Vegan sein ist nicht das Letzte

Vegan sein ist ein mehr oder weniger technischer Ausdruck für eine bestimmte Lebensweise, einen bestimmten Lebensstil, der die Exklusion von Produkten beinhaltet, die mit Tiermord oder Tierausbeutung verbunden sind. Vegan sein drückt noch nichts darüber aus, wie ich zu nichtmenschlichen Tieren und Tierrechten in einem eher politischen Sinne stehe und auch nichts über mein Verständnis von Ethik generell, also auch mein ethisches Verständnis über die Mensch-Tier Beziehung.

Vegan zu sein ist für mich persönlich daher “bloß” ein Baustein in einem größerem Gebilde.

Der große ethische Bau, den ich für mich beanspruche, dass er mein Denken repräsentieren würde, ist das Haus in dem Tierrechte, Menscherechte und Erdrechte Hand in Hand gehen, mit all dem was dazu gehört. Nichts lässt sich vom anderen trennen.

Nach der Existenz von über 60 Jahren Veganismus (die Vegan Society hat 1944 den Begriff “vegan” geprägt und die vegane Bewegung begründet) glaube ich, können wir weiter gehen, und als schon fast selbstverständlich erwarten, dass ein Mensch vegan sein sollte. Das klingt vielleicht etwas “gewagt”, aber der Umstand dessen allein, dass Veganer_innen noch eine numerische Minderheit darstellen, besagt nichts über den moralischen Imperativ mit dem die Gesellschaft es im Veganismus zu tun hat – im Sinne dessen, woran der Veganismus inhaltlich angrenzt.

Wir als Veganer_innen, glaube ich, könnten noch weitaus mehr Menschen gewinnen dazu vegan zu leben, wenn der Veganismus nicht mehr als ein Einzelbaustein, sondern eher als ein Element einer umfassenderen Tierrechts-, Menschenrechts- und Erdrechtsethik dasteht.

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