Oberflächlichkeit bei den Diskutanten wenn es um Tierrechte geht

Wir glauben es ist nicht nur nicht nötig, bei der Diskussion über Speziesismus und Tierrechte an der Oberfläche zu bleiben, sondern das an der Oberfläche bleiben hindert genau den nötigen Fortschritt in der Sache, den es braucht. Wer würde meinen, ein oberflächlicher Diskurs reiche aus, wenn es um eigene Menschenrechte ginge oder Humorig-Oberflächliches als Grundtenor wählen, wenn das Thema Rassismus oder Sexismus hieße?

Warum denken viele Tierfreunde, unser gemeinsames Thema könne in der Tat „einfacher“ gelöst werden, als all die anderen ethischen Katastrophen der Menschheitsgeschichte?

Gruppe Messel / Animal Autonomy / Tierautonomie

Podcast: Oberflächlichkeit in der Tierrechtsszene, Normalisierung von Speziesismen (MP3)

In Veganen- und Tierrechtsszenen herrscht eine Normalisierung von Oberflächlichkeit vor in der Auseinandersetzung mit speziesistischer Gewalt. Woran liegt das? Mangelt es den meisten Tierfreunden an einem Instrumentarium in ähnlicher Weise tiefgreifende kritische Hinterfragungen an der Gesellschaft anzustellen, wie ein jeder von uns das zu leisten im Stande ist in Hinsicht auf die eigenen Rechte?

Wir alle können sagen was Rassismus, Sexismus, Ableismus, Ageismus, Sizeismus, usw. ist. Das heißt wir alle können über Menschenrechte adäquat sprechen, wenn wir sie verteidigen wollen. Über Tierrechte zu sprechen benötigt ebensoviel Tiefgang und Infragestellung unterdrückerischer Mechanismen.

Bei den Tierrechten sprechen die meisten Tierfreunde kaum Ursachen für Tierunterdrückung an. Sie reden von Speziesismus, aber geben nur allgemeine Formeln dafür, beschreiben was es in der Sache ist, aber verknüpfen das feine unterdrückerische Gewebe der Säulen des Speziesismus in den menschlichen Kulturen über Zeit und Raum nicht.

Wir bewegen uns in Sachen Menschenrechten in einem Raum, den wir für relativ selbstverständlich erachten, weil Menschenrechte zu einem gewissen Grad unserer eigenen menschlichen Hybris entsprechen. Tierrechte sind für uns schwieriger argumentativ zu beschreiben, und so fallen die meisten von uns immer wieder in die Speziesismen allgemeingeläufiger Sichtweisen über nichtmenschliche Tiere, ohne sich dessen selbst völlig gewahr zu sein und reproduzieren damit aber genau das Problem, das sie nun unbedingt aus den Angeln heben wollen.

Was braucht es um Speziesismen aus den Angeln im Denken der Menschen unserer Spezies zu heben? Hinterfragung und Tiefgang. Das Denken und die kritische Reflexion unserer Mitmenschen sollten angeregt werden. Oberflächliches Herumprotestieren gegen und Herumkritisieren an den allgegenwärtigen Symptomen der Gräuel reicht nicht. Wir müssen deren Ursachen adressieren.

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