{"id":2164,"date":"2018-06-11T13:15:51","date_gmt":"2018-06-11T13:15:51","guid":{"rendered":"http:\/\/simorgh.de\/about\/?p=2164"},"modified":"2018-06-11T13:17:08","modified_gmt":"2018-06-11T13:17:08","slug":"vegane-ethik-und-kreativitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/simorgh.de\/about\/vegane-ethik-und-kreativitaet\/","title":{"rendered":"Vegane Ethik und Kreativit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/pc_c1_a.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2165\" src=\"http:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/pc_c1_a.png\" alt=\"\" width=\"435\" height=\"308\" srcset=\"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/pc_c1_a.png 435w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/pc_c1_a-300x212.png 300w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/pc_c1_a-250x177.png 250w\" sizes=\"(max-width: 435px) 100vw, 435px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Vegan?<em>\u00a0Zu denken.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ein Keimling, 30. November 2011 @germanvegan<\/p>\n<p>Vegan zu leben schl\u00e4gt sich nicht nur nieder auf die Art wie ich mich ern\u00e4hre, auf das was ich konsumiere. Die praktischen Implikationen der Lebensweise bieten allerdings den Schl\u00fcssel, mit dem ich mir die ethischen Hintergr\u00fcnde erschlie\u00dfe. Dem sei auch beigef\u00fcgt, dass wenn es \u00fcberhaupt keinen eigenen Begriff f\u00fcr die vegane Lebensweise g\u00e4be, diese Art der Lebensweise aber nichtsdestotrotz sowohl einen ethisch-praktischen Aspekt abdeckt als auch einen ethischen Gedanken. Das Denken stellt schlie\u00dflich den Ausgangspunkt eines ethisch motivierten Handelns dar.<\/p>\n<p>Wir erfahren nun immer mehr \u00fcber die Seite des Veganismus in Hinsicht auf das, was ich tun kann, das was mich als Handelnden involviert. Die Frage die ich hier aber stellen m\u00f6chte, ist die danach welche gedanklichen Bausteine sich eigentlich hinter der Praxis verbergen, denn diese bilden das Fundament auf dem auch Andere den ethischen Veganismus verstehen lernen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Wort \u201eVegan\u201c ist nicht alles wovon wirklich alles abh\u00e4ngen muss. Wir begegenen vergleichbaren Lebensweisen in anderen Kulturen und anderen Zeitabschnitten der Geschichte. Der ethische Kern gleicht einer Bewegung die jahrtausende fast wortlos \u00fcberlebt hat. Nur teilweise finden wir die wesentlichen Beweggr\u00fcnde expliziert durchfomuliert. Das Verh\u00e4ltnis Mensch-Tier birgt ein gigantisches Spannungsfeld in sich. Nichtmenschliche Tiere haben anders \u201eevolutioniert\u201c als Menschen. Seit jeher betrachtete sich der Mensch wahrscheinlich als Krone der Sch\u00f6pfung, und Tiere wurden und werden am eigenen Ma\u00dfstab gemessen. Das Denksystem erweiterte sich, was die ethische Einbeziehung der Tiere anbetrifft, wenn dann zumeist aus altruitsischen Gr\u00fcnden. Die Tierwelt bleibt dem Menschen in ihrer eigenen Intergrit\u00e4t aber ein Mysterium.<\/p>\n<p>Wir alle haben eine mehr oder weniger unausgeprochene Beziehung zu Tieren, die sich in unserer praktisch gelebten Einstellung gegen\u00fcber Tieren ausdr\u00fcckt. Der Begriff Speziesismus weist auf die Negativ-Form der Mensch-Tier Beziehung hin. Dieser Begriff gibt aber auch Aufschluss \u00fcber die Gegens\u00e4tzlichkeit im Denken \u00fcber Tiere.<\/p>\n<p>Die Tierwelt an und f\u00fcr sich sich, und das wie wir sie im ganzen Welt- und Naturgeschehen am besten lokalisieren sollten (insbesondere in ihren gro\u00dfen Zusammenh\u00e4ngen mit der nat\u00fcrlichen Umwelt) ist sprachlich von uns noch nicht in einen ad\u00e4quaten Rahmen gesetzt worden. Diese Materie kann auch nur schwerlich besprochen werden wenn die Gesellschaft sich \u00fcber den eigenen Anthropozentrismus (Biologismus) nicht hinausbwegen will.<\/p>\n<p>Eine vegane Ethik sollte sich idealerweise mit der Thematisierung der Probleme in der Mensch-Tier Beziehung auseinandersetzen. Die eigenen Gedanken zu \u00e4u\u00dfern spielt hier den entscheidenden Faktor.<\/p>\n<p><strong>Vegane Politik, die grassroots Ebene<\/strong><\/p>\n<p>Handeln ist politisch, jede Handlung steht in einer Beziehung zur Umwelt. Meine privaten Entscheidungen sind Hebel, die im \u00f6ffentlichen Raum irgendetwas bet\u00e4tigen. Auch das, wie ich mich \u00e4u\u00dfere gegen\u00fcber Freunden, meiner Familie, unter Kollegen, auf einem Blog, egal wo, greift in das allgemeine Geschehen mit ein. Oft schlie\u00dfen sich Menschen mit ihrer Meinung zu einer gr\u00f6\u00dferen Gruppe zusammen, weil sie dadurch meinen \u201emight makes right\u201c \u2013 was alle denken, ist auch richtig. Was nat\u00fcrlich falsch ist! Die gr\u00f6\u00dfte Macht hat ein Denken, das sich auf die Wahrheitssuche begibt. Denn solch ein Denken richtet sich an dem aus, was\u00a0<em>ist<\/em>\u00a0in der Welt, und nicht an dem, was heute gerade angesagt ist.<\/p>\n<p>Thesen zum Mensch-Tier-Geflecht sollten ihren Ausdruck finden in allen Themenbereichen die sich in diesem Bezug \u00e4u\u00dfern k\u00f6nnen. Klarerweise auch ausserwissenschaftlich sollte jeder, der sich mit Ethik, Menschen und deren Beziehung zu Tieren befasst, sich \u00e4u\u00dfern, eigene Gedanken formulieren und diese damit zum Teil der t\u00e4glichen Diskussion machen. Das geht nat\u00fcrlich in allen expressiven Bereichen: Kunst, Musik, Dichtung, Design \u2026 .\u00a0<strong>All das, wo der Mensch eine Rolle spielt, kann genau auch der Raum sein, in dem Tiere und die Natur anerkannt und respektiert werden.<\/strong><\/p>\n<p>Eine zenrale Frage, die allerdings eher die Zukunft der Tierrechtspolitik bestimmen wird, ist die Frage: Wie verhalten sich unsere Einstellung zur nat\u00fcrlichen Umwelt und die Lebensformen nichtmenschlicher Tiere und deren Verhalten im nat\u00fcrlichen Raum zueinander?<\/p>\n<p>Was f\u00fcr uns jetzt als vegan lebende Menschen wichtig ist, ist es eine innere Spaltung unserer pionierhaften Bewegung durch die Abh\u00e4ngigkeit vom Begriff \u201eVegan-ismus\u201c zu vermeiden. Denn die Gefahr, dass der Begriff kommerziell funktionalisiert wird, und damit als ein Tool zur kommunikativen Gestaltung unserer Gesellschaft wegschrumpt, ist gro\u00df. Genauso sollte man sich nicht irritieren lassen durch die Risiken von Gruppendynamiken, die in jeder Bewegung auftreten. In jeder Gruppe geht der Einzelne unter; au\u00dfer denen, die den Ton angeben wollen.<\/p>\n<p>Der Begriff \u201eVegan\u201c ist ein Tool um einen Gedanken zu verbreiten.<\/p>\n<p><strong>Resume<\/strong><\/p>\n<p>Veganismus ist eine bewegliche Sache, eine Praxis ist damit bezeichtet. Das Denken aber dazu, das sich dahiner verbirgt, ist reich und frei.\u00a0<strong>Wir alle f\u00fcllen die Denkwelt, die uns in andere Verbindungen zur Tierwelt und unsere gemeinsame Welt setzt<\/strong>. Und unsere Kreativit\u00e4t kann zeigen, was wir alles schon schaffen zu *formulieren*.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vegan?\u00a0Zu denken. Ein Keimling, 30. November 2011 @germanvegan Vegan zu leben schl\u00e4gt sich nicht nur nieder auf die Art wie ich mich ern\u00e4hre, auf das was ich konsumiere. 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