Kummer

Es ist mehr Wind
______vor meinem Haus
es brennt mehr Sonne
_____auf mein Dach
es hat mehr Wasser
________wenn es regnet

es ist mehr Grelle
______in der Lichtern
es ist mehr KUMMER
___in Gesichtern
es ist mehr Lärm
__________wo Menschen sind
und Kinder sind nicht lange Kind

nicht gern geh ich hinaus
______aus meinem warmen Haus

Meine Katze

Viele Mauern türmen sich
__viele Autos drängeln sich
____viele Menschen rempeln sich
viele Schlaue brüsten sich
__viele Dumme schimpfen sich
MEINE KATZE ärgert sich

__das und mehr betrifft auch mich


„Kritik an denen, die mit Denkvorschlägen Kolonialisierung im Denken betreiben wollen. Der Denkkolonialismus den ich meine, hat sich selbst zur Aufgabe gemacht alle geistigen Ozeane trockenzulegen, um die Weltmeere endgültig verdinglichen zu können. Zuerst haben sie die Myriaden der Sprachvielfalt aller Wesen als Kakophonie bezeichnet.“
Animal Thealogy – „Natur“ nicht verzwecklichen. Ökologische Lebensgemeinschaften neu definieren.

Relevanz nichtmenschlicher Moralität

Altruismus dient häufig eigenen Zwecken, zudem ist eine gegenseitige Fürsorge auch immer eine eigene Fürsorge – außer jemand ist völlig egoistisch. Die Grenzen, die der Altruismus zieht scheinen zu drastisch … Nichtmenschen verhalten sich moralisch altruistischer als wir Menschen es tun. Wir sind der Meinung dies sollte im Tierrechtsdiskurs hervorgehoben werden, denn eine Unsichtbarmachung dieses Umstandes bedeutet eine Unsichtbarmachung von Handlungbefähigtheit und von sozialen Architekturen.
Gruppe Messel, Tierautonomie / Animal Autonomy

Pamphlete zeichnen (1)

Kreativität kann alles mögliche sein, nützliches, redundantes, prätentiöses, nachahmerisches, zumindest kann ein eigens gestaltetes Mitteilungsblatt – über das ich hier reden will – einer Botschaft einen wirklich individuellen Ausdruck verleihen, und ich glaube, dadurch einiges an Authentizität in der versuchten Aussage vermitteln.

Wir beginnen hier eine Reihe unter dem Titel “Pamphlete zeichnen” in der wir unsere Botschaften über Tierautonomie, Tierrechte, Tierdenken und Tiersein grafisch darstellen möchten, nicht zuletzt um die Lesenden damit anzuregen selbst mal den Bleistift oder ähnliches in die Hand zu nehmen und nur Mut, es geht um die Message

In diesem Zusammenhang weise ich nochmal auf einen Eintrag von kürzlich hin, zum Thema dessen, wie man seinen Aktivismus auch nicht-konventionell aber effektiv gestalten kann: Was ist effektiver Aktivismus?

Prenzel-Yegane Studios: In Bildern und Spielen denken.

Priorisierungen als Machtmittel

Gesinnungsmord und
geistige Brandstiftung
machen die Zerstörung der Natur
und den Zoozid aus
im Anthropozän.

Podcast: Priorisierungen als Machtmittel (MP3)

Entscheidend sind die Prioritäten …

Wir beeinflussen Dinge über die Wahl unserer Prioritäten. Wenn mir das Konsumieren und Vanity das Wichtigste sind, wähle ich Inhalte, ich entscheide mich mehr oder weniger bewusst für diese – auch wenn ich mir der genauen Konsequenzen meiner Entscheidungen nicht unbedingt bewusst sein muss, ich bin es teilweise. Mit der Wahl die wir treffen, treffen wir die Aussage: das ist uns/mir wichtig.

Das Priorisieren findet ständig statt und und wir machen fortwährend Interessenspolitik mit der Entscheidung über Wichtig und Unwichtig. Ich meine wir tragen dadurch eine direkte und offensichtliche Verantwortung dafür, was unser Umfeld als Impuls von uns mitgeteilt bekommt über „wichtig“ und „unwichtig“. Wir werben quasi für Lebensmodelle, wir nutzen die Kraft unseres Seins um unsere Umwelt zu manipulieren in unserem Sinne. Wir sind nicht frei von Verantwortung über die Umweltzerstörung, über die Negation von nichtmenschlichem Leben.

Wir übernehmen gerne Verantwortung für Problematiken in denen wir Unmenschlichkeiten orten im Bezug auf Menschen als eine Art Gesamtheit, als politische Spezies. Wir priorisieren Menschenrechtsproblematiken indem wir ihre Zusammenhänge mit den Problematiken anderer Formen von Ungerechtigkeit und Gewalt ausklammern, oftmals bis zu dem Punkt, an dem es scheinen mag, dass ohne die Priorisierung von Menschenrechten wirklich keine anderen Bestrebungen für Freiheit und Gerechtigkeit Sinn hätten – als funktioniere Gerechtigkeit nicht auf allen Ebenen gleichermaßen, als bestünden keine unabdingbaren Zusammenhänge und keine Gleichheit in dem was und wer wichtig ist. Wir schaffen ständig Hierarchien.

Wir untermauern den Grund unserer Priorisierungen wenn wir politisch erwachsen sein wollen. Wir können nicht mehr zugeben, dass uns ein Denkfehler unterlaufen ist. Die Kluft zwischen Verantwortung für die Umweltzerstörung und den Tiermord, zur Gewalt gegen Menschen und der Nichtachtung von Menschrechten, klafft in unseren gelebten Verständnissen weit und offen. Unschließbar. Unsere Denkfehler sind Kulturgut.

Es ist nicht automatisch gegeben, dass das eine Thema auf die eine reduzierende, minimalisierende Art und Weise, das andere Thema aber umfassend und wichtig vorgestellt wird, immer wieder. Nein, die Gesellschaft reproduziert ihre Priorisierungen, wie ein Diktum. Auf solchen Ebenen finden die Gessinungsherrschaften statt, mit denen wir es heute zu tun haben, geht es um Mensch, Tier, Natur. Banale Egozentrik wird gleich einer aristokratischen Perversion als Menschsein von Clustern gesellschaftbildender Gleichtaktender als Selbstverwirklichung durchexerziert. Das Unrecht gegenüber den anderen und dem Anderen schlechthin wird dabei in die Lächerlichkeit und in die Unsichtbarkeit gestoßen.

Nachtblindheit / Gedankenlauf

Gedankenlauf

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Eine Kurzegeschichte über einen Freund, der sich zum Zeitpunkt des Verfassens der Geschichte in erster Linie als vegan definierte, nunmehr primär als antispeziesist und Naturfreund im erweiterten Sinne.

Irgendwas in mir ist immer derselbe. Ich glaube nicht, dass ich verstanden werden muss. Ich reflektiere das fehlende Verstehen. Ein Tier, irgendeines, das wir nicht kennen. Es läuft über die Straße, ein Lichtstrahl trifft seine Augen. Sein Leben erlischt durch die Berührung mit dem Menschen.

Ob sie Tiere verstehen ist ihnen egal. Mir ist ihr Verständnis ein Mysterium.

Montag der 31. irgendeines Monats

… an den ich mich schon jetzt nicht mehr erinnern will, weil ich auf den Sommer warte. Im Sommer werd ich mit meinem Bike raus in den Wald fahren. Letztes Jahr als ich wenigen Rehen begegnet bin, wurde mir vieles klar. Ihre Angst – und sie haben trotzdem Mut in dem Mordlabyrinth überhaupt zu leben ohne aufzugeben – diese Angst ist stärker als alles.

Es regnet. Die Strassen sind nass. Wie würde ich sein, wenn es den Ort, das Dorf, die Stadt nicht gäbe. Wäre ich „Ich“? Mir haben alle Leute die ich kenne (und kannte) bestätigt, dass ich ein Langweiler bin. Als ich 18 war, und phasenweise halb-heimlich Vegetarier, hat eine Bekannte bei einem Treffen mit ein paar Leuten in einer Gasstätte gesagt: Wenn mein Leben so langweilig wie Deines wäre, würde ich an den nächsten Baum fahren … Ich hatte Pommes vor mir auf dem Teller und mich auch fast daran verschluckt. Weil grade vorher hatte ich zu ihr gesagt, „Ich plane Vegetarier und dann vegan zu werden.“ Sie stand angeblich auf mich, aber der Umstand, dass ich eine Meinung hatte, die sie nicht verstand, rief bei ihr so eine Art Hassgefühl vor.

Beziehungen ohne Liebe sind leidenschaftslos, und ohne Respekt – geht schon mal gar nicht. Es regnet, und ich stell mir vor wie der Regen auch in den Wäldern fällt, wie dort eine andere Welt herrscht, wie die Forstwirtschaft den Tieren dort eine dauerhafte Lebendfalle auf Zeit gestellt hat aus der sie nie lebend herauskommen, wie die Jäger denken mögen, und wie wir das alles irgendwie romantisch finden … Ich denke daran wie die Zebus in Afrika Rinder sind. Wie die Rinder hier westliche Züge tragen. Warum es unterhalb des „Unten“ weitaus mehr gibt als oben. Warum sollte sich das, was sich in mir abspielt, nicht in mir abspielen?

Ok es regnet. Ich muss raus … Hinter mir die Autos, die einem stetig im Nacken sitzen. Ich setze vorne ran, so fährt man weil man fahren muss. Fliehend vor irgendeinem weiteren im Nacken, der wohl das gleiche fühlt; der mich für einen Augenblick dieses gleichen einen Lebens sieht, mit dem ich zusammenprallen würde, wenn wir nicht beide noch einen Plan hätten der dies vermeidet.

Wenn ich hier lang fahre und die Bäume dunkel an mir vorbeirauschen, fühl ich mich schuldig sie an mir vorbeiziehen zu lassen. Dieses Gefühl, weiß ich, habe ich auch wenn ich stoppe und absteige. Was ist das, das ich an mir vorbeirauschen lasse? Ich parke und ein Spaziergänger ist da, im Regen. Warum gibt es Einsamkeit? Wir sprechen nicht, weil es zu früh ist um zu sprechen. Nur ein Nicken, ein langer Blick. Ich gehe in den Wald hinein. Ich denke oft, dass ich dort einmal auf eine Leiche stoßen könnte … ein Mörder wirft sein Opfer dorthin, zerstückelt es. Vielleicht will ein Mörder, dass der Wald das drohende Mahnmal seiner inneren Beschlüsse sein muss. Die abgesägten Stämme, die Bäume. Das ewige ihres Lebens wurde gebrochen, es wird verarbeitet zum Inventar selbst gelebter, selbst erlebter Armutszeugnisse. Ich geh an so einem Tag nicht tiefer hinein in den Wald. Es ist mir – auch als Mann – zu riskant. Ich sitz im Nassen auf einem Stamm, überlege.

Störende Einblendung

Sei doch nicht so sentimental sagt sie, wenn ich andeute was ich denke. Aber warum ist ihre Welt heil? Ich merk immer mehr, dass ich nicht drum herum komme meinen engen, vermeintlich realistischen Horizont mit mehr denkerischer Diverstität zu erweitern. Wenn ich denen eine Kritik sagen will, muss ich mir vorstellen können wo ich einhaken kann, wo man den Knackpunkt von der anderen Seite her angehen kann. Fallen die Knackpunkte immer erst in den Fundamenten unserer Ethik auf? Ich kauf mir zwar immer mehr Bücher, aber es ödet mich ehrlich an sie zu lesen, aber ich wühl sie trotzdem durch. Ich finde in keinem Buch eine Wahrheit, so wie die, die draußen vor meiner Tür und auch drinnen in den Häusern herrscht, alles klafft offen, alles stimmt bedingt und unbedingt, aber die Realität ist komplexer und gleichbleibend anders.

Ich kann mir mein trauriges Denken beibehalten, und das Denken ist alleine. Ich muss Biologe sein um zu wissen was ein „abstraktes Du bzw. ein allgemeines Sie“ ist oder beziehungsweise auch was keines ist. Ich nehm mir all die großen Philosophen vor, bleib aber meist doch bei den Tierrechtlern hängen. Alle sagen ich muss mögliche „Du’s oder Sie’s“ biologisch sehen …

In der Szene hier wollt ich keinen Fuß fassen, das mit der Szene ist meiner Meinung nach so: Vor sich ein großes Schild voll gerechtem Kampfesgeist tragen, auf dem Schild steht ganz groß „Tiere“, wenn der Hieb fällt, fällt er auf das Schild … Der Angreifer hält das Schwert: „Mensch“. Nichts trifft, wenn es nicht die Tiere trifft. Und die großen Organisationen? Da war zum Beispiel diese eine Kampagne, ein Truthuhn als Terrorist in einem Supermarkt droht mit einem Terroranschlag der Truthähne per verseuchtem „Fleisch“. Das Schild auf das man sich mit Hieben stürzen wird, sind alle Truthähne und Truthennen und Trutküken und alle ihrer Gattung, die vor ihnen gelebt haben und die nach ihnen leben werden. Auf dem Schild steht: Truthahn.

Montag kurz nach 6.00 Uhr. Letztes Jahr dachte ich noch, ich sollte nur noch an meinen Beruf denken, aber das kann ich nicht mehr. Bevor ich mein Studium begann, das für mich beinahe sinnlos war, hab ich versucht meine eigenen Gedanken zu ignorieren. Meine Gedanken, die mich immer, immer traurig machen.

Aber warum? Kann man immer weiter vor der Realität fliehen? Ich versuch nicht mehr so ein Held, wie man sie an allen Ecken und Ende sieht zu sein – auch wenn ich dadurch vielleicht immer „alleiner“ und einsamer werde. Warum wollte ich überhaupt ein Held sein? Morgen werd ich den ganzen Tag arbeiten, wie immer, aber manchmal bin ich einfach auch krank.

Mittag … der Betrieb stopft sich voll mit dem üblichen, eigentlich müsste mir jetzt schlecht werden, aber ich schalte das bewusst ab. Ein paar Brote, Apfel, Salat, Wasser. Es ist kein Thema mehr was ich esse (und es ist gesund).

Am gestrigen Abend, noch nicht spät, war ich im Bioladen. Ich mag den Laden nicht sonderlich, aber besser als nichts, obwohl die Bioladenphilosophie einen ethischen Abgrund in sich trägt, meiner Meinung nach.

Nach außen hin bin ich mit vielem einig. Innen? Wie ist es wenn man sich das Brennen eines Scheiterhaufens vorstellen kann und vor der Vorstellung weglaufen muss. Wenn es keine Wahrheit gäbe, ich bin der Überzeugung dann gäb es auch keine Schmerzen. Ich will nur dass sich was verändert. Ich gehe weiter voran.

Was ist effektiver Aktivismus?

Was ist effektiver Aktivismus?

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Wir meinen vielmals Aktivismus müsse irgendein typisches Gesicht haben, um richtiger Aktivismus zu sein. Man geht auf Demos, geht auf Seminare, postet auf den sozialen Netzwerken, versorgt sich mit Literatur, spricht über seinen Veganismus, über die Trendthemen in Tierrechten und veganer Lebensweise, usw. usf. Aber was ist mit den täglichen Begegnungen mit Alltagsspeziesismus beispielsweise? Ist das auch Aktivismus wenn ich jemanden vermittle, dass ich seine speziesistischen Gesinnungen und Handlungen nicht in Ordnung finde, wenn ich mein Personsein ganz unmittelbar und ohne weitere Vorzeichen einsetze, um das Gefüge wenn auch auf homöopathischer Ebene mit einzureißen?

Was ist wenn ich mich sogar noch nicht einmal als Aktivist_in bezeichnen würde, weil ich die typischen Merkmale and Aktivitäten nicht erfülle, aber trotzdem handle, mir trotzdem nachhaltig Gedanken mache, Themen anspreche wenn ich Speziesismus begegne?

Und genau das ist meiner Meinung nach eben auch Aktivismus: das Gefüge immer wieder einzureißen, da wo die Dinge so selbstverständlich erscheinen im Sinne unserer gesellschaftlichen Normen und Gepflogenheiten, da wo die Alltäglichkeit herrscht, aus der sich die ganze Misere erst ableitet.

Folgende Situation ist meinem Kollegen neulich passiert. Er hatte zugesagt einem Freund beim Bau seiner Gartenhütte zu helfen. Dabei sollte ein weiterer Freund helfen, dieser weitere Freund nun kündigte an, er wollte ein nichtmenschliches Tier demnächst „zum Verzehr“ morden. Der Freund mit der Gartenhütte setzt sich selbst für Hunde aus Rumänien ein und ist stolz auf seine zwei behinderten Hunde, die er wichtig nimmt, die er, so würde er bestimmt selbst sagen, liebevoll umsorgt. Mein Freund nun stellte den Gartenhüttenfreund zur Rede, und fragte ihn warum er den Menschen, der demnächst einen Nichtmenschen morden will, noch zu seinem Freundeskreis zähle, warum er sich für Hunde einsetze und nicht für andere Tiere, die es in der Regel noch viel härter trifft? Der Freund mit der Hütte windete sich raus. Mein Freund sagte jede weitere Hilfe ab. Ich finde das klasse, wie er sich verhalten hat. Konsequenzen zu ziehen. Eine Situation, die ich beispielsweise neulich erlebte: Eine junge Frau zeigte, dass sie für Nitsch und Grandin Bewunderung empfinde, obgleich sie nichtmenschliche Tiere ja auch an und für sich so faszinierend findet. Ich teilte ihr meine Position mit. Ich muss mich von solchen Menschen fernhalten. Ich kann mit Speziesisten so wenig befreundet sein wie andere Leute nicht mit Neonazis befreundet sein können.

Ich selbst blogge für Tierrechte. Mir wurde immer wieder gesagt das sei sinnlos. Dennoch habe ich viele, meiner Meinung nach wichtige, eigene Standpunkte aus dem Bloggen entwickeln können und ich konnte Netzwerke mit Ähnlichgesinnten aufbauen. Was ich damit sagen will ist, dass es oft nicht leicht ist gegen unterdrückerische Systeme und Strukturen selbst in ihren alltäglichen Gewändern anzugehen, in luftleeren Räumen, in denen noch kaum interagiert wurde auf vergleichbarer Ebene. Wenn ich sage ich sehe nichtmenschliche Tiere keinesfalls als Instinktwesen, zumindest nicht mehr als Menschen, dann ist dies so ein luftleerer Raum, denn niemand argumentiert bislang antibiologistisch in Sachen Antispe.

Unser ganzes gesellschaftliches Gefüge ist noch so voller Speziesismen (die auch noch bis in Denknormalitäten unserer eigenen Bewegung, der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung reichen) dass egal wo ich hinkomme, ich anscheinend immer wunde Punkte treffe, an denen sich offenbart, dass fest-tradierte menschliche Privilegien und die menschliche Hybris geschützt werden sollen. Ich kann dem versuchen mit einem Mut entgegenzustehen, den ich mir selbst erarbeite, und da gibt es endlos viele Wege; die Tierbefreiung im Denken ist überall noch erst im langsamen Wachstum. An den meisten Orten herrscht krassester Kollektiv- und Individualspeziesizismus, an andere Stellen findest Du milde Speziesismen vor.

Es existiert einfach kein Schema, kein einzelnes Patent mit dem man sagen könne nur so bewege man etwas. Es gibt so viele Wege wie Individuen, Situationen und Begebenheiten existieren. Meiner Meinung nach ist das durch Eigenständigkeit geleitete Denken und Handeln der effektivste Weg um über ausreichend Flexibilität zu verfügen um den jeweiligen Situationen gerecht zu werden.

Einige Beispiele für meiner Meinung nach sinnvollen autonomen Aktivismus:

  • ein eigenes Tierrechts-FAQ anlegen
  • kreatives Arbeiten
  • ein eigenes Mikroschutzrefugium schaffen, siehe dazu den (letzten) Abschnitt ‘Hortikultur als Lebens- und Naturraum’ in ‘Für den Lebensschutz ökopolitisch agieren
  • auf Mitläuferschaft verzichten, eine gesunde Unabhängigkeit zur Möglichkeit der Flexibilität wahren und bewusst nach alternativen Räumen auf Entdeckungsuche gehen
  • eigene Kulturräume und -ebenen finden
  • Tierrechte mitdefinieren, Mitspache einfordern, eignene Überlegungen und Erkenntnisse wichtig nehmen, dem nachgehen, verifizieren, falsifizieren …
  • Freundschaften die Nichtmenscheninkludierend sind aufbauen, wahren, d.h. auch Freundschaften mit Nichtmenschen, die sich anders gestalten mögen, als die mit Menschen. Die Bedeutung von: Nichtmenscheninkludierend (Englisch).
  • sich für die Lebensräume nichtmenschlicher Tieren einsetzen, mit in die Agenda des eigenen Aktivismus aufnehmen (Sitchwort: Standpunktentwicklung)
  • den eigenen Aktivismus wichtig und ernst nehmen, auch wenn man oft in vielerlei Hinsicht allein auf weiter Flur dazustehen scheint (zumindest als Minderheit in der Minderheit)
  • Gesellschaftskritisches Denken regelmäßig selbst updaten
  • DU als eigenständig denkendes Individuum. Bist. Wichtig!

Warum eigenständiges Mitmachen auch wichtig ist und Sinn macht: Eine Anerkennung von Verschiedenheit als Prinzip im Mitgestalten

Und noch im Allgemeinen zum Thema ‘veganer Aktivismus’: Veganer Aktivismus, was ist zuviel des Guten?

Noch ein empfehlenswerter Text in dem Zusammenhang: Anastasia Yarbrough, Radikale Selbstfürsorge in Erwägung ziehen: Tierrechte – denn das Leben zählt

Ironie speziesistischer Ungerechtigkeit

Ironie speziesistischer Ungerechtigkeit

Unsere speziesistischen Systeme und Denkstrukturen funktionieren gleich einer Niemandsherrschaft, in der alle schuld sind, weil keiner schuld ist: Religionen, Philosophie, Naturwissenschaften … nichts produziert ursächlich Speziesismus, er scheint einfach aus dem Himmel gefallen zu sein. Es gibt einfach „böse unaufgeklärte Menschen“, bei denen die Empathie noch nicht ausreicht, und andere, die also kognitiv und emotional erleuchtet sind und die nichtmenschliche Tiere daher nun „anerkennen“. Und weiter mit der Ironie: Der willkürlich-emotionale und empathisch begründete Bezug wird sich gewiss auch in den Fundamenten von Religion, Philosophien, Naturwissenschaften niederschlagen! Wahrscheinlich sind die Nichtmenschen selbst aus dem Himmel gefallen und deren Geschichte hängt auf ganz loser Ebene mit derer der Menschheit zusammen … Die Schuldlosigkeit und somit weitreichende Verantwortungslosigkeit scheint einmalig in den Ungerechtigkeitssystemen und ist in dem Maße allein dem systemischen Speziesismus eigen.

Gruppe Messel, Tierautonomie / Animal Autonomy