Der Begriff ‚Karnismus’ ist verwirrend, sagt Corey Wrenn

‚Karnismus’ ist verwirrend

Corey Lee Wrenn

Dieser Artikel ist im Examiner im Dezember 2012 erschienen: Carnism is Confusing.

Corey Lee Wrenns Uni-Profil http://central.colostate.edu/people/cwrenn/, Blog http://academicabolitionistvegan.blogspot.de/ und bei Twitter https://twitter.com/CoreyLeeWrenn

Übersetzung: Palang LY

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In einem Interview auf der Seite Tierrechtseite ARZone hat Dr. Melanie Joy ihre „Karnismus“-Theorie besprochen, die sie definiert als eine unsichtbare Ideoligie des Fleischessens (im Orig. „meat“-eating). Einer der Gastgeber fragte Dr. Joy weshalb sie das logischere Konzept des Speziesismus ablehne. Ihre Antwort war, dass der Begriff Speziesismus „zu abstrakt“ sei und zu „verwirrend“, dass die meisten Leute hingegen verstehen würden wobei es beim „Karnismus“ ginge.

Ich muss sagen, dass mich diese Antwort vollständig verblüfft hat. Warum die Fixierung auf das Fleisch (im Orig. flesh)? Das Fleisch herauszupicken als das Problematischere ergibt schlichtweg keinen Sinn und es läuft auf nicht mehr hinaus als eine verbesserte Kampage für den Reduktionismus/Vegetarismus. Joy insistiert, dass der Begriff „Karnismus“ alle Tier-Produkte mit einbeschließe. Ich muss aber sagen, dass ich beim Lesen ihres Buches feststellen musste, dass dies an keiner Stelle klargemacht wird. Zudem gibt sie selbst in dem Interview zu, dass sie sich wenig auf die Themen Leder oder Wolle einlässt. Der Begriff „Karnismus“ schließt darüber hinaus Tierversuche, Haustiere und Tiere die zu Unterhaltungszwecken missbraucht werden aus.

Einer der Gastgeber fragte Joy ob sie meine, dass die Leute, die aus ihrer Vorträgen hinausgingen, das Konzept eher verstehen würden oder doch irgendwie verwirrt seien. (das war natürlich ein gezieltes Nachhaken – welcher Autor würde zugeben, dass seine Zuhörer durch seinen Vortrag konfus würden?) Joy antwortete, dass sie kein Problem damit habe wenn Leute verwirrt wären, die meisten Leute würde aber begreifen worum es ihr ginge. Ich bin mir sicher damit hat sie recht, denn der Vegetarismus wird als Konzept nun schon seit geraumer Zeit in unseren Kulturen weitläufig akzeptiert. Ihre These enthält nichts Radikales oder Neues.

Joy startete vor kurzem das „Carnism Awareness and Action Network“ – eine weitere welfaristische (1) Organisation die den Veganismus ins Abseits rückt, willkürlich definierten Reduktionismus fördert und von einer Webseite mit nicht zu übersehenden Spende-Buttons begleitet wird. Klare antispezisistische Botschaften lehnen Spenden grundsätzlich ab – sobald eine Organisation sich proffesionalisieren will, werden die Spenden für sie überlebensnotwendig. Der Veganimsus wird auf der Seite des Netzwerks wenig erwähnt – aber Joy versichert uns, dass er das implizierte Gegenteil zum Karnismus darstelle.

Joys Argument ist, dass der Begriff „Karnismus“ es für Leute „so einfach wie möglich“ machen würde, selbst für den Dümmsten. Sie behauptet, dass der Begriff Speziesisimus (das Korrelativ zu Rassismus, Sexismus, Heterosexismus, Abelismus [Behindertenfeindlichkeit], Ageismus [Altenfeindlichkeit] und Ethnozentrismus) einfach zu verwirrend sei. Zugleich macht sie aber auch nur selten die Wichtigkeit des Veganismus klar … oder warum die Ausbeutung von Tieren zu anderen als zu Lebensmittelzwecken probelmatisch ist … oder auch warum die Ausbeutung von Tieren zur Verwendung ihrer Haut, Milch oder Eier in inheränter Weise mit der Tiertötung für das Fleisch verbunden ist.

Ich kann mir kaum vorstellen wie ihr „Karnismus“-Gedanke verwirrender sein könnte. Sich mit dem Leiden von Tieren zu befassen, während man gleichzeitig an ihrer Ausbeutung teilnimmt, braucht kein neues Label. In der Sozialpsychologie bezeichnet man dies als kognitive Dissonanz und es ist eine Folge von Speziesismus und Oppression.

Diese intentionierte Verwirrung wird durch einen Artikel den Joy kürzlich im Online-Magazin One Green Planet veröffentlichte verschlimmert. Dort spielte sie die wachsende Kluft zwischen dem abolitionistischen Veganismus (2) und dem redukionistischen Welfarismus herunter. In ihrer Arbeit lehnt sie natürlich den Abolitionismus Gary Franciones ab und sie blendet den Veganismus aus. Die wichtigen Kritikpunkte, die der Abolitionismus gegen ihr welfaristisches Werk einzubringen hat anzuerkennen, würde ja schließlich auch ihre überflüßige „Karnismus“-Theorie unterminieren. Wie viele Welfaristen verteidigt sie vehement die kontraproduktive und letztendlich grauenhafte Arbeit der Reformen (A.d.Ü. in der Tierhaltung) und das Vegan-Bashing und sie porträtiert Abolitionisten in negativen Zügen um uns abzutun. Und das züchtigende Label des „Spaltertums“ wird nun wirklich auch langsam alt, muss man dem hinzufügen. Wir sind polarisierend, aber nicht in dem Sinne wie Joy es behauptet. Die Abolitionisten sehen Joy, und andere wie sie, als Zahnräder im Machinengetriebe der Industrie welfaristischen Tierschutzes, der von den Tierrechten fundamental zu unterschieden ist. Unsere Spaltung von derer Korruptheit tut und in keinster Weise leid.

Lasst den Jargon hinter Euch, gebt den Vegetarismus auf und streitet in einer einer klaren, ehrlichen und geradlinigen Weise für den Veganismus. Vermanschte Herangehensweisen auf einen Reduktionimus helfen unserer Bewegung nicht. Und bitte, wenn ihr Tieren helfen wollt, dann braucht ihr dazu nicht zu spenden, sondern werdet vegan und engagiert euch.

Leseempfehlungen der Autorin:

(1) A.d.Ü. der Welfalismus bezeichnet im Tierschutz eine „Verbesserung“ von Tierhaltungsbedingungen in den Agrarindustrien, ohne einen rechtlich veränderten Status der Tiere mit Hinsicht auf deren Rechte auf Leben, Freiheit usw.

(2) A.d.Ü. Die abolutionistische Tierrechtsbewegung, die durch die Rechtstheorien des Juraprofessors Gary L. Francione angestoßen wurde, setzt sich als Ziel durch Aufklärung und die praktizierte vegane Lebensweise zur Abschaffung des Status nichtmenschlicher Tiere als „verwendbarem Besitz“ in unseren Gesellschaften zu gelangen.

Corey Lee Wrenns Rezension von ‚Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen’ von Melanie Joy:

Why We Love Dogs, Eat Pigs, and Wear Cows: A critical review

http://www.examiner.com/article/why-we-love-dogs-eat-pigs-and-wear-cows-a-critical-review

An der Ideologie von Tierausbeutung gibt es nicht “unsichtbares“ – Gary Francione diskutiert über die Probleme, die sich an den Begriff des Karnismus anbinden:

There Is Nothing “Invisible” About The Ideology Of Animal Exploitation

http://www.abolitionistapproach.com/there-is-nothing-invisible-about-the-ideology-of-animal-exploitation/#.UY-99bX-He8

Mit der freundlichen Genehmigung der Autorin. Eventuelle typografische Korrekturen werden noch vorgenommen. Stichworte: Karnismus Kritik

The problems we cause for animals and for each other, and the fine distinction

Two things

A.) Elitism in the vegan movement

B.) Eliminating animal death is one thing, but as far as our inner conflicts as a human society are concerned (capitalism, socialism questions) we should first think about our GREED (as a trait and character deformity that counts as normal today) before we put the discardment of animal products alongside on the shelf with the SYMPTOMS of (intra-human) social injustice.

Animals first!

Can we rightly say it’s the SAME to exclude animal products for ethical reasons – keep in mind animals are drawn into our destructivity without any wrongful contribution from their side – with the inner human political and social crisis?

What causes a intra-human political and social crisis?

In the end of the day it’s each of us and how we shape daily life, how we seek to shape our careers – if we want to make or can make a career, that shapes the social and political dilemmas.

EVIRONMENTAL DESTRUCTION is the disastrous LINK between the misery we impose upon nonhuman animals and our societal and individual self-definitions as the human group.

What should come first, should come first:

First we ought to address animal issues, since animals are our co-beings that we draw into the total catastrophe without any ethical legitimization whatsoever!

Secondly we have to stop leading our personal lives and our collective goals so, that we keep on with the exploitation and the destruction of the free natural space that is originally and rightly the ANIMAL HABITAT!

Thirdly we should really rethink how we as humans act, on every scale!

What we likely consider to be NORMAL, is likely in reality selfishness and destructivity.

And when we step out of this “NORMALITY” and lead an UNNORMAL way of life, we don’t even accept that we might be doing the only right thing.

We need to have courage – again. Against all odds!

And the other thing

Elitism in the vegan and animal advocacy movement: In one sentence, I don’t think elitism helps on the long run with a liberation movement.

Der vegane ökologische Fussabdruck. Teil 4

Palang LY

Biodiversität schützen

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Die rote Liste gefährdeter Arten der International Union for Conservation of Nature (IUCN auch World Conservation Union genannt, http://www.iucnredlist.org/) zeigt, dass 18% aller Vertebraten (Wirbeltiere), die im Jahr 2002 in deren Unteruchungen mit einbezogen wurden, vom Aussteben bedroht sind. Betroffen sind 24% der Säugetiere und 30% der Fische. Auch gelten 49% der erfassten Pflanzenarten als vom Aussterben bedroht. Man geht davon aus, dass die gegenwärtige Rate des Artensterbens 1.000 bis 10.000 mal höher liegt als sie das unter natürlichen Umständen wäre, d.h. ohne den zerstörerischen Enfluss der Menschheit auf die Biospäre [1].

Statistiken wie diese lassen viele Umweltexperten zu der Folgerung kommen, dass wir hier der Problematik eines präzedenzlosen Massenausterbens gegenüberstehen. Man kann in der Tat von einem Speziezid sprechen, von einer massenhaften Annihilierung von Leben auf einer Grundlage biologisitischer Argumentationen. Die Vernichtung anderer Arten hat eine ganz eigene und andere Tragweite als innermenschliche Konflikte, aber auch das Töten oder das provozierte Aussterbenlassen von Arten ist eine Frage der Verletzung von Lebensrechten, seien dieser Lebensrechte auch Gegenstand von nicht endenwollenden Anfechtungen. Hier geht es um schieres ethisches Versagen.

Was uns aus veganer Sicht an dieser Stelle auch Sorgen machen muss, ist die Auswirkung des Artensterbens, d.h. des Verlusts genetischer Diversität, in der Pflanzenwelt, die die Nahrungsmittelsicherheit und den Welthunger, die Nachhaltigkeitsplanung insgesamt also indirekt mitanbetrifft. Das durch den Menschen verursachte Aussterben biologischer Diversität verursacht Parallelprobeme, deren Ausmaß wir heute noch kaum abschätzen können.

Nur eins ist klar, dass wir als VeganerInnen in wirklich jedem Punkt dazu aufgerufen sind, den Prozessen von Naturvernichtung entgegenzuwirken. Durch unsere Lebensweise tun wir den wesentlichsten Schritt dazu.

Menschen zerstören Lebensraum

Die Zerstörung von Lebensraum ist der Faktor, der als Hauptverursacher gilt für das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten. Entwaldung, Landdegradation und die Intensivbewirtschaftung zu Argarzwecken sind die Vernichter der Ökosysteme, und gerät ein  Ökosystem einmal aus seinem Gleichgewicht, so ist auch in sekundärer Folge mit einem massiven Verlust von Biodiversität zu rechnen.

Ein von der FAO der UN, dem USAID (United States Agency for International Development) und der Weltbank in Auftrag gegebener Bericht zum Stand der Umweltzestörung durch die Tieragrarkultur zog den Schluss, dass die industrielle Viehzucht zum Verschwinden der Artenvielfalt beiträgt durch die „dafür gebrauchte Versorgung mit konzentrieren Futtermitteln, der die Verwendung von Land angepasst werden muss und Ernteertäge erhöht werden müssen. Die Produktion von Getreidefutter insbesondere ist Ursache für eine zusätzliche erhöhte Belastung der Biodiversität, durch den damit einhergehenden Lebensraumverlust und die Schäden an der Funktionsweise der Ökosysteme.“ [2]

Tropische Regenwälder, obgleich sie bloß 10% der Erdoberfläche bedecken, beherbergen fast 90% aller Tier- und Pflanzenarten von denen viele bislang unerforscht sind. Die Zerstörung von bewaldeten Gebieten zum Zwecke der Futtermittelversorgung für Farmtiere ist der Grund für den Verlust tropischer Artenvielfalt. Zu anderen Faktoren, die das Artensterben mitverursachen gehören die Umweltverschmutzung, der Klimawandel (Veränderungen in den Charakteristiken regionaler Klimata, der Temperatur, Feuchtigkeit, Regenfälle, Wind und Extremwetterlagen), die globale Erwärmung (die Gesamterwärmung des Planeten) und die durch den Menschen verursachten biologischen Verschiebungen durch transgeographisch eingeführte Arten.

„Die Viehzucht spielt eine wesentliche Rolle in der gegenwärtigen Krise für die Biodiversität. Sie ist verantwortlich sowohl direkt wie auch indirekt für die Verursachung von Biodiversitätsverlust, auf lokaler wie auch auf globaler Ebene“, so der United Nations FAO Bericht von 2006. [3]

Die vegane Lebensweise bricht die wesentlichen Ursachen des circulus vitiosus der herrscht zwischen der Zerstörung der Artenvielfalt auf der einen Seite und der Negierung der Lebenswürde und der Tötung domestizierter Tierarten auf der anderen Seite. Der Veganismus schafft das durch die Betätigung des mit Sicherheit wirksamsten Hebels: durch den Verzicht auf den Konsum tierischer Produkte und die Absage an den Speziesmus. In ihrem Gesamtpotenzial beinhaltet die vegane Lebensweise eine gigantische Palette an Chancen eine ökologisch verträglichere Gesellschaft zu gestalten.

Biodiversität ist keine pure Funktionserfüllung

Wir sollten nicht vergessen, dass es beim Schutz von Biodiversität nicht einfach um ökologische Funktionen geht, die durch Arten in der natürlichen Welt eingenommen werden. Artenvielfalt ist „Natur“ selbst in ihrer intaken Form. Die Lebewesen haben ihre Heimat und ihren eigenen uns vielleicht niemals wirklich ergründlichen Sinn und so auch ihre eigenen Rechte innerhalb ihrer Welt, die die Natur für sie darstellt.

Das Gleichgewicht eines Ökosystems mit seinen Tieren und Pflanzen, und das eines ganzen natürlichen geographischen Gefüges, mitsamt eines dort herrschenden Klimas, hat sich über einen unvorstellbar langen Zeitraum entwickelt, in einer Facettenhaftigkeit, die Menschen künstlich nicht nacherzeugen können. Die natürliche Welt ist unfassbar komplex.

In jedem Lebensraum sollte die Komplexität der natürlichen Welt zugelassen werden, und diese Komplexität muss in jeder nur machbaren Weise geschützt werden.

Hortikultur als Lebens- und Naturraum

Ein tiefgreifendes Problem ist das der Gestaltung neuer Lebensräume. Gebraucht werden die großen Reservate, die Schutzhöfe / Lebenshöfe, in denen Tiere und die Pflanzenwelt ihren Platz zurückgewinnen. Wenn es um den normalerweise Flächenmäßig kleineren Privatbesitz von Land geht, dann stellt sich die Frage nach der Möglichkeit Gartenkultur zur Lebensraumkultur für Fauna und Flora als Option im Umweltschutz zu entdecken; selbst Kleinstlebensräume können Platz bieten für Diversität.

Solche Lebensräume müsssen Naturräume sein in denen nicht alles der Nutzbarkeit für den Menschen untergeordnet wird, sondern Freiraum für tierliche und pflanzliche „Wildnis“ herrscht.

Die Permakultur bietet hier nicht ganz die optimale Lösung, denn sie ist, auch im Falle dass die vegan betrieben wird, eine Anbauvariante und fällt dann in den Bereich veganer Landwirtschaft (also in ein anderes separat zu behandelndes und auch komplexes Kapitel).

Wovon hier die Rede ist, ist die Suche nach der richtigen Einstellung zur Notwendigkeit Naturfläche zur Verfügung zu stellen und adäquat zu pflegen: Naturfläche in der Tiere und pflanzliche Natur Platz haben für sich selbst. Und der einzige Zugriff, den der Mensch hier ausüben würde ist der, das Ganze zu erhalten.

Fortsetzung folgt …

[1] European Commission, Environment, Nature & Biodiversity, What is Biodiversity? http://ec.europa.eu/environment/nature/biodiversity/intro/index_en.htm, letzter Zugriff vom 15. Dez. 2012.

[2] C. de Haan, H. Steinfeld, H. Blackburn, Livestock & the environment: Finding a balance, Report of Study by the Commission of the European Communities, the World Bank and the governments of Denmark, France, Germany, The Netherlands, United Kingdom and The United States of America, Chapter 4: Industrial livestock systems & the environment, http://www.fao.org/docrep/x5303e/x5303e0c.htm, letzter Zugriff vom 15. Dez. 2012.

[3]Food and Agriculture Organization of the United Nations, Livestock’s Long Shadow, Environmental Issues and Options,Rome, 2006, S. 182, http://www.fao.org/docrep/010/a0701e/a0701e00.HTM, letzter Zugriff vom 15. Dez. 2012.

 

Vorschau 2013 Veganismus @ NiceSwine.info

In unserer Reihe “VEGANE READER” werden die nächsten Beiträge sich fortlaufend befassen mit veganem Umweltschutz und Naturbewusstsein. Soweit haben wir drei Beiträge zu dem Thema verfasst, die in der Kategorie DISCUSSING VEGANISM IN GERMAN abrufbar sind. Schwerpunkte dabei waren soweit:

Der vegane ökologische Fussabdruck:

  1. omnivor versus vegan
  2. eine vegane Ökologie
  3. Lebensräume erhalten und schaffen

Daraufhin wollen wir insbesondere nochmal vertiefen:

  1. vegane Kinder / eine vegane Kindheit
  2. vegane Senioren / Alter und Vegansein

Zwei Themenbereiche, die uns sehr wichtig erscheinen und die, wie wir meinen, besonderer Aufmerksamkeit bedürfen.

Es scheint fast überflüssig, aber dennoch wollen wir noch einmal betonen, wie wichtig es ist sich als VeganerIn mit ökologischen Themen aus verschiedenerlei Hinsicht, insbesondere ethischer Hinsicht, zu befassen. Es gäbe keine Tiere, gäbe es keine Natur. Lebensraum heißt auch Raum für Freiheit.

Unsere Konsum-Demokratien (das müsste eigentlich ein Widerspruch in sich sein, ist es aber nicht) sind so weit, dass man sich ein bisschen Natur erkaufen muss, durch eine (zumeist umweltbelastende) Urlaubsreise oder den “Luxus” sich einen Garten oder ein “Stück” Land leisten zu können.

Die Dreh- und Angelpunkte (es gibt gewiß mehrere) in Sachen Veganismus und Tierrechte, sind die Definitionen und die Verständnisvarianten dessen, was “Natur” ist. Über das Bewusstsein für die Notwendigkeiten einer intakten und geschützten Natur können schließlich Fragen über Erdrechte geklärt werden. Und Tier- und Menschenrechte sind faktisch abhängig von der Unversehrtheit einer intakten Natur.

Wenn der Veganismus aufklären will über den Schutz tierlichen Lebens, wird man nicht vermeiden können, sich mit dem Thema “Natur” neu – und aus veganer Sicht – zu befassen.

Der vegane ökologische Fussabdruck. Teil 3

Palang LY

Tierrechte, der Schutz der Artenvielfalt und Schutzhöfe für unsere „domestizierten“ Tierfreunde

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Unser Veganismus hat vor allem eines zum Ziel: den Schutz von Tierindividuen und den Erhalt von Tierpopulationen in der Freiheit. Mit Hinsicht auf diese beiden Tiergruppen werfen sich zweierlei Fragen auf. Einerseits besteht die dringende Frage danach, wie die natürlichen Lebensräume von Tierpopulationen erhalten werden können und andererseits muss Lebensraum wiederhergestellt oder tatsächlich neu geschaffen werden. Was ist nun die beste Herangehensweise um solchen Problemen konstruktiv und effektiv zu begegnen?

Lebensräume erhalten, Lebensräume schaffen

Eine genaue Zahl wieviel Tierspezies es auf der Erde eigentlich gibt ist nicht zu ermitteln. Diese Unzählbarkeit ist auch gegeben durch die unterschiedlichen Habitate in denen Tiere leben und die wir noch nicht alle bis in jeden Winkel durchkämmt oder aber auch zerstört haben. Die faszinierende Artenvielfalt geht bis hin zu den Kleinstlebewesen, so macht die Insektenwelt allein den mit Abstand größten Teil der von uns unendeckten Tierwelt aus. Und so klein ein Wesen in seinem Lebensraum auch sein mag, so wichtig ist die Beziehung eines jeden Tieres mit seiner natürlichen Umwelt, denn all das Leben gemeinsam bildet ein in sich geschlossenes und funktionierendes Ökosystem.

Die durchschnittliche Schätzung über die Zahl verschiedener Tierarten liegt bei etwa 10 Millionen. Davon sind etwa 1,4 Millionen erfasst, und nur eine kleine Prozentzahl der erfassten Arten wurde bislang auch erforscht und genauer klassifiziert. Für die Tierindividuen ist es oft besser unentdeckt zu bleiben, denn die Erforschung einer Art bringt immer noch mit sich, dass das Tier als ein biologisches Objekt untersucht wird, in seiner Anatomie, seinem Verhalten, dem, was man an seiner Gattung als stereotypes Verhalten (z.B. Brut- und Fressverhalten, seine kognitiven Fähigkeiten) ethologisch beschreiben kann.

Was die Tiere – ob erfasst oder unerfasst – wirklich ausmacht ist das, was sie in ihrem  Lebenskontext mit einer natürlichen und freien Umwelt sind. So müssten wir sie um sie wirklich zu verstehen weitestgehendst in Ruhe lassen, uns ihnen mit unseren menschlichen Erfassungwünschen nicht aufzwängen und vor allen Dingen die Umwelt überhaupt erst einmal gar nicht zerstören. Wir müssen die Umwelt schützen oder wiederherstellen soweit das möglich ist und gegen all die Wiederstände die bestehen.

Für eine Tierspezies als Tiergruppe kann es allerdings auch von Vorteil sein wenn sie erfasst ist und erforscht wird, und zwar allein dem einen Sinne, dass sie unter Umständen als gefährdet gilt und so einen Schutzstatus erhält. Schwierig wird es wenn die Tiere die geschützt werden sollen in die Captive Breeding Programme zur arterhaltenden Nachzucht geraten, denn das heißt auch, dass sie damit der Handhabe durch zoologische Projekte ausgeliefert sind und ihre tierliche gänzlich Autonomie verlieren [1].

Die sogenannten „Nutztiere“ – die Tiere denen per Definition angehängt wird sie seien dazu geboren um ausgebeutet zu werden –, machen etwa 20 % der gesamten „Tier-Biomasse“ der Welt aus (so die biopolitische Bezeichnung von Organisationen wie der FAO, der Food and Agriculture Organization der UN). Das Land, das die „Tier-Biomasse“ der „Nutztiere“ nun zwangläufig besetzt, ist selbstverständlich das Land, das zuvor von wildlebenden Tieren als deren Lebensraum genutzt wurde. [2]

Der Veganimus kann im Bezug auf die Problematik beider Tiergruppen (der wildlebenden und der „domestizierten“ Tiere) Lösungen bieten

Die grüne Bewegung konzentriert sich eher auf die Biodiversität wildlebender Tiere und den Schutz ihrer Lebensräume, während die ethischen Belange „domestizierter Nutztiere“ konzeptuell den Vorstellungen agrarwirtschaftlicher Interessen und den Interessen von „Verbrauchern“ untergeordnet bleiben sollen. Dahinter verbirgt sich, wenn auch nicht unbedingt in einer offen vorgetragenen oder sogar ganz bewussten Weise, Der Gedanke des Menschen als „Jäger und Sammler“ und der Wunsch nach einer Neuerweckung dieses nostalgischen Ideals eines vermeintlichen Einklangs mit der Natur nach altertümlicher Vorstellungsweise, die in der amerikanischen ‚Deep Ecology’-Bewegung, dem Vorgänger der Grünen Bewegung, ihre Wurzeln hatte.

Der Veganismus hingegen setzt sich außer mit dem konsequenten Schutz wildlebender Tiere (einschließlich der Ablehnung der Jagd) und ihrer Lebensräume, auch mit dem Schutz und den notwendigen Rechten der sog. „Nutztiere“ auseinander. Also auch mit den Rechten der Tierindividuen und Spezies, deren Repoduktivsystem kotinuierlich missbraucht wird, allein damit der Mensch die tierliche körperliche Existenz herabwerten und das Tiersein überhaupt herabwürdigen kann.

Die allgemeine Ethik des Veganismus etabliert ein Bewusstsein, sowohl für die Rechte wildlebender- als auch „domestizierter“ (versklavter) Tierindividuen und Tierarten, und der Weg, der zur effektiven Einflussnahme begangen wird, liegt in der Ablehnung des Konsums tierischer Produkte und Nebenerzeugnisse. Darüber hinaus wird alles was Tieren schadet und ihnen schaden könnte in kritischer Form erkannt und zum Gegenstand aufklärerischer ‚infomation flows’.

Schutz! Realisierbare Schritte und ferne Utopien

Schutzräume zu schafffen, die weitesgehendst frei und wo nötig auch bewacht sind, und die den Tieren gewährleisten, dass Menschen keinen intrusiven Zugang auf ihre körperliche Integrität haben, sind ein Baustein in der veganen Vision, die sich heute in der Form von ‚Animal Sanctuaries’ / Schutzhöfen oder Lebenshöfen zunehmends etabliert. Die Umweltfrage beinhaltet aus veganer Sicht politisch auch die Frage der Tierrechte.

Festzuhalten als Ziele des ethischen Veganismus sind:

1.) Gefährtete Tierarten, Tier-Diversität, muss in der Freiheit geschützt werden, und die freien Lebensräumen müssen erhalten und wiederhergestellt werden.

2.) Domestizierte Tiere dürfen nicht zu den Sündenböcken der Biopolitik spezisitischer Unterdrücker gemacht werden. Ihnen müssen Schutzhöfe geschaffen werden, mit dem letzendlichen Ziel der Auswilderung oder der permanenten Beheimatung in Schutzgebieten der in ferner Zukunft „übrigen“ Tierindividuen und Tiergruppen.

3.) Zoos müssen durch Rehhabilitationszentren und den Schutz in freien Reservaten ersetzt werden.

Dies nun sind implizite Punkte des Veganismus, die sich explizit so nicht auf irgeneiner Liste zusammengestellt finden, aber in den verschiedenen ideellen Botschaften und Zielsetzungen veganer Projekte als angenommene ethische Selbstverständlichkeiten hervorgehen.

Fortsetzung:

Wie groß ist Dein ökologischer Fussabdruck wenn Du vegan lebst? Teil 4. Biodiversität schützen.

http://simorgh.de/vegan/wie_gross_ist_dein_oekologischer_fussabdruck_4.pdf

[1] Zoos geben einen lebensbejahenden Sinn vor indem die Präsentationen der verschiedenen Tierarten als Kontrast dienen sollen zu einer anthropozentrisch homogenen und monokulturhaften Welt. Siehe: R. Acampora, Off the Ark: Restoring Biophilia, Metamorphoses of the Zoo: Animal Encounter After Noah, ed. Ralph R. Acampora, 2010, S. 1. Zur Diskussion der ethischen Problematik zoologischer Gärten siehe auch: Ralph R. Acampora, Extinction by Exhibition: Looking at and in the Zoo, Human Ecology Review, Volume 5, Summer 1998, Number 1, 1998. http://www.humanecologyreview.org/pastissues/her51/51acampora.pdf letzter Zugriff vom 7. Dezember 2012.

[2] FAO, Agriculture and Consumer Protection Department, Spotlight / 2006, Livestock impacts on the environment, http://www.fao.org/ag/magazine/0612sp1.htm, letzter Zugriff vom 7. Dezember 2012.

 

Veganic plus Animal Sanctuaries plus Ethics

Palang LY

Veganic plus Animal Sanctuaries plus Ethics

There so far is no such thing as a “positive” veganic (which means: organic vegan agriculture) Animal Rights consciousness.

Not taking into consideration that nonhuman animals must be helped by all possible means, here looks to me like a form of speciesism might be lurking in the background, since if humans where in a comparable plight, anybody who would describe him or herself as a non-homophobe would help the humans in question.

What I am mainly interested in is:

Why doesn’t it occur to vegans and the veganic (vegan organic) movement, that humans and nonhuman animals can co-exist, can co-live without exploitation, as an option?

I have looked at various veganic projects, and as far as one can see, “animal rights” only plays a role in the way, that exploitation and usage of animals and products / fertilizer derived from animals is non-permitted, on ethical grounds, mainly. Hence, these people are VEGANS, and not just any people avoiding animal products: They avoid animal exploitation. That’s the Animal Rights part of the veganic movement.

But apart from that, the very nonhuman animals that we as VEGANS want to HELP (!), in other words, don’t come in or become visible or noticed as beings that we are willing to live together with, that we are willing to share the earth with. As if the soil and the forests were ours to use, ours to live on, ours to say what’s right to do with it (“it” … that is: nature).

Billions of animals

Of course the forceful exploitation of the reproductive system of animals has to stop. Of course any form of overpopulation is bad for anybody and this planet. But the lives, that didn’t chose to come into this world, the lives who just happen to find themselves here – we do have to ethically respect the fact that these individuals exist.

Sanctuaries and vegan farming should merge I believe! To cut a long “story” short and practical.

But back to veganic-ism as it is now, still …

There is the mention of using human manure and feces for fertilization (apart from the much more promising sounding self-fertilizing gardening methods which exist in veganicism too of course). But if people are willing to use their own manure, as part of the biological process of a vegan agriculture, can’t the idea of “the sanctuary” and the idea of a newly veganic option be created in peoples minds? People can tolerate their own manure somewhere, but not an animals manure? I think we can’t say its speciesist and exploitative if both humans and animals live together in a natural space without harming or exploiting or using each other.

We as vegans ought to LIVE together with animals on this planet. In a peaceful manner, in mixed communities. If we can’t develop a consciousness for that, we fail at creating a positive ethic. It’s enormously tragic that we let the speciesist view of “animals, us and the world” win insofar, that this view manages to inspire us vegans not to willingly plan to live together with the so called farm animals in a vegan, caring manner, with a strong will to co-exist.

Are the only options we can chose from the one of degrading nonhuman animals or otherwise totally excluding them, and making them nonexistent in a (desired utopian) daily reality? No, really, because this planet is also an animals’ planet!

Ethics … To me the veganic movement makes itself look as if it creates and expresses a bifurcation in what veganism ideally should mean. As good at it looks now and as much as such farming practices are heading for the major part in a promising and important and inevitable direction, the veganic code of ethics ignores an important factor and that is, again, to include all animal in a life affirming way!

This fallacy in their vegan understanding makes vegans overall look as if veganism was basically about clearing nonhuman animals in their positives and as living facts and individual fates simply out of our lives!

I think there is morally something drastically going wrong.

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Würden Sie wegen Ihres Veganismus auch auf Gott und Glauben verzichten?

Palang LY

„Macht Euch die Erde untertan“ 1. Mose (1)

Würden Sie wegen Ihres Veganismus auch auf Gott und Glauben verzichten?

Wenn wir Tiere nicht als Produkte, als Ware betrachten, als Besitz mit dem man machen kann was man will, wieso sind wir dann bereit hinzunehmen, dass Tiere auf dem Altar der Religionen oder traditioneller Bräuche geopfert werden? Wir schließen Zirkusse und Pelz aus, obgleich auch sie Bestandteile unserer spezisistischen „Kulturen“ sind. Aber wenn es um den Glauben geht, dann ist uns unser Gott wichtiger als das Recht, das wir nichtmenschlichen Tiere zuteil werden lassen müssten, um als Menschen wirklich gerecht/er zu werden.

Sollten wir nicht von vegan lebenden Menschen erwarten können, dass sie wissen, dass ein Tier nicht nur im Bezug auf Kommerz und Großindustrie verdinglicht und objektifiziert werden darf?

Manche sprechen vom Respekt gegenüber Tieren, der ausreiche um der Tierrechtsfrage gerecht zu werden. Und sie sagen es sei akzeptabel Tiere aus religiösen (sprich aus „geheiligten“) Gründen zu töten, wenn man dem Tier nur ausreichend Respekt gegenüber brächte. Und man soll das Tier, das zum Opfer wird, „human“ Töten. Das ist kein veganer Standpunkt, denn der Veganimus fordert, dass kein Tier zum menschlichen Nutzen eingesetzt werden darf. Die Religion kann hier keine Sonderregelung schaffen, denn es geht im Veganimus um Tiere und nicht um Gott.

Es geht um Lebewesen und das Leben. Wenn ich ein Tier meinen Zwecken unterwerfe, um es zu benutzen, zu verletzen und zu töten, dann lässt sich das nicht mit einer veganen Ethik auf sinnvolle Weise verbinden, auch wenn eine Religion solches von mir fordern möchte.

Manche sagen, das möge schon stimmen, aber so schnell könnten wir mit einem Umdenken bei religiös denkenden Menschen nicht rechnen, wenn überhaupt. Wir seien mit der veganen Bewegung ja überhaupt erst am Anfang und Religion und auf ihnen fußende traditionelle Bräuche könne man nicht von heute auf morgen abschaffen.

Solch eine Denkrichtung ist nicht ganz richtig. Denn auch wenn Gesellschaften – die im Westen oder die in der östlichen Hemisphäre gelegene Gesellschaften – bislang weit entfernt davon sind sich in Richtung eines Bewusstseins zu bewegen, dass Tiere auf ethische und affirmative Weise mit einbeschließen würde, nichtsdestotrotz richten sich unsere Vorstellungen über die vegane Lebensweise nicht nach dem „wie es in diesem Moment ist“ oder dem „wie es in der Vergangenheit war“, sondern nach dem „wie es sein sollte“!

Eine Utopie hat es bis hierher geschafft, und eine Utopie kann es, wenn sie nur konsequent durchgeführt wird, auch noch weiter schaffen.

So gravierende Lücken, wie die Inkaufnahme des Tieropfers in Religionen – d. h. rituelle und traditionelle Bräuche unangetastet zu lassen – bergen, außer dem Unrecht das sie aus Tierrechtssicht darstellen, die Gefahr der Verwässerung in sich für die, die meinen dass beides ging: konsequenter Veganismus und das Festhalten an einem Glauben, der das Gehorsam über die Vernunft setzt.

Der Sinn des Veganismus als das bislang effizienteste Mittel um der Tierausbeutung mit Widerstand zu begegnen, erscheint im Kontext von Religiosität fragwürdig, wenn die Religion den Menschen sowieso an die obeste Stelle der Schöpfung setzt. Eine Ergänzug im ethischen Codex wäre dann nowendig, kann in einem religiösen Denksystem aber nicht wirklich vollzogen werden, weil hier ja nur Gott und die von ihm auserkorenen solche gravierenden Entscheidungen über Sein und nicht sein und den Wert des Seins fällen dürfen.

Tiere sind keine Gegenstände, weder zum profanen Handel, noch im “erhabenen” Geiste – weder als Konsumgut, noch für einen Gott dessen menschliche Schöpfung.

(1) „Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“
http://bibel-online.net/buch/luther_1912/1_mose/1/ (letzter Zugriff vom 19. Nov. 2012)

Vegan Politics and Animal Politics

Vegan politics is animal politics

Veganism is a new enviro-social phenomenon taking place at the core of society. Today’s veganism is clearly predominantly defined by an ethical motivation. The wide spectrum of vegan ethics cover: the concern for nonhuman animals in the forefront, alongside the protection of the natural environment and the burden of inner human conflicts (pertaining to gender, ethnic diversity, human coexistence, the wider environmental consciousness). As little as the public wants to be aware of that, a multifocal approach plays a key role for an ethically motivated vegan to adapt her or his lifestyle.

Enlightenment efficiency

You can reach a wider audience to empower and educate with a notion of what can be called “vegan pedagogy” than you can with an ivory tower intra scholarly debate about the details of “what rights to preferably grant to which species given the circumstances under which that would be possible, if at all”.

Politics is applicability

The politics of animal rights and the vegan movement are to date inseparably connected. Vegan pedagogy entails an empowerment that lets the “recipient” know, that she or he can voice own constructive thoughts, and that she or he can and is actively participating in a democratic processes that encompasses the recognition and establishment of animal rights and animal politics (animal law) respectively.

Without an active encouragement of the individual person to participate in this democratic process and to use own creativity, we can’t expect for a consciousness of respecting other life forms to become a viable reality in a near future that’s already bound to inhabilitate people rather than to respect their democratic potentials other that voting.

Also we should seek to avoid “prescribing” knowledge that has been agreed upon exclusively by scholars, whose accepted canons eventually are taken over by authorities and the law, and then set as golden rules by which people in society will have to go.

Self-participation in critical thinking and questioning is the key word in “vegan pedagogy”, which in turn can become a key to create a perfect basis in terms of awareness for “animal politics”.

Animal Politics

Animal politics can be a political idea that encompasses nonhuman animals as how their lives and their paths-of-life become intelligible to the sensitized human being.

A theory for animal politics can only be drafted from experience. The closest experiences that people from the general populace have with the adversaries of society’s human-animal relationship – that make animal politics necessary – are ethically motivated vegans.

To separate the sociology of veganism from what will become the new intersection of animal rights politics, that overlays environmental rights and human right, would mean to dysfunction the most vital societal democratic impulse.

From individual to individual

Speciesism and homocentrism are the external manifestations of patterns in thinking that deny animal intelligence, and instead overvalue human intelligence. Humans are mostly behaving contractualist, unpredictable, unreliable, unfair, … and the list could go on in pretty negative terms. I wonder why that is the case, and I think it does not have to be that way.

I think it is possible for a human to be ‘animal intelligent’, to be non-contractualist, predictable, fair, tolerant, loving, … and that list could go on in positive terms. From my experiences with animals I learned about the possibility of ‘animal intelligence’:  The animals I have lived with truly were my best friends.

I think for a person who is truly nonspeciesistic in his/her thoughts and critical about homocentrism  it should be technically possible to really make the shift and start to become a better individual than what humans have per definition been so far, and even prided themselves with.

The time of human intelligence is over for me.

I am glad I defend animal rights from a standpoint of true ‘animal independence’ (of any human paradigm: biology, ethology, philosophy, religion … ).

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Fragmentary thoughts:

The border around the castle ‘HUMAN’ is the one of scientifical categorizing. Within the castle we claim to be ‘complete’.

BIOLOGICAL HIERARCHISM ALWAYS PUTS HUMAN ‘OBJECTIVITY’ ON TOP OF WHAT IT DENIES THE OTHER SPEICIES: THAT IS ON TOP OF ANIMALS’ OBJECTIVITY

How can absolute objectivity be captured? With which parameters to measure against? Humans’ objectivity claim relies on subjective interests.

Ethical behaviour is one of the components taken out of the frame of an allround objectivity.

Animals get denied for their actions to be viewed as not insinctual.

Subsequently the VALUES of behaviour get ruled out from being within the ethcial scale of social actions between the species, etc.

A term such as ‘ethical’ desribes something that is existent, it’s not an idea in itself – otherwise it would not exist in the correlations…

Zum Holokaust- und Genozidvergleich in der Tierrechtsdiskussion

Die zerstörende Gewalt. Der Überlaufeffekt oder die Einmaligkeit in der Vorkommnis von Gewalt?

Zum Holokaust- und Genozidvergleich in der Tierrechtsdiskussion

Vorab: Braucht die Situation des Mensch-Tier-Verhältnisses einen Vergleich zu menschlich intraspezifischenen Situationen zur Hervorhebung von moralischer Relevanz? Wenn nicht, wozu dann die Genozidvergleiche in bezug auf die Situation des Verhältnisses menschlich-destruktiven Verhaltens gegenüber nichtmenschlichen Tieren?

Das Hauptargument, das gegen Genozidvergleiche vorgebracht wird, liegt im Punkt der Unantastbarkeit der Würde des Menschen. Eine ausschließliche Zurückführung auf den Begriff der Würde, kann, als ethisches Kriterium, aber nicht zur Ableitung einer einseitigen moralischen Gewichtung angeführt werden, ohne dass dabei eine Abwertung der Problematik der Gewalthandlungen gegen nichtmenschliche Tiere vollzogen wird.

In der Unantastbarkeit der Würde des Menschen und dem Problem der Verbrechen gegen die Menschenwürde (gegen die Menschheit oder einen Menschen) liegt keine zwangsläufige ethische Implikation im Bezug auf das Verhältnis des Menschen zu seiner Außen- oder Umwelt, die zu einer allgemeinen Begründbarkeit von Gewalt gegenüber nichtmenschlichen Tieren führbar wäre oder diese Formen von Gewalt ausdrücklich und in jedem Fall sanktionieren würde.

Der Begriff der Würde kann, gesehen vom Standpunkt der Meinungsfreiheit, auch nicht strikt in seiner Gebundenheit reduziert werden, ohne dass man dabei das Recht auf freie Meinungsäußerung verletzen würde. Dass heißt, dass eine Auffassung eines Menschen über das Vorhandensein der Würde der nichtmenschlichen Tiere – solange er dadurch keinem Menschen schadet, oder Menschen oder einem Menschen dadurch Gewalt antut – in den Bereich seiner Gedankenfreiheit oder seiner freien Meinungsauffassung fällt.

Menschen werden auch als Opfer und auch als Täter als Würdewesen betrachtet, deren Würde man in den Fällen von Morden und Genoziden brechen wollte; zumindest wurde dies in der Menschheitsgeschichte immer wieder versucht.

Tieren wurde in der Menschheitsgeschichte von keiner Gesellschaft eine Würde einer Unantasbarkeit ihres Tierseins zuerteilt. Damit ist die Besonderheit der Tragweite ihrer Opferposition nicht problemlos mit derer menschlicher Opfer zu vergleichen.

In jeder Situation, in der ein Gewaltverübender ein Opfer schafft, wird man in der Auseinandersetzung mit dem Problem oder dem Fall, Parallelen zu anderen Gewaltsituationen ziehen. Bei Gewalt an sich, unabhängig von der dadurch betroffenen „Angriffsfläche“ oder dem geschaffenen Objekt von Gewalt, kann man vermuten, dass die Motivationen (Destruktivitätswillen, -bereitschaft, gewaltbereite Eigenbezogenheit, Aggression) im Täter übergreifend ähnlich strukturiert sein können, auch weil das letztendliche Ziel oder intendierte Ergebnis von Gewalt: der Mord, die Tötung, d.h. die Zerstörung eines Opfers ist.

Nun verhält es sich aber so, dass die Frage, warum ein Täter sich ein spezifisches Opfer oder eine spezifische Opfergruppe sucht, ganz unterschiedliche Gründe in sich birgt. Auch ist die konkrete Qualität oder Struktur von Gewalt ein maßgeblicher Faktor, der auf die zugundeliegenden Ursachen von Gewalt und die spezifische Gewaltpsychologie zurückschließen lässt.

Produziert gegalt gegen Tiere, Gewalt gegen Menschen? Wenn nicht, warum bestehen dennoch Zusammenhänge in der Gewaltpsychologie

Die Unterscheidungen im Täter-Opfer Verhältnis zwischen potenziellen Opfern, und die Überlappungsmöglichkeiten in der Gewaltbereitschaft ihnen gegenüber, läge in der Frage des sogenannten Spillover-Effekts (Überlaufeffekts):

Die Frage ist, wenn ich dem einen Opfer etwas antue, bin ich dann automatisch auch einem oder mehreren anderen potenziellen Opfern gewaltbereit gegenüber?

Und, dem gegeüberliegend: hat das eine Opfer von Gewalt automatisch dadurch, dass es zum Gewaltopfer wurde, etwas mit einem anderen Opfer einer Form gewaltbereiter Handlung grundlegend gemein, außer dass beide in einer Position des Opfers sind? Liegt irgend etwas auf der Seite des Opfers, das die Gewaltbereitschaft eines Täters auf sich zieht?

Robert Nozick hat die Frage des sogenannten Spillovers vor dem Vordergrund des Mensch-Tier Verhältnisses in der Form beschrieben:

‘[...] Manche sagen, dass Leute nicht so handeln sollten, da solche Handlungen sie brutalisieren und sie die Wahrscheinlichkeit bei der Person erhöhen, das Leben anderer Personen zu nehmen (wir können hinzufügen “oder andererweise zu verletzen”); allein aus der Freude daran. Diese Handlungen, die moralisch nicht an sich in Frage zu stellen sind, sagen sie, haben einen unerwünschten moralischen ‘spillover’ (Überlaufeffekt). (Dinge wären dann anders, wenn es keine Möglichkeit für solch einen ‘spillover’ geben würde – zum Beispiel für die Person, die von sich selber weiß, dass sie die letzte Person auf der Welt ist.) Aber warum sollte es da solch einen ‘spillover’ geben? Wenn es an sich völlig richtig ist, Tieren in irgendeiner Weise etwas anzutun, aus irgendeinem Grund, welchem auch immer, dann, vorausgesetzt eine Person realisiert die klare Linie zwischen Personen und Tieren, und behält dies in ihrem Kopf während sie handelt, warum sollte das Töten von Tieren dazu neigen, sie [die Person] zu brutalisieren und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sie [andere] Personen verletzen oder töten könnte? Begehen Metzger mehr Morde? (Als andere Personen die Messer in ihrer Nähe haben?) Wenn es mir Spaß macht einen Baseball fest mit einem Baseballschläger zu schlagen, erhöht dies in bedeutender Weise die Gefahr, dass ich dasselbe mit jemandens Kopf tun würde? Bin ich nicht imstande dazu, zu verstehen, dass sich Leute von Basebällen unterscheiden, und verhindert dieses Verständnis nicht den ‘spillover’? Warum sollten Dinge anders sein im Fall von Tieren. Um es klar zu sagen, es ist eine empirische Frage ob ein ‘spillover’ stattfindet oder nicht; aber es besteht ein Rätsel darüber, warum es das tun sollte.’ (1)

Diese Unterscheidung wird im Falle von nichtmenschlichen Tieren in auffallend deutlicher Weise vollzogen (Speziesismus). Ein Tier physisch zu schädigen oder zu zerstören, es zu töten, verhält sich im Rahmen unserer Gesetze als Sachbeschädigung, nicht als Körperverletzung oder Mord; während das Opfer-werden beim Menschen durch soziale, ethische, religiöse und gesetzliche Konstrukte eine andere Bewertung erhält.

Im Bezug auf Genozide kann man also sagen, die Menschen, die zum Opfer wurden, wurden vor diesem Hindergrund betrachtet, bewusst zum Opfer gemacht. Sie wurden bewusst aus dem ethischen und gesetzlichen Rahmen gewaltsam hinausbefördert.

Anders verhält sich die Situation der nichtmenschlichen Tiere in ihrer Rolle im Rahmen der spezisitischen und homozentrischen menschlichen Beurteilung. Wie schon gesagt gilt die Körperverletzung nichtmenschlicher Tiere nicht oder kaum als „Verletzung“, da die ethische Klassifizierung nichtmenschlicher Tiere, deren Leidenskapazitäten und damut auch deren Würde, bislang nicht mit im Rahmen der Verpflichtungen ethischen Sozialverhaltens ansiedelt. Wobei wir es hierbei tatsächlich mit einem neuen Komplex der Ethik zu tun hätten, dem Interspezies-Sozialverhalten. (2)

Die ganze anthropologische Konstellation einer homozentrisch ausgerichteten Welt, muss in ihrer Konkretheit untersucht und überdacht werden. Analogsetzungen reichen nicht, um hier zu einer ethisch-moralischen Lösung zu gelangen. Wegen der konkreten Beschaffenheit, aus der sich die diskriminatorische Haltung gegenüber der autonomen Bedeutung nichtmenschlicher Tiere zusammensetzt – aus dem Grund der ganz speziellen Form von Gewalt in diesem Fall – kann man keine ausreichende Analogie festmachen, um Ursachen besser verstehen zu können und diese Art der Manifetation von Gewalt (eben der gegen nichtmenschliche Tiere) zu bekämpfen. Damit bleibt aber auch der Genozid am Menschen ein vorwiegend gesondert zu behandelndes Phänomen.

Ausschließlich der Vergleich der Gewaltbereitschaft beim Menschen lässt Parallelen in den Täterpsychologien entdecken. Das hat mit dem jeweiligen Opfer aber nicht unmittelbar etwas zu tun. Warum „jemand“ zum Opfer wird, hängt mit schwer zu ergründenden psychologischen Ursachen auf Seiten des Täters zusammen. Wenn, als stereotypes Beispiel, ein betrunkener Mann einen anderen im Affekt wegen einer banalen Streitigkeit tötschlägt oder eine Frau Opfer einer Vergewaltigung wird, liegt in beiden Fällen zum einen der Aspekt der Gewaltbereitschaft des Täters vor, zum anderen aber wird ein Opfer aus völlig verschiedenen Motivationen heraus gewählt. Oder: als „Hexen“ im Mittelalter als solche klassifiziert und gefoltert wurden, lag eine andere Motivation zugrunde als bei Folterungen im islamischen Gewaltregime des Iran oder wiederum bei den Folterungen Oppositioneller in der Militätdiktatur Pinochets in Chile.

Der Umstand dessen, Opfer geworden zu sein, also des Verletztwordenseins des Opfers in seiner Würde als menschliches Individuum selbst, hat niemals Rechnung für die Tätermotivation zu tragen. Man kann die Gewaltmotivation nicht hauptsächlich über die Position oder Eigenschaften des Opfers ableiten, da das Opfer nur im indirekten Zusammenhang in ein Gewaltvergehen und in die Gewalt generell eingebunden wird. (Dabei sollte man nicht vergessen: es gibt keine ethische Grundsatzlegitimierung zur Gewalt, außer derer der Selbstverteidigung oder des Schutzes. Am deutlichsten ist die indirekte Einbindung eines Opfers in der Anwendung von Gewaltmitteln zur Erzielung politischer, ideologischer oder religiöser Macht.)

Ebenso würde man keinen direkten Vergleich zwischen der Strategie z.B. der Hexenprozesse zu der Struktur der Nazigewalt gegen ihre Opfer ziehen, weil die Komplexität der Formen von Gewaltbereitschaft in den spezifischen Fällen anders erklärt werden müssen.

Die Frage der Ursachen, der Psychologie des Täters und die Fragen der Gewaltstruktur sind maßgeblich für die Erklärung über die Motivation von Gewalt und ihrer Formation. Das einzige was eine generelle Schnittmenge darstellt, zwischen allen Formen der Gewalt, ist die Gewalt selbst.

Gewalt hat Ursachen und Folgen. Die Folgen müssen in einem differenzierten Verhältnis zu den Ursachen analysiert werden, da die Ursachen oft allein dem Täter (besonders auffallend im Fall von Persönlichkeitsstörungen (3)) oder einer Tätergruppe zugeordnet werden können, und die Folgen aber die konkrete (von Täter gewollte) Einbindung des Opfers in die Gewaltpsychologie des Täters anbelangen.

Das was nun die menschliche Gesellschaft nichtmenschlichen Tieren gewaltsam antut, braucht einen eigenen Begriff der dem Sachverhalt gerecht wird. Die Bezeichnung „Holocaust“ sollte als Bezeichnung klar umrissen bleiben: Das Wort an sich bezeichnete in religiösen oder rituellen Kontexten die überbleibende Asche oder vollständige Verbrennung eines Tieropfers! Das Wort hat heute die uns allen bekannte Bedeutung im Bezug auf den Menschenmord, vor allem an den Juden durch die Nationalsozialisten im Dritten Reich. Man hat bezüglich der Gefahr von Atomwaffen und den Abwurf der Atombombe auf Hiroshima auch von einem ‚nuclear holocaust’ gesprochen, und das Englische ‚holocaust’ wurde im angelsächsischen Sprachgebrauch häufig als Synonym für den Begriff Genozid – den Massenmord an Menschen durch Menschen – angewendet.
Es ist zweifelhaft ob es irgendeinen Sinn in der Sache der Tierrechte oder der Menschenrechte macht, eine Analogie durch den Begriff des „Holokaust“ aufzeigen zu wollen. Denn dieser Versuch der Gleichsetzung trägt weder zu einer weitergreifenden Erfassung der Problematik nichtmenschlicher Tiere in einer homozentrischen Welt bei, noch kann er wirklich die Ursache von Greueltaten die Menschen an Menschen begehen oder begangen haben klären.

Ich glaube, dass solange keine Übereinkunft in der Bezeichnung des Komplexes menschlicher Gewalt gegen nichtmenschliche Tiere besteht, man begrifflich weiterkommen könnte, indem man die Unbeschrieblichkeit und die Unfassbarkeit erstmal bestehen lässt. Man hat für das, was wir heute „Tiertötung“ und „Tiermord“ nennen, noch keinen ausreichenden Begriffsrahmen geschaffen und damit auch keinen eigenen umschreibenden Begriff zur Hand.

Abschließend: Es geht in diesem Text nicht darum, durch die Aufwertung oder vielleicht eher anders Bewertung der Tierproblematik, die Würde des Menschen in irgendeiner Weise in Frage stellen zu wollen. Sondern es geht darum, dass dem Problem der Gewalt gegenüber nichtmenschlichen Tieren in seinem eigenen Recht Aufmerksamkeit erteilt werden muss.

(1) Robert Nozick, Anarchy, State, and Utopia, New York: Basic Books, 1974, S. 36.
(2) Dieser Punkt würde so etwas wie ein Interspezies-Sozialverhalten anbelangen, das aber abgesehen von einigen wenigen Beispielen in der Tierrechtsliteratur bislang wenig Interesse gefunden hat.
(3) In Großbritannien führten Diskussion über die psychologische oder kriminelle Einstufung von ‚personality disorders’ vor forensischem Hintergrund zu dem Ergebnis, dass die Einstufung nicht-therapierbarer Persönlichkeitsstörungen für die Rechtsprechung ein nicht klar addressierbarer Problemfall bleibt.

Das Acrylbild oben stammt von Farangis Yegane http://crownofthecreation.farangis.de/birds.one. Dieser Text wurde von Gita Yegane Arani-May verfasst und ist im Veganswines Reader 08 erschienen.

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From: Elias Canetti, Crowds and Power, The Entrails of Power …

Eating, crushing, as a form of wielding power over other living beings … Elias Canetti in ‘Crowds and Power’ pp. 210-211:

http://www.scribd.com/doc/79014916/Canetti-Crowds-and-Power (link open in new window)

I don’t agree with much of Canetti’s view on nonhuman animal behaviour in this nevertheless excellent piece of work of his. However, these thoughts about the ingestion of flesh as an act of wielding power over another animals life, are unique.

Another of his thoughts about human domination over nonhuman animals in the same publication is noteworthy too:

The Entrails of Power: ‘ …But even more than fear or rage, it is contempt which urges him to crush it. An insect, something so small that it scarcely counts, is crushed because one would not otherwise know what had happened to it; no human hand can form a hollow small enough for it. But, in addition to the desire to get rid of a pest and to be sure it is really disposed of, our behaviour to a gnat or a flea betrays the contempt we feel for a being which is utterly defenseless, which exists in a completely different order of size and power from us, with which we have nothing in common, into which we never transform ourselves and which we never fear except when it suddenly appears in crowds. The destruction of these tiny creatures is the only act of violence which remains unpunished even within us. Their blood does not stain our hands, for it does not remind us of our own. We never look into their glazing eyes. We do not eat them. They have never – at least not amongst us in the West – had the benefit of our growing, if not yet very effective, concern for life. In brief, they are outlaws. If I say to someone, ‘I could crush you with one hand,’ I am expressing the greatest possible contempt. It is as though I were saying: ‘You are an insect. You mean nothing to me. I can do what I like with you and that won’t mean anything to me either. You mean nothing to anyone. You can be destroyed with impunity without anyone noticing. It would make no difference to anyone. Certainly not to me.’

Aus dem Vegan*Swines Reader IV (2012): Der Mythos der „humanen“ Art der Ausbeutung und Tötung von Tieren

Der Mythos der „humanen“ Art der Ausbeutung und Tötung von Tieren

Diese Informationen basiert auf Erfahrungswerten von Tierrettungs- bzw. schutzhöfen und den Recherchen bekannter Tierrechts- bzw. schutzorganisationen. Die Angaben beziehen sich auf die Realität in westeuropäischen und US-amerikanischen Agrarbetrieben.

Eine „humane“ Umgehensweise sollte eigentlich bedeuten, mit Respekt und Einfühlungsvermögen mit den Lebewesen umzugehen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind. Es ist egal, ob es dabei um Menschen oder um Tiere geht. Das, was wir genau unter „humanen“, also menschlichen Werten verstehen, läßt darauf zurückschließen, auf welchem Level sich der gegenwärtige Aufgeklärtheitsstatus unserer Kultur befindet.

Würden wir die gleichen Methoden, die wir in der Aufzucht, Versorgung, und Tötung von Farmtieren praktizieren, auf unsere Haustiere anwenden, dann wäre das gesetzeswidrig und jeder normale Mensch würde so eine Behandlungsweise von Tieren als erschreckend und grausam empfinden … diesen Text als PDF lesen / downloaden (Link öffnet sich in einem neuen Fenster)

Common sense as a basis for morality in Animal Rights

Use your sense of justice, when you judge nonhuman animals, use your common sense, when you judge animals.

When natural scientist make findings about how an animal brain works, how animal psychology works, cognition, consciousness, it means they will do 1. invasive research at some point, and 2. they will be using parameters that are strictly homoncentric, meaning the frame of reference they apply moves only within a “human” framework of “objectivity”.

A real Animal Rights revolution would require people to step back from human parameters. A real Animal Rights revolution would mean we as humans are able to face nonhuman animals on the level where we allow them to be different but still respect their untouchable integrity in this natural world that we all live in and are born into.

When we want to give nonhuman animals our definitions, we should as Animal Rights people make sure we don’t impose a worldview onto them and their concerns, that is not theirs (and thus not in THEIR interest). If we can’t accept that animals have their own views of the world, then we deny them real and autonomous subjectivity, and then we deny them personhood in a sense that we should respect.

We don’t need scientific proof and scientific arguments, what we need is to learn to accept common sense as a basis for morality and moral judgment in Animal Rights issues as much as we accept our basic common sense to be enough when we talk about each other or internal human concerns.

 

Vegan for justice

Not the plain awareness that “eating meat is wrong”, but a growing sense of justice makes veganism so attractive to people I think.

Ok this is a fine line, but I believe what makes people want to turn vegan now, is not that “by chances” they have been informed about the atrocities going on in farms and slaughterhouses and that more or less right away turns them into vegetarians and/or vegans. I think it’s rather the growing sense of justice as far as nonhuman animals are concerned and the human relationship towards them, that makes people get the “click” of becoming a vegan.

People find it easier to stand for what they feel and think today, in regards to nonhuman animals.

In the past when you thought it was wrong to eat “meat”, etc. the pressure around a person living in a homocentrist society was so strong that someone was confronted with so many more obstacles than the obstacles a persons meets today in most or at least many contexts and places.

The danger of thinking that solely information would almost automatically create a more enlightened and thus hopefully compassionate people all around us, lays in the often overlooked point that many meat eaters and hunters, for example, etc., are acting fully knowing what they are doing and endorsing their fully aware chosen stances publicly wherever they can as individuals “having something to do with the issue” (they feel being asked for their warped views, so much, I think). The same fanaticism about a practiced carnism and speciesism also goes for some people in the field of arts it has to be noted – a professional field that is in much danger of acting on an ideological plane in society anyway and speciesist art is a sad fact that is often being ignored way too much ( speciesism in art : http://www.farangis.de/blog/category/animalistic-issue ).

What I think is important, is that we don’t underestimate the will and the power of the individual person and society overall to foster a sense of justice in each other once the ice is broken that sealed (one could say) “the lips of humanity” in the past.

the “personal choice” debate and homocentrism

As much as I like the cons of the article:

http://freefromharm.org/food-and-psychology/five-reasons-why-meat-eating-cannot-be-considered-a-personal-choice/

I find the “pros” partly a bit superficially treated.

Point 1. homocentrists and speciesist don’t care really wheather it’s “unnecessary” today to eat flesh. It’s about sacrificing life. Like “my human life is worth more than … “.

Point 2. Again, underlying mechanisms in society are overlooked when we hold back in as much that veganism (or rather not wanting to take part in animal murder in any form) is solely a choice of personal decision. The part of neseccisty on the side of “what human rights lose in a speciesist society” would need to be addressed for instance.

Point 3. It needs to be explained why a nonhuman animal victim isn’t even considered a victim by a speciesist or homocentrist respectively. “No being who prides himself on rationality can continue to support such behaviour.” Exactly that is the problem, they say that just because they are “rational” they are allowed to kill for their taste buds, etc.

Point 4. The destructivity of meat eating has the speciality that it does not care that it destroys the earth AND other humans (partly direclty) too … . To believe in the false cloak of a “humanity” that bases itself on speciesism and homocentrism, means to fall for a dangerous contractualism:

I don’t buy that people really in a basic sense accept even other humans rights. They don’t even accept my human right for example that I consider nonhuman animals to be rights holders as personalities too. So to believe that a person basically has a sense for “rights” but only applies it to her or his group seems wrong to me, BECAUSE this would be ONLY a contractualism, but with the claim for animal rights we are looking for the basic, fundamental rights to life, and earth-/ independent environmental rights, etc.

Point 5. here again it should be highlighted more or at all how animal rights and humans rights are intertwined – in a positive sense.

Otherwise I find it good and always highly due to discuss the issue of rights, in particular and foremostly animals rights and human “personal” choices!

An e-memorial and about people who simply deny that their harboring speciesist attitudes when you confront them …

The grave site of Martin Eduard Staudinger, German Animal Rights advocate and anti-vivisectionist. His grave is on the Hauptfriedhof in Frankfurt am Main, Germany. He shares a grave site with his grandmother Dorothea Staudinger geb. Behrends.

On a memorial site for the people who lie resting on the Hauptfriedhof his grave is mentioned as:
“146 Grabmal für Martin Eduard Staudinger (1842-1910), Kämpfer gegen die Vivisektion, Gewann C 59″ (http://www.bomas.de/buecher/brauchitsch-frankfurt.htm , accessed on the 16.08.12)

The inscription on his tombstone reads:’Im unermüdlichen Kampfe gegen die Vivisektion und für die Rechte der Tiere’ = In the untiresome fight against vivisection and for the rights of animals. (http://ar-civet-cat.blogspot.de/2010/07/martin-eduard-staudinger-1842-1910.html)

People that pretend not to know what speciesism is, and how to deal with them?

Honestly I don’t know yet, I am still trying to find ways … . Have you encountered that problem too: you make a somewhat halfwitted and half-conscious speciesist aware about the fact that you disagree with them making speciesist remarks (when you are around or not directly around on social networks maybe. People like to do it more so when an AR person is somewhere close by, so that a direct verbal argument can start, or so that they can try to ridicule your stance face to face and in public)?

Telling someone that you are against speciesism can be dealt with by a speciesist with a form of denial as a “response”, in which the person just assumes not to know what you’re talking about. Partly anybody is aware of speciesism, partly not. A speciesist is likely (at least in these days still) not fully aware of this -ism that humans direct against the nonhuman animal world (that is, speciesism!). A person might be aware about the conscious degradation of nonhuman animals, but might not consider that as a form of oppression that he or she should take politically serious in a considerate form. So we deal with an ethical blindness in many speciesists.

So how can one address them?

Overall it can be reasonable in the most cases to go ahead and still tell someone what you roughly think about the human-nonhuman relation in our societies in general. On the other hand, when you feel that informing that person won’t lead to any useful effect for the cause, you can just try to ignore their ignorance (!) and just “stand for what you stand” – let them know you are a vegan anti-speciesist, but not argue with them -, because your stance (in thought an action) will have all kinds of effects on your environment anyway.

I’m trying both these approaches anyway.

Neo-vegan perspectives – 1 : Why Animal Rights can’t be treated as secondary to Human Rights

Images: Acrylic paintings on canvas by Farangis Yegane : view “OUR OBSERVER

Neo-vegan perspectives – 1
Why Animal Rights can’t be treated as secondary to Human Rights

Let’s assume we can’t overcome human conflicts, and let’s assume we do not want to consider animal rights and environmental issues as ways in which we could also find fundamentally better approaches to conflict solution, because there doesn’t really exist an openness in the viewpoints of the majority to allow new or different perspectives on what’s to be considered as relevant and ‘sense-possessing’.

Animal Rights, even if not considered as touching a sphere of meaningful phenomena, is objectively not a secondary concern.

This is so, since the fact that human persons relegate animal individuals into “irrelevance”, as a sector created for the nature-animal complex, doesn’t hold any factual account for the leakage we can call an obvious one if we look at:

A) the grade of destruction aggravated by any forms of speciesism (and homocentrism respectively)

And B) the essential bond of the human notion of ideal justice in the moral practice lived by societies (idealism) with the natural and the animal world; and the unknown factors reciprocal of nature and animals overall as they display themselves back to human society (the other intelligence – designed by life basically).

Boycott all forms of speciesist exploitation …

I am clearly against KFC, cos I am a vegan.

Here is a new (I guess?) campaign by Greenpeace against them: http://www.kfc-secretrecipe.com/en_us/nogood.

What about the birds that kfc massmurders? If we are trying to mend something, we should not stop at the hardest part of the problem, I believe.

Fragment … thoughts on what we think are “atrocities”

Atrocities

We all think we know what atrocities are, and yes we do know – as people, as human beings – what the worst types of atrocities are. However, we fail to acknowledge the full extent of the psychological mindset in humans who cause such actions we consider to be “crimes against humanity” or the murder of an individual or several or many, many human beings.

The type of mindset that likes to destroy others for no reason but for the sake of hatred, is the same type of psyche that picks on any other living being too, in order to rule over it, in life and death.

As humans we have drawn a fence around that what is brutality against the natural world – humans excluded as the only protected and self-declared only species with culture and civilization. And whatever type of atrocities a human does within this spot: “nature”, is ok. We don’t even call that an atrocity then.

Humanity wants to have high moral values, but the basis on which this has to rest is exactly that very basis which destroys moral values. Humanism invented a circle that runs it itself ad absurdum.

Moral values do need a basis, and in reality they have a basis, and that is in the lived relation between human inasmuch and animals. My right as a human, is my right to defend what I perceive to be an animals right inasmuch. So this is my critique about humanism. A.) it fails to be logical as far as ethical reasoning is concerned in general and B.) it won’t allow me to think and act freely as soon as I want to cross the border out of the sterile world of human perspectives and philosophies of life.

Pain

You think you know what segregation means, and what it feels like. But go as a nonhuman animal into any designated human zone (basically every spot in the world), and you know what type of atrocity homocentrism is.

Human are animalcentric in that they focus on a total destructivity towards animals, both willing and unwilling. Animal culture is something human cultures have so much worked against, that being human in itself really is the anti-thesis to animal life. And humans try just so hard to be so very proud of that.

Humans want to emulate animals of prey, but they are just plain humans. We don’t know what the reason culturally is behind the animals of prey hunting other animals. But one thing is for sure, we as humans have another role and potential role. We can either fail and be enemies to the world, or we can see our own role and position made up of own and specific moral participatory values.

I don’t understand why people overall think and act in such highly undifferentiated ways when it comes to their stances on the human-animal relationship, when it comes to thinking about animal life and human life, and life in the universe over all.

However, humans all have to experience their life as own single individual beings, no matter how much they like to or have to hide in the human mass and no matter how much they fail to see the animal individual in what the human world senses to be the plain masses of animal life.

Living life as a single being confronts one with certain inevitable questions of the meaning and the purpose of ones own life. Look at the different meanings people seek out for themselves – all strings run together at a certain spot, and that spot is not to be found in any human-superiorist stratagems.

Can you think without your professor?

Can you think without your professor?

The academic discussion about animal concerns and where they meet human interests, is so detached from the reality of Animal Rights, that the discourse of these kind of animal ethicists seems in the core substance no more but a blast of sophist lapses branching out on a subject matter here only for secondary purposes but not because of Animal Rights themselves. What I think of are the heady discussions lead academically on the subjects of speciesism and anthropocentrism. Things may sound good, yet little way is given to nonhuman Animal Rights terms which would leave space for a nonhuman animal autonomy protecting against the human definition of “self” and “other”.

If we had a similar phenomenon in the academic discussion in regards to Human Rights, we would find ourselves in a futuristic soulless science fiction setting, where humans are no more but calculable sources to serve the interest of a hole.

The terms needed for and relevant to Animal Rights become politically practically useless when taken only to their abstract side and not to the side where a term is instilled with the aspects relating to the practical side of life – life’s daily political questions, that are concerned with environmental questions and the questions relating to Animal Rights concerns.

The worst form of an abstraction would be to go back to point zero and ask: what are Animal Rights again and which animals should have what exact rights. From an Animal Rights standpoint we take Animal Rights as a given ethical imperative and prerequisite. Similar to the understanding of RIGHT in Human Rights, my right is not dependent on any holy issue or on any group’s decision to grant me rights or even on the evolutionary side of being a humanoid. The sheer fact of existence grants the right that will take its own shape in the individual, and of course rights do conflict, and still we should try to live peacefully if we want to or if we can.

Political Animal Rights

So far we haven’t gained as much and enough political momentum as is needed in the inner national and supra-national political settings that constitute themselves with the political party systems, umbrella orgs, lobbyism driven by economical factors, NGOs, philanthropists and yes even grassroots work that we do in our communities directly or over the internet.

To rely on the possibility that academic discussion would take us any further with the needed political momentum for the Animal Rights movement, and how general society perceives the question of Animal Rights and how AR can go together with Human Rights, will be a long and disappointing wait.

Academia coins terms, but these terms become shallow after they go through the entire digestive system of the typical academic brain.

Which terms would we need, however?

We need to fill the space of the Animal Rights discussion basically with the same soul, with the same concern, idea, words, deeds …  such as we apply to our own concerns. Theories have their good, but the practice of life that in the end of the day makes up our political side of life, needs the individual strength of thought and deed.

We are able to talk about our own concerns, and we are also able to talk about the concerns of our fellow animal friends.