i>wei\u00dfen frau<\/i>, die dem landvolk speisen verordnet s. morgenbl. 1847. no.\u00a050\u201352, so erz\u00e4hlt man von einer frau\u00a0<i>Borggabe<\/i>, die d\u00fcrftigen menschen geld und getraide gab oder borgte, wenn sie zu ihrer h\u00f6le giengen und riefen: gn\u00e4dige frau Borggabe. vgl. ahd.\u00a0<i>chorn<\/i>g\u00ebp\u00e2 Ceres,\u00a0<i>s\u00e2mo<\/i>k\u00ebpa saticena und Gibicho.\u00a0<i>w\u00een<\/i>gebe MB. 13, 42.\u00a0<i>oti<\/i>geba (s.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.projekt-gutenberg.org\/grimm\/demyth\/chap013.html#vol2page0741\">741<\/a>). Nycolaus von dem\u00a0<i>crumen<\/i>ghebe. a. 1334. henneb. urk. II. 13, 30.<\/span><\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Noch ein Snippet hierzu:<\/p>\n<p>germanistik\/personen\/ehemalige\/schmidt-knaebel\/bechstein-texte\/volkssagen\/thueringer-sagenbuch<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.slm.uni-hamburg.de\/germanistik\/personen\/ehemalige\/schmidt-knaebel\/bechstein-texte\/volkssagen\/thueringer-sagenbuch\/thueringer-sagenbuch.pdf\">https:\/\/www.slm.uni-hamburg.de\/germanistik\/personen\/ehemalige\/schmidt-knaebel\/bechstein-texte\/volkssagen\/thueringer-sagenbuch\/thueringer-sagenbuch.pdf<\/a><\/p>\n<p>&#8220;Als bedeutendste Erscheinung weiblicher mythischer Wesen tritt unbedingt in ganz Th\u00fcringen und Hessen die Holda, Hulda, Frau Holle (im Voigtland Frau Berthe oder Perchta) auf, und ein eigenth\u00fcmlicher Brauch, der auf dieselbe Bezug hat, hat in Eisfeld ihren Namen verewigt. Am heiligen Dreik\u00f6nigstage, demselben, an welchem die Perchta mit ihrem Heimchenheere, dem Huldevolke der nordischen Mythe, und die Perchtl in Tirol mit dem Seelenheere der ungetauft gestorbenen Kinder zieht, ward allj\u00e4hrlich zu Eisfeld die Frau Holle verbrannt. Die Sage vom Ursprunge dieses jedenfalls altheidnischen Feuerkults am Julfeste wurde aber\/ fast bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Ein Nonnenkloster habe in Eisfeld gestanden, dessen Aebtissin, Juliane genannt, habe sich fleischlich vergangen und zwar mit dem b\u00f6sen Feinde selbst, sei zweier Kindlein auf einmal genesen, und darauf zur Strafe solcher Teufelsbuhlschaft sammt den beiden Kindern verbrannt worden. Zum Ged\u00e4chtni\u00df dieser S\u00fchne zog sp\u00e4ter Alt und Jung am Epiphaniassonntage nach beendigtem Nachmittagsgottesdienste mit Musik auf den Markt, sang ein geistliches Lied und rief sich dann scherzhaft einander zu: Frau Holle wird verbrannt. Nun war aber zu Eisfeld nie ein Kloster, und der Ursprung jenes Brauches reicht weit \u00fcber die Klosterzeiten hinaus. (Bd I S. 1-3) &#8221;<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>Alle Links: 11.11.23<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ohne Moralgeschichten, keine Moral. Daher folgendes zum Thema Moralvorstellungen in der Vergangenheit &gt; Sinn und \u00dcberlieferungen von moralischen M\u00e4rchengestalten und Mythen &#8230; Bei unserem TableTalk zum Heidentum sind wir nochmal auf etymologische Fragen bei G\u00f6tternamen gekommen. Den einzigen wirklich weiterf\u00fchrenden Text fand ich (\u00dcberraschung) bei Jacob Grimm. Unten findet sich von einem Germanisten noch ein [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[159,22,11],"tags":[36,138],"class_list":["post-4427","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aus-unserem-tagebuch","category-saekulare-mystik","category-zoa-und-anthropos","tag-bebilderung","tag-naturbegriffe"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4427"}],"collection":[{"href":"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4427"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4427\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4430,"href":"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4427\/revisions\/4430"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4427"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4427"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4427"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}