Die Formen im Ozean der Vernunft

Denke, welche Welten im Handel mit der Vernunft sind! Wie weit dieser Ozean der Vernunft ist!

In diesem süßen Ozean bewegen sich unsere Formen schnell, wie Becher auf der Oberfläche des Wassers:
Bis sie sich füllen, schwimmen sie wie Schüsseln oben auf dem Meer, aber wenn die Schüssel gefüllt ist, sinkt sie hinein.

Die Vernunft ist versteckt, und allein eine Welt der Phänomene ist uns sichtbar:
unsere Formen sind die Wellen oder die sprühenden Tropfen dieses verborgenen Ozeans.

Was auch immer die Form zum Mittel der Herangehensweise an die Vernunft macht
– durch dieses Mittel wirft der Ozean der Vernunft die Form weit hinfort.

So lange wie das Herz nicht die Ursache seines Bewusstseins sieht, so lange wie der Pfeil nicht den weit-schießenden Bogenschützen sieht,
denkt er, der somit blind ist, dass sein Pferd verloren ist, obgleich währenddessen er sein Pferd starrsinnig auf der Straße vorantreibt.

Dieser gute Freund denkt sein Pferd ist verloren gegangen, während sein Pferd ihn voranträgt wie der Wind.
Lamentierend und suchend rennt dieser Hohlkopf von Tür zu Tür, in jeder Richtung, und fragt und sucht:

„Wo und wer ist der, der mein Pferd gestohlen hat?“ Was ist dieses Tier unter deinem Schenkel, Oh Meister? „Ja, das ist mein Pferd, aber wo ist mein Pferd?“

Oh behänder Reiter auf der Suche nach deinem Pferd, komme zu dir! Der Geist ist aus der Sicht verloren, weil er so manifest und nah ist:
Wie, wo du deinen Bauch mit Wasser voll hast, bist du trockenlippig wie ein Krug?

– Rumi

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