Ein Gespräch mit Zülal Kalkandelen über zentrale Elemente des Tierbefreiungsaktivismus.

kts8

Jahrgang 5, Nr. 4, Art. 1, ISSN 2363-6513, Oktober 2018

Ein Gespräch mit Zülal Kalkandelen über zentrale Elemente des Tierbefreiungsaktivismus.

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Hintergrund: Zülal Kalkandelen ist eine prominente Journalistin, Autorin und vegane Tierbefreiungsaktivistin in der Türkei in Istanbul. Die vegane Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung in der Türkei ist beeindruckend groß und aktiv. Dies scheint uns „erstaunlich“ weil wir im Ausland so wenig von ihren Strategien, ihren Herangehensweisen, ihren Erfolgen und von den Problemen hören, denen die Aktivist_innen dort ausgesetzt sind, inmitten einer Situation, die stetig Probleme in Hinsicht auf die eigenen, ganz grundsätzlichen Menschenrechte mit sich bringen kann. Zülal leitet zur Zeit eine Kampagne gegen Pferdekutschen, dies Thema diskutierte sie auch in der säkularen türkischen Tageszeitung Cumhuriyet, für die sie regelmäßig als Kolumnistin schreibt [1].

Schlagworte: Interview, Zülal Kalkandelen, Tierbefreiungsaktivismus, Antispeziesismus, Turkei

TIERAUTONOMIE, Jg. 5 (2018), Heft 4.

Ein Gespräch mit Zülal Kalkandelen über zentrale Elemente des Tierbefreiungsaktivismus.

Buch-Aktivismus

Tierautonomie: Du hast vor kurzem Dein erstes Buch über Tierbefreiung veröffentlicht. In einer vorherigen Buchpublikation, die Du gemeinsam mit dem veganen anarchistischen Autoren Can Başkent verfasst hast, sprecht Ihr über die politische Bedeutsamkeit des Veganismus. Kannst Du uns etwas zu beiden Publikation sagen? Was sind die Hauptthemen die Du dort besprichst?

Zülal Kalkandelen: Das Buch mit dem Titel „Veganismus: Ethik, Politik und Kampf“ [Veganizm: Ahlakı, Siyaseti ve Mücadelesi] haben wir 2013 als E-Book herausgebracht. Es ist das erste Buch über Veganismus, das auf Türkisch erschienen ist. Can Başkent und ich wollten die Fragen beantworten, die Veganer_innen und Nichtveganer_innen im täglichen Leben zum Thema Veganismus so in Sinn kommen könnten. Gleichzeitig wollten wir Leute an die ethische Seite des Veganismus heranführen, in einer Zeit, in der der Veganismus in den Medien hier soweit nur als eine Ernährungsweise dargestellt wurde. Es ist ein sehr leicht lesbarer Text den wir in der Dialogform verfasst haben, bei der zwei Autor_innen, die beide langzeitige Veganer_innen sind, in verschiedenerlei Punkten zwei unterschiedliche Herangehensweisen an das Thema mitbringen. Bis heute haben mir viele Leute gesagt, dass dieses Buch sie dabei angeregt hat ihren eigenen Weg zu finden.

Mein Buch „Die vegane Revolution und die Tierbefreiung“ [Vegan Devrimi ve Hayvan Özgürlüğü], das ich dieses Jahr veröffentlicht habe, ist die soweit umfassendste Studie, die in der Türkei zu diesen Themenkomplexen erschienen ist. Ich betrachte darin, in welcher Art sich der Feminismus, die Umweltbewegung und der Marxismus mit der Tierrechtsproblematik auseinandersetzen und leite daraus meine intertextuelle Kritik ab. Im weiteren habe ich für das Buch einige Interviews mit ein paar prominenten Veganer_innen geführt. Ich sprach mit dem Musiker Moby, mit dem Musiker und Musikjournalisten John Robb, dem Mitbegründer des North American Animal Liebration Front Press Office Dr. Jerry Vlasak, dem japanischen Multi-Instrumentalisten und Komponisten Keiji Haino und dem veganen Präsidentschaftskandidaten der Humane Party in den USA Clifton Roberts, und ich versuchte dabei unterschiedliche Standpunkte und Sichtweisen im Bezug auf den Veganismus und den Tierrechtsaktivismus zu reflektieren.

Veganizm: Ahlakı, Siyaseti ve Mücadelesi; Veganismus: Ethik, Politik und Kampf (2013)

Vegan Devrimi ve Hayvan Özgürlüğü; Die Vegan Revolution und die Tierbefreiung (2018)

Tierautonomie: Dein Tierrechtsaktivismus ist erstaunlich effektiv, Du erreichst ein großes Spektrum an Rezipienten und erhältst viel Feedback. Kannst Du uns einen Tipp geben, wie ein Neuling seine/ihre eigenen Stärken und seine/ihre eigenen Wege im Aktivismus am besten entdecken kann? Was denkst Du macht Deinen Aktivismus so erfolgreich?

Zülal Kalkandelen: Ich befasse mich genau mit diesem Thema im letzten Kapitel meines neuen Buches. Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen im Aktivismus. Auf der einen Seite gibt es Leute, die sich für einen langsamen stetigen Wandel einsetzen um ihr Ziel zu erreichen, und es gibt diejenigen, die ganz eindeutig sagen, dass wir den Tierbefreiungsgedanken voraussetzen, gleich vom Beginn an, und dass es richtig ist, dies der Gesellschaft kompromisslos zu vermitteln. Ich gehöre eher zu der zweiten Gruppe. Vor allem betone ich, dass der Veganismus und der Tierrechtsaktivismus unbedingt miteinander Hand in Hand gehen müssen und dass alle Aktivist_innen vegan sein müssen. Wichtig ist, den Aktivismus auf den Straßen nicht allein auf das Verteilen von Flugis zu beschränken, sondern den öffentlichen Rahmen dafür zu nutzen die Tatsachen zu zeigen, die hinter verschlossenen Türen stattfinden. Ich halte die Cube of Truth [2] Demo für eine sehr effektive Form des Protests. Es ist unbedingt notwendig die Medien, einschließlich der sozialen Medien, aktiv zu nutzen und wahrheitsgemäße Informationen zu teilen. Tierbefreiungsaktionen sind notwendig – auch um die Aufmerksamkeit darauf zu lenken, dass die Befreiung von fühlenden Lebewesen, die gefoltert werden und denen ihre Lebensrechte aberkannt werden, ein Recht ist. Dies sollte uns vollkommen bewusst sein und zu diesem Bewusstsein sollten wir unumstößlich stehen. Die wissenschaftlichen Beweise, die unsere Argumente stützen, nützen uns in unserem Kampf. Uns muss auch bewusst sein, dass Dinge, die von allen zwar als Wahrheit anerkannt werden, in Wirklichkeit aber nicht unbedingt wahr sein müssen; in anderen Worten wir dürfen dem Druck der Mehrheit niemals nachgeben. Das Wichtigste ist, dass wir unsere Ziele niemals aus dem Auge verlieren, dass wir Geduld haben und dass wir unseren Mut nicht verlieren.

Hoffnungen auf den Undergroundmusikaktivismus

Tierautonomie: Außer Deiner journalistischen Arbeit, hostest Du auch das Radioprogramm Veganlogic. Musik und Kunst spielen politisch relevante Rollen. Denkst Du, dass Betrachtungsweisen, die nichtmenschliche Belange mit einbeziehen (d.h tierbefreiungsunterstützende Standpunkte) in Zukunft mehr Raum in der unabhängigen Musik- und Kunstszene finden werden?

Zülal Kalkandelen: Ich musste meine Radioshow im April beenden, da die Pflege eines Familienangehörigen nötig wurde. Selbstverständlich ist Musik ein sehr wichtiges Werkzeug zur Lenkung von Aufmerksamkeit auf soziale Themen. Ich habe viele Sendungen gebracht, in denen ich auf Songs über Tierrechte fokussierte. Man kann heutzutage nicht gerade behaupten, dass es eine Masse solcher Songs gibt. Das Thema ist fast ein Tabu. Selbst vegane Musiker_innen thematisieren Tierrechte in ihren Liedern eher selten. Es gibt diese Art der Bands allerdings in der Anarchopunk- und der Hardcore-Szene. Die Bands reflektieren in ihrer Musik Haltungen, die den Umweltschutz und die Tierrechte verteidigen, sowie Haltungen gegen Faschismus, Kapitalismus, gegen Autoritätssysteme, Sexismus und Homophobie. Dazu braucht es ein politisches Bewusstsein, dass sich entschieden gegen das System stellt. Du musst dich heutzutage von kommerziellen Erwartungen befreien können, um solch eine Musik zu machen. Denn diese Musik ist das Gegenteil von populär. Ich hoffe es wird davon mehr in der Zukunft geben, aber ich denke diese Musik wird immer ihren Platz in der Independent-Szene, in den Minderheits- und Undergroundströmungen beibehalten.

Eine ethische Revolution für die Menschheit

Tierautonomie: Alle Formen der Unterdrückung sind miteinander verbunden, aber jede weist ihre einmaligen und ihre spezifisch tragischen Eigenschaften auf, so wie etwa im Speziesismus das: „Lebensmittel sein“, das „an erster Stelle in biologistischen Begriffen definiert werden“, das „problemlos in der Ästhetik und der Kunst objektifiziert werden“ beispielsweise. Wie können wir die Spezifik der Unterdrückung nichtmenschlicher Tiere diskutieren, in diesem Sinne, und dabei aber auch zeitgleich das breitere Spektrum der Verbindungen verschiedener unterdrückerischer Systeme (Rassismus, Sexismus, Klassismus, Ableismus, …) mit im Auge behalten?

Zülal Kalkandelen: Es ist bewiesen, dass Tiere ebenso Gefühle haben, und die Menschheit muss daraufhin tun was notwendig ist. Wir müssen den Speziesismus hinterfragen, der dem Menschen eine Überlegenheitsstellung zuweist, und den Karnismus, bei dem die einen Tiere geschützt werden während die anderen geschlachtet werden, und, wir müssen den Status der Tiere als Individuen durchsetzen sowie deren Rechte zu leben ohne menschlicher Gewalt ausgeliefert zu sein. Dies stellt für die Menschheit eine ethische Revolution dar. Es ist speziesistisch zu denken, das Leben des einen fühlenden Wesens sei weniger Wert als das eines anderen. Solch ein Denken basiert auf den gleichen Fundamenten wie der Rassismus, der zwischen den Menschen als „Rassen“ unterscheidet und dem Sexismus, der qualifizierende Unterschiede zwischen Geschlechtern vornimmt. Das Schlachten von Tieren basiert auf einer anthropozentrischen Denkweise. Und genauso liegt hier der Grund, weshalb wir die Freiheit von Menschen, Tieren und der Erde im gleichen Zuge verteidigen. Wenn der ganze Planet ein gigantisches Schlachthaus für Tiere ist, wie können wir dann jemals erwarten, dass wir hier Frieden erleben würden? Die Menschheit muss sich dieser Wahrheit stellen. Es macht keinen Sinn sich konservativ an eine Vergangenheit zu klammern und diese auch noch zur Rechtfertigung der Fortsetzung von Ausbeutung anzuführen. Wenn alles immer weiter gehen würde wie gehabt, dann wäre weder die Sklaverei abgeschafft worden noch wären Frauenrechte jemals vereidigt worden. Um gegen alle Formen von Diskriminierung in gleicher Weise zu sein, müssen wir betonen, dass alle Lebewesen das Recht haben zu leben, ohne irgendeiner Form der Ausbeutung oder der Diskriminierung ausgesetzt zu sein. Die Diskriminierung von Tieren kann genauso wenig akzeptiert und hingenommen werden wie die Diskriminierung wegen „Rasse“, Religion, Weltanschauung, Geschlecht.

Umwelt- und Tierbelange gehen Hand in Hand

Tierautonomie: Glaubst Du wir können den Schutz der Umwelt (einschließlich des Lebensraumschutzes, Raum für Schutzrefugien in jeglicher Größe, Stichwort „Microsanctuary“) und die Tierrechte in einer eindeutigeren Weise miteinander verbinden? Und zwar so, dass die Beziehung zwischen der „Natur“ und den nichtmenschlichen Tieren als essentiell anerkannt wird, und dass wir somit den Schutz der Natur in die Tierrechte mit einbetten. Es ginge also auch darum, die Umwelt somit aus dem ihr zumeist zugeordneten Status herauszuheben, in dem sie betrachtet wird als „etwas, das als eine lebende Ressource zu dienen hat, für die Zwecke und den Nutzen menschlicher Interessen“?

Zülal Kalkandelen: Die „Nutztier“-Industrie ist die Industrie, die den Planeten am stärksten schädigt. Wenn die Tierrechte nicht in dem Umweltschutz mit einbezogen werden, dann hat der Kampf keine Chancen auf Erfolg. Du kannst kein_e Umweltschützer_in sein und gleichzeitig die Industrie unterstützen, die am stärksten für die Umweltkatastrophen verantwortlich ist. Wenn ich fragen würde, was ist das größte Umweltproblem in unserem Zeitalter, würde jeder wahrscheinlich sagen der Klimawandel und die globale Erwärmung. 13% der globalen Treibhausgasemissionen stammen von sämtlichen Transportfahrzeugen (einschließlich aller Land-, See-, Luft- und Schienenfahrzeuge). 51% werden verursacht durch die Tierzucht und ihre Subindustrien … eine pflanzliche Ernährungsweise reduziert den CO2-Fußabdruck um 50%. Im Amazonasgebiet wird eine Fläche Regenwald in der Größe eines Fußballfeldes jede Sekunde gerodet, und solch eine Fläche dieser Größe wird zerstört um gerade mal 250 Harburger herzustellen. Die Fleisch- und die Milchindustrien verwenden 1/3 der Wasserressourcen der Erde. 1/3 des Erdreichs verwüstet aufgrund der „Nutztier“-haltung. 45% fruchtbarer Landflächen werden für die „Nutztier“-haltung verwendet. Nach Aussage einer Untersuchung, die vom World Wildlife Fund durchgeführt wurde, sind 60% des Verlusts an biologischer Diversität der Fleischproduktion geschuldet. All dies zeigt, dass die Tierindustrie der wesentliche Grund für das Artensterben sind, für Totzonen in den Ozeanen, die Verschmutzung von Gewässern, den Verlust natürlicher Lebensräume und den Klimawandel. Die Menschen können diese wissenschaftlichen Daten nicht noch länger ignorieren. Die Natur hat ihre rote Flagge schon vor langer Zeit gehisst. Es muss anerkannt werden, dass die Welt nur ganz ist mit den Bäumen, mit den Tieren und mit Menschen.

Das grundsätzlichste Recht im Kampf um Tierrechte ist das Recht auf Leben

Tierautonomie: Tierrechte sind in jedem Teil der Erde und in jeder Ebene unserer Gesellschaften gleichermaßen relevant und der Speziesismus betrifft alle nichtmenschlichen Tiere in der einen oder anderen Art und Weise. Der Tierrechtsaktivismus scheint jedoch in mehrfacher Form gespalten zu sein. Wir haben zum Beispiel den Schutz wildlebender Tierarten auf der einen Seite und die Tierrechtsbewegung zum Rechte von sog. Farmtieren auf der anderen. Zur gleichen Zeit wird der Diskurs sehr von westzentrischen Sichtweisen über die Herangehensweise an Tierthemen dominiert. Denkst Du die Tierrechtsbewegung könnte in der Tat universeller und pluralistischer werden, um so der allgemeinen Situation die-Tiere-global-betreffender, speziesistischer Destruktivität entgegenzutreten?

Zülal Kalkandelen: Traurigerweise hindert die Spaltung im Tierrechtsaktivismus die Bewegung an mehr Effizienz. Wenn wir auf die eine Gruppe Tiere fokussieren und andere Tiere dabei ignorieren, hindern wir dadurch die Entwicklung eines gesellschaftlichen Bewusstseins für ein ganzheitliches Recht auf Leben. Um die zerstörerischen Effekte des Speziesismus zu eliminieren, müssen wir jegliche Ausbeutung, und zwar aller Tiere ohne jeden Unterschied ablehnen. Menschen die mit „Haustieren“ leben oder die sogar in einem Tierheim arbeiten, und die dann nachhause gehen, sich ihr Lammfleisch zubereiten und es vertilgen, sind einfach nicht nachvollziehbar. Leute in der Tierrechtsbewegung müssen vegan sein. Ansonsten könnte jede_r in dieser Welt seine eigene Art ausbeuterischen Verhaltens weiter nach außen hin rechtfertigen. Es ist deshalb so wichtig den Veganismus zu verbreiten. Das grundsätzliche Recht im Kampf um Tierrechte ist das Recht auf Leben. Was dabei wichtig ist, ist sicherzustellen, dass die vegane Bewegung auf einer ethischen Grundlage verbreitet wird und sie in die Tierrechtsbewegung zu integrieren. Und das ist genau das, was ich versuche zu tun.

Anmerkungen

[1] Wir haben zwei weitere relevante Quellen, die sich mit der veganen Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung in der Türkei befassen, vorgestellt, siehe:

Vegan Türkiye über intersektionalen veganen Outreach und die Rechte der Nichtmenschen, 2014, http://simorgh.de/about/vegan-turkiye-ueber-intersektionalen-veganen-outreach-und-tierrechte/ , Stand 12.10.2018.

Wir haben Can Başkent über Schnittstellen zwischen Atheismus und Tierrechten befragt, TIERAUTONOMIE, Jg. 1 (2014), Heft 3,  http://simorgh.de/about/wir-haben-can-baskent-ueber-schnittstellen-zwischen-atheismus-und-tierrechten-befragt/ , Stand 12.10.2018.

[2] Die Cube of Truth-Demonstrationen wurden von der Gruppe ‘Anonymous for the Voiceless’ im Jahr 2016 ins Leben gerufen und wurden seither von Tierrechtsaktivist_innen weltweit übernommen und verschiedenerorts durchgeführt, siehe https://www.anonymousforthevoiceless.org/ , Stand 12.10.2018.

Links

Zülal Kalkandelen auf Twitter: https://twitter.com/veganzulal

Seite: http://www.zulalkalkandelen.com

Die Tierrechtsgruppe die Zülal begründet hat: https://twitter.com/bhhtoplulugu

Tierautonomie

Herausgeber: www.simorgh.de – ‚Open Access in der Tier-, Menschen- und Erdbefreiung’. Revised 10/2018.

Zitation

Ein Gespräch mit Zülal Kalkandelen über zentrale Elemente des Tierbefreiungsaktivismus (2018). TIERAUTONOMIE, 5(4), http://simorgh.de/tierautonomie/JG5_2018_4.pdf..

TIERAUTONOMIE (ISSN 2363-6513)

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Mangelnde Konsequenz im Antispebereich: der intellektuelle Typus.

Mangelnde Konsequenz im Antispebereich: der intellektuelle Typus.

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Ohne dass wir die festzementierten, allgemein als gültig anerkannten Konzepte über Sprache und Denken erweitern und radikal öffnen, bereit sind unsere menschliche-kollektivistische Hybris abzulegen zugunsten tierlicher Pluralität, ohne dem werden wir uns kaum ernsthaft mit der Tiersoziologie, den Tierkulturen auf nicht-biologistischer und biologisierender Ebene und tierlich politischen Dimensionen des Seins-in-der-Welt befassen können.

Wir sind nicht einmal wirklich nichtmenscheneinbeziehend in dem Zustand, da wir genau den Anlass der Unterdrückung nicht durchdenklinieren mit dem Faktor Nichtmenschen als „eigene mathematische Gleichung“ im Sinnbild gesprochen, sondern die Ohnmacht im Bezug auf das Tierliche weiter unhinterfragt voraussetzen.

Es gibt immer mehr „kosmetische“ Antispeler_innen finden wir, die ohne fundamentaler Gesellschaftskritik Nichtmenschen neue, aber fest zugewiesene Räume schaffen wollen. Grundlegende Konzepte über „Natur“, „Tierheit“ und „Menschheit“ werden mit einem bloßen Zusatz als Klausel versehen. Ansonsten bleibt alles wie gehabt, und man hofft, die Menschenwelt ändert sich zugunsten einer bloßen intellektuellen Laune.

Gruppe Messel, Tierautonomie / Animal Autonomy

A talk with Zülal Kalkandelen about key elements of animal liberation activism

kts8

Jahrgang 5, Nr. 3, Art. 1, ISSN 2363-6513, Oktober 2018

A talk with Zülal Kalkandelen about key elements of animal liberation activism.

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Background: Zülal Kalkandelen is a prominent journalist, author and vegan animal liberation activist in Istanbul, Turkey. The vegan animal rights and animal liberation movement in Turkey is astonishingly large and active. This is “astonishing” because we hear too little abroad about their strategies, their approaches, their successes and the problems activists in Turkey face amidst a general situation of constant threats of losing their basic human rights. Zülal currently runs a campaign against horse carriages, she featured the topic recently in the the secular Turkish Newspaper Cumhuriyet, for whom she writes as a columnist [1].

Tags: interview, Zülal Kalkandelen, animal liberation activism, anti-speciesism, Turkey

TIERAUTONOMIE, Jg. 5 (2018), Heft 3.

A talk with Zülal Kalkandelen about key elements of animal liberation activism.

Book-Activism

Tierautonomie: You recently published your first major piece on animal liberation, in a previous publication that you co-authored with the vegan anarchist author Can Başkent you talked about the political importance of veganism, can you tell us about both publications? What are your primary concerns?

Zülal Kalkandelen: The book titled “Veganism: Ethics, Politics and Struggle” [Veganizm: Ahlakı, Siyaseti ve Mücadelesi] was published as an e-book in 2013. It is the first veganism book published in Turkish. With Can Başkent, we wrote it to answer the questions that can come to the minds of vegans and non-vegans in daily life. At the same time, we also wanted to introduce the ethical stance of veganism at a time when veganism was reflected in the media only as a diet. It is an easily readable text in interview/conversation format where two writers who both live a vegan life for a long time have different approaches to the subject at some points. Until this day, many people expressed that this book has guided them. I can say that it has functioned well in these terms.

My book titled “Vegan Revolution and Animal Liberation” [Vegan Devrimi ve Hayvan Özgürlüğü], published this year, is the most extensive copyrighted study in Turkey in this area. I assessed feminism, environmentalism and Marxism based on their approach to animal rights, and developed an intertextual criticism. There are also special interviews I made with leading/popular vegans in the book. I talked with musician Moby, musician and music writer John Robb, co-founder of North America Animal Liberation Front Press Officer Dr. Jerry Vlasak, experimental noise composer Keiji Haino and first vegan presidential candidate of the USA Clifton Roberts, and tried to reflect different points of view in terms of veganism and animal rights activism.

Veganizm: Ahlakı, Siyaseti ve Mücadelesi; Veganism: Ethics, Politics and Struggle (2013)

Vegan Devrimi ve Hayvan Özgürlüğü; Vegan Revolution and Animal Liberation (2018)

Tierautonomie: Your activism for Animal Rights is stunningly effective, you have a great outreach, a broad spectrum of recipients and a lot of active feedback. Is there any advice you could give someone for empowering them to become their own masters within their own paths of activism? What makes activism effective do you think?

Zülal Kalkandelen: I focused on this subject in the last chapter of my book published this year. There are different approaches in activism. While there are people who defend gradual progress to the objective, there are also people who clearly state the animal liberation idea we defend from the start and think it is right to express this to the society without any compromise. I am closer to the second group.

Above all, I emphasize that veganism and animal rights activism must absolutely be together and all activists must primarily live as a vegan. It is essential to avoid limiting street activism only to handing out leaflets and instead, to use it actively in order to expose the truths hidden from the society. I encourage the Cube of Truth [2] demonstration which is a significantly effective type of protest.

It is important to use media and social media actively and to share correct information. Animal liberation acts are required to attract attention that liberation of sensitive beings who are tortured and who are wanted to be deprived of their right to live, is a right. These must be planned very carefully. Activism is effective, because we are right. We must be aware of this and stand tall by holding our ground. The scientific facts that allow us to express our arguments in a non-disprovable way also support us. We must know that the things accepted by everyone may not be true at all times, and we must not give in to majority pressure. Above all, it is essential to be determined, patient and brave.

Hopes for underground music activism

Tierautonomie: Apart from your journalistic work you also run the radio program Veganlogic. Music and arts play politically relevant roles. Do you think views that imply nonhuman concerns (animal-liberation-supportive-standpoints) can find more space in the independent music and arts scenes in the future?

Zülal Kalkandelen: I had to end my radio show on April due to a health problem in my family. Of course, music is a very important tool to draw attention to social issues. I hosted many shows consisting of songs focused on animal rights. Today, it is not possible to say that songs that deal with this issue are too many. This subject is almost a taboo. Even a few vegan musicians bring animal rights forward.

However, there are these kinds of bands in anarcho-punk, hardcore-punk scene. They reflect the opinions defending environmentalism and animal rights in their music as well as a stance against fascism, capitalism, authority, sexism and homophobia. This requires an anti-system political stance.

Today, you have to free yourself from commercial expectations in order to make such music. Because it is the opposite of what is popular. I hope it increases in the future, but I think, it will always have its place in independent music scene, minority and underground veins.

An ethical revolution for humanity

Tierautonomie: All forms of oppression are connected, but each one has its unique and specific tragic features, such as in speciesism: “being food”, “being primarily classified in ‘biologistical’ terms”, “being readily objectified in aesthetics and arts” for instance. How can we discuss the specifics of nonhuman animal oppression, in that sense, while keeping the broader connections of different oppressive systems (racism, sexism, classism, ableism, …) in perspective?

Zülal Kalkandelen: It is proven that animals have feelings too, and humanity must do what is necessary. We must question speciesism which attributes superiority to humans and carnism which defends on protecting one animal while slaughtering another one, and must bring forward individuality status of animals as well as their right to live without being subject to violence. This is an ethical revolution for humanity.

It is speciesism to think that life of a sensitive being is less valuable than the others. This based on the same foundation with racism based on discrimination among human races and sexism based on discrimination among sexes. Slaughtering animals is based on this anthropocentric idea. This is the reason why we defend human, animal and earth freedom at the same time. If the whole planet is an enormous slaughterhouse for animals, how can people hope for peace here? Humanity must face this truth.

There is no reasonable use of holding on to the past conservatively and making it an excuse for continuing the exploitation. If all things would continue the same way, neither slavery would be abolished nor women’s rights would be defended. In order to be against all discrimination the same way, we must emphasize that all creatures have the right to live without being subject to any kinds of exploitation or discrimination. Discrimination against animals cannot be accepted similar to discrimination based on race, religion, sect, sex.

Environmental and animal concerns go hand in hand

Tierautonomie: Do you think we can combine environmental protection (including habitat protection, space to live, space for sanctuaries + microsanctuaries) and animal rights more explicitly, in a way that recognizes the relation between ‘nature’ and nonhuman animals as essential, and embed the protection-of-nature into animal rights, and lift the environment thus out of the attributed status of something like: ‘having to serve as a living resource that ought to serve human interests’?

Zülal Kalkandelen: Livestock industry is the industry that does the planet most harm. If animal rights are not included in environmental protection, this struggle does not have the chance to be successful. You cannot be an environmentalist if you support the industry that causes environmental disasters most.

If I asked what is the biggest environmental problem in this age we live, probably everyone would say climate change and global warming. 13% of global greenhouse gas emissions comes from all transportation vehicles (including all land, sea, air and rail vehicles). 51% is caused by animal husbandry industry and its sub-industries… vegetative diet decreases carbon footprint by 50%.

A rainforest area with the size of a football field in Amazon is destructed every second. Animal husbandry industry is responsible of 91% of this, and an area of this size is only destructed to produce 250 hamburgers. Meat and dairy industries use 1/3 of the water on earth. 1/3 of the soil becomes desert due to animal husbandry. 45% of the earth’s soil is used for animal husbandry.

According to a research conducted by World Wildlife Fund, 60% of biological diversity loss in the world is caused by meat. All of these reveal that animal industry is the essential reason of extinction of species, dead zones in oceans, pollution in waters, loss of natural habitats and climate change. People cannot continue ignoring these scientific data for a long time. The nature raised its red flag long ago. It must be accepted that the earth is whole with its trees, animals and humans.

The most basic right in the animal rights struggle in the right to live

Tierautonomie: Animal rights is equally relevant in every part of the world and in each layer of societies, and speciesism is affecting all nonhumans animals in one or the other way. Yet animal rights activism seems split in various ways. We have for instance the protection of wildlife on one hand and the farm animal rights movements on the other. At the same time the discourse seems to be dominated by West-centric views on framing nonhuman animal issues. Do you think the animal rights movement could become more universal and more pluralistic, in order to face the overall situation of speciesist destructivity affecting nonhumans globally?

Zülal Kalkandelen: Unfortunately, the division in animal rights activism prevents the movement from being more effective. Focusing on a group of animals while ignoring others prevents the development of a struggle in the society for holistic right to live. In order to eliminate the destructive effect of speciesism, we must reject all exploitation towards all animals without any discrimination.

It is not possible to understand a person who has pets or works at an animal shelter to go home, cook lamb meat and eat it. It is essential for the people within animal rights movement to be vegan. Otherwise, everyone in this world would continue to justify their own exploitation. Therefore, it is important to spread veganism.

The most basic right in animal rights struggle is the right to live. Because, you cannot defend any right of a sentient being you do not keep alive. What is necessary to do is to ensure that the vegan movement is spread on an ethical basis and to integrate it with animal rights movement. This is what I am trying to do.

Notes

[1] We have presented two other relevant sources dedicated to the vegan, animal rights and animal liberation movement in Turkey. See:

Vegan Türkiye about intersectional vegan outreach and Nonhuman Animal Rights, 2014, http://www.simorgh.de/objects/vegan-turkiye-about-intersectional-vegan-outreach-and-nonhuman-animal-rights/ , accessed 02.10.2018.

We asked Can Başkent about the interfaces of Atheism and Animal Rights, 2014, http://www.simorgh.de/objects/we-asked-can-baskent-about-the-interfaces-of-atheism-and-animal-rights/ , accessed 02.10.2018.

[2] The Cube of Truth protests were initiated by ‘Anonymous for the Voiceless’ and have gained attention in the many places globally where they are being carried out, see https://www.anonymousforthevoiceless.org/ , accessed 02.10.2018.

Links

Zülal Kalkandelen on Twitter: https://twitter.com/veganzulal

Site: http://www.zulalkalkandelen.com

Activist group founded by Zülal: https://twitter.com/bhhtoplulugu

Tierautonomie

Editor-in-chief: Gita Yegane Arani, www.simorgh.de – ‚Open Access in der Tier-, Menschen- und Erdbefreiung’. Revised 10/2018.

Citation

A talk with Zülal Kalkandelen about key elements of animal liberation activism (2018). TIERAUTONOMIE, 5(3), http://simorgh.de/tierautonomie/JG5_2018_3.pdf.

TIERAUTONOMIE (ISSN 2363-6513)

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Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung – Nicht-kommerziell – Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz.

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Mit nichtmenschlichen Tieren solidarisch sein: Alltagsspeziesismus kritisch begegnen

How much “animal-machine” (Descartes) is entailed in instinct-based ethological approaches; after all if you differentiate further you come to see that ethology should be rather sociology. Again political and sociological concepts should replace biologist views of animality … .

Mit nichtmenschlichen Tieren solidarisch sein: Alltagsspeziesismus kritisch begegnen

Palang L. Yegane Arani, Gruppe Messel

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Speziesismus begegnet man jeden Tag, in unterschiedlichen Formen, überall, und alle uns bekannten menschlichen Gesellschaften bauen und bauten sich mehrheitlich auf den verschiedensten tierverachtenden Praktiken in ihrem Alltagsleben auf – gleich wie der kulturell unterschiedliche Alltag jeweils geartet ist oder war. Die Tierunterdrückung ist eine globale und zeitübergreifende Tatsache, die mit der Existenz des “Menschen” anscheinend unabdingbar in Zusammenhang stehen will.

Die Kehrseite des Verhältnisses Mensch > Tier drückt sich aber im gleichen Zuge auch in der konstruktiven Gegenseite aus. Der ethische Veganismus, als zeitgenössisch erfolgreichste antispeziesistisch motivierte Praxis [1], bezieht sich auf seiner Handlungsebene auf die Auswahl und Verwendung von Gütern, und damit auf die Konsumebene und den krassesten endemischsten Speziesismus in seiner materiellen Manifestation.

Wir nehmen die stetig breitangelegte und so lückenlos Erscheinende totale Unterdrückung von nichtmenschlichen Tieren zwangsläufig als etwas gewissermaßen “normales” an, auch wenn wir gegen diese aufoktroyierte Normalität kämpfen – eine Spezifik des Speziesismus wenn man ihn intersektional vergleichend betrachtet [2] –denn dieses Unterdrückungsphänomen umgibt uns unter Menschen immer, und wir würden sonst vor Verzweiflung psychisch und geistig zerbrechen. Wir würden paradoxerweise auch den Glauben an die Menschheit verlieren, wenn wir die Realität ungefiltert durch die Ausblendungsmechanismen der „Rationalisierung“ oder „Normalisierung“ aus unserer Tierrechtssicht tagtäglich in vollen Ausmaßen und voller Tragweite konstatieren und verarbeiten wollen würden. Wir können solch eine Realität nicht wirklich verarbeiten.

Diese zwangsweise “Normalität” und “Alltäglichkeit” nun macht es uns besonders schwer dieser extremsten Form unterdrückerischer Systeme zu begegnen. Es ist in der Tat so normal Nichtmenschen alles was selbstverständlich ist abzusprechen, dass es bereits progressiv erscheinen soll, wenn jemand allein die Tatsache tierlichen Schmerzes, Leids, Intelligenz, Freude, etc. hervorhebt oder bestätigt, oftmals mit einer Beweiserklärung biologistischer Natur. Dabei sollte sich unser Sprechen, als Tierrechtler_innen [3] wohlgemerkt, über nichtmenschliche Tiere, seit dem Beginn eines öffentlich geführten Diskurses über Tierrechtsfragen und Tierbefreiung, längst von inhaltlichen aber auch von rhetorisch-sprachlichen Speziesismen schon weitaus stärker emanzipiert haben.

Interessanterweise liegt in der Ohnmacht gegenüber der Totalitarität speziesistischer Unterdrückung aber auch ein entscheidender Schlüssel, der uns immer wieder in der Geschichte unserer Bewegung begegnet, den wir aber häufig zu unterschätzen geneigt sind. Das „wie agiere ich“, „wie reagiere ich“, „wie und was spreche ich, thematisiere ich, rücke ich in den Fokus, auf welche Weise“, usw. … die Qualität meines Agierens bezieht sich auf die speziesistische Unterdrückung, die mir überall und jeden Tag begegnet, und genau das heißt auch ich muss und ich kann irgendwie, an irgendeinem Ansatzpunkt, gegen den Alltagsspeziesismus handeln und meine kritischen Gedanken in unserer speziesistischen Gesellschaft zum Ausdruck bringen.

Ethischer Treibstoff

Was wir dabei sehen ist nicht weniger als der Treibstoff, der jeden Kampf um Gerechtigkeit und jede emanzipatorische Bewegung ausmacht. In all solchen Bewegungen ist und war niemals die Sicherheit des Erreichens des Zieles Anlass zur Gewissheit über die Schlagkraft und die Fundamentalität des Vorgehens zur Erreichung des Anliegens, sondern aus der emanzipatorischen Handlung selbst führt der Weg zum Ziel. Nur das im Falle des Antispeziesismus und Anti-Humanzentrismus [4] der emanzipatorische, selbstbefreiende Prozess nicht innerhalb eines allein auf den Menschen bezogenen Kreises stattfindet, sondern der besondere Moment speziesistischer Unterdrückungsqualität [5] überwunden und seiner begegnet wird.

Da die Problematik Speziesismus bislang noch nicht als ein gesellschaftliches Problem anerkannt wird – obgleich sie genau das ist, denn das unterdrückerische System stammt aus unseren Gesellschaften und wird nur in der Folge als ökologisches Problem des Artensterbens und seiner indirekten Folgen für die Nichtmenschen [6] benannt – da der Speziesismus als ein Problem also nicht auf sozio-politischer gesellschaftlicher Ebene anerkannt wird, wird auch die Kritik an diesem System nicht wirklich anerkannt. Das macht es schwierig, ist aber nur ein Ausdruck dessen, was die Problematik Speziesismus besonders macht, im Vergleich zu anderen Unterdrückungsformen, die im Gegensatz hierzu dann zumeist Menschen als Primäraffizierte anbetreffen.

Menschenrechte werden soweit anerkannt, dass der Genozid am Menschen Fundamentalthema und Alarmzeichen im gesellschaftlichen Bewusstsein über Menschenrechte darstellt. Auch der Ökozid wird, jedoch aber wegen der Verplanung und Einbeziehung der Natur als Ressource für den Menschen, als zentrales Thema ethischer Relevanz anerkannt. Die Dimension eines Zoozids, die eindeutig das Anthropozän kennzeichnet, spielt noch keine Rolle im kollektiven Bewusstsein des vermeintlich Aufgeklärten menschlichen Individuums.

Jeden Tag sehen wir die Menschen sich üben in speziesistischer Totalitärherrschaft über Natur und Tierheit, und jeden Tag wird diese Gewalt auf allen ihren Ebenen und in all ihren Facetten gleichermaßen geleugnet und als unumstößliches Herrschaftsimperativ vermeintlich menschlicher Überlegenheit durchexerziert: im Sprechen, im Beurteilen, Denken, somit dann im Konsum, in den geäußerten Meinungen und Standpunkten als alltagspolitischen sozio-ökologischen Boden.

Jede_r von uns sollte sich daher überlegen, an welcher Stelle er/sie etwas verändern kann innerhalb dieser Herrschaftsstruktur. Wenn wir meinen wir könnten auch andere Problematiken kritisch thematisieren, dann auch diese wohl allerkomplizierst verankerte Form der Unterdrückung Anderer und unseres freien Denkens und gemeinschaftlichen Seins unter allen Lebewesen.

Mit nichtmenschlichen Tieren solidarisch sein wollen und können ist die Kunst der Gegenwart und der Zukunft, bis endlich das Problem humanzentrischer Ungerechtigkeit als wohl komplexestes Unterdrückungssystem dekonstruiert sein wird!

Verweise

[1] In den ersten ‚Vegan News‘ in der Donald Watson auch die erste Definition des Begriffes ‚vegan‘ erklärt, beschreibt er die zentralen ethischen Beweggründe in Hinsicht auf nichtmenschliche Tiere als ausschlaggebenden Faktor für die Abspaltung des Veganismus vom Vegetarismus, vgl. G. Yegane Arani: Eine Übersetzung der ersten Vegan News aus dem Jahre 1944, verfasst von Donald Watson, http://simorgh.de/about/vegan-news-no-1/ , Stand 01.10.2018.

[2] Der intersektionale Ansatz im Veganismus oder in der Tierrechtsbewegung geht davon aus, dass alle Oppressionsformen, so wie Sexismus, Rassismus, Ableismus und Speziesismus miteinander in Verbindung stehen. Nichtsdestotrotz sollte zur Analyse der jeweiligen Problematik das Augenmerk auch auf die Besonderheit der Unterdrückungsform fallen. Ich habe zur Spezifik des Speziesismus vor kurzem mehrere Fragmente verfasst auf Englisch, siehe:

[3] Ich beschränke mich hier nur auf Tierrechtler_innen, meine aber hinzuzüglich auch die Tierbefreier_innen und alle weiteren Gruppen/Individuen, die sich für die Interessensvertretung der nichtmenschlichen Tiere einsetzen.

[4] Humanzentrismus oder Anthropozentrismus muss nicht zwingendermaßen speziesistisch sein, ist es zumeist aber. Auf diese Möglichkeit machte mich Can Başkent in einem Interview über Tierbefreiung und Atheismus aufmerksam, und zugegebenermaßen sind mir selbst auch zahlreiche Beispiele von nicht-speziesistischem Anthropozentrismus bekannt. Da in der Regel der Zentrismus auf „den Menschen“ aber mit der Sekundarisierung von nichtmenschlichen Tieren einhergeht, verwende ich die Begriffe in der kritischen Bedeutung. Vgl.: Tierautonomie, Jg. 1 (2014), Heft 3, Wir haben Can Başkent über Schnittstellen zwischen Atheismus und Tierrechten befragt, S. 5, http://simorgh.de/can_baskent/4b_interview_can_baskent_jkts_5.pdf , Stand 01.10.2018.

[5] Es geht wiederum um die spezifische Qualität des Speziesismus als Unterdrückungsform, der auf entsprechende und besondere Weise begegnet werden muss. Es können sich in wohlgemeinten Versuchen der Abhilfe gegen Speziesismen genau solche selbst einstellen, wegen der mangelnden Bewusstmachen der exakten Funktionsweisen der Unterdrückungsform.

[6] Die Tragödie und die Implikation von grenzenloser Ungerechtigkeit gegenüber nichtmenschlichen Tieren wird nicht als Zoozid, das heißt als gezieltes Vernichten der Tierheit und ihrer Untergruppen benannt, sondern die Vereitelung menschlicher Interessen wird in zahlreichen Argumentationen z.B. auch häufig für den Veganismus, in den Mittelpunkt gerückt; selbst die Empathie sei eher relevant in Hinsicht auf uns, aber nicht in Hinsicht auf die Bedeutsamkeit für die Biographie des tierlich-andersseienden in der vollen Tragweite.

Pamphlete zeichnen (1)

Kreativität kann alles mögliche sein, nützliches, redundantes, prätentiöses, nachahmerisches, zumindest kann ein eigens gestaltetes Mitteilungsblatt – über das ich hier reden will – einer Botschaft einen wirklich individuellen Ausdruck verleihen, und ich glaube, dadurch einiges an Authentizität in der versuchten Aussage vermitteln.

Wir beginnen hier eine Reihe unter dem Titel “Pamphlete zeichnen” in der wir unsere Botschaften über Tierautonomie, Tierrechte, Tierdenken und Tiersein grafisch darstellen möchten, nicht zuletzt um die Lesenden damit anzuregen selbst mal den Bleistift oder ähnliches in die Hand zu nehmen und nur Mut, es geht um die Message

In diesem Zusammenhang weise ich nochmal auf einen Eintrag von kürzlich hin, zum Thema dessen, wie man seinen Aktivismus auch nicht-konventionell aber effektiv gestalten kann: Was ist effektiver Aktivismus?

Prenzel-Yegane Studios: In Bildern und Spielen denken.

Quite Likely / Subebenen


Fotos, Quelle: Jan Brüning

501 James Bloefield: Quite Likely (MP3)

It’s quite likely
That the universe
Is full of life
Of any kind.

But distances
And time are far
So chances are
They’ll never meet.

J. Bloefield started in nächster Zeit ein Musikprojekt von dem wir mit “Quite Likely” einen Vorgeschmack liefern wollen. Bloefield sagt von sich selbst er sei weltanschaulicher Kubist, wir sind total gespannt. Auch binden wir an seine kreativen Gedanken eine zweite Kurzgeschichte, siehe unten. Finally kündigen wird hiermit ein Projekt an, dass sich Tierrechtsbilnissen widmen wird. Wir suchen noch nach entsprechenden Räumlichkeiten zur Realisierung, aber hoffen im nächsten, spätestens übernächsten Jahr wird die Idee zur Umsetzung kommen können.

Die Sub-Ebene einer individuellen Erfahrung (6 Bausteine)

“Die Zeit zwischen einem momentanen, direkt erlebten Zustand und allen anderen Erfahrungen in der Vergangenheit und der [angenommenen] unmittelbaren Zukunft, ist instrumentell und funktional meßbar, aber bleibt tatsächlich – als Kontinuität in der Erfahrungsbene – mental nicht faßbar. Das ist so aufgrund der Gedankendichte, der Anatomie der Gedankenwelt und ihrer (im Ablauf) prinzipell absurden Vorgangsstrukturen.”

Es ist beeindruckend einen Mann und eine Frau zu beobachten: zwei Menschen die sich lieben. Nichts scheint heiliger als ihre Liebe. Ihre sinnliche Lust, ihr Abgrenzungsverhalten nach außen, gegenüber der entsinnlichten Umwelt muß man respektieren. Oder? Schließlich waren selbt Adam und Eva, Mann und Frau; zwei sich liebende Menschen. Aber warum wurden eigentlich Adam und Eva, beide aus dem Paradies geschmissen? Ist das Paradies ein Club für Äpfel? Unsere modernen Nachkommen von Adam und Eva verzichten weitgehends auf Gottes Gnade; sie erschaffen sich das selbstgebaute Paradies. Wie es aussieht wissen wir ja. Und man muß zugeben, es ist viel viel schöner als wohl selbst Gott es sich hätte träumen lassen … Ein Paradies ohne liebende wäre echt nur ein Apfelgarten …

Minischwein

Mumin dachte aufgeregt und zutiefst schockiert darüber nach wie man einem Wesen – das Opfer unvorstellbarster Folterungen, über Generation und Generation ist, auf den Zweck des sterbens hin- degradiert – den Namen S-c-h-w-e-i-n geben will! “Ich ändere das Wort. Minischwein ist gut! Und eines Tages, wenn auch in tausend Jahren, wird jedes Minischwein bei seinem/ihrem individuellen Namen gerufen und genannt werden … ”

Naivität

Sicher, jeder normale Mensch (M-e-n-s-c-h) wird jetzt sagen, ‘Mumin ist echt naiv.’ Oder nein, noch nicht mal das. Man würde sogar soweit gehen sie zu verachten für ihre uneingegrenzte Sympathie für unsere allerniedrigsten Wesen (das heißt, S-c-h-w-e-i-n-e sind doch nicht fähig zu dem wunderbaren zu dem die Menschen fähig sind). Mumin würde sich von einer Abwertung ihrer Haltung aber nicht gerade beirren lassen, denn der Begriff M-e-n-s-c-h hat auch seine eigene Qualität, allerdings natürlich auch in einem anderen Sinn: “Der” Mensch nennt sich selbst Mensch … und die Definition seiner Auffassung von dem was “der Mensch” ist, bezeichnet er selbst mit diesen Buchstaben, und mit diesem Klangbild – warum auch nicht – ist er einverstanden. Ja, es ist irgendwie nicht so beflügelnd das Wort – für so viel Kapazitäten die sich anscheinend dahinter verbergen. (Aber gut, der Mensch ist zufrieden solange er sich Mensch nennen kann und nicht S-c-h-w-e-i-n heißen muß.) Es gibt nichts Schlimmes am “Menschen”, zumindest nicht am Wort – es ist doch eine arbiträre Kombination … Aber nichtsdestotrotz muß Mumin erschaudern wenn sie sich das Wort Mensch vor ihr ‘inneres Auge’ hält. Allein wegen des Klanges!

(ohne Verkleidung) M-e-n-s-c-h

Ein Fetzen Menschenhaut. Ein Gehirn eines Menschen. Sein Pelzmantel und seine rätselhafte Moral. Nein, … und seine Unterdrückungslust die unausweichlich zur Gewalt, zum Mord des unterdrückten führt. (Moral ist ein allzu dehnbarer Begriff inzwischen. Ich sollte ihn nicht auch noch mißbrauchen und zu seiner Unbrauchbarkeit mit beitragen.)

XX erzählte mir die Geschichte von einem Menschen der immer damit gerechnet hatte, daß sich wenn er stirbt, seine Seele aufschwingen würde. Dieser Mensch nun lag im sterben – dann später – er dachte es sei sicher daß es da – so etwas wie aufschwingen oder abheben oder irgendsoetwas geben würde – er war wohl auch nicht im speziellen religiös, aber nahm nun einmal das Schwingen der Seele oder des Geistes an – irgendwohin schwingen oder so – aber nichts geschah. Der Mensch bekam furchtbare Angst, denn nun war er auch nicht mehr sicher ob das Schwingen dann nach dem sterben erst kommen würde. Im sterben müsse man dann doch etwas ‘annäherungsweise’ merken. Vorher ist bei ihm auch nie was geschwungen. (Hatte er, der Mensch, immer etwas, ein auf-schwingen lernen unterdrückt oder was?) Nichts schwang. Er (der Mensch) rief den Arzt herbei und sagte diesem er habe so furchtbare Angst … Der Arzt beruhigte ihn mit einigen warmen Worten und einer Injektion. Der Mensch wurde ruhiger. Er dachte wenn er jetzt, genau jetzt stürbe, dann würde jeder (der ihn kennt … ) denken er sei im Geiste emporgeschwungen; aber er würde dann doch nur daliegen. Wäre es ein Ende (einfach so) oder läge er halt nur da in sich, wie und wo auch immer in sich das wäre, seien möge oder seien könne. Der Arzt sagt da könne doch gar nichts sein. Also hatte der Mensch eine furchtbare Angst, Angst vor dem Ende – er hatte doch sein Leben lang trainiert sich selbst wahrzunehmen – “ohne Ende” (=total) sich selbst wahrzunehmen. Aber wie hatte er sich als Mensch geortet? Fragte sich der Mensch (nun zum erstenmal) in dieser tiefgreifenden Bedeutung für ihn …

Trauer

Ist ein Brauch der in einem Grab versinkt, in das man seine Hoffnungen legt, ohne davon gesprochen zu haben, ob Utopia das Reich von Hoffnungen, geschaffen ist. Ist so ein Brauch Trauer. Zorn ist wie Schmerz wenn er vom bedrohten gefühlt wird. Trauer ist da wo die Möglichkeit nicht erfaßt werden kann, weil das Grab angsteinflößender ist als die Wohnung. Am Friedhof kaufen wir Blumen um zu zeigen, daß auch wir trauern wollen. Wir weinen nicht, wenn wir den Leib eines gequälten – zumindest umgebrachten – ‘fühlenden Wesens’ essen.

Als Trauermaterial um unsere Konvention zu zelebrieren. Warum soll man um ein tiefes Grab trauern das durch einen weiteren Menschen gefüllt wird, wie der Leib der werdenden Mutter sich langsam mit Veränderungen und indivudueller Körpermasse anfüllt: Die Samen die einer setzte, er setzt seine nächsten Genverwandten nun in den fruchtbaren Boden, aber hofft (diesmal) nicht zu ernten: Wenn ein Korn auf dem Grab wüchse … Er füttert den Leib seiner Ackerboden-Gattin allein mit dem Asche gedüngten nun auch (wieder) mit Blut gedüngten, weiß man doch!

Was für eine Trauer empfindet die Gemeinde wenn sie um eines ihrer Mitglieder trauert. Ist es als hätten sie etwas das fast so wichtig wie ein eigenes Organ ist, verloren.

Wenn man den Kopf heilt (von Schmerzen) schneidet man ihn vorher ab?

XX brach zusammen – er weinte. Nichts außer der Hoffnung daß ein Mensch sich verändern würde erbrachte ihm diesen Zusammenbruch und diese Tränen.

Er sah ein Bild das ihm die Antwort auf seine einzige Frage darstellte: Ein prophetisches Wesen das kein Mensch war, aber ein Tier – wurde mit einer Elektro-Zange gelähmt und dessen Körper wurde an einen Haken gehängt den man in dessen Fleisch rammte. Die Unterdrücker schienen das Tier zu fragen: Nun sag uns, was war dein Gott und was war dein Sinn … Vor ihnen lag die Welt. Die Unterdrücker sagten zu dem Tier: “Hier hast du deine Welt und nun kannst du sie haben.”

Aber der Mensch geht zu einer Tür von der man ihm erzählt hatte man müsse dort (nur) klopfen und um Einlaß fragen … Aber dort war nichts außer einer hölzernen Tür.

Das Bild lebte weiter: Man zersägte den Körper des prophetischen Wesens.

Es pulsierte, blutend, den Schmerz wie in einem Meer versinkend; Hölle schaffend. Die Bestimmung für die unterdrückenden Menschen begann und sie erfüllt sich in den Bildern in der Psyche des Unterdrückenden – der seine Blicke von der Sonne fernhalten muß um nicht zu sprechen. XX fühlte so, ausschließlich Verantwortung. Er mußte den anderen Menschen nicht mehr finden um zu handeln.

Wie ist das mit dem Pflanzen-Essen und Baumgemeinschaften?

Wie ist das mit dem Pflanzen-Essen und Baumgemeinschaften?

Warum müssen wir eigentlich immer wieder das Pflanzenleben herabsetzen um klarzustellen, dass ein Unterschied darin besteht, ob ich omnivor, vegan oder frugivor bin? Es würde Sinn machen, eine diesbezüglich differenzierte Betrachtungsweise mit in unser Alltagsdenken mit einzubeziehen:

Pflanzliches Leben kann und sollte man achten, in dem Maße, wie es möglich ist. Pflanzliches Leben zeichnet sich durch seine eigenen Beschaffenheiten und Besonderheit aus.

Ein anderer wichtiger Punkt ist meiner Meinung nach zu sehen, das nichtmenschliche Tiere eine ganz essentielle und extremst kultivierte, bedeutsame Beziehung zur natürlichen Welt und somit vor allem auch mit der Pflanzenwelt haben. Können wir hiervon nichts lernen?

Es ist nicht in Ordnung, wenn Pflanzen einfach Nutzorganismen gemäß menschlicher Vorstellungsweise sein sollen. Die vegane, pflanzliche und pflanzlich-basierende Ernährung kann etwas ganz bewusstes sein. Wir essen keine Menschen, keine nichtmenschlichen Tiere und das was wir essen, die Pflanzen nämlich, und das was wir trinken, das Wasser nämlich, achten wir in wirklich besonderer Weise und diese Achtung muss sich idealerweise auch im Anbau und in den gesamten landwirtschaftlichen Vorgängen der Kultivierung von Pflanzen, die wir verzehren, niederschlagen.

Sicher es ist heute für uns sehr selten möglich diese Achtung dem Pflanzenleben gegenüber zu leben, wenn es um Ernährung und Nahrung geht, da wir selbst zumeist weder Land noch Knowhow besitzen um selber ethisch sensibel und klug anzubauen – eben in einer Art und Weise, die Pflanzen in ihrer wesenhaften Besonderheit achtet, als ‘Früchte’, die wir essen können.

Einen ganz besonderen Raum in der Pflanzenwelt nehmen die Bäume ein und ebenso das Verhältnis nichtmenschlicher Tiere zu ihnen und unser ausbeuterisches Verhältnis ihnen gegenüber. Wir müssen die ganze Umweltfrage komplett an die Tierrechtsfrage koppeln, denn die naturhafte Umwelt bildet insbesondere das Habitat für die nichtmenschliche Tierwelt.

Wie beziehen wir uns ethisch und politisch auf Baumgemeinschaften? … ein Blog gleichen Namens möchte hier einen inspirativen Anstoß geben um die besondere Beziehung von Tierlichkeit und Baumleben im natürlichen und politischen Kontext in den Mittelpunkt zu rücken, zur Förderung klarerer Positionen, die eindeutig emotiv sein dürfen.

Wir müssen aufhören in der Pflanzenwelt den reinen Nützlichkeitsfaktor zu sehen und damit eine weitere Entseelung der “Natur” zu betreiben.

Priorisierungen als Machtmittel

Gesinnungsmord und
geistige Brandstiftung
machen die Zerstörung der Natur
und den Zoozid aus
im Anthropozän.

Podcast: Priorisierungen als Machtmittel (MP3)

Entscheidend sind die Prioritäten …

Wir beeinflussen Dinge über die Wahl unserer Prioritäten. Wenn mir das Konsumieren und Vanity das Wichtigste sind, wähle ich Inhalte, ich entscheide mich mehr oder weniger bewusst für diese – auch wenn ich mir der genauen Konsequenzen meiner Entscheidungen nicht unbedingt bewusst sein muss, ich bin es teilweise. Mit der Wahl die wir treffen, treffen wir die Aussage: das ist uns/mir wichtig.

Das Priorisieren findet ständig statt und und wir machen fortwährend Interessenspolitik mit der Entscheidung über Wichtig und Unwichtig. Ich meine wir tragen dadurch eine direkte und offensichtliche Verantwortung dafür, was unser Umfeld als Impuls von uns mitgeteilt bekommt über „wichtig“ und „unwichtig“. Wir werben quasi für Lebensmodelle, wir nutzen die Kraft unseres Seins um unsere Umwelt zu manipulieren in unserem Sinne. Wir sind nicht frei von Verantwortung über die Umweltzerstörung, über die Negation von nichtmenschlichem Leben.

Wir übernehmen gerne Verantwortung für Problematiken in denen wir Unmenschlichkeiten orten im Bezug auf Menschen als eine Art Gesamtheit, als politische Spezies. Wir priorisieren Menschenrechtsproblematiken indem wir ihre Zusammenhänge mit den Problematiken anderer Formen von Ungerechtigkeit und Gewalt ausklammern, oftmals bis zu dem Punkt, an dem es scheinen mag, dass ohne die Priorisierung von Menschenrechten wirklich keine anderen Bestrebungen für Freiheit und Gerechtigkeit Sinn hätten – als funktioniere Gerechtigkeit nicht auf allen Ebenen gleichermaßen, als bestünden keine unabdingbaren Zusammenhänge und keine Gleichheit in dem was und wer wichtig ist. Wir schaffen ständig Hierarchien.

Wir untermauern den Grund unserer Priorisierungen wenn wir politisch erwachsen sein wollen. Wir können nicht mehr zugeben, dass uns ein Denkfehler unterlaufen ist. Die Kluft zwischen Verantwortung für die Umweltzerstörung und den Tiermord, zur Gewalt gegen Menschen und der Nichtachtung von Menschrechten, klafft in unseren gelebten Verständnissen weit und offen. Unschließbar. Unsere Denkfehler sind Kulturgut.

Es ist nicht automatisch gegeben, dass das eine Thema auf die eine reduzierende, minimalisierende Art und Weise, das andere Thema aber umfassend und wichtig vorgestellt wird, immer wieder. Nein, die Gesellschaft reproduziert ihre Priorisierungen, wie ein Diktum. Auf solchen Ebenen finden die Gessinungsherrschaften statt, mit denen wir es heute zu tun haben, geht es um Mensch, Tier, Natur. Banale Egozentrik wird gleich einer aristokratischen Perversion als Menschsein von Clustern gesellschaftbildender Gleichtaktender als Selbstverwirklichung durchexerziert. Das Unrecht gegenüber den anderen und dem Anderen schlechthin wird dabei in die Lächerlichkeit und in die Unsichtbarkeit gestoßen.

Nachtblindheit / Gedankenlauf

Gedankenlauf

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Eine Kurzegeschichte über einen Freund, der sich zum Zeitpunkt des Verfassens der Geschichte in erster Linie als vegan definierte, nunmehr primär als antispeziesist und Naturfreund im erweiterten Sinne.

Irgendwas in mir ist immer derselbe. Ich glaube nicht, dass ich verstanden werden muss. Ich reflektiere das fehlende Verstehen. Ein Tier, irgendeines, das wir nicht kennen. Es läuft über die Straße, ein Lichtstrahl trifft seine Augen. Sein Leben erlischt durch die Berührung mit dem Menschen.

Ob sie Tiere verstehen ist ihnen egal. Mir ist ihr Verständnis ein Mysterium.

Montag der 31. irgendeines Monats

… an den ich mich schon jetzt nicht mehr erinnern will, weil ich auf den Sommer warte. Im Sommer werd ich mit meinem Bike raus in den Wald fahren. Letztes Jahr als ich wenigen Rehen begegnet bin, wurde mir vieles klar. Ihre Angst – und sie haben trotzdem Mut in dem Mordlabyrinth überhaupt zu leben ohne aufzugeben – diese Angst ist stärker als alles.

Es regnet. Die Strassen sind nass. Wie würde ich sein, wenn es den Ort, das Dorf, die Stadt nicht gäbe. Wäre ich „Ich“? Mir haben alle Leute die ich kenne (und kannte) bestätigt, dass ich ein Langweiler bin. Als ich 18 war, und phasenweise halb-heimlich Vegetarier, hat eine Bekannte bei einem Treffen mit ein paar Leuten in einer Gasstätte gesagt: Wenn mein Leben so langweilig wie Deines wäre, würde ich an den nächsten Baum fahren … Ich hatte Pommes vor mir auf dem Teller und mich auch fast daran verschluckt. Weil grade vorher hatte ich zu ihr gesagt, „Ich plane Vegetarier und dann vegan zu werden.“ Sie stand angeblich auf mich, aber der Umstand, dass ich eine Meinung hatte, die sie nicht verstand, rief bei ihr so eine Art Hassgefühl vor.

Beziehungen ohne Liebe sind leidenschaftslos, und ohne Respekt – geht schon mal gar nicht. Es regnet, und ich stell mir vor wie der Regen auch in den Wäldern fällt, wie dort eine andere Welt herrscht, wie die Forstwirtschaft den Tieren dort eine dauerhafte Lebendfalle auf Zeit gestellt hat aus der sie nie lebend herauskommen, wie die Jäger denken mögen, und wie wir das alles irgendwie romantisch finden … Ich denke daran wie die Zebus in Afrika Rinder sind. Wie die Rinder hier westliche Züge tragen. Warum es unterhalb des „Unten“ weitaus mehr gibt als oben. Warum sollte sich das, was sich in mir abspielt, nicht in mir abspielen?

Ok es regnet. Ich muss raus … Hinter mir die Autos, die einem stetig im Nacken sitzen. Ich setze vorne ran, so fährt man weil man fahren muss. Fliehend vor irgendeinem weiteren im Nacken, der wohl das gleiche fühlt; der mich für einen Augenblick dieses gleichen einen Lebens sieht, mit dem ich zusammenprallen würde, wenn wir nicht beide noch einen Plan hätten der dies vermeidet.

Wenn ich hier lang fahre und die Bäume dunkel an mir vorbeirauschen, fühl ich mich schuldig sie an mir vorbeiziehen zu lassen. Dieses Gefühl, weiß ich, habe ich auch wenn ich stoppe und absteige. Was ist das, das ich an mir vorbeirauschen lasse? Ich parke und ein Spaziergänger ist da, im Regen. Warum gibt es Einsamkeit? Wir sprechen nicht, weil es zu früh ist um zu sprechen. Nur ein Nicken, ein langer Blick. Ich gehe in den Wald hinein. Ich denke oft, dass ich dort einmal auf eine Leiche stoßen könnte … ein Mörder wirft sein Opfer dorthin, zerstückelt es. Vielleicht will ein Mörder, dass der Wald das drohende Mahnmal seiner inneren Beschlüsse sein muss. Die abgesägten Stämme, die Bäume. Das ewige ihres Lebens wurde gebrochen, es wird verarbeitet zum Inventar selbst gelebter, selbst erlebter Armutszeugnisse. Ich geh an so einem Tag nicht tiefer hinein in den Wald. Es ist mir – auch als Mann – zu riskant. Ich sitz im Nassen auf einem Stamm, überlege.

Störende Einblendung

Sei doch nicht so sentimental sagt sie, wenn ich andeute was ich denke. Aber warum ist ihre Welt heil? Ich merk immer mehr, dass ich nicht drum herum komme meinen engen, vermeintlich realistischen Horizont mit mehr denkerischer Diverstität zu erweitern. Wenn ich denen eine Kritik sagen will, muss ich mir vorstellen können wo ich einhaken kann, wo man den Knackpunkt von der anderen Seite her angehen kann. Fallen die Knackpunkte immer erst in den Fundamenten unserer Ethik auf? Ich kauf mir zwar immer mehr Bücher, aber es ödet mich ehrlich an sie zu lesen, aber ich wühl sie trotzdem durch. Ich finde in keinem Buch eine Wahrheit, so wie die, die draußen vor meiner Tür und auch drinnen in den Häusern herrscht, alles klafft offen, alles stimmt bedingt und unbedingt, aber die Realität ist komplexer und gleichbleibend anders.

Ich kann mir mein trauriges Denken beibehalten, und das Denken ist alleine. Ich muss Biologe sein um zu wissen was ein „abstraktes Du bzw. ein allgemeines Sie“ ist oder beziehungsweise auch was keines ist. Ich nehm mir all die großen Philosophen vor, bleib aber meist doch bei den Tierrechtlern hängen. Alle sagen ich muss mögliche „Du’s oder Sie’s“ biologisch sehen …

In der Szene hier wollt ich keinen Fuß fassen, das mit der Szene ist meiner Meinung nach so: Vor sich ein großes Schild voll gerechtem Kampfesgeist tragen, auf dem Schild steht ganz groß „Tiere“, wenn der Hieb fällt, fällt er auf das Schild … Der Angreifer hält das Schwert: „Mensch“. Nichts trifft, wenn es nicht die Tiere trifft. Und die großen Organisationen? Da war zum Beispiel diese eine Kampagne, ein Truthuhn als Terrorist in einem Supermarkt droht mit einem Terroranschlag der Truthähne per verseuchtem „Fleisch“. Das Schild auf das man sich mit Hieben stürzen wird, sind alle Truthähne und Truthennen und Trutküken und alle ihrer Gattung, die vor ihnen gelebt haben und die nach ihnen leben werden. Auf dem Schild steht: Truthahn.

Montag kurz nach 6.00 Uhr. Letztes Jahr dachte ich noch, ich sollte nur noch an meinen Beruf denken, aber das kann ich nicht mehr. Bevor ich mein Studium begann, das für mich beinahe sinnlos war, hab ich versucht meine eigenen Gedanken zu ignorieren. Meine Gedanken, die mich immer, immer traurig machen.

Aber warum? Kann man immer weiter vor der Realität fliehen? Ich versuch nicht mehr so ein Held, wie man sie an allen Ecken und Ende sieht zu sein – auch wenn ich dadurch vielleicht immer „alleiner“ und einsamer werde. Warum wollte ich überhaupt ein Held sein? Morgen werd ich den ganzen Tag arbeiten, wie immer, aber manchmal bin ich einfach auch krank.

Mittag … der Betrieb stopft sich voll mit dem üblichen, eigentlich müsste mir jetzt schlecht werden, aber ich schalte das bewusst ab. Ein paar Brote, Apfel, Salat, Wasser. Es ist kein Thema mehr was ich esse (und es ist gesund).

Am gestrigen Abend, noch nicht spät, war ich im Bioladen. Ich mag den Laden nicht sonderlich, aber besser als nichts, obwohl die Bioladenphilosophie einen ethischen Abgrund in sich trägt, meiner Meinung nach.

Nach außen hin bin ich mit vielem einig. Innen? Wie ist es wenn man sich das Brennen eines Scheiterhaufens vorstellen kann und vor der Vorstellung weglaufen muss. Wenn es keine Wahrheit gäbe, ich bin der Überzeugung dann gäb es auch keine Schmerzen. Ich will nur dass sich was verändert. Ich gehe weiter voran.

Was ist effektiver Aktivismus?

Was ist effektiver Aktivismus?

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Wir meinen vielmals Aktivismus müsse irgendein typisches Gesicht haben, um richtiger Aktivismus zu sein. Man geht auf Demos, geht auf Seminare, postet auf den sozialen Netzwerken, versorgt sich mit Literatur, spricht über seinen Veganismus, über die Trendthemen in Tierrechten und veganer Lebensweise, usw. usf. Aber was ist mit den täglichen Begegnungen mit Alltagsspeziesismus beispielsweise? Ist das auch Aktivismus wenn ich jemanden vermittle, dass ich seine speziesistischen Gesinnungen und Handlungen nicht in Ordnung finde, wenn ich mein Personsein ganz unmittelbar und ohne weitere Vorzeichen einsetze, um das Gefüge wenn auch auf homöopathischer Ebene mit einzureißen?

Was ist wenn ich mich sogar noch nicht einmal als Aktivist_in bezeichnen würde, weil ich die typischen Merkmale and Aktivitäten nicht erfülle, aber trotzdem handle, mir trotzdem nachhaltig Gedanken mache, Themen anspreche wenn ich Speziesismus begegne?

Und genau das ist meiner Meinung nach eben auch Aktivismus: das Gefüge immer wieder einzureißen, da wo die Dinge so selbstverständlich erscheinen im Sinne unserer gesellschaftlichen Normen und Gepflogenheiten, da wo die Alltäglichkeit herrscht, aus der sich die ganze Misere erst ableitet.

Folgende Situation ist meinem Kollegen neulich passiert. Er hatte zugesagt einem Freund beim Bau seiner Gartenhütte zu helfen. Dabei sollte ein weiterer Freund helfen, dieser weitere Freund nun kündigte an, er wollte ein nichtmenschliches Tier demnächst „zum Verzehr“ morden. Der Freund mit der Gartenhütte setzt sich selbst für Hunde aus Rumänien ein und ist stolz auf seine zwei behinderten Hunde, die er wichtig nimmt, die er, so würde er bestimmt selbst sagen, liebevoll umsorgt. Mein Freund nun stellte den Gartenhüttenfreund zur Rede, und fragte ihn warum er den Menschen, der demnächst einen Nichtmenschen morden will, noch zu seinem Freundeskreis zähle, warum er sich für Hunde einsetze und nicht für andere Tiere, die es in der Regel noch viel härter trifft? Der Freund mit der Hütte windete sich raus. Mein Freund sagte jede weitere Hilfe ab. Ich finde das klasse, wie er sich verhalten hat. Konsequenzen zu ziehen. Eine Situation, die ich beispielsweise neulich erlebte: Eine junge Frau zeigte, dass sie für Nitsch und Grandin Bewunderung empfinde, obgleich sie nichtmenschliche Tiere ja auch an und für sich so faszinierend findet. Ich teilte ihr meine Position mit. Ich muss mich von solchen Menschen fernhalten. Ich kann mit Speziesisten so wenig befreundet sein wie andere Leute nicht mit Neonazis befreundet sein können.

Ich selbst blogge für Tierrechte. Mir wurde immer wieder gesagt das sei sinnlos. Dennoch habe ich viele, meiner Meinung nach wichtige, eigene Standpunkte aus dem Bloggen entwickeln können und ich konnte Netzwerke mit Ähnlichgesinnten aufbauen. Was ich damit sagen will ist, dass es oft nicht leicht ist gegen unterdrückerische Systeme und Strukturen selbst in ihren alltäglichen Gewändern anzugehen, in luftleeren Räumen, in denen noch kaum interagiert wurde auf vergleichbarer Ebene. Wenn ich sage ich sehe nichtmenschliche Tiere keinesfalls als Instinktwesen, zumindest nicht mehr als Menschen, dann ist dies so ein luftleerer Raum, denn niemand argumentiert bislang antibiologistisch in Sachen Antispe.

Unser ganzes gesellschaftliches Gefüge ist noch so voller Speziesismen (die auch noch bis in Denknormalitäten unserer eigenen Bewegung, der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung reichen) dass egal wo ich hinkomme, ich anscheinend immer wunde Punkte treffe, an denen sich offenbart, dass fest-tradierte menschliche Privilegien und die menschliche Hybris geschützt werden sollen. Ich kann dem versuchen mit einem Mut entgegenzustehen, den ich mir selbst erarbeite, und da gibt es endlos viele Wege; die Tierbefreiung im Denken ist überall noch erst im langsamen Wachstum. An den meisten Orten herrscht krassester Kollektiv- und Individualspeziesizismus, an andere Stellen findest Du milde Speziesismen vor.

Es existiert einfach kein Schema, kein einzelnes Patent mit dem man sagen könne nur so bewege man etwas. Es gibt so viele Wege wie Individuen, Situationen und Begebenheiten existieren. Meiner Meinung nach ist das durch Eigenständigkeit geleitete Denken und Handeln der effektivste Weg um über ausreichend Flexibilität zu verfügen um den jeweiligen Situationen gerecht zu werden.

Einige Beispiele für meiner Meinung nach sinnvollen autonomen Aktivismus:

  • ein eigenes Tierrechts-FAQ anlegen
  • kreatives Arbeiten
  • ein eigenes Mikroschutzrefugium schaffen, siehe dazu den (letzten) Abschnitt ‘Hortikultur als Lebens- und Naturraum’ in ‘Für den Lebensschutz ökopolitisch agieren
  • auf Mitläuferschaft verzichten, eine gesunde Unabhängigkeit zur Möglichkeit der Flexibilität wahren und bewusst nach alternativen Räumen auf Entdeckungsuche gehen
  • eigene Kulturräume und -ebenen finden
  • Tierrechte mitdefinieren, Mitspache einfordern, eignene Überlegungen und Erkenntnisse wichtig nehmen, dem nachgehen, verifizieren, falsifizieren …
  • Freundschaften die Nichtmenscheninkludierend sind aufbauen, wahren, d.h. auch Freundschaften mit Nichtmenschen, die sich anders gestalten mögen, als die mit Menschen. Die Bedeutung von: Nichtmenscheninkludierend (Englisch).
  • sich für die Lebensräume nichtmenschlicher Tieren einsetzen, mit in die Agenda des eigenen Aktivismus aufnehmen (Sitchwort: Standpunktentwicklung)
  • den eigenen Aktivismus wichtig und ernst nehmen, auch wenn man oft in vielerlei Hinsicht allein auf weiter Flur dazustehen scheint (zumindest als Minderheit in der Minderheit)
  • Gesellschaftskritisches Denken regelmäßig selbst updaten
  • DU als eigenständig denkendes Individuum. Bist. Wichtig!

Warum eigenständiges Mitmachen auch wichtig ist und Sinn macht: Eine Anerkennung von Verschiedenheit als Prinzip im Mitgestalten

Und noch im Allgemeinen zum Thema ‘veganer Aktivismus’: Veganer Aktivismus, was ist zuviel des Guten?

Noch ein empfehlenswerter Text in dem Zusammenhang: Anastasia Yarbrough, Radikale Selbstfürsorge in Erwägung ziehen: Tierrechte – denn das Leben zählt