Vorschau 2013 Veganismus @ NiceSwine.info

In unserer Reihe “VEGANE READER” werden die nächsten Beiträge sich fortlaufend befassen mit veganem Umweltschutz und Naturbewusstsein. Soweit haben wir drei Beiträge zu dem Thema verfasst, die in der Kategorie DISCUSSING VEGANISM IN GERMAN abrufbar sind. Schwerpunkte dabei waren soweit:

Der vegane ökologische Fussabdruck:

  1. omnivor versus vegan
  2. eine vegane Ökologie
  3. Lebensräume erhalten und schaffen

Daraufhin wollen wir insbesondere nochmal vertiefen:

  1. vegane Kinder / eine vegane Kindheit
  2. vegane Senioren / Alter und Vegansein

Zwei Themenbereiche, die uns sehr wichtig erscheinen und die, wie wir meinen, besonderer Aufmerksamkeit bedürfen.

Es scheint fast überflüssig, aber dennoch wollen wir noch einmal betonen, wie wichtig es ist sich als VeganerIn mit ökologischen Themen aus verschiedenerlei Hinsicht, insbesondere ethischer Hinsicht, zu befassen. Es gäbe keine Tiere, gäbe es keine Natur. Lebensraum heißt auch Raum für Freiheit.

Unsere Konsum-Demokratien (das müsste eigentlich ein Widerspruch in sich sein, ist es aber nicht) sind so weit, dass man sich ein bisschen Natur erkaufen muss, durch eine (zumeist umweltbelastende) Urlaubsreise oder den “Luxus” sich einen Garten oder ein “Stück” Land leisten zu können.

Die Dreh- und Angelpunkte (es gibt gewiß mehrere) in Sachen Veganismus und Tierrechte, sind die Definitionen und die Verständnisvarianten dessen, was “Natur” ist. Über das Bewusstsein für die Notwendigkeiten einer intakten und geschützten Natur können schließlich Fragen über Erdrechte geklärt werden. Und Tier- und Menschenrechte sind faktisch abhängig von der Unversehrtheit einer intakten Natur.

Wenn der Veganismus aufklären will über den Schutz tierlichen Lebens, wird man nicht vermeiden können, sich mit dem Thema “Natur” neu – und aus veganer Sicht – zu befassen.

Der vegane ökologische Fußabdruck. Teil 2

Gita Yegane Arani-Prenzel

Wie groß ist Dein ökologischer Fußabdruck wenn Du vegan lebst?

Teil 2

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Eine vegane Lebens- und Ernährungsweise bringt viele ökologische Vorteile mit sich. Dennoch, wer vegan ist, sollte sich über die größeren Zusammenhänge, über Ursachen und Wirkungsweise von Umweltzerstörung und Speziesismus Gedanken machen und seinen Lebensstil auch gemäß seiner neu gewonnenen Erkenntnisse korrigieren. Ein weitreichendes, umfassendes Denken ist nötig, um geringere Schäden anzurichten als man es mit seiner gegenwärtigen Lebensweise vielleicht noch tut. Denn sogar die potenziell pazifistischste aller Lebensweisen, die vegane Lebensweise, kann immer noch optimiert werden!

Von der Schaffung einer veganen Ökologie

Die Fleischproduktion hat sich seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges vervierfacht. Das war in dem Zuge, in dem die volle Industrialisierung der „Nutztier“-haltung und die moderne Tier-Agrarindustrie entstanden. Heute wächst der Bedarf für tierische Produkte in den Großnationen wie China und Indien in einem unabsehbaren Maße; dort, wo die Mittelklasse einen „typisch westlichen“ Lebensstil noch für etwas Nachahmenswertes hält. Auf der anderen Seite sehen wir Nahrungsmittelknappheit, Mangelernährung und Hunger in großen Teilen der Welt. Wir sind konfrontiert mit der globalen Erwärmung, dem Klimawandel, der Verschmutzung der Umwelt durch Abfälle und Gifte. Die Zerstörung ökologisch hoch komplexer Gleichgewichte, die wir Menschen durch beinahe alle Bereiche unseres täglichen Lebens verursachen, ist allgegenwärtig. Wir bezeugen die Rate der Entwaldung auf den Kontinenten, die wachsende Wasserknappheit und die Auslöschung von Spezies. Und all das geschieht hauptsächlich, weil Land zum Anbau von Futtermitteln gebraucht wird, um den unerschütterlichen Hunger der Menschen für Fleisch, Milch und Eier zu stillen, und um Industrien aufrecht zu erhalten, die sich von Tierprodukten als billiger und selbstverständlicher Ressource wirtschaftlich abhängig gemacht haben.

Es gibt keine ökologisch vernünftige und realisierbare Gleichung, die den Bedarf der großen Konsumnationen und derer marktwirtschaftlichen Mechanismen und andererseits notwendiges Menschenrecht weltweit miteinander vereinbar werden ließe. Die Menschheit vernichtet durch ihren Zwang zur Umweltzerstörung ihre eigene Lebensgrundlage durch Produktions- und Konsumprozesse. So befinden wir uns inmitten der größten kulturgeschichtlichen Aporie, der die Menschheit sich, in ihrem Exklusivheitsstatus, mit dem sie sich von der Natur abzugrenzen suchte, je selbst ausliefern konnte.

Wir als Veganer_innen sollten unsere Negativauswirkung auf die natürliche Umwelt, die nichtmenschlichen Tiere und die soziale Menschenwelt in allen Aspekten stetig zu reduzieren suchen und weiterhin abwägen, was für die Welt wirklich beiträglich ist und sein könnte. Wir sollten uns nicht unüberlegt treiben lassen durch das, was die Gesellschaft und das eigene Fortkommen gerade von uns zu verlangen scheinen. Veränderungen müssen auf allen Ebenen geschehen.

Das Autofahren auf das Nötigste zu reduzieren, Wasserverschwendung zu meiden, energieeffizienter die Abläufe im Haushalt und Draußen planen, Urlaub neu zu definieren und sich nicht einfach in den Flieger zu setzen, das sind alles Schritte die wir tun sollten. Was wir als „Standard“-Veganer aber auf jeden Fall schaffen – und das ist zweifellos der Punkt größter ethischer Relevanz – ist den grundsätzlichsten Beitrag zum Schutz unserer Umwelt zu leisten, durch unsere pflanzliche Ernährungsweise. Tier-, Menschen- und Erdrechte gehören zusammen und diese Zusammenhänge in unserem täglichen Leben und unseren täglichen Entscheidungen zu berücksichtigt sollte unser fortlaufendes Ziel sein.

Vegan zu leben wirkt dem Welthunger entgegen

Die FAO (die Food and Agriculture Organization der UN) erklärt in einem Bericht von 2005, dass mehr als fünf Millionen Kinder jedes Jahr an Hunger sterben. Man rechnet damit, dass sich die Zahl der Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 von 6 Milliarden auf 9 Milliarden Menschen erhöhen wird. Eine der zentralsten Fragen des 21. Jahrhunderts wird sein, wie die Menschheit sich in Zukunft ernähren will oder kann.

Die Verfügbarkeit anbaufähigen Landes ist eines der Haupthindernisse in der Nahrungsmittelerzeugung. Die Welt hat nur ein begrenztes Maß an Land, das zum Anbau eingesetzt werden kann. Es ist daher also entscheidend, wie solches Land bestellt wird um damit ausreichend Menschen versorgen zu können.

Die typische Ernährungsform des Westens, die primär auf tierischen Produkten basiert, spielt eine wesentliche Rolle dabei, dass Menschen in den ärmeren Regionen der Welt der Zugang zu ausreichend und gesunden Lebensmitteln verwährt ist. Die Funktionsweisen der Tieragrarindustrie und des Marktes sind komplex und schwer durchschaubar, aber die Zusammenhänge zwischen Welthunger, Mangelernährung und der Tierausbeutung durch die Agrarindustrien bestehen.

Feststeht, dass unterschiedliche Studien aufzeigen, dass die vegane Ernährungsweise (und die vegane Lebensweise insgesamt in ihrem Verzicht auf alle tierischen Produkte un Nebenerzeugnisse) nur ein Drittel der Anbaufläche bedarf, als das für die typische westliche tierprodukt-dependente Lebensweise nötig ist.

Fruchtbare Äcker und intaktes Land

Zu Gründen für die gefährliche Bodendegradation zählen die Überweidung zu 35%, die Entwaldung zu 30% und landwirtschaftliche Vorgehensweisen zu 27%. [1] Diese Schädigungsursachen sind direkt oder indirekt verbunden mit dem Verbrauch tierischer Produkte.

Das World Recources Institute (WRI, http://www.wri.org/) erklärt, dass fast 40% der Agrarlandfläche weltweit ernsthaft degrativ geschädigt sind. Das International Food Policy Research Insitute (IFPRO, http://www.ifpri.org/), das sich mit nachhaltiger Nahrungsversorgung und Welthunger befasst, geht davon aus, dass wenn Land und Anbaufläche weiter wie im gegenwärtigen Maße geschädigt werden, zusätzliche 150 bis 360 Millionen Hektar Land bis zum Jahr 2020 nicht mehr zum Anbau nutzbar sein werden. [2]

Der Zuwachs der Weltpopulation ist somit nicht der einzige Faktor, der in Betracht gezogen werden muss, wenn Prognosen für die zukünftige Nahrungsmittelsicherheit gestellt werden. Die Fläche fruchtbaren Landes, das zum Anbau von Ernten eingesetzt werden kann, verringert sich zunehmends, und die Weiterführung intensiver Produktion auf bereits geschädigtem Land stellt keine nachhaltige Lösung dar.

Der Teufelskreis der unvermeidlich entsteht, ist der, dass Menschen wegen weniger fruchtbarer Böden die Bestellflächen ausdehnen müssen. Die damit einhergehende Entwaldung verursacht eine weitere Verschlechterung der Böden. Ein circulus vitiosus und Gipfel unserer allein nutzungsorietierten landwirtschaftlichen Praktiken.

Eine vegane Ökonomie sollte idealerweise bedarfs- statt gewinnorientiert sein, und statt blindem Konsumentenverhalten, sollte eine Ausrichtung auf die natürlichen Notwendigkeiten und der Einklang mit der natürlichen Welt angestrebt werden. Die Natur, statt die durch den Konsum angeregten Lebensfiktionen, sollte zum Fokalpunkt im Realitätsbewusstsein der Menschen werden. Ein veganer Lebensstil und ein neues ethisches Denken, das den Veganismus als Idee umfasst, können dabei wirksam helfen, die weitere Zerstörung wertvollen fruchtbaren Landes und der Natur zu verhindern.

Keine kompromittierenden Kompromisse und kein Flexitarismus können helfen

Spätestens seit dem United Nations FAO Bericht von 2006 gilt speziell auch die Geflügelindustrie als besonders umweltgefährdend, nicht zuletzt weil sie ein noch stark anwachsender Zweig der tierausbeutenden Industrien darstellt. [3] [4]

Die Wahl der bevorzugten Tierspezies zum Verzehr und zur Ausbeutung und die pervertierte “artgerechte” Perfektionierung in den Voraussetzungen zur Haltung von nichtmenschlichen Tieren, spiegeln einen prinzipiellen fortlaufenden Versuch das alte Bild und stereotype Ideal vom Menschen als omnivor-carnivoren Prädatoren und Jäger und Sammler zu retten, statt sich über die gegenwärtigen ökologischen Notwendigkeiten tatsächlich Gedanken zu machen. Die Vernunft und das Bewusstsein, die es braucht um über die ethische „Miteinanderschaft“ von Mensch und Tier in der natürlichen Welt  nachzudenken, sind in unseren Kulturen noch immer weitestgehend unterentwickelt.

Wälder retten

Wir alle brauchen Wälder zum Leben, in jeder Hinsicht. Sie sind unsere Lungen, sie schlucken enorme Massen an Kohlendioxid und spenden dafür Sauerstoff, sie regulieren die Klimaverhältnisse, schützen vor Überflutungen, schützen kostbare Böden und beheimaten Millionen verschiedener Tierarten/Tierindividuen und beherbergen ihre unglaublich reichen und faszinierenden Pflanzenwelten und Welten anderen organischen Lebens. Auch das Fortbestehen Tausender indigener Völker hängt vom Schutz ihrer Heimatwälder ab. Aber der Wald wird rapide zerstört, ohne jegliche Möglichkeit das, was der Welt, den Tieren und den Menschen dadurch verloren geht, jemals wiederherzustellen.

Wie das, was wir auf unseren Tellern haben einen effektiven Unterschied macht, auch in Sachen globaler Entwaldung

Außer dass Abholzung geschieht wegen der Gewinnung von Holz, Papier und Brennstoffen, findet die Entwaldung auch statt um Weideland zu gewinnen und für den Futtermittelanbau für diejenigen Tiere, die permanent oder überwiegend in Agrareinrichtungen in Hallen oder anderen Einsperrungssystemen gehalten werden.

Schätzungen des World Recources Institute gehen davon aus, dass 20-30% der einstig bewaldeten Landfläche der Erde bereits der Agrarkultur weichen mussten und für Agrarzwecke abgeholzt wurden. Da das Agrarland aber zunehmend geschädigt ist, muss zur Ersetzung der depletierten Flächen wiederum eine weitere Entwaldung stattfinden.

Die Ausweitung von Agrarland ist für mehr als 60% der weltweiten Entwaldung verantwortlich. Das meiste dieses erschlossenen und genutzten Landes wird zur Fütterung von Rindern zu Agrarzwecken benutzt. Der UN FAO Bericht ‚Livestock’s Long Shadow’ hält fest, dass „bis zum Jahr 2010 Rinder auf etwa 24 Millionen Hektar neotropoischen Landes grasen werden, das im Jahr 2000 noch bewaldet war.“ [6] Dieser Prozess wird zynischer- und grausamerweise als die „Hamburgerisierung“ der Wälder bezeichnet – in den USA nennt man „Hackfleisch“ umgangssprachlich auch „Hamburger“.

Die vegane Lebensweise kann durch ihre Praxis und Ethik wesentlich dazu beitragen, die Ausbeutung des Reproduktivsystems nichtmenschlicher Tiere zu bekämpfen und damit einhergehend auch die Wälder der Welt zu schützen.

Die natürliche Integrität der nichtmenschlichen Tiere und der Natur müssen zusammen geschützt werden um zu einer vernünftigen Sinngebung unserer eigenen Existenz in der Welt zu gelangen.

Fortsetzung

Der vegane ökologische Fußabdruck. Teil 3. Tierrechte, der Schutz der Artenvielfalt und Schutzhöfe für unsere „domestizierten“ Tierfreunde

http://simorgh.de/vegan/wie_gross_ist_dein_oekologischer_fussabdruck_3.pdf

Quellen

[1] United Nations Environment Programme, GEO: Global Environment Outliook, Land degradation, http://www.unep.org/geo/geo3/english/141.htm letzter Zugriff vom 30. Nov. 2012.

[2] News & Views – A 2020 Vision for Food, Agriculture, and the Environment – March 1999: Are We Ready for a Meat Revolution? (IFPRI, 1999, 8 p.), How Large a Threat Is Soil Degradation? http://www.nzdl.org/gsdlmod?e=d-00000-00—off-0fnl2.2–00-0—-0-10-0—0—0direct-10—4——-0-1l–11-en-50—20-about—00-0-1-00-0–4—-0-0-11-10-0utfZz-8-00&cl=CL2.10.6&d=HASH0152336f21ea37b260b944e2.3&x=1 letzter Zugriff vom 30. Nov. 2012.

[3] Steinfeld H, Gerber P, Wassenaar T, Castel V, Rosales M, de Haan C. Livestock’s Long Shadow: Environmental Issues and Options. Rome: Food and Agriculture Organization of the United Nations; 2006. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2367646/ letzter Zugriff vom 30. Nov. 2012.

[4] P. Gerber, C. Opio and H. Steinfeld, Poultry production and the environment – a review, Animal Production and Health Division, Food and Agriculture Organization of the United Nations, Viale delle Terme di Caracalla, 00153 Rome, Italy, http://www.fao.org/AG/againfo/home/events/bangkok2007/docs/part2/2_2.pdf letzter Zugriff vom 30. Nov. 2012.

[5] Porter, G. and J. W. Brown, Table of Deforesation and its Effects, https://confluence.furman.edu:8443/display/Lipscomb/Deforestation+and+Effects+(MB) letzter Zugriff vom 30. Nov. 2012. Siehe auch Global Environmental Politics. (Westview Press,Boulder,Colorado) 1991.

[6] UN FAO, Livestock’s long shadow, Chapter 5, Biodiversityftp://ftp.fao.org/docrep/fao/010/a0701e/a0701e05.pdf letzter Zugriff vom 30. Nov. 2012.

Wie groß ist Dein ökologischer Fußabdruck wenn Du vegan lebst?

Gita Yegane Arani-Prenzel

Der ökologische Fußabdruck einer veganen Ernährungsweise im Vergleich zur omnivoren / carnivoren Ernährung

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Eine Ernährungsumstellung auf die vegane Ernährungs- und Lebensweise ist, sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene, der folgenreichste Schritt zur Reduzierung  unseres ökologischen Fußabdrucks, der getan werden kann. Ein vierköpfiger Haushalt der eine Woche lang auf Fleisch, Eier und Milchprodukte verzichtet, macht sich dadurch um vergleichsweise soviel umweltverträglicher, als würde dieser Haushalt ein dreiviertel Jahr lang auf das Autofahren verzichten, so die amerikanische Umwelt-NGO ‚Environmental Working Group’ (http://www.ewg.org/).

Was wir essen?

Fleischesser bzw. Carnivore (oder auch Omnivore, die „alles“ essen) verzehren das Fleisch domestizierter und wildlebender Tiere, einschließlich „Geflügel“ (also Vögel) und „Fisch“ (also Fische).

Vegetarier essen alles außer Fleisch

Ovo-Vegetarier essen Eier, aber keine Milchprodukte, und Lakto-Vegetarier wiederum essen Milchprodukte, aber keine Eier. Ovo-Lakto-Vegetarier essen sowohl Eier als auch Milchprodukte.

Man könnte sagen, dass ein echter oder strikter Vegetarier einem Veganer ziemlich nah kommen müsste in seiner Ernährungsweise. Veganer_innen essen kein Fleisch, keine Eier, keine Milchprodukte, und, was aber hinzu kommt, auch keinen Honig! Darüberhinaus vermeiden sie allen Konsum, Gebrauch und Verzehr jeglicher tierischer Produkte und derer Derivate und Nebenerzeugnisse. Die Vegan Society in Großbritannien empfiehlt den Veganismus konsequent in allen Lebensbereichen durchzusetzen, soweit es für den einzelnen praktizierbar ist.

Was ich esse ist doch umweltverträglich, oder?

Das Global Footprint Network (http://www.footprintnetwork.org) eine Denkfabrik die sich mit der Nachhaltigkeitsforschung befasst, sagt, der ökologische Fußabdruck „bemisst das Maß, in dem wir Ressourcen konsumieren und Abfallstoffe produzieren, verglichen mit der Kapazität der Natur unsere Ausstöße zu verarbeiten und neue Ressourcen zu schaffen.“

Der Kreislauf von Lebensmittelkonsum und -herstellung ist ein wesentlicher Bestandteil des ökologischen Fußabdrucks. Man bemisst ihn zumeist daran, wie viel Hektar biologisch-produktiver Anbaufläche und Meeresfläche benötigt wird, um den Nahrungsbedarf eines Individuums oder einer Gemeinschaft zu decken.

Und was macht da das Fleisch?

Im Jahr 2006 erklärte die Food and Agriculture Organization (FAO) der Vereinten Nationen, dass die Nutztierhaltung inbesondere zur Fleischproduktion, verantwortlich zu machen sei für etwa ein Fünftel der Treibhausgase weltweit; man gab öffentlich auf hoher Ebene zu, dass die Nutztierhaltung massiv zur globalen Erwärmung beiträgt.

Eine neuere Untersuchung des Woldwatch Institute (http://www.worldwatch.org/), einer Umwelt-Denkfabrik aus Washington D.C., erfasst aber noch weitere versteckte Faktoren der „Nutztier“-haltung, die zu den Emissionen beitragen, und man kommt in deren Studie auf einundfünfzig Prozent aller Treibgase, für die die Nutztierhaltung weltweit verantwortlich zu machen ist. [1]

Die größeren Zusammenhänge

Ein Faktor, der auch in die empfindliche Waagschale des zerstörten ökologischen Gleichgewichts und dem nicht enden wollenden menschlichen Konsum mit hineingeworfen werden muss, ist die Frage nach der Wasserknappheit, insbesondere den Dürren und den auf sie folgenden Engpässen in der Sicherheit zur Verfügung stehender Nahrungsmittel. [2]

Eine Nahrungsmittelknappheit könnte die Welt zum Vegetarismus zwingen, titelt ein Artikel im ‚Guardian’ vom August 2012: [3]

„Die Annahme einer vegetarischen Ernährungsweise“ [konsequenterweise müsste es eine vegane Lebensweise heißen, da, wenn Tiere Milch, Eier und Leder produzieren sollen, sie dazu auch zur Körperausbeute gehalten werden müssen], so der Artikel im ‚Guardian’, „ist ein Weg, um in einer zuhnehmend klimagestörten Welt die Wassermengen zu erhalten, die nötig wären zum Anbau von mehr Nahrung,“ so die im Guardian zitierten Wissenschaflter, „[…] tierische proteinreiche Lebensmittel brauchen zu ihrer Erzeugung zehn Mal mehr Mengen an Wasser, als die vegetarische Nahrungsmittelerzeugung. Ein Drittel der kultivierbarsten Landfläche in der Welt wird zum Anbau von Ernten verwendet, die der Tierfütterung dienen. Zu den anderen Optionen, die dabei helfen können Menschen zu ernähren, gehört eine Reduzierung von [Lebensmittel-] Abfällen und eine Steigerung des Handels zwischen denjenigen Ländern, die Überschüsse an Nahrungsmitteln produzieren mit denjenigen Ländern, in denen Mangel herrscht.“

Der Viehzucht-Sektor bietet für zahllose Menschen in den ärmsten Regionen der Welt Nahrung und Einkünfte, so argumentieren manche Befürworter der Fleischindustrie. Das ‚Heifer Projekt’ beispielsweise, sieht seine Aufgabe in einer Art humanitärer Arbeit, die daraus besteht, Armen und Bedürftigen in Schwellen- und Entwicklungsländern „Nutztiere“ als argarwirtschafltiche Einkunftsquelle und Nahrungslieferanten auf Spendenbasis zu liefern. Auch gibt es Förderungsprogramme westlicher Nationen, wie die sogenannte ‘Livestock Revolution’, die ihre Fördermaßnahmen mit der Übernahme viehzüchterischer Techniken und Handhabungsweisen als Bedingungsvariablen verknüpfen.

Die speziesistische Behauptung, Menschen sei durch die Ausbeutung von Tieren geholfen, soll glauben machen machen, dass die argarwirtschaftliche Tierhaltung etwas den Menschen Gutes und Förderliches sei, und nicht zuletzt ist in den meisten Kulturen der Welt tatsächlich eine Trennung des Einsatzes nichtmenschlicher Tiere als Lebensressourcen von menschlicher Identität, Kultur und Gesellschaft noch immer kaum denkbar.

Der Mythos rund um die Nostalgie des Kleinbauern erscheint aber zunehmend als umstrittener. Offenkundig wird das erkennbar bei der Kritik an den westlichen Biobauern, bei denen ihr Fauxpax in der Langzeitutopie sichtbar wird: man könne den Fleischkonsum in Maßen retten, im Zeitalter des Massenkonsums. Daneben existiert in der Bioindustrie auch noch das weitaus größere Problem der Missstände in der Tierhaltung, die sich in den großen Agrareinrichtungen und den kleinen Bauernhöfen kaum unterscheiden. Tiere sind eben fühlende, freiheitsbegabte und tierlich-denkende Lebewesen, und keine Form der Ausbeutung und Tiertötung zu gleich welchen menschlichen Zwecken können da eine Ausnahme bilden.

Was die Nutztierhaltung in den Entwicklungsgebieten der Welt anbetrifft, so muss man sich darüber im Klaren sein, dass Kleinbauern auch Teil des Systems der Ausbeutung tierlicher Körper sind. Kleinbauern sind durch Großbetriebe ersetzbar um einen zunehmenden und stimulierten Bedarf an tierischen Produkten zu decken, der sich aus komplexen kulturellen und wirtschaftlichen Faktoren zwangsläufig heraus entwickelt. Sowohl bewaldetes und „wildes“ Land, so auch die Böden, die als freie Anbauflächen bestellt werden können, verschwinden in Zuge eines argarwitschaftlichen „Erwachens“ und werden einer industriellen Nutzbarkeit unterworfen.

Mehr als 80 Prozent des Wachstums im Viehzucht-Sektor kommt heute von den industriellen Produktionssystemen. Die Viehzucht ist ein Faktor, der knappes Land, sauberes Wasser und andere natürliche Ressourcen für die ärmsten der Menschen schluckt und der freien Lebensraum für Tiere zerstört. Die Abhängigkeit von einem zunehmend industrialisierten Lebensstandard, auch wenn solch ein Standard sich auf einem Minimum bewegen mag, ist kaum wieder aufzulösen. Auch ist die Vorstellung vom Fleischkonsum als einem Ausdruck von sozialem Prestige, ein Glaube, dem Menschen immer noch allzu leicht verfallen.

Fortsetzung

Wie groß ist Dein ökologischer Fussabdruck, wenn Du vegab lebst? Teil 2: Von der Schaffung einer veganen Ökologie

http://simorgh.de/vegan/wie_gross_ist_dein_oekologischer_fussabdruck_2.pdf

Quellen

[1] Robert Goodland, Jeff Anhang: Livestock and Climate Change, World Watch November/December 2009, http://www.worldwatch.org/files/pdf/Livestock%20and%20Climate%20Change.pdf  (letzter Zugriff vom 27.11.2012).

[2] A. Jägerskog, T. Jønch Clausen (eds.): Feeding a thirsty world: Challenges and opportunities for a water and food secure world, Stockhold International Water Institute, 2012, http://www.siwi.org/sa/node.asp?node=52&sa_content_url=%2Fplugins%2FResources%2Fresource.asp&id=318 (letzter Zugriff vom 27.11.2012).

[3] John Vidal: Food shortages could force world into vegetarianism, warn scientists, The Guardian, 26. Aug. 2012, http://www.guardian.co.uk/global-development/2012/aug/26/food-shortages-world-vegetarianism (letzter Zugriff vom 27.11.2012).

 

Could be a u-turn

Could be a u-turn (back to a more meaningful future)

RIOTS on the streets are just one visible tip of an iceberg that “the establishment” is gonna hit … . Riots within society in peoples thinking and actions and in their feelings are really what we get aware of now – again, after years of a yuppie-style annihilation of a democratic culture, and this annihilation was brought about by a full commercialisation of any cultural once fruitful soil.

First a problem is being created, then the problem escalates, but who are you gonna blame?

– Does the fault lie with people who follow the one-way type of system, where you only find meaning in life if you can consume? The politicised glorification of the buying power of people is going so far that now something like the ethical consumer is being praised as a civilisatory ideal even.

– Or does the fault lie with the sections of society who think up and manage the production and the merchandizing processes, (the elite workforces, the investors, the banks, the advisors, the advertisement companies)?

Which role does the media play as the huge digestive system between opportunity seeking businessmen and -women, manipulators and the receiving end made up of willing spenders?

Can political institutions and their long arms change something within a menace created by the self-strangling economical system that makes our societies clash from within its own innards?

The people finally won’t have much of a choice when they aren’t left with any place to breathe amongst a type of culture that only gives you space to make sense out of your life if you can afford to have it.

The profiteers have started a cold civil-war against the assumed losers of the societies. The real question will be however if we will be able to create new and different ways of thinking and acting up that will break the chains of the old establishments (our hierarchical human systems) in whichever disguises we even might face them?

NOTE: Things have gotten out of balance when the intent became the real problem.

President Palin

 

President Palin. Whichever republican COULD be a next President, if Obama doesn’t get relected (which I hope WON’t happen, I mean he should stay a second term, of course!) – it will be a catasprophe. The Republicans destroy the possibility of a progress in the american democratic system, because they rule any financing of social buffers out as being something “socialist” and “too much government” and too little free enterprise.

What we saw in Wisconsin shows the huge gap between how democracy is understood by by progressives contra the the ultra conservative. A Western country in which unions get their mouth shut up!

 

 

The country is being sold out by business people, the big banks, the money holders, shareholders in the name of preventing socialism, acting as if s continuous growth in consumerism could save our political stabilities in the West.

The fact that the environment is devoured by the consumers greed doesn’t seem to enter many people’s minds. Not the buyers of crap. Not the ones who make money from crap.