Tierrecht oder Rassismus

Tiermord ist immer unendlich schlimm, unendlich grausam, niemals vertretbar. Irgendeine Variante des Mordes von einem nichtmenschlichen Tier als “human” zu bezeichnen ist spezisistisch. Die Art wie ein Lebewesen zu Tode kommt, selbst wenn es ein Gewaltsamer, von außen zugefügter Mord ist, spielt für das erleidende Subjekt aber immer eine Rolle.

Das betäubungslose Ausbluten lassen eines Tieres ist eine vergleichweise grausamere Tötungsmethode, als die Tötung der ein Betäubungsstoß vorausgeht. Das sind zwar graduelle Unterschiede, die zu diskutieren makaber erscheint, wo es doch eigentlich darum geht, dass jede intentionierte Tötung eines Tieres nicht sein dürfte. Aber im Sinne des Tierschutzes kann man dieser Frage nicht aus dem Wege gehen, ohne dabei in innere Konlikte zu geraten.

Kritik und die Emotionen, die sich um das Thema Schächten ansiedeln in die Ecke “rassistischen Gedankenguts” einstufen zu wollen, zeugt davon, dass der Fokus noch nicht ausreichend auf die Fragen des Tierschutzes und der Tierrrechte gelenkt ist, von denen, die die religiöse Freiheit als primäres Recht sehen.

Religiöse Fragen dürfen in einer sekularen, laizistischen Welt, in der “Kirche und Staat” getrennt werden, nicht über die Frage der Lebensrechte nichtmenschlicher Tiere gesetzt werden, will man an der ethischen Vernunftshaltung der Tierrechte festhalten.

Goerge Bernard Shaw schrieb in seinem 1929 erschienenem Intelligent Woman’s Guide to Socialism, Capitalism, Sovietism and Fascism, dass:

Wenn eine Kirche behauptet, dass sich andere Tiere vom Menschen unterscheiden weil sie keine Seele hätten, und dass Tiere für den Nutzen der Menschen geschaffen wären und nicht wegen ihrer selbst, wenn solch eine Kirche auf dieser Grundlage behauptet, dass Tiere keine Rechte und Frauen und Männer ihnen gegenüber keine Pflichten hätten, dann würde man deren Lehren aus den Lehrplänen der Schulen verbannen und ihren Anhängern würde seitens der sekularen Behörden Grausamkeit gegen Tiere vorgeworfen.

Wenn eine andere Kirche nun einen Schlachthof errichten will, in dem Tiere in einer vergleichbar grausameren Weise getötet werden, als durch die humanere Methode des städtischen Schlachthauses, würde man ihnen das untersagen und man würde auch fordern, dass diese Haltung nicht an deren Kinder weitervermittelt werden solle – außer natürlich wenn diese Gruppe in den städtischen Entscheidungsfindungen über ein ausreichend großes Mitbestimmungsrecht verfügt; und würden nun aber deren Mitglieder ablehnen “human” geschlachtetes Fleich zu essen, dann müssten sie, wie ich, zum Vegetarismus übertreten.

@BRDvegan

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