{"id":1023,"date":"2014-08-04T13:52:57","date_gmt":"2014-08-04T13:52:57","guid":{"rendered":"http:\/\/simorgh.de\/about\/?p=1023"},"modified":"2014-08-04T14:00:00","modified_gmt":"2014-08-04T14:00:00","slug":"gedanken-zum-stofftierphaenomen-vermenschlichte-vertierlichung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/simorgh.de\/about\/gedanken-zum-stofftierphaenomen-vermenschlichte-vertierlichung\/","title":{"rendered":"Gedanken zum Stofftierph\u00e4nomen: vermenschlichte Vertierlichung"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/crown_6_101208.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1025 aligncenter\" alt=\"crown_6_101208\" src=\"http:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/crown_6_101208.jpg\" width=\"640\" height=\"706\" srcset=\"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/crown_6_101208.jpg 1067w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/crown_6_101208-272x300.jpg 272w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/crown_6_101208-929x1024.jpg 929w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/crown_6_101208-250x275.jpg 250w\" sizes=\"(max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Gedanken zum Stofftierph\u00e4nomen: vermenschlichte Vertierlichung<\/strong><\/p>\n<p>Warum gibt es eigentlich so viele Stofftierfiguren oder warum genie\u00dfen solche Tierfiguren eine gewisse Art der Popularit\u00e4t? Sind Stofftiere im Prinzip eigentlich blo\u00df ganz neutrale Stofffiguren mit optisch niedlichen Tierattributen oder sind sie tats\u00e4chlich irgendwie Abbildungen von Tieren? Wenn sie vertierlichte, aber eigentlich neutrale Stofffiguren sind, dann scheinen die tierischen Z\u00fcge immerhin stark unverzichtbar. Warum? Was stellen die tierlichen Attribute bei solchen Figuren dar?<\/p>\n<p>Oder aber wenn man es so sieht, dass Stofftiere eindeutig Tiere darstellen, dann k\u00f6nnte man sich doch fragen, warum hegen wir ein tendenziell abwertendes Verh\u00e4ltnis Tieren gegen\u00fcber, ohne diese Einstellungen aber in unserer Haltung gegen\u00fcber dem Kindlich-Emotionalen eindeutig vor uns selbst zuzugeben?<\/p>\n<p>Warum verniedlichen wir solche Abbilder von Tieren als was knuddeliges und woher kommt dabei die sinnliche Komponente, die wir in diesen optisch vertierlichten Figuren als plastische Ber\u00fchrobjekte sehen? Vielleicht ist es ja gerade der Umstand, dass diese Figuren von uns geschaffene Pl\u00fcschstoff-Objekte sind und die reellen Tiere echte und von uns vollst\u00e4ndig autonome Existenzen, dass wir die Stofftiere m\u00f6gen, weil Tiere in dieser sonderbaren Abbild-Funktion f\u00fcr uns ganz und gar unbedrohlich bleiben. Es sind Figuren und keine Wesen. Mit echten Wesen h\u00e4tten wir eine existenzielle Auseinandersetzung.<\/p>\n<p>Abbilder zeigen das, was wir in etwas sehen oder erkennen m\u00f6chten oder zu sehen oder zu erkennen glauben. Vielleicht interessieren uns die tierischen Vorlagen dieser Abbilder nicht sonderlich im positiven, weil sie reell doch so anders sind als wir. Sie haben, als andere biologische Tiere, anders evolutioniert als wir, und es ist uns lieber, alle irgendwie m\u00f6glichen Erkl\u00e4rungen \u00fcber die Identit\u00e4t nichtmenschlicher Tiere den Fachexperten zu \u00fcberlassen, statt selbst in den komplexen kommunikativen M\u00f6glichkeiten unserer individuellen Mensch-Tier Interaktion herum zu forschen.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte sagen, wir haben es geschafft unser Verh\u00e4ltnis zu Tieren abzukl\u00e4ren, indem wir der Beziehung zu ihnen einerseits eine im weitesten Sinne emotionale Ecke einr\u00e4umen, beginnend in der Form unseres meist als Kind gelebten Verh\u00e4ltnisses zu fig\u00fcrlichen oder abstrahierten Abbildungen von ihnen, und im gleichen Atemzug initiiert unser Mensch-Sein sich (in Abgrenzung zum \u201eRest der Natur\u201c) darin, die Realit\u00e4t einer Mensch-Tier Begegnung auf eine Negierung ihres unabh\u00e4ngigen Lebenswertes zu reduzieren, indem wir sie als <i>reale Existenzen<\/i> allein in zu uns bedingten Verh\u00e4ltnissen, als Lebensmittelprodukte, Forschungsobjekte, Totems oder Symbole und vielleicht auch als Seelentr\u00f6ster, als \u201ebiologischen Sekund\u00e4rwesen\u201c zum Menschen, etc., betrachten.<\/p>\n<p>Sowohl in unseren destruktiven als auch in unseren konstruktiven Betrachtungen scheint uns aber das, was die Andersartigkeit der von uns designierten und identifizierten \u201eTiere\u201c ausmacht, zu faszinieren. Eine Qualit\u00e4t einer Andersartigkeit, die wir teilweise verachten und lieben, mit der wir aber, \u00fcber die ganze Ebene gesehen, so wenig integrativ in Hinsicht auf die Frage ethischer Ber\u00fccksichtigung umgehen k\u00f6nnen oder wollen, dass wir sie in unseren gedanklichen Begriffen reduziert halten m\u00fcssen, um nicht in Verwirrungen zu geraten.<\/p>\n<p>Wahrscheinlich ahnen wir, dass die Position in der Tiere in unseren Kulturen (in den Denkgeb\u00e4uden und Handlungebenen unseres Mensch-Seins) eingebunden sind, vielleicht gar doch auf einer ideologischen Zwangsm\u00e4\u00dfigkeit von Gewaltaus\u00fcbung (in ihrem grundlegensten Sinne) \u201edem <i>Naturhaften<\/i>\u201c gegen\u00fcber basiert, und dass dieser zwanghafte Charakter unserer Beziehung zu nichtmenschlichen Tieren unsere Bereitschaft zum Verst\u00e4ndnis spezifisch tierischer Andersartigkeit (ihres Diversit\u00e4tsverh\u00e4ltnisses zu uns) ausschlie\u00dft; und mit der fehlenden Auseinandersetzung schlie\u00dft sich folglich auch die M\u00f6glichkeit einer ethischen Integration aus.<\/p>\n<p>Ich will jetzt nicht alles in Verbindung zum Stofftier- und Tierfiguren-\u201ePh\u00e4nomen\u201c setzen, sondern sehe hier einen <i>Ausdruck<\/i> eines emotionalen Verh\u00e4ltnisses zu den anderen biologischen Tieren und \u00fcber die Betrachtung eines emotionalen Verh\u00e4ltnisses er\u00f6ffnen sich schlie\u00dflich im weiteren Zusammenhang zumindest einige Fragen.<\/p>\n<p>Da das Mensch-Tier-Verh\u00e4ltnis faktisch nicht \u00fcberwiegend auf interaktiver Freiwilligkeit beruht und sich der <b>reelle Existenzwert<\/b> der Tiere wahrscheinlich durch den ethischen Ausschluss f\u00fcr uns entziehen muss, ergibt sich vielleicht aber eine Faszination dessen was sich uns gerade dadurch verw\u00e4hrt: Eine Faszination des wenn auch willk\u00fcrlich <i>Unumfassten<\/i>. Ich denke, dass wir uns durch so eine Faszination, die sich sowohl positiv als auch negativ ausdr\u00fccken kann, herausgefordert f\u00fchlen, Tiere in dieser unbegriffenen Position in unsere \u00e4sthetischen Systeme einzuordnen und somit nach ihnen zu greifen.<\/p>\n<p>Unter einem <i>reellen Existenzwert<\/i> verstehe ich die innere Unabh\u00e4ngigkeit der Tiere zum Menschen, die durch ihre Vernetzung eigener, von uns getrennter intra-tierischer und durch ihre selbst-gelebten environmentalen Kontexte gegeben ist; sie sind uns einerseits so \u00e4hnlich und andererseits aber doch so anders als wir, in den Kontexten die Sie auf diesem Planeten bilden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/crown_7scut.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1026\" alt=\"crown_7scut\" src=\"http:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/crown_7scut.jpg\" width=\"698\" height=\"786\" srcset=\"https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/crown_7scut.jpg 1091w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/crown_7scut-266x300.jpg 266w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/crown_7scut-909x1024.jpg 909w, https:\/\/simorgh.de\/about\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/crown_7scut-250x281.jpg 250w\" sizes=\"(max-width: 698px) 100vw, 698px\" \/><\/a><\/p>\n<p><strong>Die echten Tiere und wie wir sie gerne sehen<\/strong><\/p>\n<p>In Tierdokumentationen, zum Beispiel, werden vorwiegend das Muttertier-Junges-Verh\u00e4ltnis, das Paarungs-, das Jagd- und das Futtersuchverhalten von Tieren gezeigt. Was machen Tiere au\u00dfer den Verhaltensweisen auf die wir unter dem Gesichtpunkt der Hervorhebung des Instinktverhaltens bei Tieren unser Augenmerk richten. Nichts was f\u00fcr sie von Relevanz w\u00e4re?<\/p>\n<p>Aus unserer eingeschr\u00e4nkten Sicht \u00fcber Tiere kann man zur Annahme kommen, dass jeder irgendwie \u201eindividualisierte\u201c Zug der einem Tier oder einer Tierfigur zugeschrieben werden kann, einem Antropomorphismus, also einer Vermenschlichung, entspringt.<\/p>\n<p>Ich glaube, in Hinsicht auf das Stofftier- oder jedes andere Tierfigurenph\u00e4nomen, dass eine gewisse Art \u201eindividualisierter\u201c Attributisierungen das teilweise auch tats\u00e4chlich und sehr eindeutig sind. Es sind teilweise und insofern Anthropomorphismen, nicht weil Tiere selbst bar jeder Individualit\u00e4t sind, sondern bei den Tierdarstellungen, die mit Hervorhebungen von Individualit\u00e4tsmerkmalen arbeiten, bleiben es zum einen prim\u00e4r vermenschlichende optische \u201eIndividualisierer\u201c, die stark im Rahmen \u00fcber Vorstellungen dessen liegen, was f\u00fcr uns als \u201eIndividualit\u00e4tsindikator\u201c in einer menschlichen Sichtweise \u00fcber individualisierende Charakteristiken sichtbar ist, d.h. was als Ausdruck bestimmter Eigenschaften gelten kann: ernst, d\u00fcmmlich, naiv, traurig &#8230; dr\u00fcckt sich aus als Knopfaugen, dicke F\u00fc\u00dfe, gro\u00dfen Nase &#8230; in der Art einer von uns entworfenen Figurensprache. Aber abgesehen von unseren Figurensprachen ist andererseits, zumindest rein das Existenzielle betreffend klar, dass Tierindividualit\u00e4t an sich, wenn auch in einer wahrscheinlich sehr unterschiedlichen Form, besteht.<\/p>\n<p>Vielleicht wollen wir den Individualit\u00e4tsausdruck von Tieren aber, der wohl anders verl\u00e4uft (die uns fremdartige Tierindividualit\u00e4t), auch durch unsere gew\u00e4hlten Schwerpunkte in der Visualit\u00e4t ersetzen, und die \u00dcberschneidungen, die sich in den tierlich-menschlichen Abbildungen ergeben \u2013 die bei den Stofftieren und Cartoon Figuren zu finden sind \u2013 \u00fcben mitunter die spezielle Faszination aus, weil sie wiederum ins f\u00fcr uns unbegrenzte und unbegreifbare laufen oder ausufern k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Hingegen die dokumentierenden Abbilder dessen, was wir als Lebensrealit\u00e4t der Tiere bezeichnen, d.h. z.B. die Tier-Dokumentationen, werfen in erster Linie Licht auf Beobachtungen die unter rein biologistischen Gesichtspunkten angestellt werden, und h\u00fcten sich dadurch in zweiter Linie bewusst vor vermenschlichenden Attributisierungen. Die Akzentsetzung, wie z.B. auf das Paarungs- und Fressverhalten bei Tieren, machen allerdings auch eine Einstellung klar, in der weitere und f\u00fcr uns unauff\u00e4lligere T\u00e4tigkeiten von Tieren gar nicht sichtbar und bedeutungslos sind. Uns scheinen also (aus einem Mangel einer neuerschlossenem perpektivischen Breite) nur wenige Verhaltensweisen von Tieren greifbar zu sein, und so schlie\u00dfen wir darauf zur\u00fcck, dass das, was f\u00fcr uns in unserem Interesse an Tieren relevant ist, auch das ist, was f\u00fcr Tiere relevant sei.<\/p>\n<p>Biologische Highlights wie sie in Tier-Dokumenationsfilmen zu sehen sind, fallen bei einer individuierten Mensch-Tier Begegnung weg. Solche Begegnungen m\u00fcssten anders kontrastiert und entschl\u00fcsselt und das gegenseitige Verhalten anders \u00fcbersetzt werden. Doch eventuell fehlen uns hierzu einige kommunikativen Nuancierungen. Zumindest m\u00fcsste vorerst ein biologistisch ausgerichteter Bezugsrahmen wegfallen.<\/p>\n<p>Vielleicht verdeutlicht sich in dem psychologisch komplexen Ph\u00e4nomen der Verniedlichung von Tieren unsere Distanz zu ihnen am st\u00e4rksten. Dass wir sie allein als <i>Abbilder<\/i> in ihrer Erscheinung akzeptieren wollen, verdeutlicht, dass unsere prim\u00e4re Beziehung zu ihnen eigentlich eine sekund\u00e4re ist: wir interessieren uns nicht auf einer Ebene der Einmaligkeit, die sich erst \u00fcber eine individuelle Qualit\u00e4t in der Mensch-Tier Begegnung ausdr\u00fccken kann, sondern wir \u00fcbernehmen die Beurteilungen und Herangehensweisen anderer oder der Allgemeinheit, usw. Das Verh\u00e4ltnis zu nichtmenschlichen Tieren in ihrer Identit\u00e4t ist ethisch von unserer Seite her tats\u00e4chlich so entindividualisiert, wie die reellen Situationen in die wir diese \u201eanderen Tiere\u201c bef\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Aber trotzdem, was m\u00f6gen wir gerade an Stofftieren oder an Tiercharakteren im Bereich von Cartoons und Kinderbuchillustrationen? Mir f\u00e4llt allgemein bei vielen tierlichen Figuren auf, dass sie oft betont vermenschlichte Z\u00fcge tragen. Ist es, dass etwas tierlich anmutendes, einer Figur einen \u201eneutralisierenderen\u201c (oder in anderer Weise \u201ebesonderen\u201c) Anstrich geben kann, als eine ausschlie\u00dflich anthropomorph anmutende Figur das k\u00f6nnte? Und liegt das am tats\u00e4chlich \u201etier-charakteristischen\u201c? Tragen \u201emenschliche\u201c Figuren hingegen wiederum Z\u00fcge, die wir mit menschlichen Eigenschaften, Charakterz\u00fcgen und Klischees assoziieren, von denen die tierlicheren Formen frei sind, weil sie etwas anderes bieten, mit dem wir uns eventuell teilweise lieber assoziieren? Kommt daher die Vermischung beider Attribute (\u201emenschlich\u201c, \u201etierlich\u201c)? Was verk\u00f6rpern Tierfiguren f\u00fcr uns?<\/p>\n<p>Auch ist interessant, dass w\u00e4hrend Stofftiere eher mit \u201eindividuelleren\u201c, charakteristischen, aber auf jeden Fall vermenschlichten, anthropomorphen Z\u00fcgen auftreten, schematische Tierabbildungen, die sich eindeutiger auf Tiere beziehen sollen und nicht den Knuddeltier-Status f\u00fcr menschliche Niedlichkeitsbed\u00fcrfnisse genie\u00dfen, dass Tierfiguren oder Abbildungen wie Piktogramme, die sich figurativ \u201efaktisch\u201c auf nichtmenschliche Tiere selbst beziehen sollen, wiederum in ihrer Darstellung mit optischen Entindividualisierungsformen arbeiten.<\/p>\n<p>Oder ist das Knuddeltier-Ph\u00e4nomen gar eine Ableitung oder Fortf\u00fchrung des ausbeuterischen Aspekts? Dass wir die sch\u00f6nen Seiten, die uns genehmen, f\u00fcr uns positiven Seiten von nichtmenschlichen Tieren, zu unseren Zwecken \u2013 welchen auch immer \u2013 einsetzen. Dass wir die Distanz zu den Tieren in so einer komplizierten psychologischen Form einzementiert haben?<\/p>\n<p>Ich hatte einmal eine Idee, dass alle Firmen die Tierfiguren und -abbildungen in irgendeiner Form verwenden, den Tieren, die sie in Abbildungen f\u00fcr ihre Werbung, etc. verwenden, \u00fcber die finanzielle Unterst\u00fctzung von Tierrechts-Organisationen oder Tier-Sanktuarien, usw. helfen sollten. W\u00e4re das nicht fairer?<\/p>\n<p>Aber man k\u00f6nnte sagen, dass wir nichtmenschliche Tiere durch unsere Sichtweise \u2013 ob als Knuddeltiere oder als Werbesymbol \u2013 erst veredeln &#8230; \u2013 doch ist das wirklich so? Wenn wir nun statt den Tieren als Knuddeltiere oder Werbebilder, andere Figuren nehmen w\u00fcrden, Menschen, Blumen, Kristalle, Sterne oder H\u00e4user, usw., dann w\u00fcrde das Bed\u00fcrfnis, ich bin mir da ganz sicher, nach Tierabbildungen, wieder irgendwo auftreten.<\/p>\n<p>Vielleicht versuchen wir ja unsere gest\u00f6rte Beziehung zu Tieren \u00fcber unsere Abbildungsweisen von Tieren zu kompensieren, und machen uns dadurch vor, dass wir mit der \u00fcbergeordneten Identit\u00e4t der \u201enichtmenschlichen Tiere\u201c keine Probleme haben, dass allerdings die echten Tiere gar keine richtigen knuffigen Tiere wie Biene Maja, Micky Maus und die Tigerente sind. Dass wir die tierische Seite dieser Figuren respektieren, aber die echten Tiere sind nur biologische \u201eEvolutionismen\u201c oder schlie\u00dflich Apparate. Aber, kann man denn \u00fcberhaupt sagen, dass die tierische Seite allein durch die Gestalt gegeben ist? Wohl schon, denn um Mensch zu sein reicht ja auch die Gestalt \u2013 innerlich und \u00e4u\u00dferlich \u2013 oder? Oder befindet sich allein der Mensch auf irgendeiner Metaebene? Wenn ja, vielleicht kann man genauso davon ausgehen, dass das Tierrecht auch eine Metaebene bildet.<\/p>\n<p>Wir geben der Tiererscheinung nur dann einen Sinn, wenn sie durch uns fassbar ist. Tiere sind f\u00fcr uns aber nicht in der letzten Konsequenz fassbar. Ihre Andersartigkeit entzieht sich unseren Wertvorstellungen. Selbst Tierverteidiger machen keinen Hehl aus ihrer Neigung, Tiere als Piktogramme oder niedliche Mitgef\u00fchl hervorrufende <i>Fauna<\/i> oder als ewige Tier-Opfer zu vermassen und damit zu entindividualisieren \u2013 obwohl diese Bewegung von <i>Liberation<\/i>, von Befreiung spricht. Ein hohes Ideal!<\/p>\n<p>Aber wie w\u00e4re das, nichtmenschliche Tiere zu sehen als ein \u201eDu\u201c und als ein \u201eich\u201c dem man begegnet und das man respektiert, auch wenn man von so einem \u201eDu\u201c oder so einem \u201eich\u201c im Prinzip wenig Ahnung hat?<\/p>\n<p>Ich sehe keinen Sinn darin, meine Sicht auf vorgefertigte Bilder zu reduzieren \u2013 weder durch Biologismen, Anthropomorphismen, noch durch konzeptuelle Metaebenen, die ausschlie\u00dflich das eigene Denken als ein Denken erfassen k\u00f6nnen \u2013, solange damit einem <i>seienden Individuum<\/i> sein Wert (als einem solchen) entzogen wird.<\/p>\n<p>Die Zeichnungen stammen von Farangis Yegane <a href=\"http:\/\/www.farangis.de\/\">www.farangis.de<\/a>. Der Text von\u00a0Palang LY.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.simorgh.de\/own_public\/Stofftierphaenomen_241208_3b.pdf\" target=\"_blank\">Kann sls PDF gedownloaded werden.<\/a><\/p>\n<p>Und mit Gr\u00fc\u00dfen an Iris.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gedanken zum Stofftierph\u00e4nomen: vermenschlichte Vertierlichung Warum gibt es eigentlich so viele Stofftierfiguren oder warum genie\u00dfen solche Tierfiguren eine gewisse Art der Popularit\u00e4t? Sind Stofftiere im Prinzip eigentlich blo\u00df ganz neutrale Stofffiguren mit optisch niedlichen Tierattributen oder sind sie tats\u00e4chlich irgendwie Abbildungen von Tieren? 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