{"id":1710,"date":"2017-08-30T19:42:35","date_gmt":"2017-08-30T19:42:35","guid":{"rendered":"http:\/\/simorgh.de\/about\/?p=1710"},"modified":"2017-08-30T23:06:50","modified_gmt":"2017-08-30T23:06:50","slug":"unwort_artgerecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/simorgh.de\/about\/unwort_artgerecht\/","title":{"rendered":"Podcast: Unwort &#8220;artgerecht&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/birds_farangis_yegane.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1713\" src=\"http:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/birds_farangis_yegane.jpg\" alt=\"\" width=\"1332\" height=\"730\" srcset=\"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/birds_farangis_yegane.jpg 1332w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/birds_farangis_yegane-300x164.jpg 300w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/birds_farangis_yegane-768x421.jpg 768w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/birds_farangis_yegane-1024x561.jpg 1024w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/birds_farangis_yegane-250x137.jpg 250w\" sizes=\"(max-width: 1332px) 100vw, 1332px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #ff0000;\">Podcast:<\/span> <a href=\"http:\/\/simorgh.de\/talks_1\/unwort_artgerecht_1a.mp3\">Unwort &#8220;artgerecht&#8221;<\/a> <span style=\"color: #0000ff;\">(MP3)<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Warum wir uns an dem Wort und unterschiedlichen Gedanken, die hinter dem Begriff &#8220;artgerecht&#8221; stehen, sto\u00dfen. Wer schreibt einer Gruppe von Tierindividuen zu, was deren grundlegende Bed\u00fcrfnisse sind und an welcher Stelle sollten grundlegende Bed\u00fcrfnisse im Leben eines Lebewesens eingrenzbar sein? Provokativ k\u00f6nnte man auch fragen ob man auch Menschen artgerecht behandeln kann.<\/p>\n<p>Artgerechtigkeit bezieht sich auf das ganze Leben, den ganzen Lebenskontext eines Tieres. Wenn man also nur nichtmenschliche Tiere &#8220;artgerecht&#8221; behandeln kann, Menschen aber nicht, dann legt man damit fest, dass im Leben eines Menschen weit mehr flie\u00dfende \u00dcberg\u00e4nge im Lebensablauf und in seinen Lebenskontexten stattfinden als bei nichtmenschlichen Tieren. &#8220;Artgerecht&#8221; &#8211; sprich: die Eingrenzung und Bestimmung von Bed\u00fcrfnissen und wo diese ihre Grenzen und Priorit\u00e4ten haben &#8211; ist zu einfach um die Lebenskontexte von Tierindividuen zu beschreiben. Derer jeglicher Tierindividuen.<\/p>\n<p>Hier sind auch einige Snippets, die mit der Materie zu tun haben und die Euch hoffentlich ebenfalls zum Denken anregen k\u00f6nnen. Uns geht es darum, dass die Tierrechts-\/Tierbefreiungsbewegung wirklich eigene sinnvollere Terminologien (insbesondere Schl\u00fcsselterminologien) entwickeln sollte, statt sich der Sprache der bedingt objektiven Wissenschaften und derjenigen gesellschaftlichen Mehrheitssegmente zu bedienen, die effektive keine tierbefreierischen Ans\u00e4tze verfolgen und die kaum\u00a0urs\u00e4chlich motiviert sind Nichtmenschen unter freieren, autonomie-respektierenden Gesichtspunkten zu betrachten.<\/p>\n<p>Der Begriff &#8220;artgerecht&#8221; stammt prim\u00e4r aus der Agrarindustrie, den Tierhaltungsystemen, den Zoos, auch den zoologischen Programmen zur Nachzucht gef\u00e4hrdeter Spezies &#8230; weniger den Schutzreservaten, denn ich glaube um so freier und &#8220;wilder&#8221; der erhaltene Lebensraum, um so absurder und \u00fcberfl\u00fcssiger wird die Eingrenzung einer Spezies in einen bestimmten, eingrenzbaren Bed\u00fcrfnisrahmen. Au\u00dfer es geht um den &#8220;Artenerhalt&#8221; in Form einer\u00a0Sortierung bestimmter Spezies, die als \u00f6kologisch erw\u00fcnscht oder die bzw. als &#8220;fremd&#8221; und &#8220;sch\u00e4digend&#8221; f\u00fcr ein \u00f6kologisches System klassifiziert werden, wo der Mensch die unerw\u00fcnschte Spezies zur gewaltsamen Eliminierung freigibt. Die T\u00f6tungsmechanismen werden dann h\u00e4ufig wiederum unter &#8220;artgerechten&#8221; Gesichtspunkten ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n<p><strong>Gruppe Messel: <a href=\"http:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/was_heisst_hier_artgerecht.pdf\">Freiheit, insbesondere Tierfreiheit, hat nichts mit \u201eartgerecht\u201c zu tun<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Das Wort \u201eFreiheit\u201c im Zusammenhang mit \u201eArtgerecht\u201c ist problematisch, denn Freiheit wird von Tierrechtler_innen selbst tats\u00e4chlich oft \u201eartspezifisch\u201c definiert, und ist somit also \u00fcberhaupt keine Freiheit mehr. W\u00e4re man konsequent, m\u00fcsste das Wort \u201eFreiheit\u201c den Begriff \u201eartspezifisch\u201d logischerweise aufheben. W\u00e4re die Freiheit \u201eartgerecht\u201c, dann w\u00e4re sie keine Freiheit mehr. Die Freiheit wird nicht einer Art gerecht, sondern das Individuum ist frei.<\/p>\n<p><strong>Anastasia Yarbrough: <a href=\"http:\/\/simorgh.de\/about\/yarbrough_rassismus_und_speziesismus_auszug_1\/\">Rassismus und Speziesismus. Sind beide miteinander austauschbar?<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Rasse und Spezies sind willk\u00fcrliche Unterscheidungen die ungef\u00e4hr in der gleichen Zeit im europ\u00e4ischen Denken entstanden. Beide sind geleitet von ph\u00e4notypischen Unterscheidungen aber tragen das Gewicht und die Legitimit\u00e4t als seien sie biologisch verwurzelt, und biologisch wird oft gleichgesetzt mit etwas \u201eFixiertem.\u201c<\/p>\n<p><strong>Barbara Noske: <a href=\"http:\/\/simorgh.de\/about\/noske-die-tierfrage-in-der-anthropologie\/\">Die Tierfrage in der Anthropologie<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Im besten Falle wird unsere \u201eAnimalit\u00e4t\u201c (unser K\u00f6rper) als materielle Basis betrachtet, aus der sich unser echtes \u201eMenschsein\u201c (Verstand, Sozialit\u00e4t, Kultur, Sprache) entwickeln konnte. Ironischerweise gravitieren viele Wissenschaftler um essenzialistische Positionen (wie Rasse und Geschlecht), die sie selbst in Hinsicht auf den Menschen ablehnen, sobald aber eine andere biologische Kategorie in Sicht kommt, und zwar unsere Speziesbarriere, wird eine biobehavioristische wissenschaftliche Charakterisierung in den Begriffen beobachtbarer Verhaltensweisen und Mechanismen dargestellt, von denen ausgegangen wird, dass diese im genetischen Aufbau der Tiere eincodiert sind. Biologie und Ethologie sind irgendwie zu den Wissenschaften \u00fcber die Tierheit (animalkind) geworden. Es ist von diesen Wissenschaften woher die Sozialwissenschaftler (die Wissenschaften \u00fcber die Menschheit) ihr eigenes Bild von Tieren und Tiersein unkritisch und zum gr\u00f6\u00dften Teil unbeabsichtigt beziehen. Tiere sind an biologische und genetische Erkl\u00e4rungen gebunden worden.<\/p>\n<p><strong>Chris von Olde Ghost: <a href=\"http:\/\/simorgh.de\/about\/olde-ghost\/\">Ein Statement zu veganer Intersektionalit\u00e4t<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Eine der Situationen, die mich immer wieder perplex machen, verwirren und oft auch ersch\u00fcttern, ist wie Leute, die sich so dem Schutz, dem Erhalt und der Wiederherstellung der nat\u00fcrlichen Umwelt widmen, ein so geringes echtes Verst\u00e4ndnis haben von der Verbindung zwischen dem Veganismus und den Auswirkungen, die eine auf Fleisch basierende Ern\u00e4hrung auf die Umwelt hat. In solchen Diskussionen wurde mir h\u00e4ufig entgegenet \u201enaja, das Fleisch, dass ich esse ist von Tieren aus artgerechter Haltung, und daher ist es ok\u201c oder man kam mir mit dem blinden Versuch das Thema abzutun, indem man mir von den Negativauswirkungen von Sojabohnenprodukten etz\u00e4hlte, oder von der Tatsache, dass die vegane Lebensweise einfach \u201eextrem\u201c sei.<\/p>\n<p><strong>Steven Bartlett: <a href=\"http:\/\/simorgh.de\/animallaw\/bartlett_33-67.pdf\">Menschlicher Widerstand gegen Tierrechte, psychologische und konzeptuelle Blockaden<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig vom religi\u00f6sen Dogma, aber ebenfalls den homozentrischen Stempel tragend, hat der zweite, spezies-zentrierte Anspruch menschliche Interaktionen mit Tieren durchdrungen, in dem die Tiere vergleichsweise zur menschlichen Spezies als in vielen Weisen minderwertig befunden wurden. Nach dieser Ansicht wird behauptet, dass Tiere Eigenschaften ermangeln oder komplett fehlen, auf die Menschen bei sich selbst stolz sind: Der Besitz von Vernunft, Sprach- und Symbolverwendung, F\u00e4higkeit zur Reflektion, Bewusstsein des Selbst und so weiter. Historisch haben Bef\u00fcrworter dieser Sichtweise eine extreme Agilit\u00e4t gezeigt in der Verschiebung ihrer territorialen Anspr\u00fcche von einer putativ speziell den Menschen unterscheidenden Eigenschaft zur n\u00e4chsten, w\u00e4hrend Biologie und Ethologie weiterhin vorangeschritten sind und empirisch beweisen, dass eine einzigartig menschliche Eigenschaft nach der anderen von Mitgliedern anderer Spezies geteilt wird.<\/p>\n<p><em>In der Zusammenhang noch einen Auszug aus Bartletts Text den ich hier noch gerne anf\u00fchren m\u00f6chte, in allgemeiner Hinsicht im Bezug auf diskriminierende Eingrenzungen von Nichtmenschen aufgrund ihnen zugeordneter biologischer Parameter.<\/em><\/p>\n<p>[&#8230;] Der homozentrische Peter Singer schl\u00e4gt eine welfaristisch-utilitaristische Theorie vor, die Menschen dazu auffordert, ihre eigenen Bed\u00fcrfnisse mit den Bed\u00fcrfnissen nichtmenschlicher Tiere auszubalancieren, in der Form, dass dadurch unn\u00f6tiges Tierleid vermieden wird ohne dabei die Priorit\u00e4t menschlicher Interessen zu kompromittieren. F\u00fcr Singer kann das Vorhandensein von Unterschieden in der kognitiven F\u00e4higkeit korrespondierende Unterschiede im Grad moralischer Wichtigkeit mit sich bringen, und indem er dies sagt, schl\u00e4gt er implizit eine Position vor, die karikiert werden kann als insistierend: um so mehr sie wie wir sind, um so wertvoller sind sie. In anderen Worten, die Spezies-Barriere ist aufgeweicht \u2013 aber nur bis zu dem Punkt, an dem die \u00c4hnlichkeit zur menschlichen Spezies deutlich bleibt. Diese Position ist voller Probleme: zum Beispiel, es mag einige Leser erstaunen, dass Singer bezweifelt, dass f\u00fcr Tiere auf dem Weg zur Schlachtung, ihr schmerzloser Tod wirklich \u00fcberhaupt eine Beraubung um etwas ist.<\/p>\n<p><strong>Vasile Stanescu: <a href=\"http:\/\/simorgh.de\/about\/praesentation-v-stanescu-warum-tiere-zu-lieben-nicht-reicht\/\">Warum Tiere zu lieben nicht reicht, eine feministische Kritik<\/a><\/strong><\/p>\n<p>In meiner Pr\u00e4sentation heute m\u00f6chte ich die Aussagen von Kathy Rudy und die Praktiken von Catherine Friend kritisieren, als emblematisch f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Bewegung, die den Feminismus mit Rechtfertigungen f\u00fcr einen fortgesetzten Konsum von Tierprodukten zusammenf\u00fchren will. Ganz in Gegenteil dazu glaube ich, dass gerade aus der Position sowohl der feministischen als auch der queeren Epistemologie heraus, wir die Aufzucht und die T\u00f6tung ganz gleich welcher Tiere kritisieren m\u00fcssen, auch wenn solche Praktiken als \u201ehuman\u201c oder \u201eartgerecht\u201c gekennzeichnet werden.<\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p>\n<p>\u00dcber das Falsche am l\u00e4ndlichen Bild vom \u201eHappy Meat\u201c [\u201egl\u00fccklichen Fleisch\u201c], hat Alice Walker in ihrem Essay \u201eBin ich Blue? sagen meine Augen dir dies denn nicht?\u201c geschrieben [im Englischen bedeutet \u201ablue\u2019 sowohl blau als auch traurig]. In dieser Kurzgeschichte erz\u00e4hlt Walker von der Begegnung mit einem Pferd, das jedes der Kriterien aufweisen w\u00fcrde, die Rudy f\u00fcr eine humane, \u201eartgerechte\u201c Tierhaltung voraussetzt. So tr\u00e4gt dieses Pferd beispielsweise einen Namen, es ist gut gen\u00e4hrt, es wurde nicht geschlagen oder \u201emisshandelt\u201c und es verf\u00fcgt sogar \u00fcber zweitausend Quadratmeter an \u201esch\u00f6ner\u201c Fl\u00e4che Land, in denen es umher galoppieren kann.<\/p>\n<p>Dennoch lehnt Walker (die auch glaubt, dass Tiere lieben k\u00f6nnen und Emotionen haben) die Behandlung von Blue ab, weil das weibliche Pferd, in das Blue sich verliebt hat, von ihm getrennt wurde [&#8230;].<\/p>\n<p><strong>Vasile Stanescu: <a href=\"http:\/\/simorgh.de\/about\/stanescu_judas_schwein\/\">Das Judas-Schwein, wie wir &#8220;invasive Spezies&#8221; unter Vorgabe des &#8220;Naturschutzes&#8221; t\u00f6ten<\/a><\/strong><\/p>\n<p>[&#8230;] So stellt auch seine Kritik an \u201eFabrikfarmen\u201c keinen Aufruf zur Beendigung allen Fleischverzehrs dar, sondern es ist nur ein Aufruf dazu, den Mangel an \u201eF\u00fcrsorge\u201c f\u00fcr die Tiere zu beheben. Sein zugrunde liegendes Argument und die Art und Weise in der er imstande ist von den verwilderten Tieren zur artgerechten landwirtschaftlichen Tierhaltung \u00fcberzuleiten, basiert auf der zweiten Idee, die, so meine ich, seinen beiden Argumenten unterliegt: der Biopolitik, dem Argument also, dass die Menschen das Leben selbst verwalten m\u00fcssten. Das hei\u00dft, der Grundgedanke scheint zu sein, dass die \u201eNatur\u201c sich nicht um sich selbst k\u00fcmmern kann, ohne st\u00e4ndige menschliche \u201eIntervention\u201c. Und trotzdem muss genau zur gleichen Zeit diese \u201eIntervention\u201c kontinuierlich im Verborgenen gehalten werden. Gleich den unsichtbaren H\u00e4nden der M\u00e4rkte, die der fortw\u00e4hrenden menschlichen Regulation bed\u00fcrfen, scheint dieser Aufruf \u2013 sowohl zur Entfernung der verwilderten Tiere als auch zur Aufzucht artgerechten Fleisches \u2013 in simultaner Weise die st\u00e4ndige Einmischung der Menschen innerhalb des sogenannten \u201eNat\u00fcrlichen\u201c zu fordern und zugleich zu leugnen.<\/p>\n<p>[&#8230;]<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte also diesen Diskurs bez\u00fcglich der T\u00f6tung verwilderter Tiere im Zusammenhang mit dem Diskurs \u00fcber die artgerechte Viehwirtschaft betrachten. In Wirklichkeit werden Tiere aus vermeintlich humaneren, sog. artgerechten Haltungsbedingungen immer noch genetisch manipuliert, grob misshandelt und im Babyalter in industriellen Schlachth\u00e4usern get\u00f6tet (Stanscu, \u201eGreen Eggs and Ham\u201c; \u201eWhy Loving Animals in Not Enough\u201c; \u201eCrocodile Tears\u201c). Aber selbst wenn das nicht der Fall w\u00e4re, so w\u00e4re diese Praxis immer noch praktisch irrelevant, da 99,9 Prozent aller Tiere, die zu landwirtschaftlichen Zwecken gehalten werden, unter den Bedingungen von Fabrikfarmen bzw. in der Massentierhaltung aufgezogen werden (Farm Forward). Ich habe daher auch zuvor argumentiert (Stanescu und Pedersen, \u201eThe Future of Critical Animal Studies\u201c), dass der ganze Reiz oder die ganze N\u00fctzlichkeit eines locavoren Produkts darin liegt, die beinahe universelle Realit\u00e4t des Fabrikfarmensystems zu maskieren, und, was noch wichtiger ist, die Realit\u00e4t der harten Wahl, die getroffen werden muss, zu maskieren \u2013 dass es im Wesentlichen n\u00e4mlich unm\u00f6glich ist, Fleisch und Ethik, beides zu haben. In anderen Worten: das, was die Verbraucher zu einem erh\u00f6hten Preis kaufen, ist nicht das Fleisch per se, sondern das Vergessen, dass eine Wahl getroffen werden musste. Und als solche dienen diese wenigen Vorzeigetiere, die auf den vermeintlich humaner oder artgerecht betriebenen H\u00f6fen leben, in einer Art symbolischer Stellvertretung der Wiedergutmachung, vergleichbar mit der sonderbaren Praxis der Pr\u00e4sidenten der Vereinigten Staaten einen Truthahn vor Thanksgiving, zu dem in den USA Millionen Truth\u00e4hne get\u00f6tet werden, zu begnadigen (Fiskesj\u00f6). In \u00e4hnlicher Weise agieren diese H\u00f6fe, als begnadigten sie symbolisch einige wenige Tiere, um eine Wiedergutmachung f\u00fcr die sch\u00e4tzungsweise 70 Milliarden Tiere zu betreiben, die nun bald weltweit fast ausschlie\u00dflich unter Farbrikfarmbedingungen get\u00f6tet werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Podcast: Unwort &#8220;artgerecht&#8221; (MP3) Warum wir uns an dem Wort und unterschiedlichen Gedanken, die hinter dem Begriff &#8220;artgerecht&#8221; stehen, sto\u00dfen. 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