Unser Stand der Dinge: Wie steht es mit der „eigenen Meinungsfreiheit“ und was ist Meinungswirksamkeit?

jesuischar

Unser Stand der Dinge: Wie steht es mit der „eigenen Meinungsfreiheit“ und was ist Meinungswirksamkeit?

Wir – als Gesellschaft – haben im gewissen Sinne alle ein Problem mit der Meinungsfreiheit: Meinungen werden nicht als flexible, sich verändernde Gebilde wahrgenommen, sondern zeigen nur ein grobes politisches (oder nichtpolitisches) Lager an, dem sich jemand zuordnen lässt, und, wir alle (als „Masse“ sozusagen) haben ein Problem mit dem Fokus: alle Welt fokussiert relativ zeitgleich auf ein oder wenige aktuelle Themen, wobei das Problem dabei ist, dass alles, was in dem Moment nicht zu den Mainstreamthemen gehört, sowenig Interesse und Zurkenntnisnahme in der öffentlichen Debatte erhält, als gäbe es überhaupt kategorisch irrelevante Themen und Perspektiven.

In welchem Feld finden sich vor solch einem Hintergrund betrachtet Tierrechte und Antispeziesismus?

Wenn der ethische Veganismus Revolution sein will, kann er sich nicht den bestimmenden politischen Lagern unterordnen, bei denen die Interessen nichtmenschlicher Tiere als relativ unbedeutend für die Gesamtheit ethischer Koexistenz bewertet werden. Ein ethischer Veganismus, die Tierrechtsbewegung und die Antispeziesismusbewegung müssen selbst meinungsbildend sein, in dem Sinne, dass alte politische Kategorien und Lager aufgebrochen und neue Blickweisen aufgezeigt und inspiriert werden. Eine Meinung gilt nichts, wenn sie sich keinen eigenen Raum schafft und nur als Sekundärmeinung betrachtet wird.

Was ist das aber für ein Phänomen, dass „Menschenmassen“ immer zeitgleich auf gleiche Themen anspringen – wobei endlos viele Themen in verschiedener Hinsicht relevanter sein können oder genauso relevant sind, wie die, denen gerade alle Aufmerksamkeit zuteil wird? Es mag meistens letztendlich um Menschenrechtsfragen und Fragen des Weltfriedens gehen, aber es fragt sich, warum Menschenrechte nicht auch Tierrechte und eine reifere Haltung der natürlichen Umwelt gegenüber mit sich vereinbaren lassen könnten.

Wenn auch ein Diktat des Fokus existiert, so können Themenschnittmengen doch einen Ausweg aus den einseitigen Gewichtungen in der Wahrnehmung von Problemkomplexen bieten: kaum ein Thema hat rein gar nichts mit einem anderen zu tun. So wäre die gegenwärtige Debatte über Extremismus und Terrorismus eine Möglichkeit, das Thema der Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft/den Gesellschaften allgemein stärker anzusprechen. Gewalt ist den meisten Problemen, mit denen wir primär zu kämpfen haben (Speziesismus, Rassismus, Sexismus, … usw. usf.) immanent; ein einziges Phänomen solcher Gewalt herauszusondern, führt zu keiner tiefergreifenden Analyse und möglichen fundamentalen Kritik der Psychologie der Gewalt.

TIERAUTONOMIE / Gruppe Messel

Veganismus und Intersektionalität


Warum intersektional ethisch vegan?

Palang LY

Der Begriff der Intersektionalität wurde im Bereich sozialer Gerechtigkeit und jurisitsch-soziologischer Analyse von der afro-amerikanischen Juristin Kimberlé Crenshaw Ende der 1980er Jahre zur Aufarbeitung und Hervorhebung rassistischen Ressentiments in der US-amerikanischen Gesellschaft geprägt und definiert. Die Benennung des Phänomens, dass verschiedene Diskriminierungsformen im Bezug auf ein betroffenes Subjekt gleichzeitig und überlappend stattfinden können, fand bereits zuvor im der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung statt. Man spricht klassischerweise z.B. vor Überlappungen der Dikriminierung: von Schwarzen und anderen Menschen aus dem globalen Süden (als ethnisch argumentierende diskriminierende Ausgrenzung), Frauen oder Menschen mit nichtnormativem Gender-Verständnis, Menschen mit Behinderung, Menschen die durch materielle Armut betroffen sind, usw.

Im ethischen Veganismus wird der Begriff der Intersektionalität auf die nichtmenschlichen Tiere über die Speziesbarriere Mensch/Tier hin erweitert, siehe dazu insbesondere die Argumentationen von Yarbrough, Harper, Ko und jones. Diese Autorinnen stellen einen direkten Bezug zwischen Speziesismus und Rassismus her in ihrer Argumentation gegen beide oppresiven Syteme:

Intersektionalität ist dem Veganismus eigentlich inhärent. Der Veganismus berührt unterschiedliche ethische Felder, wobei am zentralsten die Gebiete unmittelbar um das Mensch-Tier-Verhältnis sind. An tierethische Fragen binden sich dann weiter die ökologischen Themen und diejenigen Fragen, die all das, was ‚Menschen ausschließlich’ anbetrifft, mit einbeschließen.

Ökologie und Gesundheit, die beiden Säulen des Veganismus, sind selbstverständlich genauso politische Themen. Im Zusammenhang mit dem Veganismus ergeben sich also Tangenten, die wir als die Intersektionen zweier perspektivischer Herkunftsorte (der Veganismus und soziale/politische Positionen) bezeichnen können.

Zur Zeit existieren einige vegane Projekte, die sich besonders solchen Schnittstellen zuwenden. Wichtige Themen sind dabei die Nahrungsmittelgerechtigkeit, Rassismus, Feminismus, Sexismus, Homophobie, Ableismus (die Diskriminierung behinderter Menschen), usw. Alle diese Themen werden in solchen Projekten mit dem Veganismus und aus veganer Sicht kontextualisiert.

Organisationen, Gruppen und Initiativen wie beispielweise Sistahvegan, Vegans of Color, vegan-feministische Gruppen und Blogs, oder ein neueres Buchprojekt, das sich dem Thema ‘Behinderung und ethischer Veganismus’ zuwendet (The Disabled Vegan Reader), sind vegane Projekte dieser Art; hier finden wir erweiterte Perspektivmöglichkeiten der veganen Ethik auf verschiedene Weise durch verschiedene Schwerpunkte adressiert.

Vermieden werden soll durch die Kontextualisierung (und da sind sich alle einig), dass der Veganismus die Chance verpassen könnte sein politisches Potential dazu zu nutzen, erweiterte Ansätze zu schaffen, durch die nichtmenschliche Tiere und die natürliche Umwelt verstärkt mit in den Mittelpunkt der ethischen Hauptbelange gesetzt werden können. In allen uns bekannten intersektionalen veganen Projekten spiegelt sich der Gedanke wieder, dass  ethischer Veganismus und Demokratie komplentäre Spieler sind und hier müssen noch zahlreiche neue Wege beschritten und Möglichkeiten erschlossen werden.

Intersektionalität wirkt manchmal wie ein Umweg, um die spezifisch tierrechtsbezogenen Fragen herum und nicht direkt auf sie zugehend. Das Gleichgewicht beizubehalten ist in Diskussionen wichtig, besonders wenn alle Themen zeitgleich und dringlich in ihren Zusammenhängen behandelt werden müssen. Die Schwierigkeit liegt oft darin, dass sich zwar eine Richtung abzeichnet, in der sich das gemeinsame Übel befindet: Ursachen von Unterdrückung, Diskriminierung, Gewalt, Zerstörung – aber es gibt keine Allzwecklösungen für diese Unzahl komplexer Probleme, denen sich also auch ein pluralistischer veganer Aktivismus gegenübergestellt sieht.

Eines ist natürlich klar: wenn eine Aktivitstin hauptsächlich oder auch ausschließlich über ihr Gebiet spricht, seien es Tierrechts-, Menschenrechts- oder Umweltschutzbelange, heißt das nicht immer zwingenderweise, dass das Gesagte auch massiv weiter führt: Vieles an Output, den wir von anderen Aktivist_Innen erhalten, sind Dinge, die wir schon oft gehört haben, Dinge die leider nicht wieder neu auf ihre aktuelle Gültigkeiten hin überprüft werden oder upgedated werden um sich an neuere Erkenntnisse im Bereich Aktivismus zu orientieren.

Auch stellt die Methodik, wie von Fragen, die sich in intersektionalen Themenbereichen (z.B. Feminismus und Antirassismus) bewegen, hingeführt werden kann zur Tierethik und zum Umweltschutz, immer wieder eine starke Herausforderung und wichtige Aufgabe dar (der man sicherlich mit einiger kritischer Selbstreflektion gerecht werden könnte).

Wie weit sind wir bereit dazu, die Rahmen so zu stecken, dass sie sich nicht allein auf die begangenen einseitigen Wege beziehen?

Gemeint ist: Dort wo Sexismus oder Rassismus stattfindet, sehen wir unter Bezugnahme auf Tierrechte und Ökologie, dass Gründe/Hintergründe von sowohl Unterdrückung als auch Zerstörung ja tatsächlich noch weiter zu fassen sind, als wir das bislang mit unseren Erklärungsmodellen getan haben. Rahmen müssen neu gesteckt werden und solche intersektionalen Projekte helfen dabei immens.

Wir wollen uns im Rahmen unseres veganen Selbsverständisses nach neuen, interessanten Antworten umschauen, wie der Veganismus sich von seinen Verfechtern her als ein junges demokratisches Element einer (soweit noch) Minderheitsbewegung mit einbringt: Wie werden Menschenrechte, Umweltfragen und selbstverständlich vor allen Dingen Tierfragen heute aus ihrer Box derer Konzepte rausgeholt, die ein neues Denken bislang noch zu hindern scheinen?

Zusammenhänge aufzuzeigen führt zu umfassenderen Fragen / Antworten.

Links

The Disabled Vegan Reader: http://www.disabledveganreader.com/
The Sistah Vegan Project: http://sistahvegan.com/
Vegans of Color: http://vegansofcolor.wordpress.com/

Und inzwischen gibt es zahlreiche noch weitere Projekte und Besprechungen veganer Intersektonalität im Netz.

Auf unserer Seite finden Sie z.B. innerhalb der getaggten Einträge zum Thema Rassismus zahlreiche Beiträge mit dem Schwerpunkt Tierrechte / Tierethik / Tierbefreiung und Intersektionalität.

Wellensittich entflogen! Und dringend gesucht! (2)

Wir haben unser Schreiben bezüglich unseres lieben Wellis ‘Mithras’ nochmal geändert.

Hier aber nochmals grundzätzliches zu unserer Suche nach unserem Schatz ‘Mithras’:

Wellensittich entflogen! Er wird dringend gesucht. Haben Sie einen solchen Wellensittich gefunden oder ist ihn solch ein Welli zugeflogen ??? Bitte melden …

UNSERE EMAIL-ADRESSE LAUTET: mail@simorgh.de

Unser Welli Mithras wird so sehr vermisst! Mithras, Simorgh und Bahman haben ihr eigenes wellisicheres Zimmer. Die Vögel sind bei uns niemals in einen Käfig oder eine Voliere gesperrt – nur zum Transport, wenn es zum vogelkundigen Tierarzt geht. Sie können sich in zwei offene Käfige zurückziehen (was sie manchmal auch tun). Durch ein ziemlich blödes Ungeschick ist Mithras entflogen (er hatte sich furchtbar erschreckt … ). Falls ihn jemand gefunden hat oder er jemandem zugeflogen ist, bitte melden!

Wir haben einen Finderlohn von 250.- (zweihundertfünzig) Euro ausgesetzt.

Unsere Email-Adresse lautet: mail@simorgh.de

Hier nun unsere neue Mail:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir suchen unseren lieben entflogenen Wellensittich ‚Mithras’ und wollten dabei keine Möglichkeit außer Acht lassen um ihn eventuell wiederzufinden.

Es ist klar, dass es unwahrscheinlich ist, dass unser Welli extrem weit geflogen ist, aber es könnte theoretisch sein, dass ihn jemand gefunden hat und schließlich weitergegeben hat und unser Welli auf Umwegen in ein Tierheim irgendwo in der BRD gebracht werden könnte.

Daher würden wir Ihnen gerne hiermit unsere Angaben zur Beschreibung der Tieres schicken, so dass falls jemand sich bei Ihnen melden sollte, dem ein Wellensittich zugeflogen ist oder dem ein Wellensittich gegeben worden ist, Sie, wenn es möglich wäre schauen könnten, ob es sich bei dem gefundenen Welli um unseren ‚Mithras’ handeln könnte.

Mithras ist männlich, er ist bläulich-türkis und hat ein gelbes Köpfchen und die tyische Schwarzweiss-Zeichnung des Rückengefieders. Er ist beringt. An seiner Kragenzeichnung kann man ihn ganz besonders gut erkennen!

Im Anhang dieser Mail befindet sich ein recht neues Foto von ihm ( wir haben das Foto auch an dieser Stelle im Netz hochgeladen: http://simorgh.de/pics/mithras_1c.jpg ).

Mithras ist Ende April in Frankfurt am Main entflogen. Wir wären Ihnen außerordentich dankbar, wenn Sie ein Auge offen halten könnten für den Fall unseres Vogels.

Vielen Dank!
Gita Yegane Arani-May, www.simorgh.de

Wir sind rund um die Uhr unter der Telefonnummer 069 / 56 22 41 oder
stattdessen auch auf dem Handy unter 0160 / 95169270 erreichbar.

P.S. Wenn Sie unsere Anfrage für „unrealistisch“ halten, antworten Sie uns bitte einfach nicht. Fast alle von uns angeschriebenen Tierheime haben sehr freundlich, sachlich oder eben gar nicht reagiert, aber von 2 Tierheimen haben wir sehr ärgerliche Reaktionen erhalten. Leider.

Wellensittich entflogen! Und dringend gesucht!

Wellensittich entflogen! Er wird dringend gesucht. Haben Sie einen solchen Wellensittich gefunden oder ist ihn solch ein Welli zugeflogen ??? Bitte melden …

UNSERE EMAIL-ADRESSE LAUTET: mail@simorgh.de

Unser Welli Mithras wird so sehr vermisst! Mithras, Simorgh und Bahman haben ihr eigenes wellisicheres Zimmer. Die Vögel sind bei uns niemals in einen Käfig oder eine Voliere gesperrt – nur zum Transport, wenn es zum vogelkundigen Tierarzt geht. Sie können sich in zwei offene Käfige zurückziehen (was sie manchmal auch tun). Durch ein ziemlich blödes Ungeschick ist Mithras entflogen (er hatte sich furchtbar erschreckt … ). Falls ihn jemand gefunden hat oder er jemandem zugeflogen ist, bitte melden!

Wir haben einen Finderlohn von 250.- (zweihundertfünzig) Euro ausgesetzt.

Unsere Email-Adresse lautet: mail@simorgh.de

Mithras könnte theoretisch überall sein, denn jemand könnte ihn mitgenommen und weitergegeben haben. Seine Freunde vermissen ihn sehr und wir auch.

Folgende Email haben wir an zahlreiche Tierheime (überregional) und Tierärzte (regional) geschickt.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Wir suchen unseren lieben entflogenen Wellensittich ‚Mithras’ und wollten dabei keine Möglichkeit außer Acht lassen um ihn eventuell wiederzufinden.

Es ist klar, dass es unwahrscheinlich ist, dass unser Welli extrem weit geflogen ist, aber es könnte ja sein, dass ihn jemand gefunden hat und schließlich weitergegeben hat und ‚Mithras’ doch noch auf Umwegen in einem Tierheim irgendwo in der BRD gebracht werden könnte.

Daher würden wir Ihnen gerne hiermit unsere Angaben zur Beschreibung der Tieres schicken, so dass falls jemand sich bei Ihnen melden sollte, dem ein Wellensittich zugeflogen ist oder dem ein Wellensittich gegeben worden ist, etc., Sie wenn es denn möglich wäre, schauen könnten, ob es sich bei dem gefundenen Tier um unseren lieben ‚Mithras’ handeln könnte.

Mithras ist männlich, er ist bläulich-türkis und hat ein gelbes Köpfchen. Er ist beringt. An seiner Kragenzeichnung kann man ihn besonders gut erkennen.

Mithras ist am Sonntag den 22. April 2012 um 13. Uhr in Frankfurt am Main in der Nähe Hessischer Rundfunk entflogen.

Wir wären Ihnen außerordentich dankbar, wenn Sie ein Auge offen halten könnten für den Fall unseres lieben Vogels.

Ganz herzlichen Dank!