Corey Lee Wrenn: Kann Reiten vegan sein?

Kann Reiten vegan sein?

Corey Lee Wrenn

Can horseback riding be vegan? Ein Artikel von Corey Wrenn veröffentlich im Examiner.com am 10. April 2012, http://www.examiner.com/article/can-horseback-riding-be-vegan

Corey Lee Wrenns Uni-Profil http://central.colostate.edu/people/cwrenn/, Bloghttp://academicabolitionistvegan.blogspot.de/ und bei Twitter https://twitter.com/CoreyLeeWrenn

Übersetzung: Palang LY. Eventuelle typografische Korrekturen werden noch vorgenommen.

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Ein Interview auf der Tierrechtsseite ARZone mit der Pferde-„Rehabilitatorin“ Kim Hollingsworth hat kürzlich auf meiner Facebookseite ‚The Academic Vegan Abolitionist’ (1) zu einer interessanten Diskussion geführt. In diesem Interview verteidigt Hollingsworth das Reiten, solange das Pferd sich nicht verweigert und das Reiten nicht als „störend“ empfindet. Während ich immer dachte das sei ein typisch welfaristischer (2) Standpunkt, scheint es aber interssanterweise so, dass das Reiten, wenn es dem Bedarf des Tieres an sozialer Interaktion und Bewegung dient, von einer ganzen Anzahl von Abolitionisten akzeptiert wird, einschließlich von Gary Francione und anderen bekannten abolitionistischen Aktivisten.

Das Argument dabei ist, dass manche Pferde, die seit ihrer Geburt ja darauf konditioniert wären einen Reiter zu dulden und nun von der Interaktion mit dem Mensch anhängig sind, das Berittenwerden für ihre emotionale und physische Gesundheit tatsächlich bräuchten. Pferde könnten depressiv werden, unbeweglich und sogar ihr Futter verweigern, wenn ihnen die Interaktion mit dem Menschen, an die die Pferde sich bereits gewöhnt hätten, wieder plötzlich entzogen wird.

Dieses Argument ist typisch für die vielen unlösbaren ethischen Rätsel, die durch die grundlegend problematische Einrichtung der Domestizierung produziert wurden. Wir schaffen das Problem und ringen dann nach Lösungen wie ethische Entscheidungen getroffen werden könnten in einem System das in inhärenter Weise bereits ungerecht ist. Beispielsweise haben manche Katzen Schwierigkeiten damit, mit einer angereicherten veganen Ernährung physisch-gesundheitlich klarzukommen und so müssen wir die traugrige Entscheidung treffen sie mit dem Fleisch anderer nichtmenschlicher Tiere zu füttern. Viele Veganer müssen mit dieser Entscheidung leben, wobei manche tatsächlich vorschlugen, dass man Katzen einschläfern müsse damit die Ausbeutung von Nichtmenschen, die wegen ihres Fleisches ausgezogen werden, nicht weitergeführt wird, und damit wir ihren Status als Besitz nicht untermauern indem wir die Tiere als „Haustiere“ halten. Ich sehe darin keine Lösung. Ich bin der Meinung, dass es genug ist, dass wir, als Menschen, vegan sind, und dass wir in Richtung einer Beendigung der Nutzung von Tieren als Lebensmittel, sowohl für Menschen als auch für „Haustiere“, und gegen die Domestizierung arbeiten. Haben wir einmal eine kritische Menge veganer Menschen erreicht, dann werden diese Situationen verschwinden, da die Strukturen die sie bedingen damit auch verschwinden.

Das gleiche betrifft auch das Leben mit angenommenen Pferden – wenn wir eine kritische Menge veganer Menschen erreicht haben, dann würde damit die Pferdezucht abnehmen und wir wären nicht mehr länger dazu gezwungen schwierige Entscheidungen treffen zu müssen, die sich mitunter mit unseren nicht-spezisitischen Werten nicht vereinbaren lassen.

Zu diesem Zeitpunkt kann ich nicht sagen, dass ich das Reiten von Pferden unter irgendwelchen Umständen befürworten könnte. Pferde, als eine Gruppe genommen, weisen eine Vielzahl von möglichen „Fehlverhaltensweisen“ auf, die ziemlich klar signalisieren, dass das Pferd nicht beritten werden will. Zum Beispiel begegnen viele Pferde dem Zaumzeug ablehnend, buckeln und blähen ihren Bauch [beim Satteln] so auf, dass der Sattelgurt später zu locker sitzt. Und natürlich bedeutet der ganze Prozess des „Zureitens“ des Pferdes (im Englischen fachsprachlich „breaking a horse“), auch wenn es dadurch domestiziert wird, dass diese Tiere dazu gezwungen und konditioniert werden, ihre Ausbeutung zu akzeptieren.

Zudem unterscheidet sich der Glaube, dass Pferde einen Vorteil und Spaß an ihrer Ausbeutung hätten, kaum von einer Argumentation die behauptet, Sklaven hätten irgendeinen Vorteil von ihrer Versklavung gehabt (vor der Abschaffung der Sklaverei argumentierten viele [ihrer Befürworter], dass die Sklaven auf den Plantagen doch zufriedene Leben führen würden vergleichsweise zu ihrer vorherigen „barbarischen“ Existenz in Afrika), oder dass Frauen gerne an pornografischen Darstellungen teilhaben und einen Vorteil dadurch genössen, gerne bei Hooters (3) Kellern oder die Hauptarbeit beim Großziehen der Kinder, der Hausarbeit und dem Kochen erledigen würden. Wir müssen unter die Oberfläche blicken und die Auswirkungen von Unterdrückung erkennen – und damit auch die Internalisierung dieser Unterdrückung – die letzendlich solche Haltungen prägt.

Wichtig ist zu sehen, dass es verschiedene Alternativen gibt wie man ein Pferd froh und gesund halten kann – ein adäquater Lebensraum, Freunde auf der Weide (andere Pferde, Ziegen, usw.) und Spielzeige helfen. Pferdehalter [im Englischen ‚guardians’] können mit Pferden auch lange Spaziergänge machen. Wildlebende Pferde benötigen definitiv keinen Menschen auf ihrem Rücken um eine zureichende Anregung zu erhalten, und es gibt keinen Grund dafür anzunhemen, dass sich das bei einem domestizierten Pferd anders verhalten würde. In der Tat gibt es viele Pferde-„besitzer“ die ihre Pferde niemals reiten und die Tiere ausschließlich wegen ihrer Schönheit oder aus Gefährtenschaftsgründen halten.

Eine anderer Bedenkenspunkt ist der, dass wir doch offensichtlich auch nicht meinen wir müssten andere große Tiere, die wir halten [im Englischen ‚adopt’) oder gerettet haben, „reiten“ – keiner behauptet, dass Rinder, Elefanten, Llamas usw. zu ihrem Vorteil beritten werden müssten. Auch setzen wir kleinere Nichtmenschen, die wir als Gefährten halten – wie Katzen und Kaninchen zum Beispiel – auch nicht vergleichbaren Trainingserwatungen aus. Im Endeffekt kann man sagen, wir stellen Erwartungen an Pferde. Wir reiten sie, weil wir es können. Katzen sind da zum Streicheln, Pferde zum Reiten. Unsere Beziehung mit ihnen hat als eine zwischen Reiter und Packtier / als Herr und Diener für Tausende von Jahren existiert. Das Pferd, das als ein williger, feuriger, loyaler Gefährte dargestellt wurde, ist lange ein wichtiges Symbol in der menschlichen Kultur gewesen. Unsere soziale Konstruktion des Pferdes ist so durch die willkürlichen Entscheidungen geformt, die wir für den Grad und das Maß dessen treffen, wieviel menschliche Einmischung sie brauchen und wünschen. Wie in so vielen anderen oppressiven Situationen ziehen wir es vor anzunehmen, dass es ihnen nichts ausmacht, dass sie es brauchen oder es ihnen sogar gefällt von uns benutzt zu werden. Keiner würde dasselbe behaupten, wenn wir über menschliche Opfer von Ausbeutung sprechen würden. Wäre es beispielsweise akzeptabel die Mitglieder einer Minderheitsgruppe zu satteln und sie uns herumtragen zu lassen zum Zwecke ihres körperlichen Wohlbefindens. Es gibt dafür mit Sicherheit weniger kompromittierende Alternativen.

Doch kann eine lebenslang erfahrene Ausbeutung bedeuten, dass manche Pferde oder andere domestizierte Tiere eine schwere Zeit damit erleben sich daran zu gewöhnen, dass das Leben wie sie es [einst] kannten sich [mit einem Male] verändert hat. Daher sage ich nicht, dass es unsere Pflicht gegenüber domistizierten Pferden wäre, allen menschlichen Kontakt zurückzufahren, sondern ich meine, dass unsere Interaktionen dahingehend verändert werden sollten, dass den emotionalen und physischen Bedürfnisse des Pferden Rechnung getragen wird, ohne ihnen dabei unsere spezisistischen Forderungen aufzuzwängen. Ich bin der festen Überzeugung, dass Pferdepsychologen, die so viel Ziet damit verbringen Pferde für den menschlichen Gebrauch zu „rehabilitieren“, ihre Herangehensweise rekonfigurieren könnten und damit beginnen könnten Pferde in die Richtung zu rehabilitiereen, dass sie mit Menschen in eine einer egalitaristischeren Weise leben könnten.

Gleich welche Einstellung man hegt über das Reiten von Pferden, die es angeblich für ihr Wohlergehen bräuchten, es ist niemals in Ordnung die Pferdeindustrie zu unterstützen, Pferdeveranstaltungen (z.B. Dressur, Rennen oder Rodeos), Streichelzoos, Kutschfarten, Trailreiten, usw. Jede Situation in der ein Pferd als Besitz betrachtet wird, ihre Existenz darauf reduziert wird dem Menschen zu dienen und ihre „Besitzer“ sie als Güter behandeln, ist spezisitisch, und wir sollten dies ohne Umschweife ablehnen. Auf der anderen Seite brauchen tausende Pferde ein Zuhause. Hier zum Beispiel im Roanoke Valley sind zahllose Pferderettungseinrichtugen. Wir dürfen genausowenig mit der Zucht und dem Kauf von Pferden zu tun haben, wie mit der Zucht und der Kauf von Katzen oder Hunden.

Während dieser Artikel zu keinen letztendlichen Schlussfolgerungen kommt, dringe ich meine veganen Leser, die Pferde angenomen haben oder planen in Zukinft anzunhmen, darauf, über weniger spezisitische Alternativen zum Reiten nachzudenken. Wähenddessen wäre es für unsere Bewegung auch förderlich auf die Erfahrungen von Experten zurückzugreifen, die eine größere Pferdepsychologische und -biologische Kenntnis haben, um damit die weniger oppressive Alternativen zu erkunden.

(1) A.d.Ü. diese Facebookgruppe existiert nicht mehr, Corey Wrenn hat stattdessen den Blog http://academicabolitionistvegan.blogspot.de/ eröffnet.

(2) A.d.Ü. der Welfalismus bezeichnet im Tierschutz eine „Verbesserung“ von Tierhaltungsbedingungen in den Agrarindustrien, ohne einen rechtlich veränderten Status der Tiere mit Hinsicht auf deren Rechte auf Leben, Freiheit usw.

(3) A.d.Ü. Hooters ist eine amerikanischen Gastronomiekette, die bewußt mit dem „sex appeal“ bevorzugt junger Kellnerinnen wirbt.

Der Begriff ‚Karnismus’ ist verwirrend, sagt Corey Wrenn

‚Karnismus’ ist verwirrend

Corey Lee Wrenn

Dieser Artikel ist im Examiner im Dezember 2012 erschienen: Carnism is Confusing.

Corey Lee Wrenns Uni-Profil http://central.colostate.edu/people/cwrenn/, Blog http://academicabolitionistvegan.blogspot.de/ und bei Twitter https://twitter.com/CoreyLeeWrenn

Übersetzung: Palang LY

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In einem Interview auf der Seite Tierrechtseite ARZone hat Dr. Melanie Joy ihre „Karnismus“-Theorie besprochen, die sie definiert als eine unsichtbare Ideoligie des Fleischessens (im Orig. „meat“-eating). Einer der Gastgeber fragte Dr. Joy weshalb sie das logischere Konzept des Speziesismus ablehne. Ihre Antwort war, dass der Begriff Speziesismus „zu abstrakt“ sei und zu „verwirrend“, dass die meisten Leute hingegen verstehen würden wobei es beim „Karnismus“ ginge.

Ich muss sagen, dass mich diese Antwort vollständig verblüfft hat. Warum die Fixierung auf das Fleisch (im Orig. flesh)? Das Fleisch herauszupicken als das Problematischere ergibt schlichtweg keinen Sinn und es läuft auf nicht mehr hinaus als eine verbesserte Kampage für den Reduktionismus/Vegetarismus. Joy insistiert, dass der Begriff „Karnismus“ alle Tier-Produkte mit einbeschließe. Ich muss aber sagen, dass ich beim Lesen ihres Buches feststellen musste, dass dies an keiner Stelle klargemacht wird. Zudem gibt sie selbst in dem Interview zu, dass sie sich wenig auf die Themen Leder oder Wolle einlässt. Der Begriff „Karnismus“ schließt darüber hinaus Tierversuche, Haustiere und Tiere die zu Unterhaltungszwecken missbraucht werden aus.

Einer der Gastgeber fragte Joy ob sie meine, dass die Leute, die aus ihrer Vorträgen hinausgingen, das Konzept eher verstehen würden oder doch irgendwie verwirrt seien. (das war natürlich ein gezieltes Nachhaken – welcher Autor würde zugeben, dass seine Zuhörer durch seinen Vortrag konfus würden?) Joy antwortete, dass sie kein Problem damit habe wenn Leute verwirrt wären, die meisten Leute würde aber begreifen worum es ihr ginge. Ich bin mir sicher damit hat sie recht, denn der Vegetarismus wird als Konzept nun schon seit geraumer Zeit in unseren Kulturen weitläufig akzeptiert. Ihre These enthält nichts Radikales oder Neues.

Joy startete vor kurzem das „Carnism Awareness and Action Network“ – eine weitere welfaristische (1) Organisation die den Veganismus ins Abseits rückt, willkürlich definierten Reduktionismus fördert und von einer Webseite mit nicht zu übersehenden Spende-Buttons begleitet wird. Klare antispezisistische Botschaften lehnen Spenden grundsätzlich ab – sobald eine Organisation sich proffesionalisieren will, werden die Spenden für sie überlebensnotwendig. Der Veganimsus wird auf der Seite des Netzwerks wenig erwähnt – aber Joy versichert uns, dass er das implizierte Gegenteil zum Karnismus darstelle.

Joys Argument ist, dass der Begriff „Karnismus“ es für Leute „so einfach wie möglich“ machen würde, selbst für den Dümmsten. Sie behauptet, dass der Begriff Speziesisimus (das Korrelativ zu Rassismus, Sexismus, Heterosexismus, Abelismus [Behindertenfeindlichkeit], Ageismus [Altenfeindlichkeit] und Ethnozentrismus) einfach zu verwirrend sei. Zugleich macht sie aber auch nur selten die Wichtigkeit des Veganismus klar … oder warum die Ausbeutung von Tieren zu anderen als zu Lebensmittelzwecken probelmatisch ist … oder auch warum die Ausbeutung von Tieren zur Verwendung ihrer Haut, Milch oder Eier in inheränter Weise mit der Tiertötung für das Fleisch verbunden ist.

Ich kann mir kaum vorstellen wie ihr „Karnismus“-Gedanke verwirrender sein könnte. Sich mit dem Leiden von Tieren zu befassen, während man gleichzeitig an ihrer Ausbeutung teilnimmt, braucht kein neues Label. In der Sozialpsychologie bezeichnet man dies als kognitive Dissonanz und es ist eine Folge von Speziesismus und Oppression.

Diese intentionierte Verwirrung wird durch einen Artikel den Joy kürzlich im Online-Magazin One Green Planet veröffentlichte verschlimmert. Dort spielte sie die wachsende Kluft zwischen dem abolitionistischen Veganismus (2) und dem redukionistischen Welfarismus herunter. In ihrer Arbeit lehnt sie natürlich den Abolitionismus Gary Franciones ab und sie blendet den Veganismus aus. Die wichtigen Kritikpunkte, die der Abolitionismus gegen ihr welfaristisches Werk einzubringen hat anzuerkennen, würde ja schließlich auch ihre überflüßige „Karnismus“-Theorie unterminieren. Wie viele Welfaristen verteidigt sie vehement die kontraproduktive und letztendlich grauenhafte Arbeit der Reformen (A.d.Ü. in der Tierhaltung) und das Vegan-Bashing und sie porträtiert Abolitionisten in negativen Zügen um uns abzutun. Und das züchtigende Label des „Spaltertums“ wird nun wirklich auch langsam alt, muss man dem hinzufügen. Wir sind polarisierend, aber nicht in dem Sinne wie Joy es behauptet. Die Abolitionisten sehen Joy, und andere wie sie, als Zahnräder im Machinengetriebe der Industrie welfaristischen Tierschutzes, der von den Tierrechten fundamental zu unterschieden ist. Unsere Spaltung von derer Korruptheit tut und in keinster Weise leid.

Lasst den Jargon hinter Euch, gebt den Vegetarismus auf und streitet in einer einer klaren, ehrlichen und geradlinigen Weise für den Veganismus. Vermanschte Herangehensweisen auf einen Reduktionimus helfen unserer Bewegung nicht. Und bitte, wenn ihr Tieren helfen wollt, dann braucht ihr dazu nicht zu spenden, sondern werdet vegan und engagiert euch.

Leseempfehlungen der Autorin:

(1) A.d.Ü. der Welfalismus bezeichnet im Tierschutz eine „Verbesserung“ von Tierhaltungsbedingungen in den Agrarindustrien, ohne einen rechtlich veränderten Status der Tiere mit Hinsicht auf deren Rechte auf Leben, Freiheit usw.

(2) A.d.Ü. Die abolutionistische Tierrechtsbewegung, die durch die Rechtstheorien des Juraprofessors Gary L. Francione angestoßen wurde, setzt sich als Ziel durch Aufklärung und die praktizierte vegane Lebensweise zur Abschaffung des Status nichtmenschlicher Tiere als „verwendbarem Besitz“ in unseren Gesellschaften zu gelangen.

Corey Lee Wrenns Rezension von ‚Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen’ von Melanie Joy:

Why We Love Dogs, Eat Pigs, and Wear Cows: A critical review

http://www.examiner.com/article/why-we-love-dogs-eat-pigs-and-wear-cows-a-critical-review

An der Ideologie von Tierausbeutung gibt es nicht “unsichtbares“ – Gary Francione diskutiert über die Probleme, die sich an den Begriff des Karnismus anbinden:

There Is Nothing “Invisible” About The Ideology Of Animal Exploitation

http://www.abolitionistapproach.com/there-is-nothing-invisible-about-the-ideology-of-animal-exploitation/#.UY-99bX-He8

Mit der freundlichen Genehmigung der Autorin. Eventuelle typografische Korrekturen werden noch vorgenommen. Stichworte: Karnismus Kritik

Der vegane Prototyp des 19. Jahrhunderts

 Der vegane Prototyp des 19. Jahrhunderts

Palang LY

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Wir wissen, dass das Wort ‚vegan’ im Jahr 1944 von Donald Watson bei der Gründung der Vegan Society geprägt wurde (http://simorgh.de/niceswine/vegan-news-no-1), aber wem ist bekannt, dass eben diese Lebensweise und Ethik in Europa auch schon vorher praktiziert wurde?

Im Jahr 1815 schrieb William Lambe, Fellow des Royal College of Physicians ist seinem Buch: ‚Water and Vegetable Diet’: „Der Grund warum ich gegen den Gebrauch einer jeglichen Tierart zu Nahrungsmittelzwecken bin und warum ich als Lebensmittel nur die Früchte des Bodens anerkenne, liegt in der weitgreifenden Tatsache, dass nichts außer diesen für die menschlichen Organe geeignet sind. Im gleichem Maße wie Fleisch für die Ernährung ungeeignet ist, so sind es aber auch Eier, Milch, Käse und Fisch.“

Lambe begann im Jahr 1804 mit seiner neuen Ernährungsweise und schloss sich bald einer Gruppe Gleichgesinnter an. Zu dieser Gruppe zählte auch John Frank Newton (http://www.ivu.org/history/england19a/newton.html), der Autor von „Return to Nature, or a defence of the vegetable regimen“, das im Jahre 1811 in London publiziert wurde. Newtons Schwägerin, Harriet de Boinville, gehörte dieser Gruppe an. Ihr Haus, gelegen in der Gegend von Berkshire, und das Haus Newtons wurden zu den Treffpunkten des ersten uns bekannten Kreises protoveganer Freunde.

All das wäre vielleicht unbemerkt geblieben, wäre der damals 20-jährige Percy Bysshe Shelley nicht hinzu gestoßen. Der junge dichtende Shelley nahm bei einem Aufenthalt in Dublin im Jahr 1812 für sich eine Lebensweise an, die er als ‚das Pythagoräische System’ bezeichnete. Mit der klassischen Antike vertraut und das Lateiniische und Altgriechische beherrschend, muss er von dieser Art sich zu ernähren aus den alten Textquellen erfahren haben. Bei seiner Rückkehr nach London begegnete Shelley dem politischen Philosophen William Godwin der ihn mit Newton zusammenführte. Die jüngere Tochter Godwins, Mary Wollstonecraft Godwin, wurde später Shelleys zweite Frau. Vielen von uns ist sie auch bekannt als die Autorin des klassischen Romans ‚Frankenstein oder Der moderne Prometheus’.

Jahre später schrieb eine enger Freund Shelleys, Thomas Jefferson Hogg, der allerdings selbst Fleischesser geblieben war, über seine Erlebnisse bei den Shelleys:

„Ich passte mich an, nicht weil ich ihre Überzeugungen teilte, sondern nur aus Freundschaft. Ihre Gemüse-Diners waren natürlich wunderbar. Fleisch tauchte niemals auf, auch keine Eier als solche oder Butter in größeren Mengen. Eier und Butter wurde zwar beim Kochen zugelassen, aber so sparsam wie möglich und nur unter Protest, als kulinarische Hilfen denen man eingentlich nicht zusagte und die man bald aufgeben wolle. Käse war verboten. Milch und Sahne durften nur unter Vorbehalt gebraucht werden in Puddings oder im geringen Maße im Tee als Zugeständnis an die Schwäche Neu-Initiierter.“

Wir müssen uns natürlich bewusst machen, dass dies ja noch lange vor der Erfindung von Margarine war und noch lange bevor jemand im Westen etwas von Tofu oder Sojamilch gehört hätte. Die Veränderungen in der Ernährung waren zu der Zeit also ein noch größerer Schritt als heute, wo wir bereits eine pflanzliche Cuisine und die dazugehörigen Produkte vorfinden.

Es ging den Shelleys aber nicht bloß um das Essen oder um die Gesundheit. 1813 veröffentliche Shelley sein großes philosophisches Gedicht ‚Queen Mab’ (http://ia700803.us.archive.org/14/items/queenmabphilosop00shel/queenmabphilosop00shel.pdf), dem er als Vorwort seinen Text ‚A Vindication of Natural Diet’ (http://www.gutenberg.org/files/38727/38727-h/38727-h.htm, ‚Zur Verteidigung einer natürlichen Diät’) voranstellte. Im Gedicht ‚Königin Mab’ finden wir die folgenden Zeilen:

Nich länger nun schlachter er das Lamm, dass ihm in sein Gesicht schaut, nicht länger verschlingt er grauenhalft sein geschunden Fleisch; …

Die Gruppe blieb einige Jahre beisammen. Zwischenzeitlich heiratete William Lambes Tochter den Sohn von Mrs. de Boinville, doch bald löste sich alles auf und nur Mr. Lambe erscheint später wieder im Blickfeld.

***

Im Jahr 1817 wissen wir von James Pierrepont Greaves als einem der die pflanzliche Ernährungsweise für sich annahm, und soweit uns bekannt ist war das auch tatsächlich eine völlig pfanzlich-basierende Ernährung die er von Anfang an praktizierte. Über sein frühes Leben wissen wir nur, dass er irgendwann in London lebte als Nachbar des Herausgebers der Bücher die wir oben bereits erwähnten. Und so könnte es sein, dass er mit dem einen oder dem anderen dieser Veröffentlichungen inhaltlich vertraut gewesen ist. Greaves verbrachte mehrere Jahre in der Schweiz bei dem radikalen Pädagogen und sozialreformer Pestalozzi, und er plante bald eine eigene Schule in London zu eröffnen. Zuvor hatte er von einer Schule in Boston, USA, erfahren, zu deren Curriculum außer der Vermittlung der Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männnern und antirassistischen abolutionistischen Gedanken auch eine ethisch motivierte Lebensweise zählte, die sich mit der Versklavung der Tiere befasste (http://www.vegsource.com/john-davis/bronson-alcott—american-pioneer-vegan.html); das war eine Lebensweise, die wir heute als eine vegane Lebensweise bezeichnen würden – den Begriff gab es damals aber selbstverständlich noch nicht. Die Schule in Boston, die Temple School, war von dem Lehrer und Philosophen Amos Bronson Alcott im Jahre 1834 gegründet worden.

Beeindruckt von dem erzieherischen Konzept der Bostoner Schule eröffnete Greaves nun seine eigene Schule in England und benante sie nach Alcott, so entstand ‚Alcott House’ im Jahr 1838 in Surrey. Heute wissen wir, dass es diese Gruppe gewesen ist, die sich zu allererst als „Vegetarier“ bezeichneten. Der erste gedruckte Gebrauch des Wortes ist uns aus dem Jahr 1842 aus einem Journal bekannt. Zu diesem Zeitpunk muss den Lesern der Begriff aber bereits geläufig gewesen sein. Inzwischen lässt sich auch zurückverfolgen, dass zu dem Zeitpunkt „vegetarisch“ noch eine 100%ig pflanzliche Ernährungsweise bedeutete. Man bemühte sich darum, das meiste der Früchte und des Gemüses selbst anzubauen und als Getränk wurde ausschließlich pures Wasser favorisiert – so wie das Dr. Lambe Jahre zuvor bereits empfohlen hatte. Lambe besuchte ‚Alcott House’ häufig und sah dort seine Ideen in die Praxis umgesetzt. Aus den überlieferten Dokumenten der Schule lässt sich ersehen, dass man die Zucht und Haltung von Tieren zum Zwecke ‚des Gebrauchs’ oder ‚der Unterhaltung’ strikt ablehnte, worin sich ebenso die ethische Begründung für ihre Lebensweise erkennen lässt.

Amos Bronson Alcott besuchte Alcott House vier Monate lang im Jahr 1842, und nahm zwei der dort Angestellen mit zurück auf seiner Heimreise in die USA, wo er mit ihnen eine weitere Gemeinschaft in der Nähe Harvards gründete, die er „Fruitlands“ nannte. Dieses Projekt war eher von kurzer Dauer. Auch dort wurde rein pflanzlich gegessen und der Einsatz vor Tierarbeit war verboten. Von der Tochter Alcotts, Louisa May Alcott (http://www.louisamayalcott.org/), wissen wir aus ihrem Buch ‚Little Women’, dass Alcott House 1848 schloss nach zehnjährigem bestehen.

Innerhalb dieser Zeit wurde im Jahr 1847 die Vegetarian Society gegründet. Zwei Angestelle von Alcott House arbeiteten anfangs als Schatzmeister und Sekretär für die Vegetarian Society. Doch hätte die Vegetarian Society bald aufegeben, wenn sie nicht den wohlhabenden James Simpson von der Bible Christian Church zu ihrem Präsidenten gewählt hätten. Leider brachte dieser Zug aber auch mit sich, dass die Version einer „vegetaliben Ernährungeseweise“ der Bible Christian Church übernommmen wurde, die nur bedeutete kein Fleisch zu essen. Die Vision der BCC speiste sich aus der bildichen Überlieferung ‚von Milch und Honig’ (und Eiern) die im gelobten Land flössen. Die darauf resultierende Verwirrung und Verwässerung des neu formierenten Gedankens einer ethischen Lebensweise die Tiere mit einbeschloss dauerte ein Jahrhundert lang an, bis eine Gruppe innerhalb der Vegetarian Society sich dazu entschied, eine klare Entscheidung zu treffen und so die Vegan Society 1944 gegründet wurde.

***

Auszug aus ‚Queen Mab’ von Shelley:

http://knarf.english.upenn.edu/PShelley/mab8.html

‘Here now the human being stands adorning

This loveliest earth with taintless body and mind;

Blest from his birth with all bland impulses,                     200

Which gently in his noble bosom wake

All kindly passions and all pure desires.

Him, still from hope to hope the bliss pursuing

Which from the exhaustless store of human weal

Draws on the virtuous mind, the thoughts that rise

In time-destroying infiniteness gift

With self-enshrined eternity, that mocks

The unprevailing hoariness of age;

And man, once fleeting o’er the transient scene

Swift as an unremembered vision, stands                           210

Immortal upon earth; no longer now

He slays the lamb that looks him in the face,

And horribly devours his mangled flesh,

Which, still avenging Nature’s broken law,

Kindled all putrid humors in his frame,

All evil passions and all vain belief,

Hatred, despair and loathing in his mind,

The germs of misery, death, disease and crime.

No longer now the wingèd habitants,

That in the woods their sweet lives sing away,                    220

Flee from the form of man; but gather round,

And prune their sunny feathers on the hands

Which little children stretch in friendly sport

Towards these dreadless partners of their play.

All things are void of terror; man has lost

His terrible prerogative, and stands

An equal amidst equals; happiness

And science dawn, though late, upon the earth;

Peace cheers the mind, health renovates the frame;

Disease and pleasure cease to mingle here,                        230

Reason and passion cease to combat there;

Whilst each unfettered o’er the earth extend

Their all-subduing energies, and wield

The sceptre of a vast dominion there;

Whilst every shape and mode of matter lends

Its force to the omnipotence of mind,

Which from its dark mine drags the gem of truth

To decorate its paradise of peace.’

Die Kommentierung Shelleys:

{17} VIII. 211, 212

No longer now

He slays the lamb that looks him in the face.

I hold that the depravity of the physical and moral nature of man originated in his unnatural habits of life. The origin of man, like that of the universe of which he is a part, is enveloped in impenetrable mystery. His generations either had a beginning, or they had not. The weight of evidence in favour of each of these suppositions seems tolerably equal; and it is perfectly unimportant to the present argument which is assumed. The language spoken, however, by the mythology of nearly all religions seems to prove that at some distant period man forsook the path of nature, and sacrificed the purity and happiness of his being to unnatural appetites. The date of this event seems to have also been that of some great change in the climates of the earth, with which it has an obvious correspondence. The allegory of Adam and Eve eating of the tree of evil, and entailing upon their posterity the wrath of God and the loss of everlasting life, admits of no other explanation than the disease and crime that have flowed from unnatural diet.Miltonwas so well aware of this that he makes Raphael thus exhibit to Adam the consequence of his disobedience […]

***

Zur Geschichte des Vegetarismus in Europa: http://www.ivu.org/history/vegetarian.html

Quellen:

http://www.vegansociety.com/feature-articles/prototype%20vegans.pdf

http://www.worldvegfest.org/index.php/blogs/john-davis/118-john-frank-newton-and-the-vegan-commune-of-1813

http://www.ivu.org/history/Vegan_History.pdf

http://www.ivu.org/history/societies/vegsoc-origins.html

Datum der letzten Zugriffe auf alle hier aufgeführten Links: 3. Mai 2013.

(Eventuelle typographische Korrekturen im Text werden noch vorgenommen.)

 

Eine Übersetzung der ersten Vegan News aus dem Jahre 1944, verfasst von Donald Watson

Dieser Text als PDF: The Vegan News No.1 auf Deutsch (der Link öffnet sich in einem neuen Fenster)

Eine Übersetzung der ersten Vegan News aus dem Jahre 1944, verfasst von Donald Watson.

Aus dem Englischen: Gita Yegane Arani-May. Mit der freundlichen Genehmigung der Vegan Society GB,  http://www.vegansociety.com.

Dies ist die deutsche Erstübersetzung. Copyright © 2013, G. Yegane Arani-May. Alle Rechte vorbehalten.

„The Vegan News“

(Vierteljährlich erscheindes Magazin der nicht-Milch-konsumierenden Vegetarier.)

Preis: zwei Twopence (3 Threepence, inklusivePorto)

Jährliches Abonemment 1 Shilling

No. 1. November 1944

Ein Scan des Originals als PDF: http://www.vegansociety.com/feature-articles/1944-news.pdf

Die neueren Aritkel und Briefe im „Vegetarian Messenger“, die sich mit der Frage der Verwendung von Milchprodukten befassen, zeigten starke Beweise dafür, dass die Herstellung dieser Nahrungsmittel die grausame Ausbeutung und die Tötung von hoch-sensiblem Leben beinhaltet. Die Entschuldigung, dass es nicht nötig wäre zu töten um Milchprodukte zu erhalten ist nicht zu vertreten für diejenigen, die über die Methoden der Nutztierhaltung bescheid wissen – die auch wissen mit welcher starken Konkurrenz sich selbst humane Bauernbetriebe konfrontiert sehen, wenn sie im Geschäft bleiben wollen.

Seit Jahren sind viele von uns als Lakto-Vegetarier davon ausgegangen, dass die Fleisch- und die Milchindustrie zusammenhängen, und sich auch in unterschiedlicher Weise gegenseitig fördern. Daher entschieden wir, dass die Vermeidung von Milchprodukten aus ethischen Gründen ganz besonders gefordert ist, und wir hofften, dass uns eine Krise unseres Bewusstseins früher oder später schließlich ganz [von diesen Zusammenhängen] befreien würde.

Diese Freiheit haben wir nun erreicht. Wir folgten nunmit einer Ernärhungsweise die frei von allen tierischen Lebensmitteln ist, über Zeiträume rangierend von einigen Wochen in einigen Fällen bis zu vielen Jahren in anderen Fällen. Und nun glauben wir, dass unsere Ideen und unsere Erfahrungen reif genug dafür sind um aufgezeichnet zu werden. Die fraglose Grausamkeit die mit der Produktion von Milchprodukten einhergeht lässt unbezweifelbar erkennen, dass Lakto-Vegetarismus nun eine halber getaner Schritt ist vom Fleischkonsum zu einer wirklich humanen, zivilisierten Ernährungsform. Wir denken daher, dass wir während unseres Lebens auf der Erde versuchen sollten uns soweit zu entwickeln, dass wir den ganzen Schritt tun.

Wir erkennen deutlich, dass unsere Gegenwartszivilisation sich auf der Ausbetung von Tieren errichtet, so wie vergangene Zivilisationen sich auf der Ausbeutung von Sklaven errichtete,. Wir glauben, dass das geistige Schicksal des Menschen so verlaufen wird, dass die Menschheit in der Zukunft mit Abscheu daran denken wird, dass sie sich einstmals von Produkten aus Tierkörpern ernährte. Selbst wenn die wissenschaftlichen Beweise dafür zu dieser Zeit nicht vorliegen, so gegen wir aber dennoch davon aus, dass das große Hindernis einer moralischen Entwicklung wahrscheinlich jenes ist, das der Mensch parasitengleich von den niedrigeren Formen tierischen Lebens lebt. Das Vordringen in Bereiche der nicht-materiellen (vibrationalen) Eigenschaften von Nahrungsmittel hat gerade erst begonnen, und es ist kaum anzunehmen, dass die gewöhnlichen stofflichkeitsbezogenen Methoden der Forschung hierbei viel helfen können. Möglich ist aber, dass in Folge einer Eliminierung aller tierischen Vibrationen aus unserer Nahrung, wir nicht nur den Weg zu einer wirklich gesunden Zellkonstruktion finden können, sondern auch einen Grad an Intuition und spirituellem Bewustsein erreichen werden, der uns bislang noch unbekannt ist.

Ein häufiger Einwand ist, dass die Zeit für unsere Reform jetzt noch nicht reif wäre. Kann die Zeit jemals für irgendeine Reform reif sein, außer sie wird durch eine humane Bestimmtheit dazu reif gemacht? Wartete Wilberforce für die „Reifung“ seiner Zeit, bevor er mit dem Kampf gegen die Sklaverei begann? Haben Edwin Chadwick, Lort Shaftesbury und Charles Kingsley gewartet auf solch einen nicht-existierenden Moment, bevor sie mit ihrem Versuch begannen das große, tote Gewicht der öffentlichen Meinung davon zu überzeugen, dass sauberes Wasser und Badezimmer eine Verbesserung sind? Hätten sie ihre Intention erklärt, dass sie alle vergiften wollten, der Widerstand wäre kaum größer gewesen. Es gibt eine ganz offen liegende Gefahr in der Erwartung, dass die Nachwelt unsere Ideale erfüllen würde, denn die Nachwelt teilt unsere Ideale nicht unbedingt. Evolution kann retrogressiv und progressiv sein, und in der Tat exisitiert immer eine starke Neingung dahingehend, dass die Dinge in die falsche Richtung driften, wenn existierene Standards nicht gepflegt und neue Visionen nicht wertgeschätzt werden. Aus diesem Gunde haben wir unsere Gruppe gegründet, die erste ihrer Art, so glauben wir, in diesem und auch anderen Ländern.

Die Organisation der Gruppe

Unsere 25 Mitglieder sind überall in der Welt verstreut, ein Komitee können wir daher nicht einberufen. Weil keine anderen Freiwilligen zur Verfügung standen, habe ich die Pflichten des ehrenamtlichen Sekretärs, des Schatzmeisters und Buchprüfers übernommen und wenn diese undemokratische Konstitution jemandem aufstößt: ich bin offen für jegliche Voschläge zu einer Verfahrensweise, die mich dazu befähigen könnte – absichtlich oder unabsichtlich – die Gelder der Gruppe aus den Abbomenments zu  unterschlagen, die sich zur Zeit auf einen Schilling im Jahr belaufen!

Die Arbeit der Gruppe wird sich zuerst auf die Ankündigungen in dem Mitteilungsblatt beschränken. Großes Interesse wurde letztlich hervorgerufen durch unsere Argumentationen, und es scheint garantiert, dass unser Bulletin in weiten Zirkeln gelesen werden wird. Wir haben viele Bestellungen für unsere ersten vierteljährlichen Ausgaben erhalten und gehen davon aus, dass es noch mehr werden, wenn wir unsere Eigenwerbung starten. Herr J.W. Robertson Scott, der Herausgeber des „Countryman“ schrieb uns – „Ich würde mich freuen von Ihnen zu hören, welchen Erfolg sie dabei haben werden milchfrei-lebende Verbraucher zu sammeln. Ich fand schon immer, dass aus agrarkultureller Sicht der Vegetarismus eine alogische Position vertritt, denn so wie Eier nicht produziert werden können ohne die Tötung der mänmnlichen Küken, so kann Milch nicht ökonomisch erwirtschaftet werden ohne die Zusammenarbeit mit dem Metzger.“ Die Klarheit mit der Vegetarier generell dieses Thema sehen wird anschaulich in dem Resultat einer Debatte, die vor kurzem stattfand, und die von der Croydon Vegetarian Society organisiert wurde. Die Meinung bestand fast einstimmig und man beschloss, dass „Vegetarier sich zum Ziel setzen sollten alle Milchprodukte aus ihrer Ernährung zu eliminieren“. Wenn ich mich recht erinnere fiel die Abstimmung mit 30 zu 2 Stimmen aus.

Unsere Mitglieder sind selbstbewußte Individualisten, die sich durch Kritik nicht leicht einschüchtern lassen und vom Pioniergeist erfüllt sind. Und man hat das Gefühl sie würden es niemals zulassen, dass ihr Magazin zu einer reinen Sekretariastsproduktion degenerieren würde. Alle sind dazu aufgerufen von Zeit zu Zeit etwas beizutragen um das Magazin interessant, nützlich und gedankenprovozierend zu gestalten. Könnten wir eine Reihe von Artikeln (mit etwa 600 Worten) über „meine spirituelle Philosophie“ veröffentlichen? Artikel, Briefe, Rezepte, Ernährungstabellen, Gesundheitsberichte, Presseauszüge, Gartentips, Ratschläge zur Baby- und Kleinkinderpflege, Werbung (für Mitglieder umsonst), alles ist willkommen. Briefe mit der Kritik von denjenigen, die nicht unsere Meinung teilen, werden auch veröffentlicht. Dies ist echte Pioniersarbeit, und wenn wir wirklich zusammenarbeiten, dann werden wir mit Sicherheit auch einen Fortschritt in den humanitaristischen Praktiken erfahren, und vielleicht werden wir auch einige anderenfalls unerreeichbaren diätischen Wahrheiten entdecken. Wir wollen uns daran erinnen wie so viel der modernen Ernährungsforschung begünstigst wird durch eingennütziges Interesse, in den Vivisektionslaboratorien durchgeführt, und dass wir hiermit auch immer noch ohne viel Informationen dastehen über die Vorteile der Ernährungsweise die keinerlei tierische Substanzen enthält. Wir wissen, dass domestizierte Tiere heutzutage fast alle gleichermaßen Krankheitsträger sind, und wir, so lange 99.9999% der Bevölkerung die Produkte dieser erkrankten Körper konsumieren, kaum das Übel herauserkennen können, das solche Nahrungsmittel anrichten. Einhundert Menschen die strikt auf der Basis einer nicht-tierischen Ernährungsweise für einige Jahre leben, könnten Daten von unschäzbarem Wert liefern. Finanzielle Untersützung von der Regierung wird für viel weniger nützliche soziale Arbeiten erteilt!

Gesucht – ein Name

Wir sollten uns alle genau überlegen wie wir unsere Gruppe, unser Magazin und uns selbst überhaupt nennen wollen. „Nicht-Milchkonsumierend“ ist inzwischen umgangssprachlich generell bekannt geworden, aber so wie „nicht-lakto“ klingt es zu negativ. Außerdem beinhaltet der Begriff nicht, dass wir auch dem Gebrauch von Eiern als Lebensmitteln widersprechen. Wir benötigen einen Namen der vermittelt was wir essen, und womöglich müsste der Name den Gedanken weitertragen, dass obgleich alle tierischen Lebensmittel Taboo sind, die Natur aber eine beeindruckende Fülle bietet, von der wir wählen können. „Vegetarier“ und „Fruktarier“ werden bereits mit den Vereinen in Verbindung gebracht, die die „Früchte“ (!) von Kühen und Vögeln („Geflügel“) erlauben, daher scheint es, sollten wir eine neues und passended Wort finden. Da die erste Ausgabe unseres Merkblattes benannt werden musste, habe ich den Titel „The Vegan News“ verwendet. Wenn wir diesen Namen annehmen sollten, dann wird unsere Ernährung bald als eine VEGANE Ernährung bekannt werden und wir werden der Rang von VEGANERN einnehmen. Vorschläge von Mitgliedern sind willkommen. Der Vorzug eines kurzen Namens ist denen von uns besonders bekannt, die, als Sekretäre vegetarischer Vereine, das Wort Vegetarier tausend man im Jahr tippen oder schreiben müssen!

Unsere Beziehungen zu den Lakto-Vegetariern

Das Ziel unserer Gruppe ist es eine Reform zu demonstieren, von der wir meinen, dass sie moralisch, sicher und logisch ist. Indem wir dies tun, drücken wir natürlich auch einschränkunglos aus, warum wir den Gebrauch von Milchprodukten ablehnen. Daraufhin müssen wir mit Kritik rechnen. Unsere Sorge soll aber nicht sein, ob wir es nicht schaffen werden andere von unseren Standpunkten zu überzeugen, sondern, wir denken eher es sollte den anderen Sorge bereiten, wenn sie in der Tiefe ihres Herzens wissen, dass wir eigentlich Recht haben. In jedem Falle aber sollte es keine Feindseeligkeit geben zwischen uns und den ‚Laktos’. Wir alle wissen, dass der Lakto-Vegetarismus einen eigenen Platz in der Evolution der Ernährung einnimmt, aus dem Grund haben einige von uns viel Zeit damit verbracht für die Ziele des Lakto-Vegetarismus zu arbeiten. In den letzten Jahren haben zwei nationale vegetarische Gesellschaften der Frage der Verwendung von Milchprdukten in ihren Magazinen viel Raum geboten und wir haben jeden Grund dazu anzunehmen, dass sie unsere Arbeit ernst nehmen werden und auch ab und zu mal über uns berichten werden.  (Bevor wir die Gruppe gründeten, wurde der Vegetarian Society gegenüber der Vorschlag geäußert, eine entsprechende Sektion als Teil der Society einzurichten. Der Vorschlag wurde von dem Komitee freundlich empfangen, das aber entschied, dass die ganze Kraft der Society weiterhin in die Aufgabe des Kampfes um die Abschaffung des Fleischkonsums fließen sollte, und dass solch eine Gruppe aus diesem Grunde als ein unanbhängiges Organ freier in ihrem Handeln wäre.) Die Notwendigkeit beweisen zu können, dass es möglich ist ohne Milchprodukte gesund sein zu können, ist natürlich auch zu wichtig für jeden Lakto-Vegetarier, als dass er das ignorieren könnte. Sich auf den Laktovegetarismus als eine zufriedenstellende Lösung der Ernährungsfrage zurückzuziehen, heißt eine Sequenz furchtbarer Bauernhof- und Schlachthof-Geschehnisse als Teile eines unvermeidbaren göttlichen Plans zu akzeptieren. Und muss dem noch hinzugefügt werden, dass das auch noch beinhalten würde das Spektakel eines erwachsenen Mannen geheftet an das Euter einer Kuh zu akzeptieren, als eine würdige und rationale Intention von Seiten der Natur!

Ohne einen Rückgriff auf die Selbstgerechtigkeit fühlen wir uns in eine starken Position, die uns erlaubt der Lakto-Vegetarismus zu kritisieren, weil das schlimmste das wir sagen könnten allein eine Wiederholung einer Kritik sein wird, mit der wir uns bereits selbst gemessen haben. Daher werden wir die Wahrheit so wie wir sie sehen zum Ausdruck bringen, und auch wenn unsere Freunde die Lakto-Vegetarier unsere Ideen ablehnen werden wenn sich möchten, so hoffen wir doch, dass sie uns nicht dafür ablehnen werden, dass die unsere Gedanken ihnen gegenüber äußern.

Was uns selbst betrifft

Soweit wir wissen, hat jedes der Mitglieder unserer Gruppe den Gebrauch von Milchprodukten aus humanistischen Gründen aufgegeben. Wir stehen den orthodoxen diätätischen Theorien keinesfalls ignorant gegenüber, und, indem wir unserer moralischen Überzeugung nachgehen, so finden wir, dass wir einige ihrer Theorien widerlegen sollten. Wir scheuen nicht davor zurück zu sagen, dass eine Moralphilosophie gemischt mit einer Priese gesundem Menschenverstand eine vernünftigere Leitlinie bietet als Theorien, die in Vivisektionslaboratorien erdacht worden sind. Wir werden niemals bereit dazu sein zu akzeptieren, dass Ernährung und Bewusstsein einen Widerspruch bilden müssen. Wir stellen grundsätzlich in Frage, ob die Ernährungsexperten, die die Vorteile tierischen Proteins so preisen, jemals versucht haben eine vernünfige Ernährung ohne solches Protein für sich zu wählen, und wenn sie das nicht getan haben, dann ist für uns nicht erklärbar, wie sie hier in sinnvoller Weise urteilen können.

Wir wissen, dass die Anatomie des Menschen fraglos die eines Frugivoren ist. Wir wissen, dass das Milchtrinken von Erwachsenen eine Absurdität ist, die von der Natur niemals so angelgegt war. Wir wissen, dass es uns mindestens so gut ohne Milchprodukte geht, wie es uns mit ihnen ging. Wir wissen, dass im Mindesten 40% der Kühe tuberkulös sind. Wir wissen, dass die Pasteurisirung den Milchhändlern gestattet Milch zu verkaufen, die einige Tage alt ist. Wir wissen, was mit denen passiert, die sich mit „nahrhaften erstklassigen Proteinen ernähren“, wie die altgläubigen Ernährungsberater es empfehlen – fast alle von ihnen sterben an malignösen furchtbaren Krankheiten. Der Himmel möge uns helfen, dass uns nicht das Gleiche befalle, wenn uns unsere Ernährung im Stich ließe!

Außer dass wir sagen werden uns geht es „sehr gut, danke“, halten wir die Zeit für vielleicht noch zu früh um große Behauptungen über die physiologisch beiträgliche Überlegenheit unserer Ernärhung anzustellen. In bescheidener Weise kann Euer Sekretär von sich behaupten, dass er es nun schafft 230 Meilen am Tag zu radeln, wobei er vor Jahren, als er noch Milch und Eier zu sich nahm, nach der halben Strecke reif für’s Bed und Breakfast war. Er ist auch imstande seinen Garten zehn Stunden lang am Tag umzugraben, ohne sich am nächsten Morgen irgendwie anders zu fühlen. Aber wir müssen vorsichtig mit Behauptungen sein, so dass die Welt nicht von uns hört und erwartet 2 ½ Meter große, rotwangige, muskulöse Monster zu sehen, die gegen jede Krankheit des Körpers immun sind. Wir können so ziemlich sicher sein, dass wenn jemals so viel wie ein Pickel die Schönheit unserer physischen Form verunstalten sollte, es in den Augen der Welt ganz an unserer eigenen albernen Schuld liegen wird, weil wir ja nicht das „richtige Essen“ essen. Gegen solch einen Pickel werden die gorßen Plagen der Krankheiten, die nun fast alle Miglieder der zililisierten Gesellschaft (die auf der Basis „richtiger Nahrung“ leben) befallen, ganz unauffällig danebenstehen. Es ist angesagt, dass wir uns Gürten unseren Kritikern zu begegnen! In unseren eher reflektieven Momenten können wir nicht anders als zu denken, dass größere Risiken existieren, als das von sauberen Salaten, Früchten, Nüssen und Vollkorn zu leben. Wir können kaum wünschen als moralische Riesen eingestuft zu werden, weil wir wählen auf einer Ernährungsgrundlage zu leben, die so offenkundig die Selbsterhaltung bevorzugt.

In den Annmahe, dass einige Mitglieder gerne miteinander korrespondieren wollen, schlagen wir vor in unserer nächsten Ausgabe Namen und Adressen zu publizieren. Alle Mitglieder die in dieser Liste nicht aufgeführt werden wollen, sollten mir Bescheid sagen.

Wir haben gehört, dass ein Pamphlet gegen den Gebrauch von Milch vor 40 Jahren von einem Harley Street Spezialisten verfasst wurde. Weiß irgendeines unserer Mitgliefer etwas von dieser Publikation?

Betreffend derer, die noch nicht mit uns sind

Wir verstehen, dass alle Milchprdukte zu eliminieren persönliche Schwierigkeiten verursacht, die von Individuum zu Individuum unterschiedliche Ausmaße haben können. Wir verstehen auch, dass die gegenwärtige Zeit nicht die einfachste ist um solche einen Wechsel zu vollziehen. Aber wir denken, dass indem jetzt das Fundament für unsere Bewegung gelegt wird, viele bald im Zuge ihrer Fiedensbestrebungen zu uns stoßen werden. Wir wissen, dass im Bewusstsein der Vegtarier genrell eine besondere Unruhe herrscht im Bezug auf die Verwendung von Lab bei der Käseherstellung, und weil dies der wohl aller auffallendste innere Widerspruch des Lakto-Vegetarismus ist, schlagen wir vor, dass andere es wir wir machen sollten und zuerst den Käse aus ihrer Ernährung streichen sollten. Unser Freund und Mitglied Dugald Semple berichtet uns, dass er Käse noch nie in seinem Leben überhaupt gegessen hat, und er Käse daher nicht als ein essentielles ‚Bindemittel’ für Körper und Seele betrachten kann! Die folgenden Passagen aud dem Leitartikel der aktuellen Ausgabe der Vegetarian News lassen, so meinen wir, keine weiteren Zweifel zu: „Der meisten Vegetariern ist vollkommen bewußt, dass die Verwendung von Kälberlab in der Käseherstellung ein fortwährendes Problem ist, für jeden der humanen Prinzipien folgt, da dieser Prozess die Tötung der Kälber beinhaltet um das Lab zu gewinnen. Da es anscheinend keinen rein vegetarischen Ersatz für Käse gibt, vermeiden einige Vegetarier gänzlich den Gebrauch von Käse, ausgenommen von einigen Hüttenkäsesorten, während die Mehrheit der Vegetarier wohl ihre Ration normalen Käses verzehren und dabei versucht sind, die Abläufe der Gewinnung des Kälberlabs in der Herstellung zu vergessen.“ Sollten Moralisten ihre Energien daran verschwenden, zu versuchen so etwas zu vergessen?

Während der Krieges gab es so ziemlich keine Eier, und man kann leicht auf sie verzichten ohne etwas zu vermissen, wenn man sich bewußt macht, dass sie zuallererst mal nicht mehr sind als umgewandelte Engerlinge und Käfer! Die Milch zu eliminieren bereitet einem zweifellos größere Schwierigkeiten. Nussmlich ist ein guter Ersatz, aber sie funktioniert nicht so gut im Tee (trinkt daher einfach keinen Tee mehr und fügt Eurem Leben noch zehn Jahre hinzu!)

Diejenigen von uns, die nun für lange Zeiträume ohne Milchprodukte gelebt haben, können Euch die Gewissheit geben, dass es uns gut geht und wir weiterhin stark sind; uns schmeckt unser Essen so gut wie immer und wenn man sich einmal mit der neuen Ernährungweise eingerichtet hat, ist der Anblick und der Geruch von Milchprodukten schon bald vergessen.

„Die Vorkommnis von Krankheiten verschiedener Art bleibt weiterhin ein einschkänkender Faktor in der Milchproduktion, außer den Verlußten die der Bauer dadurch erfährt. Tuberkolose ist der hartnäckigste Problemverursacher, so weit, dass ein Sprecher beim Farmers’ Club kürzlich sagte, man hätte da seit den letzen 40 Jahren keinerlei Fortschritte machen können.“

The Agricultural Correspondent,
“TheYorkshirePost”,
18.11.44.

„Gebt mir ein Glass Whisky, ich hab Durst.“
„Du solltest Milch trinken – Milch macht Blut.“
„Aber ich bin nicht blutdürstig.“

67 Evesham Road,
Leicester.
November 24th, 1944.

(Anmerkung des Übersetzers: Eventuelle typografische Korrekturen des Übersetzungstextes werden noch vorgenommen.)

Der Lebenshof für Tiere Stellichte und das ein Taler Projekt

würde jeder einzelne auf nur einen einzigen Euro verzichten

Einen “Taler” hat wohl jeder hier in seiner Börse und statt sich dies oder das zu kaufen kann man durch einen Euro eine effektive Hilfe leisten!

Auf den Lebenshof für Tiere Stellichte in Walsrode sind wir über Twitter aufmerksam geworden.  Der Hof hat eine vegane holistische Philosophie und dort leben 130 gerettete Tiere. Der Einklang mit der Natur steht im Vordergrund, das heißt die Tiere finden hier einen wirklich geschützen Raum. Stellichte braucht unsere Untersützung für jetzt und für die Zukunft. Solche Projekte stehen für die Grundpfeiler des Veganismus, an solchen Orten findet Hilfe seine realste Form.

Der Lebenshof für Tiere, die Tierschutzgemeinschaft Stellichte e.V.

Besonders beeindruckend ist auch: Zur Finanzierung des Lebenshofes führt der Lebenshof Stellichte ein veganes Mittelalter-Restaurant: http://www.zauberkessel-walsrode.de

The problems we cause for animals and for each other, and the fine distinction

Two things

A.) Elitism in the vegan movement

B.) Eliminating animal death is one thing, but as far as our inner conflicts as a human society are concerned (capitalism, socialism questions) we should first think about our GREED (as a trait and character deformity that counts as normal today) before we put the discardment of animal products alongside on the shelf with the SYMPTOMS of (intra-human) social injustice.

Animals first!

Can we rightly say it’s the SAME to exclude animal products for ethical reasons – keep in mind animals are drawn into our destructivity without any wrongful contribution from their side – with the inner human political and social crisis?

What causes a intra-human political and social crisis?

In the end of the day it’s each of us and how we shape daily life, how we seek to shape our careers – if we want to make or can make a career, that shapes the social and political dilemmas.

EVIRONMENTAL DESTRUCTION is the disastrous LINK between the misery we impose upon nonhuman animals and our societal and individual self-definitions as the human group.

What should come first, should come first:

First we ought to address animal issues, since animals are our co-beings that we draw into the total catastrophe without any ethical legitimization whatsoever!

Secondly we have to stop leading our personal lives and our collective goals so, that we keep on with the exploitation and the destruction of the free natural space that is originally and rightly the ANIMAL HABITAT!

Thirdly we should really rethink how we as humans act, on every scale!

What we likely consider to be NORMAL, is likely in reality selfishness and destructivity.

And when we step out of this “NORMALITY” and lead an UNNORMAL way of life, we don’t even accept that we might be doing the only right thing.

We need to have courage – again. Against all odds!

And the other thing

Elitism in the vegan and animal advocacy movement: In one sentence, I don’t think elitism helps on the long run with a liberation movement.

Der vegane ökologische Fussabdruck. Teil 4

Palang LY

Biodiversität schützen

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Die rote Liste gefährdeter Arten der International Union for Conservation of Nature (IUCN auch World Conservation Union genannt, http://www.iucnredlist.org/) zeigt, dass 18% aller Vertebraten (Wirbeltiere), die im Jahr 2002 in deren Unteruchungen mit einbezogen wurden, vom Aussteben bedroht sind. Betroffen sind 24% der Säugetiere und 30% der Fische. Auch gelten 49% der erfassten Pflanzenarten als vom Aussterben bedroht. Man geht davon aus, dass die gegenwärtige Rate des Artensterbens 1.000 bis 10.000 mal höher liegt als sie das unter natürlichen Umständen wäre, d.h. ohne den zerstörerischen Enfluss der Menschheit auf die Biospäre [1].

Statistiken wie diese lassen viele Umweltexperten zu der Folgerung kommen, dass wir hier der Problematik eines präzedenzlosen Massenausterbens gegenüberstehen. Man kann in der Tat von einem Speziezid sprechen, von einer massenhaften Annihilierung von Leben auf einer Grundlage biologisitischer Argumentationen. Die Vernichtung anderer Arten hat eine ganz eigene und andere Tragweite als innermenschliche Konflikte, aber auch das Töten oder das provozierte Aussterbenlassen von Arten ist eine Frage der Verletzung von Lebensrechten, seien dieser Lebensrechte auch Gegenstand von nicht endenwollenden Anfechtungen. Hier geht es um schieres ethisches Versagen.

Was uns aus veganer Sicht an dieser Stelle auch Sorgen machen muss, ist die Auswirkung des Artensterbens, d.h. des Verlusts genetischer Diversität, in der Pflanzenwelt, die die Nahrungsmittelsicherheit und den Welthunger, die Nachhaltigkeitsplanung insgesamt also indirekt mitanbetrifft. Das durch den Menschen verursachte Aussterben biologischer Diversität verursacht Parallelprobeme, deren Ausmaß wir heute noch kaum abschätzen können.

Nur eins ist klar, dass wir als VeganerInnen in wirklich jedem Punkt dazu aufgerufen sind, den Prozessen von Naturvernichtung entgegenzuwirken. Durch unsere Lebensweise tun wir den wesentlichsten Schritt dazu.

Menschen zerstören Lebensraum

Die Zerstörung von Lebensraum ist der Faktor, der als Hauptverursacher gilt für das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten. Entwaldung, Landdegradation und die Intensivbewirtschaftung zu Argarzwecken sind die Vernichter der Ökosysteme, und gerät ein  Ökosystem einmal aus seinem Gleichgewicht, so ist auch in sekundärer Folge mit einem massiven Verlust von Biodiversität zu rechnen.

Ein von der FAO der UN, dem USAID (United States Agency for International Development) und der Weltbank in Auftrag gegebener Bericht zum Stand der Umweltzestörung durch die Tieragrarkultur zog den Schluss, dass die industrielle Viehzucht zum Verschwinden der Artenvielfalt beiträgt durch die „dafür gebrauchte Versorgung mit konzentrieren Futtermitteln, der die Verwendung von Land angepasst werden muss und Ernteertäge erhöht werden müssen. Die Produktion von Getreidefutter insbesondere ist Ursache für eine zusätzliche erhöhte Belastung der Biodiversität, durch den damit einhergehenden Lebensraumverlust und die Schäden an der Funktionsweise der Ökosysteme.“ [2]

Tropische Regenwälder, obgleich sie bloß 10% der Erdoberfläche bedecken, beherbergen fast 90% aller Tier- und Pflanzenarten von denen viele bislang unerforscht sind. Die Zerstörung von bewaldeten Gebieten zum Zwecke der Futtermittelversorgung für Farmtiere ist der Grund für den Verlust tropischer Artenvielfalt. Zu anderen Faktoren, die das Artensterben mitverursachen gehören die Umweltverschmutzung, der Klimawandel (Veränderungen in den Charakteristiken regionaler Klimata, der Temperatur, Feuchtigkeit, Regenfälle, Wind und Extremwetterlagen), die globale Erwärmung (die Gesamterwärmung des Planeten) und die durch den Menschen verursachten biologischen Verschiebungen durch transgeographisch eingeführte Arten.

„Die Viehzucht spielt eine wesentliche Rolle in der gegenwärtigen Krise für die Biodiversität. Sie ist verantwortlich sowohl direkt wie auch indirekt für die Verursachung von Biodiversitätsverlust, auf lokaler wie auch auf globaler Ebene“, so der United Nations FAO Bericht von 2006. [3]

Die vegane Lebensweise bricht die wesentlichen Ursachen des circulus vitiosus der herrscht zwischen der Zerstörung der Artenvielfalt auf der einen Seite und der Negierung der Lebenswürde und der Tötung domestizierter Tierarten auf der anderen Seite. Der Veganismus schafft das durch die Betätigung des mit Sicherheit wirksamsten Hebels: durch den Verzicht auf den Konsum tierischer Produkte und die Absage an den Speziesmus. In ihrem Gesamtpotenzial beinhaltet die vegane Lebensweise eine gigantische Palette an Chancen eine ökologisch verträglichere Gesellschaft zu gestalten.

Biodiversität ist keine pure Funktionserfüllung

Wir sollten nicht vergessen, dass es beim Schutz von Biodiversität nicht einfach um ökologische Funktionen geht, die durch Arten in der natürlichen Welt eingenommen werden. Artenvielfalt ist „Natur“ selbst in ihrer intaken Form. Die Lebewesen haben ihre Heimat und ihren eigenen uns vielleicht niemals wirklich ergründlichen Sinn und so auch ihre eigenen Rechte innerhalb ihrer Welt, die die Natur für sie darstellt.

Das Gleichgewicht eines Ökosystems mit seinen Tieren und Pflanzen, und das eines ganzen natürlichen geographischen Gefüges, mitsamt eines dort herrschenden Klimas, hat sich über einen unvorstellbar langen Zeitraum entwickelt, in einer Facettenhaftigkeit, die Menschen künstlich nicht nacherzeugen können. Die natürliche Welt ist unfassbar komplex.

In jedem Lebensraum sollte die Komplexität der natürlichen Welt zugelassen werden, und diese Komplexität muss in jeder nur machbaren Weise geschützt werden.

Hortikultur als Lebens- und Naturraum

Ein tiefgreifendes Problem ist das der Gestaltung neuer Lebensräume. Gebraucht werden die großen Reservate, die Schutzhöfe / Lebenshöfe, in denen Tiere und die Pflanzenwelt ihren Platz zurückgewinnen. Wenn es um den normalerweise Flächenmäßig kleineren Privatbesitz von Land geht, dann stellt sich die Frage nach der Möglichkeit Gartenkultur zur Lebensraumkultur für Fauna und Flora als Option im Umweltschutz zu entdecken; selbst Kleinstlebensräume können Platz bieten für Diversität.

Solche Lebensräume müsssen Naturräume sein in denen nicht alles der Nutzbarkeit für den Menschen untergeordnet wird, sondern Freiraum für tierliche und pflanzliche „Wildnis“ herrscht.

Die Permakultur bietet hier nicht ganz die optimale Lösung, denn sie ist, auch im Falle dass die vegan betrieben wird, eine Anbauvariante und fällt dann in den Bereich veganer Landwirtschaft (also in ein anderes separat zu behandelndes und auch komplexes Kapitel).

Wovon hier die Rede ist, ist die Suche nach der richtigen Einstellung zur Notwendigkeit Naturfläche zur Verfügung zu stellen und adäquat zu pflegen: Naturfläche in der Tiere und pflanzliche Natur Platz haben für sich selbst. Und der einzige Zugriff, den der Mensch hier ausüben würde ist der, das Ganze zu erhalten.

Fortsetzung folgt …

[1] European Commission, Environment, Nature & Biodiversity, What is Biodiversity? http://ec.europa.eu/environment/nature/biodiversity/intro/index_en.htm, letzter Zugriff vom 15. Dez. 2012.

[2] C. de Haan, H. Steinfeld, H. Blackburn, Livestock & the environment: Finding a balance, Report of Study by the Commission of the European Communities, the World Bank and the governments of Denmark, France, Germany, The Netherlands, United Kingdom and The United States of America, Chapter 4: Industrial livestock systems & the environment, http://www.fao.org/docrep/x5303e/x5303e0c.htm, letzter Zugriff vom 15. Dez. 2012.

[3]Food and Agriculture Organization of the United Nations, Livestock’s Long Shadow, Environmental Issues and Options,Rome, 2006, S. 182, http://www.fao.org/docrep/010/a0701e/a0701e00.HTM, letzter Zugriff vom 15. Dez. 2012.

 

Vorschau 2013 Veganismus @ NiceSwine.info

In unserer Reihe “VEGANE READER” werden die nächsten Beiträge sich fortlaufend befassen mit veganem Umweltschutz und Naturbewusstsein. Soweit haben wir drei Beiträge zu dem Thema verfasst, die in der Kategorie DISCUSSING VEGANISM IN GERMAN abrufbar sind. Schwerpunkte dabei waren soweit:

Der vegane ökologische Fussabdruck:

  1. omnivor versus vegan
  2. eine vegane Ökologie
  3. Lebensräume erhalten und schaffen

Daraufhin wollen wir insbesondere nochmal vertiefen:

  1. vegane Kinder / eine vegane Kindheit
  2. vegane Senioren / Alter und Vegansein

Zwei Themenbereiche, die uns sehr wichtig erscheinen und die, wie wir meinen, besonderer Aufmerksamkeit bedürfen.

Es scheint fast überflüssig, aber dennoch wollen wir noch einmal betonen, wie wichtig es ist sich als VeganerIn mit ökologischen Themen aus verschiedenerlei Hinsicht, insbesondere ethischer Hinsicht, zu befassen. Es gäbe keine Tiere, gäbe es keine Natur. Lebensraum heißt auch Raum für Freiheit.

Unsere Konsum-Demokratien (das müsste eigentlich ein Widerspruch in sich sein, ist es aber nicht) sind so weit, dass man sich ein bisschen Natur erkaufen muss, durch eine (zumeist umweltbelastende) Urlaubsreise oder den “Luxus” sich einen Garten oder ein “Stück” Land leisten zu können.

Die Dreh- und Angelpunkte (es gibt gewiß mehrere) in Sachen Veganismus und Tierrechte, sind die Definitionen und die Verständnisvarianten dessen, was “Natur” ist. Über das Bewusstsein für die Notwendigkeiten einer intakten und geschützten Natur können schließlich Fragen über Erdrechte geklärt werden. Und Tier- und Menschenrechte sind faktisch abhängig von der Unversehrtheit einer intakten Natur.

Wenn der Veganismus aufklären will über den Schutz tierlichen Lebens, wird man nicht vermeiden können, sich mit dem Thema “Natur” neu – und aus veganer Sicht – zu befassen.

The Violence Question: Taking a jump to altruism …

Palang LY

The Violence Question

Taking the jump from being society as we have it, to becoming responsible individuals that are taking account for their actions and inactions.

I recently came across a discussion about using means of ‚violence’ for ends that would help bring about a reality in favour of Animal Rights. As in this discussion, which was on the blog of Prof MacWilliams (http://james-mcwilliams.com/?p=2788), the arguments normally go round the pro’s and contra’s, the benefits and drawbacks of using tactics such as the Animal Liberation Front in particular employs.

As I have argued in my fragment about the validity or non-validity of the genocide / animalcide comparison (http://www.simorgh.de/own_public/the_destructive_force.pdf), we cannot compare the political motives (which employ e.g racism, sexism, homophobia or speciesism / homocentrism) that are at play in the different occurring forms where extreme forms of violent oppression of a “group” (what I mean here with “group” is an entity of living sentient beings, human or animal) is being committed by a powerful human group.

So first of all I’d like to point out that there are other forces of discrimination and technique that we face when confronted with the atrocities of speciesism. And in that sense we cannot compare any human liberation movement with the similarly ethically valid strife of animal liberation.

What is required and what is the best thing to do in AR may vary from legal actions that have to be pressed through when possible, whether they find a support of a majority in a democracy or not, to on the other hand rescue activities that must be equally importantly carried out where possible, whether accepted by all and everyone or not.

To fear a backlash because AR is not intelligible to the majority now would be to give in to the dialectics of speciesism, which exactly employs the fact that animals will always be an “outside concern” and AR not comparable to HR, which is an “immediate concern”.

AR can only become an anchor point of ethics for exactly being that altruist concern that is outside of the human self interest. And the lesson from AR will be, that even if it’s not the business of humanity (as it seems to tick), animal ethics will be the parameter along which new ethics of a new human society will have to measure its imperative morality against.

To sum that up, Animal Liberation tactics are life saving efforts. It doesn’t matter if people like AR people not. (I also don’t like AR groups mostly but I understand that I have to help a nonhuman animal by all means when and where I possibly can.) The question is not, does it damage our reputation in the long run if we help nonhuman animals, but do we have to help the individual where we can. Recognizing the value of the individual life is what Animal Liberation is all about. Speciesism only sees the species. Anti-Speciesism implies an equal recognition of the soul, the spirit, the physical temple, the integrity and the “sacredness of a life” of any single nonhuman animal.

Say: goodbye to homocentrism.

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Jost Hermand zu Richard Wagner und dem Vegetarismus als Motiv in seiner letzten Oper Parsifal

 

Aus: Jost Hermand, Glanz und Elend: der deutschen Oper, 2008, S. 139.
Richard Wagner: Parsifal (1882), Die vegetarische Botschaft seiner letzten Bekenntnisoper, “Ich schreibe Misik mit einem Ausrufezeichen!” – Richard Wagner

Dieser Eintrag ist u.a. getagged mit VEGAN PEDAGOGY, warum?

Weil es Menschen ermutigt wenn sie von anderen Menschen hören, die vor sich, chronologisch gesehen bereits in einer Zeit vor ihnen, über ähnliche Themenkomplxe Gedanken gemacht haben … . Vor allem, wenn so ein Thema ein ethisch so wichtiges aber auch so schwierig zu behandelndes ist, wie das tierethischen Denkens.

Der vegane ökologische Fussabdruck. Teil 3

Palang LY

Tierrechte, der Schutz der Artenvielfalt und Schutzhöfe für unsere „domestizierten“ Tierfreunde

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Unser Veganismus hat vor allem eines zum Ziel: den Schutz von Tierindividuen und den Erhalt von Tierpopulationen in der Freiheit. Mit Hinsicht auf diese beiden Tiergruppen werfen sich zweierlei Fragen auf. Einerseits besteht die dringende Frage danach, wie die natürlichen Lebensräume von Tierpopulationen erhalten werden können und andererseits muss Lebensraum wiederhergestellt oder tatsächlich neu geschaffen werden. Was ist nun die beste Herangehensweise um solchen Problemen konstruktiv und effektiv zu begegnen?

Lebensräume erhalten, Lebensräume schaffen

Eine genaue Zahl wieviel Tierspezies es auf der Erde eigentlich gibt ist nicht zu ermitteln. Diese Unzählbarkeit ist auch gegeben durch die unterschiedlichen Habitate in denen Tiere leben und die wir noch nicht alle bis in jeden Winkel durchkämmt oder aber auch zerstört haben. Die faszinierende Artenvielfalt geht bis hin zu den Kleinstlebewesen, so macht die Insektenwelt allein den mit Abstand größten Teil der von uns unendeckten Tierwelt aus. Und so klein ein Wesen in seinem Lebensraum auch sein mag, so wichtig ist die Beziehung eines jeden Tieres mit seiner natürlichen Umwelt, denn all das Leben gemeinsam bildet ein in sich geschlossenes und funktionierendes Ökosystem.

Die durchschnittliche Schätzung über die Zahl verschiedener Tierarten liegt bei etwa 10 Millionen. Davon sind etwa 1,4 Millionen erfasst, und nur eine kleine Prozentzahl der erfassten Arten wurde bislang auch erforscht und genauer klassifiziert. Für die Tierindividuen ist es oft besser unentdeckt zu bleiben, denn die Erforschung einer Art bringt immer noch mit sich, dass das Tier als ein biologisches Objekt untersucht wird, in seiner Anatomie, seinem Verhalten, dem, was man an seiner Gattung als stereotypes Verhalten (z.B. Brut- und Fressverhalten, seine kognitiven Fähigkeiten) ethologisch beschreiben kann.

Was die Tiere – ob erfasst oder unerfasst – wirklich ausmacht ist das, was sie in ihrem  Lebenskontext mit einer natürlichen und freien Umwelt sind. So müssten wir sie um sie wirklich zu verstehen weitestgehendst in Ruhe lassen, uns ihnen mit unseren menschlichen Erfassungwünschen nicht aufzwängen und vor allen Dingen die Umwelt überhaupt erst einmal gar nicht zerstören. Wir müssen die Umwelt schützen oder wiederherstellen soweit das möglich ist und gegen all die Wiederstände die bestehen.

Für eine Tierspezies als Tiergruppe kann es allerdings auch von Vorteil sein wenn sie erfasst ist und erforscht wird, und zwar allein dem einen Sinne, dass sie unter Umständen als gefährdet gilt und so einen Schutzstatus erhält. Schwierig wird es wenn die Tiere die geschützt werden sollen in die Captive Breeding Programme zur arterhaltenden Nachzucht geraten, denn das heißt auch, dass sie damit der Handhabe durch zoologische Projekte ausgeliefert sind und ihre tierliche gänzlich Autonomie verlieren [1].

Die sogenannten „Nutztiere“ – die Tiere denen per Definition angehängt wird sie seien dazu geboren um ausgebeutet zu werden –, machen etwa 20 % der gesamten „Tier-Biomasse“ der Welt aus (so die biopolitische Bezeichnung von Organisationen wie der FAO, der Food and Agriculture Organization der UN). Das Land, das die „Tier-Biomasse“ der „Nutztiere“ nun zwangläufig besetzt, ist selbstverständlich das Land, das zuvor von wildlebenden Tieren als deren Lebensraum genutzt wurde. [2]

Der Veganimus kann im Bezug auf die Problematik beider Tiergruppen (der wildlebenden und der „domestizierten“ Tiere) Lösungen bieten

Die grüne Bewegung konzentriert sich eher auf die Biodiversität wildlebender Tiere und den Schutz ihrer Lebensräume, während die ethischen Belange „domestizierter Nutztiere“ konzeptuell den Vorstellungen agrarwirtschaftlicher Interessen und den Interessen von „Verbrauchern“ untergeordnet bleiben sollen. Dahinter verbirgt sich, wenn auch nicht unbedingt in einer offen vorgetragenen oder sogar ganz bewussten Weise, Der Gedanke des Menschen als „Jäger und Sammler“ und der Wunsch nach einer Neuerweckung dieses nostalgischen Ideals eines vermeintlichen Einklangs mit der Natur nach altertümlicher Vorstellungsweise, die in der amerikanischen ‚Deep Ecology’-Bewegung, dem Vorgänger der Grünen Bewegung, ihre Wurzeln hatte.

Der Veganismus hingegen setzt sich außer mit dem konsequenten Schutz wildlebender Tiere (einschließlich der Ablehnung der Jagd) und ihrer Lebensräume, auch mit dem Schutz und den notwendigen Rechten der sog. „Nutztiere“ auseinander. Also auch mit den Rechten der Tierindividuen und Spezies, deren Repoduktivsystem kotinuierlich missbraucht wird, allein damit der Mensch die tierliche körperliche Existenz herabwerten und das Tiersein überhaupt herabwürdigen kann.

Die allgemeine Ethik des Veganismus etabliert ein Bewusstsein, sowohl für die Rechte wildlebender- als auch „domestizierter“ (versklavter) Tierindividuen und Tierarten, und der Weg, der zur effektiven Einflussnahme begangen wird, liegt in der Ablehnung des Konsums tierischer Produkte und Nebenerzeugnisse. Darüber hinaus wird alles was Tieren schadet und ihnen schaden könnte in kritischer Form erkannt und zum Gegenstand aufklärerischer ‚infomation flows’.

Schutz! Realisierbare Schritte und ferne Utopien

Schutzräume zu schafffen, die weitesgehendst frei und wo nötig auch bewacht sind, und die den Tieren gewährleisten, dass Menschen keinen intrusiven Zugang auf ihre körperliche Integrität haben, sind ein Baustein in der veganen Vision, die sich heute in der Form von ‚Animal Sanctuaries’ / Schutzhöfen oder Lebenshöfen zunehmends etabliert. Die Umweltfrage beinhaltet aus veganer Sicht politisch auch die Frage der Tierrechte.

Festzuhalten als Ziele des ethischen Veganismus sind:

1.) Gefährtete Tierarten, Tier-Diversität, muss in der Freiheit geschützt werden, und die freien Lebensräumen müssen erhalten und wiederhergestellt werden.

2.) Domestizierte Tiere dürfen nicht zu den Sündenböcken der Biopolitik spezisitischer Unterdrücker gemacht werden. Ihnen müssen Schutzhöfe geschaffen werden, mit dem letzendlichen Ziel der Auswilderung oder der permanenten Beheimatung in Schutzgebieten der in ferner Zukunft „übrigen“ Tierindividuen und Tiergruppen.

3.) Zoos müssen durch Rehhabilitationszentren und den Schutz in freien Reservaten ersetzt werden.

Dies nun sind implizite Punkte des Veganismus, die sich explizit so nicht auf irgeneiner Liste zusammengestellt finden, aber in den verschiedenen ideellen Botschaften und Zielsetzungen veganer Projekte als angenommene ethische Selbstverständlichkeiten hervorgehen.

Fortsetzung:

Wie groß ist Dein ökologischer Fussabdruck wenn Du vegan lebst? Teil 4. Biodiversität schützen.

http://simorgh.de/vegan/wie_gross_ist_dein_oekologischer_fussabdruck_4.pdf

[1] Zoos geben einen lebensbejahenden Sinn vor indem die Präsentationen der verschiedenen Tierarten als Kontrast dienen sollen zu einer anthropozentrisch homogenen und monokulturhaften Welt. Siehe: R. Acampora, Off the Ark: Restoring Biophilia, Metamorphoses of the Zoo: Animal Encounter After Noah, ed. Ralph R. Acampora, 2010, S. 1. Zur Diskussion der ethischen Problematik zoologischer Gärten siehe auch: Ralph R. Acampora, Extinction by Exhibition: Looking at and in the Zoo, Human Ecology Review, Volume 5, Summer 1998, Number 1, 1998. http://www.humanecologyreview.org/pastissues/her51/51acampora.pdf letzter Zugriff vom 7. Dezember 2012.

[2] FAO, Agriculture and Consumer Protection Department, Spotlight / 2006, Livestock impacts on the environment, http://www.fao.org/ag/magazine/0612sp1.htm, letzter Zugriff vom 7. Dezember 2012.

 

Veganic plus Animal Sanctuaries plus Ethics

Palang LY

Veganic plus Animal Sanctuaries plus Ethics

There so far is no such thing as a “positive” veganic (which means: organic vegan agriculture) Animal Rights consciousness.

Not taking into consideration that nonhuman animals must be helped by all possible means, here looks to me like a form of speciesism might be lurking in the background, since if humans where in a comparable plight, anybody who would describe him or herself as a non-homophobe would help the humans in question.

What I am mainly interested in is:

Why doesn’t it occur to vegans and the veganic (vegan organic) movement, that humans and nonhuman animals can co-exist, can co-live without exploitation, as an option?

I have looked at various veganic projects, and as far as one can see, “animal rights” only plays a role in the way, that exploitation and usage of animals and products / fertilizer derived from animals is non-permitted, on ethical grounds, mainly. Hence, these people are VEGANS, and not just any people avoiding animal products: They avoid animal exploitation. That’s the Animal Rights part of the veganic movement.

But apart from that, the very nonhuman animals that we as VEGANS want to HELP (!), in other words, don’t come in or become visible or noticed as beings that we are willing to live together with, that we are willing to share the earth with. As if the soil and the forests were ours to use, ours to live on, ours to say what’s right to do with it (“it” … that is: nature).

Billions of animals

Of course the forceful exploitation of the reproductive system of animals has to stop. Of course any form of overpopulation is bad for anybody and this planet. But the lives, that didn’t chose to come into this world, the lives who just happen to find themselves here – we do have to ethically respect the fact that these individuals exist.

Sanctuaries and vegan farming should merge I believe! To cut a long “story” short and practical.

But back to veganic-ism as it is now, still …

There is the mention of using human manure and feces for fertilization (apart from the much more promising sounding self-fertilizing gardening methods which exist in veganicism too of course). But if people are willing to use their own manure, as part of the biological process of a vegan agriculture, can’t the idea of “the sanctuary” and the idea of a newly veganic option be created in peoples minds? People can tolerate their own manure somewhere, but not an animals manure? I think we can’t say its speciesist and exploitative if both humans and animals live together in a natural space without harming or exploiting or using each other.

We as vegans ought to LIVE together with animals on this planet. In a peaceful manner, in mixed communities. If we can’t develop a consciousness for that, we fail at creating a positive ethic. It’s enormously tragic that we let the speciesist view of “animals, us and the world” win insofar, that this view manages to inspire us vegans not to willingly plan to live together with the so called farm animals in a vegan, caring manner, with a strong will to co-exist.

Are the only options we can chose from the one of degrading nonhuman animals or otherwise totally excluding them, and making them nonexistent in a (desired utopian) daily reality? No, really, because this planet is also an animals’ planet!

Ethics … To me the veganic movement makes itself look as if it creates and expresses a bifurcation in what veganism ideally should mean. As good at it looks now and as much as such farming practices are heading for the major part in a promising and important and inevitable direction, the veganic code of ethics ignores an important factor and that is, again, to include all animal in a life affirming way!

This fallacy in their vegan understanding makes vegans overall look as if veganism was basically about clearing nonhuman animals in their positives and as living facts and individual fates simply out of our lives!

I think there is morally something drastically going wrong.

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Der vegane ökologische Fussabdruck. Teil 2

Palang LY

Wie groß ist Dein ökologischer Fussabdruck wenn Du vegan lebst?

Teil 2

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Eine vegane Lebens- und Ernährungsweise bringt viele ökologische Vorteile mit sich. Dennoch, wer vegan ist, sollte sich über die größeren Zusammenhänge, über Ursachen und Wirkungsweise von Umweltzerstörung und Speziesismus Gedanken machen und seinen Lebensstil auch gemäß seiner Erkenntnisse korrigieren. „Multi-Issued“ denken ist nötig, um geringere Schäden anzurichten als man es mit seiner gegenwärtigen Lebensweise vielleicht noch tut. Denn sogar die potenziell pazifistischste aller Lebensweisen, die vegane Lebensweise, kann immer noch optimiert werden.

Von der Schaffung einer veganen Ökologie

Die Fleischproduktion hat sich seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges viervierfacht. Das war in dem Zuge, in dem die volle Indusrialisierung der „Nutztier“-haltung und die moderne Tier-Agrarindusrtie entstand. Heute wächst der Bedarf für tierische Produkte in den Großnationen wie China und Indien in einem unabsehbaren Maße; dort wo die Mittelklasse einen „typisch westlichen“ Lebensstil noch für etwas Nachahmenswertes hält.

Auf der anderen Seite sehen wir Nahrunsmittelknappheit, Mangelernährung und Hunger in großen Teilen der Welt. Wir sind konfrontiert mit der globalen Erwärmung, der Verschmutzung der Umwelt durch Abfälle, Gifte, mit der Zerstörung ökologisch hochkomplexer Gleichgewichte, die wir Menschen verursachen durch beinahe alle Bereiche unseres Lebens. Wir bezeugen die Rate der Entwaldung auf den Kontinenten, die wachsende Waserknappheit und die Auslöschung von Spezies. Und all das geschieht hauptsächlich weil Land zum Anbau von Futtermitteln gebraucht wird, um den unerschütterlichen Hunger der Menschen für Fleisch, Milch und Eier zu stillen, und um Industrien aufrecht zu erhalten, die sich von Tierprodukten als billiger und selbstverständlicher Ressource wirtschaftlich abhängig gemacht haben.

Es gibt keine ökologisch vernünftige und realisierbare Gleichung, die den Bedarf der großen Konsumnationen und derer marktwirtschaftlichen Mechanismen und andererseites notwendiges Menschenrecht weltweit miteinander vereinbar werden ließe. Die Menschheit vernichtet durch ihren Zwang zur Umweltzerstörung ihre eigene Lebensgrundlage durch Produktions- und Konsumprozesse. So befinden wir uns inmitten der größten kulturgeschichlichen Aporie der die Menschheit sich in ihrem Exklusivheitsstatus, mit dem sie sich von der Natur abzugrenzen suchte, je selbst ausliefern konnte.

Wir als VeganerInnen sollten unsere Negativauswirkung auf die natürliche Umwelt, die nichtmenschlichen Tiere und die soziale Menschenwelt in allen Akspekten stetig zu reduzieren suchen und weiterhin abwegen, was für die Welt wirklich beiträglich ist und sein könnte. Wir sollten uns nicht unüberlegt treiben lassen durch das, was die Gesellschaft und das eigene Fortkommen gerade von uns zu verlangen scheinen. Veränderungen müssen auf allen Ebenen geschehen.

Das Autofahren auf das Nötigste zu reduzieren, Wasserverschwendung zu meiden, Energie-effizienter die Abläufe im Haushalt und Draußen planen, Urlaub neu zu definieren und sich nicht einfach in den Flieger zu setzen, das sind alles Schritte die wir tun sollten. Was wir als „Standard“-Veganer aber auf jeden Fall schaffen – und das ist zweifellos der Punkt größter ethischer Relevanz – ist den grundsätzlichsten Beitrag zum Schutz unserer Umwelt beizutragen durch unsere pflanzliche Ernährungsweise. Tier-, Menschen- und Erdrechte gehören zusammen und diese zusammenhände in unserem täglichen Leben und unseren täglichen Entscheidungen zu berücksichtigt sollte unser fortlaufendes Ziel sein.

Vegan zu leben wirkt dem Welthunger entgegen

Die FAO (die Food and Agriculture Organization der UN) erklärt in einem Bericht von 2005, dass mehr als fünf Millionen Kinder jedes Jahr an Hunger sterben. Man rechnet damit, dass sich die Zahl der Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 von 6 Milliarden auf 9 Milliarden Menschen erhöhen wird. Eine der zentralsten Fragen des 21. Jahrunderts wird sein, wie die Menschheit sich in Zukunft ernähren will oder kann.

Die Verfügbarkeit anbaufähigen Landes ist eines der Haupthindernisse in der Nahrungmittelerzeugung. Die Welt hat nur ein begrenztes Maß an Land, das zum Anbau eingesetzt werden kann. Es ist daher also entscheidend wie solches Land bestellt wird um damit ausreichend Menschen versorgen zu können.

Die typische Ernährungsform des Westens, die primär auf tierischen Produkten basiert, spielt eine wesentliche Rolle dabei, dass Menschen in den ärmeren Regionen der Welt der Zugang zu ausreichend und gesunden Lebensmitteln verwährt ist. Die Funktionsweisen der Tieragrarindustrie und des Marktes sind komplex und schwer durchschaubar, aber die Zusammenhänge zwischen Welthunger, Mangelernährung und der Tierausbeutung durch die Agrarindistrien bestehen. So setzt sich beispielsweise das „Food Empowerment Project“ (http://www.foodispower.org/) mit genau diesen Zusammenhängen und den möglichen Lösungen auf veganem Wege für die Problematik auseinander.

Feststeht dass Studien aufzeigen, dass die vegane Ernährungsweise (und die vegane Lebensweise insgesamt in ihrem Verzicht auf alle tierischen Produkte und Nebenerzeugnisse) nur ein Drittel der Anbaufläche bedarf, als das für die typische westliche tierprodukt-dependente Lebensweise nötig ist.

Fruchtbare Äcker und intaktes Land

„Überweidung ist der Grund für 35% der Bodendegration, die Entwaldung für 30% und die Landwirtschft für 27%. Diese Schädigungsursachen sind direkt oder indirekt verbunden mit dem Verbrauch tierischer Podukte.“ [1]

Das World Recources Institute (WRI, http://www.wri.org/) erklärt, dass fast 40% der Agrarlandfläche weltweit ernsthaft degrativ geschädigt sind. Das International Food Policy Research Insitute (IFPRO, http://www.ifpri.org/), das sich mit nachhaltiger Nahrungsversorgung und Welthunger befasst, sieht voraus, dass wenn Land und Anbaufläche weiter wie im gegenwärtigen Maße geschadigt werden, zusätzliche 150 bis 360 Millionen Hektar bis zum Jahre 2020 nicht mehr zum Anbau nutzbar sein werden. [2]

Der Zuwachs der Weltpopulation ist somit nicht der einzige Faktor, der in Betracht gezogen werden muss wenn Prognosen für die zukünftige Nahrugsmitttelsicherheit gestellt werden. Die Fläche fruchtbaren Landes, das zum Anbau von Ernten eingesetzt werden kann verringert sich zunehmends, und die Weiterführung intensiver Produktion auf bereits geschädigtem Land stellt keine nachthaltige Lösung dar.

Der Teufelskreis der unvermeindlich entsteht ist der, dass Menschen wegen weniger fruchtbarer Böden die Bestellflächen ausdehnen müssen. Die damit einhergehende Entwaldung verursacht eine weitere Verschlechterung der Böden. Ein circulus vitiosus und Gipfel unserer allein nutzungsorietierten landwirtschaftlichen Praktiken.

Eine vegane Ökonomie sollte idealerweise bedarfs- statt gewinnorientiert sein, und statt blindem Konsumentenverhalten, sollte eine Ausrichtung auf die natürlichen Notwendigkeiten und der Einklang mit der natürlichen Welt angestrebt werden. Die Natur, statt die durch den Konsum angeregten Lebensfiktionen, sollte der Fokalpunkt im Realitätsbewusstsein der Menschen werden. Ein veganer Lebensstil und ein neues ethisches Denken, das den Veganismus als Idee umfasst, kann dabei wirksam helfen die weitere Zerstörung wertvollen fruchbaren Landes und der Natur zu verhindern.

Keine kompromittierenden Kompromisse und kein Flexitarimus können helfen

Spätestens seit dem United Nations FAO Bericht von 2006 gilt speziell auch die Geflügelindustrie als besonders umweltgefärdend, nicht zusetzt weil sie ein noch stark anwachsender Zweig der tierausbeutenden Industrien dartellt. [3] [4] Die Flucht auf immer andere Tierspezies zum hauptsächlichen Verzehr und immer andere Voraussetzungen der Haltungen oder des Fanges von Tieren, ist ein stetig wiederkehrender Versuch das alte Bild und stereotype Ideal vom Menschen als Jäger und Sammler zu retten, statt sich über die gegenwärtigen ökologischen Notwendigkeiten Gedanken zu machen. Die Vernunft und das Bewusstsein die es braucht um über die ethsiche „Miteinanderschaft“ in der natürlichen Welt von Mensch und Tier nachzudenken, sind in unseren Kulturen noch immer unterentwickelt.

Wälder retten

Wir alle brauchen Wälder zum Leben, in jeder Hinsicht. Sie sind unsere Lungen, sie schlucken enorme Massen von Kohlendioxid und spenden dafür Sauerstoff, sie regulieren die Klimaverhältnisse, schützen vor Überflutungen, schützen kostbare Böden und beheimaten Millionen verschiedener Tierarten / Tierindividuen und beherbergen ihre unglaublich reichen und faszinierenden Pflanzenwelten und Welten anderen organischen Lebens. Auch das Fortbestehen tausender indigener Völker hängt vom Schutz ihrer Heimatwälder ab. Aber der Wald wird rapide zerstört, ohne jegliche Möglichkeit das, was der Welt, den Tieren und den Menschen dadurch verloren geht jemals wiederherzustellen.

Wie das was wir auf unseren Tellern haben einen effektiven Unterschied macht, auch in Sachen globaler Entwaldung

Außer dass Abholzug geschieht wegen der Gewinnung von Holz, Papier und Brennstoffen, findet die Entwaldung auch statt um Weideland zu gewinnen und für den Futtermittelanbau für diejenigen Tiere, die permament oder überwiegend in Agrareinrichtungen in Hallen oder anderen Einsperrungssystemen gehalten werden.

Die Schätzungen des World Recources Institute gehen davon aus, dass 20-30% der einstig bewaldeten Landfläche der Erde bereits der Agrakultur weichen mussten und für Agrarzwecke abgeholzt wurden. Da das Agrarland aber zunehmend geschädigt ist, muss zur Ersetzung der depeltierten Flächen wiederum eine weitere Entwaldung stattfinden.

Die Ausweitung von Agrarland ist für mehr als 60% der weltweiten Entwaldung verantwortlich. Das meiste dieses erschlossenen und genutzen Landes wird zur Fütterung von Rindern zu Agrarzwecken benutzt. Der UN FAO Bericht ‚Livestock’s Long Shadow’ hält fest, dass „bis zum Jahr 2010 Rinder auf etwa 24 Millionen Hektar neotropoischen Landes grasen werden, das im Jahr 2000 noch bewaldet war.“ [6] Dieser Prozess wird zynischer- und grausamerweise als die „Hamburgerisierung“ der Wälder bezeichnet (in den USA nennt man „Hackfleisch“ umgangssprachlich auch „Hamburger“.)

Die vegane Lebensweise kann durch ihre Praxis und Ethik wesentlich dazu beitragen die Ausbeutung des Respoduktivsystems nichtmenschlicher Tiere zu bekämpfen und damit auch die Wälder der Welt zu schützen. Die natürliche Integrität nichtmenschlicher Tiere und der Natur insgesamt muss geschützt werden um zu einer vernünftigen Sinngebung unserer Existenz gelangen zu können.

Fortsetzung:

Der vegane ökologische Fussabdruck. Teil 3. Tierrechte, der Schutz der Artenvielfalt und Schutzhöfe für unsere „domestizierten“ Tierfreunde

http://simorgh.de/vegan/wie_gross_ist_dein_oekologischer_fussabdruck_3.pdf

[1] United Nations Environment Programme, GEO: Global Environment Outliook, Land degradation, http://www.unep.org/geo/geo3/english/141.htm letzter Zugriff vom 30. Nov. 2012.

[2] News & Views – A 2020 Vision for Food, Agriculture, and the Environment – March 1999: Are We Ready for a Meat Revolution? (IFPRI, 1999, 8 p.), How Large a Threat Is Soil Degradation? http://www.nzdl.org/gsdlmod?e=d-00000-00—off-0fnl2.2–00-0—-0-10-0—0—0direct-10—4——-0-1l–11-en-50—20-about—00-0-1-00-0–4—-0-0-11-10-0utfZz-8-00&cl=CL2.10.6&d=HASH0152336f21ea37b260b944e2.3&x=1 letzter Zugriff vom 30. Nov. 2012.

[3] Steinfeld H, Gerber P, Wassenaar T, Castel V, Rosales M, de Haan C. Livestock’s Long Shadow: Environmental Issues and Options. Rome: Food and Agriculture Organization of the United Nations; 2006. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2367646/ letzter Zugriff vom 30. Nov. 2012.

[4],P. Gerber, C. Opio and H. Steinfeld, Poultry production and the environment – a review, Animal Production and Health Division, Food and Agriculture Organization of the United Nations, Viale delle Terme di Caracalla, 00153 Rome, Italy, http://www.fao.org/AG/againfo/home/events/bangkok2007/docs/part2/2_2.pdf letzter Zugriff vom 30. Nov. 2012.

[5] Porter, G. and J. W. Brown, Table of Deforesation and its Effects, https://confluence.furman.edu:8443/display/Lipscomb/Deforestation+and+Effects+(MB) letzter Zugriff vom 30. Nov. 2012. Siehe auch Global Environmental Politics. (Westview Press,Boulder,Colorado) 1991.

[6] UN FAO, Livestock’s long shadow, Chapter 5, Biodiversityftp://ftp.fao.org/docrep/fao/010/a0701e/a0701e05.pdf letzter Zugriff vom 30. Nov. 2012.

 

 

Wie groß ist Dein ökologischer Fussabdruck wenn Du vegan lebst?

Palang LY

Der ökologische Fussabdruck einer veganen Ernährungsweise im Vergleich zur omnivoren / carnivoren Ernährung

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Eine Ernährungsumstellung auf die vegane Ernährungs- und Lebensweise ist, sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlcher Ebene, der folgenreichste Schritt zur Reduzierung  unseres ökologischen Fussabdrucks der getan werden kann. Ein vierköpfiger Haushalt der eine Woche lang auf Fleisch, Eier und Milchprodukte gänzlich verzichtet, macht sich selbst dadurch um vergleichweise soviel umweltverträglicher, als würde dieser Haushalt ein dreiviertel Jahr lang auf das Autofahren verzichten, so die amerikanische Umwelt-NGO ‚Environmental Working Group’ (http://www.ewg.org/).

Was wir essen?

Fleischesser bzw. Carnivore (oder auch Omnivore, die „alles“ essen) verzehren das Fleisch domestizierter und wildlebender Tiere, einschließlich „Geflügel“, also Vögel (…), und „Fisch“, also Fische (…).

Vegetarier essen alles außer Fleisch.

Ovo-Vegetarier essen Eier aber keine Milchprodukte und Lakto-Vegetarier wiederum essen Milchprodukte aber keine Eier. Ovo-Lakto-Vegetarier essen sowohl Eier als auch Milchprodukte.

Man könnte sagen, dass ein echter oder strikter Vegetarier einem Veganer ziemlich nahkommen müsste in seiner Ernährungsweise. VeganerInnen essen kein Fleisch, keine Eier, keine Milchprodukte und, was dazu kommt, auch keinen Honig. Darüberhinaus vermeiden sie den Konsum, den Gebrauch und Verzehr jeglicher tierischer Produkte und derer Derivate und Nebenerzeugnisse. Die Vegan Society in Großbritannien empfiehlt den Veganismus konsequent in allen Lebensbereichen durchzusetzen, soweit es für den einzelnen praktizierbar ist.

Was ich esse ist doch umweltverträglich, oder?

Das Global Footprint Network (http://www.footprintnetwork.org) ein Think Tank das sich mit der Nachhaltigkeitsforschung befasst, sagt der ökologische Fussabrdruck „bemisst das Maß, in dem wir Ressourcen konsumieren und Abfallstoffe produzieren, verglichen mit der Kapazität der Natur unsere Ausstöße zu verarbeiten und neue Ressourcen zu schaffen.“

Der Kreislauf von Lebensmittelkonsum und -herstellung ist ein wesentlicher Bestandteil des ökologischen Fussabdrucks. Man bemisst ihn zumeist daran, wieviel Hektar biologisch-produktiver Anbaufläche und Meeresfläche benötigt wird, um den Nahrungsbedarf eines Individuums oder einer Gemeinschaft abzudecken.

Und was macht da das Fleisch?

Im Jahr 2006 erkärte die Food and Agriculture Organization (FAO) der Vereinten Nationen, dass die Nutztierhaltung, inbesondere zur Fleischproduktion, Verantwortlich zu machen sei für etwa ein Fünftel der Treibhausgase weltweit. Man gab öffentlich und auf hoher Ebene zu, dass die Nutztierhaltung massiv zur globalen Erwärmung beiträgt.

Eine neuere Untersuchung des Woldwatch Institutes (http://www.worldwatch.org/), einem Umwelt Think-Tank aus Washington D.C., erfasst aber noch weitere versteckte Faktoren der „Nutztier“-haltung die zu den Emissionen beitragen, und man kommt in der Studie auf einundfünzig Prozent aller Treibgase für die die Nutztierhaltung weltweit verantwortlich zu machen sei. [1]

Die größeren Zusammenhänge

Ein Faktor der auch in die empfindliche Waagschale des zerstörten ökologischen Gleichgewichts und einem nicht enden wollenden menschlichen Konsum mit hineingeworfen werden muss, ist die Frage nach der Wasserknappheit, insbesondere den Dürren und den auf sie folgenden Engpässen in der Sicherheit zur Verfügung stehender Nahrungsmittel. [2]

Eine Nahrungsmittelknappheit könnte die Welt in den Vegetarimus zwingen, titelt ein Artikel im ‚Guardian’ vom August 2012: [3]

„Die Annahme einer vegetarischen Ernährungsweise“ [konsequenterweise müsste es eine vegane Lebensweise heißen, da wenn Tiere Milch, Eier und Leder produzieren sollen, sie dazu auch zur Körperausbeute gehalten werden müssen], so der Artikel im ‚Guardian’, „ist ein Weg, um in einer zuhnemend klimagestörten Welt die Wassermengen zu erhalten, die nötig wären zum Anbau von mehr Nahrung,“ so die im Guardian zitierten Wissenschaflter, „[…] tierische proteinreiche Lebensmittel brauchen zu ihrer Erzeugung zehn Mal mehr Mengen an Wasser, als die vegetarische Nahrungsmittelerzeugung. Ein Drittel des am kultivierbarsten Landes in der Welt wird zum Anbau von Ernten verwendet die der Tierfütterung dienen. Zu den anderen Optionen, die dabei helfen können Menschen zu ernähren, gehört eine Reduzierung von [Lebensmittel-] Abfällen und eine Steigerung des Handels zwischen denjenigen Ländern die Überschüsse an Nahrungmiteln produzieren und denen wo Mangel herrscht.“

Der Viehzucht-Sektor bietet für zahllose Menschen in den ärmsten Regionen der Welt Nahrung und Einkünfte, so argumentieren manche Befürworter der Fleischindusrtie. Das ‚Heifer Projekt’ beispielsweise sieht seine Aufgabe in einer Art humanitärer Arbeit, die daraus besteht Armen und Bedürftigen in Schwellen- und Entwicklungländern „Nutztiere“ als argarwirtschafltiche Einkunftsquelle und Nahrungslieferanten zu liefern. Auch gibt es Förderungsprogramme westlicher Nationen, die ihre Fördermaßnahmen mit der Übernahme viehzüchterischer Techniken und Handhabweisen als Bedingungsvariablen verknüpfen.

Das hierbei mitschwingende Argument, Menschen sei durch die Ausbeutung von Tieren automatisch geholfen, soll erkennbar machen, dass die argarwirtschatliche Tierhaltung etwas den Menschen Gutes und Förderliches ist. Und nicht zuletzt ist in den meisten Kulturen der Welt tatsächlich eine Trennung individueller und gesellschaftlicher Identität vom Einsatz nichtmenschlicher Tiere als Lebensressourcen noch immer kaum denkbar.

Der Mythos rund um die Nostalgie des Kleinbauern erscheint aber zunehmend als umstrittener, offenkundig wird das erkennbar bei der Kritik an den westlichen Biobauern, bei denen Missstände und ein Fauxpax in der Langzeitutopie sichtbar werden man könne den Fleischkonsum in Maßen retten im Zeitalter des Massenkonsums. Daneben existiert in der Bioindistrue aber noch das weitaus größerer Problem der Missstände in der Tierhaltung, die sich in den großen Agrareinrichtungen und den kleinen Bauernhöfen kaum unterscheiden, da Tiere fühlende, freiheitsbegabte und tierlich-denkende Lebewesen sind.

Was die Nutztierhaltung in den Entwicklungsgebieten der Welt anbetrifft, so muss man sich darüber im Klaren sein, dass Kleinbauern auch Teil des Systems der Ausbeutung tierlicher Körper sind. Kleinbauern sind durch Großbetriebe ersetzbar um einen zunehmenden und stimulierten Bedarf an tierischen Produkten zu decken, der sich aus komplexen kulturellen und wirtschaftlichen Faktoren heraus entwickelt.

Sowohl bewaldetes und „wildes“ Land, so auch die Böden die als freie Anbauflächen bestellt werden können, verschwinden in Zuge eines argarwitschaftlichen „Erwachens“ und werden einer industriellen Nutzbarkeit unterworfen.

Mehr als 80 Prozent des Wachstums im Viehzucht-Sektor kommt heute von den insdustriellen Produktionssystemen. Die Viehzucht ist ein Faktor, der knappes Land, sauberes Wasser und andere natürliche Ressourcen für die ärmsten der Menschen schluckt und der freien Lebensraum für Tiere zerstört. Die Abhängigkeit von einem zunehmend industrialisierten Lebensstandard, auch wenn solch ein Standard sich auf einem Minimum bewegen mag, ist kaum wieder aufzulösen. Auch ist die Vorstellung vom Fleischkonsum als ein Ausdruck von Wohlstand ein Glaube dem Menschen immernoch allzu leicht verfallen.

Fortsetzung:

Wie groß ist Dein ökologischer Fussabdruck, wenn Du vegab lebst? Teil 2: Von der Schaffung einer veganen Ökologie

http://simorgh.de/vegan/wie_gross_ist_dein_oekologischer_fussabdruck_2.pdf

[1] Robert Goodland, Jeff Anhang: Livestock and Climate Change, World Watch November/December 2009, http://www.worldwatch.org/files/pdf/Livestock%20and%20Climate%20Change.pdf  (letzter Zugriff vom 27.11.2012).

[2] A. Jägerskog, T. Jønch Clausen (eds.): Feeding a thirsty world: Challenges and opportunities for a water and food secure world, Stockhold International Water Institute, 2012, http://www.siwi.org/sa/node.asp?node=52&sa_content_url=%2Fplugins%2FResources%2Fresource.asp&id=318 (letzter Zugriff vom 27.11.2012).

[3] John Vidal: Food shortages could force world into vegetarianism, warn scientists, The Guardian, 26. Aug. 2012, http://www.guardian.co.uk/global-development/2012/aug/26/food-shortages-world-vegetarianism (letzter Zugriff vom 27.11.2012).

 

PETA und die Tiereuthanasie

PETA und die Tiereuthanasie … Forsetzung (3)

(2) Was ist los mit PETA? PETA und der Vorwurf der unnötigen Tiereuthanasie
http://simorgh.de/niceswine/was_ist_los_mit_peta
(1) Im Zusammenhang mit der Diskussion über die Position und die Aktivitäten der Organisation PETA im Bezug auf Tierheime und Euthanasie … PETAs gute kleine Soldaten
http://simorgh.de/niceswine/peta_und_tiereuthanasie

Warum töten PETA Tiere? Warum fällt so wenig Kritik an dieser Art der Vorgehensweise im Tierheimmanagement, auch von Seiten der Tierrechtler?

Nach Jahren der Bemühungen darum, PETA zu einer anderen Herangehensweise an das Problem heimatloser und streunender Tiere zu bewegen, zeichnet sich ab, dass PETA nicht dazu bereit sind ihre eingefleische Vorstellung, Euthanasie sei eine gute Lösung, zu ändern.

PETA können sich diesen Standpunkt allerdings nur leisten, weil einerseits die anderen großen Tierschutzorganisationen in den USA (wie die ASPCA und die HSUS) den gleichen Standpunkt einnehmen und Tiere routinemäßig einschläfern, und weil andererseits – und das ist ein viel wichtigerer Grund – Euthanasie im Bezug auf Tiere bereits von den Veterinärmedizinern als eine humane Allroundlösung für Tiere „im Notfall“ betrachtet wird: Für die Tiere, die in unserer Gesellschaft zum Problem werden, weil sie nicht mehr in unser System passen, ohne einen Menschen bei seiner täglichen Routine zu stören.

Der gegenwärtige Trend in der Sterbehilfe-Debatte humanmedizinischer Ethik darf uns nicht darüber hinwegtäuschen, dass die „Endlösung Euthanasie“ beim Tier hingegen im Durschnitt nicht mehr bedeutet als das: „Ich kann das Tier nicht leiden sehen.“ Das heißt die Verweigerung des Einsaztes von Palliativa in der Veterinärmedizin. Und, wie im Falle der sinnlosen Einschläferungen in so vielen Tierheimen weltweit: „Ein totes Tier ist ein gutes Tier.“ Denn es gibt keinen Platz in der Grasswurzelpolitikebene für des Menschen beste Freunde (als die wir, die Menschen, unsere „Haustiere“ ja eingentlich betrachten).

Es finden sich kaum Veterinärmediziner die zögerlich an das Einschläfern herangehen. Jeder, der einmal ein Haustier „besessen“ hat kennt das Problem: der Gang zum Tierarzt mit einem erkrankten Tier, ist eigentlich wie ein Gang zum Hänker. Denn wenn der Tierarzt das Verdikt fällt, dass sich eine Weiterbehandlung hier nicht mehr lohnt, dann sind sowohl Tierpatient als auch das Herrchen oder Frauchen in einer final tragischen Sackgasse gelandet. Wenn Sie die Frage nach lebenserhaltenden und schmerzstillenden, angstnehmeden Alternativen stellen, dann sind sie damit in der Veterinärmedizin bislang noch fehlt am Platz.

Man müsste nun auf die Mitverantwortung der Philosophie, das heißt der Ethiker, und der Biologie, als der Wissenschaft des organischen Lebens, zu sprechen kommen, denn genau hier endet man in der Suche nach dem Grund für diesen Unterschied, der so grundlegend zwischen der Humanmedizin, die lebenserhaltend agiert, und in der Tiermedizin liegt, die sich eingentlich nur um das Nötigste kümmern kann.

Ein Tier, so die führenden Philosophen und Bio-Ethiker, verliere weniger als ein Mensch, wenn es stirbt.

Diese Grundhaltung im Denken der Experten und derjenigen Menschen die diese Experten nicht kritisch hinterfragen möchten, bringt nun auch mit sich, dass sich bei PETA in der absehbaren Zukunft kaum etwas ändern wird, und dass Gruppen, wie der No Kill Adovcacy Center noch viele, viele Steine aus dem Weg zu rollen haben. Aber auch wir müssen in diesem Punkt aktiv werden, um ein Umdenken in der zugrundeliegenden Ethik mit anzustoßen.

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Würden Sie wegen Ihres Veganismus auch auf Gott und Glauben verzichten?

Palang LY

„Macht Euch die Erde untertan“ 1. Mose (1)

Würden Sie wegen Ihres Veganismus auch auf Gott und Glauben verzichten?

Wenn wir Tiere nicht als Produkte, als Ware betrachten, als Besitz mit dem man machen kann was man will, wieso sind wir dann bereit hinzunehmen, dass Tiere auf dem Altar der Religionen oder traditioneller Bräuche geopfert werden? Wir schließen Zirkusse und Pelz aus, obgleich auch sie Bestandteile unserer spezisistischen „Kulturen“ sind. Aber wenn es um den Glauben geht, dann ist uns unser Gott wichtiger als das Recht, das wir nichtmenschlichen Tiere zuteil werden lassen müssten, um als Menschen wirklich gerecht/er zu werden.

Sollten wir nicht von vegan lebenden Menschen erwarten können, dass sie wissen, dass ein Tier nicht nur im Bezug auf Kommerz und Großindustrie verdinglicht und objektifiziert werden darf?

Manche sprechen vom Respekt gegenüber Tieren, der ausreiche um der Tierrechtsfrage gerecht zu werden. Und sie sagen es sei akzeptabel Tiere aus religiösen (sprich aus „geheiligten“) Gründen zu töten, wenn man dem Tier nur ausreichend Respekt gegenüber brächte. Und man soll das Tier, das zum Opfer wird, „human“ Töten. Das ist kein veganer Standpunkt, denn der Veganimus fordert, dass kein Tier zum menschlichen Nutzen eingesetzt werden darf. Die Religion kann hier keine Sonderregelung schaffen, denn es geht im Veganimus um Tiere und nicht um Gott.

Es geht um Lebewesen und das Leben. Wenn ich ein Tier meinen Zwecken unterwerfe, um es zu benutzen, zu verletzen und zu töten, dann lässt sich das nicht mit einer veganen Ethik auf sinnvolle Weise verbinden, auch wenn eine Religion solches von mir fordern möchte.

Manche sagen, das möge schon stimmen, aber so schnell könnten wir mit einem Umdenken bei religiös denkenden Menschen nicht rechnen, wenn überhaupt. Wir seien mit der veganen Bewegung ja überhaupt erst am Anfang und Religion und auf ihnen fußende traditionelle Bräuche könne man nicht von heute auf morgen abschaffen.

Solch eine Denkrichtung ist nicht ganz richtig. Denn auch wenn Gesellschaften – die im Westen oder die in der östlichen Hemisphäre gelegene Gesellschaften – bislang weit entfernt davon sind sich in Richtung eines Bewusstseins zu bewegen, dass Tiere auf ethische und affirmative Weise mit einbeschließen würde, nichtsdestotrotz richten sich unsere Vorstellungen über die vegane Lebensweise nicht nach dem „wie es in diesem Moment ist“ oder dem „wie es in der Vergangenheit war“, sondern nach dem „wie es sein sollte“!

Eine Utopie hat es bis hierher geschafft, und eine Utopie kann es, wenn sie nur konsequent durchgeführt wird, auch noch weiter schaffen.

So gravierende Lücken, wie die Inkaufnahme des Tieropfers in Religionen – d. h. rituelle und traditionelle Bräuche unangetastet zu lassen – bergen, außer dem Unrecht das sie aus Tierrechtssicht darstellen, die Gefahr der Verwässerung in sich für die, die meinen dass beides ging: konsequenter Veganismus und das Festhalten an einem Glauben, der das Gehorsam über die Vernunft setzt.

Der Sinn des Veganismus als das bislang effizienteste Mittel um der Tierausbeutung mit Widerstand zu begegnen, erscheint im Kontext von Religiosität fragwürdig, wenn die Religion den Menschen sowieso an die obeste Stelle der Schöpfung setzt. Eine Ergänzug im ethischen Codex wäre dann nowendig, kann in einem religiösen Denksystem aber nicht wirklich vollzogen werden, weil hier ja nur Gott und die von ihm auserkorenen solche gravierenden Entscheidungen über Sein und nicht sein und den Wert des Seins fällen dürfen.

Tiere sind keine Gegenstände, weder zum profanen Handel, noch im “erhabenen” Geiste – weder als Konsumgut, noch für einen Gott dessen menschliche Schöpfung.

(1) „Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“
http://bibel-online.net/buch/luther_1912/1_mose/1/ (letzter Zugriff vom 19. Nov. 2012)

Vegan Politics and Animal Politics

Vegan politics is animal politics

Veganism is a new enviro-social phenomenon taking place at the core of society. Today’s veganism is clearly predominantly defined by an ethical motivation. The wide spectrum of vegan ethics cover: the concern for nonhuman animals in the forefront, alongside the protection of the natural environment and the burden of inner human conflicts (pertaining to gender, ethnic diversity, human coexistence, the wider environmental consciousness). As little as the public wants to be aware of that, a multifocal approach plays a key role for an ethically motivated vegan to adapt her or his lifestyle.

Enlightenment efficiency

You can reach a wider audience to empower and educate with a notion of what can be called “vegan pedagogy” than you can with an ivory tower intra scholarly debate about the details of “what rights to preferably grant to which species given the circumstances under which that would be possible, if at all”.

Politics is applicability

The politics of animal rights and the vegan movement are to date inseparably connected. Vegan pedagogy entails an empowerment that lets the “recipient” know, that she or he can voice own constructive thoughts, and that she or he can and is actively participating in a democratic processes that encompasses the recognition and establishment of animal rights and animal politics (animal law) respectively.

Without an active encouragement of the individual person to participate in this democratic process and to use own creativity, we can’t expect for a consciousness of respecting other life forms to become a viable reality in a near future that’s already bound to inhabilitate people rather than to respect their democratic potentials other that voting.

Also we should seek to avoid “prescribing” knowledge that has been agreed upon exclusively by scholars, whose accepted canons eventually are taken over by authorities and the law, and then set as golden rules by which people in society will have to go.

Self-participation in critical thinking and questioning is the key word in “vegan pedagogy”, which in turn can become a key to create a perfect basis in terms of awareness for “animal politics”.

Animal Politics

Animal politics can be a political idea that encompasses nonhuman animals as how their lives and their paths-of-life become intelligible to the sensitized human being.

A theory for animal politics can only be drafted from experience. The closest experiences that people from the general populace have with the adversaries of society’s human-animal relationship – that make animal politics necessary – are ethically motivated vegans.

To separate the sociology of veganism from what will become the new intersection of animal rights politics, that overlays environmental rights and human right, would mean to dysfunction the most vital societal democratic impulse.

Stimmen zum Tod von Lou und zum weiteren Verbleib von Bill

Stimmen zum Tod von Lou und zum weiteren Verbleib von Bill

Farm Sanctuary zum Tod von Lou und der Frage des weiteren Verbleibs von Bill

Wir von Farm Sanctuary sind sehr traurig darüber, erfahren zu haben das Lou, einer der Ochsen, die das Green Mountain College für zehn Jahre lang dazu eingesetzt hatte Felder zu pflügen, Nachts letztes Wochendende getötet wurde. In Zusammenarbeit mit dem VINE farm animal sanctuary und anderen Gruppe und Einzelpersonen, darunter auch besorgten Alumni und Stundenten des Green Mountain College, sind wir immer wieder an die College Leitung herangetreten in der Hoffnung die Übergabe von Lou und seinem Partner Bill in einen geschützten Ruehstand erwirken zu können. Traurigerweise hat die College Leitung anders entschieden.

[…]

Unser Angebot für eine lebenslange geschützte Unterkunft Bills steht weiterhin. Wir würden ihn sehr gerne in unsere Herde für die Tiere, die einer besonderen Pflege bedürfen, auf unserem Schutzhof in New York aufnehmen. Hier wäre er zusammen mit Artgenossen und ihm würde eine bevorzugte Pfelge zuteil.

https://www.facebook.com/farmsanctuary/posts/10151326856448824 (letzter Zugriff vom 13. Nov. 2012)

Im Diskussionsbereich auf dem Blog von James McWilliams schreibt Pattrice Jones vom VINE Sanctuary:

Wir wissen, dass Lou noch am Nachmittag in einem offentlichtlich guten Zustand war, an dem Tag, der sein letzter Tag sein würde. Dass er nachts getötet wurde, angeblich „eingeschläfert“, und dass sein Körper sich danach nicht mehr auf dem Gelände der Universtität befand, erweckt in mir die größten Bedenken über die tatsächliche Art seines Todes. Wir vom VINE Sanctuary werden dazu noch ein offizielles Statement herausgeben. Ich bitte alle anderen Aktivisten und Aktivistinnen nun darum, gemeinsam mit uns darauf zu dringen, dass das Collge eine Eklärung eines Veterinärs vorlegen soll, die belegt, dass er oder sie die Einschläferung aus humanen Gründen und mit humanen Methoden sowohl empfohlen als auch durchgeführt hat. Anderenfalls muss das College den Studenten und den Anliegern in der Nachbarschaft des Colleges, die Lou liebten, erklären, warum und wie Lou tatsächluch starb.

Genauer schriebt Pattrice auf ihrem Blog: On the Disappearing of Oxen Instead of Problems

Karen Davis von UPC schreibt:

Ich bin sehr traurig und zorning über GMCs Tötung von Lou, Ich glaube nicht, dass er „eingeschläfert“ wurde, gleich wie sie ihn nun tatsächlich töteten: Nicht nur weil er wahrscheinlich immens litt durch einen Agrarveterinär getötet zu werden, und auch nicht allein weil er vielliecht tatsächlich hemlich geschlachtet wurde, ich bin auch ermpört darüberm dass seine Verletzung nicht so belastend für Ihn gewesen sein kann, dass er hätte bereit sein können zu sterben. Er hätte mit der Verletzung und sorgsamer Pfelge in einem Schutzhof mit seinem Partner Bill leben können.

Was zu meiner Traurigkeit und der ethischen Betrug mit hinzukommt, ist das Einverständnis mit der Tötung Lous, das PETAs Ingrid Newkirk öffetnlich äußerte. Jetzt ist Bill alleine und beraubt um seinen ihm Frieden gebenden Partner, in einen Welt voller Boshaftigkeit und Gnadenlosigkeit, die sich in den Medien als „Gnadevoll“ verkleidet.

Dies sind die leiseren Formen, die das Böse annimmt.

http://james-mcwilliams.com/?p=2655 (letzter Zugriff vom 13. Nov. 2012)